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Niemand sieht es kommen. Und plötzlich ist alles anders. Was einst getragen hat, zerbricht: Beziehungen, Sicherheiten, Selbstbilder. Inmitten von Überfluss bleibt eine Leere – und die Frage, was wirklich wichtig ist. Dieses Buch erzählt die schonungslose Geschichte einer Frau, die äußerlich alles hatte und innerlich alles verlor. Am Tiefpunkt entdeckte sie sieben Schritte der Wahrheit: unbequem, schlicht und erstaunlich wirksam. Schritte, die nicht reparieren wollen, sondern nach innen führen – zu Klarheit, psychischer Gesundheit und neuer Freiheit jenseits von Perfektionismus und Selbstoptimierung. Radikal ehrlich, mit viel Humor und Mut, lädt Birgit Jankovic-Steiner zur Selbstbegegnung ein. Denn genau dort beginnt ein freies, lebendiges und wahrhaftiges Leben. Inklusive QR-Code für einen psychologischen Test!
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Seitenzahl: 190
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Über das Buch
Niemand sieht es kommen. Und plötzlich ist alles anders.
Was einst getragen hat, zerbricht: Beziehungen, Sicherheiten, Selbstbilder. Inmitten von Überfluss bleibt eine Leere – und die Frage, was wirklich wichtig ist.
Dieses Buch erzählt die schonungslose Geschichte einer Frau, die äußerlich alles hatte und innerlich alles verlor. Am Tiefpunkt entdeckte sie sieben Schritte der Wahrheit: unbequem, schlicht und erstaunlich wirksam. Schritte, die nicht reparieren wollen, sondern nach innen führen – zu Klarheit, psychischer Gesundheit und neuer Freiheit jenseits von Perfektionismus und Selbstoptimierung.
Radikal ehrlich, mit viel Humor und Mut, lädt Birgit Jankovic-Steiner zur Selbstbegegnung ein. Denn genau dort beginnt ein freies, lebendigesund wahrhaftiges Leben.
Inklusive QR-Code für einen psychologischen Test.
Wie dieses Buch entstand
Die 7 Schritte der Wahrheit
Schritt 1 – Innere Leere:der Hohlraum
Schritt 2 – Masken: die Manipulationsfalle
Schritt 3 – Fehlende Liebe: das Herzvakuum
Schritt 4 – Paradoxe Ehrlichkeit: der Brutal-Check
Schritt 5 – Bekenntnisse: die Schattenbeichte
Schritt 6 – Loslassen: der Rucksack-Drop
Der Notfallkoffer
Schritt 7 – Selbstverzeihen: die Heimkehr
Die 7 Schritte – das Resümee
Schlussworte
„In einer Welt, die vollerDunkelheit ist, bleibt das Lichtdes Hoffens das Einzige, wasniemals erlischt.“
„In einer Welt, die voller Dunkelheit ist, bleibt das Licht des Hoffens das Einzige, was niemals erlischt.“
Vielleicht kennst du Alice, die aus einer Laune heraus einem weißen Kaninchen folgte und plötzlich in einer Welt landete, die völlig auf den Kopf gestellt war. Eine Welt, in der nichts mehr Sinn ergab und alles gleichzeitig fremd und doch seltsam vertraut schien. Tja, ich fühlte mich ihr nah – sehr nah. Denn während Alice in ein Wunderland fiel, bin ich in mein ganz persönliches Wundenland gestolpert, das alles andere als zauberhaft war. Keine Teepartys mit Hutmachern, keine sprechenden Grinsekatzen, die mich aufmunterten. Stattdessen ein harter, schmerzhafter Abstieg in die tiefsten Abgründe meiner Seele. Ein Prozess, bei dem ich zusehen musste, wie das sorgsam zurechtgelegte Konstrukt, das ich für mein Ich gehalten hatte, einfach in sich zusammenfiel.
Mein Leben lag in so vielen Scherben, dass ich es nicht einmal mehr zusammenfegen wollte. Doch in diesen Scherben fand ich eine Art inneren Kompass, der mich nicht zurück in mein altes Leben führte, sondern in ein neues. Ich entdeckte Dinge, die ich zuvor nicht hatte sehen wollen. Die Auseinandersetzung damit tat weh, aber sie führte mich aus der Dunkelheit heraus.
