Malaeska - Ann S. Stephens - E-Book

Malaeska E-Book

Ann S. Stephens

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Beschreibung

In "Malaeska" entführt Ann S. Stephens die Leser in die faszinierende Welt der amerikanischen Ureinwohner und zeichnet das Leben einer jungen Indianerin nach, die zwischen ihrer kulturellen Identität und dem Einfluss der kolonialen Gesellschaft steht. Der literarische Stil ist geprägt von einer eindringlichen Erzählweise und einer reichhaltigen Bildsprache, die sowohl die traumatischen Erfahrungen der Protagonistin als auch die Schönheit der Natur und der Traditionen der Indigenen hervorhebt. In der Tradition des 19. Jahrhunderts positioniert sich das Werk in den Kontext der europäischen und amerikanischen Literatur, die sich mit den Themen Identität, Integration und dem Verlust kultureller Werte auseinandersetzt. Ann S. Stephens, eine bedeutende Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts, war nicht nur für ihre Romane und Erzählungen bekannt, sondern auch für ihre einfühlsame Schilderung des Schicksals der Indianer, die im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne lebten. Ihre eigene Erziehung und das Interesse an sozialen Fragen prägten ihre Perspektive und verhalfen ihr, einen kraftvollen und authentischen Blick auf die Herausforderungen zu werfen, mit denen ihre Protagonisten konfrontiert wurden. "Malaeska" ist eine eindrucksvolle und bewegende Lektüre, die nicht nur literarisch bereichert, sondern auch zum Nachdenken anregt. Der Leser wird in die tiefgründigen Fragen der kulturellen Identität und der moralischen Verantwortung des Einzelnen eingeführt. Dieses Buch ist unerlässlich für alle, die sich für die Geschichte und die kulturellen Konflikte der amerikanischen Ureinwohner interessieren und die Schönheit der Sprache sowie die Dramatik menschlicher Schicksale schätzen. In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen: - Eine prägnante Einführung verortet die zeitlose Anziehungskraft und Themen des Werkes. - Die Synopsis skizziert die Haupthandlung und hebt wichtige Entwicklungen hervor, ohne entscheidende Wendungen zu verraten. - Ein ausführlicher historischer Kontext versetzt Sie in die Ereignisse und Einflüsse der Epoche, die das Schreiben geprägt haben. - Eine gründliche Analyse seziert Symbole, Motive und Charakterentwicklungen, um tiefere Bedeutungen offenzulegen. - Reflexionsfragen laden Sie dazu ein, sich persönlich mit den Botschaften des Werkes auseinanderzusetzen und sie mit dem modernen Leben in Verbindung zu bringen. - Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor. - Interaktive Fußnoten erklären ungewöhnliche Referenzen, historische Anspielungen und veraltete Ausdrücke für eine mühelose, besser informierte Lektüre.

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Veröffentlichungsjahr: 2023

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Ann S. Stephens

Malaeska

Bereicherte Ausgabe. Die indianische Frau des Weißen Jägers (Western-Klassiker)
Einführung, Studien und Kommentare von Alexander Bach
EAN 8596547734758
Bearbeitet und veröffentlicht von DigiCat, 2023

Inhaltsverzeichnis

Einführung
Synopsis
Historischer Kontext
Malaeska
Analyse
Reflexion
Unvergessliche Zitate
Notizen

Einführung

Inhaltsverzeichnis

Zwischen Grenzland und Siedlungswelt, Liebe und Loyalität, Herkunft und Anpassung entfaltet Malaeska die Spannung eines Lebens, das zwei unvereinbar scheinende Wirklichkeiten zugleich bewohnt und darin die Bruchlinien einer jungen Nation sichtbar macht, indem es die Sehnsucht nach Zugehörigkeit gegen hartnäckige Vorurteile stellt, intime Bindungen mit den Zwängen einer expandierenden Gesellschaft kollidieren lässt, die Stimme der Natur gegen die Rhetorik zivilisierter Ordnung setzt und die Frage aufwirft, ob Identität gewählt, ererbt oder erkämpft wird – und wie viel Mut notwendig ist, wenn Mitgefühl und Moral nicht auf derselben Seite stehen, während Verlust, Fürsorge und Erinnerung die inneren Landkarten der Figuren zeichnen und jede Entscheidung zugleich persönliches Schicksal und gesellschaftliches Bekenntnis markiert.

Ann S. Stephens’ Malaeska ist ein Grenz- und Gesellschaftsroman des 19. Jahrhunderts, der als frühes Muster der US-amerikanischen Dime Novel gilt; in dieser Form erschien er 1860 als erste Nummer der von Beadle publizierten Reihe und markierte einen Meilenstein populärer Lesekultur. Der Schauplatz bewegt sich zwischen der Wildnis des nordamerikanischen Grenzraums und den wachsenden Siedlungen des Ostens; Übergänge, Lager, Jagdgründe und einfache Wohnstätten bilden die Bühne, auf der private Konflikte öffentliches Gewicht erhalten. Das Buch verbindet romantisches Abenteuer mit sozialer Beobachtung und spiegelt damit eine Epoche, die Expansion, Umbruch und moralische Auseinandersetzung zugleich war.

