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Das digitale Buch "Leipzig - Neubau, Sanierung und Verfall" stellt die Veränderung der Stadt in Wort und Bild im Zeitraum 2004 - 2025 dar. Es liegt nunmehr in der 8. Auflage vor. Auf der Grundlage des 2002 beschlossenen Programms Stadtumbau Ost wurden zielgerichtet die Maßnahmen eingeleitet, die letztendlich zu einer Verbesserung der Arbeits- und Lebensqualität in Leipzig führten. Ein Großteil der Maßnahmen ist realisiert. Einige Projekte, wie z. B. der weitere Ausbau der Gewässerlandschaft oder die Bebauung des Areals hinter dem Bayerischen Bahnhof, werden aber noch Zeit in Anspruch nehmen. Wie dem Titel bereits zu entnehmen ist, umfassen die Projekte der Stadterneuerung Neubau- und Sanierungsmaßnahmen sowie Maßnahmen zur Sicherung bzw. Wiederbelebung verfallener Industriebrachen. Gerade letzterer Komplex ist deshalb besonders interessant, weil hier ersichtlich wird, wie wertvolle Industriearchitektur aus dem 19. Jahrhundert gerettet und einer neuen Nutzung zugeführt wird. Das eBook versetzt den Besucher der Stadt in die Lage, sich einen umfassenden Überblick über das neue alte Leipzig zu verschaffen. Somit erfasst das eBook ein breites Spektrum Leipziger Geschichte der letzten Jahre!
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Seitenzahl: 159
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Vorwort
Karte des Stadtzentrums
Aspekte des Stadtumbaus
Infrastrukturmassnahme City-Tunnel
Bilderschau City-Tunnel
Sanierung und Aufwertungsprozesse in der Innenstadt
Messehäuser
Passagen
Durchhöfe
Kaufhäuser
Brühl
Höfe am Brühl
Bilderschau Höfe am Brühl
Hainspitze
Innenstadt
Hauptpost Leipzig
Universität
Bilderschau Universität
Hotels
Hotelneubauten
Hotelneubauten in der Bauphase
Stadtbad
Zoo
Gondwanaland
Kongreßhalle
Kirchenbauten
Buchhandel - Graphisches Viertel
Alte Messe
Bilderschau Alte Messe
Revitalisierung inner- und außerstädtischer Brachflächen
Industriebrachen – Gegenwart und Zukunft
Ein Ausblick – Lost Places?
Fließgewässer und die Gestaltung des Leipziger Neuseenland
Fotonachweis
Haftung für Inhalte
Haftung für Links
Urheberrecht
Marken- und Warenzeichen
Impressum
Wer sich heute über die Geschichte der Stadt Leipzig und ihre Entwicklung informieren will, wird zahlreiche gedruckte Publikationen finden, die die wechselvolle Geschichte der Stadt widerspiegeln – Bücher, Zeitungen, Zeitschriften. Aber das 21. Jahrhundert gibt uns auch die moderne Möglichkeit der Onlinepublikation-das digitale Buch!
Das eBook „Leipzig, Neubau, Sanierung und Verfall“ widerspiegelt die Entwicklung Leipzigs nach der Friedlichen Revolution von 1989, dem wohl bedeutendsten Ereignis - führte sie doch zur langersehnten Wiedervereinigung Deutschlands.
Vieles hat sich seitdem in Leipzig geändert und ändert sich noch. Die großen Industriebetriebe, die Tausenden von Menschen einen Arbeitsplatz gaben, stellten ihre Produktion ein und wurden aufgelöst.
Aber hier erwächst durch andere Nutzung, wie z. B. in den Gebäuden der ehemaligen Baumwollspinnerei in Plagwitz, neues Leben.
Pelze werden in der weltbekannten Straße, dem Brühl, nicht mehr gehandelt.
Die Neubebauung des Brühl mit dem großen Einkaufszentrum „Höfe am Brühl“ gibt der Straße aber ein neues Gesicht und einen neuen Inhalt.
Das alte Messegelände wurde aufgegeben und durch moderne Messebauten im Norden der Stadt ersetzt.
Die rings um Leipzig gelegenen Tagebaue stellten die Kohleförderung ein. Auf der Grundlage eines wohldurchdachten Konzepts wird nun eine einmalige Seenlandschaft entwickelt. Großartige Erfolge können verzeichnet werden.
