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Obwohl Lomoco so manchen Unfug angestellt hat, behalten die Brömstetts den himmelblauen Haushaltsroboter. Der achtjährige Fabius, seine Schwester Jella und der kleine Paul können ihr Glück gar nicht fassen. Doch als Lomoco und die Endurofledermaus Hugo eine Verschwörung der mächtigen HX-Roboter aufdecken, geraten sie in große Gefahr. Vorlesebuch für Kinder ab 6 Jahren
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Seitenzahl: 120
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Hubert Wiest
Lomoco spioniert
Die galaktischen Abenteuer eines himmelblauen Haushaltsroboters - Teil 2
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Was bisher geschah ...
Fauler Goldstaub
Warten auf die Champignons
Die Reise des Reisbauern
Keine Wolken für Julius Grünkiel
Hugo in der schwarzen Kugel
Ein neuer HX für Jella Brömstett
Das leuchtende S
Verloren
Über den Autor
Impressum neobooks
Lomoco fliegt
Die galaktischen Abenteuer eines himmelblauen Haushaltsroboters - Teil 1
Im Jahr 2075 gibt es fliegende Untertassen, Luftkissenschuhe, Sandwichmaschinen und Haushaltsroboter. Auch die Familie Brömstett möchte so einen Roboter kaufen. Haushaltsroboter sind schrecklich teuer und das Geld der Brömstetts reicht nur für einen gebrauchten: den himmelblauen Lomoco. Der achtjährige Fabius Brömstett schließt den kleinen Roboter sofort in sein Herz. Doch im Haushalt ist Lomoco eine echte Niete. Die Eltern möchten den Roboter zurückgeben. Fabius und seine zehnjährige Schwester Jella setzen alles daran, um Lomoco zu behalten. Aber ihr Plan läuft schief und Vater Jakob Brömstett will Lomoco umtauschen. Auf dem Weg zum Robotermarkt retten Lomoco und die Endurofledermaus Hugo die fliegende Untertasse der Brömstetts und beide dürfen schließlich doch bleiben.
Die Freude über Lomocos Rückkehr hatte die Kinder bereits bei Morgengrauen aus dem Bett getrieben. Ausgerechnet heute. Es war der erste Tag ihrer heiß ersehnten Sommerferien. Der gemeinsame Sommerurlaub in Mareverde rückte greifbar nahe: Nur noch zwei Wochen.
Hugo führte den Kindern abenteuerliche Flugkunststücke vor und Lomoco surrte quietschend durch die Wohnung. Er zeigte, was er von Der perfekten Hausfrau alles gelernt hatte. Auf dem Frühstückstisch funkelte das gute Sonntagsgeschirr mit dem Blumenmuster. Das Silberbesteck war blitzblank poliert. Es fiel kaum ins Gewicht, dass Lomoco das Müsli in Weingläsern servierte.
Noch etwas müde von der Feier am Abend, saßen lauter glückliche Brömstetts um den Frühstückstisch. Nur Malina machte ein bedrücktes Gesicht. Es passte nicht zu ihrer sonst so fröhlichen Art.
„Mama, was ist los mit dir? Freust du dich gar nicht, dass Lomoco wieder da ist? Und Hugo ist so ein lustiger Kerl. Mit ihm werden wir viel Spaß haben“, sagte Jella.
Malina reagierte nicht auf die Frage ihrer Tochter und rührte abwesend im Kaffee. Erst als Jella nachbohrte, blickte Malina auf und sagte: „Nein, nein, Kinder, ich freue mich riesig, dass Lomoco wieder da ist. Und Hugo gefällt mir wunderbar. Damit hat das überhaupt nichts zu tun.“
„Mama, was ist es dann?“, Jella ließ nicht locker.
„Es geht um meine Arbeit. Seit vielen Monaten arbeite ich an den Plänen für einen neuen Landwirtschaftsroboter. Sie müssen vor unserem Urlaub fertig werden.“
„Du hast in den letzten Tagen und Nächten sehr viel gearbeitet. Ich dachte, die Pläne sind fast fertig?“ fragte Jakob, der Vater der drei, und goss Milch in sein Müsliweinglas.
