Lockende Abenteuer - Patricia Vandenberg - E-Book

Lockende Abenteuer E-Book

Patricia Vandenberg

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Beschreibung

Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. Patricia Vandenberg ist die Begründerin von "Dr. Norden", der erfolgreichsten Arztromanserie deutscher Sprache, von "Dr. Laurin", "Sophienlust" und "Im Sonnenwinkel". Ohne ihre Pionierarbeit wäre der Roman nicht das geworden, was er heute ist. »Und jetzt ganz weit den Mund aufmachen!«, verlangte Dr. Daniel Norden von dem Schüler, der vor ihm stand. Seine Assistentin Janine Merck reichte ihm ein Holzstäbchen, mit dem er einen Abstrich machte, der sofort unter dem Mikroskop untersucht wurde. Nach einer Krankheitsepidemie war diese Maßnahme nötig geworden, doch glücklicherweise konnte der Allgemeinmediziner Entwarnung geben. »Wir haben keine einzige Infektion mehr nachgewiesen«, teilte er der Lehrerin Nicole Rosenholz schließlich mit, die mit ihren ABC-Schützen in der Umkleide der Turnhalle auf das Ende der Untersuchung wartete. »Zum Glück!« Nicole atmete auf und nahm den kleinen Sebastian lächelnd in Empfang. »Dann kann endlich wieder Normalität in den Schulalltag einkehren. Viele Eltern …« Mitten im Satz hielt sie inne. Das Geschrei der Kinder wurde ohrenbetäubend. Sie lächelte Dr. Norden entschuldigend zu und drehte sich um. »Wenn ihr nicht sofort aufhört, bekommt ihr … bekommt ihr …« Ihre Stimme stockte. Zuerst dachte Daniel, dass sie über eine geeignete Strafmaßnahme nachdachte, bis er zu seinem großen Schrecken bemerkte, wie sich ihr Körper verkrampfte. Der Blick, den sie ihm aus weit aufgerissenen Augen zuwarf, sprach von der Panik, die sie spüren musste. Sie öffnete den Mund.

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Seitenzahl: 104

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Dr. Norden – 33 –Lockende Abenteuer

Patricia Vandenberg

»Und jetzt ganz weit den Mund aufmachen!«, verlangte Dr. Daniel Norden von dem Schüler, der vor ihm stand.

Seine Assistentin Janine Merck reichte ihm ein Holzstäbchen, mit dem er einen Abstrich machte, der sofort unter dem Mikroskop untersucht wurde.

Nach einer Krankheitsepidemie war diese Maßnahme nötig geworden, doch glücklicherweise konnte der Allgemeinmediziner Entwarnung geben.

»Wir haben keine einzige Infektion mehr nachgewiesen«, teilte er der Lehrerin Nicole Rosenholz schließlich mit, die mit ihren ABC-Schützen in der Umkleide der Turnhalle auf das Ende der Untersuchung wartete.

»Zum Glück!« Nicole atmete auf und nahm den kleinen Sebastian lächelnd in Empfang. »Dann kann endlich wieder Normalität in den Schulalltag einkehren. Viele Eltern …« Mitten im Satz hielt sie inne. Das Geschrei der Kinder wurde ohrenbetäubend. Sie lächelte Dr. Norden entschuldigend zu und drehte sich um. »Wenn ihr nicht sofort aufhört, bekommt ihr … bekommt ihr …« Ihre Stimme stockte.

Zuerst dachte Daniel, dass sie über eine geeignete Strafmaßnahme nachdachte, bis er zu seinem großen Schrecken bemerkte, wie sich ihr Körper verkrampfte. Der Blick, den sie ihm aus weit aufgerissenen Augen zuwarf, sprach von der Panik, die sie spüren musste. Sie öffnete den Mund. Doch kein Laut entkam ihren Lippen. Gleich darauf fiel sie wie ein nasser Sack zu Boden. Zuckend und krampfend wand sie sich hin und her, ohne etwas dagegen unternehmen zu können. Schaum bildete sich vor ihrem verzerrten Mund.

Schlagartig verstummte die tobende Kinderschar und bildete einen Kreis um die junge Lehrerin. Der Schrecken stand den Schülern ins Gesicht geschrieben.

»Was ist los mit Frau Rosenholz?« Es war Sebastian, der es wagte, diese Frage zu stellen.

»Vielleicht hat sie zu viel Alkohol getrunken«, mutmaßte eine besonders vorwitzige Schülerin. »Ich hab so was mal im Fernsehen gesehen.«

»Aber es ist doch noch Vormittag«, wandte ihre Freundin ein, ohne den Blick von der Lehrerin zu wenden. »Warum hilfst du ihr denn nicht, Herr Doktor?« Vorwurfsvoll sah sie Dr. Norden an, der neben Nicole Rosenholz auf dem Boden kniete und lediglich darauf aufpasste, dass sie sich nicht an einer der Bänke stieß.

