Linux Manjaro - Robert Gödl - E-Book

Linux Manjaro E-Book

Robert Gödl

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Beschreibung

  • Manjaro Schritt für Schritt installieren und einrichten
  • Alle wichtigen Linux-Grundlagen: Dateimanager, Paketverwaltung, Befehle am Terminal u.v.m.
  • Fortgeschrittene Themen wie Systemoptimierung, Shell-Skript und Sicherheit unter Linux

Mit diesem Buch gelingt Ihnen der Einstieg in Manjaro ohne Vorkenntnisse. Sie lernen die Distribution mit den unterschiedlichen Desktops KDE Plasma, GNOME und XFCE kennen und erfahren, wie Sie Manjaro entweder als einziges Betriebssystem oder parallel zu Windows auf Ihrem PC installieren.

Der Autor zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Software über die Paketverwaltung installieren und aktualisieren sowie das Terminal (die Kommandozeile von Linux) für zahlreiche Aufgaben einsetzen wie das Suchen, Verschieben und Löschen von Dateien und Verzeichnissen, die Optimierung des Systems und das Einrichten von Automatisierungen.

Darüber hinaus werden auch fortgeschrittene Themen wie das Rechtemanagement, Netzwerkfreigaben und Fernzugriff sowie die Sicherheit unter Linux ausführlich und praxisnah erläutert.

Mit leicht verständlichen Erklärungen, zahlreichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen und praktischen Tipps gibt Ihnen der Autor alle Grundlagen an die Hand, um Linux Manjaro effektiv im Alltag einzusetzen.

Aus dem Inhalt:

  • Live-System, Erstinstallation und Bootmanager
  • Desktops: KDE Plasma, GNOME und XFCE
  • Linux-Grundlagen: Verzeichnisstruktur, Systemd, Benutzerverwaltung und Rechtesystem
  • Software installieren und verwalten
  • Die wichtigsten Terminal-Befehle
  • Software-Tipps für den Alltag
  • Open-Source-Software für professionelle Anforderungen
  • Automatisierung und System-Optimierung
  • Shell-Skript-Grundlagen
  • Netzwerk: SSH, NFS und VPN
  • Sicherheit: Firewall, Iptables, Rootkits aufspüren, Backups und mehr

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Seitenzahl: 486

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Inhaltsverzeichnis
Impressum
Einleitung
Warum Manjaro?
Was bietet dieses Buch?
Kapitel 1: Einführung
1.1 Was ist eigentlich Linux?
1.2 Die Vorteile von Linux
1.3 Betriebssystem für Profis und Freaks oder doch mehr?
1.4 Geschichtliches
1.5 So viele Distributionen – warum Manjaro?
Kapitel 2: Manjaro ausprobieren und installieren
2.1 Woher bekommt man Manjaro?
2.2 ‌Startmedium/‌Live-Medium erstellen
2.2.1 ‌ISO-Datei ‌brennen
2.2.2 ISO-Datei auf einen‌ USB-Stick kopieren
2.3 Start des Systems und mögliche‌ Start-Probleme lösen
2.3.1 Manjaro startet nicht
2.3.2 Das Bootmenü
2.3.3 ‌Hardware- und ‌Treiberprobleme lösen
2.4 Das‌ Live-System – Installation muss nicht sein
2.5 Manjaro‌ installieren
2.5.1 ‌Hardware-‌Voraussetzungen
2.5.2 ‌Datensicherung
2.5.3 Start der‌ Installation von Manjaro
2.5.4 ‌Partitionieren der ‌Festplatte
2.5.5 Ersten‌ Benutzer anlegen
2.5.6 ‌Office-Paket auswählen
2.5.7 Abschluss der Installation
Kapitel 3: Die grafische Oberfläche
3.1 Warum gibt es so viele‌ grafische Oberflächen?
3.2 ‌KDE Plasma
3.2.1 Der Desktop
3.2.2 Grundlegende‌ Systemeinstellungen unter KDE
3.2.3 ‌Plasmoide/‌Miniprogramme
3.2.4 ‌‌Virtuelle Arbeitsflächen unter KDE
3.2.5 ‌Dolphin – Der KDE-‌Dateimanager
3.2.6 ‌Tastenkombinationen für den Start von Anwendungen
3.2.7 ‌KDE Connect – ‌Android und Linux
3.2.8 Weiteres zu KDE Plasma
3.3 ‌GNOME
3.3.1 Der Desktop
3.3.2 Grundlegende‌ Einstellungen unter GNOME
3.3.3 GNOME‌ Shell-Extensions
3.3.4 ‌Virtuelle Arbeitsflächen unter GNOME
3.3.5 ‌Nautilus – Der GNOME-‌Dateimanager
3.4 ‌XFCE
3.4.1 Der Desktop
3.4.2 Grundlegende‌ Einstellungen unter XFCE
3.4.3 ‌Thunar – Der ‌Dateimanager von XFCE
3.5 Weitere‌ Desktop-Umgebungen
3.5.1 ‌Budgie – Schlank und schnell
3.5.2 ‌Cinnamon – Beliebt bei Umsteigern
3.5.3 ‌Mate – GNOME 2.X
3.5.4 ‌Enlightenment – Ressourcenschonend und auffällig
3.5.5 ‌LXDE und ‌LXQT – Schlank und praktisch
3.5.6 ‌DDE – Einfach und ressourcenschonend
3.6 ‌Window-Manager
3.6.1 ‌Fluxbox, ‌Openbox und ‌Blackbox
3.6.2 ‌WindowMaker – Schlank und komfortabel
3.6.3 ‌I3 – ‌Tilling Window-Manager
Kapitel 4: Manjaro-Grundlagen
4.1 Der‌ Administrator und de‌r Nutzer
4.1.1 Mit‌ administrativen Rechten arbeiten
4.2 Die‌ Verzeichnis-Hierarchie von Linux
4.2.1 Das Wurzel‌-Verzeichnis
4.2.2 Das‌ Home-Verzeichnis
4.3 Das Linux‌-Rechtesystem
4.4 ‌Systemd – Die Steuerzentrale von Manjaro
4.4.1 ‌Laufende Dienste anzeigen lassen
4.4.2 ‌Dienste automatisch starten und den automatischen Start deaktivieren
4.4.3 Manueller Start und Stopp von Diensten
4.4.4 Den Status von‌ Diensten anzeigen
4.4.5 ‌Log-Dateien anzeigen und filtern
4.4.6 Die‌ Log-Größe anpassen
4.5 ‌Symbolische Links und ‌Hardlinks
4.5.1 Symbolische Links
4.5.2 Hardlinks
4.6 ‌Suchen mit ‌regulären Ausdrücken
Kapitel 5: Software unter Manjaro verwalten
5.1 Das System aktualisieren
5.2 ‌Kernel aktualisieren
5.3 Software unter Manjaro installieren,‌ aktualisieren un‌d deinstallieren
5.3.1 Software aus den Standard-Repositorys‌‌ installieren ‌‌und löschen
5.3.2 Das‌ AUR – Software aus der Community
5.3.3 Software auf dem Terminal verwalten
5.3.4 Noch mehr Software: Flatpak, Snap und Appimages
5.3.5 Software selbst‌ kompilieren
5.4 ‌Treiber und ‌Firmware finden und installieren
5.4.1 ‌Drucker und ‌Scanner
5.4.2 Grafikkarten von NVIDIA
5.4.3 ‌‌WLAN-Module
5.5 ‌Windows-Software unter Manjaro nutzen
5.5.1 ‌Wine – Windows-Software unter Linux
5.5.2 ‌PlayOnLinux – Noch mehr Windows-Software
5.5.3 ‌CrossOver – Kommerzielles Wine
5.6 ‌Windows in einer virtuellen Maschine: VirtualBox
Kapitel 6: Das Linux-Terminal, die Kommandozeile
6.1 ‌Terminal-Grundlagen‌ – Einführung
6.2 Die wichtigsten‌ Befehle
6.2.1 ‌‌Navigation im Dateisystem/Optionen
6.2.2 ‌Dateien und Verzeichnisse kopieren, verschieben und löschen
6.2.3 Textdateien anzeigen und bearbeiten
6.2.4 ‌Hilfe ‌suchen und ‌finden‌
6.2.5 Nach Dateien‌ und in Dateien such‌en
6.2.6 Befehle miteinander‌ verknüpfen, schneller arbeiten
6.3 Nützliche Funktionen am Terminal
6.3.1 Befehle, Datei- und Verzeichnisnamen vervollständige‌n
6.3.2 Befehle nochmals ausführe‌n
6.3.3 ‌Alias – Oft genutzte Befehle vereinfachen‌
6.3.4 ‌Kopieren und ‌Einfügen am Terminal‌
6.4 ‌Zsh – Mehr als nur ein schmuckloses Terminal
6.4.1 Optik anpassen mittels Themen
6.4.2 Erweitern mit‌ Plugins
6.5 ‌Software für das Terminal
6.5.1 ‌mc – Midnight Commander
6.5.2 ‌htop – Der ‌Prozessmonitor
6.5.3 ‌wget – ‌Downloads am Terminal
6.5.4 ‌w3m – Im Internet surfen‌
6.5.5 ‌neofetch – Das Manjaro-‌Logo am Terminal
6.5.6 ‌catimg – Bilder anzeigen‌
6.5.7 ‌ncdu – Belegung der ‌Partitionen anzeigen
6.5.8 ‌fzf (‌Fuzzy Finder) – Dateien und Verzeichnisse suchen und bearbeiten
6.5.9 ‌netdiscover – Alle Geräte im lokalen ‌Netzwerk anzeigen
6.5.10 ‌Terminator – Mehrere Terminals in einem Fenster‌
6.5.11 ‌Imagemagick – ‌Bildbearbeitung‌
Kapitel 7: Software-Tipps für Einsteiger
7.1 ‌Firefox – Der ‌Webbrowser
7.1.1 Firefox durch‌ Add-ons erweitern
7.1.2 Fir‌efo‌x optimieren
7.1.3 ‌Alternativen zum ‌Webbrowser Firefox
7.2 ‌LibreOffice – Die ‌Office-Suite
7.2.1 LibreOffice erweitern
7.2.2 Alternativen zu LibreOffice
7.3 ‌E-Mail-Clients
7.3.1 ‌Thunderbird – Der bekannteste Client
7.3.2 ‌Kmail – E-Mail-Client für KDE
7.4 ‌GIMP – Professionelle Bildbearbeitung
7.4.1 GIMP erweitern
7.5 ‌Krename – Mehrere Dateien ‌umbenennen
7.6 ‌Converseen – Viele Bilder gleichzeitig ‌konvertieren
7.7 ‌Alternativen zum Bildbetrachter ‌IrfanView
7.7.1 ‌Nomacs – ‌Schlank und schnell
7.7.2 ‌XnViewMP – Inklusive ‌Bildverwaltung
7.8 ‌Peazip – ‌Komprimierte ‌Archive mit allem Komfort
7.9 ‌Conky – ‌Systemmonitor für alle Desktop-Umgebungen
7.10 ‌Basket – ‌Ideen und ‌Notizen verwalten
7.11 ‌Clients für Google Drive
7.11.1 ‌Kio-Gdrive für KDE
7.11.2 ‌GNOME Online Accounts (auch unter XFCE)
7.11.3 ‌Insync – Volles Programm
Kapitel 8: Profi-Software unter Manjaro
8.1 ‌Digikam – Professionelle ‌Bildverwaltung
8.1.1 Bilder organisieren und durchsuchen
8.1.2 ‌Bildbearbeitung
8.2 ‌Kdenlive – Professionelle ‌Videobearbeitung
8.3 ‌Echtzeit-‌Tonstudio
8.4 ‌Scribus – Professionelles ‌Desktop-Publishing (‌DTP)
8.5 ‌Inkscape – ‌Vektorgrafiken unter Linux
8.6 ‌Glabels – ‌Etiketten und ‌Visitenkarten drucken
8.7 ‌Blender – ‌3D-Animationen
8.8 ‌Marble – Virtueller ‌Desktop-Globus
8.9 Testdisk und Photorec –‌ Datenrettung
8.9.1 ‌Testdisk – Gelöschte ‌Partitionen retten
8.9.2 ‌Photorec – Gelöschte Dateien ‌wiederherstellen
Kapitel 9: Manjaro optimieren
9.1 ‌Startvorgang ‌beschleunigen
9.1.1 Startzeit des Systems ermitteln
9.1.2 Autostart deaktivieren
9.2 GRUB – Der Bootloader. Mehrere Systeme am Rechner
9.2.1 GRUB konfigurieren
9.2.2 Neu installierte‌ Betriebssysteme in das Bootmenü aufnehmen
9.2.3 GRUB mit einem‌‌ Hintergrundbild versehen
9.2.4 GRUB mit‌ Them‌en anpassen
9.3 Manjaro‌ automatisieren
9.3.1 at –‌‌ Einmalige Aufgaben ausführen
9.3.2 ‌cron – ‌‌Wiederkehrende Aufgaben planen
9.3.3 ‌Anachron – ‌‌Systemweite Aufgaben planen
9.3.4 Aufgaben mit‌‌ Systemd planen
9.4 ‌Probleme finden und lösen
9.4.1 Probleme mit Anwendungen
9.4.2 Probleme beim‌ Anmelden
9.4.3 Das System startet nicht
9.5 Sonstige Optimierungen
9.5.1 ‌Bleachbit – Unnötige Dateien entfernen
9.5.2 ‌SSD-‌Festplatten ‌trimmen/optimieren
9.5.3 ‌Czkawka – Doppelte Dateien und leere Verzeichnisse suchen
9.5.4 Das Swappen unter Manjaro anpassen
9.5.5 SWAP-Datei‌ statt SWAP-Partition nutzen
9.5.6 ‌ZRAM – System mit wenig RAM optimieren
9.5.7 Dateisystem unter Linux‌ defragmentieren
9.6 Beschleunigte Videoausgabe im Webbrowser
9.6.1 ‌Hardware-Beschleunigung unter ‌Firefox aktivieren
9.6.2 Hardware-Beschleunigung unter Google‌ Chrome un‌‌d Chromium aktivieren
Kapitel 10: Skripte erstellen und nutzen
10.1 Das erste Skript –‌ Grundlagen
10.2 Komplexere Skripte schreiben
10.2.1 ‌Variablen in ‌Skripte einbauen
10.2.2 ‌Optionen, Variablen und ‌Schleifen in Skripten
10.2.3 ‌Fallentscheidungen‌
10.3 Skripte von klein auf ausbauen
10.3.1 Auf falsche Benutzereingaben reagieren
10.3.2 ‌Hilfefunktion hinzufügen
10.4 ‌Skripte mit grafischer Oberfläche‌‌ erstellen
10.4.1 Welche Möglichkeiten grafischer Skripte gibt es?
10.4.2 Grundlagen der‌ Grafik in Skripten
10.4.3 ‌Grafische Oberflächen in Skripte einbinden
Kapitel 11: Manjaro im Netzwerk
11.1 ‌SSH – Auf entfernten ‌‌Rechnern arbeiten
11.1.1 ‌SSH-Server aktivieren
11.1.2 SSH-Server‌ absichern
11.1.3 SSH am‌ Terminal nutzen
11.1.4 Grafische Anwendungen über‌ SSH
11.1.5 SSH grafisch nutzen
11.2 ‌Samba – Dateien im Netzwerk auch mit Windows teilen
11.2.1 Zugriff auf Dateien unter‌ Windows-Freigaben
11.2.2 Unter Manjaro Verzeichnisse‌ freigeben
11.2.3 Alle Samba-Funktionen nutzen
11.3 NFS – Network File Syste‌m
11.3.1 ‌NFS konfigurieren
11.3.2 Freigaben einhängen
11.4 Erweitertes lokales‌ Netzwerk erstellen
11.5 Netzwerk‌-Probleme lösen
11.6 VPN – Virtual Private Networ‌k
11.6.1 VPN-Netzwerk mit einem VPN-Anbieter konfigurieren
Kapitel 12: Sicherheit unter Manjaro
12.1 Die‌ Firewall
12.1.1 Grundlagen der Firewall
12.1.2 ‌GUFW – Firewall einfach und grafisch
12.1.3 ‌Iptables – Die Firewall professionell konfigurieren
12.2 ‌Virenscanner unter Manjaro?
12.2.1 ‌ClamAV – Freier Virenscanner
12.3 ‌Rootkits unter Linux
12.3.1 ‌Rkhunter – Rootkits aufspüren
12.3.2 ‌Chkrootkit – Zusätzliche Sicherheit gegen Rootkits
12.3.3 Was tun bei einem positiven Rootkit-Ergebnis?
12.4 ‌Backups unter Manjaro
12.4.1 ‌Tar – Einfach und schnell am Terminal
12.4.2 ‌Backintime – Einfach und grafisch
12.4.3 ‌Timeshift – ‌Komplette ‌Systemsicherung
12.4.4 ‌Rclone – Backup in der ‌Cloud
12.5 ‌SMART – ‌Festplatten auf ihren Zustand überprüfen
12.5.1 ‌GNOME Disk Utility – Grafisch und einfach
12.5.2 ‌Smartmontools – Professionell und automatisch den SMART-Status prüfen
12.6 ‌BIOS- und ‌UEFI-‌Updates unter Linux
12.6.1 Die richtige‌ Firmware-Version ermitteln
12.6.2 ‌Fwupd – Das UEFI aktualisieren
12.6.3 Aktualisierung des BIOS/UEFI mit Windows-EXE-Dateien