Im Zentrum steht eine indigene Protagonistin, deren Ehe mit einem weißen Jäger sowohl Zuneigung als auch Zerreißproben kennt; aus dieser Konstellation erwächst ein Ringen um Zugehörigkeit, Schutz und Anerkennung, das sich in Begegnungen, Entfernungen und Rückkehren verdichtet. Die Erzählstimme ist überwiegend auktorial, ordnet Ereignisse erklärend ein und setzt Gefühle in einen moralischen Rahmen, ohne den Figuren die eigene Regsamkeit zu nehmen. Stilistisch herrschen klare Szenenwechsel, anschauliche Naturbilder und eine ausgeprägte, doch kontrollierte Sentimentalität vor. Der Ton ist ernst, zuweilen rhapsodisch, immer darauf bedacht, Empathie zu wecken und gesellschaftliche Spannungen nicht zu glätten.

Das Leseerlebnis speist sich aus einer zügigen, episodischen Dramaturgie, die Kontraste nutzt: Stille und Gefahr, Häuslichkeit und Wildnis, Hoffnung und Vorsicht. Dialoge treiben das Geschehen voran, während beschreibende Passagen Atmosphäre und innere Zustände modellieren. Die Prosa setzt auf starke Bildlichkeit und moralische Pointen, ohne ins Predigende zu kippen, und balanciert Abenteuerlust mit Nachdenklichkeit. Man spürt die Matrix der Unterhaltungsliteratur, doch zugleich eine Sorgfalt, die Figuren als Träger realer Verletzbarkeiten ernst nimmt. Wer sich auf die zeittypische Diktion einlässt, findet eine erzählerische Spannung, die durch rhythmische Wiederkehr von Motiven und behutsam aufgebauten Pathos getragen wird.

Zentrale Themen kreisen um kulturelle Durchlässigkeit und ihre Grenzen: Mischehe, Mutterschaft und die Verpflichtungen, die aus beidem erwachsen; die Frage, wie Vorurteile Institutionen formen; die Macht von Namen, Sprache und Erinnerung; und der Preis, den Assimilation fordert. Das Buch verhandelt die Mythen des Grenzraums, indem es die Attraktion des Ungebändigten neben die Härte sozialer Kodizes stellt. Es interessiert sich für Loyalität, Gerechtigkeit und die Last ererbter Konflikte, ohne eine simple Gleichung aufzustellen. Gerade in den Spannungsfeldern zwischen persönlicher Würde und öffentlicher Ordnung entfaltet sich seine Tragweite – stets über die Handlung hinausweisend.

Heutige Leserinnen und Leser finden darin sowohl ein Dokument der Populärkulturgeschichte als auch einen Anlass zur kritischen Lektüre: Die Darstellung indigener Figuren und Grenzsituationen fordert zum reflektierten Umgang mit Stereotypen, Vermittlungsabsichten und historischen Perspektiven auf. Gleichzeitig macht das Werk verständlich, wie Massenliteratur die Selbstbilder einer Gesellschaft prägt und verbreitet. Als Auftakt der Dime-Novel-Tradition zeigt es, wie zugängliche Formate komplexe moralische Fragen verhandeln können – und wo sie scheitern. Die anhaltende Relevanz liegt im Dialog zwischen Empathie und Analyse: mitsehen, mitfühlen, einordnen und daraus für Gegenwart und Kanondiskussion lernen.

Wer Malaeska heute liest, begegnet einem frühen Knotenpunkt amerikanischer Erzählkultur, an dem Unterhaltung, Sentiment und sozialer Konflikt ineinandergreifen. Das Buch öffnet einen Blick auf die Hoffnungen und Ängste eines Jahrhunderts, das Identität im Modus der Bewegung dachte, und lädt dazu ein, die eigenen Bilder von Herkunft, Nation und Gerechtigkeit zu prüfen. Gerade weil es aus einer anderen Zeit spricht, lässt es Differenzen sichtbar werden, die produktiv zu befragen sind. So wird die Lektüre zu einer Übung in historischer Aufmerksamkeit und zu einem Gespräch über Mitgefühl als literarische und ethische Ressource.

