Verlag: Zauberfeder Verlag Kategorie: Wissenschaft und neue Technologien Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2018

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Sicherung: Wasserzeichen

E-Book-Beschreibung LARP: Geschlechter(rollen) - Muriel Algayres

Fragen rund um Geschlecht, Gender und Sex stehen im Fokus des zehnten Sammelbands zur Live-Rollenspiel-Konferenz MittelPunkt. Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen europäischen Ländern stellen kritische Bestandsaufnahmen und Analysen des gegenwärtigen Status quo der Diskussion um Gender, geben Erfahrungsberichte sowie theoretische Grundlagen zu Geschlechtsdarstellung, Sexismus und Feminismus im Larp. Zusammengestellt und aufbereitet anlässlich der Live-Rollenspiel-Konferenz MittelPunkt 2018.

Meinungen über das E-Book LARP: Geschlechter(rollen) - Muriel Algayres

E-Book-Leseprobe LARP: Geschlechter(rollen) - Muriel Algayres

Rafael Bienia, Gerke Schlickmann (Hrsg.)

LARP: Geschlechter(rollen)

Aufsatzsammlung zum MittelPunkt 2018

Rafael Bienia, Gerke Schlickmann (Hrsg.)

„LARP: Geschlechter(rollen) – Aufsatzsammlung zum MittelPunkt 2018“

Erste Auflage 2018

Copyright © 2018 Zauberfeder GmbH, Braunschweig

Herausgeber: Rafael Bienia, Gerke Schlickmann

Lektorat: Rafael Bienia, Gerke Schlickmann

Autoren: Muriel Algayres, Axelle Cazeneuve, Taisia Kann, Jule Filipa Klein, Anke Kühn, Tina Leipold, Lukas Riesen, Martina Ryssel

Titelbild: Petr Luba

Satz und Layout: Heike Philipp, Christian Schmal

Herstellung: Tara Tobias Moritzen

Alle Rechte vorbehalten.

Kein Teil dieses Werkes darf ohne schriftliche Einwilligung des Verlags in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

eISBN: 978-3-938922-97-2

www.zauberfeder-verlag.de

Hinweis:

Das vorliegende Buch ist sorgfältig erarbeitet worden. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr.

Autoren und Verlag bzw. dessen Beauftragte können für eventuelle Personen-, Sach- oder Vermögensschäden keine Haftung übernehmen.

LARP:

GESCHLECHTER(ROLLEN)

AUFSATZSAMMLUNG ZUM MITTELPUNKT 2018

INHALT

Vorwort

Eltern werden – Larper bleiben. Über die vielleicht größte Herausforderung des sicherlich schönsten Hobbies der Welt (Anke Kühne)

Gender exploration, segregation and oppression in the larp “Harem Son Saat” (Muriel Algayres)

„Tea is not a drink, it’s a hug“ – to embrace a different role. Eine Reflektion (Lukas Riesen)

Crossplay im Larp: Von Männern, Frauen und anderen Orks (Martina Ryssel)

Sexism is a choice – Gleichberechtigung und Authentizität im Larp (Jule Filipa Klein)

Von feministischen Träumen und Räumen (Martina Ryssel, Taisia Kann, Tina Leipold)

How to queer up a larp: a larpwright’s guide to overthrowing gender binary (Axelle Cazeneuve)

#Feminismus und Spiele für alle – Rezension für die Spielesammlung #Feminism – A Nano-Game Anthology (Taisia Kann)

Literatur: Lesenswert

DANKSAGUNG

Ein besonderer Dank gilt, neben dem Deutschen Liverollenspiel-Verband e.V. und dem Team des MittelPunkt 2018, den Sponsoren Cast4Art, F.A.R.K., Troll Factory, Mittelalterlive und der Phönix Carta, die dieses Buch erst ermöglicht haben.

VORWORT

Dieses Jahr erscheint der zehnte Sammelband mit Aufsätzen rund um Larp im Zauberfeder Verlag – Zeit, sich einem oft sehr kontrovers diskutierten Thema zu widmen.

