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MARCO POLO E-Books sind besonders praktisch für unterwegs und sparen Gewicht im Reisegepäck!
E-Book (ePub) basiert auf: 21. Auflage 2026
Miami Beach, Everglades und Magic Kingdom: Mit MARCO POLO nach Florida Freiheit und Freizeit, Sonne und Sand, Optimismus und Offenheit: Nirgendwo in den USA erlebst du den American Way of Life so ausgeprägt wie in Florida. Der Sunshine State bietet aber mehr als Klischees: Museen und Galerien von Weltruf, wunderbare Naturschutzgebiete, eine hervorragende Küche und die besten Themenparks überhaupt! Dein MARCO POLO Reiseführer Florida ist der ideale Begleiter für deinen Traumurlaub:
Erlebe mit MARCO POLO eine Reise voller unvergesslicher Momente
Florida hält viele spektakuläre Attraktionen bereit: Auf deiner E-Boot-Tour durch die Everglades kann dir schon mal ein Alligator oder eine Seekuh vor die Kameralinse kommen. Bunte Fische schwärmen durch die Unterwasserlandschaften der Riffe vor den Keys. Beobachte Raketen beim Start vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral oder lass dich in die Filmwelten der Universal Studios in Orlando entführen.
Mit dem MARCO POLO Reiseführer Florida wird dein Urlaub zu einem Erlebnis, das du nie vergisst!
ERLEBE LOS!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 163
Veröffentlichungsjahr: 2026
1 ART DECO DISTRICT
Inmitten von Miami Beach schillern die aerodynamischen Architekturformen aus den 1920er-Jahren in tropischen Farben.
Tipp: Vor dem Edison Hotel am Ocean Drive ist ein orangefarbener Oldtimer dauerhaft geparkt – ein tolles Ensemble!
Miami
2 LITTLE HAVANA
Brettspiele, tropische Mode und Mojitos am Mittag verleihen dem kubanischen Einwandererviertel enorm viel Flair.
Tipp: Überall im Viertel siehst du Männer, die Zigarre rauchen. Viele haben nichts gegen ein Foto.
Miami
3 HEMINGWAY HOME
Die Villa des Nobelpreisträgers erinnert nicht nur an große Literatur, sondern auch an die Gründerzeit von Key West.
Tipp: Halte nach den Katzen mit sechs Zehen Ausschau – Nachfahren von „Papas“ Vierbeinern.
Die Keys
4 KEY WEST
Floridas südlichster Punkt ist farbenfroh und lebensfreudig. Hier erinnert nur wenig an den Rest Amerikas.
Die Keys
5 TEN THOUSAND ISLANDS
Die Insellandschaft im Westen der Everglades ist ein Traum – genieß ihn an Bord eines Flüsterboots.
Tipp: Der Kapitän macht rechtzeitig auf eine Kolonie rosa Pelikane aufmerksam.
Die Everglades
6 SANIBEL & CAPTIVA ISLAND
Für Muschelsucher und Delphinbeobachter: Auf den beiden Inseln ist der Alltag betörend langsam.
Die Westküste
7 CAPE CANAVERAL
Im Kennedy Space Center Mondraketen aus nächster Nähe inspizieren. (Foto)
Tipp: An den meisten Tagen kannst du dich mit einem echten Astronauten ablichten lassen.
Die Ostküste
8 FORT LAUDERDALE
Mit den mondänen Villen an den vielen Kanälen und den weitläufigen Stränden vereint die Stadt vieles von dem, was Florida ausmacht.
Die Ostküste
9 UNIVERSAL-THEMENPARKS
Mitten in den Filmkulissen bekannter Produktionen – eine faszinierende Mischung aus Live-Action und 3-D-Film.
Zentralflorida
10 MAGIC KINGDOM
Herz und Seele des Disneyreichs: Magst du es aufregend mit nassforscher Dschungelfahrt und Achterbahn oder lieber nervenschonend bei den Paraden von Mickey und Co.?