Synopsis

Inhaltsverzeichnis

Malaeska von Ann S. Stephens gilt weithin als Auftakttitel der Beadle’s Dime Novels (1860) und als frühes Markenzeichen massenhaft verbreiteter US-Unterhaltungsliteratur. Die Erzählung verbindet Frontierromanze mit häuslichem Melodrama und verhandelt Begegnungen zwischen indigenen Gemeinschaften und weißen Siedlern. Im Zentrum steht die Frage, wie Liebe, Herkunft und Zugehörigkeit unter kolonialen Spannungen verhandelbar sind. Der Text führt seine Figuren aus der Wildnis in die Stadt und macht dadurch soziale Grenzen sichtbar. Stephens nutzt gefühlsbetonte Szenen, um moralische Konflikte zu fokussieren, ohne deren Ambivalenz aufzuheben. Die Handlung folgt klaren Stationen, deren Wendepunkte stets aus identitären Entscheidungen erwachsen. Aus dieser Anlage ergeben sich wiederkehrende Themen: Assimilation, Mutterschaft, Vorurteil und Loyalität.

Zu Beginn begegnet der Leser Malaeska, einer jungen indigenen Frau, deren Leben sich durch eine heimliche Verbindung mit einem weißen Jäger verändert. Ihre Beziehung besteht in einem fragilen Frieden am Rand zweier Ordnungen. Sie widerspricht den Normen beider Welten und wird im Verborgenen gelebt. Aus der Verbindung geht ein Sohn hervor, der latente Spannungen sichtbarer macht. Malaeska empfindet Liebe, aber auch Furcht vor den sozialen Folgen. Die Darstellung vermeidet exotisierende Effekte und betont den Druck kollektiver Erwartungen. So entsteht früh der Grundkonflikt zwischen persönlicher Bindung und öffentlichem Urteil.

Das Aufflammen feindseliger Begegnungen zwischen den Gruppen bildet einen ersten deutlichen Wendepunkt. Missverständnisse, Vergeltungsakte und die Zerbrechlichkeit informeller Absprachen lassen die dünne Decke des Friedens reißen. Ein schmerzhafter Verlust setzt Malaeska unter Handlungsdruck und zwingt sie, die Zukunft ihres Kindes neu zu denken. Sie erkennt, dass Schutz in ihrer Welt nicht verlässlich zu haben ist. Aus Fürsorge erwächst der Entschluss, den Sohn der Gesellschaft seines Vaters anzuvertrauen. Damit verschiebt der Text sein Terrain von der Wildnis in soziale Innenräume. Der Ton wird nach innen gekehrter, die Konflikte werden stärker moralisch und institutionell gefasst.

Malaeska begibt sich in die Stadt und vertraut den Jungen einer angesehenen weißen Familie an, die mit seiner väterlichen Herkunft verbunden ist. Sie bleibt in der Nähe, nimmt eine dienende Rolle ein und verbirgt ihre Mutterschaft, um Vorurteilen zuvorzukommen. Das Kind erhält Bildung, Umgangsformen und Zugang zu Chancen, die ihm eine sichere Laufbahn eröffnen könnten. Für Malaeska bedeutet dies ein Doppelleben: präsent als Pflegerin, abwesend als Mutter. Sie beobachtet, wie ihr Sohn die Normen der Mehrheitsgesellschaft annimmt und dabei unmerklich auf Distanz zu seiner Herkunft geht. Die Stadt erscheint als Raum stiller Übereinkünfte über Respektabilität. Schutz und Entfremdung fallen hier untrennbar zusammen.

Mit den Jahren zeigen sich Spannungen in der Biografie des jungen Mannes, die auf eine verborgene Geschichte deuten. Zufällige Hinweise und soziale Reibungen wecken Fragen nach Herkunft und Zugehörigkeit. Malaeska ringt, ob Schweigen Fürsorge oder Verschweigen ein Verrat ist. Die aufnehmende Familie wägt Zukunftschancen gegen Offenheit und fürchtet Anstoß in einer engen Öffentlichkeit. Der Sohn verinnerlicht Regeln, die eine eindeutige Identität verlangen, und gerät unbewusst in Widerspruch zu seiner tatsächlichen Geschichte. So entsteht ein inneres Gefälle zwischen Ideal und Herkunft. Die Erzählung nutzt diese Spannung, um Anpassung, Selbstbild und moralische Verantwortung präzise auszuleuchten.

Als der Sohn in ein ernsthaftes Liebesverhältnis hineingezogen wird, steigen die Einsätze spürbar. Eine angesehene Verbindung verspricht Anerkennung, zugleich droht jeder Verdacht die mühsam errichtete Fassade zu erschüttern. Andeutungen, Nachfragen und unbedachte Enthüllungen treiben die Handlung auf eine Krise zu, in der Verheimlichung und Wahrheit kollidieren. Die Figuren müssen zwischen Loyalität und Aufstieg, Mutterliebe und sozialer Erwartung, persönlicher Integrität und Konformität wählen. Keine Option ist folgenlos, jede Entscheidung verschiebt Schuld und Verantwortung. Dadurch verdichtet sich der moralische Druck bis an die Grenze des Tragbaren. Der Ausgang bleibt von Unsicherheit und innerer Zerrissenheit geprägt.