Vor einem Jahr wurde durch die #MeToo-Bewegung publik, wie sexistisch weite Teile der Unterhaltungsindustrie sind, und zeigte in der Folge, wie sehr der Alltag von Frauen heute immer noch von Übergriffen und Vorurteilen geprägt ist. In der Larpszene trat die Gründung von geschützten Räumen für Frauen, wie die „Larp Women Unite“-Gruppen, intern und extern Diskussionen darüber los, ob es das überhaupt (noch) braucht und wie es um Sexismus, Rollenklischees und Diskriminierung (nicht nur von Frauen) im Larp bestellt ist. Während Teile der (internationalen) Szene ganz selbstverständlich von non-binary, gender fluid, cis oder trans* sprechen, Crossdressing und Genderbending betreiben oder in Designdokumenten von vornherein auf die Festlegung von Geschlecht oder Gender verzichten, wird in anderen Teilen der Community diskutiert, welche Funktionen weibliche Charaktere übernehmen dürfen und wieviel Unterdrückung zur „authentischen Darstellung“ gehört.

Da lag es nahe, diesen Themen in der MittelPunkt Aufsatzsammlung nachzugehen und dem nicht immer einfachen Austausch eine Plattform zu bieten, um verschiedene Positionen zusammenzubringen und neue Perspektiven zu eröffnen. So fragten wir diesmal nach kritischen Bestandsaufnahmen und Analysen des gegenwärtigen Status quo rund um Fragen zu Geschlecht und Rollenbildern: positive oder negative Erfahrungsberichte von Spieler_innen und Veranstalter_innen, theoretische Grundlagen zu Gender Studies und Queer Theory, praktische Wünsche und Visionen sowie Ausblicke in andere Länder, Bereiche und Genres.

Entstanden ist dabei der bisher vielleicht persönlichste Band der ganzen Reihe, in dem eigene Erfahrungen und Projekte oft Ausgangspunkt für Reflektionen, Rants und Fallbeschreibungen bieten. Die Beiträge stellen viele Fragen und manches in Frage – bieten aber auch ganz praktische Lösungsvorschläge für Spieler_innen, Orgas und Larpwrights, wie typische Probleme umgangen und die Larp-Community vielfältiger und inklusiver werden kann. Denn das ist der Tenor aller Beiträge, ob persönlich gefärbt oder ganz sachlich: Larp ist und bleibt ein Hobby, das allen Beteiligten Spaß machen und besondere Erfahrungen ermöglichen soll.

So widmet sich Anke Kühne gleich zu Beginn der bislang nur wenig diskutierten Frage, was eigentlich passiert, wenn sich die Lebenssituation durch ein Kind grundlegend ändert. In Eltern werden – Larper bleiben. Über die vielleicht größte Herausforderung des sicherlich schönsten Hobbies der Welt beschreibt sie die einschneidenden Veränderungen, die der Nachwuchs mit sich bringt, schildert damit einhergehende Schwierigkeiten, die es zu bedenken, und zeigt Lösungen für Spieler_innen und Veranstalter_innen, damit auch Eltern weiterhin aktiv an Cons und Plots teilnehmen können.

Muriel Algayres zeigt in Gender exploration, segregation and oppression in the larp “Harem Son Saat”, wie ein historisierendes Setting mit extremer Trennung der Geschlechter dazu führen kann, die negativen Auswirkungen solcher gesellschaftlichen Konstrukte und Geschlechtszuschreibungen bewusst zu machen. Das Spiel auf Geschlechterrollen aufzubauen, gab ihr als Designerin die Möglichkeit, sonst eher selten verhandelte Themen auszuloten, und dazu neue Perspektiven zu entwickeln. Dieses Beispiel soll auch andere Larpmacher_innen dazu ermutigen, mehr solche Narrative rund um Genderfragen zu schaffen, die dabei helfen können, Stereotype und soziale Dynamiken besser zu verstehen.

Typische Zuschreibungen zu männlichen oder weiblichen Figuren beschäftigen auch Lukas Riesen. In „Tea is not a drink, it’s a hug“ – to embrace a different role schreibt er sehr persönlich über die Herausforderung, aber auch die Bereicherung, einen Charakter des anderen Geschlechts darzustellen und unbekannte Seiten oder Eigenschaften auszuprobieren.