Zentralflorida
DIE MARCO POLO BUCKETLIST
MARCO POLO TOP-HIGHLIGHTS
DAS BESTE ZUERST
... grün & fair
... Low Budget
... mit Kindern
... typisch
SO TICKT FLORIDA
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Auf einen Blick
Florida verstehen
Klischeekiste
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Essen & Trinken
Shoppen & Stöbern
Sport
DEIN MARCO POLO URLAUBSPLANER
MIAMI
Rund um Miami
DIE KEYS
Key Largo
Rund um Key Largo
Islamorada
Rund um Islamorada
Key West
DIE EVERGLADES
DIE WESTKÜSTE
Naples
Rund um Naples
Fort Myers
Sanibel & Captiva Island
Gasparilla Island
Sarasota & Anna Maria Island
St. Petersburg
Rund um St. Petersburg
Tampa
Crystal River
Cedar Key
PANHANDLE
Tallahassee
Rund um Tallahassee
Panama City Beach
Rund um Panama City Beach
Pensacola
Rund um Pensacola
DIE OSTKÜSTE
Amelia Island
Jacksonville
St. Augustine
Daytona Beach
Cape Canaveral
Palm Beach
Boca Raton
Fort Lauderdale
ZENTRALFLORIDA
Orlando
Rund um Orlando
Walt Disney World
Ocala
ERLEBNISTOUREN
Naturerlebnisse im Dunstkreis der Maus
Die Metropole Miami per Uber und Metromover entdecken
Kultour St. Augustine: durch die älteste Stadt der USA
GUT ZU WISSEN
Die Basics für deinen Urlaub
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Florida wie aus dem Bilderbuch: Sonnenaufgang in Miami Beach
DIE WELT ENTDECKEN - UND SCHÜTZEN
Die Everglades bestechen durch ihre grandiose Natur, aber sie sind höchst verwundbar. Einen kleinen Beitrag zum Schutz des sensiblen Biotops leistest du, indem du hindurchpaddelst, statt im lärmigen Airboat durchzubürsten.
In den 175 State Parks zeigt sich Florida von seiner ursprünglichen und zudem kostengünstigen Seite. Die häufig intakte Natur reduziert die Sehnsucht nach schillernden Themenparks auf ein Minimum.
Für umweltbewusste Amerikaner ist es völlig normal, eine eigene Aluflasche mit Becher mitzuführen. Ebenso selbstverständlich sind Trinkwasserzapfstellen in Malls und an Flughäfen. So werden die allgegenwärtigen Einwegplastikflaschen verzichtbar.
Badeorte wie Miami Beach oder Fort Lauderdale betreiben ein Netz aus kostenlosen oder sehr günstigen Shuttle-Bussen, die das Auto verzichtbar machen. Miami setzt mit dem Metromover (Foto) noch eine Gratis-Hochbahn obendrauf.
Miami, Die Ostküste
Gute Restaurants in Florida achten darauf, dass ihr Fisch nicht aus Zuchtbetrieben oder Massenfang stammt. Um die Bestände zu schonen, servieren sie nur als line caught zertifizieres Seafood – schau auf die Speisekarte!
Mittlerweile existiert in Florida ein umfangreiches Netz an Fahrradstrecken, die sich prima für Tagesausflüge eignen. Besonders schön: der Pinellas Trail bei St. Petersburg.
Die Westküste
FÜR DEN KLEINEN GELDBEUTEL
Am zweiten Samstag im Monat ist der Eintritt zum Pérez Art Museum frei. Das Museum stellt etablierte wie junge Künstler aus und verfügt über herausragende Sammlungen.
Miami
Die Everglades, wie du sie noch nie gesehen hast: In der Big Cypress Gallery bei Ochopee zeigt der Landschaftsfotograf Clyde Butcher faszinierende Schwarz-Weiß-Bilder des einzigartigen Biotops.
Die Everglades
Amerikaner lieben die Show. Auf dem Mallory Square in Key West bekommst du eine geboten – gratis: erst die untergehende Sonne, später Feuerschlucker, Jongleure und Bongo-Trommler.
Die Keys
Eigentlich müsste man für diesen Friedhof Eintritt verlangen! Amüsier dich auf dem Key West Cemetery über die Grabsteininschriften, die aus dem Leben der hier Begrabenen erzählen: „Devoted Fan of Julio Iglesias“ oder „I told you I was sick“.
Die Keys
Wenn du einen Besuch in den Themenparks von Orlando planst, recherchiere vorab, dann sparst du Parkgebühren: Viele Hotels bieten kostenlose Shuttles zu Disney und Co. an.
Ein Abenteuerpark ohne Eintritt: Im Ocala National Forest schwimmst und schnorchelst du in glasklaren Quelltöpfen, paddelst durch Palmenwälder und beobachtest Seeadler oder Schwarzbären. (Foto)
Zentralflorida
SPANNENDES FÜR GROSS & KLEIN
Von der Welt aus Sicht eines Rochen bis zu einem Überblick über unsere Planeten und die verschiedenen Sonnensysteme: Das Frost Museum Of Science in Miamis Museumspark ist ein ebenso unterhaltsamer wie lehrreicher Parforceritt in einem spektakulären Gebäude.
