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Der dritte Band der gefühlvollen Small Town Romance von Bestseller-Autorin Laura Pavlov Kingston (King) ist der Sunnyboy der Freundesgruppe aus Magnolia Falls. Er ist immer gut drauf, für jeden Spaß zu haben und spricht nur selten über seine schwierige Kindheit. Lieber lenkt sich der ewige Junggeselle mit seiner Arbeit und gelegentlichen One-Night-Stands ab. Seit seiner frühesten Jugend ist Saylor seine engste Vertraute, sie weiß als Einzige, was wirklich in ihm vorgeht. Dass sie die kleine Schwester seines besten Freundes Hayes ist, sollte kein Problem sein. Schließlich ist ihre Beziehung rein platonisch, oder? Saylor hat schon immer davon geträumt einen eigenen Buchladen zu eröffnen und kann sich diesen Traum nach ihrer Rückkehr vom College in Magnolia Falls endlich erfüllen. Kings Baufirma ist für den Umbau des Ladens zuständig, da ist es doch ganz normal, dass sie sich jeden Tag und immer besser verstehen, oder? Sie kommen sich näher, als jemals zuvor und langsam dämmert ihnen, dass sie nicht (nur) Freunde sind. Aber wie sollen sie Hayes davon überzeugen, dass King gut genug für seine kleine Schwester ist? Er strich mir eine Haarsträhne hinter das Ohr. »Willst du die Wahrheit? Ich mag dich so sehr, dass es schmerzt. Ich war seit Monaten nicht mehr mit einer Frau zusammen, und niemand weiß das. Ich denke die ganze Zeit an dich. Aber ich war noch nie in einer Beziehung. Ich weiß nicht, ob ich dazu fähig bin. Aber das liegt an mir, nicht an dir. Du bist genug, das kann ich dir versichern. Du bist so viel mehr als genug.« Forbidden King ist der dritte Band der fünfteiligen Small-Town-Romance-Serie MagnoliaFalls - eine mitreißende Brothers-Best-Friend-Geschichte voller großer Emotionen, mit einem fantastischen Happy End und heißen Friends-to-Lovers- und he-falls-first-Vibes.
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Veröffentlichungsjahr: 2026
Laura Pavlov
Magnolia Falls, Band 3: Forbidden King
Aus dem Englischen von Beate Brammertz
Der dritte Band der gefühlvollen Small Town Romance von Bestseller-Autorin Laura Pavlov!
Kingston (King) ist der Sunnyboy der Freundesgruppe aus Magnolia Falls. Er ist immer gut drauf, für jeden Spaß zu haben und spricht nur selten über seine schwierige Kindheit. Lieber lenkt sich der ewige Junggeselle mit seiner Arbeit und gelegentlichen One-Night-Stands ab. Seit seiner frühesten Jugend ist Saylor seine engste Vertraute, sie weiß als Einzige, was wirklich in ihm vorgeht. Dass sie die kleine Schwester seines besten Freundes Hayes ist, sollte kein Problem sein. Schließlich ist ihre Beziehung rein platonisch, oder?
Saylor hat schon immer davon geträumt einen eigenen Buchladen zu eröffnen und kann sich diesen Traum nach ihrer Rückkehr vom College in Magnolia Falls endlich erfüllen. Kings Baufirma ist für den Umbau des Ladens zuständig, da ist es doch ganz normal, dass sie sich jeden Tag und immer besser verstehen, oder?
Sie kommen sich näher, als jemals zuvor und langsam dämmert ihnen, dass sie nicht (nur) Freunde sind. Aber wie sollen sie Hayes davon überzeugen, dass King gut genug für seine kleine Schwester ist?
Forbidden King ist der dritte Band der fünfteiligen Small-Town-Romance-Serie Magnolia Falls – eine mitreißende Brothers-Best-Friend-Geschichte voller großer Emotionen, mit einem fantastischen Happy End und heißen Friends-to-Lovers- und He-falls-first-Vibes.
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Viten
Halt an deinen Träumen fest.
Egal ob groß oder klein, sie gehören dir, und dir allein.
Such dir eine Pusteblume und wünsch dir was …
Und glaube ganz fest daran.
»Wo einige Unkraut sehen,
sehen andere einen Wunsch.«
KINGSTON
VOR ZEHN JAHREN
Ich konnte nicht schlafen. Der Gedanke, dass River und Romeo im Jugendknast eingesperrt waren, war einfach überwältigend. Wie sollten mein Bruder und unser bester Freund da drin überleben? Natürlich hatten sie sich beide nichts anmerken lassen, aber ich wusste, dass sie völlig verängstigt sein mussten.
Außerdem waren Hayes und seine Schwester Saylor aus ihrem Elternhaus gerissen worden. Dieser Albtraum nahm einfach kein Ende. Immerhin konnte Saylor mit uns bei meinen Großeltern wohnen.
»Mom! Nein!« Saylors panische Stimme ließ mich aufschrecken. Ich sprang auf, rannte den Gang runter zu ihrem Zimmer und stieß die Tür auf. Sie strampelte mit Armen und Beinen auf dem Bett herum, als kämpfte sie um ihr Leben. In letzter Zeit fühlte es sich an, als würden wir alle das tun.
»Saylor. Saylor, hey.« Ich setzte mich auf die Bettkante und legte ihr die Hand auf den Unterarm. »Alles ist gut. Ich bin’s, King. Ich bin hier.«
Ihre Hände flogen schützend an ihr Gesicht und meine Brust zog sich schmerzhaft zusammen. Sie hatte eine Riesenangst und dieser ganze Scheiß machte mich stinkwütend.
»Hey, hey. Sieh mich an. Ich lass nicht zu, dass dir noch mal jemand wehtut, okay?«, flüsterte ich, als ihre erschrockenen Augen sich in meine bohrten. Sie blinzelte mehrmals, während ihr Atem in abgehackten Stößen kam, und im schwachen Mondlicht, das durchs Fenster in Rivers Zimmer fiel, sah ich, dass ihre Stirn schweißnass war.
»King?« Sie sprach meinen Namen wie eine Frage aus und ich hörte die Angst in ihrer Stimme.
»Ja. Ich bin hier. Alles gut. Du hattest nur einen Albtraum.«
Mit dem Handrücken wischte sie eine Träne weg, die aus ihren Augen kullerte, und sah beschämt zur Seite. Sie war schon immer etwas schüchtern gewesen – und einfach viel zu lieb.
Sie räusperte sich. »Tut mir leid, dass ich dich geweckt habe. Mir geht’s gut.«
Ich griff sanft nach ihrem Kinn und drehte ihr Gesicht zu mir. »Es muss dir nicht gut gehen. Du hast einiges durchgemacht. Willst du drüber reden?«
Ihre blonden Haare waren zu einem langen Zopf geflochten, der ihr über die Schulter hing, und ihre blauen Augen starrten mich eindringlich an. »Ich … Ich kann einfach nicht glauben, was in den letzten paar Wochen passiert ist, verstehst du? Und jetzt bin ich hier. Ich fühle mich mies, weil deine Großeltern mich aufgenommen haben, und ich mache mir Sorgen um River und Romeo. Und auch um meine Mom und meinen Bruder.«
Ihre Unterlippe zitterte und ich strich ihr eine lose Haarsträhne aus dem hübschen Gesicht. »Alles wird gut. Versprochen.« Ich lächelte sie aufmunternd an. »Meine Großeltern sind am Boden zerstört, weil River in dieses Drecksloch geschickt worden ist. Deshalb ist deine Gegenwart hier das kleine bisschen Sonnenschein, das sie brauchen.« Das war irgendwie mein Ding. Selbst in den absolut beschissensten Situationen noch etwas Gutes zu finden. Es hatte mir immer geholfen, wenn alles den Bach runterging, und in diesem Moment wollte ich Saylor unbedingt helfen.