Alice kehrte aus dem Wunderland zurück, verändert, aber reifer. Ich kehrte aus meinem Wundenland zurück – nicht als eine, die alle Antworten weiß, aber als eine, die gelernt hat, dass es nicht darum geht, perfekt zu sein. Es geht darum, sich selbst zu genügen – mit all den Fehlern, Narben und Eigenheiten. Es geht darum, einen Richtwert zu haben, der nicht im Außen liegt, sondern tief in einem selbst verankert ist. Das ist der wahre Schatz, den ich in meinem Wundenland gefunden habe. Und dieser Schatz fließt nicht nur in die Beratungen der Menschen ein, die ich begleite, sondern hat auch seinen Platz in diesem Buch gefunden: die 7 Schritte der Wahrheit.
Das Navi deines Lebens – wie du dieses Buch liest
Bei meinen „7 Schritten der Wahrheit“ handelt es sich um eine Methode aus dem neuen System, die Glauben und Psychologie miteinander verwebt, denn das alte System hat ausgedient.
Meine Methode verspricht nichts, was sie nicht halten kann, soll aber eine Tür öffnen – zu einer neuen Sicht auf das Leben. Jeder Schritt entspringt meiner eigenen Geschichte. Es ist ein lebendiger Erfahrungsweg, der dir auf einfache Weise deine eigene Wahrheit zeigen kann. Oft erkennen wir uns in den Geschichten anderer wieder. Und manchmal sind es gerade die kleinen Dinge, die etwas in uns verändern – ein Satz, ein Blick, ein Moment, der hängen bleibt. Diese kleinen Impulse haben oft mehr Kraft als große Worte oder Taten, weil sie uns direkt berühren und ohne Anstrengung etwas in uns öffnen.
Es ist wichtig, dass du dieses Buch der Reihe nach liest, also Schritt für Schritt vorgehst und nichts überspringst. Aber du selbst entscheidest, ob du das, was ich gemacht habe, auch tun möchtest.
Lehn dich zurück und komm mit mir auf eine Reise vom Außen ins Innere, denn das neue System funktioniert nicht mehr im Außen. Diese Reise, die Veränderung, braucht Zeit, und in jedem Fall Geduld: Geduld für dich selbst, Geduld für deinen Prozess, Geduld für dein Inneres, das endlich verstehen darf, dass es jetzt wirklich um dich geht. Geduld wird oft mit warten verwechselt, bedeutet aber in Wahrheit: Vertrauen in den richtigen Zeitpunkt, ohne den eigenen Weg aufzugeben. Daher ist es wichtig, dass du nicht mehr nur darauf aus bist, möglichst schnell etwas zu ändern, damit das Außen endlich passt, und dass du nicht mehr glaubst, du müsstest alles sofort lösen, um die Erleichterung im Außen zu spüren. Es geht darum, das Licht zu finden, das in dir selbst liegt. Und das kann nicht erzwungen werden – es darf entstehen.
Meine Einladung an dich
Dieses Buch ist für Menschen, die keine Lust mehr auf Selbstoptimierung haben, sondern radikale Ehrlichkeit suchen. Offenheit für eine höhere Kraft ist willkommen – aber keine Voraussetzung. Deshalb sind auch manche Fragen an den Kapitelenden als Gedankenexperimente formuliert. Reflexionsfragen sind wie innere Unterbrechungen. Sie holen dich aus dem gewohnten Denken heraus und führen dich an den Punkt, an dem du dich selbst beobachtest. Wenn du dir diese Fragen stellst, musst du umdenken. Dein Kopf löst sich aus der Schleife aus Rechtfertigung, Angst und alten Mustern und beginnt, etwas Neues zu lernen, eine andere innere Haltung.
Jede ehrlich beantwortete Frage gibt Aufschluss über dein automatisches Verhalten. Du erkennst, wo du dich anstrengst, um zu genügen, oder wo du dir selbst ausweichst. Dieses Erkennen ist der Beginn von Bewusstsein. Dein System begreift mit der Zeit, dass Wahrheit sicher ist. Deshalb sind die Reflexionsfragen der Kern. Sie schulen dein Nervensystem darin, still zu werden, zu fühlen und ehrlich zu antworten. So entsteht Heilung, durch das Wiederfinden der eigenen Wahrheit.