Auch Martina Ryssel beschäftigt sich in Crossplay im Larp: Von Männern, Frauen und anderen Orks mit dem Thema Darstellung des anderen Geschlechts. Sie schildert häufige Reaktionen und reflektiert, wo Schwierigkeiten in der Akzeptanz und der Verwirklichung von Crossplay liegen könnten. Anhand der eigenen Erfahrung mit einer männlichen Rolle auf dem „Legion: Siberian Story“ schildert sie, wie Veranstalter_innen mit Kommunikation und praktischen Tipps zum Gelingen beitragen können.

Wie welches Geschlecht dargestellt werden kann oder darf, ist auch Thema in Sexism is a choice. Gleichberechtigung und Authentizität im Larp. Hier untersucht Jule Filipa Klein, mit welchen Argumenten Spielerinnen in manchen Settings von bestimmten Spielinhalten ausgeschlossen werden und wie solche Formen von Diskriminierung oft mit dem Verweis auf historische Tatsachen begründet werden. Klein stellt nicht nur in Frage, wie relevant historische Authentizität für die meisten Larps überhaupt ist, sondern schildert auch einige Beispiele, die als Referenz für vielfältigere Charakterkonzepte dienen können, um allen ein gleichberechtigtes Spiel zu ermöglichen.

Von Diskriminierungserfahrungen in und außerhalb der Larp-Szene sprechen auch die Autorinnen des nächsten Beitrags Von feministischen Träumen und Räumen. In persönlichen Statements und Kommentaren erzählen Martina Ryssel, Taisia Kann und Tina Leipold, wie und warum sie die Gruppe „Larp Women Unite – German“ gegründet haben, und veranschaulichen, warum sie sich mehr Gleichberechtigung sowohl in-time in der Spielweise und durch das Design von Larps als auch out-time in der Larp-Community wünschen.

Axelle Cazeneuve argumentiert, dass selbst das simpelste Larp die Möglichkeit bietet, Einsichten zu sozialen Normen und den eigenen Handlungsmöglichkeiten zu vermitteln. How to queer up a larp: a larpwright’s guide to overthrowing gender binary zeigt, wie Larpdesigner_ innen dazu beitragen können, überholte Konzepte wie eben das der binären Geschlechterordnung in und mit ihren Spielen zu überwinden, zum Beispiel mit den geschilderten Schreibstrategien für Charaktere.

Zum Abschluss gibt es noch eine Literatur- und Spieleempfehlung. In #Feminismus und Spiele für alle gibt Taisia Kann eine Rezension für die Spielesammlung „#Feminism – A Nano-Game Anthologie“. Der 2016 veröffentlichte Sammelband #Feminism enthält 34 kurze RollenspielSzenarien von Autor_innen aus elf verschiedenen Ländern, die sich auf ernsthafte, unterhaltsame oder gar komische Art mit feministischen Themen beschäftigen.

Die verschiedenen Beiträge dieses Bandes legen den Finger auf gesellschaftliche, aber auch larp-spezifische Probleme, weisen auf, wie beide Bereiche miteinander verwoben sind und sich wechselseitig beeinflussen, und zeigen verschiedene Ansätze, mit Geschlechterklischees und Rollenzuschreibungen umzugehen – persönlich, akademisch, kreativ. Vor allem die vielfältigen Beispiele aus dem europäischen Ausland können Inspirationen geben, wie Larp diese Probleme aufgreifen und in- wie out-time für mehr Toleranz und Vielfalt angewandt werden kann. Denn auch wenn Larp „nur ein Spiel“ ist, wissen wir doch alle, wie uns dieses Spiel zuweilen zu verändern vermag.

In diesem Sinne hoffen wir, mit diesem Band einige Veränderungen anzustoßen, und wünschen eine anregende Lektüre.

Rafael Bienia und Gerke Schlickmann

Anke Kühne

ELTERN WERDEN – LARPER BLEIBEN

ÜBER DIE VIELLEICHT GRÖSSTE HERAUSFORDERUNG DES SICHERLICH SCHÖNSTEN HOBBIES DER WELT

WAS WIR SIND UND WAS WIR WERDEN

Aktiv zu larpen bedeutet, sich in das Hobby Live-Rollenspiel einzubringen, sei es als Spielercharakter, als Nicht-Spielercharakter, als Spielleitung oder als Orga-Mitglied vor, während und nach Veranstaltungen. Die Zeit jedenfalls, die für diese einzelnen Aspekte unseres Hobbies aufgebracht wird, ist so individuell verschieden wie die genannten Themenbereiche, und reicht von wenigen Tagen im Jahr bis zu mehreren Stunden täglich. So unterschiedlich intensiv das Engagement ist, so haben wir alle schlussendlich eines gemeinsam: Wir sind Live-Rollenspieler.

