MARCO POLO Reiseführer E-Book Florida - Ole Helmhausen - E-Book

MARCO POLO Reiseführer E-Book Florida E-Book

Ole Helmhausen

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Beschreibung

MARCO POLO E-Books sind besonders praktisch für unterwegs und sparen Gewicht im Reisegepäck!

E-Book (ePub) basiert auf: 21. Auflage 2026

Miami Beach, Everglades und Magic Kingdom: Mit MARCO POLO nach Florida Freiheit und Freizeit, Sonne und Sand, Optimismus und Offenheit: Nirgendwo in den USA erlebst du den American Way of Life so ausgeprägt wie in Florida. Der Sunshine State bietet aber mehr als Klischees: Museen und Galerien von Weltruf, wunderbare Naturschutzgebiete, eine hervorragende Küche und die besten Themenparks überhaupt! Dein MARCO POLO Reiseführer Florida ist der ideale Begleiter für deinen Traumurlaub:

  • Das Beste zuerst: die MARCO POLO Top-Highlights und die MARCO POLO Bucketlist für die unvergesslichen Urlaubserlebnisse
  • Der Urlaubsplaner für den passenden Einstieg und sprechende Karten mit Tipps und Reisehacks für jede Region
  • MARCO POLO Best Of Tipps: konkrete Ideen für einen nachhaltigen Urlaub, typische Urlaubserlebnisse, die Reise mit Kindern und kleines Budget
  • Essen, Shopping, Sport: Stell dir mit den MARCO POLO Insider-Tipps das Programm zusammen, auf das du Lust hast
  • Erkundungstouren zu den spannendsten Stadtvierteln und Ausflugszielen – schnell und unkompliziert
  • Marco PoloErlebnistouren: Ausflüge für Neugierige, Genießer, und für Familien – mit Karte oder App!

Erlebe mit MARCO POLO eine Reise voller unvergesslicher Momente

Florida hält viele spektakuläre Attraktionen bereit: Auf deiner E-Boot-Tour durch die Everglades kann dir schon mal ein Alligator oder eine Seekuh vor die Kameralinse kommen. Bunte Fische schwärmen durch die Unterwasserlandschaften der Riffe vor den Keys. Beobachte Raketen beim Start vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral oder lass dich in die Filmwelten der Universal Studios in Orlando entführen.

Mit dem MARCO POLO Reiseführer Florida wird dein Urlaub zu einem Erlebnis, das du nie vergisst!

ERLEBE LOS!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 163

Veröffentlichungsjahr: 2026

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MARCO POLO TOP-HIGHLIGHTS

1 ART DECO DISTRICT

Inmitten von Miami Beach schillern die aerodynamischen Architekturformen aus den 1920er-Jahren in tropischen Farben.

Tipp: Vor dem Edison Hotel am Ocean Drive ist ein orangefarbener Oldtimer dauerhaft geparkt – ein tolles Ensemble!

Miami

2 LITTLE HAVANA

Brettspiele, tropische Mode und Mojitos am Mittag verleihen dem kubanischen Einwandererviertel enorm viel Flair.

Tipp: Überall im Viertel siehst du Männer, die Zigarre rauchen. Viele haben nichts gegen ein Foto.

Miami

3 HEMINGWAY HOME

Die Villa des Nobelpreisträgers erinnert nicht nur an große Literatur, sondern auch an die Gründerzeit von Key West.

Tipp: Halte nach den Katzen mit sechs Zehen Ausschau – Nachfahren von „Papas“ Vierbeinern.

Die Keys

4 KEY WEST

Floridas südlichster Punkt ist farbenfroh und lebensfreudig. Hier erinnert nur wenig an den Rest Amerikas.

Die Keys

5 TEN THOUSAND ISLANDS

Die Insellandschaft im Westen der Everglades ist ein Traum – genieß ihn an Bord eines Flüsterboots.

Tipp: Der Kapitän macht rechtzeitig auf eine Kolonie rosa Pelikane aufmerksam.

