Lesabéndio: Dystopie-Roman - Paul Scheerbart - E-Book

Lesabéndio: Dystopie-Roman E-Book

Paul Scheerbart

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Beschreibung

Paul Scheerbarts "Lesabéndio: Dystopie-Roman" ist ein einzigartiges literarisches Werk, das in einer fiktiven Welt spielt und kompromisslos die Grenzen der Vorstellungskraft auslotet. Der Roman kombiniert Elemente der Science-Fiction und der utopischen Literatur und präsentiert eine düstere Zukunftsvision, die den Leser in ihren Bann zieht. Scheerbarts literarischer Stil ist geprägt von seiner experimentellen Sprache und seinen surrealen Beschreibungen, die eine verstörende Atmosphäre schaffen. Der Autor zeigt sein Talent für die Erzeugung von Spannung und geheimnisvoller Stimmung, während er gleichzeitig kritische Themen wie Technologie und Gesellschaft behandelt. "Lesabéndio" ist ein kühnes und anspruchsvolles Werk, das den Leser herausfordert und fasziniert.

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Paul Scheerbart

Lesabéndio: Dystopie-Roman

Utopische Science-Fiction

Books

- Innovative digitale Lösungen & Optimale Formatierung -
2017 OK Publishing
ISBN 978-80-7583-631-1

Inhaltsverzeichnis

Personenverzeichnis
Erstes Kapitel
Zweites Kapitel
Drittes Kapitel
Fünftes Kapitel
Sechstes Kapitel
Siebentes Kapitel
Achtes Kapitel
Neuntes Kapitel
Zehntes Kapitel
Elftes Kapitel
Zwölftes Kapitel
Dreizehntes Kapitel
Vierzehntes Kapitel
Fünfzehntes Kapitel
Sechzehntes Kapitel
Siebzehntes Kapitel
Achtzehntes Kapitel
Neunzehntes Kapitel
Zwanzigstes Kapitel
Einundzwanzigstes Kapitel
Zweiundzwanzigstes Kapitel
Dreiundzwanzigstes Kapitel
Vierundzwanzigstes Kapitel
Fünfundzwanzigstes Kapitel

Personenverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Biba. Sehr alter Pallasianer, der sich besonders für die Sonne interessiert und philosophische Bücher schreibt.

Bombimba. Ganz, jugendlicher Pallasianer, dessen Entstehung geschildert wird.

Dex. Ein Führer auf dem Stern Pallas. Die Heraufbeförderung und Bearbeitung des Kaddimohnstahls ist seine Hauptbeschäftigung.

Labu. Ein künstlerischer Führer, der sich fast nur für die Formen mit gekrümmten Linien interessiert.

Lesabéndio. Ein Führer, der mehr technische als künstlerische Interessen hat und die Erbauung eines großen Turmes am meisten fördert.

Manesi. Ein gärtnerisch veranlagter Führer, der für Rankengewächse begeistert ist und viele Pilzwiesen anlegt – auch in den Höhlen des Sterns Pallas.

Nax. Ein Bewohner des Sterns Quikko. Kommt mit neun andern Quikkoïanern durch Vermittlung von Lesabéndio und Biba auf den Pallas.

Nuse. Erbauer von Lichttürmen.

Peka. Künstlerischer Führer, der nur mit graden Kanten und Flächen arbeiten will und alle kristallinischen Formen höher schätzt als die anderen Formen.

Sofanti. Fachmann für Hautfabrikation.

Erstes Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Lesabéndio macht den Biba auf einen kleinen Doppelstern aufmerksam und sagt, daß nach seiner Meinung der Asteroïd Pallas ebenfalls ein Doppelstern sei. Biba schwärmt danach für das intensive Leben auf der Sonnenoberfläche und erklärt, daß er gerne dort sein möchte. Lesabéndio will ihn davon abbringen und liest ihm eine Geschichte vom Stern Erde vor, auf dem vor kurzem ein alter Pallasbewohner gelebt hat, ohne von den Erdbewohnern bemerkt zu werden. Zum Schlusse wird von dem irdischen Astronomen Pallas berichtet, der dem Asteroïd Pallas seinen Namen gab, der merkwürdigerweise ebenso klingt wie der Name, den die Pallasianer selber ihrem Sterne gegeben haben.

Violett war der Himmel. Und grün waren die Sterne. Und auch die Sonne war grün.

Lesabéndio machte seinen Saugfuß ganz breit und klemmte ihn fest um die sehr steil abfallende zackige Steinwand und reckte sich dann mit seinem ganzen Körper, der eigentlich nur aus einem gummiartigen Röhrenbein mit Saugfuß bestand, über fünfzig Meter hoch in die violette Atmosphäre hinein.