Und auch wir bekommen irgendwann Kinder. Wenn sich die erste Welle der Gefühle über die Erkenntnis, dass man Eltern wird, gelegt hat, denkt man zwangsläufig über die Zukunft mit dem Nachwuchs nach und wie sich das eigene Leben verändern wird. Neben Wohnsituation, Job und finanziellen Aspekten gelangt man natürlich auch zu seinen Hobbies. Jedes Elternteil, das Live-Rollenspiel zu seinen Leidenschaften zählt, beginnt dann zu überlegen, wie dem geliebten Hobby nach der Geburt des Kindes weiter nachgegangen werden kann. Oder man kommt schnell zu der Einstellung, dass mit der neuen Rolle als Eltern auch ein neuer Lebensabschnitt eingeleitet wird, an denen das alte Hobby entweder für mehrere Jahre pausieren soll oder sogar ganz abgelegt wird. Jeder kann – und muss – selbst entscheiden, welchen Weg er einschlagen will.

Alle Live-Rollenspieler_innen, die bereits Eltern sind, werden beim Lesen dieses Beitrages wohl in ihrer elterlichen Weisheit entweder wissend nicken, mitleidig den Kopf schütteln oder überrascht die Augenbrauen heben (oder auch alles abwechselnd). Und alle anderen lesen diesen Beitrag hoffentlich ebenso interessiert, denn Ihr seid Teil einer Schlussfolgerung, die ich an dieser Stelle mit einem kleinen Hinweis vorausnehme. Ich zitiere hierfür ein afrikanisches Sprichwort: „Um ein Kind aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf.“ Aber dazu später mehr.

Im Nachfolgenden soll speziell die erste Zeit von der Schwangerschaft bis ins frühe Kleinkindalter beleuchtet werden. Diese Zeit, bis der Nachwuchs nicht mehr von der Flasche oder vom Stillen abhängig ist und buchstäblich endlich auf den eigenen Beinen stehen kann, ist wohl die größte Herausforderung für alle, die Eltern sind, aber Larper bleiben wollen.

DIE SCHWANGERSCHAFT – DIE HERAUSFORDERUNG BEGINNT

In dem Moment, wo eine Schwangerschaft festgestellt wird, ist man plötzlich nicht mehr nur für sich selbst verantwortlich. Das eigene Leben ist ab diesem Zeitpunkt gehörig auf den Kopf gestellt.

Welche Veranstaltungen als Schwangere besucht werden, obliegt zuallererst der Entscheidung der zukünftigen Mutter und hängt maßgeblich davon ab, ob sie mental den Anforderungen eines Cons gewachsen ist. Zudem können körperliche Begleiterscheinungen wie morgendliche Übelkeit (bevorzugt im ersten Schwangerschaftsdrittel) sowie häufige nächtliche Toilettengänge (bevorzugt im letzten Schwangerschaftsdrittel) ansonsten eher durchschnittliche Conbedingungen zu echten Problemen anwachsen lassen. Aus der ersten Etage eines dreistöckigen Stockbettes rutschen oder nachts über die buckelige Wiese zu den Dixies am Lagerende watscheln zu müssen, sind an dieser Stelle nur zwei Beispiele für diverse weitere große und kleine Herausforderungen, die sich mit einer Schwangerschaft ergeben. Und sie geben einem schon einen kleinen Vorgeschmack auf die kommende Zeit mit Kind (an dieser Stelle denkt man übrigens ernsthaft das erste Mal über die Anschaffung einer mobilen Campingtoilette nach). Da jede Frau auf ihrem imaginären Zettel mit der Überschrift „Schwangerschaftsprobleme“ unterschiedliche Punkte angekreuzt bekommen hat, kann hierfür auch keine weitere generelle Empfehlung gegeben werden, als die, einfach auf den eigenen Körper zu hören, auf sich aufzupassen und die Orga beziehungsweise SL sowie die Mitspieler über die eigene Schwangerschaft zu informieren.

