Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Jedes Jahr vor Weihnachten beginnt die Suche: Welches Anspiel führen wir auf? Es muss ein Anspiel her, das spielbar ist, Inhalt und Alltagsbezug hat und sich für die eigene Gemeinde eignet. Mit diesem Buch hat die Suche ein Ende: 7 Weihnachtsanspiele stellen jeweils eine Person oder Personengruppe ins Rampenlicht. Sie erzählt die Ereignisse rund um die Krippe aus ihrer Sicht und gibt ihnen einen neuen Blickwinkel. Mal sind es die Hirten, mal die Engel, der Wirt oder die Weisen. Die Dauer der Anspiele variiert von 10 bis 50 Minuten und die Zahl der Mitwirkenden von 3 bis zu 20 Personen. Mitspielen können alle ab 8 Jahren. Eingebettet ist die Erzählung in verschiedene Settings von damals bis heute zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Das bringt Kinder und Erwachsene zum Schmunzeln, Nachdenken, vielleicht auch Weinen. Jedes Anspiel gibt einen Überblick über Inhalt und Zielgedanke, Dauer, Personen, Kleidung, Requisiten und Ideen für die Bühnengestaltung. Die Anspiel-Texte gliedern sich übersichtlich in Personen, Sprechtexte und Regieanweisungen. Ein Buch für alle, die den Menschen im Weihnachtsgottesdienst etwas mitgeben wollen, das von echtem Wert ist. Das bleibt in lebhafter Erinnerung und wirkt weit über Weihnachten hinaus.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 141
Veröffentlichungsjahr: 2024
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Uta Förster
7 Weihnachtsanspiele mit Tiefgang
Praxisverlag buch+musik bm gGmbH
In unseren Veröffentlichungen bemühen wir uns, die Inhalte so zu formulieren, dass sie allen Menschen gerecht werden, dass sich alle Geschlechter angesprochen fühlen, wo alle gemeint sind, oder dass ein Geschlecht spezifisch genannt wird. Nicht immer gelingt dies auf eine Weise, dass der Text gut lesbar und leicht verständlich bleibt. In diesen Fällen geben wir der Lesbarkeit und Verständlichkeit des Textes den Vorrang. Dies ist ausdrücklich keine Benachteiligung einzelner Geschlechter.
© 1. Auflage 2024 Praxisverlag buch+musik bm gGmbh, Stuttgart 2024 All rights reserved.
ISBN Buch 978-3-86687-383-4 ISBN E-Book 978-3-86687-384-1
Lektorat: buch+musik – Marlen Bleiholder, Stuttgart Umschlaggestaltung: buch+musik – Toby Wolf, Stuttgart Satz: buch+musik, Stuttgart – unter Verwendung von parsX, pagina GmbH, Tübingen Bildrechte Umschlag: stock.adobe.com: kjolak, Marina, Yurals ArtBildrechte Deckblätter, Inhalt: stock.adobe.com: Marina, rogistockBildrechte Autorenfoto: Ralf Künkel
www.praxisverlag-bm.de
Vorwort
Navigator durch Krippe im Rampenlicht
Wozu ein Weihnachtsanspiel?
Die Chancen der vollen Kirche
Tipps & Tricks
Was sonst noch wichtig ist
Gespräch am Tresen
Organisatorisches
Anspiel
Der Auftrag für Gabriel
Organisatorisches
Anspiel
Jesus verändert
Organisatorisches
Anspiel
Podiumsdiskussion bei Arne Woll
Organisatorisches
Anspiel
Jesus macht Schlagzeilen
Organisatorisches
Anspiel
Großvaters Geschichte
Organisatorisches
Anspiel
Der Wirt, der Platz hatte
Organisatorisches
Anspiel
Zugabe
Zugabe: Die kleine Schraube
Die Autorin
Applaus: Ich sage „Danke“!
