Leben² - Christian Hesse - E-Book

Leben² E-Book

Christian Hesse

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Beschreibung

»Wie die Liebe und die Musik hat die Mathematik die Gabe, Menschen glücklich zu machen.« (Christian Hesse)

Eine glückliche Ehe? Kein Problem mit der 5:1-Formel. Länger leben? Auch kein Problem. Pfiffige Regeln ersetzen komplizierte Analysen und führen schneller zu richtigen Entscheidungen.
In 31 unterhaltsamen Kapiteln erhalten Sie hier eine lebenspraktische Gebrauchsanweisung für Ihr Leben.
Die Mathematik ist nicht nur ein grandioses Abenteuer im Kopf, sondern auch eine über Äonen gewachsene Ressource der menschlichen Kultur, die an allen Ecken und Enden hilfreich ist. Die Heizung heizt, der Flieger fliegt, die Brücke trägt nur dann, wenn fundierte Mathematik im Spiel ist. Aber wie die Mathematik auch unsere Alltagsprobleme lösen kann, zeigt Christian Hesse in seinem neuen Buch.

  • Pfiffige Formeln für gelingendes Leben
  • Ausgerechnet Mathe: Vom Frustfach zum Lebensretter
  • Das neue Buch von Erfolgsautor Christian Hesse

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Seitenzahl: 264

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Christian Hesse

Leben2

Wie Sie mit Mathematik

Ihre Ehe verbessern, länger leben

und glücklich werden

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://portal.dnb.de abrufbar.

Copyright © 2018 Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH,

Neumarkter Str. 28, 81673 München

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.

Sollte diese Publikation Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen, sondern lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung verweisen.

Umsetzung eBook: Greiner & Reichel, Köln

Umschlagmotiv: pixabay.com

ISBN 978-3-641-23203-0V002

www.gtvh.de

Für Andrea, für Hanna und für Lennard

INHALT

0 EINLEITUNG

1 DIE MATHEMATIK DES EHEGLÜCKS

Hier erfahren die Leser, dass eine Ehe überraschende Nebenwirkungen hat. Und wie Sie Ihre Partnerschaft mit der 5:1-Formel noch verbessern können

2 DIE BESTE ART, DAS BESTE ZU BEKOMMEN

Hier wendet sich der Autor an Anspruchsvolle, die bei allem immer das Beste wollen. Und zeigt auf, was der Sieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg mit dem Wichteln zu tun hat

3 BEI SEHNSUCHT NACH BESSEREM KRIEG

Hier führt der Autor eine Formel ein, die Fairness herstellt. Und zeigt, wie mit ihr auch Scheidungs-Scharmützel bei Rosenkriegen vermieden werden

4 NEIDFREIER LASTENAUSGLEICH

Hier legt der Autor dar, dass gerecht nicht immer dasselbe ist wie neidfrei. Und stellt ein Verfahren für die neidfreie Aufteilung von lästigen Pflichten vor

5 COOL BLEIBEN, FALLS KREBSTEST KREBS SAGT

Hier wird dem Leser die Angst genommen, weil die meisten Alarme bei Feuermelder, Mammografie bis Krebstest Fehlalarme sind. Und was bei positivem Test zu tun ist

6 SICH INTELLIGENTER MACHEN MIT SCHWARMINTELLIGENZ

Hier erkennt der Leser, dass eine Gruppe von Menschen manche Probleme besser löst als ihre klügsten Experten allein. Und wie Sie damit auch selbst schlauer werden können

7 CLEVER TIPPEN BEIM TIPPSPIEL

Hier erfährt der Leser viel über Lotto. Unter anderem, wie er sich mit nur 5 richtig getippten Zahlen und einem einfachen System einen Lotto-Sechser garantieren kann

8 VORSICHT VOR GEBURTSTAGEN

Hier informiert der Autor über allerlei Risiken. Und erklärt, warum das Todesfallrisiko am eigenen Geburtstag am höchsten ist

9 SCHNELLER WARTEN

Hier beschäftigt sich der Autor mit Ihrem gefühlten Wissen, dass Sie immer in der falschen Warteschlange stehen. Und gibt Tipps, wie Sie für sich die beste Schlange auswählen