Mit dem Kopfe des Lesabéndio ging oben in der Luft eine große Veränderung vor sich; die gummiartige Kopfhaut wurde wie ein aufgespannter Regenschirm und schloß sich dann langsam zu; das Gesicht wurde dabei unsichtbar. Die Kopfhaut bildete danach eine Röhre, die nach vorn offen war, während sich auf ihrem Grunde das Gesicht befand, aus dessen Augen zwei lange fernrohrartige Gebilde heraustraten, mit denen der Lesabéndio die grünen Sterne des Himmels sehr deutlich sehen konnte, als wäre er ganz in ihrer Nähe.

Der heftige Biba reckte sich neben dem Lesabéndio ebenso in die violette Atmosphäre hinein. Während aber der Gummikörper des Letzteren ganz steif und grade stand, bewegte sich Bibas Gummikörper wie ein Grashalm im Winde.

Nun sagte Lesabéndio – und seine Stimme klang dabei sehr laut, da sie durch die Kopfhautröhre verstärkt wurde:

»Biba, siehst Du neben dem Stern Erde den kleinen Doppelstern?«

Biba legte nun auch seine Kopfhaut um die Ohren und machte aus der Haut auch eine Röhre und ließ auch in dieser Hautröhre seine Augen zu zwei langen Fernrohren werden.

Und der Biba entdeckte den kleinen Doppelstern ebenfalls und sagte nach einer Weile:

»Der Doppelstern hat aber nichts mit dem Stern Erde zu tun; er ist einer von den kleinen Sternen, den Asteroïden, zu denen auch der Stern Pallas gehört, auf dem wir leben.«

»Das ist«, versetzte Lesabéndio, »auch meine Meinung. Ich möchte nur gern wissen, ob wir diesen Doppelstern mal in nächster Nähe sehen könnten.«

»Ich habe«, sagte da der Biba, »diesen Doppelstern schon öfters beobachtet; er geht viel langsamer als der Pallas, und wir müssen ihn deshalb in einiger Zeit einholen. Wir werden den Doppelstern wohl bald in nächster Nähe sehen. Aber warum interessiert Dich das?«

»Das obere System des Doppelsterns«, erwiderte Lesabéndio, »sieht wie eine spitze Düte aus, deren Spitze sich oben befindet. Das untere System des Doppelsterns ist eine Kugel, die sich dreht; die Pole der Kugel befinden sich rechts und links. Erleuchtet wird die Kugel von einem Lichte, das aus dem Inneren der Düte kommt – von oben herunter kommt das Licht – aus der unten offenen Düte heraus. Das Licht erleuchtet die ganze Kugel, da sich die Pole dieser sich drehenden Kugel seitwärts rechts und links befinden. Düte und Kugel hängen also eng miteinander zusammen.«

»Ja«, sagte nun der Biba erstaunt, »das hab ich Alles längst gesehen. Warum interessiert Dich das in so außerordentlicher Weise?«

»Weil«, rief nun der Lesabéndio plötzlich sehr laut, »ich glaube, daß zum Stern Pallas auch eine solche Düte gehört – oder etwas Ähnliches. Kurzum: weil ich glaube, daß der Stern Pallas auch ein Doppelstern ist.«

Biba sagte darauf nach einer Weile:

»Ich werde darüber nachdenken.«

Dann wurden die Beiden wieder ganz klein, die Kopfhaut legte sich an den Hinterkopf, und die großen Augen lagen wieder ganz einfach neben der messerscharfen, fein gekrümmten Nase.

Um Bibas Mundwinkel glitzerten viele feine Falten, und er sprach dabei, während sein Kopf jetzt nur anderthalb Meter vom breiten Saugfuß entfernt war:

»Zweifellos haben wir das Recht, in allen astralen Dingen sehr viele Doppelsysteme zu vermuten und sehr viel Vielfältiges – ist doch unsre Sonne mit ihrem großen Trabantenheer auch nur ein derartiges Vielfältiges – ein großes Doppelsystem, in dem die Trabanten den einen Teil bilden, während die Sonne das Andere, das Höhere – die Düte ist. Wie kommt es aber, daß sich all die Trabanten von der großen Sonne fesseln ließen? Ich glaube, es ist hauptsächlich maßlose Neugierde und maßlose Bewunderung. Die beiden großen Sterne, die der Sonne am nächsten sind, bewegen sich garnicht um sich selbst, starren die Sonne immerzu an und sind ganz weg vor berauschender Bewunderung. Der dritte Stern, den wir Erde nennen, ist nicht mehr so heftig von der Intensität der Sonnenkraft mitgerissen; er dreht sich noch um sich selbst – er hats noch nicht vergessen, daß er einst auch eine Sonne war – sein Mond starrt ihn ebenso unbeweglich an – wie die beiden großen Sterne, die der Sonne am nächsten sind, die Sonne anstarren. Und mir gehts beinahe so wie diesen beiden Sternen, obgleich ich kein Stern und auch weiterab bin. Aber diese rasenden Stürme der Sonnenhaut – dieses intensive wilde unerschöpfliche zuckende Flammen-, Licht- und Glutleben reißt mich auch hin. Was soll man zu einer so unbeschreiblichen Kraft – zu solcher ungeheuren Schnelligkeit und zu solchem sprühenden trotzigen Lebensübermaß sagen? Ich möchte mich für die Stoffverhältnisse der Sonnenhaut unempfindlich und unsichtbar machen und einmal da auf der Sonnenhaut mittendrin in all dem tollen Flecken- und Protuberanzen-Leben stehen und sehen – wies denn bloß möglich ist. Es muß der höchste Lebensrausch da sein – ein Lebensrausch, gegen den alles Trabantenglück einfach müde Schlafmützigkeit ist. Oh – wenn ich da hinkommen könnte! Lesabéndio, die Sonne ist größer als alle ihre Trabanten.«