Robert Gödl

Linux Manjaro

Der umfassende Praxiseinstieg

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar.

ISBN 978-3-7475-0351-5 1. Auflage 2021

www.mitp.de E-Mail: [email protected] Telefon: +49 7953 / 7189 - 079 Telefax: +49 7953 / 7189 - 082

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Lektorat: Janina Bahlmann Sprachkorrektorat: Christine Hoffmeister Covergestaltung: Christian Kalkert Bildnachweis: @ Julien Tromeur/stock.adobe.comelectronic publication: III-satz, Husby, www.drei-satz.de

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Einleitung

Linux ist heute das meistgenutzte Betriebssystem – nicht am Desktop oder am Laptop, aber in allen anderen Bereichen. Öffnen Sie eine Webseite im Internet wird sie wahrscheinlich auf einem Webserver gespeichert sein, auf dem Linux installiert ist. Nutzen Sie ein Android-Smartphone – Android ist nichts anderes als eine Linux-Distribution. Auf dem Internet-Router läuft heute sehr oft Linux, ebenso auf den Top 500 Supercomputern weltweit oder auch auf Waschmaschinen und den meisten intelligenten Geräten (IoT). Selbst auf der ISS (die internationale Raumstation) wird Linux genutzt.

Warum ist Linux überall so erfolgreich, nur am Desktop nicht? Erst einmal ist Microsoft Windows auf so ziemlich jedem Computer, den es zu kaufen gibt, vorinstalliert. Die Gründe sind einfach – Windows ist bekannt und so gesehen das Standard-Betriebssystem. Die meisten namhaften Software-Hersteller entwickeln ihre Software für Windows.

Doch Linux hat gegenüber Windows einige Vorteile – es ist in den meisten Fällen nicht nur kostenlos (Ausnahmen wären etwa Red Hat Linux oder SUSE Linux Enterprise), sondern es ist durch die offene Entwicklung (Open Source) auch sicherer, denn Updates, die Sicherheitslücken beheben, sind um einiges schneller verfügbar. Außerdem ist Linux sehr schlank, das heißt, es stellt keine hohen Anforderungen an die Hardware, und läuft stabil.

Warum Manjaro?

Viele Benutzer möchten ein aktuelles System mit genauso aktueller Software. Die meisten Linux-Distributionen bieten jedoch aktuellere Software (inklusive aktuellerem Kernel und aktuelleren Treibern) erst mit einer neuen Version der Distribution – dies kann je nach Distribution zwischen sechs Monaten und drei Jahren oder auch länger dauern.

