Lassiter - Folge 2285 - Jack Slade - E-Book

Lassiter - Folge 2285 E-Book

Jack Slade

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Beschreibung

Quintus ließ die Muskeln spielen und bewunderte sein nacktes Spiegelbild im Wasser. Teufel auch, er sah schon verdammt gut aus. Kein Wunder, dass die Ladys ihm nachliefen. In den Zeitungen nannten sie ihn einen Adonis. Leider waren es immer nur Provinzblätter, die über ihn und seine Kollegen berichteten. In San Francisco, wo seine Showtruppe zuhause war, ignorierte man sie. Da waren sie keine einzige Druckzeile wert. Quintus betrachtete seine waschbrettförmige Bauchmuskulatur. Er hob den rechten Arm und spannte den Bizeps an. Im selben Augenblick bekam sein Spiegelbild Gesellschaft. Der Mann schob sich langsam genug an ihn heran, dass die Wasserfläche glatt blieb. Deshalb war auch der Revolver in seiner Rechten gut zu erkennen. Er hielt den Lauf waagerecht und drückte die Mündung seitlich in Quintus' Rippen ...

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Seitenzahl: 119

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Inhalt

Cover

Impressum

Der Fluch der goldenen Sporen

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2016 by Bastei Lübbe AG, Köln

Verlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian Marzin

Verantwortlich für den Inhalt

Titelfoto: Boada/Norma

E-Book-Produktion: César Satz & Grafik GmbH, Köln

ISBN 978-3-7325-2881-3

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

www.bastei.de

Der Fluch der goldenen Sporen

Quintus ließ die Muskeln spielen und bewunderte sein nacktes Spiegelbild im Wasser. Teufel auch, er sah schon verdammt gut aus. Kein Wunder, dass die Ladys ihm nachliefen. In den Zeitungen nannten sie ihn einen Adonis. Leider waren es immer nur Provinzblätter, die über ihn und seine Kollegen berichteten. In San Francisco, wo seine Showtruppe zuhause war, ignorierte man sie. Da waren sie keine einzige Druckzeile wert.

Quintus betrachtete seine waschbrettförmige Bauchmuskulatur. Er hob den rechten Arm und spannte den Bizeps an. Im selben Augenblick bekam sein Spiegelbild Gesellschaft. Der Mann schob sich langsam genug an ihn heran, dass die Wasserfläche glatt blieb. Deshalb war auch der Revolver in seiner Rechten gut zu erkennen. Er hielt den Lauf waagerecht und drückte die Mündung seitlich in Quintus’ Rippen …

Der sonnengebräunte Athlet mit der schwarzen, naturgelockten Haarpracht erstarrte. Eigentlich wollte er auch die linke Hand erheben, um damit zu signalisieren, dass er keinerlei Widerstand leisten würde.

Aber er wagte nicht den Hauch einer Bewegung. Deshalb stand er da, den rechten Arm angewinkelt und die Hand zur Faust geballt, den linken Arm nahe am Körper herabhängend.

Quintus fragte sich, warum er so ruhig blieb, und er gab sich die Antwort gleich selbst in Gedanken. Es musste an der Nähe des Todes liegen. Diese jähe Bedrohung, aus heiterem Himmel heraus, führte ihn schlagartig an die Grenze seiner Existenz. Und das lähmte alles, einfach alles.

Eben noch der strahlende Heldentyp, einen Lidschlag später – ausgelöscht. So konnte es kommen. Jeden Moment. In dieser Sekunde. Dann war es aus mit dem großartigen Gladiator Quintus, der in der Vaudeville-Show der »Merrymakers« aus San Francisco als Entfesselungskünstler auftrat und alle Ketten sprengte.

Er fühlte sich schon jetzt so gut wie tot. Nur die verdammten Gedanken bewegten sich, jagten sich und fuhren hinter seiner Stirn Karussell.