Was aber durch die Jahrhunderte in Leipzig unverändert geblieben ist, ist die Weltoffenheit und Gastfreundlichkeit ihrer Bürger.
Und nach wie vor ist Leipzig als Messe – , Universitäts - , Musik – und Medienstadt bekannt.
Neue Wachstumsbranchen sind dazu gekommen – Automobilindustrie und Logistik.
Als “Urbs Libzi” 1015 von Bischof Thietmar von Merseburg erstmals erwähnt, hatte Leipzig im März 2022 über 615000 Einwohner.
Es liegen Prognosen vor, nach denen Leipzig bis zum Jahr 2030 um weitere 100.000 Einwohner wachsen könnte.
So entstehen neue Stadtviertel - z. B. zwischen der Innenstadt und dem Gebiet an der Eisenbahnstraße, auf der 36 Hektar umfassenden Brachfläche hinter dem Bayerischen Bahnhof und nördlich des Leipziger Hauptbahnhofs auf dem 30 Hektar großen Geländes des ehemaligen Eutritzscher Freiladebahnhofs.
Man zählt Leipzig zu einer der attraktivsten Städte Deutschlands.
Die alte Architektur vieler Bürgerhäuser und ehemaliger Messehäuser der Innenstadt mit ihrem Passagensystem wurde wiederhergestellt.
Komfortable Hotels sind entstanden bzw. befinden sich noch im Bau. Das Bummeln und Einkaufen in der konzentrierten Innenstadt macht Spaß.
Dieses digitale Buch soll keine Geschichte der Stadt Leipzig darstellen.
Es soll vielmehr anhand der für die Stadt bedeutungsvollsten und interessantesten Bau- und Rekonstruktionsvorhaben dokumentieren, wie durch kluge Stadtplanung und gezielte Sanierung eine Stadt erneuert werden kann.
Die grundsätzliche Zielstellung besteht darin, die Stadt zu einem Zentrum mit überregionaler Ausstrahlung für Handel, Dienstleistungen, Kultur insbesondere in den Bereichen Biotechnologie, Flugzeugbau und IT zu entwickeln.
Das beinhaltet Massnahmen zum Ausbau der Infrastruktur, zur Sanierung des Stadtzentrums und der Stadtquartiere einschließlich Rückbau und Sanierung erhaltenswerter Altbauten sowie zum Ausbau des Gewässerverbundes und der Seenlandschaft.
Immer mehr wächst Leipzig auch zu einem attraktiven IT – Standort. Insgesamt gibt es 1239 IT – Unternehmen mit 14723 IT – Fachleuten.
Die einzelnen Bauprojekte haben teilweise eine Geschichte, deren Wurzeln in Bauwerken vergangener Jahrhunderte liegen und die eng mit der Entwicklung der Stadt Leipzig verbunden sind.
So erscheint es als sinnvoll, fotografische Aufnahmen jener ehemaligen Bauwerke mit in das Buch aufzunehmen und die geschichtlichen Verflechtungen darzustellen.
Sofern nicht anders gekennzeichnet, werden eigene Fotos verwendet bzw. unterliegen die Abbildungen der Gemeinfreiheit.
Die Bauabläufe einzelner Projekte kann der Leser mittels einer Bilderschau verfolgen. Durch diese Bilderschau wird nicht nur der Bauablauf ersichtlich, sondern es wird auch ein ehemaliger Bauzustand für immer festgehalten.
Bei dem vorliegenden eBook handelt es sich um die achte Auflage, in der der Autor die in den Jahren 2004 / 2025 in der Entwicklung der Stadt eingetretenen Veränderungen in Wort und Bild dokumentiert.
Frank Walter
Dezember 2025
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(Mit freundlicher Genehmigung der .wtv Leipziger Medien GmbH)
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Blick vom City-Hochhaus auf das Stadtzentrum
Die bisherige Realisierung des Programms zum Stadtumbau hat bereits reiche Früchte getragen. Besonders im Stadtzentrum fallen die Veränderungen ins Auge.
Der 3,9 km lange City-Tunnel, der unter der Stadt zwischen Hauptbahnhof und Bayerischem Bahnhof verläuft, wurde 121 Jahre nach der Geburt der ersten Idee fertiggestellt.
Mit den grundsätzlichen Veränderungen seit 1990 hat sich auch der Charakter der Leipziger Messe geändert. Leipzig besaß einen Weltruf als Stadt internationaler Messen.