Jedes Jahr vor Weihnachten dieselbe Frage: Welches Weihnachtsanspiel wollen wir denn in diesem Jahr aufführen? Und dann beginnt die Suche. Klassische Krippenspiele mit Maria, Josef, den Hirten und Weisen, aufgeführt von kleinen Kindern, sind süß, aber wenn alles nach Plan und ohne Panne abläuft, sind sie doch auch jedes Jahr irgendwie gleich. Auf der Suche nach anderen Anspielen stoße ich auf weihnachtliche Geschichten, die jedoch allseits bekannt sind, auf kurze Stücke ohne Inhalt oder auf so aufwändige Bühnenarrangements, dass das für unsere kleine Gemeinde nicht in Frage kommt. Was nun? Es muss ein Stück her, das spielbar ist, Inhalt hat, noch keiner kennt und sich für unsere Gemeinde eignet. In meinem Kopf ploppt eine Idee auf …
Ich setze mich an meinen Laptop und meine Finger beginnen zu schreiben. Es fließt. Aus der Idee entsteht ein neues Anspiel. Und als ich es mir später durchlese, frage ich mich, ob das wirklich ich geschrieben habe. Ja, meine Finger haben die Worte getippt, aber ich merke deutlich, wie Gott ganz viel Input geschenkt hat, um das Weihnachtsanspiel so werden zu lassen, wie es nun aus dem Drucker kommt.
Gott ist es, der die Anspiele, die über die letzten Jahre entstanden sind, geschenkt hat. Er hat immer wieder Ideen in meinem Kopf entstehen lassen, die mich beim Schreiben inspiriert haben. Ihm gebührt dafür die Ehre!
Die Anspiele haben wir inzwischen (fast) alle bei uns in der Gemeinde an Heiligabend im Gottesdienst gespielt. Nicht nur Kinder hatten Freude daran, sondern auch Erwachsene. Im Laufe der Zeit wurde mir von verschiedenen Personen immer wieder nahegelegt, diese Anspiele doch zu veröffentlichen. Und so habe ich mich im vergangenen Jahr dazu durchgerungen, mit verschiedenen Verlagen Kontakt aufzunehmen. Und wie Sie sehen, hat es geklappt. Das fertige Werk liegt vor Ihnen.
Besonders wichtig ist mir, dass auch andere Gemeinden, die jedes Jahr wieder neu auf der Suche nach guten Weihnachtsanspielen sind, Unterstützung bekommen und für sich vielleicht aus diesem Fundus etwas Passendes aussuchen können.
Für alle Aufführungen wünsche ich Gottes reichen Segen, viel Spaß und dass durch Ihre Aufführung Menschen von der besten Nachricht der Welt erfahren: Jesus kam für uns!
In diesem Sinne: Frohe und gesegnete Weihnachten!
Uta Förster
Januar 2024
In diesem Buch sind insgesamt sieben Weihnachtsanspiele abgedruckt. Ein weiteres Anspiel, das thematisch allerdings nicht an Weihnachten gebunden ist, ist als Zugabe im Anhang zu finden.
Um eine möglichst schnelle Einschätzung zu ermöglichen, welche Voraussetzungen für ein Anspiel gegeben sein sollten, ist auf der ersten Doppelseite des jeweiligen Kapitels immer eine Übersicht über die organisatorischen Rahmendaten zu finden. Diese umfasst die folgenden Punkte:
Inhaltsangabe
Zielgedanke
Dauer
Mitwirkende Personen
Kleidung
Equipment/Requisite
Bühnengestaltung
Zusätzlich findet sich am Ende dieser Übersicht jeweils noch ein Praxistipp aus dem Erfahrungsschatz der Autorin, der bei den Überlegungen zur Inszenierung hilfreich sein kann.
An die Übersicht zu Beginn schließt dann der Text des Anspiels an. Dabei sind die Regieanweisungen grau gedruckt, der Sprechtext der Personen schwarz.