»In noch größeren Kreisen«, erwiderte Lesabéndio, »als wir bewegen sich auch Sonnen um die große Sonne, die sich in der Mitte unseres Planetensystems befindet. Weiterab von der Mitte – weiterab als die Pallasbahn – gibt es auch große Sonnen, die sich wie wir um unsre Mittelpunktssonne bewegen, warum willst Du Deine Gedanken nur dieser widmen? Und – haben wir nicht auch auf unserm Stern Pallas genug zu bewundern?«

Biba bewegte vier seiner Arme, aus denen sich viele lange Finger herausstreckten, bedeutsam in der Luft herum und machte dann seine Arme zehn Meter lang und deutete mit allen Fingern zitternd nach der grünen Centralsonne, die als dickster grüner Stern oben im violetten Himmel sanft leuchtete wie eine ganz stille, ruhige Welt.

»Sie ist nicht still und ruhig!« rief der Biba.

Und der Lesabéndio sprach nun, während der Biba wieder seine Arme und Hände in die Falten seines Körpers hineinlegte:

»Ein interessantes Buch hab ich neulich entdeckt, in dem ein Pallasianer seinen Aufenthalt auf dem Stern Erde schildert; er ist dort für die Erdverhältnisse unsichtbar und unempfindlich gewesen und ist von seinem Leben auf diesem Stern Erde garnicht so entzückt. Und so könnte Dirs auch ergehen, wenn Du mal in ähnlicher Weise auf die Sonne kämest.« Biba wurde sehr lebhaft und wollte das Buch kennen lernen, und der Lesabéndio griff mit vielen Fingern an seine Halskette, von der an feinen Fäden viele kleine Rollen herunterbaumelten. Und eine von diesen Rollen machten Lesabéndios flinke Hände auf.

Da die meisten Pallasianer ihre Augen auch ganz leicht zu Mikroskopen machen konnten, so wurden fast alle Bücher in allerkleinster Form in photographischer Manier nur für Mikroskopaugen hergestellt, sodaß jeder Pallasianer imstande war, seine ganze Bibliothek am Halsbande zu tragen.

Lesabéndio las nun aus dem Buche, das der Pallasianer, der auf der Erde gewesen war, geschrieben hatte, das Folgende langsam und deutlich vor:

»Auf dem den Pallasianern wohlbekannten Keulenmeteoriten fuhr ich durch die Bahn des Sterns Erde. Und es gelang mir da, ganz gefahrlos die Oberfläche der Erde zu erreichen. Die Erde ist ein außerordentlich schwerer Stern, besteht aber aus Stoffen, die so vollkommen anders sind als diejenigen, die wir auf dem Pallas kennen, daß mein ganzer, doch recht umfangreicher Körper für die Bewohner der Erdoberfläche gänzlich unsichtbar und unempfindlich blieb. Ich aber konnte mit meinen vortrefflichen Augen sehr wohl alles sehen, was auf der Erde vorging. Was ich aber sah, war wohl sehr seltsam, aber doch wenig erfreulich. Die Erdbewohner konnten durch meinen Körper durchgehen, ohne daß sie es bemerkten. Ich fühlte bei solchem Durchgehen nur ein feines, nicht unsympathisches Kribbeln in meinen Gliedern. Ich versuchte, auch ins Innere der Erde zu gelangen – das war aber an allen Stellen unmöglich. Und so mußte ich auf der Oberfläche bleiben. Ich fand überall eine Vegetation, die meinen Körper ernährte. Während wir aber auf dem Pallas nur nötig haben, unsern Körper mit den Pallaspilzen in Berührung zu bringen, um den Nahrungsstoff durch unsre Körperporen aufzunehmen, war ich auf der Erde gezwungen, Pilze und Schwämme erst zu zerreiben, bevor sie von meinen Poren aufgenommen werden konnten. Entsetzt aber war ich durch die Ernährungsart der Erdbewohner; diese nehmen die Nahrung durch den Mund auf, bis ihr Leib aufquillt. Und das Furchtbarste war, daß sie andre Lebewesen töteten, zerschnitten und zerhackten und dann stück- und kloßweise in ihren Mund steckten; im Munde hatten sie steinharte Zähne, mit denen sie alles zermalmten. Ich versuchte auf alle mögliche Art, mich den Erdbewohnern bemerkbar zu machen; es gelang mir aber nicht. Die Erdbewohner sind von sehr verschiedenartiger Intelligenz, die führende Rolle hatten Lebewesen, die auf zwei Stelzbeinen mühsam sich weiterschleppten und sich Menschen nannten. Diese Menschen waren ursprünglich Raubtiere – das heißt: Lebewesen, die mit Klaue und Zahn über andre Lebewesen herfielen, sie töteten und auffraßen. Aus diesen Raubtierinstinkten entwickelten sich nun die abscheulichsten Gewohnheiten. Die Menschen vernichteten nicht nur die weniger intelligenten Lebewesen auf der Erdrinde, sie vernichteten sich sogar gegenseitig um der Nahrung willen. Und wenn ich auch nicht gesehen habe, daß sie sich gegenseitig auffraßen, so mußte ich doch sehen, wie sie in großen Horden zu Tausenden aufeinander losgingen und sich mit Schußwaffen und scharfen Eisenstücken die entsetzlichsten Wunden beibrachten, an denen die meisten nach kurzer Zeit starben.«

