Lass dir helfen! - Patricia Vandenberg - E-Book

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Patricia Vandenberg

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Beschreibung

Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Die Serie von Patricia Vandenberg befindet sich inzwischen in der zweiten Autoren- und auch Arztgeneration. »Felix, machst du bitte mal auf?«, schallte Lennis Stimme durchs Haus der Familie Norden. Die Haushälterin steckte in der hintersten Ecke der Speisekammer, von wo es so schnell kein Entkommen gab. »Ich kann gerade nicht!« Verschlafen schreckte der zweitälteste Sohn der Familie Norden aus seinem Nachmittagsschlaf auf der Couch. In wenigen Tagen begann sein freiwilliges soziales Jahr, das er bei einer Ergotherapeutin in der Behnisch-Klinik absolvieren würde. Bis es so weit war, genoss er sein Leben in vollen Zügen. Dazu gehörte es auch, sich tagsüber die eine oder andere Ruhepause zu gönnen. »Felix, wo steckst du denn?«, rief Lenni noch einmal, diesmal deutlich ungeduldig, als es erneut klingelte. »Ich mach ja schon«, antwortete er und hievte sich kraftlos von der Couch hoch. Er schlurfte durch den Flur und öffnete die Haustür. »Ja bitte?«, fragte er ein bisschen mürrisch und fuhr sich durch das verstrubbelte Haar. »Bin ich hier richtig bei Norden?« Als Felix die melodische weibliche Stimme hörte, war er mit einem Schlag hellwach. »Ja, klar. Steht doch auf dem Namensschild.« Ungläubig starrte er die aparte junge Frau an, die vor ihm stand.

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Seitenzahl: 114

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Dr. Norden Bestseller – 396 –Lass dir helfen!

Patricia Vandenberg

»Felix, machst du bitte mal auf?«, schallte Lennis Stimme durchs Haus der Familie Norden. Die Haushälterin steckte in der hintersten Ecke der Speisekammer, von wo es so schnell kein Entkommen gab. »Ich kann gerade nicht!«

Verschlafen schreckte der zweitälteste Sohn der Familie Norden aus seinem Nachmittagsschlaf auf der Couch. In wenigen Tagen begann sein freiwilliges soziales Jahr, das er bei einer Ergotherapeutin in der Behnisch-Klinik absolvieren würde. Bis es so weit war, genoss er sein Leben in vollen Zügen. Dazu gehörte es auch, sich tagsüber die eine oder andere Ruhepause zu gönnen.

»Felix, wo steckst du denn?«, rief Lenni noch einmal, diesmal deutlich ungeduldig, als es erneut klingelte.

»Ich mach ja schon«, antwortete er und hievte sich kraftlos von der Couch hoch. Er schlurfte durch den Flur und öffnete die Haustür.

»Ja bitte?«, fragte er ein bisschen mürrisch und fuhr sich durch das verstrubbelte Haar.

»Bin ich hier richtig bei Norden?«

Als Felix die melodische weibliche Stimme hörte, war er mit einem Schlag hellwach.

»Ja, klar. Steht doch auf dem Namensschild.« Ungläubig starrte er die aparte junge Frau an, die vor ihm stand. Um ihre vollen Lippen zuckte ein Lächeln, und Felix konnte sich den Grund dafür lebhaft vorstellen. »Lachst du mich etwa aus?«, fragte er trotzdem.

»Hmm, der Effekt der Nähe besagt, dass man einen Menschen umso attraktiver findet, je mehr Zeit man mit ihm verbringt«, ließ eine freche Antwort nicht lange auf sich warten. »Wenn ich dich noch ein bisschen anstarre, siehst du ja vielleicht irgendwann aus wie ein Mensch«, lachte das blonde Mädchen.

