Loverboys 153: Das schamlose Luder - Oliver Schwarz - E-Book

Loverboys 153: Das schamlose Luder E-Book

Oliver Schwarz

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Beschreibung

Der 22-jährige Anton steckt in einer Krise! Als Comic-Zeichner gehen ihm die Ideen aus, und in seinem Sexleben herrscht Flaute. Dass Rettung naht, ahnt er noch nicht, als er seinen Knackarsch eilig durch den Zug schiebt. Und dass sie in Form eines großen, breitschultrigen Verlegers daherkommen würde, glaubt Anton auch erst, als die nächste Kurve ihn direkt zwischen zwei mächtige Männerschenkel befördert …

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Seitenzahl: 182

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Lover boys 153

DAS SCHAMLOSELUDER

OLIVER SCHWARZ

Loverboys 153

© 2017 Bruno Gmünder GmbH

Kleiststraße 23 - 26, 10787 Berlin

[email protected]

© 2017 Oliver Schwarz

Coverabbildung: © helixstudios.net

Model: Andy Taylor, Twitter: @Andy_TaylorXXX

Instagram: @andyhelix

Printed in Germany

ISBN 978-3-95985-304-0

eISBN 978-3-95985-353-8

Mehr über unsere Bücher und Autoren:

www.brunogmuender.com

Die in diesem Buch geschildertenHandlungen sind fiktiv.

Im verantwortungsbewusstensexuellen Umgang miteinander geltennach wie vor die Safer-Sex-Regeln.

Inhalt

Sahnefrühstück im ICE

Daddys Geburtstag

Asphaltcowboy

Speckjeans und Polohemd

Sahne-Mokka

1001 Nacht in Spray City

Karl, der Weise

Zwei Bitches

Lost in Toilet-Space

Sahne-Nougat-Crêpes

Anton und die wilden Dreizehn

FIN

Sahnefrühstück im ICE

Antons Fuß verfing sich in der Schlaufe einer Reisetasche. Polternd stürzte er in den Gang, vorbei an den erschrockenen Gesichtern der Fahrgäste. Kurz vor dem Aufprall krallte er sich in eine Kopflehne und hielt sich keuchend fest.

»Alles in Ordnung, junger Mann?«, fragte ihn eine ältere Dame mit Perlenkette und lila Halstuch. Die anderen Kaffeefahrttanten stimmten lauthals in ihr Lachen ein.