Sie nickte und grub ihre Zähne in ihre Unterlippe. Nun liefen ihr doch die Tränen über die Wangen. Damit hatte ich nicht gerechnet. Als ich sie in meine Arme zog, schüttelte ein lautes Schluchzen ihren Körper. Ich hielt sie einfach. Mit weinenden Mädchen kannte ich mich nicht aus. Die, mit denen ich abhing, wollten mich normalerweise nur flachlegen. Es war alles nur Spaß und Flirten, nichts Ernstes. Denn genauso mochte ich es.
Was soll ich sagen? Ich bin fünfzehn und dauergeil. Na ja, streng genommen in ein paar Monaten schon sechzehn.
Meine Hände streichelten ihren Rücken, während ich ihren süßen Geruch einatmete. Saylor Woodson war durch und durch ein guter Mensch. Klug, hübsch, süß. Und sie war die kleine Schwester von Hayes, dem wichtigsten Menschen in meinem Leben.
Wir hatten einen Pakt, wir fünf. River, Romeo, Hayes, Nash und ich.
Ride or Die.
Wir waren Brüder – auf unsere eigene Art und Weise. Deshalb hatte ich Hayes versprochen, auf seine Schwester aufzupassen, solange sie bei uns wohnte. Meine Großeltern konnten es sich nicht leisten, sie beide bei sich aufzunehmen. Hayes war bei Nash, der allein mit seinem Dad lebte, aber sein Vater wollte nicht auch noch die Verantwortung für ein Teenager-Mädchen übernehmen, also waren sie vorübergehend getrennt worden. Das war immer noch besser als die Alternative: dass die beiden komplett auseinandergerissen und bei Fremden untergebracht worden wären.
»Ich hätte in der Nacht die Polizei nicht rufen dürfen. Nichts davon wäre passiert. Aber ich hatte Angst, weil Hayes nicht zu Hause war, um den Streit zu schlichten«, schluchzte sie. »Ich dachte, Barry würde meiner Mom was antun. Ich dachte, ich tue das Richtige.«
»Du hast das Richtige getan, Saylor. Hayes ist verdammt stolz auf dich.« Ich streichelte ihr beruhigend über den Kopf, während ich sie an meine Brust drückte.
»Eigentlich sollte ich froh sein, dass die Polizei gleich nach Hayes bei uns war, sonst hätte er Barry wahrscheinlich umgebracht, und dann wäre er mit River und Romeo im Knast gelandet.« Ich hörte die Traurigkeit in ihrer leisen Stimme. Die Angst. Wir wussten alle, es war eskaliert – aber Hayes hatte nie Details erzählt. Barry hatte Saylor wohl genau in dem Moment geschlagen, als Hayes heimkam und natürlich rotsah. Zum Glück tauchten kurz danach die Cops auf. Sie waren beide in Obhut genommen worden und wären in Pflegefamilien gelandet, doch Hayes rief mich und Nash an und wir mobilisierten unsere Familien. Die beiden waren zwei Tage in einer Pflegefamilie gewesen, bevor Saylor zu uns zog und Hayes bei Nash unterkam.
»Ging es darum in deinem Albtraum?«, fragte ich, als sie sich aus meiner Umarmung löste und ein paarmal tief durchatmete.
»Ich sehe immer Barry vor mir im Traum. Den irren Blick in seinen Augen. Wie er sich auf mich stürzt, als ich versuche, ihn von Mom wegzuziehen. Ich hatte solche Angst«, flüsterte sie. »Wenn ich die Augen zumache, sehe ich sein Gesicht, King. Seit Tagen habe ich nicht richtig geschlafen und ich bin so müde.«
»Ich weiß. Wie wäre es, wenn ich heute Nacht bei dir bleibe? Ich kann hier schlafen, damit du dich sicher fühlst.«
»Das ist so peinlich. Nächste Woche werde ich vierzehn. Ich sollte keine Angst im Dunkeln haben.« Sie straffte die Schultern, als wollte sie beweisen, dass alles wieder gut war.
Mir.
Sich selbst.
Ich war mir da nicht so sicher. Doch das spielte keine Rolle. Denn Saylor Woodson musste für mich nicht so tun, als ginge es ihr gut. Ich würde für sie durchs Feuer gehen. Als kleine Schwester meines besten Freundes Hayes gehörte sie zur Familie. Punkt.
Ich spähte zu einem Haufen grüner Stängel auf ihrem Nachttisch und sie folgte meinem Blick. »Das sind Pusteblumen. Man kann sich was wünschen, wenn man sie wegbläst. Ich dachte, wenn ich mir etwas nur oft genug wünsche, wird es irgendwann in Erfüllung gehen, oder?«
»Natürlich. Komm schon, leg dich hin. Ich pass auf dich auf. Das bleibt unser kleines Geheimnis, okay?« Ich schlüpfte neben sie unter die Bettdecke und wir rollten uns auf die Seiten, um uns anzusehen.
»Danke, King. Morgen geht’s mir wieder gut. Das weiß ich. Ich mach mir nur gerade Sorgen. Wegen allem und jedem.«
»Ja. Ich auch«, sagte ich. »Eigentlich hilfst du mir sogar gerade, weil ich selbst nicht einschlafen kann.«
»Du machst dir auch Sorgen, oder?«
»Klar. Nächste Woche darf ich sie besuchen. Das waren die längsten zwei Wochen meines Lebens, seit sie verhaftet worden sind. Ich hab auch kaum gepennt. Und dann die Angst, dass du und Hayes in irgendwelche Pflegefamilien kommt. Jetzt bin ich froh, dass du hier bist und Hayes bei Nash ist.«
»Ich auch. Ich wünschte, wir könnten River und Romeo rausholen.«
»O ja. Ich kann den ganzen Scheiß nicht glauben, der gerade hier los ist.«
»Hayes hat gesagt, dass sie’s nicht waren. Sie sind von Slade Crawford reingelegt worden, nicht?«
»Ja. Und seine Familie hat Geld wie Heu. Wem werden sie also eher glauben?«, zischte ich. Ich war immer noch so verdammt sauer. Das reiche Arschloch raubt den Daily Market aus, schubst den Besitzer um und rennt weg, während zwei unschuldige Jungs die Haftstrafe im Jugendknast absitzen? Das war Bullshit.
»Es ist nicht fair«, flüsterte sie müde.