Um das Lernen des Textes zu vereinfachen und die Seiten stets kompakt und im „Hosentaschen-Format“ zur Verfügung zu haben, können zu jedem Anspiel kleine Texthefte im Format DIN A6 erworben werden. Hier sind die Rollennamen in unterschiedlichen Farben gedruckt, sodass die Zuordnung leichter fällt. Zudem können die Hefte beim Üben problemlos in der Hand gehalten oder in eine Tasche gesteckt werden, sodass sie zwar stets griffbereit, aber beim Agieren auf der Bühne nicht im Weg sind.
Die Anspiele eignen sich nicht nur für Kindergruppen, sondern können problemlos auch von Teenagern oder Erwachsenen gespielt und inszeniert werden. Auch mit altersgemischten Gruppen gelingen die Theaterstücke gut auf der Bühne – insbesondere bei dem Anspiel „Der Wirt, der Platz hatte“ macht dies sogar einen besonderen Reiz aus.
An Weihnachten gehen viele Menschen in die Kirche. Die Gotteshäuser sind gut gefüllt. Für Jung und Alt gehört der Weihnachtsgottesdienst irgendwie mit zur Tradition. Das ist eine einmalige Chance für uns, ihnen etwas mitzugeben, das von echtem Wert ist. Menschen, die nur einmal im Jahr in den Gottesdienst gehen, brauchen keine seichte Wohlfühlpredigt! Sie müssen das Evangelium hören. Wer weiß, ob das nicht ihre letzte Chance dazu ist.
Sie als Kirche oder Gemeinde bekommen hier von Gott eine wunderbare Möglichkeit geschenkt, diesen Menschen die Liebe Gottes weiterzugeben und Samen in ihr Herz auszustreuen. Und damit der Inhalt in lebhafter Erinnerung bleibt und nicht am nächsten Tag schon wieder vergessen ist, eignet sich ein modernes Anspiel dafür ausgezeichnet, denn es spricht verschiedene Ebenen an: Es wird gehört, gesehen und erlebt. Es ist zum Schmunzeln und Nachdenken, manchmal auch zum Weinen. Es ist Fiktion und Wirklichkeit. Es lockert den Gottesdienst auf, macht ihn spannend und abwechslungsreich. Es spricht sowohl Kinder als auch Erwachsene an.
Ein Anspiel bietet die Gelegenheit, kirchenfernen Menschen zu zeigen, dass Gemeinde spannend und lebendig ist. Aber auch die Kirchenmitglieder freuen sich, wenn der Gottesdienst ganz anders und besonders ist – und das sollte er an Weihnachten ja auch sein! Zu guter Letzt haben auch die Akteurinnen und Akteure etwas davon. Denn so ein Stück prägt sich auch bei ihnen tief ein. Ich weiß noch, dass ich mit fünf Jahren bei uns in der Gemeinde den Engel Gabriel spielen durfte. Ich hatte ein langes, weißes Nachthemd an und habe die Worte des Engels, die er an die Hirten richtete, bis heute auswendig im Kopf.
Damit die Zuschauer richtig Freude an dem Anspiel haben und alles gut verstehen, sollten einige Dinge beachtet werden:
Am besten ist es, wenn die Schauspielerinnen und Schauspieler ihren Text wirklich auswendig lernen. Um ihnen beim Auftritt etwas mehr Sicherheit zu geben, kann vor der Bühne eine Souffleuse oder ein Souffleur sitzen, die/der bei Texthängern auf die Sprünge hilft.
Eine langsame und deutliche Aussprache ist unbedingt erforderlich. Gerade in großen Kirchen mit viel Hall muss sehr viel langsamer gesprochen werden als normal, damit die Worte verstanden werden.
Auf einer Theaterbühne darf gern übertrieben betont und gemimt werden, damit auch in der letzten Reihe alles gut ankommt.
Die Schauspielerinnen und Schauspieler sollten dem Publikum nie den Rücken zuwenden, sondern immer nach vorn agieren. Der Blick während eines Gesprächs auf der Bühne darf auch gern immer wieder ins Publikum gehen.