»Hör auf!« schrie da der Biba plötzlich und wurde ganz blau im Gesicht, »wie kannst Du mir das vorlesen? Du marterst mich ja. Soll ich glauben, daß auch die Bewohner der Sonnenoberfläche auf einer derartig niedrigen Entwicklungsstufe stehen? Niemals werde ich das glauben – ich müßte es denn mit meinen eigenen Augen sehen. Und das wäre entsetzlich. Willst Du mir meine Sehnsucht nach der Sonne rauben?«

»Aber«, sagte nun der Lesabéndio, »wie kann Dich dieser Bericht so aus der Fassung bringen? Mußt Du nicht froh sein, daß Du auf einem Sterne lebst, dessen Bewohner ein feineres Leben führen? Sieh, lieber Biba, ich möchte Dir gerne Deine ungestüme Begierde nach dem Sonnenleben abnehmen. Es ist nicht gut, wenn man so ungestüm nach einem anderen Leben sich sehnt und dabei die Vorzüge des Lebens, in dem man sich befindet, mißachtet. Auch das Leben auf der Erdhaut muß nach dem Buche, das ich hier in Händen habe, ebenfalls Vorzüge besitzen.«

»Ich bitte Dich«, sagte darauf der Biba ganz weich, »scherze nicht: Du kannst doch nicht behaupten, daß diese Erdbewohner, die sich gegenseitig in Horden vernichten, irgendwelche Lichtseiten in ihrem Leben aufweisen könnten.«

Lesabéndio lachte und widersprach und las schließlich aus dem kleine Buche, das er in seinen Händen hatte, noch das Folgende vor:

»So unglaublich es klingen mag, so muß doch gesagt werden, daß sich einzelne von diesen Menschen auch mit dem Leben der anderen Sterne beschäftigen und daß sie sich künstliche Glasaugen gemacht haben, mit denen sie die übrigen Sterne in vergrößertem Maßstabe sehen. Und besonders lustig war es, als ich hörte, daß die Menschen auch den Stern Pallas entdeckt hatten. Unsern Stern nennen sie nach dem Astronomen Pallas. Dieser Astronom heißt nämlich Peter Simon Pallas, und ich habe ihn mit eigenen Augen gesehen. Natürlich weiß dieser Pallas nicht viel von uns, aber er wußte doch, daß unser Stern gute vierzig Meilen im Durchmesser hat. Gesehen hat er von unserm Stern allerdings nur einen Lichtpunkt. Dieser Peter Simon Pallas hat natürlich nur unsre Atmosphäre gesehen, die von der Sonne und von dem uns nächsten großen Trabanten der Sonne, den die Menschen Jupiter nennen, beleuchtet wird. Aber es ist doch unglaublich seltsam, daß der Name des irdischen Astronomen, nach dem unser Stern genannt wird, genauso klingt wie der Name, den wir unserm Sterne gegeben haben. Man sollte deswegen auch über niedriger stehende Lebewesen auf anderen Sternen niemals zu schnell ein abfälliges Urteil aussprechen.«

Bibas Gesichtszüge erheiterten sich und wurden wieder hellbraun wie sonst.

Dann aber wollte der Biba das ganze Buch selber lesen, und Lesabéndio liehs ihm.