»Moment mal!«, reklamierte Felix postwendend. »Normalerweise bin ich in diesem Haus für die frechen Sprüche verantwortlich.«

»Mag sein. Aber ich bin ja auch nicht im Haus.« Sie legte den Kopf schief und sah ihn an. »Ich steh davor.«

»Eins zu null für dich«, musste Felix zugeben und zupfte sich verlegen am Ohrläppchen. Je wacher er wurde, umso bewusster wurde ihm, welch atemberaubende Schönheit er da vor sich hatte. »Dich muss die gute Fee hergeschickt haben«, versuchte er, mit einem Kompliment Pluspunkte zu sammeln.

»Wenn die gute Fee männlich und Mitte 60 ist und Jakob Rieger heißt, dann hast du recht«, erwiderte die Schönheit unbeeindruckt.

Während Felix nachdachte, seufzte er abgrundtief.

»Ich seh schon, du lässt dich nicht so leicht beeindrucken. Soweit ich weiß, ist Jakob Rieger der Verehrer von Dads Assistentin Wendy.«

»Nicht nur das. Nebenbei ist er auch noch mein Großonkel. Mein Name ist Susanne Rieger«, stellte sich die junge Frau sichtlich amüsiert vor. »Und ich bin hier wegen der Skier, die ihr zu verkaufen habt. Wendy hat meinem Onkel Jakob davon erzählt, und der hat sofort an mich gedacht. Sind sie noch zu haben?«

Die Unsicherheit in Susannes Augen sorgte dafür, dass Felix wieder Boden unter den Füßen bekam.

»Du hast Glück gehabt und den langen, beschwerlichen Weg nicht umsonst gemacht«, beruhigte er sie und griff nach dem Garagenschlüssel, der am Schlüsselbrett neben der Garderobe hing. Gleichzeitig sah er auf die Uhr. »In einer halben Stunde kommt eine Interessentin. Aber wenn du sie haben willst, lasse ich dir natürlich den Vortritt.« Er ging an ihr vorbei aus dem Haus und winkte sie mit sich.

Susanne folgte ihm. Vor Argwohn waren ihre Augen schmal geworden.

»Warum bekomme ich eine Sonderbehandlung?«

»Nicht, weil du so atemberaubend schön bist«, erwiderte Felix und freute sich, seine Schlagfertigkeit wiedergefunden zu haben.

»Dein Glück. Sonst wäre ich sofort wieder gegangen. Ich kann oberflächliche Menschen nämlich nicht leiden«, stand Susa ihm jedoch in nichts nach und sah ihm dabei zu, wie er die Garage aufschloss.

»Dann hätten wir das ja geklärt«, grinste Felix und ließ Susanne den Vortritt. »Immer herein in die gute Stube. Die Ski stehen auf der rechten Seite. Du brauchst nicht zufällig auch einen tiefgründigen Lehrer?«, ließ er nicht locker. Sein wohlgefälliger Blick ruhte auf Susannes geschmeidiger Figur. Natürlich war er nicht oberflächlich und neben einem angenehmen Erscheinungsbild waren ihm bei einer Frau durchaus auch andere Qualitäten wichtig. Aber so ein erbaulicher Anblick, wie seine Besucherin bot, hatte doch durchaus etwas für sich.

Mit dieser Frage schien er Susanne erwischt zu haben. Einen Moment lang stand sie vor dem neuwertigen Paar Skier, das Anneka Norden nur eine Saison lang gefahren hatte, und dachte nach.

»Wenn du so fragst: Eigentlich schon«, gestand sie schließlich und streckte die Hand aus, um mit den Fingern über die scharf geschliffenen Kanten zu streichen.

Als er ihre Absicht erkannte, erschrak Felix.

»Vorsicht!« Er griff nach ihrer Hand und zog sie fort. »Die sind frisch geschliffen. Nicht, dass du dich schneidest.«

Einen Augenblick lang war Susa überrascht, und schnell wand sie sich aus der Umklammerung. Dabei lag ein solcher Ekel in ihrem Gesicht, dass sich Felix nur wundern konnte.