Miami
Tarpune können bis zu zweieinhalb Meter lang werden. Seit bei Robbie‘s Marina in Islamorada ein verletzter Vertreter der Spezies gesund gepflegt wurde, kommen die Fische regelmäßig hierhin. Ein Spektakel!
Die Keys
Tiere in Gefangenschaft sind nicht mehr zeitgemäß – es sei denn, es handelt sich, wie im Dolphin Research Center auf Grassy Key, um verwundete Zeitgenossen, die Meeresbiologen so lange aufpäppeln, bis sie wieder zurück in die freie Wildbahn können.
Die Keys
Key West lag einst am Seeweg der europäischen Kolonialisten. Nicht wenige ihrer Schiffe wurden von Piraten angegriffen oder sind bei schwerer See gesunken. Der Abenteurer Mel Fisher hat so einige Schätze gehoben, die nun im Maritime Museum auf Key West ausgestellt sind.
Die Keys
Rutschen, schwimmen, planschen –mit diesem Programm ist Aquatica eine erfrischende Alternative zu Disneys Figuren und all den anderen Kunstwelten Orlandos. Deutlich preiswerter ist es noch dazu. (Foto)
Zentralflorida
DAS ERLEBST DU NUR HIER
Weit reichen sie ins Meer hinaus, und am Ende gibt es meist Bänke oder sogar einen Imbiss. Seebrücken, wie der Naples Pier, sind wunderbare Treffpunkte – vor allem wenn die Sonne untergeht. (Foto)
Die Westküste
Die Unterwasserwelt der Keys ist ein farbenfrohes Paradies. Langusten, Anemonen und tropische Fische sind ein Fest für die Sinne.
Sport
Der Ocean Drive ist Miamis berühmteste Straße. Zwischen trendigen Hotels, Restaurants, Bars und Diskos erlebst du hier, wie die Fashion- und Lifestyleszene tickt. Perfekt zum people watching!
Miami
Kuchen am Abend? Key lime pie ist die berühmte Limetten-Sahne-Torte von Key West. Geh also zu Kermit‘s, bestell ein Stück (plus Besteck) und verzehr es bei Sonnenuntergang am Mallory Square!
Die Keys
Im charmant verlotterten Restaurant Blue Heaven in Key West, wo Hemingway einst Box- und Hahnenkämpfen zusah, gehören Katzen und Hühner unter den Tischen noch immer zum Inventar.
Die Keys
In 175 State Parks erlebst du Strände, Wälder, Sumpfgebiete und Quellen – fast wie vor 100 Jahren. Unvergesslich ist auch die Begegnung mit Manatis, die dir z. B. in Crystal River begegnen.
Die Westküste
Bunt und touristisch wie Florida: das ehemalige Strand Theatre in Key West
Silberreiher im Everglades-Nationalpark – was für ein Naturschauspiel!
Der American Way of Life ist ein Mythenmix aus Freiheit und Freizeit, Sonne und Sand, Optimismus und Offenheit, schnellem Geld und schnellem Genuss. Nirgendwo in den USA erlebst du diese unbekümmerte Lebensart so ausgeprägt wie in Florida. Der Sunshine State begnügt sich aber nicht mit der Erfüllung von Klischees. Vielmehr hat die multikulturelle Zukunft hier längst begonnen.
Auf demselben Breitengrad wie Nordafrika aalt sich Florida zufrieden unter meist blauem Himmel. Die allgemeine Stimmung ähnelt den Wetteraussichten: überwiegend heiter. Obwohl nur knapp halb so groß wie Deutschland, gehört der US-Bundesstaat mit seiner Küstenlinie von 3000 km Länge (mit allen Inseln sogar rund 13 600 km) zu den populärsten Reisezielen der Welt. 2024 zählte Florida knapp 143 Mio. Besucher – davon über 310 000 aus Deutschland. Die meisten Gäste reisen im Winter in den Sunshine State, wenn die Sonne ununterbrochen scheint und die Temperaturen im Süden Floridas so steigen lässt, wie es sie in Europa und im Norden der USA nur im Sommer gibt. INSIDER-TIPPEinsame Strände im WinterBesonders schön kann es dann im St. George Island State Park und an anderen Orten des Panhandle sein, wo sich bei oft herrlichem Wetter nur wenige Leute herumtreiben.