Die Grundlage dafür hatte Kaiser Maximilian geschaffen, der der Stadt 1497 das Reichsmesseprivileg verlieh. Das erste weltweit verbreitete Symbol der Leipziger Messe entstand im Jahr 1908.
Das alte Messegelände im Südosten der Stadt sowie die Messehäuser in der Innenstadt entsprachen hinsichtlich Gebäude-und Infrastruktur nicht mehr den Anforderungen an eine moderne internationale Messe.
Neues Messegelände
Im Nordosten Leipzigs entstand deshalb die „Neue Messe“, die am 12.4.1996 feierlich eröffnet wurde. Viele Messehäuser, in erster Linie bestimmt für die sogenannte Konsumgüter-Messe, die alljährlich im Herbst stattfand, stehen in der Innenstadt. Die meisten wurden bzw. werden völlig umgebaut und einer anderen Nutzung zugeführt.
So zum Beispiel die Messehäuser
Messehaus am Markt
Messehof
Petershof
Handelshof
Ringmessehaus
Diese einstigen Messehäuser dienen heute nach erfolgtem Umbau nicht mehr Messezwecken sondern als Kaufhäuser dem privaten Konsum bzw. im Fall Handelshof und Ringmessehaus als Hotel.
Das an der Westseite des Marktes gelegene ehemalige Verwaltungsgebäude der Leipziger Messe - das Messeamt - wurde abgerissen und machte damit dem Neubau der Marktgalerie Platz. Ein weiterer Kaufhausneubau entstand in der Petersstraße – das Kaufhaus von Karstadt.
Aber auch Kunst und Wissenschaft spielten seit jeher und auch heute wieder in Leipzig eine bedeutende Rolle. So gründeten Leipziger Bürger 1837 einen Kunstverein mit dem Ziel, ein städtisches Kunstmuseum, das Museum der bildenden Künste, zu bauen.
Museum der Bildenden Künste
Das Museum wurde 1858 am Augustusplatz erbaut. Bald stellte sich jedoch heraus, dass die vorhandenen Räumlichkeiten nicht ausreichten. Deshalb wurde der Museumsbau in den Jahren 1883-1886 durch zwei Seitenflügel (Foto Copyright H.-P. Haack) erweitert.
Leider wurde das Museum, wie so viele andere wertvolle Bauten, in der Bombennacht vom 3.12. zum 4.12.1943 völlig zerstört. Nach Jahrzehnten einer interimsmäßigen Unterbringung im Gebäude des ehemaligen Reichsgerichtes beschloss der Stadtrat 1996 den Neubau auf dem Sachsenplatz.
Das Museum wurde am 4. Dezember 2004 eröffnet - genau 61 Jahre nach seiner Zerstörung. Mit dem Neubau des Bildermuseums wurde auch der Umbau des gesamten Sachsenplatzes eingeleitet.
Die Leipziger Universität blickt auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück. 1409 gegründet, entstand sie auf dem Areal des ehemaligen Dominikanerklosters. Ihr wichtigstes Bauwerk - die Paulinerkirche - wurde 1545 mit einer Predigt Martin Luthers als Aula eingeweiht.
Sie hatte die Wirren der Kriege überstanden, wurde aber leider am 30. Mai 1968 im Auftrag der damaligen DDR-Regierung gesprengt. In der jetzt begonnenen Neugestaltung und Sanierung des Campus am Augustusplatz erlebt sie eine modifizierte Auferstehung.
Ergänzend soll nur noch erwähnt werden, dass sich die bauliche Umgestaltung der Stadt nicht in diesen Bauvorhaben erschöpft.
Industrieparks entstanden, z. B. der Industriepark Leipzig-Nord mit der Ansiedlung von BMW und Porsche. Der Flughafen Leipzig-Halle wurde ausgebaut und den Bedingungen des modernen internationalen Luftverkehrs angepasst. Interessante Objekte des Industriezeitalters führte man einer neuen Nutzung zu (s. Abschnitt „Industriebrachen - Gegenwart und Zukunft”).
Während Plattenbauten aus DDR-Zeiten, wie z. B. in Grünau, nach der Wende zum Teil abgerissen wurden, entstanden neue und moderne Wohnsiedlungen rings um Leipzig.
So z. B. das größte Neubaugebiet im Stadtteil Probstheida - der Sonnenpark. Auf ehemaligen Versuchsflächen der Leipziger Universität wurden hier seit Oktober 1995 über 1.000 Wohnungen und Eigenheime gebaut.
