Lieder eines Sommers - Cath Crowley - E-Book

Lieder eines Sommers E-Book

Cath Crowley

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Beschreibung

Jeden Sommer verbringt Charlie bei ihrem Großvater auf dem Land. Jeden Sommer versucht sie vergeblich, die Freundschaft der mürrischen Rose und deren Freunden Luke und Dave zu gewinnen - besonders die von Dave. Und jeden Sommer verbringt sie stattdessen mit ihrer Gitarre, übt und schreibt neue Lieder. Aber dieses Jahr ist es anders: Zum ersten Mal schwimmen sie und Rose zusammen, reden, lachen. Und auch mit Dave kommt sie sich immer näher – Dave, der so ist wie ein Song in Dur. Aber will Rose wirklich Charlies Freundschaft oder hat sie ein ganz anderes Ziel im Blick?

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Veröffentlichungsjahr: 2014

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Außerdem von Cath Crowley bei CARLSEN: Graffiti Moon Carlsen-Newsletter Tolle neue Lesetipps kostenlos per E-Mail!www.carlsen.de Alle Rechte vorbehalten. Unbefugte Nutzungen, wie etwa Vervielfältigung, Verbreitung, Speicherung oder Übertragung, können zivil- oder strafrechtlich verfolgt werden. In diesem E-Book befinden sich Verlinkungen zu Webseiten Dritter. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass sich die Carlsen Verlag GmbH die Inhalte Dritter nicht zu eigen macht, für die Inhalte nicht verantwortlich ist und keine Haftung übernimmt. Impressum Alle deutschen Rechte bei CARLSEN Verlag GmbH, Hamburg 2014 Originalcopyright © 2005 by Cath Crowley Originally published in different form in Australia by Pan Macmillan Australia 2005 under the title CHASING CHARLIE DUSKIN Published in the USA under the title A LITTLE WANTING SONG Umschlaggestaltung: Suse Kopp Umschlagschriften »Monbijoux« und »Angel Tears« von Billy Argel Aus dem Englischen von Henning Ahrens Lektorat: Franziska Leuchtenberger Satz und E-Book-Umsetzung: Dörlemann Satz, Lemförde ISBN: 978-3-646-92671-2 Alle Bücher im Internet unterwww.carlsen.de

Für Nancy und Joe Davis und für Jessie und Tom Crowley – meine wunderbaren Großeltern

Der Morgen graut, als Dad und ich aus der Stadt verschwinden. Es ist der zweite Sonntag in den Ferien, und wir laden unsere Sommersachen in das alte blaue Auto und brechen auf. Es ist noch so früh, dass sich Dad jede Menge Schlaf aus den Augenwinkeln wischt. Ich wische ein paar Tränen weg. Sie kleben und laufen in salzigen Bahnen, die ich bis zum Stadtrand schmecken kann, über meine Wangen. Dies ist unser erstes Weihnachten auf dem Land nach Grans Tod.

Um sechs Uhr geht die Sonne auf und hüllt das Auto in ihr Licht. Blendend hell. Dad hat die Brille auf und behält blinzelnd die Straße im Blick, aber ich? Ich schließe die Augen. Ich nehme die Welt lieber mit den Ohren wahr. Auf dieser Welt hat alles eine Stimme; die meisten Menschen hören nicht gut genug hin. Der Sonnenaufgang klingt wie die trägen Akkorde, die ich heute Morgen auf meiner Gitarre gespielt habe. Traurige Akkorde in h-Moll.

»Augen auf, Charlie«, flüstert Mum. »Sonst verpasst du den Tag, Liebes.« Aber was soll ich schon verpassen? In letzter Zeit sind meine Tage irgendwie dahingestolpert. Wie eine immer atemloser werdende Stimme. Wie eine Hand, die den Blues spielt. Wie jemand, der, wenn wir schon mal beim Thema sind, auf Jeremy Magdens Party zum Abschluss der zehnten Klasse sein Bikinitop im Pool verlor. Mum meint, das Glas sei immer halb voll. Na gut, dann war ich eben halb nackt.

Das Schlimmste an der Sache war, dass die Party richtig gut begann. Ich redete und riss Witze, und ich war super drauf und dachte: Geschafft – endlich bin ich so, wie die meisten anderen Leute sind. Wie die meisten anderen sind, kann ich allerdings nicht genau sagen.