»Ist es nicht. Aber wir müssen uns für sie zusammenreißen. Wenn du und ich nicht schlafen, bringt uns das weder jemanden zurück noch dich schneller nach Hause.«
Sie schob sich näher an mich. »Im Moment weiß ich nicht mal mehr, wo mein Zuhause ist. Ich hätte Angst, dorthin zurückzukehren. Aber ich hasse es, von Hayes getrennt zu sein. Und ich muss wissen, dass es meiner Mom gut geht. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich immer nur Barry vor mir.«
Ich fand ihre Hand und zog sie zwischen uns. »Ich pass auf dich auf, Saylor. Niemand wird dir wehtun. Versprochen.«
Sie drückte meine Hand und ich legte den Arm um sie. Meine Finger blieben um ihre geschlungen, bis sich ihr Atem verlangsamte. Ihre Brust hob und senkte sich gegen meine, was mich ebenfalls irgendwie beruhigte.
In den letzten Wochen war ich ziemlich verloren gewesen, und um ehrlich zu sein: In diesem Moment mit Saylor überkam mich eine Zufriedenheit, wie ich sie nicht mehr gespürt hatte, seit die Dinge eskaliert waren. Vielleicht war es genau das, was ich gebraucht hatte: die kleine Schwester meines besten Freundes zu beschützen.
Sie brauchte mich.
Und vielleicht, auf eine echt strange Art, brauchte ich sie genauso.
SAYLOR
GEGENWART
»Okay, ich bring den Eistee rüber zu Nash und King in den Buchladen«, sagte ich, ohne meine Aufregung verbergen zu können.
»Ich kann nicht glauben, dass ihr endlich mit den Renovierungsarbeiten anfangt.« Demi strahlte übers ganze Gesicht.
Seit Monaten arbeitete ich nun schon im Magnolia Beans, dem Coffeeshop, der Demi gehörte. Ich hatte so viele Hürden überwinden müssen, um einen Gewerbeschein und einen Bankkredit zu bekommen, damit ich meine Buchhandlung eröffnen konnte, während ich gleichzeitig so viel Geld wie möglich gespart hatte. Und heute war endlich der große Tag.
»Du siehst wie eine echt toughe Chefin aus«, sagte Peyton. Sie arbeitete ebenfalls im Magnolia Beans und besuchte nebenbei Onlinekurse, um ihren Master in Erziehungswissenschaften zu machen. Demi würde bald neue Leute einstellen müssen, denn mein Arbeitsplatz war ab jetzt eine Tür weiter, und Peyton würde sich nach dem Abschluss einen pädagogischen Job suchen.
Ich sah hinunter auf mein weißes Tanktop und die Jeanslatzhose. »Ist das ein Chefinnen-Outfit?«, fragte ich lachend.
»Sag’s ihr, Rubes. Es geht nicht um die Kleidung, sondern allein um die Frau, die darin steckt«, erklärte Peyton und sah zu Ruby, die sich gerade einen Tee bei uns holte.
Ruby kicherte. Wir vier waren im Lauf der vergangenen paar Monate beste Freundinnen geworden und ich war glücklich über meine Entscheidung, zurück nach Magnolia Falls zu ziehen. Hier hatte ich Freundinnen, echte Freundinnen. Mein Bruder war hier. Ich eröffnete einen Buchladen.
Meine Mutter war auch hier – noch so ein Grund, weshalb ich in meine Heimatstadt zurückgekehrt war, um meine Träume zu verwirklichen. Leider sah ich sie nicht viel, seit sie wieder mit Barry, meinem Stiefvater, zusammengekommen war. Es hätte mich eigentlich nicht überraschen sollen, tat es aber trotzdem jedes Mal. Und solange Barry in ihrem Leben war, musste ich Grenzen setzen.
»Korrekt. Du holst deine innere Chefin raus. Und rockst diese Latzhose wie eine Badass Bitch.« Grinsend schnappte Ruby sich ihren Tee von Demi, die jetzt fast schon hysterisch lachte.
»Ich werde mein Bestes geben. Schläfst du heute Nacht bei River?«, fragte ich. Wir beide wohnten zusammen, aber sie verbrachte viel Zeit bei ihrem Freund. Wir standen uns alle nahe und ich liebte es, sie und River so glücklich zu sehen.
»Wahrscheinlich. Aber nach der Arbeit schaue ich in der Buchhandlung vorbei. Ich will wissen, wie weit sie am ersten Tag der Renovierung kommen«, sagte sie.
»Das ist so aufregend, Say. Du hattest ein Ziel, einen Traum.« Demi schüttelte entschieden den Kopf, als wolle sie die vielen Emotionen zurückhalten. »Und du hast es geschafft.«
»O mein Gott! In letzter Zeit bist du so eine Heulsuse.« Peyton kicherte. »Das ist alles wegen der Hochzeitsplanung. Die macht dich total rührselig.«
Demi und ihr Freund Romeo hatten sich vor ein paar Monaten verlobt und ich freute mich riesig für sie.
Mit einem breiten Grinsen im Gesicht hob Demi die Schultern, als könnte sie nichts dagegen tun.
»Hey, ich eröffne den Romance-Buchladen. Bei mir dreht sich alles um Gefühle!«, sagte ich.
»Apropos Gefühle … wie ist dein Date mit Coach Hottie gelaufen? Verdammt, der Mann ist megasexy«, fragte Peyton, während sie Gebäck hübsch in der Auslage drapierte.
»Warum nennen wir ihn Coach, wenn er eigentlich Personal Trainer ist?« Ruby hob eine Augenbraue.
»Das habe ich ihn auch gefragt und er meinte, er sieht sich selbst eher als Coach. Er arbeitet mit seinen Kundinnen und Kunden an mentalen und körperlichen Themen«, erwiderte ich und versuchte, mir das Lächeln zu verkneifen, denn er war echt sündhaft heiß. Er war erst neulich in die Stadt gezogen und arbeitete drüben in Romeos Boxclub, der ziemlich berühmt war, seit Romeo im vergangenen Jahr einen großen Fight gewonnen hatte.
»Was ist mit seinem Schwanz? Arbeitet er auch an dem? Denn das ist es, was unser Mädchen braucht«, sagte Peyton, und Ruby und Demis Köpfe fielen in einem Lachflash in den Nacken.
»Du bist so krass«, sagte Demi kopfschüttelnd zu Peyton, bevor sie sich zu mir drehte. »Achte nicht auf sie. Sie ist in letzter Zeit einfach etwas horny.«
»Das liegt an den ganzen verdammten Liebesromanen, die du mir zum Lesen gibst. Jeder da ist eins neunzig mit einem großen, magischen Schwanz. Also sind auch meine Erwartungen größer geworden«, sagte Peyton lachend.
»Das Wortspiel war wohl Absicht.« Ruby zwinkerte in die Runde. »Wie ist es denn nun gelaufen? Magst du ihn?«
»Coach Hottie oder seinen Schwanz?«, fragte Peyton.
»Schsch … wir reden von Coach Hottie. Hier ist gleich die Hölle los, wenn alle ihren Morgenkaffee wollen, und ich will vorher wissen, was passiert ist.« Demi warf Peyton einen warnenden Blick zu.
