Lebensplanung für Fortgeschrittene - Markus Müller - E-Book

Lebensplanung für Fortgeschrittene E-Book

Markus Müller

4,8

Beschreibung

Die große Generation der "Babyboomer" geht in Rente! Wer zwischen 1950 und 1968 geboren wurde, gehört zu den sogenannten Babyboomern - einer Generation, die im deutschsprachigen Raum rund ein Viertel der Bevölkerung ausmacht. Geprägt von einer Zeit des Aufschwungs und der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten. Alles war möglich! Doch wie steht es mit dem Älterwerden? Während manche das Alter als ungebetenen Gast sehen, gilt es für andere, sich neu zu erfinden. M. Müller liefert Denkhilfen und praktische Tipps, wie die zweite Lebenshälfte gestaltet werden kann, und macht Mut das unbekannte Land Alter zu erkunden. Eine einzigartige, manchmal bedrohliche und mitreißende Abenteuerreise. Willkommen zum Aufbruch!

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Der SCM Verlag ist eine Gesellschaft der Stiftung Christliche Medien, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich für die Förderung und Verbreitung christlicher Bücher, Zeitschriften, Filme und Musik einsetzt.

ISBN 978-3-7751-7328-5 (E-Book)

ISBN 978-3-7751-5702-5 (lieferbare Buchausgabe)

Datenkonvertierung E-Book:

CPI books, Leck

© der deutschen Ausgabe 2016

SCM-Verlag GmbH & Co. KG · Max-Eyth-Straße 41 · 71088 Holzgerlingen

Internet: www.scmedien.de · E-Mail: [email protected]

Umschlaggestaltung: Kathrin Spiegelberg, Weil im Schönbuch

Titelbild: shutterstock.com

Satz: typoscript GmbH, Walddorfhäslach

»Die Türen sind offen, um aufregende, befreiende Räume des Alters zu betreten. Man muss es nur wagen.«

Reimer Gronemeyer1

INHALT

Über den Autor

Anstelle eines Vorwortes: Ein herzliches Danke

Vom ungebetenen Gast A wie Alter

Kapitel 1  Zwischen 40 und 70 – so ticken wir

Ein offener Brief an die 68er-Generation – so kennen wir euch

Wir Babyboomer – so umschreibt man uns

Wir Babyboomer: Zwölf Besonderheiten und Merkmale

Nach uns: Die Generation Golf

Von den Großeltern zur Generation Y

Kapitel 2  Irritierendes auf dem Weg in unsere Zukunft

Die kommenden Jahre – womit wir gesellschaftlich zu rechnen haben

Und dann: Unsere Eltern – mehr Fragen als Antworten

Älterwerden: Lebensplanung erschwert

Die gute Nachricht: Wir Babyboomer lassen uns gerne einspannen

Kapitel 3  Vom ungebetenen Gast A wie Alter – ganz anders als gedacht

Ein Blick in die Geschichte des Alters – eine Zuversichtsquelle

Von einigen Missverständnissen im Zusammenhang mit dem Alter

Der Mensch – was ist er eigentlich? Vier Kennzeichen

Das Alter: Ohne Skript und Regisseur – das darf unmöglich so bleiben

Kapitel 4  »Schönes Alter« – Eine zaghafte Spurensuche

Midlife-Booming – das finden wir gut

Höhepunkte am Ende des Lebens – Beispiel Johann Sebastian Bach

Palliative Care – eine altbewährte Sache

Was Alte zu sagen haben, wenn wir sie fragen

Jede Phase des Lebens hat ihre Bestimmung – bis zum Ende des Lebens

Alter und Giftbecher – von der gebrochenen Liebe zum Alter

Kapitel 5  Vergangenheit und Zukunft: Die großen Ressourcen für meine Gegenwart

Meine Vergangenheit – vom unerschöpflichen Potenzial meiner bisherigen Geschichte

Zukunft – was ich sehen darf

Beflügelte Gegenwart: Ergebnis mündigen Umgangs mit Vergangenheit und Zukunft

Kapitel 6  Das Land entdecken – Eckpfeiler eines erfolgreichen Abenteuers

Die Innen- und Außenseite des Lebens – von ablaufender und anlaufender Geschichte

Das Leben in gesunder Identität

Den Urfeinden des Älterwerdens widerstehen: Gegenwartsoptimierungswahn – Jugendwahn – Selbstbestimmungswahn