Die Everglades

6 SANIBEL & CAPTIVA ISLAND

Für Muschelsucher und Delphinbeobachter: Auf den beiden Inseln ist der Alltag betörend langsam.

Die Westküste

7 CAPE CANAVERAL

Im Kennedy Space Center Mondraketen aus nächster Nähe inspizieren. (Foto)

Tipp: An den meisten Tagen kannst du dich mit einem echten Astronauten ablichten lassen.

Die Ostküste

8 FORT LAUDERDALE

Mit den mondänen Villen an den vielen Kanälen und den weitläufigen Stränden vereint die Stadt vieles von dem, was Florida ausmacht.

Die Ostküste

9 UNIVERSAL-THEMENPARKS

Mitten in den Filmkulissen bekannter Produktionen – eine faszinierende Mischung aus Live-Action und 3-D-Film.

Zentralflorida

10 MAGIC KINGDOM

Herz und Seele des Disneyreichs: Magst du es aufregend mit nassforscher Dschungelfahrt und Achterbahn oder lieber nervenschonend bei den Paraden von Mickey und Co.?

Zentralflorida

INHALT

DIE MARCO POLO BUCKETLIST

MARCO POLO TOP-HIGHLIGHTS

DAS BESTE ZUERST

... grün & fair

... Low Budget

... mit Kindern

... typisch

SO TICKT FLORIDA

Entdecke Florida

Auf einen Blick

Florida verstehen

Klischeekiste

ESSEN, SHOPPEN, SPORT

Essen & Trinken

Shoppen & Stöbern

Sport

DEIN MARCO POLO URLAUBSPLANER

MIAMI

Rund um Miami

DIE KEYS

Key Largo

Rund um Key Largo

Islamorada

Rund um Islamorada

Key West

DIE EVERGLADES

DIE WESTKÜSTE

Naples

Rund um Naples

Fort Myers

Sanibel & Captiva Island

Gasparilla Island

Sarasota & Anna Maria Island

St. Petersburg

Rund um St. Petersburg

Tampa

Crystal River

Cedar Key

PANHANDLE

Tallahassee

Rund um Tallahassee

Panama City Beach

Rund um Panama City Beach

Pensacola

Rund um Pensacola

DIE OSTKÜSTE

Amelia Island

Jacksonville

St. Augustine

Daytona Beach

Cape Canaveral

Palm Beach

Boca Raton

Fort Lauderdale

ZENTRALFLORIDA

Orlando

Rund um Orlando

Walt Disney World

Ocala

ERLEBNISTOUREN

Naturerlebnisse im Dunstkreis der Maus

Die Metropole Miami per Uber und Metromover entdecken

Kultour St. Augustine: durch die älteste Stadt der USA

GUT ZU WISSEN

Die Basics für deinen Urlaub

Ankommen

Weiterkommen

Im Urlaub

Notfälle

Wichtige Hinweise

Wettertabelle

URLAUBSFEELING

REGISTER

IMPRESSUM

BLOSS NICHT!

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Digitale Extras go.marcopolo.de/app/frd

DAS BESTE ZUERST

Florida wie aus dem Bilderbuch: Sonnenaufgang in Miami Beach

Best of

grün & fair

DIE WELT ENTDECKEN - UND SCHÜTZEN

Kanu statt Airboat

Die Everglades bestechen durch ihre grandiose Natur, aber sie sind höchst verwundbar. Einen kleinen Beitrag zum Schutz des sensiblen Biotops leistest du, indem du hindurchpaddelst, statt im lärmigen Airboat durchzubürsten.

State Park statt Themenpark

In den 175 State Parks zeigt sich Florida von seiner ursprünglichen und zudem kostengünstigen Seite. Die häufig intakte Natur reduziert die Sehnsucht nach schillernden Themenparks auf ein Minimum.