Im Ergebnis entwirft Malaeska eine Kritik starrer Grenzziehungen und der Mechanismen, mit denen Gesellschaft Zugehörigkeit verwaltet. Die Erzählung fragt, welchen Preis Assimilation fordert und wie weit Fürsorge reichen darf, wenn sie zugleich unsichtbar machen muss. Mit einer indigenen Protagonistin rückt Stephens Empathie, mütterliche Opferbereitschaft und die Gewalt sozialer Zuschreibungen ins Zentrum populärer Formen. Als frühes Dime-Novel-Werk prägte der Text Muster der amerikanischen Massenliteratur und erreichte ein breites Publikum. Seine nachhaltige Wirkung liegt in der Einsicht, dass private Entscheidungen in kolonialen Ordnungen nie privat bleiben. Emotionalität dient nicht der Vereinfachung, sondern der Problemverschärfung. Darin liegt die fortdauernde Spannung und die Aufforderung, gängige Maßstäbe zu prüfen.

Historischer Kontext

Inhaltsverzeichnis

Die Entstehung und frühe Verbreitung von Ann S. Stephens’ Malaeska sind im US-amerikanischen Printkapitalismus der 1830er bis 1860er Jahre verankert. Schauplatz der Produktion war vor allem New York, dessen Zeitschriften- und Verlagswesen Frauenmagazine, Familienblätter und Massenhefte vereinte. Institutionell prägend waren periodische Magazine wie Ladies’ Companion und Godey’s Lady’s Book sowie die kommerzielle Reihe Beadle’s Dime Novels. Gleichzeitig steigerten Volksschulsysteme und Leihbibliotheken die Lesefähigkeit und Nachfrage. Das Zusammenspiel aus urbanen Druckereien, preisgünstigen Formaten und einem wachsenden Vertriebsnetz schuf die Rahmenbedingungen, unter denen Malaeska geschrieben, zuerst periodisch verbreitet und schließlich als Billigheft massenhaft verkauft wurde.

Malaeska: The Indian Wife of the White Hunter erschien zunächst als Fortsetzungsroman in den späten 1830er Jahren im Magazin The Ladies’ Companion, für das Ann S. Stephens redaktionell und als Autorin tätig war. 1860 wurde eine Heftfassung als Nummer 1 der neuen Reihe Beadle’s Dime Novels in New York veröffentlicht. Das Heft kostete zehn Cent und markierte den Auftakt eines der erfolgreichsten preisgünstigen Serienformate des Jahrhunderts. Stephens (1810–1886) war bereits eine bekannte Schriftstellerin und Beitragende zu Godey’s Lady’s Book; ihre Position im etablierten Zeitschriftenbetrieb erleichterte die Überführung der früheren Erzählung in das neue Massenformat.

Literarisch steht Malaeska an der Schnittstelle zwischen Frontierroman und sentimentalem Familienroman. Ann S. Stephens griff auf populäre Muster zurück, die seit James Fenimore Coopers Leatherstocking Tales (1820er–1840er Jahre) das Bild indigener und weißer Grenzgesellschaften geprägt hatten. Zugleich nutzt der Text Strategien der Tränen- und Häuslichkeitserzählung, die moralische Empfindsamkeit, Mutterschaft und Opfer betonen. Die Konstellation einer indigenen Ehefrau und eines weißen Jägers dient als Vehikel für Fragen kultureller Zugehörigkeit und sozialer Akzeptanz. Ohne zentrale Wendungen vorwegzunehmen, kreist die Handlung um Bindungen zwischen Familienloyalität, Herkunft und den Erwartungen einer mehrheitlich weißen Siedlergesellschaft.

Das Werk erscheint vor dem Hintergrund der US-Politik gegenüber indigenen Nationen im 19. Jahrhundert. Die Indian Removal Act von 1830 und die in den 1830er/1840er Jahren forcierten Umsiedlungen prägten den öffentlichen Diskurs ebenso wie die verbreitete Vorstellung vom verschwindenden Indianer. Literatur und Presse popularisierten Bilder von edler Wildheit, Tragik und unausweichlicher Verdrängung. Malaeska spiegelt diese Diskurse, indem es Konflikte zwischen kolonialer bzw. frontiernaher Siedlungsgesellschaft und indigenen Gemeinschaften dramatisiert und zugleich Assimilation und kulturelle Barrieren thematisiert. Die Erzählung steht damit in einer Phase intensiver Auseinandersetzung um Landnahme, Souveränität und die künftige Stellung indigener Völker.