Auf dem spiegelblanken Wasser sah Quintus jede Einzelheit. Das Auffälligste an dem Mann hinter ihm war ein gewaltiger Schnauzbart, der den Mund komplett verdeckte und so schwarz war wie die gesamte Kleidung des Kerls.

Die breite Krempe des schwarzen Huts erzeugte einen tiefen Schatten und machte das Aussehen des Mannes noch düsterer als er sowieso schon war.

Quintus strengte sein Gedächtnis an, doch er konnte sich beim besten Willen nicht erinnern, den Mann schon mal gesehen zu haben. Dessen Gesicht verzerrte sich vor Hass, als er zu sprechen begann.

»Du findest dich schön, was?« Er zischte die Worte, und es klang, als würde er sie ausspeien. »Du bist ein Frauenheld, stimmt’s? Du legst die Ladys reihenweise flach, wie ich das sehe. Habe ich Recht?«

Quintus wollte eine ausweichende Antwort geben, doch in diesem Moment wurde ihm erst richtig mulmig zumute. Denn das Spiegelbild zeigte ihm, dass der Schnauzbärtige den Hahn des Revolvers spannte. Dabei drehte sich die Trommel mit einem ölgesättigten metallischen Gleiten und rastete klickend ein.

Quintus erschrak, doch er wagte nicht, zusammenzuzucken. Allein dadurch, so fürchtete er, konnte er den Triggerreflex des Bastards auslösen. Vielleicht erinnerte sich der Hurensohn aber schon gar nicht mehr an seine dämliche Frage.

»Was habe ich denn getan?«, wisperte Quintus daher. Dabei ahnte er längst, dass es um Frauen ging – oder um eine einzige, besondere Frau.

So war es meistens, wenn er mit der Showtruppe in eine neue Stadt kam. Die neuen Liebschaften zwangen sich ihm dann förmlich auf. Des Ansturms junger und auch älterer Ladys konnte er sich kaum erwehren.

Mittlerweile kannte er seine Wirkung auf Frauen, und er genoss es, dass er praktisch jede haben konnte, der er nur einmal tief in die Augen gesehen hatte. All die unverheirateten Girls standen bei ihm Schlange, ob sie nun einem Provinzproleten versprochen waren oder nicht.

Aber auch die verheirateten, reiferen Ladys waren oftmals nicht abgeneigt, sich auf ein Abenteuer mit ihm einzulassen. Letzten Endes hatten sie die Gewissheit, dass er die Stadt bald wieder verlassen würde.

Hier, in Lincoln, New Mexico, waren sie gerade mal eine Woche, und schon hatte sich die erste Frau unsterblich in ihn verliebt. Sie hatte es ihm gestanden. Wortwörtlich. Unsterblich.

Bildete sich dieser schnauzbärtige Hurensohn etwa ein, die älteren Rechte auf sie zu haben? Mit genau dieser Frage beschäftigte sich der Kerl offenbar. Und just in diesem Moment schien er Gedanken lesen zu können.

Denn er zischte: »Loretta gehört mir. Und dabei bleibt es. Verstanden?«

»Wer ist Loretta?«, wollte Quintus erwidern. Oder: »Kenne keine Loretta.« Etwas in der Richtung lag ihm auf der Zunge, doch er verkniff es sich. Schließlich wäre es eine glatte Lüge gewesen.

Mit einer solchen Antwort würde er das Fass wohl augenblicklich zum Überlaufen bringen. Damit würde er sich quasi selbst ins Jenseits befördern. Denn der Schnauzbärtige bebte regelrecht vor Eifersucht. Seine Unberechenbarkeit war geradezu körperlich spürbar.

»Ich – ich weiß wirklich nicht …«, stammelte Quintus ausweichend. Dabei wusste er genau, von wem der andere sprach. Loretta Donegan war die Eigentümerin des »Orchid«, eines Saloons mit Dance Hall, Restaurant und Hotel.

