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Steigen Sie mit Ubuntu ein in die Linux-Welt! Mit diesem Buch erhalten Sie eine leicht verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Installation und den Einsatz von Ubuntu 22.04 LTS.
Sie lernen die verschiedenen Installationsmöglichkeiten von Ubuntu kennen (Live-Version, Festinstallation, Ubuntu als einziges oder als zweites Betriebssystem parallel zu Windows). Darüber hinaus erfahren Sie, wie Sie Ubuntu einrichten und an Ihre individuellen Bedürfnisse anpassen. Sie erhalten eine detaillierte Einführung in die Arbeitsoberfläche GNOME sowie einen Überblick über vorinstallierte und weitere beliebte Linux-Software. So können Sie auch ohne Vorkenntnisse schnell und einfach auf Linux umsteigen. Darüber hinaus erfahren Sie, wie Sie auch Software, die eigentlich für den Betrieb unter Windows gedacht ist, installieren können.
Eine Einführung in die wichtigsten Linux-Grundlagen wie die Datei- und Benutzerverwaltung, die Installation von Software (Paketverwaltung) sowie das Terminal runden diesen Praxiseinstieg ab. So sind Sie optimal darauf vorbereitet, alle im Alltag anfallenden Aufgaben problemlos mit Ubuntu zu meistern.
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Seitenzahl: 147
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Robert Gödl
Ubuntu 22.04 LTS
Schnelleinstieg
Der einfache Einstieg in die Linux-Welt
Bibliografische Information der Deutschen NationalbibliothekDie Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
ISBN 978-3-7475-0567-01. Auflage 2022
www.mitp.de
E-Mail: [email protected]: +49 7953 / 7189 - 079Telefax: +49 7953 / 7189 - 082
© 2022 mitp-Verlags GmbH & Co. KG, Frechen
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Lektorat: Janina BahlmannSprachkorrektorat: Petra Heubach-ErdmannCovergestaltung: Christian KalkertBildnachweis: © Julien Tromeur/stock.adobe.com Electronic Publishing: Petra Kleinwegen