»Geht schon, danke«, antwortete Anton. Die Sache war ihm furchtbar peinlich, und er spürte, wie ihm heiß wurde. Er verabschiedete sich mit einem Nicken und versuchte, so schnell wie möglich vom Großraumwagen in den nächsten Waggon zu wechseln. Schnaufend erreichte er die rettende Toilettentür und schloss hinter sich ab. Aus dem Spiegel starrte ihn ein Junge mit wild zerzaustem Haar an. Die pechschwarzen Strähnen fielen ihm ins Gesicht. Wütend blitzen die grünen Augen hervor. »Guck nicht so blöd!« Anton schürzte seine vollen Lippen. Er schnaubte und schüttelte den Kopf. Es war schon seltsam, sein eigenes Spiegelbild fertigzumachen. Seufzend brachte er das Wasser zum Laufen und bespritzte sich damit. Die Kühle wirkte angenehm. Langsam beruhigte sich sein Herzschlag. Für so einen Trottel hielt er sich nun auch wieder nicht. Er war 24 Jahre alt und immerhin anerkannter Comic-Zeichner. Zumindest konnte er sich mit der Serie Bad Ass Warrior seinen Lebensunterhalt verdienen. Knurrend zog er sich die olivfarbene Cargo-Hose hoch und hockte sich auf den Klodeckel. Allerdings steckte er in einer Krise. Er stolperte wie ein Idiot durch den ICE, weil er eine Story brauchte. Seine Superhelden kamen gut an, und er liebte die Welt, die er um sie herum gebaut hatte, doch irgendetwas fehlte. Dabei hatte er schon behaarte, hypermaskuline Männer hineingebracht. Genau die Art Männer, die ihm beim Zeichnen einen Dauerständer bescherten. Er hatte auch das Gerüst für die nächsten Bände, aber er brachte einfach keine Energie für das Innenleben seiner Charaktere auf. Das machte ihn schrecklich nervös. Schließlich konnte er sie nicht miteinander ficken lassen. Es war ein Heten-Verlag, und er wollte seine Leser nicht überfordern. Er befand sich in einer seelischen Kesselschlacht: Über die Charaktere konnte er nicht seine schwulen Gefühle ausdrücken und für schwule Geschichten fehlte ihm die Inspiration. Den Alltag fand er schlichtweg zu öde. Der gab als Plot nicht viel her. Leider entsprach das ziemlich genau seinem Sexualleben. Seine gelegentlichen Dates waren so unbefriedigend gewesen, dass er schließlich aufgehört hatte, sich zu verabreden. Er hatte es sich leidenschaftlicher vorgestellt, mit mehr Bauchkribbeln. Es war wie mit seinem Comic: Etwas fehlte. So war es bei Träumen und vollgewichsten Taschentüchern geblieben. Frustriert hatte er sich in seine Arbeit gestürzt und mit Krafttraining begonnen. Sein Körper war geschmeidiger geworden. Die prallen Brustwarzen, die schon vorher wie zwei Sahnehäubchen abgestanden hatten, waren durch das Training noch mehr angehoben worden. Sie waren so empfindlich, dass Anton manchmal ganze Nächte damit verbrachte, an ihnen herumzuspielen. Alleine vom Bearbeiten seiner dicken Nippel hatte er die Decke vollgespritzt. Wie gern hätte er sie seinen Liebhabern entgegengestreckt. Anton verscheuchte seine Gedanken, indem er aufstand und sich noch eine Portion Wasser ins Gesicht schaufelte. Er konnte nicht ewig auf dem Klo bleiben. Dummerweise hatte er sich keinen Sitzplatz reserviert und wanderte wie ein Nomade durch den vollen Zug. Als es klopfte, rollte er mit den Augen. Es wurde Zeit für ihn, weiterzuziehen.

Missmutig schleppte Anton seinen Rucksack durch das Bord-Bistro. Die Gäste starrten ihn an. Sein T-Shirt war vom Verscheuchen seiner Gedanken ganz durchnässt. Er schob die nächste Tür beiseite und trat in die erste Klasse. Plötzlich ging der Zug in die Kurve. Anton reagierte zu spät. Die Abteiltür schob sich auf, und er stürzte durch den Vorhang hinein. Der Waggon kam wieder ins Gleichgewicht und leise schloss sich die Tür hinter ihm. Er war vom Abteil verschluckt worden. Seine Schläfen pochten. Ein herber, maskuliner Duft stieg ihm in die Nase. Unwillkürlich richtete sich sein Schwanz auf. Anton schluckte. Er starrte auf ein Paar mächtiger Hoden. Sein Blick wanderte den steifen Prügel hinauf. Das Herz schlug ihm bis zum Hals. Er zwang sich, nicht zu schreien. Als er es schaffte, sich vom Anblick der prallen Eichel zu lösen, erkannte er einen Businessanzug. Das Sakko war, wie die geöffnete Weste, in Karo-Grau und sah nach erlesener Qualität aus. Sein Atem wurde schwer. Vor ihm saß ein riesengroßer Kerl mit aufgeknöpftem Hemd. Freizügig präsentierte er seine gewaltigen, behaarten Brustmuskeln. Antons Knie zitterten. Dieser Geschäftsmann hatte die Ausstrahlung eines ungezügelten Hengstes. Er fixierte Anton mit glühenden Augen, schwarz wie Kohle. Seine Lippen, eingerahmt von einem gestutzten Bart, verzogen sich zu einem Grinsen. Für Anton war die Lage klar: Er hatte ihn dabei erwischt, wie er sich einen runterholte.

»Will deine Stupsnase noch mehr davon riechen?«, fragte der Hengst mit einer tiefen Stimme, die Anton Schauer über den Körper jagte.