»Ich geh mal davon aus, dass das ein plumper Annäherungsversuch war«, ging sie zum Angriff über, um ihre Verwirrung zu überspielen. »So scharf werden die Dinger schon nicht sein.«

Unwillig schüttelte Felix den Kopf.

»So nötig, wie du denkst, hab ich’s nun auch wieder nicht«, gab er patzig zurück und griff nach einem alten Lumpen, der im Regal in der Ecke lag.

Er spannte ihn zwischen den Händen und fuhr damit über die scharfe Stahlkante eines Skis. Mit einem leisen Ratschen teilte sich der Stoff.

Susa hatte ihn mit großen Augen beobachtet.

»Oh, die Dinger sind ja wirklich scharf.« Fast sofort stand ihr das schlechte Gewissen ins Gesicht geschrieben.

Sie sah so zerknirscht aus, dass Felix ihr nicht böse sein konnte.

»Daraus kann ich schließen, dass du blutige Anfängerin bist, nicht wahr?«, fragte er und legte die beiden Lumpenstücke zurück ins Regal.

»Allerdings.« Susanne schenkte ihm ein reumütiges Lächeln. »Freunde haben mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, im Winter mit ihnen Skifahren zu gehen«, beantwortete sie auch sofort die Frage, die Felix als nächstes stellen würde. »Darüber habe ich mich mit Onkel Jakob unterhalten, und er hat mir eure Adresse gegeben.«

»Eine weise Entscheidung. Hier findest du alles, was du rund ums Skifahren brauchst und wissen musst.« Am liebsten hätte Felix ein »und noch viel mehr« angehängt. Da er aber nicht überheblich wirken wollte, verzichtete er darauf und beschränkte sich auf eine perfekte Kaufberatung. »Die Ski haben die ideale Größe für dich. Und passende Schuhe sollten wir auch noch haben.«

»Wirklich? Das wäre toll.« Susannes Freude war echt, und Felix sprang davon, um sich auf die Suche nach zu machen.

Als Susanne Rieger das Haus der Familie Norden eine halbe Stunde später verließ, war sie nicht nur stolze Besitzerin einer kompletten Skiausrüstung, sondern hatte auch noch eine Verabredung zu einer Theoriestunde mit Felix Norden in der Tasche. Nach der freundlichen und überaus kurzweiligen Beratung, in der Felix seinen Geist und Witz hatte sprühen lassen, war es ihr nicht schwer gefallen, ihn gleich am selben Abend in einem Café in der Innenstadt zu treffen.

*

»Nachts würde ich dieser Frau aber nicht gern begegnen«, raunte Dr. Nordens langjährige Assistentin Wendy ihrer Freundin und Kollegin Janine Merck zu, kaum dass die Tür hinter der Patientin Dorothee Miller zugefallen war. Normalerweise lästerte sie nicht über die Patienten der Praxis. Dass sie es sich diesmal nicht verkneifen konnte, hatte mehrere Gründe. »Tatjana hat recht. Ihre ehemalige Chefin hat wirklich ein Gesicht wie eine Bulldogge.«

»Dabei ist das ungerecht. Diese Hunde haben nämlich ein ausgesprochen freundliches Gemüt. Im Gegensatz zu Frau Miller«, teilte Janine die Ansicht ihrer Freundin. »Kein Wunder, dass Tatjana nicht mit ihr arbeiten kann.«

»Was höre ich da, meine Damen?« Auf dem Weg zum Tresen hatte Danny Norden den Namen seiner Freundin aufgeschnappt. Er gesellte sich zu seinen beiden Mitarbeiterinnen und sah sie fragend an. »Meine Freundin und Frau Miller haben eigentlich keine Probleme mehr miteinander.« Seine Augen blitzten übermütig, und sowohl Janine als auch Wendy kannten den Grund dafür.

»Das liegt aber nur daran, dass Tatjana inzwischen stolze Besitzerin der Bäckerei Bärwald und damit Chefin von Dorothee ist«, erinnerte Wendy ihren jungen Chef an die unabänderlichen Tatsachen.