Schreckgespenster Demenz – Pflegeheim – Abhängigkeit: Ein neues Verständnis gewinnen

Das Alter ergibt Sinn – die Sinnfinsternis überwinden

Milieu der Hoffnung – zu Hause, in Schule, Gemeinde, Kaufhaus, Rathaus und …

Kapitel 7  Als Babyboomer in Schlüsselposition – Darum wird es gehen

Das Alter neu erfinden: Die Landkarte zeichnen – Wegweiser im Land benennen

Wir Babyboomer: Das können wir – von den Stärken, die wir einsetzen sollten

Wir Babyboomer und die Herausforderungen – hier haben wir zu lernen

Vom guten Vermächtnis, über das kommende Generationen reden werden

Das Bewegende – von der Melodie des Älterwerdens in unserer Stadt und auf unserem Dorf

Die Hohe Schule des Älterwerdens – jetzt wird es gut mit uns

Alte werden mit Jungen, Junge mit Alten lachen

Kapitel 8  Als Babyboomer glücklich sterben

Sterben – ein Teil des Lebens

Der Tod – nur der Erzfeind?

Das Schönste kommt noch – vom Finale

Zum Schluss: Ein Plädoyer

Literaturverzeichnis

Abbildungen

Anmerkungen

Über den Autor

Dr. Markus Müller, Jahrgang 1955, studierte Behindertenpädagogik mit den Nebenfächern Erziehungswissenschaft und Philosophie. Zehn Jahre lang war er Direktor der Pilgermission St. Chrischona und arbeitet heute als Heimpfarrer mit alten, sehr alten und sterbenden Menschen. Er ist Autor mehrerer Bücher, unter anderem über gesellschaftliche Trends, schreibt für verschiedene Zeitschriften und hält Referate über den Themenbereich »Älterwerden«.

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Anstelle eines Vorwortes: Ein herzliches Danke

»Die größte Kraft des Lebens ist der Dank.«

Hermann von Bezzel (1861–1917), Theologe und Schulrektor

Lebensplanung für Fortgeschrittene. Das wird eine Abenteuerreise sein. Das wusste ich immer. Was ich auch weiß: In meiner eigenen Lebensplanung und -gestaltung habe ich von zahllosen Menschen unendlich viel empfangen und profitieren dürfen. Zu diesen Menschen gehörten eine Reihe von Verantwortungsträgern in unserer Gesellschaft und Leitern in christlichen Gemeinden, dazu gehört ebenso eine stattliche Anzahl Freunde in meinem Alter, dazu gehören meine Frau und meine vier Kinder, dazu gehören meine eigenen Eltern und Geschwister, dazu gehören junge Studierende auf der Suche nach den Geheimnissen und Rätseln des Lebens, und dazu gehören viele ältere, alte und sterbende Menschen, die mir während der vergangenen Jahre in den wirklichen Fragen des Lebens wesentlich weitergeholfen haben.

Ihnen allen gilt mein Dank. Meistens sahen sie mehr als ich selbst. Was verantwortliche Leiter mit mir, in mir und für mich gesehen haben, hat wesentlich zu meiner Reifung beigesteuert. Meine Eltern sorgten für tragfähige Fundamente im Leben. Sich untereinander auf eine gute Art zu messen, lernte ich unter anderem zusammen mit meinen leiblichen Geschwistern. Zur Verankerung im ganz realen Leben haben meine Frau und meine Kindern Entscheidendes beigetragen. Was wäre ich ohne Freunde, die auch mal ein kritisches Wort wagten, die mich unentwegt inspirierten und Eigenartiges einzuordnen vermochten? Und ohne die besondere Gabe unterschiedlichster Studierender, die nie müde wurden und werden, mit ihren Fragen zu neuen Gedanken zu reizen? Danke! Schließlich die Dimension der Weisheit, die ich bei älteren, alten und sterbenden Menschen lernen konnte. Es ist weise, sorgsam auf sie achtzuhaben. Eines Tages werden auch wir zu ihnen gehören. Gut, wenn wir mündig auf unsere nächste Lebensphase zugehen und heute lernen, was wir morgen brauchen – als einzelne Personen wie auch als Gesellschaft in all ihren vielseitigen, aktuellen und kommenden Herausforderungen.