Doch Florida bietet viel mehr: Museen und Galerien von Weltruf, wunderbare Naturschutzgebiete, eine zunehmend feinere Küche und die besten Themenparks überhaupt! Das smaragdgrüne Meer und die weißen Strände sind nicht die einzigen natürlichen Attraktionen Floridas: Alligatoren und die vom Aussterben bedrohten Floridakrokodile leben in freier Wildbahn, Pelikane und Seeadler bevölkern Mangrovenwälder und Brackwassergebiete, bunte Fische schwärmen durch die Unterwasserlandschaften der Riffe vor den Keys. Auch der Mensch setzt spektakuläre Akzente. An der Ostküste starten turmhohe Raketen vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral und befördern Raumschiffe und Satelliten in die Erdumlaufbahn. Und in Orlando locken das Comic-UniversumWalt Disneys und die Filmwelten der Universal Studios.
Im modernen Florida erinnert wenig daran, dass dies die erste von Europäern entdeckte Region Nordamerikas war. Nur der Namen Florida und einige Hinterlassenschaften in St. Augustine zeugen vom spanischen Kolonialerbe, das 1513 mit Juan Ponce de Leóns Entdeckung begann. So wirkt es wie eine Ironie der Geschichte, dass im Süden Jahrhunderte später aufgrund der Einwanderung die Mehrheit der Bevölkerung Spanisch spricht. Miami und Umgebung sind längst politisches und wirtschaftliches Exil für Einwanderer aus Kuba, Nicaragua und Kolumbien, die zusammen mit französischsprachigen Haitianern mehr als die Hälfte der Bevölkerung von Greater Miami stellen.
Nach der ersten Besiedlung war es um den Großteil des Staates zunächst still. Weite Teile Floridas wurden erst ab Mitte des 19. Jh. erschlossen. Es folgten turbulente Zeiten mit dem Sezessionskrieg 1861–1865, der Rassentrennung und der Diskriminierung der Ureinwohner. Um die Wende zum 20. Jh. dann teilten Industrielle, Bauunternehmer und Spekulanten die Vision, die Halbinsel zur Urlaubsregion umzubauen. Männer wie der Milliardär Henry Flagler begründeten durch den Bau von Eisenbahnlinien und Luxushotels die Tourismusindustrie. Bald kamen reiche Amerikaner aus dem Norden. Glühbirnenerfinder Thomas A. Edison und Autokonstrukteur Henry Ford überwinterten hier. Florida wurde zum Ziel einer zugvogelartigen Bewegung, der sich Jahr um Jahr mehr Gäste anschlossen. Zu den Urlaubern gesellten sich zum Glück auch Naturschützer.
Bis heute stehen Umweltschutzmaßnahmen in den USA häufig in Konflikt mit den wirtschaftlichen Interessen sowie dem Energie- und Raumbedarf der Bevölkerung. Zudem ist und bleibt der Sunshine State sehr anfällig für Naturkatastrophen. Dies mussten die Bewohner zuletzt im Jahresturnus erfahren, als immer wieder schwere Hurrikane über das Land hinwegfegten und Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe verursachten. Besonders betroffen war immer wieder die Region um Fort Myers und die Tampa Bay. Wurde Florida bislang nur alle sieben Jahren direkt von einem Hurrikan getroffen, so sind die Zukunftsaussichten alles andere als rosig: Infolge des Klimawandels rechnen Experten mit einer deutlichen Zunahme ähnlicher Ereignisse.
Rein flächenmäßig ist Florida über 170 300 km² groß: Von Pensacola nach Key West erstreckt sich der Staat über rund 1342 km. Zahlreiche Flüsse und rund 30 000 kleine und große Seen prägen die Natur, deren höchster Punkt sich gerade einmal 103 m über den Meeresspiegel erhebt. Die Küsten sind schon weitgehend zugebaut, doch Florida wächst ungestüm weiter. 23,4 Mio. Einwohner sind genug für Rang 3 unter den bevölkerungsreichsten US-Staaten. Während Miami sich anschickt, Nordamerikas Kapitale für Süd- und Mittelamerikaner zu werden, scheint Orlando auf dem besten Weg zu einem einzigen Vergnügungspark. All dies gehört zum American Way of Life. Nur das alte Florida, das verschwindet zusehends. So lohnt es sich genau hinzusehen, denn der Sunshine State ist mehr als die Summe seiner Klischees.