Er brachte kein Wort heraus, also nickte er zustimmend. Ohne ihn aus den Augen zu lassen, holte Anton seinen eigenen Schwanz aus der Hose. Steil ragte er in die Luft. Diese verrückte Situation machte ihn total an, und er vergaß alle Vorsicht. Langsam begann er zu wichsen. Der Kerl vor ihm tat dasselbe. Ein Stöhnen entrang sich Antons Kehle. Gebannt beobachtete er, wie der attraktive Exhibitionist die Vorhaut hoch- und runterzog. Antons Blick flackerte. Er hielt es nicht mehr aus. Brünstig küsste er die schwere Eichel. Wie ein Stromstoß übertrug sich die Berührung der Lippen auf Antons Schwanz. Gierig nahm er den strammen Prügel in den Mund. Der Geschmack von männlicher Haut ließ ihn den Verstand verlieren. Das pochende Schwanzende stieß an seinen Rachen. Doch Anton gab nicht auf und versuchte, so viel wie möglich in seinen Schlund zu bekommen.

»Gu … Guten … Morgen?«, hörte Anton plötzlich jemanden fragen.

Mit dem Schwanz im Mund, schaute er zur Tür. Dort stand wahrhaftig ein Schaffner mit gezwirbeltem Schnurrbart und starrte sie mit großen Augen an. Anton war irritiert. Erst hatte er den Hünen beim Wichsen überrascht, und jetzt stand dieser Typ in blauer Uniform da. Dazu wollte Anton den Hengstprügel nicht mehr aus dem Mund lassen.

Der Hüne lachte knurrend. »Wie heißt du?«, fragte er den Schaffner.

»Wilhelm«, antwortete dieser verdutzt. Er nahm die rote Uniformmütze ab und wischte sich mit dem Ärmel über die Glatze. In Antons Eichel zuckte es. Der Schaffner war ein bulliger Mittvierziger und erinnerte ihn tatsächlich an einen Offizier aus der wilhelminischen Zeit. Ihm drohte schwindlig zu werden. Die Situation war ebenso bizarr wie aufregend.

»Also, Wilhelm«, begann der Hüne amüsiert. »Ich heiße Diego. Willst du mir nicht etwas zur Hand gehen? Als Fahrgastservice, sozusagen?«

Anton traute seinen Ohren kaum. Vor allem war Diegos Prachtschwanz immer noch knüppelhart und rührte in seinem Mund herum. Dieser andalusische Hengst verstand es, ihn bei der Stange zu halten. Halb ohnmächtig vor Geilheit schaute Anton zu, wie der wackere Wilhelm sich vergewisserte, ob der Vorhang richtig zugezogen war.

»Soll sich ja keiner über schlechten Fahrgastservice beschweren«, sagte Wilhelm mit Schweißperlen auf der Stirn und öffnete die Hose. Sein halbsteifer Schwanz schwang heraus. Anton staunte über die Größe und bekam es mit der Angst zu tun.

»Wilhelm, sei zärtlich zu dem Bengel«, sagte Diego und kraulte dabei Antons Kopf. »Er soll die Fahrt in guter Erinnerung behalten.«

Antons Knie wurden weich. Er wusste, dass er nicht mehr ganz bei Trost war, aber bei den Worten des selbstbewussten Machos durchströmte ihn ein warmes Gefühl der Geborgenheit. Seufzend saugte und lutschte er an der harten Eichel. Er schwor sich, alles zu trinken, was ihm in den Schlund strömen würde. Wilhelm zog ihm derweil die Hose herunter.