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Impressum
Einleitung
Kapitel 1: Über Linux und Ubuntu
1.1 Was ist eigentlich Linux?
1.1.1 Was ist ein Betriebssystem?
1.1.2 Wer entwickelt Linux?
1.1.3 Warum ist Linux kostenlos?
1.1.4 Welche Vorteile hat Linux?
1.1.5 Ist Linux wirklich sicherer?
1.1.6 Warum gibt es so viele Linux-Distributionen?
1.2 Ubuntu
1.2.1 Die Vorteile von Ubuntu
Kapitel 2: Ubuntu ausprobieren und installieren
2.1 Ubuntu herunterladen
2.2 Startmedium erstellen
2.2.1 ISOburn – bootfähige DVDs brennen
2.2.2 Etcher – bootfähige USB-Sticks erstellen
2.3 Den Computer vom Startmedium starten
2.4 Ubuntu ausprobieren
2.5 Ubuntu installieren
2.5.1 Partitionierung der Festplatte
2.5.2 Benutzer anlegen und Installation abschließen
Kapitel 3: Der Desktop
3.1 Ubuntu GNOME kennenlernen
3.1.1 Das GNOME-Anwendungsmenü
3.1.2 Virtuelle Arbeitsflächen
3.1.3 Das Benutzermenü
3.1.4 Kalender und Benachrichtigungen
3.1.5 Das Dock
3.1.6 Wichtige Tastenkombinationen
3.2 GNOME anpassen
3.2.1 Ins Internet mit Ubuntu-GNOME
3.2.2 Desktop-Einstellungen
3.2.3 Eigene Icons im Dock
3.2.4 Mehr Desktop-Einstellungen
3.2.5 GNOME Extensions – Erweiterungen
3.2.6 Mehr Themes für Ubuntu
3.3 Kleine Tipps rund um Ubuntu mit GNOME
3.3.1 Clipboard Indicator – bessere Zwischenablage für Ubuntu
3.3.2 GSConnect – Ubuntu mit dem Smartphone verbinden
3.3.3 Laufwerke – externe Datenträger formatieren und SMART-Werte auslesen
3.3.4 Alacarte – eigene Einträge im Anwendungsmenü
3.3.5 Der Schnellstarter – der Ausführen-Dialog
3.4 Weitere Desktop-Umgebungen
3.4.1 KDE Plasma – klassisch und anpassbar
3.4.2 XFCE – schlank und schnell
3.4.3 Cinnamon – einfach und beliebt bei Windows-Umsteigern
3.4.4 Mate – schlank, für GNOME-2-Nutzer
3.4.5 Weitere Desktop-Umgebungen und Fenstermanager
Kapitel 4: Das System Linux
4.1 Die Verzeichnis-Hierarchie – wo ist was zu finden?
4.1.1 Das Home-Verzeichnis
4.1.2 Rechte an Ihren Daten – Gruppen
4.2 sudo – der Administrator unter Ubuntu
4.3 Das Terminal – die Kommandozeile
4.3.1 Der Aufbau des Terminals und Grundlagen
4.3.2 Ordner-Inhalte anzeigen und in der Verzeichnis-Hierarchie navigieren
4.3.3 Welche Befehle für welche Aufgaben? – Hilfe am Terminal und Optionen
4.3.4 Arbeiten mit Dateien und Ordnern am Terminal
4.3.5 Kopieren und Einfügen am Terminal
4.4 Druckertreiber und Scannertreiber
Kapitel 5: Software unter Ubuntu verwalten
5.1 Ubuntu aktuell halten
5.2 Software installieren und aktualisieren
5.2.1 Der Ubuntu-Standard – Snap
5.2.2 Debian-Pakete
5.2.3 Flatpak – noch mehr Software
5.2.4 Appimages – ausführbare Dateien
5.2.5 PPAs – Software von anderen Ubuntu-Benutzern
5.3 Wichtige Treiber installieren
5.4 Weitere Schriften installieren
5.5 Windows-Software unter Ubuntu
5.5.1 Wine – Windows-Software direkt unter Ubuntu
5.5.2 VirtualBox – Windows unter Linux installieren
Kapitel 6: Anwendungen
6.1 Standard-Anwendungen unter Ubuntu
6.1.1 Nautilus – der Dateimanager
6.1.2 Firefox – der Webbrowser
6.1.3 Thunderbird – der E-Mail-Client
6.1.4 LibreOffice – die Office-Suite
6.1.5 Shotwell – Fotos verwalten
6.1.6 Rhythmbox – Musikplayer
6.1.7 Aufgaben – Termine und Aufgaben verwalten
6.1.8 Evince – der PDF-Betrachter
6.2 Alternativen zu Windows-Anwendungen
6.2.1 Master PDF Editor – Alternative zu Adobe Acrobat Pro
6.2.2 Scribus – freie Alternative zu Adobe Acrobat Pro, Affinity Publisher und VivaDesigner
6.2.3 Onlyoffice – Alternative zu Microsoft Office
6.2.4 BricsCAD – Alternative zu AutoCAD
6.2.5 FreeCAD – Alternative zu AutoCAD
6.2.6 GIMP – Alternative zu Photoshop
6.2.7 GNU Paint – Alternative zu Microsoft Paint
6.2.8 Darktable – Alternative zu Adobe Lightroom
6.2.9 Evolution – Verbindung zu Microsoft Exchange (Office 365)
6.3 Weitere Software
Kapitel 7: Sicherheit unter Ubuntu
7.1 Ist Ubuntu sicherer als Windows?
7.2 GUFW – die Firewall
7.3 ClamTK – Virenscanner
7.4 Deja Dup – Backups
7.5 Timeshift – Systemwiederherstellung
7.5.1 Timeshift am Terminal nutzen
7.6 Spamassassin als Spamfilter in Thunderbird und Evolution
7.6.1 Spamassassin in Thunderbird integrieren
7.6.2 Spamassassin in Evolution integrieren
Kapitel 8: Noch mehr über Ubuntu
8.1 Tipps, um mehr aus Ihrem Ubuntu herauszuholen
Dieses Buch bietet Ihnen einen Einstieg in die Welt von Linux und in die Vorteile von Linux. Ubuntu kombiniert diese Vorteile mit einer einfachen Installation und einfacher Nutzung.
Sie lesen, wie Sie den Rechner für den Start von Ubuntu vorbereiten, das System ohne Installation ausprobieren und wenn gewünscht installieren. Dieses Buch begleitet Sie durch die Installation und durch die ersten Schritte mit diesem Betriebssystem sowie die Bedienung der grafischen Oberfläche GNOME. Sie erfahren, wie Sie unter Ubuntu Software installieren, deinstallieren und das System aktuell halten. Außerdem erhalten Sie einen Überblick über die bereits vorinstallierte Software, erfahren, wie Sie Software, die Sie vielleicht schon von Windows kennen, auch unter Linux nutzen können, und lernen Linux-Software kennen, die die Aufgaben von bekannter Windows-Software übernehmen kann.