Eine aufrechte, selbstbewusste Haltung mit geradem Rücken und einem erhobenen Kopf hilft, eine „gute Figur“ zu machen. Die Schauspielerinnen und Schauspielerkönnen sich vorstellen, dass sie wie eine Marionette eine Schnur am Kopf haben,die sie nach oben gerade zieht. In dieser Position ist auch die Gefahr geringer, dass man sich etwas „in den Bart nuschelt“.
Sollten die Mitspielenden Handmikrofone erhalten, haben sie immer noch eine Hand frei, mit der sie gestikulieren können und sollten. Denn ein Bühnenstück lebt auch von passenden Bewegungen.
Das gilt auch für das Stehen. Wenn jemand mit beiden Beinen fest angewurzelt auf der Bühne steht, wirkt das Stück starr und nicht lebendig. Ein guter Rat ist hier, das Gewicht auf ein Bein zu verlagern (Standbein) und das andere Bein locker zur Verfügung zu haben (Spielbein).
Wie oben bereits gesagt, ist es gut, wenn das Stück auswendig gelernt wird. Dabei ist es aber nicht zwingend nötig, dass alles wortwörtlich wiedergegeben wird. Fehlt zwischendurch ein Wort oder wird ein Satz umgestellt, ist das überhaupt nicht schlimm. Wichtig ist nur, dass der Inhalt des Satzes gleich bleibt und die oder der Nächste nicht aus dem Konzept kommt. (Bei einem Stück wurde Heiligabend eine Akteurin krank, Ersatz musste her. Da sie keine Zeit mehr hatte, alles wortwörtlich auswendig zu lernen, haben wir versucht, ihre Vorstellungskraft zu aktivieren. Sie sollte sich intensiv in die zu spielende Person hineinversetzen und versuchen sich vorzustellen, was sie in der jeweiligen Situation geantwortet hätte. Und es hat super geklappt!)
Wenn irgend möglich, sollte für einen plötzlichen Ausfall vorgesorgt werden.Vielleicht gibt es ein bis zwei Personen, die nicht böse sind, wenn sie nichtdrankommen, aber trotzdem bereit sind einzuspringen, falls ein Notfall eintritt.
Fangen Sie frühzeitig mit der Planung an, spätestens nach den Sommerferien!So schonen Sie Ihre Nerven und ersparen sich Stress aufgrund von Zeitdruck.
Noch besser wirkt ein Anspiel natürlich, wenn die Mitwirkenden passend zu ihrenRollen verkleidet sind. Ein Hirte sollte als solcher erkannt werden, genau wie einWeiser oder ein Wirt.
Auch eine schöne Bühnengestaltung spricht die Zuschauer an. Je nach Größe und Beschaffenheit der Bühne kann der Fantasie freier Lauf gelassen werden. Musszwischen den Szenen umgebaut werden, sollte es allerdings nicht zu aufwändig sein. Schön ist ein Vorhang, der auf- und zugemacht werden kann. Sollte das nicht umsetzbar sein, kann auch mit Licht gearbeitet werden.
Vor der Hauptaufführung ist mindestens eine Generalprobe dringend erforderlich, damit alle (auch Technik und Bühnenmitarbeitende) wissen, wo sie hinmüssen, wiees läuft, welches Mikrofon wer von wem übernehmen muss und so weiter. Undwenn bei der Generalprobe nicht alles klappt, dann läuft es bei der Aufführung mit Sicherheit gut!