»Potzblitz! Hast du eine große Spalte«, hörte Anton ihn sagen. »Junge, du bist ein Geschenk.« Er spürte Wilhelms warme Hände, die seine Arschbacken durchkneteten, und stöhnte auf. Dann fühlte er den kitzelnden Schnurrbart und die fordernde Zunge, die sich in sein Loch drängte. Anton gurrte. Wilhelm leckte in seiner Spalte herum, dass ihm schwindlig wurde. Währenddessen blies Anton genüsslich Diegos Schwanz. Im Sinnesrausch bemerkte er, wie Wilhelms dicke Eichel seine Furche entlangfuhr. Anton war so offen wie nie. Er stöhnte gedehnt, als Wilhelms Mordsprügel in seine warme Arschfotze glitt. Diego knurrte, griff in sein Haar und begann, seinen Mund zu ficken. Eingeklemmt zwischen dem andalusischen Hengst und dem preußischen Schlachtross fühlte sich Anton wie eine rossige Stute. Durch den Druck in seinem Lustkanal ragte Antons Prengel knüppelhart in die Luft und wippte umher. Hemmungslos geil, wie in seinen wildesten Nachtfantasien, wurde er durchgerammelt. Endlich war er voll ausgefüllt. Mit jedem Stoß von Wilhelms hartem Schwanz fühlte er kitzelnd sein Sperma die Röhre hinaufsteigen. Er hielt es kaum aus, als Wilhelm begann, an seinen geschwollenen Nippeln zu spielen. Plötzlich fühlte er ein rhythmisches Zucken in seiner Fickspalte. Wilhelm schien in vollen Schüben alles hineinzuspritzen, was er in seinen dicken Eiern hatte. Im selben Augenblick bäumte sich Diegos Schwanz auf. Heißes Sperma ergoss sich in Antons Mund. Inbrünstig schluckte Anton die süße Ficksahne, während sich auch sein eigenes Sperma langsam aus der Eichel drückte. Wilhelms Schwanz rutschte aus ihm heraus. Diego hielt Anton den Mund zu, um die Lustschreie zu dämpfen. Mit voller Kraft drängte sich die Soße aus Antons Prügel und schoss quer über den Boden, bis er schließlich erschöpft in Diegos behaarten Schoß sank.

Anton spürte einen Becherrand an den Lippen. Er schlug die Augen auf. War er etwa ohnmächtig geworden? Es war Wilhelm, der ihm mit besorgtem Blick einen gefüllten Plastikbecher hinhielt. Wie ein Verdurstender griff Anton danach und stürzte das Wasser hinunter. Keuchend gab er Wilhelm den Becher zurück.

»Danke«, sagte Anton und grinste.

Wilhelm lachte und reichte ihm einen Fahrschein. »Du hast dir wirklich die erste Klasse verdient.«

»Den hübschen Burschen würde ich eh nicht mehr aus meinem Abteil lassen«, stimmte ihm Diego gut gelaunt zu.

Anton kam es vor wie ein Traum, aus dem er nie mehr erwachen wollte. Er war in ein magisches Abteil gestolpert, eingehüllt vom maskulinen Duft zweier Daddys mit Riesenschwänzen.

»Ich muss weiter«, bemerkte Wilhelm mit Bedauern in der Stimme. »Sonst entgehen mir noch ein paar Schwarzfahrer.«

»Lass sie doch sausen«, protestierte Anton. Er wollte nicht, dass dieser schöne Traum endete.

»Ich habe eine Pflicht zu erfüllen.« Wilhelms Lippen umspielte ein Lächeln. »Aber bei deiner Rückfahrt solltest du nach mir Ausschau halten. Dann kannst du dir wieder einen Erste-Klasse-Fahrschein verdienen.« Er stand auf, rückte sich seine Uniform zurecht und verschwand mit einem Zwinkern aus dem Abteil.

»Weg ist er«, brummte Diego. »Ein anständiger Kerl. He, wie heißt du eigentlich?«

»Anton.«

»Gut, Anton. Wo soll’s denn hingehen?«

»Nach Wiesbaden.«

»Brauchst du eine Kur?«

»Nein.« Anton lachte. Doch dann wurde er ernst. »Mein Onkel hat Geburtstag. Ich habe mir drei Wochen Urlaub genommen und wollte mal für ein Wochenende raus aus Berlin.«

»Ist dein Beruf so stressig?«

Anton erzählte ihm von seinem Problem mit dem Comic. »Meine Superhelden können sich doch nicht auf einmal outen.«

»Du brauchst noch eine andere Story. Warum nicht mit schwulen Superhelden?«

»Darüber habe ich auch schon nachgedacht, aber noch eine Parallelwelt zu entwickeln, wär mir zu viel. Da würde ich durcheinanderkommen.«

»Hast du was Gezeichnetes dabei?«

»Hm, ja.« Anton holte seinen Skizzenblock und eine Bad Ass Warrior-Ausgabe hervor. Sorgfältig schaute sich Diego alles an.