Manjaro hingegen ist eine sogenannte ‌Rolling-Release-Distribution – aktuellste Software inklusive Treiber sorgen dafür, dass die Distribution auch auf sehr neuen Rechnern keine Probleme machen dürfte. Dazu findet sich unter Manjaro natürlich auch immer die aktuellste Anwender-Software.

Vor Manjaro musste man sich mit Arch Linux oder ähnlichen Distributionen (etwa Gentoo) auseinandersetzen, um an sehr aktuelle Software und Treiber zu kommen. Diese Distributionen haben jedoch den Nachteil, nicht gerade einsteigerfreundlich zu sein – dies beginnt schon bei der Installation.

Manjaro hingegen bietet eine sehr einfache Routine zur Installation, ist sehr einfach zu konfigurieren und bietet trotzdem alle Vorteile von Arch Linux:

Rolling Release (immer aktuell)

Hohe Konfigurierbarkeit

Eine riesige Auswahl an Software

Viele Desktop-Umgebungen

Was bietet dieses Buch?

Dieses Buch gibt Ihnen eine umfassende Einführung in die Linux-Distribution Manjaro und die Besonderheiten von Linux-Systemen allgemein. Dabei werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt. Einfach gesagt – Sie lesen, wie Sie Manjaro installieren, administrieren, weitere Software installieren, das System absichern und an Ihre Bedürfnisse anpassen. Haben Sie bereits einmal mit einem Computer unter Windows oder macOS gearbeitet, sollten Sie keine Probleme haben, die Anleitungen zu verstehen.

Zu Beginn erhalten Sie einen Überblick über die verschiedenen grafischen Desktop-Umgebungen, über deren Eigenschaften und Hardware-Voraussetzungen, um die beste Wahl für Ihren Rechner und Ihre Wünsche zu treffen.

Weiter geht es mit der Installation von Manjaro als einziges Betriebssystem auf dem Rechner oder neben einem weiterhin funktionstüchtigen Microsoft Windows beziehungsweise einer anderen Linux-Distribution. Und ja – die Installation gelingt auch Benutzern, die noch nie ein Betriebssystem installiert haben.

Natürlich gibt es auch eine Einführung in die bekanntesten grafischen Desktop-Umgebungen, darunter KDE Plasma, GNOME und der schlanke XFCE, die Sie auch nebeneinander installieren und nutzen können.

Weiterhin finden Sie in diesem Buch eine Einführung in die Grundlagen des Linux-Systems und lernen, wie Sie unter Manjaro Software installieren, das System und die Software aktuell halten und Software deinstallieren. Sie erfahren auch, wie einfach Sie Software installieren, die nicht in den Standard-Software-Quellen von Manjaro zu finden sind – so etwa Software aus dem AUR (Arch User Repository) sowie Software als Flatpak und Snap. Auch das Finden und Installieren von Treibern und Firmware wird thematisiert.

Sie lernen, wie Sie mit dem Terminal arbeiten und lernen die wichtigsten Befehle kennen. Dabei erhalten Sie alle Grundlagen, die Sie brauchen, um anschließend selbstständig weiterarbeiten zu können und die richtigen Befehle für Ihre eigenen Aufgaben zu finden. Ebenso erfahren Sie, wie Sie Skripte erstellen und diese mit einer grafischen Oberfläche ausbauen.

Weitere Themen sind bekannte und von vielen Benutzern verwendete, aber auch professionelle Software, die Optimierung des Systems, das Verbinden von Manjaro im Netzwerk mit anderen Betriebssystemen, um Dateien zu teilen, und natürlich die Sicherheit unter Linux.

Dieses Buch bietet Ihnen einen umfassenden Einstieg in die Linux-Distribution Manjaro mit allen relevanten Themen, um als normaler Benutzer zu arbeiten, und in weiterführende Themen, um mehr aus Ihrem Manjaro zu machen.

Viel Spaß beim Lesen.

Robert Gödl

Kapitel 1: Einführung

1.1  Was ist eigentlich Linux?

Viele Benutzer, die Linux installiert haben und dieses System verwenden, sagen gerne, dass sie Linux nutzen. Im Grunde ist das auch richtig – aber eben nicht ganz. Sie arbeiten mit einer Linux-‌Distribution. Definiert man es genauer, handelt es sich bei Linux um den Kern, den sogenannten ‌Kernel eines Betriebssystems, der auf Linux basiert.

Der Kernel, in diesem Fall also Linux, übernimmt alle grundlegenden Aufgaben – von der Steuerung der Hardware über zugehörige Treiber bis hin zu den Prozessen. Allgemein kann man sagen, er ist die Schnittstelle zwischen Hardware und Software – das Herz des Systems.

Mit dem Kernel alleine kann man jedoch sehr wenig bis gar nichts anfangen – also fügen sogenannte Distributoren dem Kernel Treiber, meist eine grafische Oberfläche sowie verschiedene Anwendungen, hinzu, mit denen der Benutzer dann arbeiten kann. Ein solch zusammengestelltes System nennt man eine Linux-Distribution, während Linux deren Systemkern ist.

Linux-Distributionen gibt es sehr viele. Alle aufzuzählen, wäre etwas übertrieben, aber bekannte Systeme sind etwa Debian, openSUSE, Fedora, auch Android oder eben Manjaro, das auf ‌Arch Linux basiert.

1.2  Die Vorteile von Linux

Anders als beispielsweise Microsoft Windows zählt Linux sowie die meiste darauf laufende Software, die Desktop-Umgebungen zur treiberfreien Software (‌Open Source). Das bedeutet, der Quellcode von Linux liegt offen – es werden offene Standards genutzt. Freie ‌Software‌ kann zu jedem Zweck von jedem verwendet werden.

Häufig wird der Begriff ‌Freeware mit freier Software gleichgesetzt. Freeware hat allerdings nicht allzu viel mit freier Software zu tun, denn Freeware ist meist nur für private Nutzer kostenlos – wird Freeware beispielsweise in einer Firma verwendet, muss in vielen Fällen dafür bezahlt werden. Bei freier Software ist das nicht der Fall.

Da der Quellcode freier Software, der vom Entwickler geschrieben wird, offen liegt, können mögliche Fehler oder ‌‌Sicherheitslücken außerdem von anderen Entwicklern gefunden werden. Ebenfalls ist es bei einer freien Lizenz möglich, den Quellcode einfach zu übernehmen und zu verändern, um eine eigene Software zu erstellen. Beendet beispielsweise ein Entwickler die Arbeit an seiner Software, muss das nicht bedeuten, dass man aus Angst vor Sicherheitslücken diese Software nicht mehr nutzen kann – in der Regel kümmern sich dann ganz einfach andere Entwickler um die Weiterentwicklung der Software.

Sie kennen sicherlich den Patchday unter Windows: Einmal im Monat rollt Microsoft eine Welle an Updates aus, die Sicherheitslücken ausbessern – nur sehr kritische Lücken werden so schnell wie möglich mit Updates versorgt. Unter Linux ist es meist so, dass ebensolche Lücken genau dann ausgebessert werden, wenn diese bekannt werden. So wird eine Sicherheitslücke, die heute bekannt wurde, oft schon morgen durch eine Aktualisierung ausgemerzt. Auch kann man unter Linux meist nach einem Update problemlos weiterarbeiten, ohne das System neu starten zu müssen.

Einer der größten Vorteile besteht aus meiner Sicht darin, dass man das System genau an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann. Sie brauchen eine Software nicht? Warum sollte diese dann ungenutzt installiert sein und dadurch unnötig Ressourcen verschwenden?

1.3  Betriebssystem für Profis und Freaks oder doch mehr?

Es gibt noch immer viele Nutzer, die meinen, Linux wäre ein Betriebssystem für Profis und Freaks, die im Keller Software aus dem Quellcode kompilieren. Andere sagen, Linux wäre zum Surfen und Mailen gut – vielleicht noch für Office-Anwendungen, aber selbst hier beginnen sich die Ansichten schon zu teilen. Erst vor Kurzem habe ich ein Posting einer Online-Tageszeitung gelesen, in dem zu lesen war, was man wohl studieren müsse, um Firefox als Webbrowser zu installieren.

In der Regel ist Linux heute so einfach zu installieren wie Microsoft Windows auch – Anwendungen installiert man in der Regel per Mausklick, Software gibt es für nahezu alle Bereiche, die man sich vorstellen kann. Sicher gibt es auch einige spezielle Anwendungen, die man unter Linux nicht findet. Der normale Nutzer wird solche jedoch kaum benötigen, sodass die meisten mit einer Linux-Distribution keine Probleme haben.

Auch das von Linux-Skeptikern oft zitierte Terminal ist kaum der Rede wert. Will man nicht mit diesem arbeiten, muss man es meist auch nicht tun. Früher war die Kommandozeile unter Linux allgegenwärtig, diese Zeit ist jedoch schon lange vorbei. Die meisten Arbeiten, für die man damals noch Befehle eingeben musste, werden heute einfach per Mausklick erledigt – nicht anders als unter Windows.

Es gibt zwar sicherlich einige Unterschiede, an die man sich gewöhnen muss, wenn man von Windows oder macOS auf Linux umsteigt. Solange man jedoch keine ausschließlich auf Windows oder macOS verfügbare Software benötigt, wird man mit Linux keine Probleme haben.

1.4  Geschichtliches

Wir werden uns in diesem Abschnitt nicht lange mit technischen Details aufhalten, sondern vielmehr einen kurzen Blick auf die Geschichte von Linux werfen. Sie beginnt 1991 in Finnland, speziell in Helsinki, mit dem damaligen Studenten Linus Torwalds. Aus einer kleinen Terminal-Software, mit der dieser auf den Server der Universität zugegriffen hat, wurde ein zu Beginn sehr schlanker Kernel, der nur auf einer bestimmten Hardware, und zwar auf solcher, die Torwalds besessen hat, laufen sollte.

Im September 1991 veröffentlichte er den Quellcode seines Kernels bereits unter eigener – nicht freier – Lizenz und dem Namen Freax. Dieser änderte sich jedoch ziemlich schnell, als der Administrator des Servers das Verzeichnis der Kernels in Linux umbenannte.

