Lieblingssongs - L.C. Wizard - E-Book

Lieblingssongs E-Book

L.C. Wizard

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Beschreibung

Es ist oftmals nicht nur die Melodie, die einen Song unvergesslich macht, sondern es sind die Liedtexte oder Hintergrund-Informationen zur Entstehung des Stücks, die berühren und zum Nachdenken bzw. zu bestimmten Handlungsweisen anregen. Die vorgestellten Lieblingssongs in diesem Buch zum Musikgenre Fusion Jazz haben nicht nur den Autor begeistern können. Sie sind v.a. auch gut geeignet, darzustellen, welche historischen Gegebenheiten sowie Erlebnisse, Gedanken und Botschaften der Künstler bei der Entstehungsgeschichte bzw. der Musik- und Textproduktion der einzelnen Songs zugrunde lagen.

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Seitenzahl: 90

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Inhalt

Einleitung

Lieblingssongs Fusion Jazz:

Frank Zappa „The Gumbo Variations“ (1969)

Chicago „Poem 58“ (1969)

Focus „Anonymus“ (1970)

Chicago „25 Or 6 To 4“ (1970)

Frank Zappa „Waka / Jawaka“ (1972)

Santana „Every Step Of The Way“ (1972)

Return To Forever „Theme To The Mothership“ (1973)

Mahavishnu Orchestra „Miles Beyond“ (1973)

Santana „Samba De Sausalito“ (1973)

Return To Forever „Earth Juice“ (1974)

Mahavishnu Orchestra „Lila´s Dance“ (1975)

Al Di Meola „The Wizard“ (1976)

Weather Report „Barbary Coast“ (1976)

George Duke „Liberated Fantasies“ (1976)

Jean-Luc Ponty „Renaissance“ (1976)

Opa „Goldenwings“ (1976)

Caldera „El Juguete“ (1976)

Jean-Luc Ponty „Mirage“ (1977)

Airto Moreira „I´m Fine, How Are You?“ (1977)

Al Di Meola „Race With Devil On Spanish Highway“ (1977)

Caldera „Triste“ (1977)

George Duke „Don´t Let Go“ (1978)

Al Di Meola „Cruisin´“ (1982)

Miles Davis „Splatch“ (1986)

Weather Report „This Is This“ (1986)

George Duke „Fuzzzion“ (1989)

Incognito „Thinking ´Bout Tomorrow“ (1993)

Trilok Gurtu „Believe“ (1994)

George Duke „500 Miles To Go“ (1995)

George Duke „Let´s Roll“ (2002)

John McLaughlin „To Bop Or Not To Be“ (2006)

George Duke „Somebody Laid It On Us“ (2008)

John McLaughlin „Panditji“ (2015)

Airto Moreira „Misturada“ (2017)

Hugo Fattoruso „El Romance Del Sordo“ (2018)

Robbie Krieger „The Drift“ (2020)

Shakti „Shrini´s Dream“ (2023)

Bücher und Magazine

Quellenangaben

Einleitung

Kaum jemand kann und will sich ein Leben ohne Musik vorstellen, denn sie ist mehr als nur ein schöner Zeitvertreib oder ein schönes Hobby und gehört wie Essen und Schlafen für viele untrennbar zum Mensch-Sein dazu.

Die Lieblingsmusik kann Balsam für die Seele sein und positive Emotionen wie Fröhlichkeit oder Spaß auslösen, so dass schwierige Lebensphasen besser überstanden werden. Eine derartige Entwicklung kann wiederum die Kraft für ein längeres Leben beinhalten.1 Musik kann ein guter Freund sein2 und das Leben enorm bereichern. Immer wieder verbindet sie sich mit persönlichen Erlebnissen und dabei entstandenen Empfindungen.