»Verstehe. Warum ficken sie nicht im Alltag?«

»Alltag ist doch öde.«

Diego zog die Augenbrauen nach oben. »Öde? Was hast du denn gerade erlebt? Ein Schaffner hat sich an dir die Seele aus dem Leib gerammelt, während du mir die Eier ausgesaugt hast. Das ist Alltag, mein Lieber. Das ist ein Plot. Nimm ein paar Episoden und mach ’ne Story draus! Du kannst zeichnen und bist wahnsinnig sexy. Wo ist das Problem?«

Anton blickte ihn skeptisch an. War er denn wirklich so sexy? »Aber … kann sich denn so was wiederholen? Das war doch Zufall.«

Diego grinste breit. Seine Augen blitzten auf. »Hör mal, liefere mir in drei Wochen einen heißen Plot, dann drucke ich deinen Comic.«

Antons Herzschlag beschleunigte sich. »Was? Drucken?«

»He! Ich trag nicht umsonst einen Anzug. Ich bin Verleger und so ein Bursche mit deinem Talent hat mir gefehlt. Hier. Meine Karte.«

»D … danke. Sind drei Wochen nicht etwas kurz?«

Diego legte ihm die Hand auf die Schulter. »Nein. Drei Wochen sind eine Herausforderung. Der Urlaub deines Lebens. Ich brauche von dir ein geiles Storyboard, das mich überzeugt. Fertig zeichnen kannst du parallel zu deiner laufenden Serie.«

Anton holte tief Luft. Es war wirklich die Chance seines Lebens, der Lichtblick, den er brauchte. Diese Story würde ihm den Druck nehmen, der auf seinen Superhelden lastete. Hier geile Fickgeschichten und dort coole Action. Das wäre ideal.

»Gut. Ich mach es.«

»Na dann«, raunte Diego. »Nutz jede Gelegenheit für einen Fick. Lass dir keine Inspiration durch die Lappen gehen, sonst ist die Sache gelaufen.«

Daddys Geburtstag

Anton stand etwas nervös auf dem Bahnsteig des Wiesbadener Hauptbahnhofs. Wie sollte er in nur drei Wochen den Plot zusammenkriegen? Der Zauber des magischen Abteils prallte mit der harten Realität, das hieß, dem Anblick seiner Cousine, zusammen und begann zu schwinden. Mit so einem vollen Kopf würde er das Wochenende schwer genießen können. Eine Zufallsbegegnung wie mit Diego war für ihn wie ein unglaubliches Wunder. Er zweifelte daran, dass sich so etwas wiederholen könnte. Manuela scherte sich nicht um seine Laune und umarmte ihn fröhlich. Sie strahlte ihn an.

»Ein ganzes Jahr haben wir uns nicht gesehen! Irgendwie sieht dein Body jetzt noch ein Stück geiler aus. Wie machst du das nur?« Sie zwinkerte ihm zu.

Verlegen kratzte sich Anton am Hinterkopf. »Hab ein bisschen trainiert.«

»Nicht schlecht, nicht schlecht. Schwul sein wirkt sich wohl positiv auf dich aus.«

»Ähm, hör mal«, druckste Anton herum.

Manuela strich sich eine brünette Strähne aus dem Gesicht. »Was ist denn?« Sie schaute ihn mit großen Augen an.

Anton hielt inne. Manuela hatte sich überhaupt nicht verändert. Sie war immer noch dieses grell geschminkte, lebensfrohe Mädchen. In ihrer Gegenwart erschienen ihm seine Ängste lächerlich.

Trotzdem, ihm blieb nichts anderes übrig, als ihr sein Herz auszuschütten. Er erzählte ihr alles. Von seiner Story-Krise bis zur Begegnung mit Diego.