1992 stand Linux ein äußerst wichtiger Schritt bevor, Torwald setzte den damals noch jungen Linux-Kernel unter die GNU GPL – die heute wohl bedeutendste Lizenz freier Software. Das war wahrscheinlich auch der ausschlaggebende Grund für viele weitere Entwickler, sich an diesem Projekt zu beteiligen.

1996 bekam Linux sein Maskottchen, einen lächelnden Zwergpinguin. Ein Jahr später folgte die erste Testversion der grafischen Oberfläche KDE. Im selben Jahr begann die Entwicklung von GNOME. Dieses Jahr war jedoch auch von beginnenden Schwierigkeiten geprägt – von 1997 bis 2004 versuchte Microsoft mit verschiedenen Maßnahmen, dem vor allem im Server-Bereich aufstrebenden Linux, den Boden unter den Füßen wegzuziehen.

Inzwischen ist Linux das meistgenutzte Betriebssystem weltweit – zwar nicht am Desktop, jedoch auf Servern im Internet und auch auf vielen smarten Geräten, auf dem Smartphone (Android) und vielen Geräten mehr, die ein Betriebssystem brauchen.

1.5  So viele Distributionen – warum Manjaro?

Sieht man sich auf Linux spezialisierten Webseiten um, findet man zahlreiche Linux-Distributionen – selbst auf der bekanntesten Seite (https://distrowatch.com/) sieht man nur die ersten hundert. Man findet jedoch vermutlich um die dreihundert aktiv entwickelte Linux-Systeme im Internet.

Es begann mit Slackware im Jahr 1993 – im selben Jahr begann auch die Entwicklung von Debian. 1996 folgte SUSE Linux, 1998 Mandrake (heute Open Mandriva). Im Jahr 2004 war die erste Version von Ubuntu verfügbar, darauf folgten weitere Versionen dieser Distribution mit unterschiedlichen Desktop-Umgebungen.

Vor Ubuntu startete schon 2001 die Entwicklung von ‌Arch Linux. Zu Beginn zwar noch recht unbekannt, aber mit Eigenschaften, wie man sie bis zu diesem Zeitpunkt nur von sehr wenigen Distributionen kannte. Bei Arch Linux handelt es sich um eine Distribution, die man schon zu Beginn der Installation genau an seine Bedürfnisse anpassen kann und unter der nur das installiert wird, was man tatsächlich benötigt: die gewünschte Desktop-Umgebung, die Software, die man braucht, und keine Dienste, die man nicht braucht.Einfach gesagt, ein schlankes, auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenes Linux-System.

Ein weiterer Vorteil von Arch Linux gegenüber anderen bekannten Distributionen ist die Aktualität des Systems und der Software. Während andere auf Linux basierende Systeme neue Software, Treiber und Kernel nur nach einer vorgegebenen Release-Zeit in das System einbringen (Sicherheitsaktualisierungen bekommt man natürlich), bekommt man in Arch Linux immer sofort die aktuellste Software.

Bei Arch Linux handelt es sich um ein sogenanntes ‌Rolling Release. Das bedeutet, man aktualisiert nicht zu einem vorbestimmten Zeitpunkt das komplette System mit der vorhandenen Software auf eine neue Version, sondern hat jederzeit immer die aktuellste Software an Bord.

Ein weiterer Vorteil dieses Systems war die Einbringung von Software durch den Nutzer, die man recht einfach installieren kann. Das sogenannte ‌Arch User Repository, kurz auch ‌AUR genannt.

Die beschriebenen Vorteile dieser Distribution setzen jedoch so einiges an Verständnis für das Linux-System voraus. Einem Linux-Einsteiger, der dieses System installieren und konfigurieren möchte, steht so einiges bevor. Erst einmal viele Dokumentationen lesen – diese sind zwar in sehr guter Qualität auch auf Deutsch verfügbar, aber einfach zu verstehen sind sie für einen normalen Linux-Nutzer nicht. Außerdem wird Arch komplett über das Terminal, das heißt ohne grafische Oberfläche über die Kommandozeile, installiert.

Genau hier setzt Manjaro an. Es basiert auf Arch Linux. Man startet diese Distribution als Live-System und kann sie inklusive grafischer Oberfläche zunächst testen, ohne sie direkt installieren zu müssen. Die Installation startet aus diesem laufenden System heraus und nutzt eine grafische Software, mit der man das System auf dem Computer mit wenigen Mausklicks installiert.

So gesehen ist Manjaro das Arch Linux für Einsteiger – auch für Benutzer, die noch nie etwas mit Linux zu tun gehabt haben.

Kapitel 2: Manjaro ausprobieren und installieren

In diesem Kapitel lernen Sie die großen Unterschiede zwischen den erhältlichen Manjaro-Editionen kennen. Außerdem erfahren Sie, wie Sie aus einer heruntergeladenen Image-Datei eine startfähige DVD oder einen startfähigen USB-Stick erstellen können. Auch bei möglichen Start-Problemen finden Sie in diesem Kapitel passende Lösungen und lernen, wie Sie Manjaro aus dem Live-System heraus auf die Festplatte installieren.

2.1  Woher bekommt man Manjaro?

Die Linux-Distribution Manjaro ist eine freie Software, wie viele andere Distributionen auch. Das bedeutet, Sie können Manjaro völlig legal kostenlos aus dem Internet herunterladen und auf dem privaten Rechner oder natürlich auch in der Firma installieren und nutzen, genau wie die vorinstallierte und nachinstallierbare Software.

Manjaro finden Sie im Internet auf der Homepage des Projektes unter https://manjaro.org/ zum Downloaden. Auch in einigen Computerzeitschriften findet sich dieses Betriebssystem oft auf DVD. Anders als unter Windows gibt es unter Linux nicht nur eine grafische Desktop-Umgebung, das heißt einen einzigen ‌Desktop, sondern viele. Die Eigenschaften werden wir uns später in Kapitel 3 (Die grafische Oberfläche) etwas genauer ansehen.

Verfügbar ist Manjaro in verschiedenen Editionen mit den Desktop-Umgebungen XFCE, KDE Plasma und GNOME, eine weitere Variante stellt Manjaro Architect dar.

‌XFCE ist ein recht schlanker Desktop und auch auf älteren Rechnern problemlos nutzbar. XFCE ist vor allem einfach zu bedienen. In den Standardeinstellungen zeigt sich diese grafische Oberfläche ohne optische Spielereien, die zusätzliche Ressourcen benötigen. Man könnte XFCE mit Windows 2000 vergleichen, jedoch mit aktuellster Technik dahinter. Wenn gewünscht, kann der Desktop jedoch über die vorhandenen Einstellungen und Themen Ihren Vorstellungen angepasst werden, sodass Sie auch mit einem optisch modernen grafischen Desktop arbeiten können. Grundsätzlich ist es möglich, mit XFCE auch auf einem sehr alten Rechner (64 Bit vorausgesetzt) mit 1 GB RAM zu arbeiten, vorausgesetzt, man nutzt nur schlanke Anwendungen.

‌KDE Plasma sprüht nur so vor Funktionen und Effekten. Es ist an allen Ecken und Enden anpassbar. Ein halbwegs aktueller Rechner ist jedoch vorteilhaft. KDE erinnert optisch an Windows 7 oder auch Windows 10. KDE wendet sich an Nutzer, die einen modernen Desktop bevorzugen. Viele zusätzliche Anwendungen wurden (und weitere werden) an diesen Desktop angepasst, sodass diese die vielen möglichen Funktionen – wie beispielsweise die Desktop-Suche von KDE – nutzen können.

‌GNOME: Während sich XFCE und KDE klassisch bedienen lassen – also mit üblichem Anwendungsmenü, Icons und Dateien auf dem Desktop –, weicht GNOME von herkömmlichen Konzepten ab. Hier wird vor allem mit Anwendungen in Bildschirmgröße gearbeitet. Der Desktop versucht, es dem Nutzer in vielen Dingen sehr einfach zu machen. Ein einigermaßen moderner Rechner ist die Voraussetzung. Wollen Sie sich nicht lange mit Desktop-Einstellungen befassen und einfach nur arbeiten, werden Sie sicher Gefallen an GNOME finden.

‌Manjaro Architect wendet sich an versierte Nutzer, die wissen, was sie wollen und tun. Eine grafische Oberfläche ist hier nicht vorhanden, installiert wird über das Terminal.

Für welchen Desktop Sie sich unter Manjaro entscheiden, Sie können später auch andere hinzuinstallieren und diese nutzen, ohne das komplette System neu zu installieren.

2.2  ‌Startmedium/‌Live-Medium erstellen

Haben Sie sich eine Linux-Zeitschrift besorgt, in der sich auch eine DVD mit dem System befindet, haben Sie es sehr einfach. Sie starten einfach den Rechner von der DVD.

Wenn Sie sich eine ISO-Datei von der Webseite der Distribution herunterladen (eine ISO-Datei ist ein Abbild einer CD/DVD), müssen Sie diese zunächst auf ein passendes Medium kopieren. Möglich ist dabei eine beschreibbare DVD oder auch ein USB-Stick. Der USB-Stick hat den Vorteil, dass Sie diesen immer wiederverwenden können. Außerdem startet das System von einem USB-Stick aus schneller und reagiert ohne große Verzögerung.

Wichtig ist es, die ISO-Datei nicht einfach als Datei auf die DVD zu brennen oder per Dateimanager auf den Stick zu kopieren. Das jeweilige Medium muss bootfähig sein. Hierzu nutzt man spezielle Software. Wir sehen uns im Folgenden einige bekannte Möglichkeiten an.

2.2.1  ‌ISO-Datei ‌brennen

Windows XP, 7 und 8.x

Eine mögliche Software, um ein Image, also eine ISO-Datei, unter Windows XP, 7 oder 8.x bootfähig auf eine DVD zu brennen, wäre beispielsweise die kostenlose Software ‌ImgBurn, die Sie unter https://www.imgburn.com/ zum Download finden.