»Ich denke, dass wir es hier mit einem epileptischen Anfall zu tun haben.« Sein Blick ruhte auf der Armbanduhr. Nebenbei versuchte er, die Kinder zu beruhigen. »Das sieht schlimm aus, ist in der Regel aber nicht gefährlich.«

»Aber warum tust du denn nichts?«

»Es ist besser, einen Anfall zu beobachten, als einzugreifen und so Verletzungen zu provozieren«, erklärte er so schlicht wie möglich, als der Krampf langsam nachließ. Damit die Atmung fließen konnte und nicht behindert wurde, brachte er die Patientin in die stabile Seitenlage.

Angelockt von dem dumpfen Schlag und den Schreckensrufen tauchte auch Janine in der Umkleide auf. Ein Blick ihres Chefs genügte und sie wusste, was sie zu tun hatte.

»Kommt, Kinder, wir gehen zurück in euer Klassenzimmer.« Sie klatschte in die Hände, um die Schüler aus ihrer Erstarrung zu wecken und scheuchte sie aus der Umkleide.

Inzwischen kam Nicole langsam wieder zu sich. Sie rollte sich auf den Rücken und sah sich verwirrt um. Daniel beugte sich über sie. Er strich ihr das feuchte, dunkle Haar aus der Stirn. Misstrauisch verfolgte sie jede seiner Bewegungen.

»Was … was ist? Wer sind Sie? Wo bin ich?«, stammelte sie. Ihre Stimme war heiser.

»Mein Name ist Dr. Norden. Sie befinden sich im Umkleideraum der Immanuel-Kant-Grundschule, in der Sie als Lehrerin arbeiten«, beantwortete er ihre Fragen mit ruhiger Stimme. »Sie hatten einen Krampfanfall. Sind Sie Epileptikerin?«

Als wollte sich Nicole Rosenholz versichern, dass er die Wahrheit sprach, huschte ihr Blick hin und her. Endlich kehrte er zu dem Arzt zurück.

»Ich habe keine Epilepsie!«, behauptete sie mit Nachdruck und machte Anstalten, sich aufzusetzen.

Schnell griff ihr Dr. Norden unter die Arme und stützte sie. Mit vereinten Kräften stand Nicole endlich wieder auf den Beinen. Langsam kehrte die Farbe in ihre Wangen zurück. Zeit, um Fragen zu stellen.

»Hatten Sie so was zum ersten Mal?«

Es dauerte einen Moment, bis sie den Sinn der Worte verstand.

»Ja … ja.« Sie nickte langsam und betastete die Bisswunde an der Lippe, die sie sich während des Krampfs selbst zugefügt hatte. »Das erste Mal.«

Es war offensichtlich, dass Nicole Rosenholz immer noch nicht wieder ganz in die Realität zurückgekehrt war.

»Setzen Sie sich. Ich hole Ihnen was zu trinken.« Daniel drückte sie auf eine der Bänke und ging hinüber in das Zimmer, das ihm als provisorischer Behandlungsraum zur Verfügung gestellt worden war. Mit einem Glas Wasser kehrte er zu ihr zurück. »Hier!«

»Danke.« Ihr Hand zitterte, als sie nach dem Glas griff und in kleinen Schlucken trank.

Dr. Norden ließ sie nicht aus den Augen.

»Besser?«, fragte er nach einer Weile.

Nicole versuchte zu lächeln.

»Ich denke schon.« Sie sah auf die Uhr. »Ich muss zurück in die Klasse.«

»Das halte ich für keine gute Idee«, lehnte Dr. Norden entschieden ab.

»Aber die Kinder …«

In diesem Moment öffnete sich die Tür, und die Direktorin Frau Päpke steckte den Kopf herein.

»Störe ich?«

»Sie schickt der Himmel«, empfing Daniel sie erfreut.

Thekla Päpke lachte.

»So eine Begrüßung hätte ich gern öfter. Aber was kann ich für Sie tun? Ihre Assistentin hat mir quasi im Vorbeigehen von dem Vorfall erzählt.« Ihr besorgter Blick wanderte zu ihrer Mitarbeiterin, die in sich gekehrt auf der Bank saß. »Wie geht es Ihnen, Frau Rosenholz?«

Doch Nicole schien sich nicht angesprochen zu fühlen. Sie machte keine Anstalten zu antworten.

»Sie hat einen Krampfanfall erlitten, Auslöser unbekannt«, übernahm schließlich Daniel das Wort. »Ich möchte sie in die Praxis mitnehmen, um der Ursache auf den Grund zu gehen.«

Die Direktorin hatte noch viele Fragen auf dem Herzen. Doch die Zeit drängte.