10 DIE WAHRHEIT IM WIRRWARR FINDEN

Hier zeigt der Autor auf, wie Sie sich im Wirrwarr an eine unbekannte Wahrheit annähern können. Und stellt ein Mittel vor, das aus einer ungefähren Wahrheit eine bessere macht

11 IM GEGENTEIL

Hier erklärt der Autor, wann es nichts bringt, direkt aufs Ziel zu zielen. Sondern es besser ist, das genaue Gegenteil zu tut

12 GENIAL KONFLIKTE ENTSCHÄRFEN

Hier beschäftigt sich der Autor mit Streit. Und erläutert, wie Sie durch Spiegelung selbst völlig verhärtete Standpunkte aufweichen können

13 DIE ZUKUNFT VORHERSAGEN

Hier schaut der Autor in die Zukunft, für die er mit minimaler Information seriöse Vorhersagen macht. Und erklärt, warum Gott wusste, wann die Berliner Mauer fällt

14 DEN JETLAG AUSTRICKSEN

Hier fliegt der Autor mit dem Flieger, sodass seine innere Uhr verstellt wird. Und beschreibt, wie sie schnell wieder synchronisiert werden kann

15 PRAXISTIPPS FÜR STEUERERKLÄRER

Hier berichtet der Autor, wie heutzutage Steuererklärungen geprüft werden. Und welche Tricksereien Sie deshalb lassen sollten

16 ENTSPANNT BLEIBEN, WENN DIE FREUNDE BELIEBTER SIND

Hier tröstet Sie der Autor, weil Ihre Freunde wahrscheinlich mehr Freunde haben als Sie. Und zeigt Ihnen, wie Sie damit Ihr Leben cooler machen können

17 ETWAS BESSERES ALS ABWECHSELN

Hier begründet der Autor, warum Abwechseln unfair ist. Und ändert es so ab, dass es für alle gerecht wird

18 UNWISSEN GESCHICKT IN WISSEN UMWANDELN

Hier demonstriert der Autor, dass Unwissen gegenüber Mehrwissen manchmal Vorteile hat. Und wie Sie es vermeiden, die falsche Hälfte einer Halbwahrheit für wahr zu halten

19 REISEN BIRGT RISIKEN

Hier spricht der Autor die Risiken der Fortbewegung an. Und erläutert, dass Sie zwar mit der sichersten Art des Reisens nicht Ihr Urlaubsziel erreichen, aber mit der zweitsichersten

20 SCHNELLER LEBEN RETTEN

Hier zeigt der Autor auf, dass Sie und Ihr Haustier einen eingebauten Mathematik-Sinn besitzen. Und wie Sie ihn einsetzen können, um Leben zu retten

21 EXPONENTIELLE GEDULD AUFBAUEN

Hier erklärt der Autor, dass Ungeduld meist eine ungute Lösung ist. Und zeigt auf, wie durch exponentielle Geduld Radikalabbrüche vermieden werden

22 ZUM BESSEREN MACHER WERDEN

Hier erläutert der Autor, was Sie von Managern lernen können. Und wie Sie für Ihren Risikotyp die beste Entscheidung treffen

23 NICHT WUNDERN, WENN WUNDER GESCHEHEN

Hier untersucht der Autor extrem seltene Ereignisse. Und sagt Ihnen, mit wie vielen Wundern Sie rechnen können

24 REGELN FÜR DIE FAUST

Hier zeigt der Autor auf, dass viele Situationen im Leben zu kompliziert sind für schnelle und gute Urteile. Und dass Sie besser fahren, wenn Sie bewährte Faustregeln verwenden

25 DAS RICHTIGE WEGWERFEN

Hier erläutert der Autor eine Methode, wie Computer abspeichern. Und was wir daraus über das Wegwerfen lernen können

26 UNSTERBLICH GUT GEORDNET

Hier erklärt der Autor, dass Ordnung meist zu viel Energie und Gedächtnis erfordert. Und macht Sie mit einer mühelosen Ordnungsregel vertraut

27 NICHT NUR NETT SEIN

Hier untersucht der Autor Situationen, in denen wir loyal und kooperativ sein können oder auch nicht. Und zeigt auf, womit wir am besten fahren

28 WIE WELTOFFEN SOLLEN WIR SEIN?

Hier beschreibt der Autor die Grundsituation des Lebens. Und schildert eine Taktik, mit der Sie zwischen Altbewährtem und Neuem auswählen können