Mehrwegbecher mitnehmen

Für umweltbewusste Amerikaner ist es völlig normal, eine eigene Aluflasche mit Becher mitzuführen. Ebenso selbstverständlich sind Trinkwasserzapfstellen in Malls und an Flughäfen. So werden die allgegenwärtigen Einwegplastikflaschen verzichtbar.

Kostenlose Trolleys

Badeorte wie Miami Beach oder Fort Lauderdale betreiben ein Netz aus kostenlosen oder sehr günstigen Shuttle-Bussen, die das Auto verzichtbar machen. Miami setzt mit dem Metromover (Foto) noch eine Gratis-Hochbahn obendrauf.

Miami, Die Ostküste

Fisch von der Leine

Gute Restaurants in Florida achten darauf, dass ihr Fisch nicht aus Zuchtbetrieben oder Massenfang stammt. Um die Bestände zu schonen, servieren sie nur als line caught zertifizieres Seafood – schau auf die Speisekarte!

Ausflüge per Fahrrad

Mittlerweile existiert in Florida ein umfangreiches Netz an Fahrradstrecken, die sich prima für Tagesausflüge eignen. Besonders schön: der Pinellas Trail bei St. Petersburg.

Die Westküste

Best of

Low-Budget

FÜR DEN KLEINEN GELDBEUTEL

Miamis Kreative umsonst

Am zweiten Samstag im Monat ist der Eintritt zum Pérez Art Museum frei. Das Museum stellt etablierte wie junge Künstler aus und verfügt über herausragende Sammlungen.

Miami

Die Everglades in Schwarz-Weiß

Die Everglades, wie du sie noch nie gesehen hast: In der Big Cypress Gallery bei Ochopee zeigt der Landschaftsfotograf Clyde Butcher faszinierende Schwarz-Weiß-Bilder des einzigartigen Biotops.

Die Everglades

That’s Entertainment

Amerikaner lieben die Show. Auf dem Mallory Square in Key West bekommst du eine geboten – gratis: erst die untergehende Sonne, später Feuerschlucker, Jongleure und Bongo-Trommler.

Die Keys

Tote mit Humor

Eigentlich müsste man für diesen Friedhof Eintritt verlangen! Amüsier dich auf dem Key West Cemetery über die Grabsteininschriften, die aus dem Leben der hier Begrabenen erzählen: „Devoted Fan of Julio Iglesias“ oder „I told you I was sick“.

Die Keys

Per Shuttle ins Vergnügen

Wenn du einen Besuch in den Themenparks von Orlando planst, recherchiere vorab, dann sparst du Parkgebühren: Viele Hotels bieten kostenlose Shuttles zu Disney und Co. an.

Wald für Outdoorfans

Ein Abenteuerpark ohne Eintritt: Im Ocala National Forest schwimmst und schnorchelst du in glasklaren Quelltöpfen, paddelst durch Palmenwälder und beobachtest Seeadler oder Schwarzbären. (Foto)

Zentralflorida

Best of

mit Kindern

SPANNENDES FÜR GROSS & KLEIN

Schnelldurchgang durchs Universum

Von der Welt aus Sicht eines Rochen bis zu einem Überblick über unsere Planeten und die verschiedenen Sonnensysteme: Das Frost Museum Of Science in Miamis Museumspark ist ein ebenso unterhaltsamer wie lehrreicher Parforceritt in einem spektakulären Gebäude.

Miami

Riesenfische füttern

Tarpune können bis zu zweieinhalb Meter lang werden. Seit bei Robbie‘s Marina in Islamorada ein verletzter Vertreter der Spezies gesund gepflegt wurde, kommen die Fische regelmäßig hierhin. Ein Spektakel!

Die Keys

Ein Date mit Delphinen

Tiere in Gefangenschaft sind nicht mehr zeitgemäß – es sei denn, es handelt sich, wie im Dolphin Research Center auf Grassy Key, um verwundete Zeitgenossen, die Meeresbiologen so lange aufpäppeln, bis sie wieder zurück in die freie Wildbahn können.