Weiterhin erfahren Sie, wie Sie einige Windows-Anwendungen (also EXE-Dateien) direkt unter Linux nutzen oder gleich ein komplettes Windows unter Linux installieren können.
Ein weiteres Thema ist natürlich das System selbst. Sie erfahren, wo Sie welche wichtigen Verzeichnisse und Dateien finden und wie Sie damit arbeiten.
Zuletzt finden Sie auch eine Einführung in das Terminal und Themen rund um die Sicherheit unter Ubuntu.
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Viel Spaß und Erfolg mit Ubuntu!
Linux ist keine Anwendung, die man sich auf dem Computer installiert – es handelt sich bei Linux um ein Betriebssystem, genau wie Windows von Microsoft oder macOS von Apple.
Ein Betriebssystem können Sie sich vorstellen wie eine Anwendung, nur ist diese Software um vieles größer als normale Anwendungen. Es ist die Grundlage, um überhaupt mit einem Computer arbeiten zu können. Grundlegende Software, könnte man sagen. Das Betriebssystem steuert die Hardware, die eingebaut ist, sowie Hardware, die angeschlossen wird. Das Betriebssystem stellt eine grafische Oberfläche bereit, mit der Sie arbeiten – Menüs, mit denen Sie darauf installierte Anwendungen suchen und starten können – und es lässt Sie weitere Anwendungen installieren. Es steuert die Prozesse – also die im Hintergrund laufenden Aufgaben – und regelt, welche Prozesse gerade vom Prozessor verarbeitet werden sollen. Kurz gesagt: Ohne Betriebssystem können Sie mit dem Computer nicht arbeiten.
Gestartet wurde die Entwicklung vom damaligen finnischen Studenten Linus Torwalds – er wollte eigentlich nur eine Terminal-Anwendung schreiben, um bequem von zu Hause auf seine E-Mails in der Universität zugreifen zu können. Daraus wurde schnell ein kleines Betriebssystem, das er in einer Newsgruppe im Internet vorstellte. Viele weitere Entwickler schlossen sich der Entwicklung dieses Systems an. Was sie erreichen wollten, war ein kostenloses Betriebssystem, ohne sich mit den Lizenzen des damaligen Minix-Betriebssystems befassen zu müssen. Im Jahr 1991 wurde so die erste Version von Linux vorgestellt – damals noch ohne grafische Oberfläche (»Desktop«).
Minix
Minix war in den 80ern und zu Beginn der 90er ein zwar freies Betriebssystem – es konnte also kostenlos genutzt werden –, mit der freien Lizenz konnte jedoch nicht alles gemacht werden, was man wollte. Der Quellcode war zwar offen – also einsehbar –, durfte jedoch nicht weiterverwendet werden.
Inzwischen wird Linux nicht nur von freien Entwicklern programmiert, sondern auch von Firmen verwendet. Bekannte Firmen sind etwa IBM, Intel, Google und auch Microsoft.
Linux wird unter einer freien Lizenz entwickelt – der sogenannten »GNU GPL«. Das »GNU« steht hier für »Gnu is Not UNIX« – UNIX war damals das vorherrschende Betriebssystem, Linux ist UNIX ähnlich, aber komplett neu aufgebaut. Darum der Name »GNU ist nicht UNIX«. »GPL« steht für die »General Public License«.
Die GNU-GPL-Lizenz legt folgende Regeln fest (hier nur die wichtigsten):
Die Software unter der GNU GPL muss im Quelltext (die Software in der Form, wie sie der Programmierer schreibt) frei zugänglich sein. Dies bedeutet, jeder, der möchte, kann sich diesen Quelltext ansehen.Die Software unter der GNU GPL darf für jeden Zweck von jedem verwendet werden. Bei proprietärer Software – etwa sogenannter Freeware – ist dies nicht immer der Fall. Bei einem privat genutzten, kostenlosen Virenscanner kann es sein, dass Sie zahlen müssen, wenn Sie diesen geschäftlich nutzen möchten.Jeder darf den Quelltext einer Software, die der Lizenz GNU GPL unterliegt, nehmen und daraus selbst eigene Software entwickeln. So ist etwa aus OpenOffice das modernere LibreOffice entstanden.Software, die der GNU GPL unterliegt, muss für jeden kostenlos erhältlich sein.Die GNU GPL legt also fest, dass jeder die Software für jeden Zweck kostenlos nutzen darf. Entwickler, die ihre Software unter dieser Lizenz veröffentlichen, möchten einfach, dass diese für jeden zugänglich ist. Andere möchten vielleicht, dass ihre Software auch von anderen weiterentwickelt und verbessert wird.