»Natürlich«, erklärte sie sich sofort einverstanden. »Um die Kinder müssen Sie sich keine Sorgen machen. Die werden mich zwar nicht so freudig begrüßen wie Sie, aber ich sollte nicht maßlos sein.« Sie zwinkerte Dr. Norden freundlich zu. Im Gegenzug versprach er, sich zu melden, sobald er wusste, was Nicole Rosenholz fehlte und wie lange sie ausfallen würde.

*

»Heute ist mir unbegreiflich, wie ich mich als Kind gegen den Mittagsschlaf wehren konnte.« Nachdenklich stand Tatjana Bohde in der Backstube vor dem Kinderwagen und betrachtete das erschöpfte Kind. »Essen und schlafen … Das sind heute meine absoluten Lieblingsbeschäftigungen.« Ein paar Tränen hingen noch in den unverschämt langen Babywimpern und zeugten von dem Geschrei, das die Räume kurz zuvor noch erfüllt hatte.

Tatjanas junger Lehrling Titus lachte. Er stand an der Arbeitsplatte und bestrich Zimtschnecken mit Zuckerguss – der Verkaufsrenner um diese Jahreszeit.

»Dasselbe wird sich Fynn in fünfzehn Jahren auch fragen«, stimmte er seiner Chefin zu und leckte einen Tropfen Zuckerguss vom Handrücken.

»Spätestens dann werde ich nachts jede Stunde in sein Zimmer laufen und ihn wecken«, erklärte Marla, Teilzeitmitarbeiterin in der Bäckerei und dem Café ›Schöne Aussichten‹ Diese Vorstellung versöhnte sie zumindest halbwegs mit dem Schicksal, das sie mit fast allen Müttern teilte. »Ich freu mich schon jetzt auf sein Gesicht, wenn ich zum dritten Mal reinkomme.« Nach einem kurzen Abstecher an ihrem Arbeitsplatz – Marla hatte Gebäck für den Kaffeeklatsch mit ein paar Freundinnen gekauft – war sie im Begriff, sich auf den Heimweg zu machen.

»Wir sehen uns morgen!« Sie umarmte Tatjana, schickte Titus eine Kusshand und bugsierte den Kinderwagen hinüber in die Bäckerei.

An der Tür traf sie auf Danny Norden. Obwohl Marla mit ihrer Familie im selben Haus wohnte, bekamen sie sich nur noch selten zu Gesicht.

Umso begeisterter war Danny über die Entwicklung, die Fynn inzwischen durchgemacht hatte.

»Mamamamamama«, plapperte er im Kinderwagen. Statt den Wunsch seiner Mutter zu erfüllen und endlich einzuschlafen, hatte er neue Kräfte gesammelt und strahlte sein Gegenüber an.

»Er kann ja schon sprechen.« Danny beugte sich hinab und kitzelte den Kleinen unterm speckigen Kinn.

»Leider sagt er das auch zu Pascal, zum Nachbarshund und zu seinem Abendbrei.« Marla gab sich keinerlei Illusionen über die Fähigkeiten ihres Kindes hin. »Aber du hast schon recht. Es ist bemerkenswert, welche Fortschritte er macht.« Sie beugte sich über den Kinderwagen und drückte dem Baby einen schmatzenden Kuss auf die runde Wange. Fynn quietschte vor Freude. »Jetzt müssen wir uns aber auf den Weg machen, wenn der Mittagsschlaf nicht komplett ausfallen soll.« Sie zog den Reißverschluss des Fußsacks zu und verabschiedete sich endgültig.

Danny hielt ihr die Tür auf und sah den beiden versonnen nach, wie sie den Gehweg hinab gingen und um die Ecke verschwanden.

»Meine Güte, hat sich der Knirps rausgemacht.« Angelockt vom geschäftigen Klingeln der kleinen Glocke über der Tür, war Tatjana hinter den Tresen getreten. Danny begrüßte sie mit einem Flugkuss. »Was der schon alles kann!« Er sah seiner Freundin dabei zu, wie sie ein Backblech mit ofenfrischen Brezen in den Korb im Regal füllte. »Und wie groß er geworden ist, seit ich ihn zum letzten Mal gesehen hab.«

Im Gegensatz zu seiner Freundin wünschte sich Danny schon länger Kinder. Obwohl er wusste, dass Tatjana noch nicht bereit für so einen Schritt war, sprach er in letzter Zeit wieder öfter darüber.

Tatjana fühlte sich provoziert.

»Es kommt vor, das Kinder wachsen«, erwiderte sie spöttisch.

Doch Danny war so gefangen in seiner Begeisterung, dass er die Gefahr nicht erkannte.