Die Keys

Auf den Spuren der Piraten

Key West lag einst am Seeweg der europäischen Kolonialisten. Nicht wenige ihrer Schiffe wurden von Piraten angegriffen oder sind bei schwerer See gesunken. Der Abenteurer Mel Fisher hat so einige Schätze gehoben, die nun im Maritime Museum auf Key West ausgestellt sind.

Die Keys

Mit Schwung ins kühle Nass

Rutschen, schwimmen, planschen –mit diesem Programm ist Aquatica eine erfrischende Alternative zu Disneys Figuren und all den anderen Kunstwelten Orlandos. Deutlich preiswerter ist es noch dazu. (Foto)

Zentralflorida

Best of

Typisch

DAS ERLEBST DU NUR HIER

Treffpunkt Seebrücke

Weit reichen sie ins Meer hinaus, und am Ende gibt es meist Bänke oder sogar einen Imbiss. Seebrücken, wie der Naples Pier, sind wunderbare Treffpunkte – vor allem wenn die Sonne untergeht. (Foto)

Die Westküste

Schnorcheln zwischen Korallen

Die Unterwasserwelt der Keys ist ein farbenfrohes Paradies. Langusten, Anemonen und tropische Fische sind ein Fest für die Sinne.

Sport

Schöne Menschen gucken

Der Ocean Drive ist Miamis berühmteste Straße. Zwischen trendigen Hotels, Restaurants, Bars und Diskos erlebst du hier, wie die Fashion- und Lifestyleszene tickt. Perfekt zum people watching!

Miami

Limettentörtchen am Abend

Kuchen am Abend? Key lime pie ist die berühmte Limetten-Sahne-Torte von Key West. Geh also zu Kermit‘s, bestell ein Stück (plus Besteck) und verzehr es bei Sonnenuntergang am Mallory Square!

Die Keys

Auf Hemingways Spuren

Im charmant verlotterten Restaurant Blue Heaven in Key West, wo Hemingway einst Box- und Hahnenkämpfen zusah, gehören Katzen und Hühner unter den Tischen noch immer zum Inventar.

Die Keys

Natur und ihre Bewohner

In 175 State Parks erlebst du Strände, Wälder, Sumpfgebiete und Quellen – fast wie vor 100 Jahren. Unvergesslich ist auch die Begegnung mit Manatis, die dir z. B. in Crystal River begegnen.

Die Westküste

SO TICKT FLORIDA

Bunt und touristisch wie Florida: das ehemalige Strand Theatre in Key West

Entdecke Florida

Silberreiher im Everglades-Nationalpark – was für ein Naturschauspiel!

Der American Way of Life ist ein Mythenmix aus Freiheit und Freizeit, Sonne und Sand, Optimismus und Offenheit, schnellem Geld und schnellem Genuss. Nirgendwo in den USA erlebst du diese unbekümmerte Lebensart so ausgeprägt wie in Florida. Der Sunshine State begnügt sich aber nicht mit der Erfüllung von Klischees. Vielmehr hat die multikulturelle Zukunft hier längst begonnen.

Auf demselben Breitengrad wie Nordafrika aalt sich Florida zufrieden unter meist blauem Himmel. Die allgemeine Stimmung ähnelt den Wetteraussichten: überwiegend heiter. Obwohl nur knapp halb so groß wie Deutschland, gehört der US-Bundesstaat mit seiner Küstenlinie von 3000 km Länge (mit allen Inseln sogar rund 13 600 km) zu den populärsten Reisezielen der Welt. 2024 zählte Florida knapp 143 Mio. Besucher – davon über 310 000 aus Deutschland. Die meisten Gäste reisen im Winter in den Sunshine State, wenn die Sonne ununterbrochen scheint und die Temperaturen im Süden Floridas so steigen lässt, wie es sie in Europa und im Norden der USA nur im Sommer gibt. INSIDER-TIPPEinsame Strände im WinterBesonders schön kann es dann im St. George Island State Park und an anderen Orten des Panhandle sein, wo sich bei oft herrlichem Wetter nur wenige Leute herumtreiben.