»Wirf mal ein Auge auf Alex, denn der wirft gerade ein Auge auf dich«, sagte Dahlia, und wir lachten. Ich hatte ein gutes Gefühl, denn sie war offenbar nicht mehr sauer. Außerdem warf endlich mal ein Typ ein Auge auf mich, anstatt einfach nur durch mich hindurchzusehen. Ich spürte diesen Rhythmus unter der Haut, einen leisen Disco-Beat, der in mir pulsierte. So fühle ich mich immer, wenn ich allein Gitarre spiele, aber in Gesellschaft nie.

An dem Tag aber schon. Ich hatte die erste Zeile eines neuen Songs im Kopf. Ein Song über einen Typen und eine Party und ein Lächeln. Die Wörter lagen mir auf der Zunge, und die Melodie kreiste in meinem Blut, und sie kam mir so laut vor, dass ich dachte: Wenn Alex mich küssen würde, könnte er sie durch meine Haut hören.

Und ich wollte, dass er sie hörte. Weil ich an den meisten Tagen allein und ohne Gesang spiele, und weil sein Grinsen wie ein Stromstoß durch meine Knochen ging. Weil Dahlias neue Freunde mich vielleicht mögen würden, wenn ich bei der Partynachlese bei Louise Spatula nicht nur über Musik redete.

»Du siehst gut aus. Die Sonnenbrille bringt’s. Du schaffst das«, sagte Dahlia zu mir. Und ich glaubte ihr. Ich war zuversichtlich. Ich war bereit.

»Und nicht vergessen«, sagte Louise, »sogar eine aufblasbare Puppe könnte Alex rumkriegen.«

Das war gemein. »Danke. Das vergesse ich ganz sicher.« Aber ich vergaß es nicht. Wenn es schieflief, würde Louise das überall herumerzählen, und ich wäre für den Rest meiner Highschool-Zeit noch weniger wert als eine Plastikpuppe. Dahlia ging mit Louise rein, damit es keine Gaffer gab, nur tat sie es leider zu spät. Der Disco-Rhythmus in meinem Inneren verstummte. Und als ich zu Alex ging, summte ich einen Song, den ich »Fuck« nannte, weil er nur aus diesem einen Wort bestand.

Ich hatte die ganze Zeit den Refrain im Kopf und war so mit Summen beschäftigt, dass ich das Footballspiel gar nicht wahrnahm. Ich latschte mitten hinein. David Amar warf den Ball; Joseph Ryan rannte los, um ihn sich zu schnappen, und ich kam ihm in die Quere. Ich lief ein paar Sekunden vor ihm her, wich dann aus und purzelte in den Pool. Eher unerwartet, aber nicht ganz uncool.

Es war irgendwie komisch. Bis mir bewusst wurde, dass sich mein Bikinitop durch den Sturz ins Wasser gelöst hatte und wegen des wilden Getobes um mich herum nicht mehr wiederzufinden war.

Ich schwamm dicht am Grund entlang, riss die Augen auf, suchte zwischen den Beinen der anderen. Zu dem Zeitpunkt hätte ich vielleicht noch etwas Originelles aus zwei Chipstüten und einem Blatt basteln können, aber ich hatte nichts zur Hand. Einfach gar nichts. Da war nur diese leise Stimme in meinem Inneren, die nach einer normalen Begegnung mit einem Jungen schrie, einer einzigen. Meinetwegen auch nach einer unnormalen, aber bitte schön mit Klamotten.

Am besten, dachte ich, wäre es wohl, wenn ich mich langsam bewegte, damit niemand auf mich aufmerksam wurde. Da ich auf Partys sowieso meist unsichtbar war, erwartete ich damit schließlich kein Wunder. Ich kam aus dem Wasser und ging zu meinem Handtuch. Louise war wieder draußen, aber sie bemerkte mich nicht, ich war wie Hintergrundmusik für sie. Ich glaubte schon, noch mal Schwein gehabt zu haben.

Bis ich sah, dass auf dem Stuhl nicht mein Handtuch, sondern eine Packung Taschentücher lag. Eine bescheuerte Packung mit Taschentüchern. Aber ich bin durchaus optimistisch. Ich nahm ein paar Taschentücher. Aus meinen Haaren tropfte Wasser, und eine Sekunde später lösten sich die Tücher in meinen Händen auf. »Fuck« ist offenbar ein Song für jede Gelegenheit.