»Ich finde, die beiden können stolz sein auf ihre kleine Familie«, plauderte er munter weiter. »Als ich Marla kennengelernt habe, hätte ich nie gedacht, dass sie mal so eine tolle Mutter sein wird.« Sichtlich amüsiert dachte er an die erste Begegnung zurück. Damals noch blauhaarig, hätte Marla ihn um ein Haar mit dem Fahrrad auf dem Gehweg vor der Bäckerei überfahren.

»Es geschehen noch Zeichen und Wunder.« Tatjana weigerte sich hartnäckig, sich mitreißen zu lassen.

Und noch immer bemerkte Danny nicht, auf welch dünnem Eis er sich befand. Er bestellte eine Diätcola und ein Tomaten-Mozzarella-Sandwich.

»Diese Rolle würde dir bestimmt auch gut stehen«, erklärte er gedankenverloren, während er auf sein Mittagessen wartete.

»Willst du dir nicht schon mal einen Platz im Café suchen?« Nur mit Mühe konnte sich Tatjana einen gehässigen Kommentar verkneifen. »Dein Lieblingsplatz am Fenster ist noch frei. Aber wahrscheinlich nicht mehr lange.« Durch das Schaufenster deutete sie auf eine Gruppe Schüler, die auf das Café zustrebten.

»Nur, wenn du mir versprichst, gleich zu mir zu kommen.« Danny nahm das Tablett, das sie über den Tresen schob.

»Wird aber ein bisschen dauern.«

»Kann das nicht Titus übernehmen?«, fragte er fordernd. Allmählich verflog seine gute Laune. »Freust du dich überhaupt, dass ich da bin?«

Tatjana verdrehte die Augen.

»Ach, Danny, komm schon. Jetzt mach mir bitte keine Szene. Ich marschiere doch auch nicht in die Praxis und verlange, dass du sofort Gewehr bei Fuß stehst und Zeit für mich hast.«

Danny haderte kurz mit sich. Sollte er einen Streit vom Zaun brechen?

»Tut mir leid.« Er war vernünftig genug, sich dagegen zu entscheiden.

Tatjana, die ahnte, was in ihm vorging, rechnete ihm diese Reaktion hoch an.

»Ich mach dir einen Vorschlag«, lenkte sie ein. »Nach dem Fitness-Studio heute Abend machen wir eine Kuschelstunde auf dem Sofa mit Themenschwerpunkt Familienplanung.«

Doch auch damit war Danny nicht zufrieden.

»Das klingt wie die Ankündigung zu einem Geschäftsmeeting«, beschwerte er sich.

Zum Glück fielen in diesem Moment die Jugendlichen in die Bäckerei ein wie ein Schwarm hungriger Bienen. Tatjana lächelte, hauchte einen Kuss über den Tresen und widmete sich dann ihren Kunden in der Hoffnung, dass Baguette und Zimtschnecken als Nachspeise imstande waren, ihren Freund wenigstens halbwegs zu versöhnen.

*

»Die verlockende Kombination aus Luxus, Komfort und Flair, die stilvollen Einrichtungen, der hervorragende Service und die schönen Zimmer hinterlassen hoffentlich auch bei Ihnen einen bleibenden Eindruck.« Die Hotelmanagerin Stella Baumann drehte sich zu ihren neuen Gästen um und nickte ihnen lächelnd zu. »Bitte lassen Sie es mich wissen, wenn Sie irgendeinen Wunsch haben. Unser Personal steht Ihnen Tag und Nacht zur Verfügung.«

Das Paar erwiderte das Lächeln.

»Vielen Dank. Ich denke, wir gehen jetzt auf unser Zimmer«, erwiderte der Ehemann und unterdrückte ein Gähnen.

Die Anreise war lang und anstrengend gewesen.

»Natürlich.« Kaum merklich hob Stella die Hand, und sofort tauchte ein Page auf.

»Wie Sie wünschen.« Die Hotelmanagerin verabschiedete sich und kehrte an die Rezeption zurück.

Das liebenswürdige Lächeln war von ihrem Gesicht verschwunden.

»Konnten Sie den Fehler in den Buchungen bereinigen?«, erkundigte sie sich bei der Mitarbeiterin hinter dem Tresen. Die junge Frau nickte.

»Wir haben das Ehepaar Jacobsen in eine Suite umgebucht. Somit steht das Familienzimmer zur Verfügung.«

»Sehr gut.« Stellas Adlerblick blieb an einem Spiegel im opulenten Goldrahmen hängen. »Und bitte rufen Sie das Reinigungspersonal. Der Spiegel hat Schlieren.«

Erschrocken fuhr die Rezeptionistin herum. Nur einen Augenblick später griff sie nach dem Hörer.

»Natürlich. Wird sofort erledigt.«