Nachdem der Biba das Buch an einem Faden seines Halsbandes befestigt hatte, beschlossen die Beiden, an der steilen Felswand emporzusteigen. Sie reckten sich wieder hoch auf, wurden dann blitzschnell wieder klein und stießen sich dann mit dem zusammengezogenen Saugfuß ab, sodaß sie in die Höhe flogen – wohl dreihundert Meter hoch.

Sie breiteten in der Luft ihre Rückenflügel aus, sodaß sie sich wieder der Felswand näherten, an der sie dann mit dem Saugfuß abermals festen Fuß faßten. Von dort aus sprangen sie wiederum hoch empor wie vorhin und kamen so mit einigen guten Sätzen zu den Gipfeln des Gebirges, das den oberen Rand des Pallas kreisförmig abschließt.

Zweites Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Es wird zunächst die Tonnenform des Pallas geschildert. Dann werden die schwirrenden Bandbahnen des Nordtrichters vorgeführt. Und dann kommt Lesabéndio mit Biba zum neuen Riesenlichtturm, den sie mit Nuse, Dex und Manesi auf Seilbahnen besteigen. Auf der Spitze des Turms erleben sie das wunderbare Schauspiel des Nachtbeginns. Während Nuse auf dem von ihm erbauten Lichtturm bleibt, begeben sich die vier anderen Herren zum Mittelpunkt des Sterns – Lesabéndio fliegt hinunter und sieht sich die Beleuchtungen des Nordtrichters an, während die drei Andern eine Seilbahn benutzen, um schneller zum Mittelpunkt des Sterns zu gelangen.

Das Gebirge, das den oberen Rand des Pallas kreisförmig abschließt, hat viele hohe Gipfel und viele schroff abfallende Felswände. Der Kreis, den dieses Gebirge bildet, hat einen Durchmesser von zwanzig Meilen.

Der Stern Pallas sieht äußerlich so aus wie eine Tonne. Die Höhe der Tonne von oben nach unten beträgt vierzig Meilen, die Breite in der Mitte dreißig Meilen. Und dort, wo die Deckel der Tonne sind, ist der Durchmesser der runden Deckelfläche oben wie unten zwanzig Meilen groß. Aber es befinden sich keine Deckel an dieser Tonne; im Innern der Tonne sind oben wie unten zwei leere Trichter von zwanzig Meilen Tiefe. Die beiden Trichter stoßen mit ihren Spitzen im Mittelpunkte zusammen. In diesem Mittelpunkte befindet sich ein Loch, das im engsten Teile noch eine halbe Meile breit ist. Durch dieses Loch sind die beiden Trichter miteinander verbunden. Die kräftig ausgebauchte Tonne dreht sich langsam um sich selbst – um die senkrechte Linie, die durch den Mittelpunkt von oben nach unten geht. Und mit Ausnahme der leeren Trichter besteht die Tonne aus festem Stoff.

Lesabéndio befand sich nun mit dem Biba auf dem oberen Rande des Nordtrichters. Und dieser obere Rand zeigte viele hohe Gebirgsgipfel. Und nach unten gings zwanzig Meilen schräg ab in die Tiefe zum Mittelloch. Aber die Wände dieses Riesentrichters waren nicht flach und glatt – sie zeigten wie der Rand oben viele zackige Gipfel und viele schroff abfallende Felswände. Aber diese Felswände waren auch nicht glatt, sondern vielfach zerrissen und von vielen tiefen Tälern durchfurcht.

Die Pallasianer hatten nun wohl die Fähigkeit, infolge ihres Saugfußkörpers hoch in die Lüfte zu springen und sich auch in den Lüften mit Hilfe ihrer Rückenflügel schwebend zu erhalten, sodaß sie leicht zu jeder Bergspitze und überallhin gelangen konnten. Diese natürliche Fortbewegungsart erschien aber den Pallasianern sehr bald nicht schnell genug. Und sie hatten daher in den beiden Trichtern unzählige sogenannte Bandbahnen hergestellt, die die Gipfel und Täler nach vielen Richtungen hin – schräg, waagrecht und auch senkrecht – miteinander verbanden.

Die Bandbahnen bestanden aus langen Bändern, die nicht viel breiter als fünf Meter waren und sich an den beiden Endpunkten auf automatisch tätigen Rollen sehr schnell fortbewegten; ein Bandstück bewegte sich oben und das andre unten. Nun brauchte der Pallasianer nur auf das Band aufzuspringen und sich mit seinem Saugfuß auf dem Bande festzuheften – so sauste er mit rasender Eile dahin. Am Schluß sprang dann der Pallasianer ab und flog mit der gegebenen Geschwindigkeit so lange durch die Luft weiter, bis er eine zweite Bahn erreicht hatte, die ihn mit derselben Schnelligkeit wie die erste weiter beförderte.