29 TIPPS UND TRICKS FÜR VERSTEIGERUNGEN

Hier erläutert der Autor, dass es verschiedene Arten von Auktionen gibt. Und wie Sie sich bei ebay-Versteigerungen optimal verhalten können

30 LÜGEN MIT DER WAHRHEIT

Hier informiert Sie der Autor, dass auch Zahlen manchmal lügen. Und verdeutlicht, woran man erkennt, dass sie es tun

31 EXISTENZ GOTTES ENDLICH BEWIESEN

Hier erzählt der Autor aus dem Leben eines Mathematikers. Und erläutert dessen Beweis der Existenz Gottes

ANHANG

Literaturverzeichnis

Dank

0 EINLEITUNG

Wie die Liebe und die Musik hat die Mathematik die Gabe, Menschen glücklich zu machen. Auch macht sie unser Leben müheloser und erkenntnisreicher, als es ohne die extremste aller Wissenschaften wäre. Denken Sie sich alle Mathematik weg: Unsere Zivilisation würde um Jahrtausende zurückgeworfen.

Mathematik ist nicht nur ein grandioses Abenteuer im Kopf, sondern eine äonen-alte Ressource der menschlichen Kultur, die selbst da noch hilft, wo nichts anderes mehr hilft. Die Heizung heizt, der Flieger fliegt, die Brücke trägt nur dann, wenn Mathematik im Spiel ist. Am Anfang des dritten Jahrtausends ist es unmöglich, die atemberaubenden Erfolge dieses mächtigen Werkzeugs zu leugnen.

Mathematik ist das 8. Weltwunder unter den Wissenschaften.

Zu jedem Thema unter der Sonne trägt sie etwas bei. Sie hilft auch bei unseren Alltagsproblemen. Mit ihr können wir optimale Entscheidungen treffen, in einem Morast von Möglichkeiten das Beste finden, eine erschreckende Diagnose einordnen, gute Kompromisse schließen und, ja: die Existenz Gottes beweisen. Im Ernst!

Kurzum: Die Mathematik taugt als vielseitige »große Ratschlägerin für alle Fälle der Welt«. Das lehrt dieses Buch.

Es zeigt Ihnen, wie Sie mit mathematischen Mitteln glückliche Ehen von unglücklichen unterscheiden. Damit können Sie dann Ihre eigene Beziehung noch verbessern oder gar retten.

Und wenn eine Ehe doch scheitert: Wie lassen sich unteilbare Objekte wie Haus, Zweitwohnung und Schmuck gerecht aufteilen? Mit der Fairness-Formel!

Was bedeutet clever sein beim Lotto? Sie müssen nicht nur gegen den Zufall spielen, sondern auch gegen Millionen andere Lottospieler mit statistisch bekanntem Tippverhalten.

Warum sollten Sie bei positivem Krebstest trotzdem cool bleiben, selbst wenn der Test 99 Prozent zuverlässig ist?

Warum empfiehlt es sich nicht, bei der Steuererklärung zu tricksen? Und was sollten Sie, wenn Sie es absolut nicht lassen können, auf jeden Fall beachten?

Warum müssen Sie sich nicht wundern, wenn Ihnen viele seltene Zufälle passieren? Etwa der, dass Sie gerade an Ihre Mutter denken, plötzlich das Telefon klingelt und wer am Apparat ist? Genau!

Wie können Sie durch Schwarmintelligenz klüger werden?

Wie können Sie mit Unwissen gezielt Wissen erzeugen?

Wie können Sie mit Wahrscheinlichkeiten die Zukunft berechnen?

Diese und zwei Dutzend andere Fragen werden beantwortet. In leicht fasslicher Darreichungsform. Allgemeinverständlichkeit ist garantiert. Or your money back. Die formelfreien Stücke sind Lektüren für Minuten vor dem Einschlafen. Oder nach dem Aufwachen am Wochenende. Oder einfach für zwischendurch.

Es sind 31 unabhängig lesbare Happy-Hour-Häppchen. Diese Zahl drückt meine Meinung aus, dass es im Leben nur 30 große Themen gibt, unter deren Dach sich seine Facetten zusammenfassen lassen, ich aber ein 31stes Thema für Notfälle beanspruchen wollte: Gott.