»Oh, mein Gott, Charlie, deine Titten gucken raus!«

»Ach wirklich, Louise«, sagte ich, als jeder Junge in Jeremys Garten seinen Jäger-und-Sammler-Blick aktivierte und ihn auf meine Brust heftete. »Titten« ist ein Wort wie »Feuer« oder »Waffe« oder auch »Geld ohne Gegenleistung«. Man muss einfach hingucken.

Und Alex guckte hin.

Jason Tyler lachte quiekend wie immer, und Louise stimmte ein, und dann lachten alle. »Du hättest mir diesen Bikini im Laden zeigen sollen«, sagte Louise, als sie ihr Handtuch zurechtrückte. »Ich hätte dir vom Kauf abgeraten.«

Und das war’s. Ich wurde in Louise Spatulas Zeitmaschine gesogen und fand mich in der dritten Klasse wieder. Damals hatte ich Mitschülern Kleingeld gegeben, weil sie ihnen eingeredet hatte, ich müsste dafür blechen, um mit ihnen befreundet zu sein. Und mir fiel ein, dass Dahlia in der Fünften zu mir gesagt hatte: »Ab jetzt bezahlen sie dich.«

Genau dies sagte auch ihr Blick, als sie mir auf Jeremys Party ein Handtuch reichte. Ich ging mit meinen Sachen ins Bad. Ich starrte eine Weile in den Spiegel. Dann wandte ich mich ab und wirbelte wieder herum, als wollte ich mich selbst überraschen. Oder herausfinden, wie die anderen mich sahen. Wie mich jemand namens Alex sah. Mein Anblick war nicht umwerfend. Aber auch nicht ganz übel.

Ich zog mich an und kehrte zum Pool zurück, mit der Haltung: Scheiß auf euch. Ihr habt meine Haut gesehen, na toll. Was für eine Sensation. Eure Haut hat auch schon jemand gesehen, außer, ihr seid mit Designerjeans und T-Shirt auf die Welt gekommen. Genau das wollte ich sagen, aber Louise kam mir zuvor. »Schön, dass du wieder da bist, Vierauge.«

Das war atemberaubend, und zwar auf die übelste Art: Mir blieb die Spucke weg. Jason lachte noch einmal quiekend, und Dahlia rutschte mit ihrem Handtuch näher an Louise heran und sagte: »Deine Haare tropfen, Charlie.« Ich sagte, ich wolle gehen, und sie sagte Tschüs. Nicht bis morgen oder bis später. Nur Tschüs. Ein flacher, harter Ausklang.

Dahlia kam einige Wochen nach dem Beginn der fünften Klasse an meine Schule, und wir verstanden uns auf Anhieb. Bis dahin hatte ich mich noch nie mit jemandem auf Anhieb verstanden. Keine Ahnung, warum nicht. Vielleicht, weil die Zahl der Schüler in der Klasse immer ungerade war und ich zu schüchtern gewesen war, um mich mit jemandem zusammenzutun.

Vor der vierten Klasse war es nicht so schlimm gewesen, allein zu sein. Ein Vorteil hatte darin bestanden, dass ich mein Mittagessen nicht hatte teilen müssen, das immer superlecker war, weil mein Dad es jeden Tag machte, und er ist Chefkoch. Aber nach den Sommerferien wünschte ich mir verzweifelt eine Freundin.

Dahlia hörte in der großen Pause, wie ich Gitarre spielte. Ich saß vor dem Klassenzimmer auf der Treppe und spielte die Coverversion eines Songs von Johnny Cash, den meine Mum mir beigebracht hatte. »Warum sitzt du hier ganz allein?«, hatte sie gefragt.

Ich sagte: »Nur so.« Und wechselte zu einem Song, den sie vermutlich kannte, und sie blieb. Dahlia konnte kein Instrument spielen, aber richtig laut mitsingen.

Und sie futterte den Schokoladenkuchen meines Dads so schnell, wie ich es noch nie erlebt hatte. »Pass auf«, sagte sie damals am ersten Tag. »Ich kann zugleich essen und singen.« Sie stopfte sich ein faustgroßes Kuchenstück in den Mund und sang etwas, das nach Madonna klang. Wir lachten so laut, dass sich die Kinder nach uns umdrehten. Was die anderen über mich dachten, war ihr egal. »Charlie ist lustig«, sagte sie. »Und ihr seid alle stinklangweilig.«

Manchmal übernachtete sie bei mir, und dann drehten wir das Radio auf und sangen mit, bis wir heiser waren. Wir fanden erst ein Ende, wenn Dad um drei Uhr nachts heimkam. Dann erstarrte Dahlia, in ihrem Superwoman-Pyjama und mit einer Haarbürste als Mikro. Sie sagte: »Sie können sich ein Lied wünschen, Mr Duskin!« Sie packte das Schweigen, das in unserem Haus herrschte, und schlug es in Stücke.