Mancher Lieblingssong weckt mit seinen Texten oder Melodien Erinnerungen an bestimmte Ereignisse im Leben (siehe die Songbeispiele ab S. 16). Man denkt z.B. sogleich an die erste Liebe zurück, oder ein schlechter Tag kann sich mit der richtigen Musik zu einem guten entwickeln. Musik bewegt und berührt – ob jung oder alt, ob Frau oder Mann.3

Nach jährlich stattfindenden Untersuchungen von Musikvorlieben sind Rock- und Popmusik in fast allen Altersgruppen die bevorzugten Musikgenres in Deutschland. Andere beliebte Musikrichtungen sind Blues, Country- und Folkmusik, Klassische Musik, Hip-Hop, Rap, Heavy Metal, Punk, Techno, Jazz, Fusion Jazz, Funk u.a.4

Fusion Jazz – auch Jazzrock oder kurz Fusion genannt – ist eine seit den 1960er Jahren bestehende Musikrichtung, in der sich die musikalische Vielfalt des Jazz - eine in Amerika zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgekommene Kombination aus afrikanischen und europäischen Musiktraditionen5 - mit Funk-Elementen und Einflüssen aus der Rockmusik verbindet6.

Jazzrock entstand an der Westküste der USA und vor allem auch von New York City aus. Erste Protagonisten waren z.B. Jeremy and the Satyrs um den Jazz-Flötisten Jeremy Steig, das Gary Burton-Quartett (Gary Burton: Vibraphon), der Saxophonist und Flötist Charles Lloyd, The Free Spirits um den Gitarristen Larry Coryell (der manchmal auch als Pate des Fusion Jazz bezeichnet wird), der Saxophonist John Handy und das Jazz - Quartett The Fourth Way um den Pianisten Mike Nock und den Geiger Michael White.

Weitere Ansätze, Rock und Jazz zu verschmelzen, gab es Ende der 1960er Jahre außerdem bei den amerikanischen Bands Blood, Sweat & Tears, Chicago (siehe S. 20f), Dreams oder The Flock, die zur konventionellen Besetzung einer Rockband Bläser hinzufügten und mit ihrer komplexen Musik überzeugen konnten.

Für Europa sind in dieser Hinsicht z.B. die britischen Fusion-Bands Colosseum und If, The Graham Bond Organization um den Briten und Multi-Instrumentalisten Graham Bond oder The Dave Pike Set um den amerikanischen Vibraphonisten Dave Pike und den deutschen Gitarristen Volker Kriegel zu nennen.

Fusion entwickelte sich dann etwa ab 1970 zu einem Jazzstil, der immer mehr Menschen begeisterte und im Rückblick als „historische Stilrichtung“ bezeichnet werden kann, die die weitere Entwicklung des Jazz bis zum heutigen Tag stark beeinflussen sollte.7

Der große Erfolg dieser musikalischen Strömung etablierte sich v.a. mit den Veröffentlichungen „In A Silent Way“ (1969) und „Bitches Brew“ (1970) des Jazz-Trompeters Miles Davis (siehe S. 81f) mit seinen ebenfalls legendären Musikerkollegen Ron Carter (Bass), Chick Corea (später bei Return To Forever, siehe S. 37f), John McLaughlin (siehe S. 40f), Joe Zawinul (später bei Weather Report, siehe S. 52f), Airto Moreira (siehe S. 69f), Dave Holland (Bass), Herbie Hancock, Tony Williams (Schlagzeug) und Wayne Shorter (Saxophon).8

Die Integration von Rock und Funk in diesen neuen Jazz erfolgte parallel zur „Götterdämmerung des Rock Age“: Duane Allman, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Brian Jones und Jim Morrison starben, die Beatles lösten sich auf.

Das Rockfestival in Altamont (Kalifornien, USA) am 6. Dezember 1969 hatte sich wegen vier Todesfällen als größte Katastrophe des Rock Age erwiesen und die Hoffnungen auf eine Gesellschaft voller Toleranz und Hilfsbereitschaft, die v.a. beim Open-Air-Musikfestival in Woodstock vom 15. bis 18. August 1969 entstanden waren, relativiert. Quasi als Abschiedshymne der Rockzeit wurde 1971 der traurige Song „American Pie“ verstanden. Hier sang Don McLean vom „Tag, an dem die Musik starb“.9

Miles Davis´ Kompositionen mit großem kreativem Potential wiederum verbreiteten Aufbruchstimmung. Sie entwickelten sich in dieser Zeit kontinuierlich vom Jazz weg, und es wurden vermehrt Rock-, Funk- und auch Latin-Rhythmen eingefügt.