„Na ja, einigermaßen. Aber ein paar richtig gute Ideen fehlen noch. Mein neuer Landwirtschaftsroboter wird Gras mähen können, Kartoffeln ernten, säen, Kühe melken und Getreide ernten.“
„Das ist sehr viel.“
„Viel schon, aber etwas wirklich Bahnbrechendes fehlt noch. Mein Chef ist nicht richtig zufrieden. Er verlangt neue Ideen. Und das Schlimmste: Seit gestern finde ich die Datenkugel nicht mehr, auf der die Pläne gespeichert sind. Ich weiß nicht, wo sie ist. Ich muss sie verlegt haben. Da steckt mehr als ein Jahr Arbeit drin“, knirschte Malina und rührte erbarmungslos in ihrem Kaffee, bis er überschwappte.
„Und wenn sie jemand gestohlen hat?“, fragte Jella nach.
„Nein, auf keinen Fall. Über all der Arbeit habe ich einfach vergessen, wo sie liegt. Dabei könnte ich schwören, dass ich sie im Büro auf meinen Schreibtisch gelegt hatte. Die Datenkugel taucht bestimmt wieder auf. Aber sollte ich sie in den nächsten Tagen nicht finden, fällt unser gemeinsamer Urlaub ins Wasser. Dann muss ich arbeiten.“
Schweigen breitete sich über dem Frühstückstisch aus. Die Kinder blickten entsetzt auf Malina. Ein Sommerurlaub ohne Mama. Das wäre kein Sommerurlaub.
„Malina, ich kann dir helfen, neue Ideen zu finden“, mischte sich Lomoco ein. Seine Knopfaugen funkelten.
„Wie denn? Du bist zwar ein Roboter, aber du kennst dich nicht in der Landwirtschaft aus. Woher willst du wissen, welche Arbeiten auf einem Bauernhof erledigt werden müssen?“, fragte Malina freundlich nach, doch in Gedanken schien sie ganz weit weg zu sein.
„Das stimmt. Ich habe keine Ahnung, wie ein Landwirtschaftsroboter arbeitet“, sagte Lomoco, „aber ich könnte auf einen Bauernhof fahren, dort mit dem Bauern sprechen. Ich sehe ihm bei seiner Arbeit zu und nehme alles auf Video auf. Dann siehst du genau, was dein Landwirtschaftsroboter können muss.“
Malina zögerte kurz. Die Idee war gut. Auch wenn sich Lomoco nicht auskannte, mit einer Videokamera könnte er alles genau beobachten. Das würde ihr bestimmt helfen. Sie gab sich einen Ruck: „Lomoco, das ist eine super Idee.“
„Ich will auch mit", meldete sich Fabius zu Wort.
„In Ordnung, von mir aus“, erlaubte es Jakob. „Aber macht keinen Blödsinn. Fragt den Bauern sehr höflich und stört ihn nicht bei seiner Arbeit.“
„Abgemacht, Papa“, antwortete Fabius, sprang begeistert vom Frühstückstisch auf und trieb Lomoco zur Eile an, der gerade noch ein Marmeladesandwich vertilgte.
Klar, auch Hugo, die kleine Endurofledermaus, begleitete die beiden. Jella hatte ein wichtiges Fußballtraining und musste leider auf den Ausflug verzichten.
Gleich nach dem Frühstück machten sich Lomoco, Fabius und Hugo auf den Weg. Sie durften die fliegende Untertasse der Brömstetts nehmen.
Wie ein erfahrener Pilot steuerte der himmelblaue Haushaltsroboter die Untertasse aus der Stadt, dorthin wo die Bauernhöfe lagen – große, mittlere und kleine. Natürlich suchten sie den größten aus. Dieser Bauer musste wissen, worauf es ankam.