Wir spüren oft nicht, wie stark der Körper unter Spannung steht. Er arbeitet im Hintergrund und hält dich funktionsfähig, auch wenn er längst erschöpft ist. Eine Übung, die mir sehr geholfen hat, ist die Stressampel. Spür einmal in dich hinein. Steht sie auf Grün, ruhig, präsent und verbunden? Oder auf Orange, aufmerksam und in Bereitschaft? Oder auf Rot, wenn alles in dir arbeitet, um durchzuhalten? Diese einfache Wahrnehmung verändert vieles. Sie zeigt, wo du dich gerade befindest. Dein Körper darf verstanden werden, bevor er sich beruhigt. Reflexionsfragen machen genau das möglich. Sie bringen Licht in das, was sonst verborgen bleibt. Jede ehrliche Antwort führt dein System in eine neue Richtung. Dort beginnt Bewusstsein und genau dort entsteht Heilung.
Dieses Buch ist keine Anleitung zum Glücklichsein, keine To-do-Liste, kein Märchen mit einem vorgefertigten Happy End – obwohl sich mein Leben mittlerweile fast so anfühlt. Es ist vielmehr eine Einladung, in deine Wunden zu blicken und darin das Wunder zu finden. Denn ja, Wunder und Wunden liegen oft näher beieinander, als wir glauben wollen.
Dieses Buch ist meine Art zu sagen: Bitte, schau hin. Nicht, weil etwas mit dir nicht stimmt, sondern weil du erkennen darfst, was sich in deinem Leben wiederholt. Vielleicht ist es der gleiche Typ Mensch, der immer wieder an anderen Stellen auftaucht. Oder ein ständiges Hinterherlaufen – der Liebe, dem Geld, der Anerkennung. Vielleicht sind es Ängste, die dich unmerklich steuern. Dieses Buch hilft dir, genau diese Muster zu erkennen und zu verstehen, warum der metaphorische Kellner dir immer wieder denselben Teller bringt. Bis du aufstehst, die Karte selbst in die Hand nimmst und etwas anderes bestellst. Du musst es nicht so weit kommen lassen, dass du dich vielleicht – so wie ich – vor einem Abgrund wiederfindest.
Wie war es also im alten System? Dort gab es klare Anlaufstellen. Man fragte Eltern, Lehrmeister, Pfarrer, Vorgesetzte. Es gab Wege, die schon begangen waren, und Regeln, die man nur befolgen musste. Schule, Beruf, Hauskredit, Pension. Wer zweifelte, bekam eine Antwort aus einem kleinen Kreis von Autoritäten. Diese Antworten gaben Sicherheit, weil sie Ordnung versprachen und Verantwortung verteilten. Unbedingt heiraten, auf jeden Fall Kinder, ein vernünftiger Job, von dem man sich nicht mehr erwartete, als dass er die Rechnungen bezahlte.
Heute ist das Feld anders. Die alten Leitplanken tragen nur noch teilweise. Es gibt unendlich viele Stimmen, alle gleichzeitig, und jede behauptet, den richtigen Weg zu kennen. Algorithmen liefern Ratschläge im Sekundentakt. Der Markt der Meinungen ist groß, doch die Verantwortung landet wieder bei uns. Das neue System meint genau diesen Wechsel: weg von vorgefertigten Drehbüchern, hin zu einem inneren Kompass, der im Alltag ausprobiert und geschärft wird. Wen fragen wir also? Wir fragen Menschen, die mitgehen statt vorgeben. Eine Mentorin, die eine Frage zurückstellt und dich hinschauen lässt. Eine Gemeinschaft, die spiegelt statt bewertet. Wir fragen die Wirklichkeit, indem wir kleine Schritte testen und die Rückmeldung ernst nehmen.
Du musst nicht aufhören, zu fragen. Du fragst heute anders. Weniger nach fertigen Lösungen, mehr nach Wahrheit. Nicht „Wie macht man das?“, sondern „Was ist jetzt stimmig und trägt?“. Aus dieser Haltung wächst ein Weg, der dir gehört. Dieses neue System hat so viel mehr zu bieten, als du dir jemals vorstellen kannst.