»Er ist lustig und wirklich nett. Keine Ahnung. Es war in Ordnung. Vielleicht sogar gut? Mal sehen, ob er mich heute anruft.«
»Du verkaufst dich einfach unter Wert, Süße. Natürlich wird er dich anrufen. Ich meine, wer sieht in so einer fucking Latzhose gut aus?« Ruby gab mir einen Kuss auf die Wange. »Ich muss los. Viel Glück heute. Wir sehen uns später.«
»Du arbeitest heute überhaupt nicht?« Peyton sah mich an und schob schmollend die Unterlippe vor. »Ohne dich wird es hier aber langweilig.«
»Hey, das hab ich gehört.« Lachend boxte Demi ihrer besten Freundin gegen die Schulter. »Sie ist morgen wieder da. Das ist ein großer Tag. Soll sie ihn genießen.«
»Ich bin ja direkt nebenan, falls ihr Hilfe braucht. Aber ich will mich nur vergewissern, dass heute alles reibungslos über die Bühne geht.« Ich umarmte beide. »Hab euch lieb. Bis später!«
Ich schnappte mir die Becher und ging in die Küche, wo ich die Tür aufschob, die ins Love Ever After führte. Das war der Name, den ich mir für den Buchladen überlegt hatte. Zwischen den beiden Geschäften gab es eine Verbindungstür. Die Lage des Ladens war einfach perfekt.
Ich stellte die Becher auf den Tisch mit den Bauplänen und Designvorschlägen, nach denen wir arbeiteten. Kingston und Nash waren überzeugt, dass es nicht länger als ein paar Wochen dauern würde. Ich war so dankbar, dass meine Freunde eine Baufirma hatten und sie bereit waren, diesen Auftrag zu einem sehr fairen Preis zu übernehmen.
Es war schön, etwas zu haben, worauf man sich freuen konnte. Seit langer Zeit wünschte ich mir das hier und endlich wurden meine Träume wahr.
Ich schaltete das Licht ein, schob die Eingangstür auf und winkte, als ich Kingston und Nash draußen aus ihrem Pick-up steigen sah. Mein Handy vibrierte. Als ich den Blick senkte, sah ich eine Nachricht von meinem Bruder.
Hayes: Großer Tag heute. Glückwunsch. Bin so stolz auf dich, dass du das hier durchziehst. Nach meiner Schicht schaue ich kurz vorbei, um mir die Fortschritte anzusehen.
Ich: Danke. Pass auf dich auf. Love you.
Hayes war Feuerwehrmann und ich machte mir immer Sorgen um ihn, versuchte allerdings, es mir nicht jedes Mal anmerken zu lassen, wenn er zur Arbeit ging – während er umgekehrt seinen Beschützerinstinkt mir gegenüber immer raushängen ließ.
»Wenn das mal nicht die Liebesgöttin ist«, trällerte Kingston und gab mir einen Kuss auf die Wange. Er liebte es, Witze über meine Romance-Leidenschaft zu machen. »Großer Tag für die Liebe heute, findest du nicht, Ms Venus?«
Ich kicherte, weil er immer gut drauf war und mich zum Lachen brachte. Der Kerl hatte mehr Charme in seinem kleinen Finger als die meisten Menschen im ganzen Körper.
Kein Wunder, dass die Frauen in Magnolia Falls völlig verrückt nach ihm sind.
»Wirst du sie jetzt echt die ganze Zeit über so nennen?« Nash verdrehte die Augen, als die beiden eintraten.
»Was? Das passt doch perfekt zu ihr, oder was meinst du, Liebesgöttin?«
»Apropos gute Namen … Ich wurde angewiesen, dir das hier zu geben.« Nash zog ein gefaltetes Blatt Papier aus der Hosentasche. »Von Cutler.«
Ich faltete es auf und sah, dass der Kleine sämtliche Häuser in der Innenstadt gemalt hatte, die ihm wichtig waren. Die Feuerwache, wo Hayes arbeitete. Rivers Anwaltskanzlei. Die Whiskey Falls Bar, die Rubys Dad Lionel gehörte. RoD Construction, auch bekannt als Ride or Die Construction, besagte Baufirma von Kingston und Nash. Das Magnolia Beans. Und Love Ever After genau in der Bildmitte.
Kingston beugte sich über meine Schulter und der Geruch von Salbei und Minze flutete meine Sinne. »Viel Glück für mein Mädchen Saylor.« Er las die hingekrakelten Wörter oben auf der Seite vor. »Verdammt, Herkules hat es mehr drauf als die meisten Typen in Magnolia Falls.«
Herkules war der Name, mit dem wir Cutler seit einer Weile ansprechen sollten, weil ihm sein richtiger Name nicht mehr gefiel.
»Hm.« Nash nickte. »Wie schon gesagt, seine Lehrerin meinte, wir müssen ihn wieder Cutler nennen. Ihrer Meinung nach ist es falsch, ihn seinen Namen ändern zu lassen.« Er sah auf die Zeichnung. »Die hat ihn viel Zeit gekostet. Und meine Geduld echt auf die Probe gestellt. Ich musste ihm alles immer wieder buchstabieren, weil es perfekt sein sollte.«
»Moment mal. Du willst auf diese Schreckschraube hören? Die hat das fieseste Resting Asshole Face, das ich jemals gesehen habe. Passt irgendwie zu ihrem Namen, Ms Heathen«, schimpfte Kingston.
Ich musste lauthals lachen. »Ich dachte, er hätte Ms McKeathen?« Aber Kingston hatte recht. Sie war eine der furchteinflößendsten Lehrerinnen, die mich jemals unterrichtet hatten. Ich war bei ihr in die erste Klasse gegangen und hatte damals einen Riesenbammel vor ihr gehabt.
»Hat er auch.« Nash verdrehte die Augen. »Er besteht nur drauf, sie Ms Heathen zu nennen. Und es heißt Resting Bitch Face. Wir arbeiten hier mit korrekten Beleidigungen.«
»Hör mal, sie hat ihm letzte Woche zum Mittagessen den Thunfisch-Auflauf vorgesetzt, obwohl du Pizza bestellt hattest. Das ist ein Arschloch-Move. Resting Asshole Face trifft es genau.« Kingston verschränkte die Arme vor der Brust.
Nash zwickte sich in den Nasenrücken, und Kingston zwinkerte mir zu.
Er ist immer das strahlendste Licht im Raum.
»Okay. Können wir uns jetzt bitte konzentrieren?« Nash wandte seine Aufmerksamkeit mir zu. »Ein paar vom Team kommen nachher vorbei, um zu helfen. Ansonsten wird King die meiste Zeit über vor Ort sein. Ich muss drüben auf der Brighton Ranch bleiben, die Renovierungsarbeiten dort sind ein Desaster.«
»Du schaffst das«, sagte Kingston. »Pass aber gut auf dich auf. Mrs Brighton ist eine echte Nymphomanin. Nash kann es bestätigen, Saylor, die Frau hat letzte Woche absichtlich meinen Schritt gestreift, als sie mit uns gesprochen hat. Sie hat sich einfach bedient – als hätte sie Anspruch auf meine Eier!« Er schauderte übertrieben theatralisch und ich brach in noch lauteres Gelächter aus.
Nash schüttelte den Kopf und versuchte, sein Grinsen zu verbergen. »Ja. Und sie hat es nicht mal geschickt angestellt. Also will der hier nicht zurück auf die Ranch.«
»Genau, ich hab keinen Bock auf Mrs Brighton aka Mrs Robinson, die mir an die Eier geht, um ihren durchgeknallten Ehemann eifersüchtig zu machen. Der Mann hat ein eigenes Zimmer nur für seine Waffen. Hier im Buchladen kann ich beruhigt arbeiten. Da dreht sich alles um die Liebe. Außerdem liegen mir Holzarbeiten mehr als dir und wir haben eine Ladentheke und jede Menge Bücherregale zu bauen.«
»Na schön, du Riesenbaby.« Nash blickte sich im Raum um und sah dann auf die Zeichnungen des Architekten auf dem Tisch, während ich den beiden ihren Eistee reichte.