1513Juan Ponce de León entdeckt Florida, das er 1521 für Spanien in Besitz nimmt
1819Spanien verkauft den USA Florida für 5 Mio. $
1835–58Die Seminolen widersetzen sich ihrer Umsiedlung
1845Florida wird 27. Bundesstaat
1861–1865Sezessionskrieg – die Südstaaten verlieren
1885–1912Henry Flagler baut die East Coast Railroad bis Key West
1959Castros Revolution vertreibt Tausende Kubaner nach Miami
1961John Glenn startet von Cape Canaveral ins All
1971Walt Disney World öffnet
2010Ölpest nach Explosion auf der „Deepwater Horizon“
2022–2024Vier schwere Hurrikans treffen Florida. In den 17 Jahren zuvor waren es nur zwei.
2025Durch die Wiederwahl Donald Trumps ist sein Anwesen Mar-a-Lago in Palm West abermals inoffizielles Machtzentrum des Landes.
Zwei prägende Stilrichtungen haben Floridas Architekten hervorgebracht: Am bekanntesten mögen die Art-déco-Bauten in Miami Beach sein. Weiter verbreitet aber ist der Mediterranean Revival Style, den Addison Mizner (1872–1933) in Palm Beach, St. Augustine und anderen Küstenorten kultiviert hat. Den Amerikanern gefällt der leicht pompöse Baustil so gut, dass er bis heute imitiert wird – auch zur Identitätsstiftung, denn häufig raunen die Umstehenden beim Anblick: „It’s so historic.“ Angesichts der enormen Nachfrage nach Wohnraum herrscht in Florida eine regelrechte Bauwut, und weil der Geldfluss nie verebbt, lassen sich auch die Stars der Branche nicht lange bitten. Frank O. Gehry hat das New World Center in Miami gebaut, Santiago Calatrava ein Uni-Gebäude nahe Orlando.
Florida mit seinen lebensfrohen Städten, allen voran Miami Beach und Key West, ist schon lange ein beliebtes Reiseziel der Schwulenszene. Das bunte, weltoffene Leben zog auch Trendsetter wie Madonna und Gianni Versace, die sich hier Zweitwohnsitze zulegten, und die experimentierfreudige Jeunesse dorée der internationalen Fashion- und Musikszene an. Sie bereiteten den Weg dafür, dass South Beach zu einem Gravitationszentrum für Topkünstler und -galeristen wurde, die zwischen den Kunstmetropolen der Welt und Florida pendeln. Während Floridas Städte und viele Urlaubsregionen liberal sind, geht es in ländlichen Gegenden, vor allem im kulturell den alten Südstaaten nahestehenden Panhandle, konservativ zu. Gleichgeschlechtliche Ehen sind in der Verfassung des Staates ausgeschlossen, obwohl das Verfassungsgericht der USA dieses Recht allen Bürgern einräumt.
Nichts bestimmt den Alltag in Florida so sehr wie die Jagd nach dem Dollar. Gut zu wissen, was hinter einigen Fachbegriffen aus der Tourismusbranche steckt, nämlich versteckte Kosten, die das Urlaubsbudget sprengen können: Hast du etwa ein schickes Hotel in South Beach gebucht, nimmt dir eine Art Portier den Wagen (inklusive Schlüssel) ab, sobald du vorfährst. Das System nennt sich Valet Parking und schlägt selten mit weniger als 40 Dollar pro Tag zu Buche. Auch für die Benutzung von Pool-Badetüchern, WLAN und Wasserflaschen auf dem Zimmer wirst du extra zur Kasse gebeten.
Hierfür haben clevere Hoteliers die Resort Fee erfunden, eine Art Sammelbecken für diverse Kleinigkeiten, für die zwischen 20 und 45 Dollar pro Zimmer und Nacht berechnet werden. Bliebe noch das Trinkgeld: Viele Angestelltevon Tourismusbetrieben erhalten in den USA nur den Mindestlohn von rund 5 Dollar pro Stunde. Den Rest zahlen die Gäste. Mittlerweile gilt ein Aufschlag von 18–22 Prozent als Standard. Da kann dir schon mal der Kobe-Beef-Burger im Hals stecken bleiben.
Du fragst dich, warum deine Miturlauber gesenkten Hauptes über den feinen Strand schleichen oder gebückt durch das glasklare Wasser waten? Der Grund ist immer der gleiche: Shelling, also das Suchen nach Muscheln und anderen angeschwemmten Schätzen, gehört für Amerikaner zu den populärsten Urlaubsaktivitäten. Hochburg ist Sanibel Island, wo Stürme regelmäßig prächtige Muscheln an den Strand spülen. Der skurrilen Leidenschaft ist hier sogar ein Museum gewidmet (shellmuseum.org). Auf Amelia Island suchen Sammler am Atlantik bevorzugt nach den schwarzen Zähnen prähistorischer Haie (ameliasharktoothadventures.com). Doch Vorsicht: Der deutsche Zoll verbietet aus Artenschutzgründen die Einfuhr von Muschelschmuck. Jede Person darf jedoch immerhin bis zu drei Riesenmuscheln mitnehmen.