Nun liefen immer sehr viele Bandstreifen auch in andrer Richtung, sodaß alle Trichterwände nach allen Richtungen hin leicht befahren werden konnten. Die Bandstreifen bewegten sich natürlich sämtlich ohne Unterlaß, da die rotierende Tätigkeit der Rollen, um die die Bandstreifen rumgelegt waren, nicht aussetzte.

Die Bandbahnen boten ein Bild der heftigsten Verkehrsfreude; die Pallasianer flogen immerzu auf die Bänder rauf und immerzu wieder von den Bändern runter, sodaß langsam in natürlicher Bewegung dahinschwebende Pallasianer durch ihr langsames Schweben auffielen – wie träge Nichtstuer.

Um ihre Saugfüße ein wenig zu schonen, pflegten zusammenfahrende Pallasianer aufeinander zu sitzen – was zuweilen sehr drollig aussah. So saß auch der Biba mit seinem Saugfuß auf Lesabéndios Rücken hinter den Flügeln, als die Beiden auf den Bandbahnen rasch einem ferner gelegenen Berggipfel zustrebten. Nachher saß der Lesabéndio auf dem Biba. Die Beiden kamen rasch weiter im oberen Teile des Trichters und überflogen mindestens dreißig breite Talschluchten in ein paar Augenblicken.

Und dann flogen sie rasch von der letzten Bahn ab nach oben hinauf auf die Spitze eines sehr hohen Berggipfels, auf dem Tausende von Pallasianern ganz still dasaßen und ein neues Bauwerk anstarrten.

Das Bauwerk war ein Glasturm.

Doch dieser Glasturm ragte eine volle deutsche Meile in den Weltenraum hinauf.

Und so wars sehr natürlich, daß Tausende von Pallasianern dieses neue Bauwerk ganz still anstarrten.

Der Pallasianer Nuse, der diesen Turm gebaut hatte, sah jetzt den Lesabéndio mit dem Biba heranfliegen und breitete gleich seine Kopfhaut wie einen riesigen Regenschirm seitwärts aus und brachte den Rand seiner Kopfhaut zum Schwingen. Lesabéndio und Biba taten dasselbe; so pflegten sich die Pallasianer immer zu begrüßen, wenn sie gern miteinander sprechen wollten.

Und sie sprachen miteinander.

Viele feine Falten glitzerten dabei neben den Mundwinkeln der Pallasianer. Und die messerscharfen Nasen zuckten öfters.

Der Glasturm war ein Lichtturm, der heftig leuchten sollte – in der langen Nacht. Die lange Nacht war auf dem Pallas so lang wie ein Monat auf der Erde; der Tag war ebenso lang.

Der eigentliche Lichtspender ist aber auf dem Pallas nicht die Sonne, sondern eine weiße große Wolke, die hoch über dem Nordtrichter befindlich ist.

Diese weiße Wolke leuchtete jetzt auch in vollem Glanze. Die Berge auf dem Trichterrande waren auch zumeist weiß; nur einzelne Stellen zeigten blaue und graue Farben; in der Tiefe des Trichters waren die blauen und grauen Farben dunkler und vorherrschend, sodaß man da das Weiße nur vereinzelt sah.

Die Gesichter der Pallasianer hatten gelbe Farbe – nur die Augen waren braun und die Lippen ebenfalls, während die Kopfhaut aufgesperrt innen radiale braune Streifen auf gelbem Untergrunde zeigte; die Rückseite der Kopfhaut war dunkelbraun. Der kautschukartige dunkelbraune Körper hatte viele große und kleine gelbe Flecke.

Nuse hatte schon viele Lichttürme gebaut – zumeist auf den Berggipfeln, die sich tiefer im Nordtrichter befanden – aber keiner der Lichttürme hatte den zehnten Teil der Größe erreicht, die der Lichtturm erreichte, vor dem jetzt Tausende von Pallasianern staunend dasaßen.

Nuse klagte und sagte:

»Es ist so unsäglich schwierig, die Pallasianer zu so großen Arbeiten zu überreden. Ich will doch eigentlich noch hundert solche Türme bauen. Aber meine guten Freunde wollen vorläufig noch nicht; sie wollen immer wieder was Andres.«

»Oh«, versetzte da der Lesabéndio, »das ist ja das Geheimnis unsrer Kraft: je mehr Schwierigkeiten und Hindernisse von uns zu überwinden sind, um so mehr wächst unsre Kraft. Und es läuft doch alle unsre Tätigkeit nur darauf hinaus, uns immer kräftiger, größer und bedeutender zu machen.«

Alle Tätigkeit der Pallasianer konzentrierte sich aber darum: den Stern Pallas weiter auszubauen – umzubauen – besonders landschaftlich zu verändern – prächtiger und großartiger zu machen.

Und sie hatten vor nicht allzulanger Zeit ein Material im Innern ihres Tonnensterns entdeckt, das den Horizont ihrer Baugelüste merklich erweiterte. Dieses Material hieß Kaddimohnstahl und bestand aus unzerbrechlichen meilenlangen Stangen.