»Danke«, sagten sie gleichzeitig.
»Der Beste in ganz Magnolia Falls.« Ich starrte mit ihnen auf die Pläne.
»Die Sofas sind bestellt, oder?«, fragte Kingston, und ich schwöre, sein Blick wanderte zu meinem Mund, als ich mein Getränk absetzte, bevor er sofort wieder nach oben glitt.
»Ja. Sie sind sogar schon da. Ich hab sie in meiner Garage untergestellt. Ihr wollt euch ja bestimmt erst mal um die Böden und die Regale kümmern.«
»Jep, so lautet der Plan«, sagte Nash mit Blick auf sein Handy, das vibriert hatte. »Fuck. Mrs Brighton will wissen, wo wir stecken. Ich fahr hin und schau später noch mal hier vorbei.«
»Viel Glück. Wir haben alles im Griff.« Kingston nahm einen großen Schluck von seinem Eistee.
In diesem Moment tauchte sein Team auf und parkte in der breiten Gasse hinter dem Gebäude. Er trat ins Freie, um den Jungs beim Entladen der Paletten mit Holz und anderem Material zu helfen, und alle machten sich an die Arbeit.
Ich wollte zusehen und lernen, denn wer weiß, vielleicht würde ich mein Geschäftsfeld irgendwann erweitern. Zu wissen, wie man einen leeren Raum in etwas Magisches verwandelte, war eine besondere Fähigkeit. Und Kingston Pierce war ein sehr talentierter Tischler. Er hatte seine Säge auf einem Tisch hinten im Büro aufgebaut und verteilte die Aufgaben für den Tag. Heute würde sein Team an den Bücherregalen im Geschäftsraum arbeiten, während er den Kassenbereich vorbereitete, den ich ihm aufgezeichnet hatte. Ich wollte, dass die Theke wie ein antikes Möbelstück aussah und zur Retro-Ästhetik des Ladens passte.
»Bist du sicher, dass du die Theke nicht doch lieber von meinen Leuten streichen lassen willst, wenn sie schon dabei sind? Es wird echt lang dauern, das Riesenmonstrum selbst zu streichen.« Mit seiner großen Hand fuhr er über das Stück Holz, das er gerade für den Unterbau ausgesägt hatte.
»Nein. Ich will unbedingt meine eigene Handschrift darauf hinterlassen. Es wird der zentrale Blickfang hier im Buchladen sein.«
Er nickte. »Na schön. Ich kann dir helfen, wenn du willst.«
»Ich schaff das schon. Ich lege gern mal selbst Hand an.« Ich zuckte mit den Schultern und bei dem Ausdruck in seinen Augen nach meinen etwas zweideutigen Worten musste ich die Oberschenkel fest zusammenpressen. Kingston flirtete ständig, das war einfach seine Art, weshalb mir klar war, dass ich es nicht ernst nehmen durfte.
Zwischen uns bestand eine besondere Verbindung, eine, von der nicht jeder etwas wusste. Ich vertraute ihm blind und er war mir immer ein richtig guter Freund gewesen. Doch er war auch unglaublich sexy und manchmal musste ich mir selbst in Erinnerung rufen, dass ich ihn nicht unverhohlen anstarren durfte.
»Ich will helfen, wo ich kann«, fügte ich hinzu.
»Ja? Na schön, wie wäre es, wenn ich dir zeige, wie man diese Tischsäge benutzt? Die Schutzbrille hast du ja schon auf.«
»Wirklich?« Ich stellte mich neben ihn an die Säge. »Das wäre toll.«
»Komm her«, sagte er, trat einen Schritt zurück und machte für mich Platz. »Das Wichtigste ist, sich ausreichend Zeit zu lassen und das Holz vorsichtig so zu führen, wie du es haben willst.«
Seine Arme glitten von hinten um mich und seine Hände legten sich auf meine. Sie waren schwielig und voller Sägemehl und bedeckten meine vollständig. Dann schaltete er die Säge an und fuhr mit unseren Fingern am Holz entlang, wobei seine Brust meinen Rücken berührte. Er flüsterte mir leise ins Ohr: »Folg der Linie und halt das Holz ganz ruhig.«
Mit den Gedanken war ich nur beim Holz und beugte mich vor, als mir schlagartig bewusst wurde, dass mein Po sich gegen seine Leiste presste.
»Du musst aufhören, mit dem Arsch zu wackeln, Saylor. Ich kann mich sonst nicht konzentrieren.« Seine Stimme war rau, und ich erschrak, als ich erkannte, dass sich etwas in meinen Hintern bohrte. Ich war ziemlich sicher, dass es Kingstons Erektion war. Ich verharrte völlig reglos, bis das Holz geschnitten war und er sich nach vorn beugte, um die Säge auszuschalten.
»Tut mir leid«, sagte ich und lächelte schief. »Mir war nicht klar, dass das … äh … du weißt schon was gewesen ist.«
»Mein Schwanz?«
»Zuerst habe ich es für eine Taschenlampe gehalten«, sagte ich in einem Lachanfall, bevor ich mich umdrehte und ihn ansah.
»Das nehme ich als Kompliment.« Er fuhr sich mit der Hand übers Kinn. »Immerhin meintest du ja wohl eine sehr große Taschenlampe?«
Spielerisch boxte ich ihm gegen die Schulter. »Mach dich nicht lächerlich! Erzähl bloß Nash nicht, dass ich wie Mrs Brighton aus Versehen deinen Schwanz gestreift habe.«
Sein Blick glitt zu meinem Mund. »Glaub mir. Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Kein Mann auf diesem Planeten würde nicht reagieren, wenn du deinen Hintern an ihm reibst.«
Meine Wangen brannten und ich versuchte, die Sache herunterzuspielen. »Okay. Und was machen wir jetzt mit der Latte?«
Grinsend hob er eine Augenbraue, und als mir dämmerte, wie sich meine Frage angehört hatte, warf ich die Hände in die Luft. »Du weißt ganz genau, dass ich das Holzbrett gemeint habe.«
Er lachte. »Komm, bringen wir alles rein, dann können wir mit der Unterkonstruktion anfangen.«
Als wir zurück in den Laden gingen, wurden meine Augen riesengroß: Coach Hottie stand da, hielt einen Blumenstrauß in den Händen und lächelte mich an.
Dieser Tag wurde einfach immer besser.
KINGSTON
Ich legte die Paneele ab, nahm Saylor das Brett aus der Hand und folgte ihrem Blick zu dem Vollpfosten, der dastand und sie anstarrte.
»Jalen, hey, was tust du hier?« Saylors Stimme war beschwingt und flirtend. Die Kleine war wie ein Sonnenstrahl an einem bewölkten Tag. Schon immer gewesen.
Ich legte das Holz auf den Boden, hörte jedoch aufmerksam zu, weil ich neugierig war. Saylor Woodson war die kleine Schwester meines besten Freundes. Es war meine Pflicht, sie zu beschützen.