Auch wenn diese Zeit auf den ersten Blick eher nur die schwangeren Frauen selbst direkt betrifft, so empfiehlt sich für beide zukünftigen Elternteile ein Blick auf den Kalender mit den Terminen von Cons, Organisationstreffen und Planungswochenenden. Liegen in den Wochen vor und nach dem errechneten Geburtstermin Veranstaltungen? Es ist sinnvoll sich hier frühzeitig zu überlegen, ab welcher Zeit man nicht mehr lange Autofahrten auf sich nehmen möchte beziehungsweise seine schwangere Partnerin nicht mehr längere Zeit alleine lassen will. Und ab wann man den frischgebackenen Nachwuchs und Mutter oder Vater das erste Mal dann wieder länger alleine lassen kann oder will. Hierbei ist es übrigens vollkommen belanglos, ob beide Partner Live-Rollenspieler sind oder nicht. Diese Planungen sollte man frühzeitig miteinander besprechen, damit alle Beteiligten sich darauf einstellen können. Beteiligte sind natürlich primär die Eltern, aber wenn es um organisatorische Dinge geht und man in Conplanungen, Spielergruppenbetreuung oder andere Aktivitäten rund um das Hobby eingebunden ist, natürlich auch alle anderen Mitspieler_innen und Orga-Mitglieder. Eine realistische Einschätzung der Lage und eine frühzeitige Signalisierung, dass man jetzt für eine gewisse (vielleicht auch unbestimmte) Zeit ausfällt, ist nicht nur fair allen Beteiligten gegenüber, sondern auch sehr realistisch. Denn man weiß ja noch nicht, welche Eigenschaften und Eigenheiten der Nachwuchs haben wird.

DIE GEBURT – EINMAL ALLES AUF DEN KOPF GESTELLT

Spätestens mit Beginn des Mutterschutzes beginnt die Zeit, die man als Familie für sich Hey, dafür gibt es genug schlaue Ratgeber und diese Zeit ist definitiv eine, die man wirklich mal Pause von seinem Hobby halten sollte. Man sollte es sich mit Beginn des Mutterschutzes gemütlich machen und die ersten Wochen nach der Geburt auch. Nicht umsonst heißt es Wochen-Bett und nicht Feld-Bett. Das verschwindet am Besten erstmal aus den Gedanken. Diese Zeit sollte man wirklich mit dem Neugeborenen genießen und sich über das kleine Wunder im eigenen und nun neuen Leben freuen.

DAS BABY – MIT ODER OHNE AUF CON?

Dann kommt die Zeit, in der man sich zuhause eingewöhnt hat. Man ist zu einer kleinen Familie geworden, und es hat sich sowas wie ein Alltag entwickelt. Und vielleicht hat man auch den ersten Con schon geplant, den man wieder als SC besuchen möchte. Das Con ist vielleicht nur ein Ambientecon mit festen Unterkünften und guten Sanitäranlagen. Oder es ist Sommer und das eigene Zelt ist groß genug. Man überlegt, was man dem Nachwuchs noch nähen muss, damit auch es dem Ambiente angepasst eingekleidet ist. Man sucht farblich neutrale Plastiklöffel und bastelt Filzüberzieher für das Babyfläschen. An Reisebett, batteriebetriebendes Babyphone und das Tragetuch wird gedacht. Auch der Veranstalter ist informiert, hat einem vielleicht sogar ein kleines Einzelzimmer in seiner Zimmerbelegung zugesichert oder den schattigsten Lagerplatz auf dem gesamten Gelände.

Und dann trifft das reale Leben auf die theoretische Planung: Die ersten Zähnchen kündigen sich beim Nachwuchs an und die Tage bestehen aus mehr Schreien als Schlafen. Oder das Kind verweigert plötzlich das Trinken in einer fremden Umgebung. Oder das eigene Zelt steht an einem stark frequentierten Weg und der Nachwuchs schreckt immer wieder im Schlaf auf. Oder die Doppelluftmatratze hat ein Loch. Oder der unerwartete Starkregen mit Blitz und Donner stellt die elterlichen Nerven auf die Probe.

OHNE KIND AUF CON – EINER BLEIBT DAHEIM