Es gibt jedoch auch Linux-Betriebssysteme, für die man bezahlen muss – und zwar durchaus mehr als für Windows von Microsoft. So etwa Red Hat, ein besonders auf Unternehmen zugeschnittenes und abgesichertes System.
Linux hat natürlich so einige Vorteile gegenüber Windows oder macOS. Es ist zuallererst einmal kostenlos (bis auf wenige Ausnahmen).
Ein sehr wichtiges Argument für Linux ist auch, dass es schlanker ist. Selbst Rechner älterer Generationen werden mit Linux zurechtkommen, auch wenn aktuelle Betriebssysteme darauf nicht richtig funktionieren oder sich gar nicht mehr installieren lassen. Unter Linux laufen ganz einfach viel weniger unnötige Prozesse.
Ein weiterer Vorteil: Linux versendet keine Daten an die Entwickler, schon gar nicht ungefragt. Dies gilt nicht nur für das Betriebssystem, sondern auch für die Software, die Sie darauf installieren und nutzen.
Erst einmal ist ein Betriebssystem nur dann wirklich sicher, wenn man auch selbst als Benutzer gewisse Regeln einhält – also etwa keine Software aus unbekannten Quellen installiert. Aber ja, Linux ist in gewissen Dingen auch um einiges sicherer als Windows oder macOS.
Da ist einmal der offene Quellcode. Jeder kann in diesen einsehen und so etwa die Entwickler auf Fehler hinweisen. Linux wird auch weniger genutzt als bekanntere Betriebssysteme, sodass Schadsoftware für Linux kaum existent ist. Solche Schadsoftware wäre auch um einiges schwieriger in das System zu installieren, denn hinter Linux steckt eine aufwendige Rechte-Struktur. Der Administrator des Systems ist vom normalen Benutzer strikt getrennt. Auch installieren Sie unter Linux Software meist aus sogenannten Repositories – für Linux erstellte und gut abgesicherte Software-Archive.
Es gibt nicht nur das eine Linux – es gibt unzählige. Linux ist eigentlich nur die Bezeichnung für den »Kernel« – also den Kern eines Linux-Betriebssystems. Dieser Kernel übernimmt die Steuerung des Systems. Der Rest vom Betriebssystem sind Treiber, eine grafische Oberfläche und Anwendungen, die Sie zur Konfiguration des Systems nutzen.
Jeder kann sich den Linux-Kernel nehmen, eine gewünschte grafische Oberfläche (den Desktop) hinzufügen und beliebig Software installieren, daraus dann ein Linux-Betriebssystem erstellen und dieses veröffentlichen. Eine solche Software-Zusammenstellung nennt man »Distribution«.
Für Linux finden sich zahlreiche grafische Oberflächen – also Desktops –, die man auch »Desktop-Umgebung« nennt. Solche Desktop-Umgebungen unterscheiden sich in der Optik, Handhabung und im Verbrauch von Ressourcen.
Die meisten Unterschiede zwischen den verschiedenen Linux-Distributionen sind die Desktop-Umgebung und die vorinstallierten Anwendungen. So gibt es etwa Distributionen, die speziell auf Multimedia-Anwendungen getrimmt werden, solche, die einfach nur einfach zu nutzen sein sollen oder auch solche für wissenschaftliches Arbeiten.
Die Entwicklung von Ubuntu wurde im Jahr 2000 gestartet und die erste brauchbare Version erschien 2003. Auf Zulu bedeutet Ubuntu so viel wie »Menschlichkeit« und »Gemeinsinn«.
Das Ziel von Ubuntu ist, Linux gesellschaftsfähig machen. Die meisten Linux-Distributionen vor Ubuntu waren recht schwierig zu installieren und anzupassen, gerade Einsteiger mussten sich viel Zeit mit dem System lassen, um damit zurechtzukommen.
Ubuntu basierte zu Beginn stark auf dem recht konservativen Debian. Die Entwicklung von Debian geht recht langsam vor sich und zur Installation und Konfiguration muss man sich schon ein wenig mit dem System befassen. Vor allem das Terminal, also die Kommandozeile von Linux, ist zu dieser Zeit unter Debian nicht zu kurz gekommen. Ubuntu sollte das alles ändern – dies ist auch gelungen. Selbst Linux-Einsteiger und solche Benutzer, die noch nie ein Betriebssystem installiert haben, sollten sich problemlos zurechtfinden.
Ubuntu ist nicht nur sehr einfach zu installieren – es wurde auch dafür geschaffen, es Einsteigern so einfach wie möglich zu machen, Linux zu nutzen. Alles gelingt per Mausklick und intuitiv. Auch die grafische Oberfläche – also die Desktop-Umgebung namens GNOME – ist einfach zu bedienen. Alles gelingt schnell und ohne lange Umwege. Ich würde behaupten, Ubuntu ist einfacher zu nutzen als Windows.