Jazz war bis dahin ausschließlich mit akustischen Instrumenten gespielt worden, doch jetzt wurden Instrumente wie E-Gitarre, E-Bass, E-Violine, E-Piano, Synthesizer oder auch mehr Blasinstrumente und Verstärker eingesetzt, die das Klangspektrum gewaltig erweiterten. Schlagzeug und Bass waren nun nicht mehr nur begleitende Taktgeber, sondern entwickelten sich zu auf gleicher Stufe stehenden Soloinstrumenten.10

Andere wichtige und kommerziell bisweilen sehr erfolgreiche Namen des Fusion Jazz aus dieser und späterer Zeit neben den bisher genannten Musikern sind z. B.: Frank Zappa (s. S. 16f), Focus (s. S. 24f), Santana (s. S. 32f), Mahavishnu Orchestra (s. S. 40f), Al Di Meola (s. S. 49f), George Duke (s. S. 55f), Jean-Luc Ponty (s. S. 58f), Opa (s. S. 61f), Caldera (s. S. 64f), Trilok Gurtu (s. S. 92f), Hugo Fattoruso (s. S. 110), Robbie Krieger (s. S. 112), Shakti (s. S. 114), Billy Cobham, Keith Jarrett, Pat Metheny, Klaus Doldingers Passport, Jaco Pastorius, Flora Purim, Magma, Stanley Clarke, Soft Machine, Jeff Beck, Lenny White, Brand X, Azteca, Gong, Fourth World, Mandrill, Brian Auger´s Oblivion Express, Nucleus.11

Darüber hinaus entstanden einige Untergattungen des Fusion-Stils, so z.B. Pop Fusion (Crusaders, Fourplay, David Sanborn) oder Jazzfunk (Incognito –> siehe S. 88f, Alphonse Mouzon, Spyro Gyra).

Fusion Jazz bzw. Jazzrock ist bis dato beliebt und war immer auch eine Grundlage für die stetige Weiterentwicklung des Jazz als eine internationale Sprache mit unterschiedlichen Ausprägungen.

Er hat darüber hinaus ein Publikum kreiert, das sich für die komplizierteren musikalischen Abläufe des „fröhlichen Bastards“12 Jazzrock interessiert und diese aufregend-rhythmische, swingende und intelligente Musik nicht missen möchte.

Einige Künstler dieses Genres haben bis heute Erfolg und spielen nach wie vor eine wichtige Rolle, sowohl als Studiomusiker, auf Konzerten als auch als stilübergreifende Künstler in verschiedenen Musik-Genres.13, 14

Die 34 Lieblingssongs in den folgenden Kapiteln repräsentieren über fünfzig Jahre aus dem Musikgenre Fusion Jazz. Sie haben sowohl über ihre Melodien, Rock - Rhythmen und Jazz - Harmonien als auch über einen ggf. vorhandenen Liedtext eine starke emotionale Verbindung zum Autor und anderen Menschen herstellen können.

Denn Songs bzw. deren Melodien und Texte enthalten häufig intensive Gefühle, emotionale Gedanken zu zeitlosen gesellschaftlichen oder politischen Themen, persönliche Geschichten, Metaphern und Botschaften der Texter.

Mit Hilfe dieser „Brücken zu unseren innersten Emotionen“ wird der Hörer zum Nachdenken und zu einer genaueren Beschäftigung mit den Themen eingeladen, die in den Liedern vertont bzw. angesprochen werden.

Die in den Texten gewählten Wörter und Sätze oder auch der Songtitel können dabei sowohl den individuellen Hintergrund des Künstlers als auch universelle menschliche Erfahrungen beleuchten.15

Die im Folgenden vorgestellten Songs sind außerdem in guter Weise geeignet, darzustellen, welche historischen Umstände bzw. wissenswerten Erlebnisse, Gedanken und Botschaften der Künstler bei der Entstehungsgeschichte bzw. der Musik- und Textproduktion der einzelnen Songs zugrunde lagen.