Manuela wuschelte ihm durchs Haar. »Anton, du bist ja ein ganz schön heißer Feger. Gleich zwei auf einmal, und das noch im Abteil. Ich wünschte, ich hätte so viel Glück.«

Antons Mundwinkel zogen sich nach oben. »Du bist unverbesserlich.«

»Ich hab ja auch schon viel gesehen. Weißt du noch, als du mich damals besucht hast? Da wusste ich noch nicht, dass du schwul bist, und du warst dir auch nicht ganz sicher. Gott, sahst du geil aus mit meinem Vibrator im Arsch. Hat mich echt angemacht. Bei deinen dicken Nippeln müssen die Kerle doch ausflippen. Aber was hast du dir dabei nur gedacht? Egal. Deine Skizzenbücher voller Männer und Schwänze waren für mich auch eindeutig. Und vor allem: Was für Männer! Massig und breit, wie Stiere. Du hast anscheinend einen ganz speziellen Geschmack. Moment mal, mein Vater ist doch auch so ein Ochse!«

Anton zuckte zusammen. Da war was dran. Arno war wirklich ein Prachtexemplar von einem Mann. Die schwarze Bomberjacke von dem Kerl war so groß wie ein Zelt. Bevor er Manuelas Mutter kennengelernt hatte, war er Fernfahrer gewesen. Jetzt war er Friedhofsgärtner und hatte zu seinen Muskeln an Bauch zugelegt. Antons Schwanz richtete sich langsam auf. Seine pralle Eichel drückte sich gegen den Hosenstoff. Er hoffte inständig, dass Manuela nichts merkte.

»Anton! Du bist ja so rot im Gesicht! Ist dir nicht gut?«

»Doch, doch«, beeilte er sich zu sagen. »Die Sache mit dem Vibrator ist mir nur etwas peinlich.« Das war eine glatte Lüge. Aber was hätte er sonst sagen sollen? Dass ihr Vater ihm einen Ständer einbrachte?

»Hey, du warst noch unerfahren.« Manuela lächelte verständnisvoll. »Du hast jetzt bestimmt noch andere Kaliber zu Hause.«

Laut surrte die kleine Gittertür neben der Toreinfahrt. Manuela drückte sich dagegen, um sie zu öffnen und ging voraus. Anton folgte ihr angespannt. Er hatte Arno noch nie mit dem schwulen Auge betrachtet. Warum eigentlich nicht? Schweigend ging er mit Manuela auf das frei stehende Einfamilienhaus zu. Ihre Eltern wohnten dort zur Miete auf dem Anwesen des Gärtnereichefs. Für ihren Vater war es dadurch nur ein Katzensprung zu seiner Arbeitsstelle, dem Friedhof. Anton wusste, wie bequem Arno geworden war. Wenn er nicht arbeitete, hing er an seiner Spielkonsole und lebte so in den Tag hinein. Der Fernfahrer von einst war nun ein fauler Eigenbrötler, der nicht weiter, als bis zur nahegelegenen Kneipe hinausfuhr.

»Auf zu Daddys Fünfzigstem«, sagte Manuela und zwinkerte Anton zu. »Vielleicht ist ja der alte Herr was für dich?«

Anton schoss das Blut in den Kopf und ein gehöriger Teil in den Schwanz. »Was redest du da? Er ist doch dein Vater!«, entgegnete er aufgeregt.

»Na ja, ein bisschen frischen Wind könnte er schon vertragen«, bemerkte sie achselzuckend. »Er ist nun nicht gerade ein Sexmonster. Vielleicht hat ihn das Leben mit meiner Mutter impotent gemacht. Aber wenn ich so recht überlege, hatte er noch nie sonderlich Interesse fürs Ficken gezeigt.«

»Wie redest du denn?«, stieß Anton entrüstet hervor.

»Als Schwuler dürfte dir das Wort doch geläufig sein, oder?«

»Sicher, aber …«

»Hast du schon seine verstaubten Porno-DVDs gesehen?«

Anton hielt inne und wich verlegen ihrem Blick aus. »Hab ich.«

»Und? Erzähl!«

»Was soll ich erzählen? Ich war neugierig und hab ihn gefragt, was er so für Pornos hat.«

Manuela grinste über beide Ohren. »Was wolltest du denn mit den Pornos? Da sind doch Frauen dabei.«

»Das schon«, protestierte er. »Aber auch Männer, die den Frauen was reinstecken und an ihnen rumdrücken.«

»Verstehe. So wie sie an dir rumdrücken sollen, nicht wahr? Gib’s doch zu.«

Anton rollte mit den Augen. »Tu ich ja!«

»Prima. Und? Was hat mein Vater gesagt?«

»Also gut. Ich gebe auf. Wenn du es unbedingt wissen willst: Erst ist er meiner Frage ausgewichen. Dann hat er mir demonstriert, wie einfach es ist, sich Pornos im Internet anzuschauen und mir dann erklärt, dass er die DVDs nicht mehr braucht und sowieso wegwerfen wollte. Das war’s.«