Sie brauchen die Software nur zu installieren, diese zu starten und die Option Write image file to disk zu nutzen. Nach der Wahl der ISO-Datei und des Laufwerks starten Sie den Vorgang.

Windows 10

Unter Windows 10 ist bereits die benötigte Software automatisch vorinstalliert. Sie legen einfach die leere DVD ein und öffnen im Dateimanager das Verzeichnis, in dem sich die ISO-Datei befindet. Anschließend klicken Sie diese rechts an und wählen im Kontextmenü die Option Datenträgerabbild brennen.

Linux

Unter Linux ist sich die entsprechende Software meist ebenfalls schon an Bord. Unter KDE klicken Sie die ISO-Datei rechts an und wählen im Kontextmenü den Eintrag Mit K3b öffnen. Klicken Sie dann auf Start.

Nutzen Sie die Desktop-Umgebung XFCE, öffnen Sie ebenso das Kontextmenü und wählen Mit Xfburn öffnen und nutzen den Schalter Abbild brennen.

2.2.2  ISO-Datei auf einen‌ USB-Stick kopieren

Unter Windows wie unter Linux gibt es mehrere Methoden, eine ISO-Datei auf einen USB-Stick zu kopieren. Die einfachste Lösung jedoch ist unter allen Betriebssystemen die kostenlose Software ‌Etcher, die Sie unter https://www.balena.io/etcher/ zum Download finden.

Unter Windows aller Versionen installieren Sie diese Software wie üblich und starten diese anschließend. Nach der Installation starten Sie die Software aus dem Startmenü heraus.

Unter Linux laden Sie sich das angebotene ‌Appimage herunter (dazu werden Sie später in Kapitel 5 mehr lesen) und klicken die Datei rechts an. Wählen Sie dann im Kontextmenü den Eintrag Eigenschaften, klicken im sich öffnenden Fenster auf den Reiter Berechtigungen und aktivieren die Checkbox Ausführbar. Anschließend starten Sie die Software einfach per Mausklick auf die ausführbar gemachte Datei (siehe Abbildung 2.1).

Abb. 2.1: Balena Etcher

Klicken Sie auf den Schalter Flash from file und wählen die ISO-Datei. Unter Select Target verfahren Sie ebenso mit dem angeschlossenen USB-Stick und klicken anschließend auf den Schalter Flash.

Wichtig hierbei ist, dass Sie eventuell auf dem Stick vorhandene noch benötigte Dateien sichern, denn diese werden ohne Nachfrage überschrieben. Der USB-Stick sollte mindestens 4 GB groß sein.

2.3  Start des Systems und mögliche‌ Start-Probleme lösen

Haben Sie Ihr Startmedium erstellt, können Sie den Rechner bereits von diesem booten. Sie starten also den Rechner mit eingelegter DVD oder angeschlossenem Stick neu.

Startmedien müssen mit allen möglichen Hardware-Kombinationen zurechtkommen – sie versuchen, die besten Einstellungen für die vorhandene Hardware automatisch zu laden, um so das System zu starten. Das funktioniert vor allem bei exotischer oder sehr aktueller Hardware nicht immer.

Insbesondere bestimmte BIOS- oder UEFI-Einstellungen (die Firmware des Rechners) können Manjaro hier Schwierigkeiten machen. Das zeigt sich durch einen schwarzen Bildschirm – oder auch an einem System, mit dem man selbst nach Minuten noch nicht arbeiten kann. Oder es startet immer noch das aktuell installierte System. Wie Sie solche Probleme umgehen können, lesen Sie im Anschluss.

2.3.1  Manjaro startet nicht

Startet statt Manjaro wieder das installierte Betriebssystem – was vor allem bei Laptops meist der Fall ist –, starten Sie den Rechner erneut neu und wechseln in die Einstellungen des ‌BIOS oder ‌UEFI.

Sie starten also in die Firmware des Rechners. Auf älteren Rechnern findet sich überwiegend noch das BIOS, auf aktuelleren das UEFI. Hierzu nutzen Sie kurz nach dem Start, wenn das Logo des Rechners (nicht das des installierten Betriebssystems, hier ist es schon zu spät) erscheint, die dafür vorbestimmte Taste. Diese Taste ist von Hersteller zu Hersteller verschieden. Oft führen folgende Tasten zum Ziel: F2, F10 oder F12. Welche es tatsächlich ist, zeigt die Beschreibung des Rechners oder auch die Suche im Internet mit den Begriffen »Rechner Modell BIOS« oder »UEFI«.

Je nachdem, ob ein BIOS oder UEFI vorhanden ist, nutzen Sie nun die Pfeiltasten zur Navigation oder die Maus.

Als Erstes würde ich empfehlen, einfach nur die ‌Startreihenfolge zu ändern. Diese findet sich meist im Bereich »Boot« oder »Start«. Hier wählen Sie nun den Datenträger mit dem Linux-ISO. Im BIOS gilt es, dieses Medium an die oberste Stelle zu bringen. Hierzu können Sie meist die Taste F6 nutzen und drücken diese so lange, bis der Eintrag ganz oben ist. Nun speichern Sie die Einstellungen mit der Taste F10 oder verwenden, falls vorhanden, die Funktion Save & Exit.

Startet jedoch noch immer das installierte System, gehen Sie in die Einstellungen. Suchen Sie der Reihe nach die Funktionen ‌Fast boot und ‌Secure boot und stellen diese ab. Sie müssen nicht sofort beide Funktionen deaktivieren, meist genügt es, die zuerst genannte abzuschalten, und schon startet Manjaro. Einstellungen speichern – Neustart. Kommen Sie wieder zum selben Ergebnis, sollten Sie die nächste Funktion deaktivieren.

Die letzte Option wäre, das UEFI in den ‌Legacy-Modus zu versetzen. Wollen Sie jedoch später, wenn Sie Manjaro installieren, ein anderes bereits installiertes Betriebssystem behalten, muss auch dieses in diesem Modus neu installiert werden – auch diese Funktion ist in den UEFI-Einstellungen zu finden. Installieren Sie Manjaro nicht, können Sie, nachdem Sie mit dem Ausprobieren der Live-Version fertig sind, ohne Probleme wieder in den UEFI-Modus zurückschalten.

2.3.2  Das Bootmenü

Haben Sie das System mit den richtigen Optionen gestartet, befinden Sie sich im ‌Bootmenü von Manjaro (siehe Abbildung 2.2).

Im Bootmenü von Manjaro warten Sie bitte nicht allzu lange, denn das System startet nach 10 Sekunden automatisch mit den Standardeinstellungen und wir wollen zuvor einige kleine Sprach-Einstellungen vornehmen. Um den automatischen Start zu unterbrechen, drücken Sie kurz eine der Pfeiltasten ↑ oder ↓.

Abb. 2.2: Manjaro Bootmenü

Als Erstes navigieren Sie auf den Menü-Eintrag keytable=us und bestätigen mit der Eingabe-Taste. Anschließend landen Sie in den Einstellungen für das ‌Tastaturlayout. Um das deutsche Layout zu aktivieren, navigieren Sie hier nun zu keytable=de. Dadurch finden Sie sich erneut im vorherigen Menü wieder.

Wechseln Sie anschließend auf den Eintrag lang=en=US, um hier den Vorgang mit der deutschen Sprache zu wiederholen.

Gerade Linux-Einsteiger sollten unbedingt noch auf den Eintrag Boot with proprietary drivers wechseln und hiermit das System starten. Das sorgt unter anderem dafür, dass auch ‌WLAN-Module, für die es keine freien ‌Treiber (Open Source) gibt, funktionieren. In diesem Fall werden dann die nicht freien Treiber des Hardware-Herstellers genutzt.

2.3.3  ‌Hardware- und ‌Treiberprobleme lösen

Bei exotischer Hardware könnte es zu Problemen kommen, zum Beispiel, weil gewisse Treiber fehlen. Auch ist es möglich, dass der Kernel nicht mit den für diese Hardware passenden Optionen startet. Das zeigt sich häufig dadurch, dass der Bildschirm schwarz wird und sich auch nach einer oder zwei Minuten noch nichts tut. Eine andere Möglichkeit: Der Kernel startet, Sie sehen Textzeilen nach oben wandern, und auf einmal bewegt sich nichts mehr.

In solchen Fällen starten Sie den Rechner mit der Tastenkombination Strg+Alt+Entf neu. Alternativ nutzen Sie den Netzschalter, warten, bis Sie wieder im Bootmenü sind, passen wieder die Sprache des Systems und das Tastaturlayout an, drücken dann jedoch statt zu starten die Taste E – somit gelangen Sie in die Einstellungen des Kernels (siehe Abbildung 2.3):

Abb. 2.3: Einstellungen des Kernels

Hier nutzen Sie die Pfeiltasten, um zur Zeichenfolge linux/boot/vmlinuz-$2_driver=free zu kommen. Fügen Sie hier ein Leerzeichen ein, gefolgt von der Option: nomodesetnoapic. Starten Sie das System anschließend mit der Taste F10.

Die beiden ‌Bootoptionen bewirken Folgendes:

nomodeset: Diese Option hilft vor allem bei eingebauten NVIDIA-Grafikkarten. Der freie Treiber für diese Karten kommt zwar mit älteren Grafikkarten klar, hat jedoch Probleme mit aktuellen. Diese Option verhindert fehlerhafte Einstellungen (schwarzer Bildschirm).

noapic: Diese Option dient dazu, fehlerhafte Einstellungen für den Prozessor zu verwenden (das System startet nicht in den Desktop).

2.4  Das‌ Live-System – Installation muss nicht sein

Haben Sie gegebenenfalls vorhandene Probleme gelöst, landen Sie auf dem Desktop des Live-Systems. Welche Desktop-Umgebung das ist, hängt von der Variante ab, die Sie heruntergeladen haben – in diesem Beispiel ist das der KDE-Desktop (siehe Abbildung 2.4).

Bei Manjaro handelt es sich um ein Live-System, das bedeutet, wenn Sie es gestartet haben, läuft dieses im Hauptspeicher, also im Arbeitsspeicher. Solange Sie das System nicht installieren, wird das aktuell auf dem Rechner installierte Betriebssystem nicht angerührt.