Dr. Markus Müller

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Vom ungebetenen Gast A wie Alter

»Hallo, du altes Haus, wie geht’s denn?« Auf einmal wurde ich auf dem linken Fuß erwischt. War diese Anrede nur ein kleiner Spaß, vielleicht im Sinne eines gut gemeinten Stimmungsaufheiterers? Oder hat mein Gegenüber tatsächlich etwas von dem wahrgenommen, was ich weder für möglich hielt, geschweige denn für möglich halten möchte? Könnte es wahr sein, dass der Gast A wie Alter, ohne zu fragen und ohne anzuklopfen, in mein Leben eingetreten ist, ja, sesshaft wurde und keine Anstalten macht, sich wegschicken zu lassen? Eigentlich will ich es nicht hoffen.

Szenenwechsel: Gebe ich auf Google »Babyboomer« ein, lese ich heute, am 31. Dezember 2015, oben links: »Ungefähr 1370000 Ergebnisse (0,31 Sekunden)«. Ganz dumpf erinnere ich mich: So einer bin ich auch, wenngleich ich den Ausdruck nie geliebt habe. Aber ich stelle fest: Das ist die Generation, von der es zurzeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz am meisten Menschen gibt – rund ein Viertel bis ein Drittel, je nach Rechnungsart. Es ist zudem die Generation, die drauf und dran ist, mehr Leben hinter als vor sich zu haben. Und es ist die Generation, die unseren Sozialstaat mit seinen Renten- und Pflegeversicherungen ab 2025 aufs Äußerste strapazieren wird beziehungsweise, wie es die Schwarzmaler ausdrücken, ihn kollabieren lässt.

Szenenwechsel: Im Regal einer Bahnhofsbuchhandlung entdecke ich ein Buch mit dem Titel: »Wir werden älter. Vielen Dank. Aber wozu?«. Geschrieben von Peter Gross, dem Autor des 1994 erstmals erschienenen Bestsellers »Die Multioptionsgesellschaft«. Der Schock lässt nicht lange auf sich warten: Peter Gross schreibt von einer »Sinnfinsternis«, die sich über das Alter spannt. Was, so der Autor, machen wir eigentlich mit den rund 30 Jahren nach dem Austritt aus dem offiziellen Erwerbsleben? Was wird aus uns, wenn wir die Lebensmitte überschritten haben und sich die ersten Gedanken an das Älterwerden in unser Bewusstsein schieben? Uns, sagt Gross, fehle ein Muster, uns fehle das Vorbild, uns fehle Skript und Regisseur.

Szenenwechsel: Wieder einmal feiern wir einen sechzigsten Geburtstag. Eigentlich widersteht mir dieses Feiern, bei dem es – ehrlich gesagt – niemandem ums Feiern ist. Und doch. Manchmal kommen Fragen auf wie: Ist es nicht doch gut, dass wir älter werden dürfen? Oder: Könnte das Alter nicht trotz einiger Unannehmlichkeiten etwas Schönes und Zufriedenstellendes werden, falls wir es richtig angehen? Oder: Haben wir uns nicht ein ziemlich falsches Selbstverständnis angeeignet, wenn wir dachten, es käme im Leben nur auf Leistung, Aussehen, Besitz, Status, Genuss und ein »immer mehr« an?

Letzter Szenenwechsel: Ich kann es kaum fassen, wie viele Gleichaltrige und Ältere mir ermutigende und gute Geschichten und Erfahrungen erzählen. Ich habe – gerade auch dann, wenn mir viel Übles über das Alter und Älterwerden zu Ohren kommt – gelernt, genau hinzuhören. Könnte es nicht sein, so muss ich dann unweigerlich fragen, dass uns mit dem Alter etwas Einzigartiges, jetzt noch Unentdecktes, aber Abenteuerlich-Spannendes bevorsteht? Könnte es sein, dass wir das Alter nochmals ganz neu erfinden und mit großer Überzeugung leben werden? Ich glaube es. Ich glaube, dass das Alter eine genauso erstrebens- und liebenswerte Lebensphase ist wie die Kindheit, die Jugend und das sogenannte Erwachsenenalter. Ich glaube, dass wir, die wir auf das Rentenalter beziehungsweise die Pensionierung zugehen, als letzte wirklich große Herausforderung in unserem Leben das Meisterstück abzuliefern haben, wie es sich sinnvoll und sinnstiftend, mündig und froh, zufrieden und als freie Menschen alt werden lässt. Darüber haben sich die uns vorangehenden Generationen nur wenig Gedanken gemacht, und darauf werden die nach uns kommenden Generationen angewiesen sein.