Weitere ca. 17 Hektar sollen erschlossen und bebaut werden.
Auch in vielen Leipziger Stadtteilen ist der Wandel spürbar:
Plagwitz - von einem Industriestandort zu einem interessanten Wohnquartier. Markantes Beispiel ist Europas größtes Industriedenkmal, die ehemalige Sächsische Wollgarnfabrik Tittel & Krüger in der Nonnenstraße, wo das Venezianische Quartier mit Wohnungen und Penthäusern entstand. Während einer Bootsfahrt auf dem Karl-Heine-Kanal kann man diese Veränderungen feststellen.
Gohlis - liegt nördlich des Stadtzentrums und grenzt an das Rosental.
Bis 1890 selbständig, gehörte Gohlis ab diesem Zeitpunkt zur Stadt Leipzig. Bekannt sind in Gohlis:
Gohliser Schlösschen, ein im Rokoko - Stil erbautes Sommerpalais
Schillerhaus, hier schrieb Schiller die erste Fassung der „Ode an die Freude“. Gohliser Schlösschen und Schillerhaus erstrahlen in neuem Glanz.
Gohliser Schlösschen
Schillerhaus
Zwei der größten Konversionsprojekte Leipzigs findet man auch in Gohlis – die Kaisergärten (2,7 Hektar, vor 110 Jahren dem XIX. Armeekorps als Bekleidungsamt übergeben) und das Quartier Siebengrün. Denkmalgeschützte ehemalige Kasernengebäude aus dem Beginn des vorigen Jahrhunderts wurden zu hochwertigen Wohnhäusern in parkähnlichen Anlagen umgebaut.
Das Projekt „Kaisergärten“ wurde von 2008 bis 2010 für 27 Millionen Euro zu einer modernen Wohnanlage mit 150 Wohnungen entwickelt.
Die Arbeiten am Quartier „Siebengrün“ mit der Schaffung von 300 Wohnungen und einer angelegten Seenlandschaft wurden 2014 abgeschlossen. Das Investitionsvolumen belief sich auf ca. 75 Millionen Euro.
Der Name „Siebengrün“ geht auf die sieben verschiedenen Typen der gründerzeitlichen Klinkerbauten zurück.
Quartier Siebengrün
Somit entstanden stattliche Wohnhäuser aus ehemaligen Kasernengebäuden.
Die langgestreckten Reitställe bzw. später Panzergaragen, die um 1900 aus gelben Klinkern entstanden, wurden zu Reihenhäusern umgebaut.
ehem.Reitställe
ehem. Panzergaragen
heute Reihenhäuser
Aufgewertet wird das Areal durch eine künstlich angelegte Gewässerlandschaft mit bis zu zwei Meter tiefen Kanälen und Teichen.
Der Umbau der ehemaligen Kasernenobjekte in der Olbrichtstraße in Möckern ist damit jedoch noch nicht abgeschlossen.
Weitere ehemalige militärische Objekte, so z. B. die Heeresbäckerei werden in Wohnungen, Kitas etc. umgebaut.
Interessante Objekte im Stadtzentrum wurden bzw. werden saniert: so z. B.
„Hôtel de Pologne“.Der Gebäudekomplex des „Hôtel de Pologne“ befindet sich in der Hainstraße, 16-18. Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte dieses Hotel zu Leipzigs besten Adressen.
Es verfügte über 130 Zimmer und prachtvoll ausgestatteten Speisesälen.
Das heutige Grundstück setzt sich aus 3 ehemals getrennten Grundstücken zusammen. Das Haus hat eine wechselvolle Geschichte erlebt, seit 1993 stand es leer. Nun erfolgte die Rekonstruktion und Nutzung als Bürogebäude.
Im Erdgeschoß befinden Geschäfte und ein Café. Die drei Ballsäle wurden durch Restaurateure und Kirchenmaler in ihren Originalzustand versetzt und dienen öffentlichen Veranstaltungen.
ehem. Hôtel de Pologne, November 2011
Bürogebäude Hôtel de Pologne, Dezember 2013
Löwen-Apotheke in der Grimmaischen Straße 19.Sie ist die älteste Apotheke Leipzigs, eröffnet 1409, dem Gründungsjahr der Universität.Es war der aus Prag nach Leipzig ziehende Apotheker Johann Huter, der mit zwei Gesellen die Apotheke gründete. Sie war zunächst im Kloster der Paulinerkirche untergebracht.