Danny zuckte unschuldig mit den Schultern.

»Und wenn schon …?« Zufrieden lächelnd griff er nach der nächsten Patientenkarte.

»Wie sieht es denn jetzt eigentlich aus?«, nutzte Janine die Gunst der Stunde, um ein paar Neuigkeiten zu erfahren, ehe sich Danny wieder an die Arbeit machte. »Bleibt Dorothee denn jetzt in der Bäckerei? Ich dachte, Tatjana wollte sie so schnell wie möglich loswerden.«

Diese Annahme entsprach durchaus den Tatsachen, zumal Dorothee Miller die Bäckerei mit dem angeschlossenen Café um ein Haar in den Ruin getrieben hätte. Schuld daran waren ihre Pläne, das kleine Geschäft ihrer Freundin Hilde Bärwald an eine Kette zu verkaufen und selbst die Filialleitung zu übernehmen. Doch diese Suppe hatte Tatjana Bohde ihr gründlich versalzen. Mit einer beispiellosen Crowdfunding-Aktion hatten Danny und Tatjana eine ansehnliche Summe gesammelt, mit der sie Frau Bärwald ausbezahlen konnte. Bis Tatjana ihre Prüfung zur Bäckerin und Konditorin abgelegt hatte, war Hilde Bärwald noch auf dem Papier Geschäftsführerin. Danach würde Tatjana das Geschäft allein gehören. Auf diesen Tag fieberte sie bereits hin. Doch bis es so weit war, gab es noch jede Menge zu tun.

»Ehrlich gesagt bin ich froh, dass sie Dorothee im Augenblick gesundheitsbedingt nicht kündigen kann. Immerhin gibt es jetzt viel zu tun«, beantwortete Danny bereitwillig Janines Frage. »Die Renovierung und der Umbau der Bäckerei sind eine Menge Arbeit. Mal abgesehen davon, dass ich ja auch noch mitten drin stecke in meiner Doktorarbeit und meine Freundin hin und wieder als moralische Stütze brauche.«

»Was fehlt Frau Miller eigentlich?«, erkundigte sich Wendy.

»Sie hat massiven Bluthochdruck«, machte Danny kein Geheimnis aus den Tatsachen. »Sie muss ihre Ernährung komplett umstellen, Medikamente nehmen und sollte darüber hinaus jede Aufregung und jeden Stress vermeiden.« Nachdenklich wiegte er den Kopf. »Schon allein deswegen wird sie es sich in Zukunft überlegen, ob sie sich noch einmal mit Tatjana anlegt.«

»Aber wird sie denn mit dieser Erkrankung genauso belastbar sein wie bisher?«, stellte Janine eine berechtigte Frage.

Auf diesem Gebiet hatte sie Erfahrung. Die ehemalige Krankenschwester der Behnisch-Klinik verdankte ihre Stelle bei Dr. Norden ihren Rückenschmerzen, wegen denen sie die schwere Arbeit in der Klinik nicht mehr hatte verrichten können.

Daran hatte Danny noch gar nicht gedacht und er runzelte die Stirn.

»Zumindest hoffe ich es! Denn seit der Aktion im Internet läuft die Bäckerei besser als je zuvor.« Es wurde Zeit für den nächsten Patienten, und der junge Arzt griff nach der Patientenkarte, die obenauf auf seinem Stapel lag. Die Vorsorgeuntersuchung eines Kleinkindes stand auf dem Programm. »Es wird sich eine Lösung finden. Zuerst einmal treffen wir uns wegen des fälligen Umbaus heute Abend mit Jenny Behnisch und ihrem Lebensgefährten Roman Kürschner. Danach sehen wir weiter«, tat Danny seine Hoffnung kund und ging zum Wartezimmer, um seinen kleinen Patienten mitsamt dessen Vater ins Behandlungszimmer zu rufen. Auch wenn er sich die Belange seiner Freundin auf die Fahne geschrieben hatte, konzentrierte er sich tagsüber voll und ganz auf seine Patienten. Das war er ihnen schuldig.