1 DIE MATHEMATIK DES EHEGLÜCKS

Hier erfahren die Leser, dass eine Ehe überraschende Nebenwirkungen hat. Und wie Sie Ihre Partnerschaft mit der 5:1-Formel noch verbessern können

Am 6. November 1919 heiraten die Stummfilmstars Rudolph Valentino und Jean Acker. Der Latin Lover ist das größte Sex-Symbol seiner Zeit. Er gilt als guter Fang für das Stummfilmsternchen.

Der Hochzeitstag: Er ist noch nicht vorbei, als der frisch vermählte Rudolph die ihm Angetraute über die Schwelle des Hotelzimmers trägt. Irgendetwas hat die Actrice dabei wohl gestört, denn sie verbannt ihren Mann sogleich aus der Honeymoon-Suite. Nach halbstündigem Poltern an der Tür trollt der sich davon. Für immer. Der Bund fürs Leben ist nach sechs Stunden schon wieder Geschichte. Und schafft es fortan auf jede Rekordliste kurzer Prominentenehen.

Ein extremes Beispiel. Typische Ehen dauern länger. In Deutschland 14 Jahre. Die beiden Schauspieler ereilte mit ihrer Scheidung dasselbe Schicksal wie 50 Prozent der Ehen der westlichen Welt. Nur eben zeitgerafft.

Warum bleibt eine Hälfte aller Ehen bestehen und die andere Hälfte wird getrennt? Welche Ehen werden glücklich, welche nicht? Und ist das vielleicht schon bei der Eheschließung absehbar? Oder besser noch: davor?

Bin ich hier richtig?

Es kann sein, dass du den richtigen Menschen geheiratet hast, ohne selbst der richtige Mensch zu sein.

Ashleigh Brilliant

Ergänzung von mir: »Oder umgekehrt.«

Schwere Fragen. James Murray und John Gottman haben Jahrzehnte nach Antworten gesucht. Ein Mathematiker und ein Psychologe, ein Dream-Team. Seit den 1970er Jahren setzen sie frisch getraute Ehepaare einem Beziehungs-Stresstest aus. Mehrere Tausend Paare baten sie, in ihrem Labor heikle Themen ihrer Partnerschaft zu besprechen: etwa Kinderwunsch, Schwiegereltern, größere Geldausgaben. Ein Sensor erfasst Herzschlag und Hauttemperatur, unterm Stuhl ein Zappelmeter die Unruhe. Jede verbale und nicht verbale Äußerung wird von den Wissenschaftlern bepunktet: Ärger, Harmonie, Blockadehaltung, Gejammer. Die Skala reicht von +5 für liebevolle Zuwendung bis -5 für offene Verachtung. Pro Gespräch kommen 2.000 Zahlenwerte zusammen, positive und negative. Die Daten werden analysiert. Muster werden aufgespürt. Auch melden sich die Forscher über die Jahre bei den Paaren, fragen, ob man noch zusammen ist.

Ihr Ziel: ein Merkmal zu finden, mit dem sich beständige Ehen von geschiedenen unterscheiden lassen.

Murray und Gottman entdecken schließlich das 5:1-Prinzip. Es besagt, dass jene Ehen glücklich sind, in denen die positiven Elemente die negativen um das Fünffache übertreffen. Dann bleiben die Partner mit hoher Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent zusammen.

Nach einer negativen Bemerkung, Geste, Körperreaktion reicht es nicht, einmal nett zu sein, einen Blumenstrauß zu bringen, einmal Zuneigung auszudrücken. Nein, ein 1:1-Ausgleich ist viel zu wenig. Fünfmal wieder lieb sein ist das magische Verhältnis.

Ist das Verhältnis geringer, scheitert die Ehe. Und zwar eine Hälfte schon bis zum siebten Ehejahr. Bei diesen früh Geschiedenen kommen weitere Beziehungskiller hinzu: häufige Kritik, emotionale Abschottung und Verachtung.

Bei einem zweiten Typ von Scheidungsehe fehlen diese Endzeit-Vorboten: Zwischen den Eheleuten gibt es zwar kaum Beziehungsstress, aber selten auch ein positives Miteinander. Sie leben sich in beiderseitigem Desinteresse auseinander. Ein langsamer Vorgang. Solche Ehen halten im Schnitt 16 Jahre, oft bis die Kinder aus dem Haus und die Partner wieder alleine sind. Sie können dann aber nichts mehr miteinander anfangen.