Alles war super, bis Louise auf der Bildfläche erschien. Der Lehrer hatte für die neunte Klasse einen Sitzplan erstellt, auf dem sie neben Dahlia saß, und von jenem Tag an nahm die Sache ihren Lauf. Dahlia meint immer, Louise sei netter, als man denkt, aber Umfragen besagen das Gegenteil: Besser tot, als sie zur Feindin zu haben. Andrew Moshdon kann ein Lied davon singen.

Im letzten Schuljahr fragte Louise eines Nachmittags im Bus: »Kannst du bitte den Platz tauschen, Andrew? Ich will neben Dahlia sitzen.«

»Hast du eine Reservierung?« Er drehte sich zum Fenster um. Ringsumher hatten es alle gehört. Greg Forego pfiff leise. Andrew war ein toter Mann.

Eine Woche später, so wurde erzählt, pinkelte er während der Schulsportwettkämpfe ins Schwimmbecken. Nur war er gar nicht in der Nähe des Wassers gewesen, sondern hatte den ganzen Tag neben mir am Tisch der Zeitnehmer gesessen, über meine Witze gelacht und mir seine Mütze geliehen. Die Jungen begannen, ihn Pisser zu nennen, und die Mädchen nannten ihn Schwein. Bei den meisten Jungen hätte kein Hahn danach gekräht, aber Andrew war anders. Andrew las während der großen Pause in der Bücherei. Er hasste Fußball. Er war auf die Hilfe von Charlie Duskin angewiesen.

Nachdem diese Gerüchte aufgekommen waren, sprach er mich im Flur an. »Ich habe dich überall gesucht. Du musst den Leuten die Wahrheit über den Wettkampftag erzählen.« Er klang, als könnte ich ihn retten.

Ich sah ihm ins Gesicht und ahnte, wie er sich fühlte, und ich sagte: »Ich war auch nicht den ganzen Tag ununterbrochen mit dir zusammen, Andrew.« Er wirkte verwirrt, aber nur kurz.

Später in der neunten Klasse wurde er zu dem Jungen, der im Unterricht furzte. In der Zehnten war er der Typ, der beim Sprechen spuckte. Ich hätte diesem Gerede selbst dann kein Ende setzen können, wenn ich ihn in Schutz genommen hätte, und wenn ich ihn in Schutz genommen hätte, hätte ich Louise gegen mich aufgebracht und Dahlia verloren.

Aber ich verlor sie sowieso.

Nach Jeremys Pool-Party machte ich mich zu Fuß auf den langen Heimweg. Ich ließ mir Zeit, weil ich hoffte, dass dann zu Hause eine Nachricht auf mich warten würde. Vor einem Jahr hätte Dahlia ganz sicher angerufen und gesagt: »Ich muss es wissen, im Namen der Wissenschaft: Wie fühlt man sich, wenn man nackt vor einem Typen steht?«

Ich hätte etwas erwidert wie: »Schwer zu sagen, aber um der romantischen Liebe willen kann ich nur hoffen, dass es sich besser anfühlt, als nackt vor fünfzig Jungen zu stehen.«

Es kam keine Nachricht. Ich war jahrelang Dahlias zweite Hälfte gewesen. Aber manche Dinge scheinen sich so schleichend zu verändern, dass man es nicht bemerkt. Man spielt einen H-Dur-Septakkord mit einem D als Basston, und dann verfliegt das Dis, und übrig bleibt nur h-Moll. Das klingt ziemlich traurig.

Also holte ich meinen Gitarrenkasten heraus, huckelig und kalt wie eine Apfelsinenschale. Ich übe fast täglich mehrere Stunden, und wenn ich traurig bin, übe ich noch länger. Ich lasse die Verschlüsse aufschnappen und öffne den Deckel, und darunter schlummert etwas Süßes. Ich spiele, bis der Klang mich ausfüllt, üppig, golden und warm wie das Holz. Das hier ist meine Stimme: geschmeidig und ebenmäßig. Ich singe nur, wenn ich allein bin. Ich singe schön und sauber. Ein Jammer, dass ich meine Gitarre am Pool nicht dabeihatte; ich hätte mich dahinter verstecken können.