Sie können im Live-System installierte Software starten und ausprobieren, Dateien anlegen und Einstellungen am Desktop vornehmen. Wichtig ist jedoch: Da dieses System im Hauptspeicher läuft, gehen nicht gesicherte Dateien bei einem Neustart verloren (da das System im Arbeitsspeicher läuft und dieser beim Neustart geleert wird). Erstellte Dateien sichern Sie auf einem USB-Stick, auf der eingebauten Festplatte oder brennen diese auf eine CD/DVD.

Abb. 2.4: Manjaro mit KDE als Desktop

Weiterhin ist es möglich, im Internet zu surfen. Ist der Rechner per Netzwerkkabel mit einem Router verbunden, wird die Verbindung in der Regel automatisch erstellt. Drahtlose Verbindungen wie WLAN oder mobiles Breitband müssen natürlich erst konfiguriert werden, dazu jedoch später mehr bei den Desktop-Umgebungen im Kapitel 3 (Die grafische Oberfläche).

Bevor wir uns das System, die Desktops und mehr näher ansehen, werden wir uns zunächst mit der Installation von Manjaro beschäftigen.

2.5  Manjaro‌ installieren

Wie schon zu Beginn erwähnt, ist Manjaro alles andere als schwierig zu installieren. Gerade in diesem Bereich hat sich unter Linux schon vor vielen Jahren einiges geändert. Musste man sich im Jahr 2000 noch durch zahllose Optionen klicken, gelingt die Installation heute im einfachsten Fall mit einigen Mausklicks innerhalb von wenigen Minuten, selbst dann, wenn man noch nie mit Linux gearbeitet oder selbst Microsoft Windows noch nie installiert hat.

Wir werden uns im Folgenden die Vorarbeiten ansehen, die man durchführen sollte, wie auch unterschiedliche Arten der Installation. Manjaro lässt sich sowohl als alleiniges Betriebssystem auf dem Computer installieren als auch zusätzlich neben Windows oder einer anderen Linux-Distribution.

2.5.1  ‌Hardware-‌Voraussetzungen

Manjaro macht nicht nur auf aktuellen Rechnern eine gute Figur. Viele nutzen Linux vor allem, um älteren Rechnern wieder eine sinnvolle Aufgabe zu verleihen. Hardware, auf der ein aktuelles Windows 10 nicht mehr oder nur noch träge läuft, kann mit Linux oftmals noch lange Zeit genutzt werden. Das liegt vor allem am schlankeren System – es laufen weniger Prozesse automatisch, die man nicht unbedingt benötigt –, aber auch an schlankeren Desktop-Umgebungen.

Möchten Sie Manjaro nutzen, ist die erste Voraussetzung eine 64-Bit-CPU. Mit der Desktop-Umgebung XFCE kann man schon mit 2 GB RAM Arbeitsspeicher gut arbeiten, für KDE und GNOME sollten es schon mindestens 4 GB RAM sein. Es gibt auch noch schlankere grafische Oberflächen, diese sind aber oft weniger komfortabel und werden vor allem Linux-Einsteigern wenig Freude bereiten.

Für die Installation selbst sollten Sie mindestens 12 bis 15 GB Speicherplatz auf der Festplatte einrechnen – besser natürlich mehr, um Platz für private Daten bereitzuhalten.

2.5.2  ‌Datensicherung

Bevor Sie Linux installieren, sollten Sie vorab eine Datensicherung durchführen.

Welche Daten brauchen Sie noch? Nahezu alle Arten von Daten – unter Windows erstellte Dateien – lassen sich auch unter Linux problemlos verwenden, solange diese nicht von sehr speziellen Anwendungen angelegt wurden.

Webbrowser wie Firefox, Google Chrome oder Chromium und einige andere bieten die Möglichkeit, Lesezeichen, Passwörter und Einstellungen mit anderen Geräten zu synchronisieren – ist diese Funktion aktiviert, brauchen Sie sich hier also keine Sorgen zu machen. E-Mail-Konten aller Art können Sie ohnehin auch unter Linux nutzen. Wenn bei Ihrem E-Mail-Anbieter die Funktion IMAP aktiviert ist, sind Ihre E-Mails auf dem Server gespeichert – auch hierzu brauchen Sie sich daher keine Gedanken machen.

Selbst wenn Sie Manjaro neben Windows oder einer anderen Linux-Distribution installieren wollen, könnten Sie bei der Installation unabsichtlich Fehler machen. Eine Datensicherung sollten Sie somit auf jeden Fall anlegen. Hierzu bieten sich alle bekannten Möglichkeiten an: die Sicherung auf einem externen Datenträger wie einem USB-Stick oder einer externen Festplatte, aber auch die Cloud im Internet. Das alles lässt sich ebenfalls unter Manjaro nutzen.

2.5.3  Start der‌ Installation von Manjaro

Wir werden uns im Folgenden ansehen, wie man Manjaro auf dem Computer installiert.

Sie müssen ein bestehendes Microsoft Windows oder eine andere Linux-Distribution nicht überschreiben – es ist problemlos möglich, Manjaro neben einem anderen Betriebssystem zu installieren. In diesem Fall können Sie beim Start des Rechners auswählen, welches System Sie nutzen möchten, was vor allem beim ersten Umstieg auf Linux vorteilhaft ist. Sie können einerseits mit dem vertrauten Windows arbeiten und sich andererseits mit dem neuen System befassen.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Installation von Manjaro zu starten. Die erste befindet sich im Fenster, das sich automatisch beim Start des Desktops öffnet und Informationen rund um Manjaro und Links zu Foren bietet. Hier klicken Sie einfach auf den Schalter Installer starten (siehe Abbildung 2.5)

Abb. 2.5: Willkommensfenster – Erste Möglichkeit zur Installation

Die zweite Möglichkeit ist das Icon auf dem Desktop mit der Bezeichnung Install Manjaro Linux und die Dritte findet sich im Anwendungsmenü in der Kategorie System unter dem Eintrag Install Manjaro Linux (Live Installer). Einen Unterschied zwischen den drei Möglichkeiten gibt es nicht, es wird bei allen drei Varianten dieselbe Software zur Installation gestartet.

Wahl der‌ Sprache des Systems

Der Installer arbeitet grafisch. Sie können ihn also ganz einfach mit der Maus bedienen – die Installation gehen Sie dabei einfach der Reihe nach durch.

Die Software zur Installation startet automatisch in der Sprache, die Sie beim Systemstart konfiguriert haben. Im ersten Schritt der Installation lässt sich das, wenn gewünscht, noch einmal anpassen (siehe Abbildung 2.6).

Abb. 2.6: Sprachauswahl der Installation

Klicken Sie hierzu auf den Schalter Weiter und Sie gelangen zum Standort-Fenster.

‌Standort anpassen

Diese Einstellung legt Ihren Standort und damit auch die ‌Zeitzone sowie die ‌Uhrzeit fest. Sie können diese einfach per Mausklick auf die Karte anpassen oder auch mit den darunter positionierten Schaltern (Abbildung 2.7). Fast alles lässt sich später in den Einstellungen des Systems wieder ändern, falls Sie hier etwas falsch angeben sollten.

Abb. 2.7: Standort-Auswahl der Installation

‌Tastaturlayout wählen

Das Tastaturlayout bestimmt die Belegung der Tasten der Tastatur. Das System wählt automatisch das zur ausgewählten Sprache passende Layout. In der Regel passt das erweiterte Profil daneben. Als normaler Nutzer wird man mit dem Profil »Standard« keine Probleme haben, das Profil »German (no dead keys)« ist vor allem für Entwickler gedacht.

Unter dem Layout und dem Profil ist es möglich, die Tastaturbelegung zu testen. Das sollten Sie auch tun, um die korrekte Einstellung zu prüfen. Vor allem sollten Sonderzeichen und Umlaute funktionieren. Vorab zur Information: Das @ funktioniert unter Linux tatsächlich nur mit der AltGr-Taste – also AltGr+Q (siehe Abbildung 2.8).

Abb. 2.8: Einstellungen zum Tastaturlayout

2.5.4  ‌Partitionieren der ‌Festplatte

Das Partitionieren – also das Aufteilen der Festplatte – ist der schwierigste und einer der wichtigsten Schritte bei der Installation, egal, um welches Betriebssystem es sich handelt. Sie sollten jedoch keine Angst davor haben, denn Manjaro unterstützt Sie bei dieser Aufgabe.

Eine ‌Partition ist nichts anderes als ein Bereich auf der Festplatte. Dieser wird mit einem ‌Dateisystem formatiert, das die Verwaltung der Dateien übernimmt. Gewisse Partitionen sind nötig, um das Funktionieren eines Betriebssystems zu gewährleisten, unter Windows ist das beispielsweise das Laufwerk »C«. Unter Linux ist die Bezeichnung für dieses Laufwerk »/«.

‌Laufwerksbezeichnungen unter Linux

Hat man das erste Mal mit Partitionieren unter und für Linux zu tun, wird man sich vor allem an neue Bezeichnungen für Partitionen und Festplatten gewöhnen müssen. Während unter Windows Partitionen – also Laufwerke – mit Buchstaben bezeichnet werden – zum Beispiel »C« –, nutzt Linux längere Bezeichnungen (die Bezeichnung Laufwerk gibt es unter Linux nicht). So ist etwa »sda« die erste Festplatte, »sdb« die zweite, »sda1« die erste Partition auf der ersten Festplatte und so weiter und so fort.

Sehen wir uns hierzu das Fenster zur Partitionierung an (Abbildung 2.9).

Abb. 2.9: Auswahl der Partitionierung

Manjaro bietet wie jede andere Linux-Distribution auch mehrere Möglichkeiten, die Festplatte (oder die Festplatten) zu partitionieren. Je nachdem, ob bereits ein Betriebssystem installiert ist oder nicht, finden Sie in der Software zur Installation mehr oder weniger Optionen.