Als ich die Methode der sieben Schritte entwickelte, war es mir wichtig, zu testen, ob sie auch bei anderen Menschen wirkt. Ich wollte sicher sein, dass das, was bei mir funktionierte, nicht nur ein Einzelfall war. Also erstellte ich Videokurse zum neuen System, betreute Menschen 1:1 durch diesen Prozess. Sie waren meine Testpersonen – mutige Seelen, die sich auf diesen Weg einließen, ohne zu wissen, was sie erwartete.
Und das Interessante? Fast alle sagten mir später: „Ich verstehe gar nicht, warum sich mein Leben so zum Besseren verändert hat. Wie konnte ich es so lange nicht sehen, dass ich noch immer im alten System verweilt habe? Es passierte einfach so – nebenbei, der Eintritt ins Wundenland hat mir eine Welt eröffnet, die ich vorher einfach nicht sah.“
Selbstheilung entsteht nicht durch ein künstliches „Ich liebe mich“, sondern durch den radikalen Mut, die eigenen Abgründe zu sehen, sie anzunehmen und dann bewusst neue Entscheidungen zu treffen – in Verbindung mit einer höheren Kraft, die alles trägt, wenn man selbst nicht mehr kann.
Es ist kein krampfhafter Prozess, kein schweißtreibendes Ringen um Veränderung. Die Transformation kommt leise, fast unscheinbar. Wie ein Vorhang, der sich langsam öffnet, bis plötzlich das Licht hereinströmt.
Wenn du also zu den Menschen gehörst, die das alte System nicht mehr fühlen, sondern ein neues Leben haben wollen, dann bist du hier genau richtig.
So, es wird Zeit, loszulegen.
So, es wird Zeit, loszulegen. Darf ich vorstellen: die 7 Schritte, die dir zeigen, was in deinem Leben wirklich wahr ist. Sie führen dich zu dem Kern, der oft hinter Geschichten, Rollen und alten Gewohnheiten verborgen liegt. Du erkennst, was dich lenkt, was dich festhält und was dich ruft. Diese Schritte sind wie die Etappen einer Reise. Jeder öffnet ein Stück mehr Verständnis, ein Stück mehr Klarheit dir selbst gegenüber. Es geht nicht darum, schnell anzukommen, sondern wahrhaftig da zu sein.
Damit du dich wirklich darauf einlassen kannst, ohne schon beim ersten Schritt gedanklich beim siebten zu sein, gehen wir die Schritte der Reihe nach durch, einen nach dem anderen. Dies ist keine transzendentale Rallye, bei der man Punkte sammelt, sondern eine Reise, die Raum braucht, um zu wirken.
Jeder der 7 Schritte hielt mir eine andere Wahrheit vor Augen: die innere Leere, die ich so lange ignoriert hatte; die Masken, die ich aufsetzte, um der Welt zu gefallen; die fehlende Liebe zu mir selbst, die ich verzweifelt im Außen suchte; die schmerzhafte Ehrlichkeit, die ich so lange mied; die Schuld, die ich auf meinen Schultern trug; die Lasten, die mich klein hielten; und die erlösende Vergebung, die am Ende auf mich wartete.
Damit du jedes Kapitel in Ruhe lesen kannst, findest du im Anschluss an jeden Schritt Reflexionsfragen, die du für dich selbst beantworten darfst. Pausen zwischen den Kapiteln helfen, das Gelesene zu verankern und innerlich weiterwirken zu lassen.
Ich selbst schreibe Gedanken am liebsten schwarz auf weiß. Wenn etwas auf dem Papier steht, bekommt es Gewicht. Es wird sichtbar, was vorher nur vage war. Man kann nachlesen, was sich verändert hat, oft schon nach dem ersten Schritt. Worte machen Entwicklung greifbar, sie zeigen dir, was sich bewegt hat und welchen Weg du schon gegangen bist. Und wer weiß, vielleicht wirst du schon bald sehr überrascht von dir sein.
Der tägliche Struggle lautet:funktionieren, lächeln, weitermachen.
Wenn der Schein trügt und das Außen glänzt, aber innen alles leer bleibt.