Wer findet die schönste? Muschelsucher auf Sanibel Island
Von Juli bis November ist der Staat wegen der Hurrikan-Saison in ständiger Alarmbereitschaft. Statistisch trifft so ein tropischer Wirbelsturm das Festland nur alle sieben Jahre. In den zurückliegenden Jahren allerdings hat die Häufigkeit schwerer Hurrikane – mit zerstörerischen Windgeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern und mehr – erheblich zugenommen. Allein von Herbst 2022 bis Herbst 2024 haben vier solcher Stürme Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe angerichtet.
Was von den indigenen Völkern übrig blieb: Miccosukee-Dorf am Rand der Everglades
Die Ureinwohner Floridas kamen vor etwa 12 000 Jahren über die Beringstraße aus Asien ins Land und siedelten sich an den Küsten an. Ähnlich wie die Inkas errichteten sie Tempelbauten auf künstlichen Hügeln. Was heute am stärksten an sie erinnert, sind die geografischen Begriffe ihrer Sprache. Viele Indigene vom Stamm der Apalachee und der Timucua starben an eingeschleppten Krankheiten. Heute sind zwei Völker übrig: Die 380 Miccosukee leben in Reservaten am Nordrand des Everglades National Park, die 19 000 Seminolen in fünf Reservaten – u. a. in Big Cypress, in Brighton am Lake Okeechobee und in Hollywood. Die American Indians verdienen heute viel Geld mit lizenziertem Glücksspiel. Die Seminolen aber haben auch eine andere Erfolgsgeschichte geschrieben. Der Stamm hat mit Entschädigungsgeldern die „Hard Rock Cafés“ gekauft und die Kette zu neuer Blüte gebracht.
Die Vorhänge der Apartments sind geschlossen, die Rollos der Hotels hinuntergezogen, die Straßenlaternen heruntergedimmt. Dunkelheit ist an Floridas Stränden weit verbreitet. Grund ist eine überraschende Fürsorgepflicht gegenüber Teilzeitbewohnern des Strandes, denen über Generationen hinweg der Lebensraum genommen wurde: Meeresschildkröten. Von Amelia Island bis Miami und von Key West bis Panama City tragen Einheimische und Touristen durch den sparsamen Einsatz von Licht dazu bei, dass die frisch geschlüpften Reptilien sicher vom Strand ins Wasser gelangen. Sogar ein Krankenhaus für die vom Aussterben bedrohten Paddler gibt es: Das Turtle Hospital (turtlehospital.org) auf den Keys nimmt sich verletzter Tiere an.
Salsa, Merengue, Latinopop, -jazz und Reggaeton: Lateinamerikas unwiderstehliche Rhythmen finden vor allem in Miami Beach und den karibisch geprägten Vierteln Miamis ein begeistertes Publikum. Nach Vorreitern wie Tito Puente und Celia Cruz waren es vor allem Gloria Estefan und ihre Miami Sound Machine, die Miamis Musikszene ins internationale Rampenlicht rückten. Einer der größten Stars der Gegenwart ist die aus Boca Raton stammende Ariana Grande.
Jenseits von Salsa und Son prägte noch ein anderer Musiker den entspannten Lebensstil im Süden Floridas: Der 2023 gestorbene Jimmy Buffett spielte sich mit Wohlfühlsongs wie „Margaritaville“ und „Cheeseburger in Paradise“ in die Herzen von Einheimischen und Touristen.
Klischeekiste
Kulturelles Vakuum
Themenparks, Shoppingmalls und Fast Food – mehr hat Florida nicht zu bieten. Da bleibst du als feinsinniger Zeitgenosse besser zu Hause. Oder? Falsch! Einige Städte in Florida können sich einer Kulturszene rühmen, auf die manch etablierte Metropole stolz wäre. Miamis Museen sind Weltklasse, Sarasota besitzt eine Oper, die Esskultur floriert allerorten. Kulturlosigkeit als Ausrede für die Verweigerung Floridas funktioniert also nicht.
Das Leben – ein StranD!
Life’s a beach.