Besonders professionell wirkt ein Theaterstück, wenn ein richtiger Vorhang vorhanden ist. Er hat nicht nur den Vorteil, den Raum wie ein echtes Theater aussehen zu lassen, sondern schützt die Zuschauerblicke auch vor den oft hektischen Umbauarbeiten während eines Szenenwechsels. Da unsere Bühne auch nicht über einen Vorhang verfügt, haben wir kurzerhand vor der Bühne in ca. 2,50 m Höhe durch den ganzen Raum von rechts nach links ein Stahlseil gespannt. Mithilfe von Klammern und Ösen (gibt’s bei einem schwedischen Möbelhaus …) konnten wir daran lange rote Vorhänge aus Satin aufhängen. Damit es so aussah, als ob es sich um zwei große Vorhänge handeln würde, haben wir die einzelnen Bahnen hinten mit Sicherheitsnadeln zusammengehalten (wenn die Vorhänge ausschließlich für diese Zwecke gebraucht werden, können sie auch eleganter mit der Nähmaschine zusammengenäht werden). Wenn man nun jeweils ein Band an der ersten Öse befestigt, an der die Vorhänge in der Mitte aufeinandertreffen, diese Bänder jeweils zum äußeren Rand legt und dort zieht, öffnet sich der Vorhang wie von Zauberhand. Um den Vorhang auch auf diese Weise zu schließen, muss ein weiteres Band von der Mitte aus in die entgegengesetzte Richtung gelegt werden, an dem man ebenfalls ziehen kann. Aber natürlich freuen sich auch immer einige der Kinder, wenn sie die Aufgabe übertragen bekommen, den Vorhang von Hand zu öffnen oder zu schließen.
Beim Bühnenbild ist manchmal weniger mehr. Mit kleinen, einfachen Requisiten können Dinge schön angedeutet werden. Je mehr „Schnickschnack“ man auf der Bühne haben möchte, desto länger dauern die jeweiligen Szenenwechsel. Das gilt zumindest für kleinere Bühnen, auf denen nicht alle Bühnenbilder parallel aufgebaut bleiben und dann jeweils angeleuchtet werden können, wenn sie an der Reihe sind. Szenenwechsel können dann schön überbrückt werden, indem leise Musik eingespielt wird oder die Gemeinde sogar zwischendurch ein bis zwei Strophen eines passenden Weihnachtsliedes singt.
Und wo ich jetzt „kleine Bühne“ gesagt habe: Hilfreich ist es, irgendwie neben der Bühne einen Teil abzutrennen, wo die Requisiten gelagert werden und die Schauspieler sich in der Zwischenzeit aufhalten können. Dies kann z.B. durch eine Spanische Wand (Paravent) gelingen.
Manchmal erscheint es fast zu schade, dass die ganze Arbeit und das ganze Auswendiglernen nur für eine einzige Aufführung sein soll. Vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit, das Stück auch noch in größerem Rahmen, z.B. in der Stadthalle oder in einer Schulaula vor Ort, aufzuführen. Dieses besondere Event könnten Sie in der Zeitung ankündigen und Ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger aus der Stadt dazu einladen.
Vieles hört sich im Vorfeld nach viel Arbeit an, und genau das ist es auch: einstudieren, proben, Kostüme und Bühnenbild basteln, viel Aufregung und Nervosität … Aber: Es lohnt sich auf jeden Fall! Und ich möchte Sie von Herzen ermutigen, solch ein Projekt einfach einmal anzugehen. Jesus wird seinen Segen dazu geben!
Ach ja: Sollten einmal Pannen passieren, ist das kein Beinbruch! Die Mitwirkenden sind allesamt keine Profis und geben ihr Bestes! Dem Publikum fällt das oft gar nicht auf, da niemand den Text kennt, und bei offensichtlichen Dingen empfindet man Sympathie mit den Aufführenden. Es macht das Stück menschlich, und man hat etwas zum Schmunzeln. Jede und jeder sollte für Jesus das Beste geben und mit ganzem Herzen dabei sein, aber es muss keinesfalls alles perfekt funktionieren. Jesus gebraucht auch die scheinbaren Pannen, um damit bestimmte Menschen anzusprechen.