Himmel, ja, Loretta war eine schöne Frau. Sie hatte viele Verehrer, doch sie ließ sie alle abblitzen, denn ihre Selbstständigkeit war ihr wichtiger als ein Kerl an ihrer Seite, von dem sie nicht wusste, zu welcher Art von Tyrann er sich entwickelte. Ihre Worte.

Nur bei ihm, Quintus, war sie dahingeschmolzen. Und es hatte sie nicht gestört, dass sie ganze Horden von Eifersüchtigen damit in Rage brachte. Einer von ihnen, dieser schnauzbärtige Bastard, hielt sich anscheinend für zuständig und glaubte, dass sich das Problem nur mit dem Sechsschüsser aus der Welt schaffen ließ.

»Weißt du überhaupt, wer ich bin?«, fauchte er in Quintus’ Ohr.

»Nein«, gestand der Schwarzgelockte vorsichtig.

»Hab ich mir gedacht«, knurrte der Schnauzbärtige. »Ich bin Theo Weston.« Er wartete auf eine Reaktion, und als sie ausblieb, stieß er hervor: »Ich bin der gefürchtetste Revolvermann in ganz Lincoln. Ach was, in ganz New Mexico. Und in Arizona. Und in Texas.«

Quintus ritt der Teufel. Trotz seiner Lage konnte er es sich nicht verkneifen, zu staunen: »Dann musst du Billy the Kid sein. Du lebst also tatsächlich noch, nur unter falschem Namen. Dann stimmen die Gerüchte, dass Sheriff Garrett dich gar nicht erschossen hat.«

Das spiegelnde Wasser zeigte Westons geschmeicheltes Grinsen. Doch der Hass kehrte sofort in seine Miene zurück.

»Glaube bloß nicht, dass du deinen Kopf aus der Schlinge reden kannst«, sagte er bösartig. »Du hast mir Loretta ausgespannt. Und dafür stirbst du.«

Jähe Panik befiel den Mann aus der Showtruppe. Wie ein Stich durchfuhr ihn die Erkenntnis, dass dies das Ende war. Er konnte den Revolvermann nicht mehr von seinem tödlichen Entschluss abbringen. Jetzt nicht mehr.

Es war aus.

Westons Zeigefinger begann, sich zu krümmen.

Quintus tat das Einzige, was er noch tun konnte.

Er stieß einen markerschütternden Schrei aus.

Im selben Sekundenbruchteil warf er sich zurück.

***

Ein Schuss krachte ganz in der Nähe, hallte über den Rio Bonito, begleitet von einem gellenden Schrei.

»Eine Frau«, sagte Cassy Nichols überzeugt. »Eine Frau in höchster Not.« Augenblicklich trommelte sie ihrem Palomino die Absätze der Stiefeletten in die Flanken. Ihr langes blondes Haar hob sich im Luftzug von ihren Schultern.

»Nein, ein Mann«, widersprach Lassiter und trieb seinen Braunen ebenfalls an.

In gestrecktem Galopp jagten die Pferde der beiden Reiter den Uferweg entlang. Augenblicke später erreichten sie die verschwiegene kleine Bucht, die von doppelt mannshohem, wildwucherndem Gebüsch umgeben war.

Lassiter übernahm die Führung und trieb seinen Braunen als Erster durch eine Schneise im Gebüsch. Auf dem kleinen Sandstrand schwang er sich aus dem Sattel und erfasste die Lage, noch während er loslief und den Remington zog.

Es war ein nackter Mann, der geschrien hatte. Sein eben noch hochstimmiger Angstschrei hatte sich in wütendes Gebrüll verwandelt. Er blutete aus einer Wunde am Bauch. Sein Gegner, mit einem riesigen Schnauzbart und vollständig in Schwarz gekleidet, wankte rückwärts im seichten Wasser, offenbar von einem mörderischen Schlag des Lockenhaarigen getrieben.

Letzterer war im Begriff, sich auf seinen Gegner zu stürzen – mit Todesverachtung, als existierte die Waffe des Schwarzgekleideten nicht.