April 2020
Juni 2022
Wer sich für die Geschichte der Apotheke interessiert, kann sich im Sächsischen Apothekenmuseum Leipzig, Thomaskirchhof 12 kundig machen. Das Gebäude befindet sich seit Oktober 2013 im Besitz der Rumpf-Immobiliengruppe.
Ab August 2015 hat die Apotheke nun ein neues Domizil - das Gloecks Haus am Brühl 52.
Die Bauarbeiten an der Rückfront sind nunmehr auch abgeschlossen.
Rokoko-Geschäftshaus in der Katharinenstraße 19Dieses Haus wird zu den wichtigsten Leipziger Bauwerken gezählt, es ist ein barocker Prachtbau. Errichtet wurde die 1.400 m² große Immobilie Mitte des 18. Jahrhunderts von den Kaufmannsbrüdern Justus und Ludolph Hannsen.Die Grundstücksgröße beträgt 1.400 m².Fassade und Dach sind mit Figuren reich verziert. Die damals eingebauten Läden sind noch heute vorhanden. Als Geschäftshaus befindet es sich mitten im historischen Leipziger Stadtzentrum in einer Toplage.Nunmehr sollte es einschließlich der dahinterliegenden Höfe saniert werden. Eigentumswohnungen, Handel, Gastronomie und auch Büros entstehen.Das Ensemble sollte dann den Namen „Katharinenhöfe“ tragen.Auch hier brachten die 3,50 m tiefen Grabungen im Hof interessante Funde ansTageslicht.
Katharinenstraße
Leider wurde mit den vorgesehenen Arbeiten bis heute nicht begonnen.
Eine bemerkenswerte Entwicklung zeichnet sich insofern auch außerhalb des unmittelbaren Stadtzentrums ab, als ehemalige große Industrie- bzw. Verwaltungsgebäude in modernen Wohnraum konvertiert werden.
Zwei Beispiele seien dafür stellvertretend genannt:
LKG Carré1946 gegründet, hatte die Leipziger Kommissions- und Großbuchhandelsgesellschaft als Verlagsauslieferung bis 1995 ihren Sitz in der Leipziger Prager Straße. Sie hatte in der DDR eine Monopolstellung und beschäftigte 1989 bis zu 1200 Mitarbeitern.Nach der Wende verlor der Betrieb diese Monoplstellung und beschäftigte 1992 noch 60 Mitarbeiter. Ein neues Betriebsgelände wurde schließlich in Espenhain erbaut. Das Gebäude in der Prager Straße war mehr oder weniger dem Verfall preisgegeben.Für knapp 57 Millionen Euro (einschließlich eines angrenzenden Neubaus) wurde der gewaltige Komplex nunmehr von März 2013 bis Dezember 2015 für 347 komfortable Wohnungen sowie Büros und Einzelhandel umgebaut.Eine Tiefgarage mit 216 Stellplätzen ist ebenfalls vorhanden.
Oktober 2015
Technisches Rathaus Prager StraßeDie Prager Straße ist eine zentrale Achse zwischen Stadtzentrum (Grimmaischer Steinweg) und Alter Messe.Neben dem LKG Carré (s.o.) befand sich der Stammbetrieb des Kombinates „Chemieanlagenbau Leipzig-Grimma“. Seit 2009 wurde das leerstehende Gebäude als Technisches Rathaus der Stadt Leipzig genutzt.2016 wurde beschlossen, den Komplex zu einem Wohnensemble mit 296 Wohnungen sowie Gewerbeeinheiten umzubauen.
Technisches Rathaus, April 2015
Der im Foto links ersichtliche Flachbau war der damalige Speisesaal, für dessen
künftige Nutzung soll ein gesondertes Konzept erarbeitet werden.
Juni 2022
Leider sind die Bauarbeiten 2023 ins Stocken gekommen.
Nach Diskussionen über einen Abriss und eventuellen Neubau als Geschäftsgebäude hat die Stadt nunmehr entschieden, den 1983 errichteten Komplex zu einenem modernen Verwaltungszentrum auszubauen. Ein zeitlicher Ablauf ist mit Stand Mai 2025 noch nicht bekannt.
Die rings um Leipzig gelegenen Tagebaue wurden geflutet und verwandelten sich in das
Leipziger Neuseenland, eine große Gewässerlandschaft.