Wie schon kurz beschrieben, basiert Ubuntu auf Debian – einer der größten Linux-Distributionen überhaupt. Damit lassen sich Unmengen an weiterer Software ganz einfach per Mausklick installieren. Auch die meisten Anbieter von Fremdsoftware setzen auf Installationspakete für auf Debian basierende Betriebssysteme, sodass eine Vielzahl von Software für Ubuntu verfügbar ist.
Debian
Debian ist die Linux-Distribution mit der größten Entwickler-Gemeinde – rund 1000 Entwickler rund um die Welt arbeiten an diesem Betriebssystem. Zudem ist Debian inklusive Ubuntu (und seinen Varianten) die meistgenutzte Linux-Distribution, daher nutzen auch die meisten Anbieter von Software, welche ihre Programme auch für Linux anbieten, Debian-Software-Pakete.
Ubuntu verfügt über eine äußert große Community im Internet, so ist es einfach, Hilfe zu Problemen aller Art zu finden und diese auch zu lösen.
Gefällt Ihnen die grafische Desktop-Umgebung GNOME nicht, ersetzen Sie diese ganz einfach durch eine andere wie etwa KDE Plasma, das ressourcenschonende XFCE oder viele andere.
In diesem Kapitel lesen Sie, wie Sie ein startfähiges Medium (DVD oder USB-Stick) erstellen, um Ubuntu auf Ihrem Computer auszuprobieren oder auch zu installieren. Auch gibt es verschiedene Arten von Ubuntu – etwa mit anderen grafischen Oberflächen oder anderer vorinstallierter Software. Sie erfahren, welche Möglichkeiten Sie im sogenannten Live-System haben und natürlich, wie Sie Ubuntu installieren.
Ubuntu ist frei im Internet zugänglich und kostenlos, Sie können es ganz einfach herunterladen. Zu Beginn: Es gibt Ubuntu in zwei verschiedenen Versionen:
Ubuntu LTS – Long Term Support. Hierbei handelt es sich um die stabile Version. Sie erhalten Updates für das Betriebssystem und Software über fünf Jahre. Dazu bietet es sich für Unternehmen an, diesen Support (Updates) auf zehn Jahre zu verlängern – für diese zusätzlichen fünf Jahre verlangt Canonical (die Firma hinter Ubuntu) jedoch Geld. LTS-Versionen erscheinen einmal im Jahr. Sie finden Ubuntu LTS unter https://ubuntu.com/#download zum Download, Dateigröße: 3,2 GB.Ubuntu STS – Small Term Support. Diese Version ist für Benutzer gedacht, die gerne die aktuellste Software nutzen. Alle sechs Monate erscheint eine Ubuntu STS-Version, hierbei erhalten Sie Updates für neun Monate – um ein sicheres Betriebssystem zu nutzen, müssten Sie also spätestens nach neun Monaten auf die neue Version aktualisieren. Sie finden Ubuntu STS unter https://ubuntu.com/#download zum Download, Dateigröße: 3,2 GB.Neben dem offiziellen Ubuntu gibt es noch weitere Versionen – sogenannte »Flavours« (auf Deutsch etwa: »Geschmacksrichtungen«). Diese verschiedenen Ubuntu-Versionen unterscheiden sich mal mehr, mal weniger. Einige haben eine andere grafische Desktop-Umgebung, andere wieder eine andere Software-Auswahl vorinstalliert. Hier die wohl bekanntesten Flavours (die meisten halten sich an die Release-Zyklen von Ubuntu und veröffentlichen LTS- sowie STS-Versionen):
Kubuntu – Ubuntu mit KDE Plasma als grafischer Desktop-Umgebung. KDE Plasma ist neben GNOME (dem Standard-Desktop von Ubuntu) die zweite große Desktop-Umgebung. KDE sprüht nur so vor Effekten und ist an allen Ecken und Enden anpassbar – Sie finden einfach gesagt überall Einstellungen, GNOME ist hierbei im Gegensatz dazu sehr sparsam. Sie finden Kubuntu unter https://kubuntu.org/ zum Download.Xubuntu – XFCE ist ein sehr schlanker Desktop. Er braucht um einiges weniger Ressourcen als GNOME und KDE Plasma. Auf älteren Rechnern hat man mit XFCE sicherlich keine Schwierigkeiten. Sie finden Xubuntu unter https://xubuntu.org/ zum Download.