Die Heftausgabe von 1860 profitierte von neuen Vertriebsformen billiger Unterhaltungsliteratur. Beadle & Company etablierte ein einheitliches Zehn-Cent-Format in papiernen Umschlägen, das über Zeitungsstände, Buchhandlungen und reisende Händler rasch zirkulierte. Mit der Ausweitung des Eisenbahnnetzes entstanden zusätzliche Absatzkanäle für portable Lektüre auf Reisen. Die niedrigen Preise senkten die Eintrittsschwelle für junge, städtische und ländliche Leserinnen und Leser. Dime Novels wurden zu einer frühen, standardisierten Populärkultur, in der wiedererkennbare Genres, Seriennummern und schnelle Publikationsrhythmen den Markt strukturierten—ein Umfeld, in dem Malaeska als Auftakttitel besondere Sichtbarkeit gewann. Auch billige Papiersorten und stereotype Satzplatten senkten die Produktionskosten.

Die Entstehungsgeschichte ist eng mit der weiblichen Autorschaft der Vorkriegszeit verknüpft. In Frauen- und Familienmagazinen schufen Autorinnen wie Stephens ein Feld, in dem die Ideale der Häuslichkeit, moralischen Erziehung und sentimentalen Anteilnahme verhandelt wurden. Dieser Kontext prägt auch Malaeska: Die Erzählung aktiviert häusliche Tugenden und mütterliche Fürsorge, um interkulturelle Loyalitäten lesbar zu machen. Dabei bewegt sie sich in einer Zeit, in der das cult of domesticity als gesellschaftliche Norm breit rezipiert wurde und weibliche Federführung im Magazinwesen sowohl wirtschaftlich bedeutsam als auch kulturell tonangebend war. Stephens’ Karriere zwischen Redaktion und Fiktion steht exemplarisch für diese Professionalisierung.

Als erstes Heft von Beadle’s Dime Novels diente Malaeska als Proof-of-Concept für ein preisgünstiges Massenformat, das schnell zahlreiche Nachfolger hervorbrachte. Zeitgenössische Debatten über Dime Novels schwankten zwischen Anerkennung der Lesedemokratisierung und Kritik an vermeintlicher Trivialität oder sittlicher Gefährdung; Pädagogen und Geistliche äußerten häufig Vorbehalte. Gleichwohl zeigte der Erfolg, dass kurze, spannungsreiche Erzählungen mit vertrauten Motiven einen breiten Markt fanden. In den Folgejahren dominierten in der Reihe vermehrt Western- und Grenzgeschichten, Indianerkriege, Scouts und Outlaws—Themen, deren Grundmuster auch in Malaeska bereits erkennbar sind. Damit wurde ein Repertoire etabliert, das den amerikanischen Unterhaltungsmarkt über Jahrzehnte prägte.

Im historischen Rückblick fungiert Malaeska zugleich als Kommentar zur Epoche. Es bündelt populäre Vorstellungen vom amerikanischen Grenzraum, von nationaler Ausdehnung und von der Zukunft indigener Gemeinschaften, vermittelt durch sentimental geprägte Familienkonflikte. Die Erzählung macht die Anziehungskraft wie die Grenzen interkultureller Bindungen sichtbar und dokumentiert, wie Mitleid, Moral und Hierarchie im Druck des Mehrheitsdiskurses aufeinanderstoßen. Als Gründungstitel der Dime-Novel-Tradition markiert das Buch einen Wendepunkt hin zur industriell organisierten Massenlektüre; inhaltlich spiegelt es die Spannungen einer Nation, die ihre Expansion mit Erzählungen von Tragik, Disziplinierung und vermeintlicher Unvermeidlichkeit begleitet. So verknüpft es Marktinnovation mit ideologischer Selbstbeschreibung.

Malaeska

Hauptinhaltsverzeichnis
Erstes Kapitel. Der Scalp.
Zweites Kapitel. Der Tod des Jägers.
Drittes Kapitel. Der Großvater.
Viertes Kapitel. Das Canoe.
Fünftes Kapitel. Im Walde.
Sechstes Kapitel. Die Verfolgung.
Siebentes Kapitel. Die Rückkehr in den Wald.
Achtes Kapitel. Sarah Jones macht eine Entdeckung.
Neuntes Kapitel. Die Pensionsschule.
Zehntes Kapitel. Der Kranke.
Elftes Kapitel. Die Ankunft.
Zwölftes Kapitel. Der Haß.
Dreizehntes Kapitel. Das Grab des Kriegers.
Vierzehntes Kapitel. Der Tod.

Erstes Kapitel. Der Scalp.

Inhaltsverzeichnis

Der Reisende, welcher, den Hudson stromaufwärts fahrend, in Catskill Halt gemacht hat, erinnert sich ohne Zweifel einer kleinen Bucht, wie die eine Seite des Dorfes bespült, eben so wie eines massiven steinernen Gebäudes, welches in geringer Entfernung vom Wasser auf dem höchsten Puncte einer grünwogenden Prairie steht, die von einem kleinen Bache begrenzt wird, welcher sich in den majestätischen großen Fluß ergießt.