Vom Weltraumbahnhof zum Comic-universum

Doch Florida bietet viel mehr: Museen und Galerien von Weltruf, wunderbare Naturschutzgebiete, eine zunehmend feinere Küche und die besten Themenparks überhaupt! Das smaragdgrüne Meer und die weißen Strände sind nicht die einzigen natürlichen Attraktionen Floridas: Alligatoren und die vom Aussterben bedrohten Floridakrokodile leben in freier Wildbahn, Pelikane und Seeadler bevölkern Mangrovenwälder und Brackwassergebiete, bunte Fische schwärmen durch die Unterwasserlandschaften der Riffe vor den Keys. Auch der Mensch setzt spektakuläre Akzente. An der Ostküste starten turmhohe Raketen vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral und befördern Raumschiffe und Satelliten in die Erdumlaufbahn. Und in Orlando locken das Comic-UniversumWalt Disneys und die Filmwelten der Universal Studios.

Im modernen Florida erinnert wenig daran, dass dies die erste von Europäern entdeckte Region Nordamerikas war. Nur der Namen Florida und einige Hinterlassenschaften in St. Augustine zeugen vom spanischen Kolonialerbe, das 1513 mit Juan Ponce de Leóns Entdeckung begann. So wirkt es wie eine Ironie der Geschichte, dass im Süden Jahrhunderte später aufgrund der Einwanderung die Mehrheit der Bevölkerung Spanisch spricht. Miami und Umgebung sind längst politisches und wirtschaftliches Exil für Einwanderer aus Kuba, Nicaragua und Kolumbien, die zusammen mit französischsprachigen Haitianern mehr als die Hälfte der Bevölkerung von Greater Miami stellen.

Wirtschaft und Wachstum versus Natur

Nach der ersten Besiedlung war es um den Großteil des Staates zunächst still. Weite Teile Floridas wurden erst ab Mitte des 19. Jh. erschlossen. Es folgten turbulente Zeiten mit dem Sezessionskrieg 1861–1865, der Rassentrennung und der Diskriminierung der Ureinwohner. Um die Wende zum 20. Jh. dann teilten Industrielle, Bauunternehmer und Spekulanten die Vision, die Halbinsel zur Urlaubsregion umzubauen. Männer wie der Milliardär Henry Flagler begründeten durch den Bau von Eisenbahnlinien und Luxushotels die Tourismusindustrie. Bald kamen reiche Amerikaner aus dem Norden. Glühbirnenerfinder Thomas A. Edison und Autokonstrukteur Henry Ford überwinterten hier. Florida wurde zum Ziel einer zugvogelartigen Bewegung, der sich Jahr um Jahr mehr Gäste anschlossen. Zu den Urlaubern gesellten sich zum Glück auch Naturschützer.

Wachsende Hurrikan-Gefahr

Bis heute stehen Umweltschutzmaßnahmen in den USA häufig in Konflikt mit den wirtschaftlichen Interessen sowie dem Energie- und Raumbedarf der Bevölkerung. Zudem ist und bleibt der Sunshine State sehr anfällig für Naturkatastrophen. Dies mussten die Bewohner zuletzt im Jahresturnus erfahren, als immer wieder schwere Hurrikane über das Land hinwegfegten und Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe verursachten. Besonders betroffen war immer wieder die Region um Fort Myers und die Tampa Bay. Wurde Florida bislang nur alle sieben Jahren direkt von einem Hurrikan getroffen, so sind die Zukunftsaussichten alles andere als rosig: Infolge des Klimawandels rechnen Experten mit einer deutlichen Zunahme ähnlicher Ereignisse.