Partnertausch, arabisch

Im saudi-arabischen Jeddah passierte 1978 eine Hochzeitsverwechslung. Bei einer Doppelhochzeit übergab der betagte Vater seine beiden verschleierten Töchter an die falschen Ehemänner. Der von der Zeremonie erschöpfte ältere Herr verhaspelte sich und brachte die ähnlich klingenden Namen der Bräutigame durcheinander. Die Ehen waren rechtsgültig. Ein großes Problem im strengen Land. Doch einige Tage nach der Feier erklärten die vier Hauptbetroffenen, dass sie sich nicht scheiden lassen wollten, da sie alle mit ihren Ehepartnern noch zufriedener seien als mit den zuerst vorgesehenen.

Eine andere Frage: Lohnt es sich denn überhaupt, verheiratet zu sein?

Eindeutig ja. Und zwar für beide Geschlechter. Verheiratete Menschen sind tendenziell glücklicher. Und sie leben länger. Typischerweise. Eine historisch gesicherte Ausnahme ist der Hunnenkönig Attila, der schon in der Hochzeitsnacht mit der schönen Prinzessin Ildiko im Lustrausch einen Blutsturz erlitt. Er verblich an Ort und Stelle. So währte der furchteinflößende Eroberer als Ehemann kaum länger als später der Latin Lover der Stummfilmzeit.

Im Schnitt aber beschenkt die Ehe ihre Männer mit 9 zusätzlichen Jahren gegenüber männlichen Singles. Bei Frauen sind es 6 Jahre.

Kann das an einer Auswahl-Besonderheit liegen? Haben gesündere Menschen auf dem Heiratsmarkt vielleicht bessere Chancen? Anteilig würden sie dann häufiger in den Hafen der Ehe einfahren als weniger gesunde Mitbewerber. Bleiben die des Öfteren Single? Da Gesunde länger leben als weniger Gesunde, würde das den Unterschied an Lebensjahren erklären.

Zwar plausibel, aber nicht richtig! Im Gegenteil: Weniger gesunde Männer heiraten sogar früher, ihre Ehen werden seltener geschieden und sie wiederverheiraten sich nach einer Trennung häufiger als gesunde Männer.

Es ist also ein Effekt der Ehe: Ein längeres Leben als Gratis-Nebenwirkung liefert die Ehe sogar dann, wenn sie nicht glücklich ist, sagen die Statistiken. Ist sie es aber doch, dann ist der Longer-Life-Effekt besonders stark.

Ehen sind gesund. Verheiratete Männer trinken weniger Alkohol, rauchen maßvoller, arbeiten etwas mehr und wechseln seltener den Job. Auch auf das Körpergewicht wirkt sich die Ehe aus. Es nimmt zu. Bei Frauen stärker nach der Eheschließung, bei Männern stärker nach der Scheidung.

Der Leitsatz zum Eheglück lautet: Die Frau entscheidet darüber. Achtung, Ehemänner: Die Länge eurer Ehe hängt davon ab, wie beglückt eure Ehefrau ist. Eine glückliche Partnerin macht auch ihren Partner glücklicher. So hat die Spruchweisheit »Happy wife, happy life« (deutsch: Glückliche Ehefrau, glückliches Leben) eine statistische Basis. Dazu passt, dass die meisten Scheidungsanträge von Frauen eingereicht werden, nicht von ihren Ehemännern.

Trotz ihrer positiven Wirkungen geht die Ehe bei uns den Bach runter. In 2015 gab es nur 400.000 Trauungen in Ost und West. Kein Vergleich mit den 750.000 fünf Jahre nach Kriegsende allein im damaligen Deutschland. Je tausend Einwohner waren das doppelt so viele.

Auch werden die Getrauten schleichend älter. Derzeit liegt das Ehe-Einstiegsalter für Männer bei 36,5 und für Frauen bei 33,3 Jahren. Dieser Altersunterschied ist übrigens nicht schlecht. Noch besser: Ist der Mann fünf Jahre älter und seine Frau intelligenter als er, besteht bei diesem Zusammenspiel aus Altersdifferenz und Intelligenz statistisch die beste Chance für eine lange Ehe.