»Wie hat er sich bei den Pornos, die er dir gezeigt hat, verhalten?«

Anton schluckte. Ihm dämmerte, worauf Manuela hinauswollte. »Er war … ziemlich … teilnahmslos. Ganz anders als bei seinen Games.«

»Genau! Da kriegt er seinen Abgang. Bei Ballerspielen mit großen Kerlen in Uniform.«

Überrascht weiteten sich seine Augen. »Du … du meinst doch nicht etwa?«

In dem Augenblick ging die Haustür auf. »Wollt ihr denn nicht reinkommen?« Vor ihnen stand Inge, Manuelas Mutter.

Inge war 48 Jahre alt, hatte braunes, gewelltes Haar und, wie Anton fand, einen birnenförmigen Körper. Dazu war sie jetzt für ihn der potentielle Hinderungsgrund für Arnos Entfaltung zu einem waschechten schwulen Bären. Während sich Anton in der Diele die Sneakers auszog, wurde er von dem Ehrgeiz ergriffen, der Wahrheit auf den Grund zu gehen. War Arno tatsächlich schwul und wusste nur noch nichts von seinem Glück? Wenn es stimmte, was sich in Antons Kopf zusammenbraute, war das die Gelegenheit, Material für seinen Plot zu sammeln. Und hatte nicht Diego gesagt, er sollte jede Gelegenheit nutzen? Doch zuerst musste er sich Arno noch mal anschauen, um sich ein Bild von ihm zu machen. Er hatte ihn immerhin schon über ein Jahr nicht mehr gesehen. Mit Spannung ging er Inges wallendem Blumenkleid hinterher. Im Hintergrund hörte er Gäste lachen. Die Feier war also schon voll im Gange. In der Küche stapelte sich benutztes Geschirr. Im Wohnzimmer mit der ledernen Couchecke und dem Flachbildschirm lagen geöffnete Geschenke. Inge führte Anton und Manuela ins Esszimmer. Um den schweren, mit Torten bestückten Tisch saßen Arnos Verwandte und Freunde. Lautstark wurden sie von ihnen begrüßt. Ob nun Onkel Norbert oder Tante Gisela, jeder hatte eine Anmerkung zu Antons trainiertem Körper parat. Anton hielt derweil nach Arno Ausschau. Die andere Hälfte der Gesellschaft hatte sich auf der Gartenterrasse verteilt. Einige von ihnen hatten die Gelegenheit zum Rauchen genutzt. Wie Anton wusste, war Inge zu solchen Feiern immer gut aufgelegt. Es fiel nicht auf, dass sie sonst gerne ihre Nase in Dinge reinsteckte, die sie nichts angingen, um dann darüber herzuziehen. Ebenso nörgelte sie nicht wie sonst über Arno, weil er in ihren Augen ein Versager war. Anton war bei ihr schon immer vorsichtig gewesen. Sie meinte es angeblich immer gut und hatte ein Helfersyndrom, das alle in die Flucht schlug. Inge gehörte zu den Menschen, die so lange versuchten, an ihrer Umwelt herumzufeilen, bis sie mit ihrem Weltbild übereinstimmte. Das gelang ihr natürlich nicht und führte regelmäßig zu handfesten Krisen, in die alle Beteiligten hineingezogen wurden.

In Anton stieg Ärger auf.

»Du musst ja schon ganz ausgehungert sein«, meinte Inge besorgt. »Von Berlin bis hierher ist es doch arg weit.«

Anton rang sich ein Lächeln ab. Komischerweise hatte sein Gehirn Inge aus den Wochenendplänen ausgeblendet. Beim Gedanken an Wiesbaden hatte er nur Manuela und Arno vor Augen gehabt. Und den Rhein.

»Gut, dass ihr noch was übriggelassen habt«, scherzte Manuela.

»Ja, Arno hat es geschafft, euch noch was zu lassen.« Inge lächelte und zeigte ihre Zähne.