Dazu will dieses Buch Mut machen: dass Sie sich als Leser trotz unzähliger Widerstände aufmachen, das bisher nur wenig oder allzu einseitig entdeckte Land Alter zu erkunden, zu entdecken und für sich zu erfinden.

Eines ist klar: Der Gast A wie Alter kommt und bleibt. Das Beste: Sie schließen Freundschaft mit ihm. Wer weiß, ob er sich nicht eines Tages als sinnvoller Gast erweist, für den Sie dankbar sind und mit dem Sie richtig entspannt und hoffnungsfroh umzugehen wissen?

Ich möchte Sie dazu ermutigen, dass Sie ein Beispiel und Muster für Ihre Kinder, Neffen und Nichten, Enkel und vielleicht noch kommenden Urenkel geben, von dem diese sagen: Wenn das mit dem Alter so ist, dann ist alle Ängstlichkeit und Abwehr fehl am Platz. Ob wir, die wir den fünfzigsten, teilweise den sechzigsten Geburtstag hinter uns haben, wollen oder nicht: Wir werden im Zusammenhang mit dem Älterwerden ein Vermächtnis an die kommenden Generationen hinterlassen. Die Frage ist nur, welches. Mut also, das uns zunächst fremd und eher abweisend erscheinende Land »Alter« zu erobern und zu gestalten, in besonderer Weise auch um der kommenden Generationen willen!

Und nicht zuletzt geht es darum, dass wir, die wir mitten im Leben stehen, nie vergessen: Wir haben viel und wirkungsvoll dazu beigetragen, dass die vergangenen 40 Jahre in der westlichen Welt unübertrefflich gute Jahre waren. Wenn Sie dieses Buch in den Händen halten, dann in der unbändigen Hoffnung des Autors, dass Sie mithelfen, dass auch die kommenden 40 (und mehr) Jahre für unsere Gesellschaften lebenswerte, sinn- und hoffnungserfüllte, inspirierende Jahre werden – trotz allem Gerede rund um die Altersfalle, das Mammutaltersheim Europa und den drohenden Kollaps der Rentensysteme.

Die folgenden Seiten nehmen Sie mit auf eine einzigartige, manchmal bedrohlich erscheinende, meist aber mitreißende, einzigartige, packende Abenteuerreise. Bei uns selbst – wer wir sind und wie wir ticken – wird die Reise beginnen. Willkommen zum Aufbruch!

[Zum Inhaltsverzeichnis]

KAPITEL 1ZWISCHEN 40 UND 70– SO TICKEN WIR

»Wer bin ich überhaupt?«,

fragte der 58-Jährige, der sonst leidenschaftlich gern in die Zukunft schaut und im Rückblick humorvoll mit sich selbst umzugehen pflegte.

Großartig, meist beflügelnd und manchmal abschreckend. Wann immer ich eine mir bisher unbekannte Stadt besuche, besteige ich als Erstes die höchstmögliche und aussichtsreichste Plattform, meist eine Kathedrale, eine Burg oder ein Hochhaus. Mein Bedürfnis: Überblick, Blick für das Ganze, Orientierung. In nahezu allen Völkern zu fast allen Zeiten versuchten Menschen den Blick von oben, nicht nur auf die eigenen und fremden Städte, sondern auf ihr eigenes persönliches und gesellschaftliches Leben. So fragten sie dann etwa: Wer sind wir eigentlich? Was treibt uns? Was bewegt und erregt uns? Was erfreut und ängstigt uns? Was glauben und hoffen wir? Was war’s bisher, und was wird kommen? Wie agieren und reagieren wir? Kurz: Wie ticken wir?

Drei Generationen sind es, die in den ersten drei Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts dabei sind, die Lebensmitte zu überschreiten. Sie leben wohl oder übel, gewollt und ungewollt, reflektiert und unreflektiert auf jene Lebensphase zu, die im Allgemeinen als nur bedingt erstrebenswert gilt. Es handelt sich um die 68er-Generation, die sogenannten Babyboomer und die Generation Golf. Zahlenmäßig weit an der Spitze liegen die Babyboomer, geboren zwischen 1950 und 1968. Im Bewusstsein unserer Gesellschaft allerdings stehen sie ganz im Schatten der 68er. Ob sich dies nochmals ändern wird?

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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