Diese Farm ist der einzige Gegenstand, dessen düstere Farbe gegen das üppige Grün der Landschaft auf dieser Seite absticht, und die Ruhe, welche hier herrscht, bildet einen angenehmen Gegensatz zu dem lärmenden Treiben des kleinen Dorfes, welches auf dem andern Gestade der Bucht erbaut ist.

Es sind mehre Gründe vorhanden, aus welchen die Aufmerksamkeit sich vorzugsweise jenem Hause zuwendet. Abgesehen davon, daß seine Lage eine der reizendsten ist, welche man den ganzen Fluß entlang findet, so hat sein behagliches Ansehen auch keine Aehnlichkeit mit den großartigen Colonnadenhäusern einerseits oder mit den elenden plumpen Hütten andererseits, welche an den Ufern des Hudson den Blicken des Reisenden überall begegnen.

Man athmet in der nächsten Umgebung des Hauses keinen Blumenduft und die Cultur des Bodens ist nur wenig darauf berechnet, dem Auge angenehme Abwechselung zu bieten; die Fruchtbäume wachsen hier aber in großer Menge; ein ungeheuer großer Obstgarten breitet im Sonnenscheine den Schmuck feines Laubwerks aus und frischer Rasen bedeckt den Boden von der Eingangsthür bis zu dem Bache.

Das Innere der Farm hat einen Anstrich von Behaglichkeit, welcher dem, was die Außenseite verheißt, vollkommen entspricht.

Die Hausgeräthschaften sind mit den Bewohnern des Hauses alt geworden[1q]. Früher einmal waren sie schön und gegenwärtig besitzen sie den seltsamen Vorzug, mit den Personen, welche sich ihrer bedienen, gut zusammen zu passen. Alles im Hause steht in Uebereinstimmung mit dem Character und den Gewohnheiten des Herrn.

Dieser ist ein reicher Farmer von altem Schrot und korn – schlau, scharfsinnig und klug einer jener Menschen, welche ein junges Herz selbst dann noch zu bewahren wissen, wenn das Alter ihr Blut erkalten und ihr Haar ergrauen läßt.

Der Farmer zählt schon über sechszig Jahre, seine Kleidung aber und seine Bewegungen lassen auf höchstens fünfzig schließen.

Im Winter labt er sich, vor einem großen Feuer sitzend, an einer guten Frucht, die er mit schäumenden Aepfelwein[4] benetzt; im Sommer macht es ihm Vergnügen, auf der vor der Farm sich weit hinstreckenden Wiese eine schöne Heerde Kühe weiden zu sehen.

Das Gefühl der Gastfreundschaft herrscht in seinem Herzen noch eben so lebendig, wie zur Zeit seiner Jugend, und er ist mit einem Worte ein Musterbild jener republicanischen Farmer[5] des vorigen Jahrhunderts, welche sich glücklich schätzen, das Haus zu bewohnen, welches ihr Vater erbaut, und ihre alten Tage unter dem Dache zu verleben, welches ihre Kindheit schirmte.

Während der Zeit, welche wir im Laufe des vorigen Jahres in der Nähe dieser Farm verweilten, war e8 für uns ein großes Vergnügen, unsere Abende bei dem alten Farmer zuzubringen.

Wir hörten ihn gern Indianersagen und Revolutionsgeschichten erzählen[2q]. Mit gleichem Interesse vernahmen wir sein Urtheil über die Gegenwart und unterbrachen ihn von Zeit zu Zeit, um die Arbeit zu bewundern, womit seine vortreffliche Gattin sich beschäftigte, oder um die Liebenswürdigkeit eines reizenden kleinen Mädchens zu rühmen, welches sich auf seine Knie stützte und mit den silbernen Schnallen seiner Schuhe spielte.

Dieser rüstige und hochgewachsene Mann und dieses sanfte Kind gewährten, wenn die Gruppe, die sie bildeten, von der Flamme des Heerdes beleuchtet ward, ein allerliebstes Gemälde des mit der Kindheit spielenden Alters. Es glich in jeder Beziehung einem jener Meisterwerke der niederländischen Schule, welche hinter uns in ihren Goldrahmen an der Wand hingen und nebst der auf dem Tische liegenden flämischen Bibel mit ihren messingenen Schließhaken das kostbarste Erbtheil ausmachten, welches auf den alten Farmer von seinem Vater übergegangen war.

Dieses Gemälde war in der That ein bezauberndes; eben so gern aber, als wir dasselbe betrachteten, hörten wir auch die Sagen und Geschichten, welche der Farmer erzählte. Wenn die, welche ich hier mittheile, nicht genau in denselben Ausdrücken wiedergegeben ist, deren der Farmer sich bediente, so wird der Leser doch nicht verfehlen, in Malaeska die schöne junge Indianerin zu erkennen, von welcher der alte Farmer uns erzählte.