Rein flächenmäßig ist Florida über 170 300 km² groß: Von Pensacola nach Key West erstreckt sich der Staat über rund 1342 km. Zahlreiche Flüsse und rund 30 000 kleine und große Seen prägen die Natur, deren höchster Punkt sich gerade einmal 103 m über den Meeresspiegel erhebt. Die Küsten sind schon weitgehend zugebaut, doch Florida wächst ungestüm weiter. 23,4 Mio. Einwohner sind genug für Rang 3 unter den bevölkerungsreichsten US-Staaten. Während Miami sich anschickt, Nordamerikas Kapitale für Süd- und Mittelamerikaner zu werden, scheint Orlando auf dem besten Weg zu einem einzigen Vergnügungspark. All dies gehört zum American Way of Life. Nur das alte Florida, das verschwindet zusehends. So lohnt es sich genau hinzusehen, denn der Sunshine State ist mehr als die Summe seiner Klischees.

1513Juan Ponce de León entdeckt Florida, das er 1521 für Spanien in Besitz nimmt

1819Spanien verkauft den USA Florida für 5 Mio. $

1835–58Die Seminolen widersetzen sich ihrer Umsiedlung

1845Florida wird 27. Bundesstaat

1861–1865Sezessionskrieg – die Südstaaten verlieren

1885–1912Henry Flagler baut die East Coast Railroad bis Key West

1959Castros Revolution vertreibt Tausende Kubaner nach Miami

1961John Glenn startet von Cape Canaveral ins All

1971Walt Disney World öffnet

2010Ölpest nach Explosion auf der „Deepwater Horizon“

2022–2024Vier schwere Hurrikans treffen Florida. In den 17 Jahren zuvor waren es nur zwei.

2025Durch die Wiederwahl Donald Trumps ist sein Anwesen Mar-a-Lago in Palm West abermals inoffizielles Machtzentrum des Landes.

Auf einen Blick

FLORIDA VERSTEHEN

Glamouröse Bauten

Zwei prägende Stilrichtungen haben Floridas Architekten hervorgebracht: Am bekanntesten mögen die Art-déco-Bauten in Miami Beach sein. Weiter verbreitet aber ist der Mediterranean Revival Style, den Addison Mizner (1872–1933) in Palm Beach, St. Augustine und anderen Küstenorten kultiviert hat. Den Amerikanern gefällt der leicht pompöse Baustil so gut, dass er bis heute imitiert wird – auch zur Identitätsstiftung, denn häufig raunen die Umstehenden beim Anblick: „It’s so historic.“ Angesichts der enormen Nachfrage nach Wohnraum herrscht in Florida eine regelrechte Bauwut, und weil der Geldfluss nie verebbt, lassen sich auch die Stars der Branche nicht lange bitten. Frank O. Gehry hat das New World Center in Miami gebaut, Santiago Calatrava ein Uni-Gebäude nahe Orlando.

Rege Regenbogenfraktion

Florida mit seinen lebensfrohen Städten, allen voran Miami Beach und Key West, ist schon lange ein beliebtes Reiseziel der Schwulenszene. Das bunte, weltoffene Leben zog auch Trendsetter wie Madonna und Gianni Versace, die sich hier Zweitwohnsitze zulegten, und die experimentierfreudige Jeunesse dorée der internationalen Fashion- und Musikszene an. Sie bereiteten den Weg dafür, dass South Beach zu einem Gravitationszentrum für Topkünstler und -galeristen wurde, die zwischen den Kunstmetropolen der Welt und Florida pendeln. Während Floridas Städte und viele Urlaubsregionen liberal sind, geht es in ländlichen Gegenden, vor allem im kulturell den alten Südstaaten nahestehenden Panhandle, konservativ zu. Gleichgeschlechtliche Ehen sind in der Verfassung des Staates ausgeschlossen, obwohl das Verfassungsgericht der USA dieses Recht allen Bürgern einräumt.