Lomoco lenkte die Untertasse auf die Landepiste des Bauernhofs. Es war nicht, wie sonst üblich, eine kleine mit Kies aufgeschüttete Piste, sondern eine vierspurig betonierte Landebahn. Der Hof lag mit mehreren Gebäuden wie ein grauer Koloss am Waldrand und überragte selbst die höchsten Bäume um mehr als das Doppelte. Der Wald verschwand fast im Schatten des Hofs. Aus Beton gegossene Schnitzereien verzierten das düstere Wohnhaus. Kleine Fenster erinnerten an Schießscharten und der schwarze Teer des Dachs tropfte in der Sommerhitze herab. Daneben erhob sich in riesenhafter Gestalt ein grauer Betonklotz. Sicher 20 Stockwerke hoch und ausladend wie ein Fußballfeld. Die glatten Wände wurden nur von Lüftungsschlitzen und einer winzigen Tür durchbrochen. Fabius entdeckte keine Fenster. War das der Stall? Kleinere Betongebäude, vielleicht Lagerräume, lagen in einem Halbkreis um den Riesenklotz.
Fünf gigantische Transportuntertassen schwebten im Innenhof. Sie waren völlig verdreckt und konnten sicher 500 Kühe auf einmal transportieren. In verschnörkelten Buchstaben stand darauf zu lesen: „Protzkis Nahrung für deine Gesundheit die Wahrung“. Am Steuer der Untertassen saßen stumpfe Flugroboter. Sie hatten keine Beine und waren auf den Sitzen festgeschraubt. Tag und Nacht mussten sie fliegen. Lomoco beneidete sie nicht um ihre eintönige Tätigkeit.
„So riesige Transporter habe ich noch nie gesehen", staunte Fabius.
Eine Untertasse wurde gerade beladen. Aus einem dicken Schlauch floss eine zähe gelbbraune Pampe in das Innere des Laderaums.
„Igitt, was ist das für ein Matsch?“, ekelte sich Lomoco. Er parkte die kleine Untertasse der Brömstetts versteckt im Schatten eines Riesentransporters. Als sie die Glaskuppel ihrer Untertasse öffneten, musste Fabius würgen. Es stank entsetzlich. Er hielt sich die Nase zu, atmete nur noch durch den Mund. Lomoco drehte an seiner Schraubennase, sodass er nichts mehr roch. Und Hugo fiepte jämmerlich.
Dutzende von Arbeitsrobotern marschierten über den Hof. Einige schoben turmhoch beladene Schubkarren, andere schleppten riesige Mengen Mist und manche balancierten Stapel brauner Kartons. Keiner achtete auf die drei Besucher.
„Was lädst du da ein?“, fragte Fabius den Roboter, der die gelbbraune Pampe in die Transportuntertasse fließen ließ.
„Kartoffeln“, kam die knappe Antwort.
„Kartoffeln?“, Fabius schüttelte den Kopf. „Das sollen Kartoffeln sein? Nein, Kartoffeln sehen anders aus.“
„So lassen sich Kartoffeln billiger transportieren. Sie werden gleich nach der Ernte zu Brei gepresst und später im Laden wieder zu Knollen geknetet. Diese Kartoffeln muss man nicht einmal mehr schälen“, erklärte der Arbeitsroboter.
Fabius verzog das Gesicht und beschloss, nie wieder Kartoffeln zu essen außer Pommes, da wollte er eine Ausnahme machen. Lomoco nahm den Bauernhof mit seiner Kamera auf.
Fabius gruselte sich vor dem düsteren Bauernhof. Hier wollte er nicht bleiben. Die Bauernhöfe in seinem Schulbuch sahen ganz anders aus.
„He, wo finden wir den Bauern?“, fragte Lomoco einen vorbeihastenden Arbeitsroboter.
„Den Bauern? Er sitzt im Keller seines Wohnhauses. Immer sitzt er dort. Aber ich weiß nicht, ob ihr zu ihm dürft“, antwortete der Arbeitsroboter und eilte weiter.
„Lass uns nach Hause fliegen“, drängte Fabius.
Doch damit gab sich Lomoco nicht zufrieden. Er knipste seine Videokamera aus und sagte unternehmungslustig: „Natürlich gehen wir zu dem Bauern. Der komische Arbeitsroboter hat es nicht verboten.“
Unsicher folgte Fabius dem voraussurrenden Lomoco. Daumen und Zeigefinger hielt er fest an die Nase gepresst. Hugo flatterte hustend nebenher.