Lassiter kannte beide Männer. Er hielt sich seit einer Woche in Lincoln auf. Quintus hatte er auf der Showbühne der »Orchid« Dance Hall gesehen, Theo Weston im Publikum. Quintus trat als Gladiator und Entfesselungskünstler auf.

Das Konterfei des Revolvermanns war Lassiter von verschiedenen Steckbriefen vertraut – und aus der Kartei der Brigade Sieben.

Cassy Nichols, die blonde Frau an seiner Seite, war Leiterin der Vaudeville-Show »The Merrymakers«. Er hatte sie schon am ersten Abend seines Aufenthalts in Lincoln kennengelernt. Es war ein heiterer Abend gewesen, und mehrere lustvolle Begegnungen waren ihm gefolgt.

Was sich hier, am Rio Bonito, abspielte, war indessen blutiger Ernst. Und der Revolver, den der schnauzbärtige Weston noch in der Rechten hielt, zeigte an, dass das Geschehen beileibe nicht zu Ende war.

Weston schaffte es, sein Gleichgewicht zu halten. Er brachte den Sechsschüsser hoch und richtete ihn auf den brüllenden, blutenden Quintus. Der Gladiator breitete die Arme aus. Nur noch drei Yard von dem Revolvermann entfernt, spannte er die Muskeln, um sich mit einem gewaltigen Satz auf ihn zu werfen.

Lassiter verharrte breitbeinig, brauchte eine Zehntelsekunde zum Visieren – und zog durch. Es war der Moment, in dem auch Weston feuerbereit war. Nur um den Hauch eines Atemzugs schneller, traf Lassiters Kugel präzise auf den Punkt.

Das Krachen beider Sechsschüsser vereinte sich zu einem wahren Donnerschlag.

Der große Mann war bereit, eine zweite Kugel hinterher zu jagen. Den Zeigefinger um den Abzug gekrümmt, spähte er durch den verfliegenden Pulverrauch des Remington und sah den Colt des Revolvermanns, wie er davonflog.

Lassiters Kugel hatte den Colt getroffen und ihn Weston in dem Moment aus der Hand geschlagen, in dem sich der Schuss löste. Das Blei sirrte dem Himmel entgegen, ohne Schaden anzurichten. Währenddessen segelte der Colt in hohem Bogen torkelnd davon und landete zwanzig Yard entfernt im Wasser.

Weston schrie vor Wut und Schmerz und hielt sich das verstauchte Handgelenk. Sein flammender Blick war auf Quintus gerichtet, der außer dem blutenden Bauchstreifschuss keine weitere Wunde abbekommen hatte.

Lassiter ließ den Remington ins Holster sinken.

Im selben Augenblick bückte sich der Revolvermann ruckartig. Seine Linke zuckte zum Stiefelschaft. Keine Frage, dass er dort einen Derringer oder eine ähnlich kleine Waffe verborgen hatte.

Lassiter schaffte es nicht mehr, den Remington erneut zu ziehen. Denn Quintus war bereits in Bewegung. Trotz seiner Wunde ging er nun endgültig auf Weston los und überbrückte den letzten Yard mit einem federnden Sprung.

Und er erwischte den Revolvermann, bevor dieser auch nur die Fingerspitzen in den Stiefelschaft stecken konnte. Mit einem wilden Zornesschrei packte der Gladiator den Schnauzbärtigen und hob ihn mühelos in die Luft. Weston zappelte und wollte sich befreien, doch dazu ließ ihm Quintus keine Chance mehr.

Scheinbar ebenso ohne Anstrengung, wie er ihn von den Beinen gehoben hatte, schleuderte er ihn von sich. Strampelnd und schreiend flog Weston drei Yard weit. Dort, wo er mit lautem Klatschen landete, war das Wasser bereits einen Fuß tief.