Von außen sieht vieles glänzend aus: das perfekte Lächeln aus dem Smartphone, der stabile Job der Nachbarin, der scheinbar mühelos schlanke Körper der Kollegin. Es ist ein kurioses Schauspiel. Wir denken ständig, dass es bei den anderen besser läuft, während wir selbst in der Falle des „Ich bin nicht genug“ zappeln. Das Absurde? Die anderen denken genau dasselbe über uns. Und doch gähnt innen oft eine Leere, die kein Applaus, keine Beförderung und keine Like-Anzahl dieser Welt füllen kann.
Der tägliche Struggle lautet: funktionieren, lächeln, weitermachen. Aber warum fühlt es sich trotzdem so leer an? Vielleicht, weil das „Ich“, dieses erlernte, angepasste Konstrukt, niemals satt, niemals wirklich zufrieden sein wird. Mein „Ich“ war immer hungrig. Hungrig nach Anerkennung, Erfolg, Zugehörigkeit. Doch egal, wie viel ich erreichte, es war nie genug. Ich dachte, der nächste Erfolg, die nächste Reise, das nächste Projekt, würde diese Leere füllen. Aber das passierte nicht. Es war, als würde ich ein Loch mit Konfetti stopfen und hoffen, dass es hält.
Hier begann meine und beginnt deine Reise. Mit der schmerzhaften, aber notwendigen Frage: Was fehlt wirklich? Ein Schritt, der mutig ist, denn er blickt direkt in den Abgrund, den man so lange ignoriert hat. Dieser Schritt offenbart die ungestillte Sehnsucht hinter unserer Hektik und unserem Funktionieren. Er zwingt uns, die innere Leere anzusehen, die nicht durch äußeren Erfolg, Beziehungen oder Anerkennung gefüllt werden kann. Die Leere zeigt dir nicht, dass dir etwas fehlt – sie zeigt, dass du dich selbst verloren hast. Sie ist kein Makel, sondern ein Weckruf.
Ich dachte viel. Ich analysierte alles. Denn das Denken war mein Schutzschild. Ein Schutzschild vor dem Fühlen. Denn tief in mir wusste ich: Wenn ich aufhörte zu denken, müsste ich die Leere spüren. Und davor hatte ich Angst. Diese Angst wurde mein unsichtbarer Begleiter, der mir nachts den Schlaf raubte und tagsüber meine Energie fraß.
Ich wünschte, ich könnte sagen, es gab ein sanftes Erwachen. Einen Moment, in dem die Erkenntnis wie ein warmer Sonnenstrahl durch die Wolken brach. Dem war nicht so. Was mich zur Wahrheit brachte, war kein spirituelles Erleuchtungserlebnis, sondern ein kalter, unbarmherziger Schlag. Es brauchte nur drei Fehlentscheidungen – drei scheinbar harmlose, nicht weiter bemerkenswerte Momente. Wie Dominosteine, die nacheinander umstürzten, bis mein ganzes Leben in sich zusammenfiel. Mein Erfolg, meine Firmen, mein Ansehen – alles verpuffte. Ein Leben, das von außen aussah wie ein teurer Sportwagen auf der Überholspur, landete plötzlich einen Totalschaden.
Von hundert auf wirklich null. Alles, was ich aufgebaut hatte, alles, wofür ich so hart gearbeitet hatte, war weg. Keine teuren Autos, keine Wohnungen, keine Designerklamotten. Kein „Ich bin beschäftigt“-Kalender, um meine Depression zu verstecken. Nur noch ich.
Ich fand mich auf einem Balkon wieder, in einem Hotel, das ich mir ganz bewusst ausgesucht hatte. Nicht, um dort zu bleiben. Sondern um zu gehen. Um dieser Welt den Rücken zu kehren. Meine Maske, diese perfekt inszenierte Fassade, die ich so lange getragen hatte, zerbrach in tausend Stücke.
Ich stand da und blickte in den Spiegel, den ich jahrelang gemieden hatte. Was ich sah, war das absolute Nichts. Keine Freude, keine Hoffnung, kein Funke von Leben. Nur Leere. Eine Leere, die wehtat. Keine leise, sanfte Leere, sondern eine, die brüllte. Laut, grausam, unbarmherzig. Sie zwang mich, hinzusehen – und dieses Hinsehen zerstörte mich. Es brachte mich zum Weinen, zum Flehen, zum Schreien.