*

Die langen Sommertage hatten ein Ende, und immer früher verschwand die Sonne hinter Baumwipfeln und Dächern, um einer empfindlich kühlen Dämmerung Platz zu machen. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass der Herbst Einzug gehalten hatte.

»Ganz schön kalt!« Bibbernd zog Jenny Behnisch die Jacke enger um sich, und ihr Freund legte den Arm schützend um ihre Schultern, als sie den Gartenweg zum Haus der Familie Norden hinauf gingen.

»Schön, dass ihr so schnell Zeit gefunden habt!« Freudig, aber ebenfalls fröstelnd stand Felicitas Norden in der Tür und begrüßte ihre Gäste, die sich an diesem Abend zu ihnen an den Esstisch gesellten.

»Ich bitte dich, Fee«, erwiderte Jenny und küsste ihre langjährige Freundin und Kollegin rechts und links auf die Wangen. »Wer eine Einladung bei euch nicht gleich annimmt, ist selbst schuld.« Schnell traten die beiden ein, und Fee schloss die Tür hinter ihnen, um die kühle Abendluft auszusperren.

Während Daniel seiner Freundin die Jacke abnahm, hob sie schnuppernd die Nase. Sie hatte sich nicht getäuscht. Ein verführerischer Duft nach Kräutern und Knoblauch zog durch den Flur.

»Hab ich es dir nicht gesagt?«, wandte sich Jenny triumphierend an ihren Lebensgefährten, den Architekten Roman Kürschner, der ihr Leben schon seit einigen Jahren bereicherte.

»Manchmal vergesse ich, dass du so eine Feinschmeckerin bist«, erwiderte er, nachdem er zuerst Fee und dann Daniel begrüßt hatte. »Wenn ich höre, was du Tag für Tag in der Klinik isst … schnell hier ein halbes Brötchen und dort eine Scheibe Käse …« Unwillig schüttelte er den Kopf. »Als Klinikchefin solltest du eigentlich wissen, wie wichtig eine gesunde Ernährung ist.«

»Aber wenn ich doch so viel Arbeit habe, dass tagsüber zum Essen keine Zeit bleibt …«, hielt Jenny trotzig dagegen.

»Gerade dann!«, mischte sich Daniel Norden schelmisch lächelnd und sehr zum Bedauern seiner Freundin in das Gespräch ein.

Sie fuhr herum und schickte ihm einen blitzenden Blick.

»Du fällst mir in den Rücken, du Pharisäer? Das hätte ich nicht von dir gedacht.«

Daniel lachte. »Ganz im Gegenteil. Wir laden dich zum Essen ein, damit du nachholen kannst, was du tagsüber verpasst. Und uns darüber hinaus noch lange erhalten bleibst«, versprach er und führte seine Gäste ins Esszimmer, wo Tatjana und Danny bereits den Tisch gedeckt hatten.

»Jenny, Roman, wie schön, dass ihr da seid«, freute sich auch das junge Paar über den Besuch, der nicht zuletzt wegen ihnen gekommen war.

Auf Tatjanas Bitte hin hatte Roman Kürschner die kleine Bäckerei schon des Öfteren besucht. Dank seiner tatkräftigen Unterstützung nahmen die Umbau-Pläne allmählich Gestalt an. An diesem Abend sollten Nägel mit Köpfen gemacht und Termine festgelegt werden. Doch zuerst drehte sich alles um das leibliche Wohl.

»Bitte setzt euch doch!«, lud Fee ihre Gäste mit einer Handbewegung an den Tisch ein. »Tatjana hat mit Lenni in der Küche gezaubert. Ich bin selbst gerade erst von der Arbeit gekommen und gespannt darauf, was dabei herausgekommen ist.«