Frank Zappa „The Gumbo Variations“

„The Gumbo Variations“ wurde 1969 veröffentlicht. Der Song ist von Frank Zappa komponiert worden. Er ist als Titel 5 (12:55 Min.) auf dem Album „Hot Rats“ vertreten (Label: Bizarre Records; Produktion: Frank Zappa).16

Frank Zappa (zappa.com) war ein amerikanischer Komponist, Arrangeur, Tontechniker sowie Regisseur und wurde in Baltimore (Maryland, USA) geboren. Schon als junger Mann eignete er sich das Gitarre-, Schlagzeugund Klavierspielen an, trat in den nächsten Jahrzehnten mit zahlreichen Bands auf (Veröffentlichung von rund 100 Alben insgesamt), schrieb Filmmusik und wurde darüber hinaus als Produzent lokaler Bands bekannt.

Mit der Rockband The Mothers Of Invention und dem Doppelalbum „Freak Out!“ (1966) gelang Frank Zappa der Durchbruch. Die Musik dieser Gruppe, die mit Unterbrechungen insgesamt zehn Jahre bestand, zeichnete sich durch viele beeindruckende Rhythmus- und Taktwechsel, verwirrende Beats und Breaks sowie sozialkritische und satirische Texte aus.

Auch ihre verrückte Bühnenshow trug entscheidend zur Entstehung eines Subkultur-Mythos bei. Bis zu ihrer endgültigen Auflösung im Jahr 1976 erschienen weitere bahnbrechende Alben der Mothers Of Invention (= Mothers; z.B. das bereits in Teilen jazzrockige Album „Uncle Meat“, 1969). Eine erfolgreiche Soloveröffentlichung Zappas war im Jahr 1969 das Album „Hot Rats“, das als eines der ersten Jazzrock-Alben überhaupt gilt.

Die folgenden Solo - Alben „Chunga´s Revenge“ (1970), „Waka / Jawaka“ (1972), „The Grand Wazoo“ (1972), „Over-Nite Sensation“ (1973), „Apostrophe“ (1974) und „One Size Fits All“ (1975), die zum Teil auch mit den Mothers entstanden, kombinierten Jazzrock, Funk und Rock´n´Roll derartig gut, dass Spitzenplatzierungen in den Charts erreicht wurden.

Nachdem die Mothers aufgelöst worden waren, verfolgte Frank Zappa († 1993) verschiedene andere Musikprojekte, für die er zahlreiche Auszeichnungen erhielt: z.B. Grammy-Verleihung für das Album „Jazz From Hell“ (1986); Verleihung Lifetime Achievement Award in den 1990er Jahren; Silberne, Goldene und Diamantene Schallplatten für Hunderttausende verkaufter Alben.17

In der Fachwelt ist man sich nicht ganz einig, ob das ebenfalls 1969 erschienene „Bitches Brew“ von Miles Davis oder „Hot Rats“ von Frank Zappa das erste Jazz-Rock-Album der Musikgeschichte ist.18

Das insbesondere in Europa kommerziell erfolgreiche Album stellt eine Zäsur in Frank Zappas musikalischem Stil dar und enthält bis auf eine Ausnahme („Willie The Pimp“) ausschließlich instrumentale Fusion-Musikstücke in äußerst ansprechenden Arrangements mit hoher kompositorischer Qualität.

Frank Zappa selbst hat „diese „Mischung aus stetigem Beat, packendem Groove und rasenden Improvisationen“ und „diesen funkensprühenden, komplexen und trotzdem unmittelbar eingängigen Melodienreigen auf dem Cover dann auch Kino für die Ohren genannt“.19

„Hot Rats“ war das erste Album Frank Zappas, das sich in Deutschland im Album-Chart wiederfand und in Australien, den Niederlanden sowie in UK die Top 20 erreichte. Weltweit gesehen war es das erste Top - Ten - Album Zappas (Platz 9 in UK).20 Auf Compact Disc erschien das Album im Jahr 1987 in Amerika bei Rykodisc und in Europa bei Zappa Records.