Mit solchen Stangen war auch der neue Lichtturm erbaut; ohne dieses neue Material hätte man natürlich nicht so hoch in die Höhe gehen können.

Der Pallasianer Dex, der neben Nuse stand, wußte mit diesem Kaddimohnstahl am besten umzugehen; auf dem gegenüberliegenden Teile des Trichterrandes hatte er zwei riesige Bergspitzen in riesigem Bogen miteinander verbunden, und Manesi, der Vegetationsarrangeur, hatte diesen Bogen, der im Halbkreise die beiden Gipfel verband, mit hängenden und hochaufragenden Pallas-Bäumen besetzt. Auch der Manesi stand neben dem Nuse.

Nuse war nur Beleuchtungsarrangeur und sehr stolz auf seinen ganz bunten Glasturm, der übrigens im oberen Teile sehr viele Ausbuchtungen und weit heraustretende Ausläufer zeigte; die letzteren sprangen wie radiale Strahlen aus dem Turm heraus.

Als die Fünf den Turm genug bewundert hatten, machten sie aus ihren Augen wieder lange Fernrohre, schlugen die Kopfhaut wie ein Futteral um die Fernrohraugen rum und sahen sich jetzt die neue Schöpfung des Dex an, die noch nicht fertig war und gegenüber auf dem Trichterrande in einer Entfernung von zwanzig Meilen auch recht kühn in den Weltenraum hinaufragte.

Dann bat der Nuse die vier anderen Herren, mit ihm auf die Spitze des neuen Glasturmes zu steigen.

Der Himmel war dunkelviolett, und man sah auch all die grünen Sterne am Himmel – auch die dunkelgrüne Sonne, neben der ein kleiner hellgrüner Komet sichtbar wurde. Oben mitten über dem Nordtrichter leuchtete die weiße Wolke. Aber die weiße Wolke bekam schon ein paar dunkelgraue Flecke.

»Wir müssen uns beeilen!« sagte der Nuse. Und danach sprangen die Fünf in den Turm, und jeder von ihnen nahm dort ein Instrument in die Hand, das einer großen Kneifzange ähnelte.

Im Innern des Turmes rollten dicke Seile über Rollen. Diese Seile wurden mit den Kneifzangen fest angepackt – und dann wickelte der Pallasianer blitzschnell seinen Unterkörper um die langen Druckstangen der Kneifzange herum – und flog so in ein paar Sekunden zur Spitze des Turmes hinauf. Die Hemmvorrichtungen funktionierten oben auf einer Strecke von tausend Metern, sodaß sich die Zange im richtigen Moment oben von dem Seile loslöste, ohne daß der Passagier Gefahr lief, auf der Spitze des Turmes gleich weiter hinauf in den Weltenraum hinaufzufliegen.

Die Fünf waren also bald oben. Und oben sagte der Lesabéndio sehr heftig:

»Wundervoll ist ja hier die Aussicht. Ich wundre mich nur, daß wir so hoch gekommen sind. Wenn wir vom Gipfel unsrer Trichterrandberge aus uns mit Hilfe der schnellsten Bandbahnen in die Höhe schießen lassen, so erreichen wir kaum eine Höhe von dreihundert Metern, und mit solchem Turmbau kommen wir siebentausendfünfhundert Meter hoch. Wenn das nicht seltsam ist, so weiß ich nicht, was seltsamer wäre. Unsre Leuchtwolke oben hat abstoßende Kraft. Wie wärs, wenn wir nun diese abstoßende Kraft überwänden, indem wir noch höhere Türme bauten?«

»Wie willst Du«, fragte nun der Dex, »das anfangen?« »Wir bauen«, versetzte Lesabéndio, »auf jeden Trichterrandgipfel einen meilenhohen, ganz schlanken Turm, der sich nach der Mitte des Trichters hinüberbeugt. Dann verbinden wir die Spitzen dieser schiefen Türme durch einen Ring, dessen Durchmesser kleiner ist als der Durchmesser des Trichterrandes. Und dann bauen wir auf diesen Ring wieder schiefe Türme, verbinden wieder die Spitzen der schiefen Türme durch einen noch kleineren Ring – und fahren so in fünfzig bis hundert Etagen fort – dann sind wir oben mitten in der Wolke und wissen bald, was sich dahinter oder über der Wolke befindet. Ich vermute, daß da oben das Geheimnis unsres Lebens verborgen ist.«

Da schmunzelten die vier Herren, die dem Lesabéndio zugehört hatten. Und dann lachte der Nuse und sagte:

»Schöner Bauplan das! Aber ich möchte wissen, wo Du die Bauleute herbekommst. Ich kriege sie nicht zu einem zweiten Turm – und Du willst, wenn ich nicht irre, an die tausend Türme bauen.«

Dex rief danach:

»Und das Material? Ei, da müßten wir noch viel Kaddimohnstahl ausbuddeln! Obs so viel gibt? Ich glaube allerdings, daß es ganz bestimmt so viel gibt.«

Da bestürmten die Andern den Dex zu sagen, woher er das wisse. Und er erzählte ihnen etwas von seinen Entdeckungen und Vermutungen.