Zu Beginn sollten Sie links oben (das kleine Zahnrad) prüfen, ob die Funktion »BIOS« oder »UEFI« aktiv ist. Ist bereits ein Betriebssystem installiert und dieses nutzt die andere Option, wird eines der Systeme nach der Installation nicht funktionieren.

Welche Funktion aktiv ist, sehen Sie in der Firmware des Rechners – in diese gelangen Sie, indem Sie beim Start des Rechners durch mehrmaliges Drücken der jeweiligen Taste – meist F2, F10 oder F12. Häufig ist die Option »‌CSM« im Reiter Boot zu finden. Ist dort sie aktiv, läuft ein bestehendes System im BIOS-Modus, andernfalls im UEFI-Modus. Unter Microsoft Windows lässt sich das auch über die Eingabeaufforderung mit dem Befehl msinfo32 herausfinden – hier suchen Sie nach einer Zeile, die mit »BIOS-Modus« beginnt. Befindet sich dahinter die Option »UEFI-Modus«, ist UEFI aktiv. Zeigt sich hier ein »Legacy« oder fehlt die Zeile komplett, läuft das System im BIOS-Modus.

In der Regel erkennt Manjaro, in welchem Modus es laufen und installiert werden muss, aber Kontrolle ist besser. Unterscheidet sich der Modus tatsächlich, ändern Sie in den Start-Einstellungen in der Firmware den Modus. Die Unterschiede zwischen beiden Modi zeigen sich in der Unterstützung von ‌Secure Boot – einer Sicherheitsfunktion unter Microsoft Windows. Je nachdem, wie diese der Hersteller in die Firmware implementiert hat, kann Manjaro diese Funktion unterstützen oder auch nicht. Im BIOS-Modus (Legacy) kann diese Funktion nicht aktiv sein, im UEFI-Modus schon.

Ein Beispiel: Haben Sie Windows installiert und mit dem Befehl msinfo32 festgestellt, dass dieses im Legacy-Modus läuft, muss auch Manjaro im Legacy-Modus installiert werden. Das kann zum Beispiel bei Windows 7 der Fall sein, hier lässt Windows noch den Start ohne UEFI zu. Sie starten somit den Rechner neu, wechseln in das UEFI und aktivieren hier den Legacy-Modus. Um Manjaro anschließend im passenden Modus zu starten, wählen Sie den passenden Eintrag im BIOS/UEFI über die jeweilige Startreihenfolge – hier finden sich die entsprechenden Einträge »Manjaro« (im BIOS-/Legacy-Modus) und »Manjaro EFI« (für den UEFI-Modus).

Der Schalter Speichermedium auswählen bietet die Möglichkeit, die Festplatte (wenn mehrere eingebaut sind), einen USB-Stick oder eine externe Festplatte zu wählen, auf dem Manjaro installiert werden soll. Wird das System auf einem externen Medium installiert, besteht beispielsweise die Möglichkeit, dieses an einen anderen Rechner anzuschließen und auf diesem zu starten. Ein USB-Stick ist jedoch um vieles langsamer als eine externe Festplatte.

Weiter geht es, indem Sie auswählen, wie Sie das System auf die Festplatte installieren möchten. Die ersten drei Optionen sind sehr einfach zu nutzen und arbeiten weitgehend automatisiert, sodass Sie nichts falsch machen können. Die vierte Möglichkeit erfordert etwas mehr Vorwissen.

‌Parallel dazu installieren‌: Diese Option bietet die Möglichkeit, Manjaro neben einem bereits bestehenden Betriebssystem, egal, ob Windows oder Linux, zu installieren. In diesem Fall wählen Sie beim Start des Systems einfach jedes Mal aus, welches System Sie starten möchten.

Sie finden nach der Wahl dieser Option im Fenster unten einen Balken (siehe Abbildung 2.9) – dieser repräsentiert die oben gewählte Festplatte. Klicken Sie den Balken an, so wird er zweifach angezeigt. Der obere zeigt die aktuelle Belegung, die auf der Festplatte liegenden Partitionen und wie viel freier Speicher auf diesen noch vorhanden ist. Der untere Balken dient jetzt zur Bearbeitung, das heißt zum Verkleinern bestehender Partitionen. Haben Sie bereits unter Windows Platz geschaffen, sehen Sie das hier ebenfalls. Verkleinern Sie mit dem vorhandenen Regler die gewünschte Partition – auf diesem freien Speicher wird Manjaro anschließend installiert.

Ersetze eine Partition: Nutzt eine bereits bestehende Partition. Diese haben Sie bereits unter Windows oder unter einer anderen Linux-Distribution angelegt.

Festplatte löschen: Löscht alle auf dieser Festplatte vorhandenen Daten, Manjaro nutzt somit den kompletten Speicher der gewählten Festplatte.

‌Manuelle Partitionierung: Lässt uns in der Partitionierung komplett freie Hand (Abbildung 2.10)

Abb. 2.10: Manuelle Partitionierung

Unter allen drei ersten Optionen besteht die Möglichkeit, das komplette System zu verschlüsseln. Es genügt, einen Haken in die Checkbox Verschlüssele System zu setzen. Die dritte Option besitzt auch noch einen Schalter, mit dem Sie auswählen können, ob Sie eine SWAP-Partition mit oder ohne Ruhezustand haben möchten. Ob Sie eine solche benötigen oder nicht, sehen wir uns im Rahmen der vierten Möglichkeit der Partitionierung an.

Manuelle ‌Partitionierung

Um zur manuellen Partitionierung zu kommen, wählen Sie diese aus und klicken auf Weiter. Sie sehen in der Übersicht den belegten und freien Speicher.

Vorsicht

Mit dem Schalter Neue ‌Partitionstabelle werden alle Daten auf der Festplatte gelöscht, diese Option sollten Sie nur dann nutzen, wenn Sie nur Manjaro auf der Festplatte haben wollen. In der Regel wählen Sie auf Nachfrage die Partitionstabelle vom Typ »‌GPT«.

Bestehende Partitionen vergrößern oder verkleinern Sie mit einem Klick auf den Schalter Ändern, neue legen Sie mit Erstellen an (Abbildung 2.11).

Abb. 2.11: Partitionen anlegen und bearbeiten

Um eine bestehende Partition zu bearbeiten, das heißt zu verkleinern oder zu vergrößern, wählen Sie diese und geben im Feld »Größe« die neue Größe an. Die Balken in Abbildung 2.9 zeigen bei einem schon installierten System den Grad der Füllung an (der Balken ist an dieser Stelle dunkler und die Menge an Daten wird in Gigabyte angegeben). Um eine bestehende Windows-Partition zu verkleinern, sehen Sie sich also an, wie viel Platz auf der Windows-Partition frei ist – um diesen freien Platz können Sie diese Partition verkleinern. ‌Formatieren oder andere Änderungen an den Optionen sollten Sie nicht vornehmen, wenn etwa ein installiertes Windows beibehalten werden soll.

Haben Sie nun genügend Platz geschaffen, wählen Sie den freien Platz und klicken auf Erstellen, um neue Partitionen anzulegen. Sie geben die Größe der zu erstellenden Partition an, das Dateisystem, ob die Partition verschlüsselt werden soll und den Einhängepunkt. Ein ‌Einhängepunkt ist nichts anderes als die Systembezeichnung der Partition. Ein Klick auf OK, und Ihre neue Partition ist erstellt.

Welche Partitionen für ein funktionierendes Manjaro vorhanden sein müssen und deren Eigenschaften sehen wir uns im nächsten Abschnitt an.

Benötigte‌ Partitionen und deren Eigenschaften

Linux ist in vielen Dingen sehr variabel, darunter auch bei den zu nutzenden Partitionen. Absolut nötig ist, wie auch unter Microsoft Windows, nur eine einzige Partition. Diese nennt sich schlicht und einfach »/«. Auf dieser Partition ist das komplette System installiert, auch finden Sie hier die installierten Anwendungen. Hier liegen anschließend sowohl die privaten Daten der Nutzer als auch die Einstellungen der Anwendungen.

Wollen Sie tatsächlich nur diese Partition nutzen, nimmt diese den gesamten freien Speicher auf der Festplatte ein. In manchen Situationen sind aber weitere Partitionen nötig oder zumindest ratsam.

Viele Nutzer meinen, moderne Rechner haben genügend Arbeitsspeicher, um ohne eine sogenannte ‌SWAP-Partition auszukommen – diese kann man mit dem ‌Auslagerungsspeicher unter Windows gleichsetzen. In der Realität, wenn man nicht allzu viel im Bereich Multimedia machen will, haben Sie mit 8 GB RAM unter Linux auch tatsächlich genug Arbeitsspeicher. Sie dürfen dabei jedoch nicht vergessen, dass ohne eine solche SWAP-Partition der ‌Ruhezustand der Festplatte nicht funktioniert.

Auch ist es nützlich, eine eigene Partition für die privaten Daten anzulegen. Selbst wenn Sie das System so zerschießen, dass es wirklich nicht mehr funktioniert, haben Sie von einem neu installierten System aus Zugriff auf diese Daten.

Meine Empfehlung für die Partitionierung bei Desktop-Rechnern und Laptops bis 4 GB RAM Arbeitsspeicher finden Sie in der folgenden Tabelle 2.1.

Tabelle 2.1: Aufteilung der Partitionen

Benötigt

Optional

Größe

Dateisystem

Markierung

Beschreibung

/

Mind. 12 GB

Ext4/ BRTFS

Bootfähig

System + Private Daten

boot/efi

100 bis 300 MB

FAT32

Bootfähig

Nötig bei UEFI

/swap

RAM x 2

linux-swap

Auslagerungsspeicher

/home

Rest der Festplatte

Ext4/ BTRFS

Private Daten

Die Partition »/«

Die Partition »/« nimmt also die Installation des Betriebssystems auf. In der Theorie sollten 8 bis 10 GB Speicherplatz genügen, Sie müssen jedoch auch damit rechnen, dass Sie weitere Software installieren möchten. Minimal würde ich hier auf 12 GB setzen, bei 15 bis 20 GB sollten Sie sicherlich keine Probleme haben.