Zur Zeit unserer Geschichte, war das prachtvolle Land, welches sich vom Fuße des sogenannten Blauen Gebirges bis zum Hudson erstreckt, weiter nichts, als eine ungeheure Einöde.

Der stattliche Fluß rauschte in einem Schweigen entlang, welches etwas Feierliches hatte, beschattet von Bäumen, welche dem Sturm mehrer Jahrhunderte widerstanden hatten.

Nichts störte die Ruhe seiner Fluthen, als höchstens zuweilen das Geräusch, welches der Stiel eines ihn durch schneidenden leichten Indianercanoes machte.

Der dunkelfarbige Wall des Gebirges ragte gen Himmel empor, wie noch heutigen Tages; sein Anblick aber ward durch die fast undurchdringlichen Dickichte, welche seinen Fuß umgaben, noch düsterer gemacht. Jenes Meer von Laubwerk, welches von Weitem aussah, wie ein Nebel, schien den Eingang zu einer Welt der Nacht und Finsterniß zu bilden.

Von diesem ganzen Landstrich, dessen Erzeugnisse gegenwärtig Tausende von Menschen ernähren, war damals nur ein kleiner Winkel angebaut, welcher dem Wanderer wie eine Oase in der Mitte der Wüste entgegenlächelte.

Eine Schaar kühner Ansiedler hatte nämlich einige hundert Ader Boden urbar gemacht und eine gewisse Anzahl plumper einfacher Hütten erhob sich im Herzen des schmalen Thales, wo man gegenwärtig das Dorf Catskill sieht.

Obschon in der Nähe eines Indianerstammes, waren die Colonisten in ihren bescheidenen Arbeiten doch niemals beunruhigt worden. Sie dehnten ihre Bodencultur um das Dorf herum immer weiter aus und ernährten sich und ihre Familien von dem Wildpret, welches in dem Gebirge in Fülle vorhanden war.

Mit den Indianern kamen sie nur selten in Berührung und bis jetzt hatte weder von der einen noch von der andern Seite irgend ein Act der Feindseligkeit den Frieden zwischen den Ansiedlern und den Wilden gestört.

Es war im Monat Mai, ein Jahr nach der Niederlassung der Weißen an diesem Orte, als eines Tages sechs oder acht der Muthigsten sich auf den Weg nach dem Walde machten, um auf die Jagd zu gehen. Man hatte bei Anbruch des Tages am Saume des Waldes einen Bären bemerkt, und während die Meisten sich zur Verfolgung eines weniger furchtbaren Wildes aufmachten, folgten drei der Entschlossensten der Spur des grimmigen Thieres, welches den Weg nach dem Gebirge genommen hatte.

Der Anführer dieser drei Jäger war ein Engländer von ungefähr vierzig Jahren. Er trug einen weiten Rock von grobem blauen Tuche, seine Kamaschen waren bis an das Knie herauf zugeknöpft und sein Hut, von ziemlich origineller Form, war sehr abgetragen. Seine Jagdausrüstung verrieth die ganz besondere Sorgfalt, womit seine Landsleute darauf zu sehen pflegen, daß es ihnen an Nichts fehle, wenn sie sich zu dergleichen Expeditionen aufmachen.

Die beiden anderen Jäger waren weit jünger, als der erste. Ihre Kleider bestanden ebenfalls aus grobem Stoff und sie trugen außerdem eine Art Ueberwurf von Wergleinwand.

Beide junge Männer waren schön, aber dabei besaßen ihre Gesichter jedes ein anderes Gepräge.

Der Character des Einen zeigte sich in seiner Heiterkeit und in der Leichtigkeit seines Ganges. Er folgte dem Engländer dicht auf dem Fuße, indem er mit der Mündung seiner Jagdbüchse das Gesträuch auf die Seite bog, und beobachtete mit lebendigem Auge die abgebrochenen Zweige und die niedergetretenen Blätter, welche die Fährte des verfolgten Thieres bezeichneten.

Sein Costüm hatte gewissermaßen Etwas kriegerisches; seine Fuchsmütze hing nachlässig seitwärts von seinem schönen Kopfe herab und ließ in der Nähe des linken Ohres schwarzes kurzes Haar hervorlugen, und sein vorn offenstehender Rock ließ einem Hals, auf welchen Apollo stolz gewesen wäre, freie Bewegung. Er war ein Jäger von Profession, welcher nur zufällig in der Colonie Halt gemacht hatte, denn er brachte sonst ganze Wochen in den Wäldern zu und verschaffte sich alle möglichen Arten von Pelzwerk, entweder durch sich selbst oder durch Vermittelung der am Fuße des Gebirges lagernden Indianer.