»Ich wusste, heute ist ein großer Tag für dich, also dachte ich, ich schau kurz vorbei, bring dir diese Blumen und bedanke mich für den tollen Abend gestern«, sagte er.
Ich warf einen Blick über die Schulter und sah, wie er ihr den Strauß überreichte. Meine Augen fielen mir fast aus dem Kopf, als mein Blick auf seine himmelblauen Shorts fiel, die viel zu kurz waren. Okay, er war nichts als gestählte Muskeln, aber trotzdem sollte man Shorts tragen, die auch tatsächlich für Männer gemacht sind, oder?
Ich drehte mich um und wischte die Hände laut aneinander ab, sodass ein klatschendes Geräusch entstand, was Saylor zusammenzucken ließ.
Hastig drehte sie sich in meine Richtung. »Oh, tut mir leid. Kennt ihr zwei euch? Das hatte ich jetzt einfach angenommen, weil Jalen seit ein paar Tagen bei Romeo im Knockout arbeitet.«
»Jep. Wir sind uns schon mal begegnet.« Ich hob eine Augenbraue und verschränkte die Arme. »Ihr zwei seid also gestern Abend ausgegangen, was?«
»Ja, Mate. Wir hatten viel Spaß.«
Mate? Er stammte doch nicht aus fucking Australien. Romeo hatte uns erzählt, dass der Typ aus New Jersey kam.
»Schön.« Mehr brachte ich nicht über die Lippen. Ich hatte das nicht gewusst. Natürlich erzählte sie mir nicht alles, aber wir standen uns ziemlich nahe. Seit sie zurück nach Magnolia Falls gezogen war, hatte sie ein paar Dates gehabt, doch bisher mit keinem ein zweites gewollt. Und ich würde lügen, wenn ich sage, dass mir das nicht gefallen hätte.
Saylor war etwas ganz Besonderes. Anders. Ich mochte sie. Sehr. Sie verdiente nur das Beste, und ich war ziemlich sicher, dass dieser Typ das nicht war.
Er war zu braun gebrannt. Seine Zähne leuchteten blendend weiß. Und seine blonden Wellen saßen einen Tick zu perfekt.
»Es ist so süß von dir, dass du mir Blumen bringst. Sie sind wunderschön«, sagte Saylor und warf mir einen verwirrten Blick zu, weil ich sonst eigentlich nett war.
Ich drehte mich um und baute weiter an dem Gestell für die Ladentheke. Normalerweise bereiteten wir das Allermeiste in unserer Werkstatt vor, aber da wir hier reichlich Platz hatten und uns noch dazu ein großer Parkplatz hinter dem Gebäude zur Verfügung stand, konnten wir die Tischlerarbeiten vor Ort durchführen und mussten die fertigen Bauteile nicht hertransportieren. Ich versuchte, mich auf die Arbeit zu konzentrieren, während ich den Kopf ganz leicht drehte, um alles zu verstehen, was hinter mir geredet wurde.
»Wunderschöne Blumen für eine wunderschöne Frau«, sagte er und ich verdrehte die Augen, bevor ich meine Nagelpistole herausholte und öfter als zwingend notwendig laut ins Holz schoss.
Saylor kicherte und ich konnte nicht glauben, dass sie auf diesen Bullshit reinfiel.
»Hey, Saylor, kannst du hier mal mit anpacken?«, fragte ich mit einem Blick über die Schulter.
Brauchte ich ihre Hilfe? Nein.
Hatte ich sechs Typen hier, die nur ein paar Meter entfernt arbeiteten und die mich hätten unterstützen können? Absolut.
Doch ich konnte einfach nicht anders. Es gefiel mir nicht, wie er sie ansah.
»Oh, ja, natürlich.«
»Ich muss sowieso zum Boxclub. In fünf Minuten gebe ich ein Personal Training. Eigentlich wollte ich auch nur fragen, ob du dir diesen Film heute Abend anschauen willst. Der, von dem ich dir erzählt habe?«
»O ja, der über den australischen Surfer«, sagte sie, während sie zu mir kam und die Blumen auf dem Tisch ablegte, bevor ihre Hand zur Holzplatte glitt, die ich spielend leicht auch allein halten konnte.
»Ja. Ich kann was zum Essen bestellen und wir schauen den Film bei mir an, wenn du magst.«
»Das klingt super. Total gern.«
Wirklich? Einen australischen Film? Dieser Typ trug echt dick auf. Und Saylor traf sich an zwei Abenden hintereinander mit ihm. Mochte sie den Kerl tatsächlich? Und sollte sie schon zu ihm nach Hause gehen? Wir kannten ihn kaum.
»Super. Ich schreibe dir später.« Er gab ihr einen Kuss auf die Wange und meine Hand umkrallte das Holz etwas fester, als er sich zu mir drehte. »Bis bald mal, Mate.«
Yeah, wie wäre es, wenn du deine Scheißsachen packst und zurück ins Outback verschwindest, du falscher Aussie-Wichser.
»Jep. Wenn du Glück hast«, sagte ich leise mit gezwungenem Lächeln.
Er winkte und spazierte zur Tür raus.
»Was war das denn?«, fragte Saylor mit großen Augen, während sie die Holzplatte hochhielt, die bereits befestigt war und für die ich überhaupt keine stützende Hand mehr brauchte.
»Ganz genau. Was war das denn?«, wiederholte ich ihre Worte.
»Ich rede von dir.« Sie lachte auf. »Warum warst du so unhöflich zu ihm?«
»Was? War ich nicht. Ich bin nie unhöflich.«
»Genau das meine ich. Du bist sonst nie unhöflich und gerade eben warst du definitiv nicht freundlich. Kennst du ihn überhaupt?«
Ich schosss die Nagelpistole viermal zu oft ins Holz. Nun saß das Teil wirklich bombenfest. Diese Ladentheke würde jeder noch so heftigen Naturkatastrophe trotzen.
»Ich wusste nicht, dass du mit ihm ausgegangen bist«, sagte ich, stand auf und begutachtete mein Werk.
»Na ja, wir haben gestern Abend nicht mehr telefoniert, weil du ins Whiskey Falls wolltest, was normalerweise bedeutet, dass du das neueste Mädchen der Woche abschleppst. Deshalb wusste ich nicht, dass du Zeit für Bettgeflüster mit mir hast.« Sie grinste selbstgefällig.
»Hey, du weißt doch, dass mir nichts wichtiger ist als unser Bettgeflüster.« So hatte sie es vor all den Jahren genannt, als ich zu ihr ins Bett gekrochen war, um ihre Albträume zu verscheuchen. Über ein halbes Jahr schliefen wir jeden Abend so ein. Meine Großeltern hatten nichts mitbekommen, weil wir nach dem Gute-Nacht-Sagen erst in unsere eigenen Zimmer gegangen waren. Erst später, wenn alles still war im Haus, huschte ich heimlich über den Flur. Wir erzählten uns vom Tag, teilten Sorgen und Träume, bevor Saylor in meinen Armen einschlief.
Wir waren jung. Körperlich ist nie etwas gelaufen. Diese rote Linie hätte ich nie überschritten. Doch ich würde lügen, wenn ich behauptete, dass das Bettgeflüster mit Saylor Woodson damals nicht der schönste Teil meines Tages gewesen wäre.