Mit Schwung stieß Lomoco die Tür des Wohnhauses auf. Fabius traute seinen Augen nicht. Dahinter öffnete sich eine andere Welt. Anstelle grauen Betons bedeckte feinster Marmor den Boden. Goldene Lampen tauchten den Raum in ein warmes Licht. Apfelgroße Edelsteine in allen Regenbogenfarben schmückten die Wände.
Sprachlos traten die drei ein. Die schwere Tür fiel sanft hinter ihnen zu und der Gestank blieb ausgesperrt. Erleichtert ließ Fabius seine Nase los.
„Das sieht wie ein Schloss aus“, staunte er. „Wohnt hier ein König?“
„Ich will auch König sein, ich will auch König sein", krähte Hugo vergnügt.
Sanfte Musik perlte aus unsichtbaren Lautsprechern. Golddurchwirkte Teppiche zeigten den Weg. Sie waren zu prunkvoll, um sie mit Schuhen zu betreten. Dort, wo sie dreckige Gummistiefel erwartet hatten, standen feinste Seidenpantoffeln in einem reich verzierten Elfenbeinregal.
„Hallo Bauer“, rief Lomoco - einmal, zweimal, dreimal. Niemand meldete sich.
„Ist nicht zu Haus, ist nicht zu Haus. Ich will heute König sein“, plapperte Hugo und streichelte ganz vorsichtig über die Edelsteine.
Fabius hatte so ein komisches Gefühl. Sein Magen klumpte wie ein Stück Käse.
„Dort hinten ist eine Treppe. Kommt, wir suchen den Bauern“, schlug Lomoco vor und zeigte auf das Ende des langen Ganges.
„Muss das sein?", fragte Fabius. Am liebsten wäre er sofort umgekehrt.
Eine prunkvolle Treppe führte hinab. Die Kellerwände – mit geschliffenen Saphiren verziert - verströmten ein beruhigendes blaues Licht. Ganz hinten im Keller stand ein riesiger goldener Tresor, groß wie ein Überseecontainer. Die Tür war nur angelehnt. Aus dem Inneren des Tresors drangen Licht und Wortfetzen.
„Kommt, wir sehen nach“, sagte Lomoco und surrte voran.
„Ich weiß nicht, das ist vielleicht verboten“, zögerte Fabius.
Doch schon stand Lomoco an der Tresortür und klopfte mit seiner Blechhand. Eine dünne Stimme antwortete: „Herein, herein, wo bleibt mein Goldpuder.“
Lomoco zog die schwere Tresortür auf und alle drei traten ein.
Der Anblick war überwältigend: Überall Gold. Nichts als Gold. Ein goldener Boden. Goldene Wände. Goldene Vorhänge. In der Mitte des Tresors thronte ein goldener Fernseher. Bilder flimmerten. Gegenüber stand ein goldenes Sofa. Ein Mann mit dünnen Ärmchen saß darauf. Seine streichholzdürren Beine steckten in goldenen Seidenpantoffeln. Nur der Bauch des Mannes war enorm dick. Ein golddurchwirkter Bademantel spannte sich darum. Sein Gesicht war seltsam blass, weiß wie billige Wachskerzen und wabbelig. Der Mann blickte die drei mit trüben Augen und einem dünnen Strichmund an. „Wer seid ihr?“, wollte er wohl fragen, doch seine dünne Stimme versagte und es kam nur ein leises Rülpsen.
„Guten Tag, wir sind Lomoco, Fabius und Hugo“, stellte der himmelblaue Roboter die drei freundlich vor.
Fabius` Knie zitterten. Er hatte Angst, obwohl der Mann ziemlich jämmerlich aussah. Wenigstens waren Lomoco und Hugo dabei.