Wollen Sie es bei der Hochzeitsfeier richtig krachen lassen? Bedenken Sie: Die Kosten der Feier wirken sich auf den Bestand Ihrer Ehe aus. Sind es mehr als 20.000 Euro, erhöht sich die Scheidungsrate deutlich. Je billiger das Fest, desto länger die Ehe. Der Ehering selbst sollte aber nicht kümmerlich sein. Ist es ein Schnäppchen von weniger als 500 Euro, steigt das Scheidungsrisiko wieder an.

Trauen Sie sich vor einer großen Gästeschar, vergrößert das die Peinlichkeit einer späteren Scheidung. So senken Sie das Risiko, dass es überhaupt dazu kommt. Auf die Kosten des Hochzeitskleids kommt es dagegen nicht an. Ob teuer oder nicht: Es ist ein Einweg-Utensil. Kaum überraschend somit der neueste Trend des »Trash Your Dress« (Mach Dein Kleid zu Müll). Am Ende der Festivität wird die Braut mit Eimern bunter Farbe übergossen oder sie suhlt sich im Matsch und bereichert das Event um eine unvergessliche Fotostrecke.

Obwohl sich immer weniger Paare trauen, ist die Ehe noch ein Massen-Projekt. Bei einer Bevölkerung von 80 Millionen Bundesbürgern gibt es 18 Millionen bestehende Ehen. Etwas mehr als die Hälfte ist kinderlos. Wenngleich Kinder der beste Schutz gegen Scheidung sind. Je mehr, desto besser. Zwar ist der Nachwuchs auch ein Zweisamkeitskiller, doch schon nach dem ersten Kind sinkt die Scheidungsrate der Eltern von 50 Prozent auf 30 Prozent. Hat das Paar sogar drei eigene Kinder, sind es nur noch 10 Prozent. Und Kinder sind Leben. So lebe die Liebe zum Leben.

3 BEI SEHNSUCHT NACH BESSEREM KRIEG

Hier führt der Autor eine Formel ein, die Fairness herstellt. Und zeigt, wie mit ihr auch Scheidungs-Scharmützel bei Rosenkriegen vermieden werden

In der westlichen Welt wird jede zweite Ehe geschieden. In Deutschland sind das mehr als eine Viertelmillion Scheidungen jedes Jahr. Bei jeder Scheidung muss geteilt werden. Das geht nicht immer einträchtig. Im Gegenteil. Manchmal münden die Scheidungs-Scharmützel in einen dornigen Rosenkrieg. Der vergrößert den emotionalen Scherbenhaufen noch.

Scheidungs-Vermeidungs-Vermerk

Die Statistik belegt: Beginnen die Vornamen beider Partner mit demselben Buchstaben, wird ihre Ehe seltener geschieden.

Teilungsstreit. Schon die Bibel enthält ein berühmtes Beispiel. König Salomon muss eine Fehde zwischen zwei Frauen schlichten. Beide behaupten, die Mutter eines Babys zu sein. Sein Urteil ist, nun ja: salomonisch. Er nimmt ein Schwert, um das Kind in der Mitte zu teilen und jeder Frau eine Hälfte zu übergeben. Eine Frau fleht ihn an, das nicht zu tun. Dieser gibt er das Kind, denn offensichtlich ist sie die Mutter. Eine lebenskluge und richtige Entscheidung. Nicht immer findet sich ein solch weiser Entscheider.

Das Baby unter zwei Frauen aufzuteilen war vergleichsweise leicht. Wie aber soll bei einer Scheidung der gesamte Besitz eines verfeindeten Paares auseinanderdividiert werden?

Nehmen wir Donald Trump. Im Jahr 1991 war er noch lange nicht Präsident, sondern nur die eine Hälfte einer Schlammschlacht im Scheidungskrieg. Die andere Hälfte war seine damalige Ehefrau Ivana. Die Streitmasse umfasste das Familienanwesen in Connecticut, das Resort Mar-a-Lago in Florida, ein Apartment in New York, ein Etagen-Komplex im TrumpTower plus 60 Millionen Dollar in Cash.