»Ich weiß nicht, warum du so komisch bist. Ja, ich war mit ihm aus und er ist ein netter Kerl. Ich mag ihn.« Sie griff nach ihrem Eistee und nippte daran. »Was ist mit dir? Wen hast du gestern mit nach Hause genommen?«
Ich kratzte mich am Nacken und sah in diese hübschen blauen Augen, die schon immer meine Favoriten waren. »Nur zu deiner Information, ich habe überhaupt niemanden mit nach Hause genommen. Aber danke, dass du eine so schlechte Meinung von mir hast.«
»Was ist heute bloß los mit dir? Ich würde nie schlecht von dir denken.« Sie stellte ihr Getränk ab und schob sich direkt vor mich. »Aber du stehst nicht auf feste Beziehungen. Das ist nicht so dein Ding, oder?«
Ich seufzte. »Ja, Saylor. Ich mag Frauen und Sex. Aber ich nehm nicht jede Nacht eine andere mit nach Hause. Verdammt noch mal, ich bin nicht sexsüchtig. Einige kommen sogar öfter wieder. Also bin ich nicht so schmutzig, wie du es darstellst.«
Warum war ich so defensiv? Ich machte keinen Hehl daraus, wer ich war. Ich behandelte Frauen immer mit Respekt. Mir wurde nur schnell langweilig. Doch ich spielte nie Spielchen.
»Du bist nicht schmutzig, King.« Lachend legte sie die Hände in die Hüften, während sie mich eingehend musterte. »Ich finde, dass sich jeder, der Zeit mit dir verbringen darf, glücklich schätzen kann. Du weißt, dass du mein Lieblingsmensch bist.« Und einfach so schmiegte sie sich an mich und ich schlang die Arme um sie.
Es war unfassbar, wie ich dieses Mädchen vergötterte. Saylor Woodson war mein Mädchen. Nicht auf sexuelle oder unangemessene Weise, sondern auf eine Ich-gehe-für-sie-durchs-Feuer-und-würde-für-sie-töten-Weise.
Keine Ahnung, wie das Adjektiv dazu lautet.
»Und du bist meine Lieblingsmensch«, sagte ich, während ich um sie herumging, um mir das letzte Stück Holz zu holen, das am Rahmen befestigt werden musste. »Okay, erzähl mir von Jason.« Zum Arbeiten ging ich wieder in die Hocke.
»Sein Name ist Jalen. Die anderen nennen ihn Coach Hottie.« Sie kicherte. »Er ist auch echt heiß. Ohne Zweifel.«
»Wirklich? Diese Shorts stören dich nicht?« Ich nagelte das nächste Brett fest.
»Seine Shorts? Äh, nein. Die stören mich nicht. Was für ein Problem hast du mit seinen Shorts?«
»Farbe und Länge.« Ich stand auf und klopfte mir den Staub von den Händen.
»Du bist echt bescheuert. Er ist Personal Trainer. Die tragen so was eben.« Mit dem Finger fuhr sie über die Holzkante und stieß einen leisen Pfiff aus. »Das wird einfach unglaublich.«
»Hey, kannst du mir mal einen Hammer aus dem Werkzeugkasten dort drüben holen?«, fragte ich, während ich mich nach unten beugte, um die Ecken zu überprüfen.
Saylor ging zu dem Tisch, unter dem ich den metallenen Werkzeugkasten abgestellt hatte. Als sie den Deckel öffnete, wusste ich, dass sie sofort sehen würde, was ich für sie hineingelegt hatte.
Mit dem Hammer in der einen Hand und einem Löwenzahn in der anderen kam sie zurück. »Sehr kreativ, Kingston. Das nächste Mal werde ich wohl einen drauflegen müssen.« Sie reichte mir den Hammer, steckte die Nase in die Blume und schloss die Augen.
Das war unser Ding. Angefangen hatten wir es vor all den Jahren, als sie eine echt harte Zeit hatte. Und als sie vor ein paar Monaten zurück in die Stadt gezogen war, fing ich wieder an, Blumen für sie zu verstecken. Sie war sofort Feuer und Flamme und machte dasselbe für mich. Als wäre keine Zeit vergangen.
»Was soll ich sagen? Heute ist ein großer Tag für dich. Der Anfang von etwas Neuem.«
»Weißt du, dass ich mir das hier früher gewünscht habe?«, sagte sie.
»Den Buchladen?«
»Nicht unbedingt einen Buchladen. Aber das alles … dieses Gefühl, das ich jetzt habe.«
»Erzähl mir mehr«, sagte ich und drehte mich zu den Bücherregalen, die meine Leute auf der anderen Seite des Raums bauten. Die Jungs folgten strikt den Entwürfen, während ich sämtliche Zierleisten und Stuckelemente anbringen würde, sobald sie mit dem Korpus fertig waren.
»Etwas zu haben, das mir gehört. Ein Leben, schätze ich. Dass ich nach Hause komme und mich sicher und geborgen fühle und mich nicht gegen etwas stählen muss, das mich erwartet. Zu wissen, dass ich mir selbst eine Zukunft aufbaue. Eine, auf die ich stolz sein kann.«
Und das ist der Grund, weshalb sie mein Mädchen ist.
»Ich bin so verdammt stolz auf dich«, sagte ich und schlang die Arme um sie.
»Danke, King.« Sie hob den Kopf und lächelte mich an. Diese unglaublich blauen Augen, genau wie mein Lieblingsort auf dem See, wo das Wasser türkisblau schimmerte, wenn die Sonne draufknallte. Diese Augen brachten mich immer an einen friedvollen Ort. »Ich bin so froh, dass du mir hilfst.«
»Ja, ich auch. Und jetzt lass uns dieses Monster von einer Ladentheke zu Ende bringen.«
»Okay. Ich stelle kurz die Blumen ins Wasser, bin gleich zurück.« Sie schnappte sich ihren Blumenstrauß zusammen mit dem einen Löwenzahn vom Tisch und ging nach nebenan ins Magnolia Beans.
Ich machte mich wieder an die Arbeit, denn ihre Träume zu verwirklichen, war fast genauso erfüllend, als wären es meine eigenen. Vielleicht sogar noch besser.
Der Rest des Tages verging wie im Flug. Ich sprang in meinen Pick-up, um kurz zu Hause zu duschen, bevor ich die Jungs im Whiskey Falls traf. Es war ein später Frühlingstag und ich genoss das warme Wetter. Auf dem Weg vom Auto zur Tür musste ich still in mich hineinlachen, als ich sah, was dort klebte – eine Pusteblume. Ich nahm sie zusammen mit einem kleinen Notizzettel von der Tür:
Danke, dass du mir hilfst, meine Träume zu verwirklichen. Jetzt bist du an der Reihe, dir was zu wünschen. Xo S
Einen Moment lang starrte ich auf den Zettel, doch ich hatte eigentlich keinen Wunsch. Das Leben war gut. Ich war glücklich. Zumindest ganz zufrieden.
Meine Wünsche würden den Menschen gelten, die ich liebte. Ich hatte mir immer gewünscht, dass River glücklich ist, und zum ersten Mal in unserem Leben spürte ich, dass er es war. Das machte mich glücklich.
Und mit anzusehen, wie Saylor das bekam, was sie sich immer erträumt hatte. Das machte mich glücklich.