„Wer bist du?“, fragte ich mich laut und verzweifelt. Doch die Antwort blieb aus. Nur Stille. Eine Stille, die sich wie ein Echo meiner inneren Verlorenheit anfühlte.
Neben der Leere kam die Scham. Scham, alles verloren zu haben. Scham, meine Familie enttäuscht zu haben. Scham, den Menschen, die mir vertraut hatten, eine Lüge vorgelebt zu haben. Ich dachte an all jene, die mich bewundert hatten. Die in mir ein Vorbild sahen. Wie sehr ich sie getäuscht hatte. Wie sehr ich sie enttäuscht hatte. Der Schmerz dieser Erkenntnis schnürte mir die Luft ab. Es war, als hätte ich nicht nur mich, sondern alle um mich herum im Stich gelassen. Der Moment, in dem man erkennt, dass man eine Maske trug, eine Rolle spielte, um dazuzugehören, der ist schmerzhaft und auf einmal stellt man alles infrage.
Ich glaubte, es wäre Zeit, diese Welt zu verlassen. Ich fühlte mich wie ein Monster, das keinen Platz mehr hatte. Niemand sollte mit mir zu tun haben. Niemand sollte meine Leere spüren, meine Fehler, meine selbstzerstörerische Kraft. Der Schmerz war allgegenwärtig, die Scham erdrückend. Ich war sicher, dass es keinen Ausweg gab.
Mein Kopf war voll von diesen Gedanken. Ein Wirbelsturm aus Schuld, Schmerz und Hoffnungslosigkeit. Ich stand dort, wirklich und in echt, am Rande eines Balkons. Die Welt unter mir, mein Herz in tausend Scherben. Kein lauter Film-Moment, keine dramatische Musik, kein Zittern, kein Schluchzen. Nur diese unfassbare Stille in mir, diese Leere, die sich anfühlte, als hätte sie mich bereits verschluckt.
Ein Schritt – und es wäre vorbei. Endlich Ruhe. Endlich keine Fassade mehr. Kein Verstecken, kein Kaschieren, keine Disziplin, um die Dämonen zu bekämpfen, die sowieso immer gewannen. Ich wollte mir das Leben nehmen, nicht weil ich sterben wollte, sondern weil ich kein „Ich“ mehr hatte, das noch lebte.
Doch das Leben, so kaputt es auch schien, hatte andere Pläne. In diesem Moment, in dieser tiefen Dunkelheit, geschah etwas. Nichts Großes. Kein Wunder, kein helles Licht, keine göttliche Stimme, die mich rief. Es war nicht das, was man sich vorstellt, wenn jemand „eine Eingebung hat“ oder „zur Besinnung kommt“.
Es war viel banaler. Ich wollte nur noch rasch das Licht im Hotelzimmer ausschalten. Das war alles. Ein winziger Reflex aus einem längst vergangenen Alltag. Ich hatte es so oft getan – das Licht ausmachen, bevor ich gehe. Weil es sich so gehört. Weil man das eben so macht. Weil ich immer noch ein Mensch war, der sich darum kümmerte, dass der Strom nicht unnötig verbraucht wurde.
Und in genau diesem Moment, als ich mich umdrehte, um den Schalter zu drücken, kam es über mich. Nicht wie eine Welle, nicht wie ein Erdbeben – sondern wie ein Bällebad aus Liebe.
Ich kann es nicht anders beschreiben. Es war kein einzelner Gedanke, kein klarer Satz, sondern ein Gefühl, das mich von allen Seiten umhüllte. Warm, weich, unendlich tief. Ein Gefühl, das sagte: „Du bist nicht allein auf diesem Weg.“
Und das war das Verrückte daran – ich hatte mich noch nie so allein gefühlt wie in diesem Moment. Und doch war ich es nicht.
Vielleicht war es Gott. Vielleicht war es der Heilige Geist. Vielleicht war es eine Liebe, die schon immer da war, aber die ich erst in diesem Moment absoluter Kapitulation überhaupt wahrnehmen konnte. Vielleicht, dachte ich, gibt es doch noch etwas. Einen Funken. Eine winzige Möglichkeit. Ein Gedanke, der nicht stark war, aber stark genug, um mich einen Schritt zurücktreten zu lassen. Einen Schritt weg vom Abgrund. Einen Schritt hinein in die Möglichkeit, dass es einen anderen Weg geben könnte. Einen Weg, der nicht einfach war, nicht bequem, nicht glänzend oder makellos. Aber einen Weg, der echt war.