Mit Pi mal Daumen kommt man da nicht weiter. Ein faires Verfahren muss her. Vielleicht die älteste Teilungsstrategie der Welt? Sie ist so simpel, dass kaum von Strategie gesprochen werden kann: »Ich teile, du wählst.«

Teilen & Wählen ist zwar einfach und sieht gerecht aus. Es ist aber leicht für den Teiler zu manipulieren. Der Wähler guckt dann dumm aus der Wäsche, weil er vor zwei Teilen steht, die beide nicht nach seinem Geschmack sind.

Teilen muss gelernt werden

Bei einem Experiment sollten Kleinkinder jeweils ein Kuchenstück mit einem anderen teilen. Ihnen wurde gesagt, sie dürften nach der Teilung als Erste ein Stück auswählen. Außerdem wurde ihnen gesagt, das gewählte Stück würde ihnen wieder weggenommen, wenn das andere Kind mit seinem Stück unzufrieden wäre. Nur wenige 5-Jährige schafften es, gerecht zu teilen. Die meisten schnitten sich absichtlich ein sehr viel größeres Stück ab.

Viel besser ist ein Verfahren, das vor 20 Jahren von Steven Brams und Alan Taylor entwickelt wurde. Einem Politikforscher und einem Mathematiker. Nur ein bisschen Kopfrechnen wird benötigt. Brams und Taylor verwenden ein Punktsystem. Eine Liste wird erstellt, Punkte werden vergeben, zwei Summen werden gebildet, eine kleine Gleichung wird gelöst. Fertig! Schneller als die 5-Minuten-Terrine.

Konkret: Die beiden Kontrahenten haben je 100 Punkte. Die können sie ganz beliebig an die Güter im Streitwert vergeben, je nach eigenen Vorlieben. Ist ihnen eine Sache wichtig, dann werden sie ihr viele Punkte geben, um sie unbedingt zu bekommen. Unwichtigem nur wenig Punkte. Sind die Punkte vergeben, gibt es eine erste Zuteilung: Jeder bekommt die Dinge, die er im Vergleich höher bepunktet hat als der andere.

Jeder Streiter hat dann eine gewisse Punktsumme von Dingen erhalten. Im nächsten Schritt bekommt der mit der kleineren Summe noch alle identisch bewerteten Objekte. Haben beide jetzt gleich viele Punkte: dann fertig. Wenn nicht, wird nachgebessert.

Der momentan Punktbeste muss etwas abtreten. Einen gewissen Anteil von dem Objekt, das von beiden am ähnlichsten oder sogar gleich bepunktet wurde. Für das also der Quotient beider Punktzahlen entweder 1 ist oder am nächsten bei 1 liegt. Von diesem Objekt wird nun genau der Bruchteil übergeben, der das Punktekonto beider Seiten ausgleicht.

In unserem Beispiel mit Donald und Ivana: Nehmen wir an, dass Donalds Punktvergabe für die fünf Güter Familienanwesen, Resort, Apartment, TrumpTower-Etage und Cash gleich 10, 35, 20, 15 und 20 ist. Bei Ivana sind es in derselben Reihenfolge die Punktwerte 35, 10, 25, 10 und 20.

Das Resort bedeutet Donald am meisten. Für Ivana ist das Familienanwesen am wichtigsten, was umgekehrt für Donald den geringsten Wert hat. Beim Cash stimmen die Bewertungen beider überein und liegen etwa in der Mitte.

Jetzt kommt die erste Zuteilung: Ivana wird Familienanwesen und Apartment zugesprochen, weil sie dafür mehr Punkte vergeben hat als Donald. Der erhält das Resort und den TrumpTurm-Komplex. Ivana hat 35+25=60 Punkte eingeheimst. Donalds Ausbeute: 35+15=50 Punkte.

Donald liegt 10 Punkte zurück. Vorübergehend wird ihm deshalb noch das letzte Gut zugesprochen: das gesamte Bargeld. Mit den zusätzlichen 20 Punkten kommt er auf 70 Punkte und hat Ivana mit ihren 60 Punkten überflügelt. Jetzt sind alle Güter vorläufig zugeteilt. Vorläufig deshalb, weil der Punktestand nur ungefähr ausgeglichen ist.