Romeo, der seinen Kampf und sein Mädchen für sich gewonnen hatte. Das machte mich glücklich.
Herkules versuchte sich im Baseball und unser kleiner Junge war das glücklichste Kind, das ich je gesehen hatte. Das machte mich verdammt glücklich.
Nash und Hayes waren ebenfalls ganz zufrieden, also ging’s meiner Crew gut, und das reichte mir. Meine Großmutter hatte ein hübsches Zimmer drüben im Magnolia Haven – was blieb mir da noch zu wünschen übrig?
Also schloss ich die Augen und wünschte mir:
Lass die Menschen, die ich liebe, alles haben, was ihr Herz begehrt.
Das wünschte ich mir jedes Mal.
Ich pustete und sah zu, wie die weißen Puschel um mich herumwirbelten. Ich schickte Saylor schnell eine Nachricht mit einem Screenshot vom nackten Blumenstiel.
Ich: Erledigt.
Pusteblume: Hoffentlich nicht der gleiche Wunsch wie immer. Wünsch dir was für DICH.
Ich: Die Eröffnung deines Buchladens ist genauso gut wie jeder andere Wunsch. Ich freu mich für dich, Pusteblume.
So hatte ich sie immer schon genannt, wenn niemand sonst da war. Wenn ich sie im Dunkeln in meinen Armen hielt. Keiner der Jungs wusste davon, sonst hätten sie mich damit aufgezogen. Sie hätten geglaubt, dass zwischen uns etwas liefe, aber so war es nicht.
Pusteblume: Ich will, dass du dir etwas für dich wünschst.
Ich: Ich hab alles, was ich will. Also bekommst du meinen heutigen Wunsch.
Pusteblume: Was soll ich nur mit dir machen?
Ich: Viel Spaß heute Abend. Ich treffe mich gleich mit den Jungs zum Essen. Meld dich, wenn du wieder zu Hause bist.
Pusteblume: Du weißt schon, dass ich selbst auf mich aufpassen kann. Aber ich schreib dir später, damit ich weiß, dass DUSICHERZUHAUSEBIST. 🤍
Ich duschte schnell und fuhr zum Whiskey Falls, um die Jungs zu treffen.
Wir bestellten, und Lionel, Rubys Vater und Besitzer dieser wunderbaren Bar, kam an unseren Tisch und quatschte eine Weile mit uns, bis er in die Küche gerufen wurde.
»Auf dem Weg hierher hab ich kurz beim Buchladen angehalten und ins Schaufenster geguckt. Sieht so aus, als hättet ihr heute ganz schön viel«, sagte Hayes.
»Ja, wir wollen, dass sie so schnell wie möglich eröffnen kann.« Nash schob sich eine Kartoffelkrokette in den Mund, bevor er mit dem Daumen in meine Richtung zeigte. »Und der Typ da baut gerne, also hat er Überstunden geschoben.«
»Es wird toll aussehen. Wir geben unser Bestes.« Ich trank einen großen Schluck Bier. »Wusstest du, dass Saylor mit diesem Coach ausgeht, diesem Jeremy?«
»Jalen? Der Typ, der im Boxclub arbeitet?«, fragte Hayes.
»Jalen ist ein netter Kerl. Du musst dir keine Sorgen machen.« Romeo warf mir einen verwirrten Blick zu. Wahrscheinlich fragte er sich, warum ich die Sache vor Hayes ansprach. Saylor war erwachsen und mochte es nicht, wenn ihr Bruder sich in ihre Angelegenheiten einmischte. Das wussten wir alle. Sie hatten oft Streit deswegen.
»Ich mag ihn nicht.« Ich zuckte mit den Schultern und River hob fragend eine Augenbraue. Doch wir waren immer ehrlich zueinander und ich würde mich mit meiner Meinung nicht zurückhalten. Das hier waren meine Brüder.
Nash grinste, weil er es liebte, wenn ich solchen Bockmist baute.
»Du kennst ihn nicht mal. Er hat tolle Referenzen und ist ein guter Typ. Was hast du gegen ihn?« Romeo starrte mich mit verschränkten Armen an.
»Erstens sind seine Shorts viel zu kurz. Dann hat er mich Mate genannt. Und seine verdammten Haare glänzen zu sehr. Soll ich weitermachen?«
River prustete los. »Mich hat er auch Mate genannt. Ist er Australier?«
»Nein. Er ist aus Jersey«, zischte ich.
»Na und? ›Mate‹ ist ein ganz normales Wort. Und seine Shorts sind in Ordnung. Das tragen die Männer heutzutage im Gym. Was seine Haare angeht, finde ich, dass deine genauso glänzen«, sagte Romeo lachend.
»Schon verstanden. Er ist neu in der Stadt und du passt auf Saylor auf. Das machen wir eben so. Aber wenn Romeo sagt, er ist okay, dann können wir darauf vertrauen«, sagte Nash und griff nach seinem Steak-Sandwich. »Es ist nur ein Date. Sie heiratet den Typen nicht.«
Haben auf einmal alle den Verstand verloren?
Wir wussten rein gar nichts über diesen Kerl.
»Ich rechne es dir hoch an, dass du dir Sorgen machst. Mir hat sie nicht erzählt, dass sie ein Date hat, aber ich soll mich ja eh aus ihren Angelegenheiten raushalten. Also versuche ich das.« Hayes trank einen großen Schluck von seinem Bier und nahm Romeo ins Visier. »Du glaubst, er ist in Ordnung?«
»Ja. Und sie waren einmal essen. Ich glaube, da ist nichts, über das man sich Sorgen machen müsste.« Romeo zuckte mit den Schultern, als wäre es keine große Sache.
»Tatsächlich haben sie heute Date Nummer zwei. Movie Night. Also, ich werde den Kerl mit fucking Argusaugen beobachten«, sagte ich, ohne meine Verärgerung zu überspielen.
Romeos Blick traf meinen und der sagte mehr als tausend Worte.
Was zum Teufel ist mit dir los?
Ride or die, Bruder.
Genau darum ging’s.
SAYLOR
Der Frühling in Magnolia Falls war meine liebste Jahreszeit. Ich war mit den Mädels zum Lunch im Golden Goose verabredet und wir hatten viel zu bequatschen.
Midge Longhorn, die Besitzerin, begrüßte mich wie immer mit einem ausdruckslosen Nicken und brachte mich an den Tisch.
Ruby, Peyton und Demi waren schon da und saßen in unserer Lieblingsnische. Das hier war für uns zu einem Ritual geworden. Samstags gab’s Käsetoast, Tomatensuppe und Mädels-Talk.
»Hey, tut mir leid, dass ich spät dran bin. Ich war den ganzen Morgen im Buchladen. Heute haben sie die Bücherregale an einer ganzen Wand angebracht. Es geht wirklich voran.«
»Ich kann es kaum erwarten, dass die Buchhandlung eröffnet«, sagte Demi. »Romeo meint, King arbeitet in letzter Zeit rund um die Uhr dort.«
Die Renovierungsarbeiten dauerten nun bereits zwei Wochen an und wir lagen definitiv gut im Zeitplan.
»Ja. Er hat sich echt ins Zeug gelegt, weil er weiß, wie sehr ich auf die Eröffnung hinfiebere.« Ich verstummte, als Letty an den Tisch kam, um unsere Bestellungen aufzunehmen.