Bei der Größe der ‌Systempartition »/« kommt es ebenfalls darauf an, ob Sie eine eigene Partition für Ihre privaten Daten (»/home«) anlegen oder nicht. Legen Sie keine extra Partition für eigene Daten an, nimmt die Systempartition diese automatisch auf – in diesem Fall sollte diese entsprechend größer sein. Sie müssen auch damit rechnen, dass Sie hier Musik, Video-Dateien, Bilder und Dokumente ablegen wollen.

Die ‌SWAP-Partition

Unter 4 GB RAM Arbeitsspeicher sollten Sie nicht auf eine SWAP-Partition verzichten, gerade auf mobilen Geräten. Wie schon beschrieben, landen hier Daten, die nicht mehr im Arbeitsspeicher Platz haben.

Die Größe richtet sich nach dem Arbeitsspeicher. Die SWAP-Partition sollte bis 8 GB RAM rund doppelt so groß sein wie der Arbeitsspeicher. Ab 4 GB RAM kann auf die SWAP-Partition verzichtet werden. In diesem Fall ist es möglich, im installierten System später auch eine eigene SWAP-Datei anzulegen – mit dieser ist jedoch kein Ruhezustand der Festplatte (‌Suspend to disk) möglich. Das ist vor allem auf Laptops ein Problem, da es sich hierbei auch um eine Energiesparfunktion handelt.

Ich würde daher auf jeden Fall bis 8 GB RAM Arbeitsspeicher nicht auf eine SWAP-Partition verzichten.

Grundsätzlich gilt: Wollen Sie den Ruhezustand auf der Festplatte nutzen, sodass der Rechner tatsächlich während dieser Zeit keinen Strom benötigt, muss die SWAP-Partition mindestens so groß sein wie der Arbeitsspeicher, denn im Ruhezustand wird der komplette Inhalt des Arbeitsspeichers in die SWAP-Partition geschrieben. Ab 8 GB RAM genügt es für die meisten Arbeiten, eine SWAP-Partition anzulegen, die genauso groß ist wie der RAM. Ein Grund, diesen größer zu machen, wäre etwa die Bearbeitung sehr großer Videodateien.

Die ‌EFI-Partition

Wichtig: Wenn Sie eine neue Partitionstabelle angelegt haben und den UEFI-Modus nutzen, dürfen Sie nicht die EFI-Partition vergessen. Hierbei sollten 100 MB Speicherplatz genügen. Erst wenn man mehrere Betriebssysteme installieren und nebeneinander betreiben möchte, sollte man diese vergrößern – in jedem Fall sollten 300 MB genügen.

Weitere optionale Partitionen

Es besteht die Möglichkeit, noch für weitere wichtige Verzeichnisse des Systems eigene Partitionen anzulegen, solange man das System nicht als Server einsetzt, ist das aber absolut unnötig.

Das ‌Dateisystem

Auch bei der Wahl des Dateisystems ist Linux sehr variabel. Es gibt unter Linux anders als unter Windows etliche Dateisysteme.

Zunächst einmal vorweg: Der normale Linux-Nutzer muss sich eigentlich keine Gedanken über die Wahl der ‌Formatierung machen. Alle Dateisysteme sind stabil und schnell, »‌ext4« ist viele Jahre erprobt, während »‌btrfs« Vorteile bei Backups bietet und gerne auf Server-Systemen genutzt wird. Beide erlauben so große Dateien und Partitionen, wie man sie als normaler Nutzer in den nächsten Jahren nicht brauchen wird.

Vom viel umworbenen »‌xfs«-Dateisystem rate ich ab. Zum einen wird es für normale Aufgaben absolut nicht benötigt, zum anderen braucht es eine starke CPU und sehr viel RAM, um damit auch performant arbeiten zu können. Will man ein Dateisystem mit ähnlichen Eigenschaften wie »xfs«, verfügt aber nur über normale Hardware, sollte man eher auf »btrfs« setzen.

Meine Empfehlung für den normalen Nutzer lautet »ext4«.

Der ‌Bootloader

Bevor Sie die Partitionierung abschließen, müssen wir uns noch um den Bootloader kümmern.

Der Bootloader (in diesem Fall ‌GRUB) dient dazu, das gewünschte Betriebssystem beim Start des Rechners auszuwählen und dieses zu starten. Startet der Rechner, startet dieser zuerst den Bootloader. Dieser zeigt wiederum ein Menü mit den installierten Betriebssystemen, aus denen Sie das gewünschte zum Start auswählen.

Grundlegend: Ein Bootloader muss installiert werden, egal, ob nur Manjaro auf dem Rechner installiert ist oder auch weitere Linux-Distributionen oder gleichzeitig noch Microsoft Windows.

In der Regel erkennt die Software zur Installation von Manjaro, auf welcher Festplatte der Bootloader installiert werden muss. Standardmäßig ist dies die erste Festplatte des Rechners mit der Bezeichnung »sda«. Befindet sich nur eine Festplatte im Rechner, ist diese Einstellung ohnehin obsolet.

Interessant wird es jedoch, wenn Sie Manjaro zum Beispiel auf einem USB-Stick oder einer externen Festplatte installieren wollen. Installieren Sie Manjaro auf einem externen Medium, müssen Sie auch dieses Medium zur Installation für den Bootloader auswählen. Tun Sie das nicht, werden auf internen Festplatten installierte Systeme nicht mehr starten, wenn der Stick oder die externe Platte nicht angeschlossen ist.

2.5.5  Ersten‌ Benutzer anlegen

Nach Abschluss der Partitionierung geht es nun darum, den ersten Benutzer des Systems zu erstellen (Abbildung 2.12).

Abb. 2.12: Ersten Nutzer anlegen

Sie geben einfach zu Beginn Ihren vollständigen Namen an, dieser dient letztlich nur zur Information – wichtig ist anschließend der Name für die Anmeldung. Dieser darf nur aus Kleinbuchstaben bestehen, kann aber auch Ziffern und Sonderzeichen enthalten.

Anschließend geben Sie noch einen Namen für den Rechner an. Sind bereits ein oder mehrere Betriebssysteme installiert, und sollen diese auch beibehalten werden, sollten Sie den schon bestehenden Namen angeben, damit es nicht zu Verwirrungen kommt.

Nun legen Sie noch ein Passwort für den neuen Nutzer an. Dieses sollte natürlich nicht verloren gehen. Mit der Checkbox Automatisches Einloggen ohne Passwortabfrage lässt sich festlegen, dass Sie sich am Desktop einloggen können, ohne das Passwort eingeben zu müssen.

Die nächste Option bietet an, das angelegte Passwort des ersten Nutzers auch als ‌Administrator-Passwort zu nutzen. Alternativ geben Sie für den Administrator ein eigenes Passwort an. Das mag ein wenig verwirrend klingen, ist aber recht einfach zu verstehen: Legen Sie für den Administrator ein eigenes Passwort an, kann im installierten System jeder Benutzer, der dieses Passwort kennt, auch administrative ‌Rechte erlangen – tun Sie dies nicht, kann zu Beginn nur der erste erstellte Nutzer direkt in das System eingreifen.

Haben Sie die Einstellungen für den ersten Nutzer abgeschlossen, wird die Installation anschließend beendet.

2.5.6  ‌Office-Paket auswählen

Manjaro bietet als eine der wenigen Distributionen während der Installation des Systems an, eines von zwei Office-Paketen auszuwählen oder auch keines von beiden zu installieren (siehe Abbildung 2.13).

Abb. 2.13: Office-Paket auswählen

Zur Auswahl steht als erste Möglichkeit die freie und sehr bekannte Office-Suite ‌LibreOffice. Diese ist auch unter Windows und macOS verfügbar und besteht aus einer Textverarbeitung, einer Tabellenkalkulation sowie einer Software für Präsentationen. Dazu gehört noch eine Anwendung zum Erstellen und Verwalten von Datenbanken und eine Grafik-Software. LibreOffice ist mit Microsoft Office sehr kompatibel.

Die zweite Möglichkeit ist die Freeware ‌FreeOffice. Hierbei handelt es sich um die kostenlose Variante von Softmaker Office, einer Office-Sammlung aus Deutschland, die vorgibt, fast perfekt mit Microsoft Office kompatibel zu sein, und die aus einer Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Software für Präsentationen besteht. Völlig kompatibel zu Microsoft Office ist keine Office-Suite. Microsoft ändert in der Software immer wieder etwas, sodass alternative Hersteller oftmals nicht nachkommen. Mit den meisten Formatierungen hat FreeOffice jedoch keine Probleme.

Alternativ wählen Sie einfach kein Office-Paket aus, was sich gegebenenfalls auch später nachholen lässt.

Markieren Sie die gewünschte Option und klicken auf Weiter.

2.5.7  Abschluss der Installation

Damit sind wir am Ende unserer letzten aktiven Eingaben angelangt. Bisher wurde am bestehenden System noch nichts geändert – es wurden nur die Einstellungen für die bevorstehenden Änderungen im Arbeitsspeicher hinterlegt.

Die Software zur Installation zeigt nun, was geschehen wird, wenn Sie auf den Schalter Installieren klicken. Sie können noch immer in den Einstellungen zurückgehen oder die Installation abbrechen (Abbildung 2.14).

Abb. 2.14: Bestätigung der Installation

Wenn Sie den Schalter Installieren betätigen, erhalten Sie noch eine letzte Möglichkeit, die Installation abzubrechen. Bestätigen Sie diese Meldung, erledigt die Software zur Installation den Rest automatisch. Ein Fortschrittsbalken informiert über den Vorgang. Beachten Sie, dass ein Abbruch jetzt nicht mehr möglich ist.

Wie lange der Vorgang dauert, hängt stark von der eingesetzten Hardware ab – auf einer SSD (Solid State Disk) in einem halbwegs aktuellen Rechner dauert die Installation etwa 10 bis 15 Minuten, auf einer mechanischen Festplatte müssen Sie schon mit 30 Minuten rechnen.

Anschließend starten Sie den Rechner neu, und das System ist einsatzbereit.

Kapitel 3: Die grafische Oberfläche