Was mich bis heute daran staunen lässt: In solchen Augenblicken größter Verzweiflung scheint im Inneren etwas aufzuspringen, das man mit dem Kopf kaum begreifen kann. Manche Forscher sagen, dass das Gehirn in Extremsituationen ähnlich reagieren kann wie unter bestimmten bewusstseinsverändernden Stoffen. Es öffnet sich, alte Schutzmauern werden weicher, neue Verbindungen entstehen. Gefühle von Vertrauen, Nähe, Klarheit oder Mut können plötzlich auftauchen, nicht weil man eine Substanz genommen hat, sondern weil das Leben selbst einen in diesen Grenzbereich der Wahrnehmung führt.
Ich behaupte nicht, dass mein Erleben chemisch zu erklären ist. Aber vielleicht war dieser Moment, in dem sich alles in mir weitete, nicht nur ein Wunder ohne Grund, sondern ein Zusammenspiel von Erschöpfung, Hingabe und einer Kraft, die größer war als ich. Vielleicht war es genau in dieser Öffnung, in dieser letzten Lücke zwischen aufgeben und hoffen, in der Gott Platz fand.
Ich stand da, das Herz schwer, die Augen leer. Aber irgendetwas in mir hatte sich verändert. Vielleicht war das der Punkt, an dem ich begriff, dass mein altes System in mir zerbrach, wie bei so vielen von uns. Das neue System rief mich, doch ich hatte keine Ahnung, wie ich dort hinkommen sollte. Vielleicht, nur vielleicht, war das Leben noch nicht ganz fertig mit mir. Und vielleicht, so absurd es klang, war ich noch nicht ganz fertig mit dem Leben. Erst da begriff ich: Mein „Ich“ hatte immer nach außen gelebt. Mein wahres Selbst, das hinter dieser Fassade verborgen war, hatte ich ignoriert, verdrängt, vergessen. Ich hatte ein Leben für andere gebaut, aber keines für mich selbst. Genau das war der Ursprung meiner Leere.
Die Leere ist kein Makel, sondern ein Weckruf
Die innere Leere kann unterschiedliche Gründe haben. Während ich von außen das Bild einer erfolgreichen, wohlhabenden Frau abgab, stand meine Freundin Stefanie genau am anderen Ende dieser inneren Leere. Sie war alleinerziehend, der Vater ihrer Kinder gestorben, ihre Eltern früh verstorben, ihre Geschwister zu erschöpft vom eigenen Leben, um zu helfen. Stefanie kämpfte sich jeden Tag durch. Sie ging arbeiten, mühte sich ab, versuchte alles, um ihren Kindern ein besseres Leben zu bieten. Doch es reichte nie. Am Ende des Geldes war noch zu viel Monat übrig. Ein täglicher Überlebenskampf.
Und doch, trotz all des Strebens, trotz all der Mühe, fühlte auch sie diese Leere. Eine andere Ausgangssituation, dieselbe innere Gefühllosigkeit. Wir sprachen oft darüber, warum sie weitermachte. Warum sie morgens aufstand, ihre Kinder versorgte, zur Arbeit hetzte, die Rechnungen stapelte, den Kopf senkte und trotzdem weiterlief. Ihre Antwort? Meistens ein Schulterzucken. Manchmal ein erschöpftes Lächeln. Vielleicht war ihr „Wozu?“ der Gedanke an ihre Kinder – genauso wie mein „Wozu?“ meine perfekt polierte Maske war, die mir garantierte, etwas wert zu sein.
Und hier liegt die paradoxe Verbindung zweier Frauen, deren Leben nicht unterschiedlicher hätten sein können: Stefanie fühlte sich leer, weil sie ständig gab und es nie genug war. Ich fühlte mich leer, weil ich ständig versuchte, alles zu geben, um endlich irgendwo dazuzugehören, gesehen zu werden, aber nichts davon konnte mein Inneres füllen. Zwei Seiten derselben Medaille, zwei Extreme – und doch dieselbe Grundfrage: Wozu?