Der Revolvermann tauchte fast vollständig unter. Er brüllte, prustete und schlug mit Händen und Füßen um sich, dass aus dem Wasser gischtende Fontänen aufstiegen.

Quintus ließ sich davon nicht beirren. Noch immer voller Wut, setzte er nach. Auch den großen Mann, der ihm das Leben gerettet hatte, beachtete er nicht – und ebenso wenig die blonde Frau, die neben dem Fremden stand, obwohl sie eine Kollegin war, ein Mitglied der »Merrymakers« wie er, Quintus, selbst.

Nackt wie er war, brachte der Entfesselungskünstler, die Beine des Revolvermanns mit zwei schnellen Fußtritten zur Ruhe. Sofort darauf beugte er sich vor und schlug die wirbelnden Arme Westons weg, als würde es sich um kraftlos schlenkernde Glieder einer Marionette handeln.

Fasziniert beobachtete Lassiter, wie Quintus den Zappelnden am Kragen packte, ihn auf die Beine stellte und ihm zwei schallende Ohrfeigen versetzte. Die Wucht der Hiebe ließ Westons Kopf hin und her pendeln, als würde er ihm von den Schultern gerissen werden.

Bevor der Schnauzbärtige sich davon erholen konnte, zog Quintus ihn ein Stück zu sich heran. Im nächsten Moment ließ er ihn los und versetzte ihm blitzschnell hintereinander zwei Fausthiebe, die ihn ein Stück aus dem Wasser hoben und gleichzeitig rückwärts katapultierten.

Schon halb bewusstlos, landete Weston erneut im Wasser. Und ehe er sich erholen konnte, war der Muskelmann bereits wieder bei ihm und zog ihn abermals hoch. Diesmal trieb er ihn mit gnadenlosen Hieben sofort wieder abwärts. Quintus’ Fäuste trafen ihn mit der Wucht einer Dampframme und schmetterten ihn ins flache Wasser, als sollte er dort in den Grund gehämmert werden.

»Ich glaube, du musst eingreifen«, sagte Cassy voller Besorgnis, an den großen Mann gewandt. »Er schlägt ihn sonst tot. Mindestens aber bricht er ihm jeden Knochen einzeln im Leib.«

Lassiter seufzte und nickte. Es sah verdammt danach aus, dass Cassy Recht hatte. Quintus konnte vor Kraft nicht geradeaus gehen, und wenn er auf der Bühne die Ketten sprengte, mit denen sie ihn umwickelten, dann war das zwar ein Trick, aber eine gehörige Portion Muskelkraft war dafür durchaus erforderlich.

Lassiter ging hinüber, ins Uferwasser, und trat auf den Gladiator zu, als dieser eben im Begriff war, seinem schon erschlafften Gegner eine neue Serie von Hieben zu verpassen.

»Das reicht jetzt«, sagte der Mann der Brigade Sieben energisch.

***

Quintus wirbelte herum, die Faust schon erhoben.

Lassiter packte reflexartig zu, erwischte sein Handgelenk und hielt es fest.

Quintus sah ihn an und staunte wie ein großer Junge über seinen schmächtigen kleinen Bruder, der ihn ernsthaft daran hindern wollte, ihm eine Ohrfeige zu verpassen. Bei der anfänglichen Überraschung blieb es indessen nicht.

Als Quintus den Klammergriff des großen Mannes abschütteln wollte wie eine lästige Fliege, geriet er abermals ins Staunen. Ungläubig blinzelnd musste er feststellen, dass er sein Handgelenk nicht mehr bewegen konnte. Es schien in einen Schraubstock geraten zu sein. So musste es ihm vorkommen.

Er schüttelte unwillig den Kopf, als wollte er nicht wahrhaben, was geschah. Und mit aller Kraft versuchte er, sich loszureißen. Doch er zerrte vergeblich. Selbst dann, als er die freie Hand zur Hilfe nahm und Lassiters Unterarm packte, um ihn wegzustemmen, blieb der Widerstand unüberwindbar wie aus Stahl.