Der zweite hatte ein weniger lebhaftes Auge und auch seine ganze Haltung war weniger leicht und ungezwungen. Seine hohe, ernste, durch Sonne und Luft gebräunte Stirn besaß jedoch den Ausdruck eines hohen Grades von Intelligenz. Sein gedankenvoller Blick und seine anmuthige würdevolle Haltung bezeichnete einen jener Menschen, welche unter dem Anschein von Kälte und Gleichgültigkeit tiefe und warme Gefühle bergen.

Er war früher Schulmeister gewesen, hatte aber sein Amt und den Ort, wo er dasselbe bekleidet, niedergelegt, weil er sich durch die schönen Augen und das heitere Gelächter einer gewissen Martha Fellows hatte verführen lassen.

Dieses Mädchen war siebzehn Jahre alt. Ihr Vater hatte sich im vergangenen Sommer in der Colonie niedergelassen und sie sollte mit dem ehemaligen Schulmeister, wie man sagte, vermählt werden, sobald ein Geistlicher in das Dorf käme, und den Bund der Liebenden einsegnen könnte.

Die drei Jäger lenkten ihre Schritte nach dem Süden der Colonie, und gelangten an eine Stelle des Waldes, wo man plötzlich eine große schöne Prairie findet, welche damals den Holländern unter dem Namen der Straka bekannt war, was, wie unser alter Freund uns erklärte, ein Stück Land bezeichnete. Diese Straka war ein längliches Viereck und hatte einen Umfang von acht bis zehn Adern.

Es dauerte nicht lange, so ward sie sichtbar mit ihren Bäumen, ihrem grünen Rasen und ihren Blumen, benetzt von dem Thau und funkelnd in dem lauen Sonnenschein eines Frühlingsmorgens. Diese Oase bildete einen eigenthümlichen Gegensatz zu der Einöde, welche die Jäger soeben durchschritten[3q].

Sie blieben einen Augenblick lang am Fuße einer hohen Buche stehen, um diese köstliche Frische zu genießen.

Das Terrain war sonst ganz und durchgängig eben.

Von der Mitte an neigte es sich und bildete einen sanften Abhang bis zu den stolzen Bäumen, welche die Einhegung ausmachten.

Die Umrisse der Prairie waren nicht regelmäßig; hier und da fehlten die Bäume, und man gewahrte Lichtungen im Walde, auf welchen das Sonnenlicht spielte gleich dem Lächeln auf der Lippe des träumenden Kindes.

Zu beiden Seiten trugen riesige Baumstämme ein fast ununterbrochenes Laubgewölbe gleich den Säulen eines mit Erde bedeckten, in Trümmern liegenden Gebäudes, oder ragten fern hin in dem Walde, durch den Nebel hindurch kaum sichtbar.

Die schweren Aeste, welche über dem Gesträuch hingen, schaukelten sich im Hauche des Augustwindes. Die Hitze hatte noch nicht die Blätter getroffen, denn dieselben waren noch ganz feucht, und die Sonne ließ sie in tausend verschiedenen Farbennuancen erscheinen.

Eine Quelle funkelnden Wassers sprudelte auf dem höchsten Theile der Prairie aus dem Boden und überall war derselbe mit hohem dichtem Gras bedeckt.

Dieses Gras war von dem kleinen Bache bewässert, der mit einem Geräusch, welches dem Lachen eines Kindes glich, sich mitten hindurchschlängelte. Wiesenblumen entfalteten ihre weißen Sterne am Rande, gerade als ob dieses harmonische Geräusch sie einlüde, zu erblühen, und ihre Farbe mischte sich mit dem Azur der wilden Lilien.

Bis auf den heutigen Tag hatten unsere Jäger die Straka stets still und einsam gefunden. Dieselbe war nur von den Vögeln und den Dammhirschen besucht, welche aus dem Gebirge herabkamen, um das dichte Gras abzuweiden.

An diesem Morgen jedoch stiegen Rauchwolken zwischen den Bäumen nach Norden zu empor, und über eine Lichtung hinweg sah man ein Dörfchen, welches aus etwa einem Dutzend Wigwams[1] bestand. Einige davon waren sogar dicht am Rande der Lichtung erbauet.

Das Gras war ringe herum niedergetreten und drei oder vier kleine halbnackte Indianer wälzten sich auf dem Rasen, während sie ein lustiges Geschrei ausstießen und sich des schönen Morgens freueten.

Eine junge Indianerin tummelte sich ebenfalls zwischen ihnen herum. Sie hielt ein Kind in den Armen und spielte mit demselben. Ihr Gelächter hatte etwas Musikalisches, wie der Gesang eines Vogels. Sie ging da und dort hin, bald in den Wald hinein, bald kam sie wieder in den Sonnenschein heraus. Ihr langes Haar glänzte wie der Fittig eines Raben und ihre Bewegungen besaßen die Anmuth einer Gazelle[4q].