Mit dünner Stimme antwortete der Mann: „Ich bin Bauer Protzki. Willkommen auf meinem Hof, dem reichsten Hof der ganzen Gegend. Bewundert mein Gold und meine Edelsteine, aber fasst nichts an. Und jetzt lasst mich in Ruhe. Ich möchte fernsehen.“
Protzki drehte seinen Kopf zum Fernseher und starrte auf die flimmernden Bilder.
„Welche Sendung siehst du an?“, fragte Lomoco neugierig.
„Keine Ahnung“, antwortete Protzki schlapp. „Ich sehe immer fern – den ganzen Tag, jeden Tag. Da ich alles sehe, ist mir egal, was gerade läuft. Ich verpasse nichts.“
„Puh, irre langweilig“, dachte Fabius.
Lomoco ließ nicht locker: „Herr Protzki, zeigst du uns bitte deinen Hof? Wir sind für Malina unterwegs. Das ist Fabius` Mama. Sie ist Roboterkonstrukteurin bei FamersFun. Malina sucht neue Ideen für noch bessere Landwirtschaftsroboter.“
„Bessere Landwirtschaftsroboter?“ Protzkis Augen blitzten ganz kurz auf. „Ich weiß nicht, ob ich das darf“, murmelte er und wandte sich dann mit einem Rülpser an Lomoco. „Na gut, wenn es sein muss. Kommt mit. Ich führe euch durch meinen Hof. Den reichsten Hof der ganzen Gegend. Aber ich glaube, ich erwähnte das bereits.“
Protzki erhob sich von seinem Sofa und für einen Moment glaubte Fabius, dass die dünnen Beinchen unter Protzkis Bauch abknicken würden. Doch er irrte sich. Mühsam schlurfend und schwer schnaufend, schlappte Protzki voran. Die Beinchen hielten. Bei jedem Schritt wabbelte sein wachsweißes Gesicht.
Protzki führte Fabius, Lomoco und Hugo durch einen unterirdischen Gang.
„Dieser Gang führt mich überallhin. Ich hasse die Sonne. Ich mag keinen Regen. Nie gehe ich nach draußen", sagte Protzki und schnaufte dabei wie eine Fahrradpumpe.
„Wo sind deine Felder und Wiesen?“, fragte Lomoco.
„Felder, Wiesen, ha, die liegen alle in meiner hypermodernen Landwirtschaftsproduktionshalle LWPH1. Etwas Besseres gibt es nicht“, prahlte Protzki. „Ihr habt doch das große graue Gebäude gesehen. Da steckt alles drin. Kühe, Schweine, Hühner, Felder und Wiesen. Sogar einen See für die Fischzucht habe ich in meiner LWPH1 anlegen lassen. Ich bin unabhängig vom Wetter und produziere mehr Lebensmittel als alle anderen Bauern zusammen.“ Protzki hustete. Goldstaub wirbelte aus seinem Mund. Er wischte mit dem Ärmel seines Bademantels darüber. Dann fuhr er fort: „Aber eigentlich ist mir das alles egal. Ich interessiere mich nur noch für Gold und Fernsehen. Jawohl, Gold und Fernsehen.“
Protzki schlurfte zu der Betontreppe, die am Ende des Ganges nach oben führte. Dort gab es weder Gold noch Edelsteine. Der Prunk hatte sich aufgelöst wie eine Fata Morgana. Sie standen in einem Treppenhaus aus rauem Beton. Gestank wehte herab.
Hugo flatterte neben ihnen her und krähte: „Will doch kein König werden, will doch kein König werden.“
Nach einigen Stufen erreichten sie einen Aufzug. Der Bauer öffnete die Tür: „Bitte einsteigen, wir fahren ganz nach oben in den 20. Stock und gehen Stockwerk für Stockwerk hinab. Dann könnt ihr alles sehen, meinen ganzen Reichtum.“
„Hoffentlich darf ich das“, murmelte Protzki zu sich selbst.
Der schwere Lastenaufzug setzte sich rumpelnd in Bewegung. Langsam wurde er nach oben gezogen. Ängstlich starrte Fabius auf die flackernden Lämpchen. Es ging immer weiter hinauf. Wenigstens war Lomoco bei ihm. Endlich hielt die Rumpelkiste im 20. Stock.