Gleichzeitig wird die in der Mitte des 20. Jahrhunderts begonnene Verrohrung der Flüsse im innerstädtischen Bereich rückgängig gemacht – die Flüsse treten wieder ans Tageslicht. Somit bieten sich einzigartige Wassersportmöglichkeiten bis in den Bereich der Innenstadt.
Leipzig ist wieder eine interessante und lebenswerte Stadt geworden!
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Der Bau des City-Tunnels war das Schwerpunktprojekt des Ausbaus der Leipziger Infrastruktur. Mit dem Bau dieses Tunnels wurden Ideen von 1892 verwirklicht. Die zunehmende Industrialisierung im 19. Jahrhundert erforderte neue Handelswege – diese wurden im Aufbau des Eisenbahnsystems gefunden. Einer der Eisenbahnpioniere und Vorkämpfer für die Entwicklung des Eisenbahnwesens in Deutschland war Friedrich List (1789-1846).
Sein Engagement für den Aufbau eines deutschen Eisenbahnnetzes führte dazu, dass 1839 die erste deutsche Ferneisenbahn verkehrte. Sie wurde von der Leipzig – Dresdner Eisenbahn – Compagnie betrieben und führte von Leipzig nach Dresden.
Am Schwanenteich, einer englischen Parkanlage (1785 errichtet von Johann Friedrich Carl Dauthe) vor dem Leipziger Hauptbahnhof, erinnert das unten abgebildete Denkmal an dieses Ereignis und mit der eingelassenen Tafel an Friedrich List.
Eisenbahndenkmal vor demLeipziger Hauptbahnhof
Leipzig verfügte bis 1911 über 5 Kopfbahnhöfe. Die auf dem Gelände des heutigen Hauptbahnhofs bereits bestehenden Bahnhöfe
auf der Ostseite der sächsische (Dresdner) Bahnhof
auf der Westseite die preußischen Bahnhöfe (Thüringer, Magdeburger und Berliner) wurden abgerissen.
Die Vorgängerbauten des heutigen Hauptbahnhofs
(Bildquelle: „Führer durch Leipzig“, 1893)
Gebaut wurde an dieser Stelle der Hauptbahnhof mit zwei spiegelgleichen Bahnhofshälften.
Die Grundsteinlegung erfolgte am 16. November 1909, die Fertigstellung 1915.
Der östliche Teil stand unter sächsischer Verwaltung, der westliche unter preußischer Verwaltung. So gibt es doppelte Eingangshallen, Treppenanlagen und Wartesäle. Der Bahnhof verfügte insgesamt über 26 überdachte und 5 Außenbahnsteige. Er war zu dieser Zeit der größte Bahnhof des deutschen Kaiserreichs.
Die Bauarbeiten gestalteten sich schwierig, da das Flussbett der Parthe verlegt werden musste.
3.125 Gründungspfähle aus Stahlbeton mussten 10 m in den aus Schwimmsand und Moor bestehenden Boden getrieben werden. Mit 83.640 m² entstand flächenmäßig der größte Kopfbahnhof Europas.
Der Bahnhof verfügte sowohl in der Osthalle wie auch in der Westhalle über große Warte- und Speisesäle, die getrennt waren für Reisende der ersten und zweiten bzw. dritten und
vierten Klasse. Die Gesamtbewirtungskapazität betrug etwa 1600 Plätze.
Ernst Schuchardt entwarf das Projekt, auf dem Dach des Bahnhofs eine Start – und Landebahn für Flugzeuge zu errichten, es wurde jedoch nie verwirklicht.
Stattdessen wurde im März 1923 während der Leipziger Frühjahrsmesse der Flughafen Leipzig-Mockau durch den Reichspräsidenten Friedrich Ebert eingeweiht.
(Erst 1927 nahm der jetzige Flughafen Leipzig-Halle Airport den Flugbetrieb auf)
Es gab nunmehr nur noch zwei Bahnhöfe - den Hauptbahnhof im Norden und den Bayerischen Bahnhof im Süden. Verkehrstechnisch gesehen hatte der Hauptbahnhof jedoch einen Nachteil – er war ein Kopfbahnhof, und es fehlte eine Direktverbindung in Richtung Süden.