Währenddem wurde oben die Wolke immer dunkler und senkte sich dann mit ungeheurer Schnelligkeit hinab – und machte Nacht auf dem Pallas, indem sie sich um den ganzen Tonnenstern herumwickelte; nur unter dem Südtrichter ließ sie eine freie Aussicht in den Weltenraum übrig.

Diese Wolke bestand aus Trillionen feinster Spinngewebefäden, die sich durcheinander spannen, ohne sich zu verwickeln und zu verknoten.

Die Sterne des Himmels waren nun nicht mehr zu sehen. Dafür leuchteten im Nordtrichter Hunderte von Nuses kleineren Lichttürmen auf, und der große Lichtturm, auf dessen Spitze die fünf Herren standen, leuchtete mit vielen beweglichen buntfarbigen Scheinwerfern so mächtig in die Nacht hinein, daß aus der Tiefe des Kraters ein großes Beifallsgeschrei hervor drang.

Nun wollte Biba mit Manesi und Dex rasch zum Centralloch des Sterns, um dort die merkwürdige Musik zu hören, die sich immer beim Einbruch der Nacht hörbar machte; sie schossen wieder mit der Seilbahn auf ihren Zangen zur Tiefe hinunter und benutzten unten eine Tunnelbahn, die ebenfalls eine Seilbahn war – und auf der man auch mit Zangen in zwei Minuten die zwanzig Meilen bis zum Centralloch hinuntersausen konnte. Solche Tunnelbahnen gab es sehr viele. Und in allen Tunneln wurden an Stelle der Bandstreifen starke Seile verwandt. Nuse blieb auf seinem Turm.

Und Lesabéndio sprang von der Turmplatte aus hoch in die Höhe – er kam aber nicht fünfzig Meter hoch und breitete danach oben seine Rückenflügel aus und schwebte seitwärts schräg in den Trichter hinein und sah dabei sich langsam drehend überall die unzähligen elektrischen Lichter im Trichter. Und es waren nicht nur die Lichttürme des Nuse, die da leuchteten; alle Bäume hatten an Stelle der Früchte und Blüten größere und kleinere Ballons, die am Tage schlaff herunterhingen, nachts aber sich weit aufblähten und leuchtende phosphoreszierende Farben in die Nacht hinausstreuten.

Leuchtkäfer gabs auch – sehr viele.

Und Lesabéndio leuchtete wie alle Pallasianer ebenfalls an einzelnen Stellen seines Körpers – wenn ers wollte.

Er zog seinen langen Schlangenleib im Kreise hintenüber und erfaßte mit seinem Saugfuß seinen Hinterkopf und schwebte so langsam sich drehend mit ausgebreiteten Flügeln in bequemster Lage langsam zur Tiefe. Die Nacht war köstlich.

Drittes Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Lesabéndio schwebt langsam in großen Kurven durch den erleuchteten Nordtrichter hinab zum Centrum des Sterns, in dem die Sofanti-Musik ertönt. Er kommt durch das Centrum mit Sofanti in den Südtrichter, wo die Magnetbahnen zu finden sind. Nachdem die merkwürdigen Verhältnisse der Anziehungskraft, die im Südtrichter nächtlicher Weile vieles auf den Kopf stellen, erörtert sind, werden die beiden Führer Peka und Labu im Gespräch mit Lesabéndio vorgeführt. Danach wird die Scheinwerferuhr und das Einschlafen der Pallasianer um Mitternacht geschildert – dabei auch das Rauchen des Blasenkrautes.

Ganz langsam schwebte Lesabéndio zur Tiefe – immer mit dem Saugfuß am Hinterkopf – und dabei zog er bald den einen Flügel ein und bald den anderen, sodaß er kreiste in mächtigen hinuntergezogenen Spiralkurven.

Er kam an vielen, senkrecht aufragenden Nuse-Türmen vorüber, und er sah mit seinen Fernrohraugen alle Seiten des zwanzig Meilen tiefen Trichters und sah die vielen tiefen Grotten und all die Bergkegel, die vor den Grotteneingängen emporragten, und er sah die unzähligen breiten Brücken, die sich hoch über den Schluchten und Abhängen hinüberspannten zu den anderen Seiten, und er sah auch die vielen künstlichen Kuppeln, die manche Abgründe überwölbten – er sah die Kuppeln alle von oben – und sie waren sämtlich von unten aus von bunten Kristalllampen durchleuchtet.