Um völligen Ausgleich zu erreichen, wird feinjustiert. Donalds Gut mit der ähnlichsten, hier sogar gleichen, Bewertung wie bei Ivana ist das Bargeld. Wird vom ganzen Cash ein gewisser Bruchteil x an Ivana übertragen, bleibt Donald noch die Punktsumme 70-20x. Ivana kommt mit dem dazugewonnenen Cash-Anteil x auf 60+20x. Sofort wird deutlich, dass x=1/4 der richtige Anteil ist, um Punktgleichheit bei 65 Punkten herzustellen. Donald muss demnach ein Viertel vom Bargeld von 60 Millionen Dollar an Ivana abtreten. Sie bekommt 15 Millionen Dollar zusätzlich zum Familienanwesen und dem Apartment. Den Rest erhält Donald.

Faszinierend, diese errechnete Aufteilung: Denn sie entspricht fast genau der Scheidungsvereinbarung. Übrigens ohne dass obige Methode angewendet wurde, denn sie war damals noch gar nicht erfunden. Unsere fiktive, aber plausibel aussehende Punktvergabe führt zu der Aufteilung, die Donald und Ivana wirklich vorgenommen haben.

Die Methode hat viele positive Eigenschaften. Sie sorgt für Gerechtigkeit: Jeder glaubt, auf seiner persönlichen Punktskala mehr als die Hälfte erhalten zu haben, oben sind es sogar 65 Prozent. Für beide! Es ist übrigens typisch, dass jeder nach seinem eigenen Empfinden etwa zwei Drittel des Streitwerts erhält. Somit gibt es keinen Verlierer: Die Methode produziert einen »Zwei-Sieger«-Split der Streitmasse.

Zweitens ist die Aufteilung neidfrei: Keiner beneidet den anderen um dessen Zuteilung. Denn keiner würde sich nach einem Tausch der beiden Güterbündel auf seiner eigenen Punkt-Skala besserstehen.

Drittens ist die Prozedur unüberbietbar: Es gibt keine Zuteilung, die Donald mehr zuteilt und gleichzeitig nicht schlechter für Ivana ist. Und umgekehrt auch nicht.

Viertens ist die Prozedur das, was Wissenschaftler minimal-fraktional nennen: Nie muss mehr als ein Objekt geteilt werden.

Wenn dieses letzte Objekt unteilbar sein sollte, dann müssen es sich die Streiter letztlich teilen. Etwa so, dass einer einen Monat die Nutzung zugesprochen bekommt und der andere die anderen elf Monate im Jahr. Oder das Objekt wird verkauft und der Erlös wie berechnet gesplittet.

Mit diesen Eigenschaften steht die Zwei-Sieger-Methode allein auf weiter Flur. Mathematisch beweisbar ist sie die einzig gerechte, neidfreie, unüberbietbare und minimal-fraktionale Lösung bei Teilungsproblemen. Hut ab!

Auch muss unbedingt noch gesagt werden, dass alles immer aus dem persönlichen Blickwinkel jedes Einzelnen gesehen wird. Es geht also nicht um absolute, objektive Gerechtigkeit, sondern um das viel wertvollere Konzept der beidseitigen, subjektiven Gerechtigkeit. Die Zwei-Sieger-Methode erzeugt eine Win-Win-Situation von Gerechtigkeit für beide Seiten

Kurzum: Die Zwei-Sieger-Methode ist ein wahrer Tausendsassa. Mit ihr wurden in der Vergangenheit schon internationale Verhandlungen begleitet, Gebiete aufgeteilt und Debattierformate festgelegt. Auch für Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist sie bestens geeignet. Ihre möglichen Anwendungen sind Legion. Und überall führt sie von ihrer Anlage her zu beidseitiger Zufriedenheit. Sie wurde inzwischen sogar patentiert.

Wenn Sie mich fragen, sollten auch Israelis und Palästinenser mal die Zwei-Sieger-Methode versuchen, um zu einem dauerhaften Frieden in ihrer Region zu kommen.

Generell ist sie die mathematische Antwort auf den ganzen Streit in der Welt. Ein mathematischer Beitrag zum Weltfrieden.

4 NEIDFREIER LASTENAUSGLEICH

Hier legt der Autor dar, dass gerecht nicht immer dasselbe ist wie neidfrei. Und stellt ein Verfahren für die neidfreie Aufteilung von lästigen Pflichten vor