Schon Mitte des 19. Jahrhunderts existierten Vorstellungen, eine ebenerdige Eisenbahn-Nord-Süd-Achse anzulegen. Mit dem Bau des Hauptbahnhofs stand das Problem der Verbindung beider Bahnhöfe wieder auf der Tagesordnung. Diesmal als viergleisige 16 m breite Hochbahntrasse, die in einer Höhe von 4,40 m die Innenstadt überqueren sollte. Aber auch diese Variante wurde verworfen, da zahlreiche Gebäude der Innenstadt hätten abgerissen werden müssen.
Die Idee eines Tunnelbaus existierte bereits Ende des 19. Jahrhunderts, konnte jedoch nach dem damaligen technischen Entwicklungsstand nicht realisiert werden. 1911 wurde dann die Firma Siemens & Halske mit der Planung eines Tunnels beauftragt, der nur wenige Meter unter der Oberfläche verlaufen sollte.
Unter dem Bahnsteig 24 der Osthalle wurde im Herbst des Jahres 1913 mit dem Bau des U-Bahnhofes begonnen. In 18 m Tiefe wurden zwei 80 m lange Bahnsteige angelegt.
Ein Tunnel von über 700 m Länge in Richtung Augustusplatz war schon fertig. Der erste Weltkrieg stoppte jedoch die Arbeiten. Der Tunnel blieb unvollendet.
Auch die in den Jahren 1923, 1929 und 1934 vorgesehenen Maßnahmen zur Fortführung der Arbeiten wurden nicht umgesetzt. Im 2. Weltkrieg wurde der Tunnel in zwei Schutzräume aufgeteilt. Ein erneuter Anlauf zum Tunnelbau wurde 1947 genommen – ein erster Vorentwurf wurde erarbeitet, der jedoch dann aus Kostengründen nicht realisiert werden konnte.
Stattdessen wurde in der unterirdischen Station in der Osthalle des Hauptbahnhofs 1950 das "Zeitkino" eingebaut. Es wurde 1990 geschlossen. Letztmalig wurde der Tunnelbau dann im Jahr 1967 in den Generalverkehrsplan der Stadt Leipzig aufgenommen. Der DDR Ministerrat hatte den Bau jedoch wegen fehlender Kapazitäten zugunsten des Wohnungsbaus abgelehnt.
Erneut wurde über eine Hochbahntrasse nachgedacht, die letztendlich aber auch verworfen wurde. Nach der Wende wurde der Gedanke des Tunnelbaus wieder aufgegriffen. Seit 1992 war der City-Tunnel Bestandteil der Verkehrsplanung der Stadt Leipzig. Der Zugbetrieb am Bayerischen Bahnhof wurde am 10.6.2001 völlig eingestellt.
Am 16.2.2004 wurde mit den Bauarbeiten zum City-Tunnel begonnen. Der Tunnel ist ein Teilstück des Ausbaus des Bahnknoten Leipzig zur künftigen Hochgeschwindigkeitsstrecke. Die nunmehr gewählte Trasse beginnt jedoch nicht unter der Osthalle sondern unter der Westhalle des Bahnhofs. Die Inbetriebnahme sollte mit dem Fahrbahnwechsel der Deutschen Bahn AG Mitte Dezember 2009 erfolgen.
Nicht vorherzusehende Probleme auf Grund des schwierigen Untergrundes unter dem Hauptbahnhof und nördlich davon führten erneut zu Zeitverzögerungen. Eine weitere Ursache für den Verzug waren beispielsweise festgestellte Schwachstellen der Bodenplatte des Einkaufszentrums Hauptbahnhof.
Umfangreiche zusätzliche Verstärkungsarbeiten wurden erforderlich. Juristische Probleme bei Vergabe der Aufträge für den Innenausbau der Stationen, die im November 2009 gelöst wurden, führten zu einer weiteren Verzögerung. Der ursprünglich geplante Termin der Fertigstellung 2009 verschob sich weiter.
Die feierliche Eröffnung erfolgte dann Sonntag, 15. Dezember 2013. Damit müssen die Züge Leipzig nicht mehr umfahren, sondern sie unterqueren die Innenstadt. Es werden pro Stunde und Richtung zwölf S-Bahnen und ein Fernverkehrszug den Tunnel durchfahren. Damit wird auch die Innenstadt deutlich entlastet vom Individualverkehr.
Nach Einschätzung des Projektleiters war die Baustelle City-Tunnel die schwierigste Baustelle Europas. Der Tunnel besteht aus zwei Röhren, mit einem Durchmesser von je
9 m, Länge ca. 3,9 km.