Als der Hirte Feierabend hat und einer der drei Weisen sich kurz vor seiner Heimreise noch einmal stärken möchte, treffen sie sich beim Wirt Franz in dessen Gasthaus. Sie kommen ins Gespräch und erzählen von den wundersamen Erlebnissen der vergangenen Tage. Der Wirt wird immer stiller, weil er merkt, dass er die Chance verpasst hat, dem Messias zu begegnen. Doch er wird von den Gästen ermutigt, dass es immer noch eine zweite Chance gibt, Jesus zu begegnen.
Jeder Mensch kann sich für oder gegen Jesus entscheiden. Und es gibt sogar eine zweite Chance! Aber eins ist sicher: Eine Entscheidung muss getroffen werden.
ca. 10 Minuten
der Wirt Franz, der Hirte Herbert, ein Weiser
Wirt: Schürze über einem dicken Bauch (Kissen), evtl. Tuch auf dem Kopf
Hirte: Felle, braune Kleidung, Hirtenstab
Weiser: aufwändiges Gewand in bunten Farben, Turban
Bühnenbild: Gasthaus-Raum mit Butzenscheiben
Equipment für die Bühne: Tresen oder Tisch, 2–3 Barhocker davor, einige Gläserund Flaschen, evtl. Lampe über dem Tresen
Requisiten für die Personen: Abtrockentuch, Hirtenstab, Schürze, Kissen
Dieses Anspiel erfordert nur sehr wenig Aufwand. Mit dem Tisch/Tresen wird eine Gaststube angedeutet. Dieser steht so auf der Bühne, dass weder Wirt noch Hirte oder Weiser mit dem Rücken zum Publikum stehen. Eine Lampe hängt über oder steht auf dem Tisch/Tresen. Vor dem Tresen stehen einige Stühle, auf der Theke einige Gläser oder Tonhumpen. Im Hintergrund kann eine alte Butzenscheibe angedeutet werden, die das Gasthaus symbolisiert.
Eine Besonderheit, die unser Stück sehr bereichert hat, war, dass Wirt und Hirte im örtlichen Dialekt gesprochen haben, was die Sache für die Zuschauer sehr persönlich und lebensnah gemacht hat.
Der Wirt steht hinter seinem Tresen und trocknet einige Gläser ab, als der Weise die Bühne von vorn (aus Publikumsrichtung) betritt.
Weiser
Guten Abend!
Wirt
N’abend, der Herr … Was darf’s denn sein?
Weiser
Haben Sie hier noch einen Platz für mich?
Wirt
Ist dieser Tage etwas schlecht. Viel los hier … Aber Sie haben Glück! Hier ist noch ein Plätzchen zum Sitzen.
Der Weise nimmt Platz und schaut sich befremdet in der einfachen Gaststätte um.
Wirt
Sie sind auch fremd hier, was?
Weiser
Oh, ja. Erst gestern bin ich mit meinen Freunden und unserem ganzen Gefolge aus dem Morgenland hier eingetroffen. Wir sind die Auserkorenen.
Wirt
Mmh! Aber wie ein Jude, der hier seine Wurzeln hat, sehen Sie nicht aus. Das heißt, Sie sind überhaupt nicht wegen der Volkszählung hierhergekommen. Überhaupt … So vornehm wie Sie sind … Was verschlägt Sie gerade in dieses Provinznest? Und vor allem: Warum gerade jetzt, wo sowieso so viel los ist? Hätten Sie nicht in Jerusalem eine angenehmere Unterkunft gefunden?
Weiser
Von dieser Volkszählung war uns nichts bekannt. Und nein, ein Jude bin ich auch nicht. Gestern zur Mittagszeit residierten wir noch in der Hauptstadt. Am Hofe des Königs. Doch der Stern, den unsere Augen am Firmament wahrgenommen hatten, führte uns hierher nach Bethlehem.
Wirt
Ja, am Königshof! Das passt eher zu Ihnen! Aber was war das denn für ein Stern?
Der Hirte kommt durch die Zuschauermenge auf das „Gasthaus“ zu und tritt ein.
Hirte
Tach auch! Endlich Feierabend! Was für ’ne Nacht! Ich bin immer noch voll geflashed.
Wirt