Nach der Party saß ich da, sang ein paar Lieder und dachte daran, wie ich Andrew Moshdon im letzten Jahr behandelt hatte. Ich suchte seine Nummer im Telefonbuch und starrte sie eine Ewigkeit an, fragte mich, was man zu einem Typen sagte, den man im Regen hatte stehenlassen, weil er erledigt gewesen war, und an den man sich erst über ein Jahr später wieder erinnerte. Da ich die richtigen Worte nicht fand, improvisierte ich.

»Hey, Andrew. Hier ist Charlie«, sagte ich, hörte als Antwort aber nur ein Atmen. »Charlie Duskin.«

»Ich weiß, wer du bist.«

»Tja. Na ja, du warst heute nicht bei der Pool-Party.«

»Guter Witz, Charlie. Ich platze gleich vor Lachen.«

»Ich wollte nicht … Ich weiß, dass du das im letzten Jahr nicht getan hast.« Ich war fest davon überzeugt, dass er nicht ins Schwimmbecken gepinkelt hatte, aber wie sollte ich ihm das glaubhaft machen?

»Ich muss los.«

»Wenn du einen guten Witz willst«, sagte ich, bevor er auflegen konnte, »dann verlier mal vor fast allen Jungen des zehnten Jahrgangs dein Bikinitop.«

Ein kurzes Schweigen, und dann sagte er: »Ich trage keine Bikinis.«

»Da hast du Glück.«

Und ich erzählte ihm alles, über Alex und den Beat unter meiner Haut, über das Footballspiel und die Taschentücher und Louise. Ich sang ihm sogar meinen Song mit dem Titel »Fuck« vor. Ich hatte ganz vergessen, dass Andrew so cool lachen konnte.

Wir erfanden zusammen einen neuen Song. Einen über Louise. Wie sich herausstellte, reimen sich mehr Wörter auf Spatula, als man denkt. »Manchmal fühlt man sich gleich besser, wenn man singt«, sagte ich vor dem Auflegen.

»Ich finde, du solltest ihr den Song vorsingen.«

»Ja«, sagte ich in einem Ton, der mehrere Bedeutungen haben konnte.

Jeremys Party ist eine Woche her, und Dahlia hat seither kein einziges Mal angerufen. Ich schaue auf mein Handy, als wir auf den Freeway fahren. Immer noch nichts. Dad fädelt sich viel zu langsam in den Verkehr ein, und ich glaube kurz, dass unser letztes Stündlein geschlagen hat, aber dann räumen die anderen Autos eine Spur für uns, und Dad kann fahren, wie er will, ohne dass die Leute hupen. Das Schild verrät mir, dass es noch dauern wird, bis wir da sind. Dreihundert Kilometer. Laut Vorhersage ist es in ganz Australien heute glühend heiß. Die Hitze, Dads Fahrstil und die Tatsache, dass ich keine einzige Nachricht auf dem Handy habe, geben mir das Gefühl, dass wir noch tausend Kilometer vor uns haben. Mindestens.

Sonntagmorgens ist dieser Ort so still wie eine Geisterstadt. Ich sitze seit der siebten Klasse immer wieder allein am Freeway, um dem Verkehr zuzuschauen. Man hört nur die Vögel und den Wind und die vorbeibrausenden Autos. Alle rasen auf dem Weg von einem Ort zum anderen hier durch. Niemand bleibt.

Ich kann es den Leuten nicht verübeln. Ich hätte an allen möglichen Orten auf diesem Planeten geboren werden können, aber ich habe die Welthauptstadt der Pinkelstopps und Getränkepausen erwischt. Luke, mein Freund, sagt immer, er findet das total ätzend. Und ich finde es auch ätzend. Es gibt Tage, da bin ich so genervt, dass ich die Autos mit Steinen bewerfe, weil sie hier wegkommen und ich nicht.

»Wenn du wirklich von hier fortwillst, schaffst du das auch, Rose«, sagte Mrs Wesson, die unsere zehnte Klasse in Naturwissenschaften unterrichtet. Aber man braucht einen starken Willen, um aus einem solchen Ort zu verschwinden. Man muss es so sehr wollen, dass man an nichts anderes mehr denkt, von nichts anderem mehr träumt oder redet. Und an manchen Tagen habe ich das Gefühl, diese Willensstärke nicht zu besitzen.

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