Viele Extras – auch bei den Kosten …

Nichts bestimmt den Alltag in Florida so sehr wie die Jagd nach dem Dollar. Gut zu wissen, was hinter einigen Fachbegriffen aus der Tourismusbranche steckt, nämlich versteckte Kosten, die das Urlaubsbudget sprengen können: Hast du etwa ein schickes Hotel in South Beach gebucht, nimmt dir eine Art Portier den Wagen (inklusive Schlüssel) ab, sobald du vorfährst. Das System nennt sich Valet Parking und schlägt selten mit weniger als 40 Dollar pro Tag zu Buche. Auch für die Benutzung von Pool-Badetüchern, WLAN und Wasserflaschen auf dem Zimmer wirst du extra zur Kasse gebeten.

Hierfür haben clevere Hoteliers die Resort Fee erfunden, eine Art Sammelbecken für diverse Kleinigkeiten, für die zwischen 20 und 45 Dollar pro Zimmer und Nacht berechnet werden. Bliebe noch das Trinkgeld: Viele Angestelltevon Tourismusbetrieben erhalten in den USA nur den Mindestlohn von rund 5 Dollar pro Stunde. Den Rest zahlen die Gäste. Mittlerweile gilt ein Aufschlag von 18–22 Prozent als Standard. Da kann dir schon mal der Kobe-Beef-Burger im Hals stecken bleiben.

Such mir einen Haifischzahn

Du fragst dich, warum deine Miturlauber gesenkten Hauptes über den feinen Strand schleichen oder gebückt durch das glasklare Wasser waten? Der Grund ist immer der gleiche: Shelling, also das Suchen nach Muscheln und anderen angeschwemmten Schätzen, gehört für Amerikaner zu den populärsten Urlaubsaktivitäten. Hochburg ist Sanibel Island, wo Stürme regelmäßig prächtige Muscheln an den Strand spülen. Der skurrilen Leidenschaft ist hier sogar ein Museum gewidmet (shellmuseum.org). Auf Amelia Island suchen Sammler am Atlantik bevorzugt nach den schwarzen Zähnen prähistorischer Haie (ameliasharktoothadventures.com). Doch Vorsicht: Der deutsche Zoll verbietet aus Artenschutzgründen die Einfuhr von Muschelschmuck. Jede Person darf jedoch immerhin bis zu drei Riesenmuscheln mitnehmen.

Wer findet die schönste? Muschelsucher auf Sanibel Island

Sturmwarnung

Von Juli bis November ist der Staat wegen der Hurrikan-Saison in ständiger Alarmbereitschaft. Statistisch trifft so ein tropischer Wirbelsturm das Festland nur alle sieben Jahre. In den zurückliegenden Jahren allerdings hat die Häufigkeit schwerer Hurrikane – mit zerstörerischen Windgeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern und mehr – erheblich zugenommen. Allein von Herbst 2022 bis Herbst 2024 haben vier solcher Stürme Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe angerichtet.

Was von den indigenen Völkern übrig blieb: Miccosukee-Dorf am Rand der Everglades

American Indians

Die Ureinwohner Floridas kamen vor etwa 12 000 Jahren über die Beringstraße aus Asien ins Land und siedelten sich an den Küsten an. Ähnlich wie die Inkas errichteten sie Tempelbauten auf künstlichen Hügeln. Was heute am stärksten an sie erinnert, sind die geografischen Begriffe ihrer Sprache. Viele Indigene vom Stamm der Apalachee und der Timucua starben an eingeschleppten Krankheiten. Heute sind zwei Völker übrig: Die 380 Miccosukee leben in Reservaten am Nordrand des Everglades National Park, die 19 000 Seminolen in fünf Reservaten – u. a. in Big Cypress, in Brighton am Lake Okeechobee und in Hollywood. Die American Indians verdienen heute viel Geld mit lizenziertem Glücksspiel. Die Seminolen aber haben auch eine andere Erfolgsgeschichte geschrieben. Der Stamm hat mit Entschädigungsgeldern die „Hard Rock Cafés“ gekauft und die Kette zu neuer Blüte gebracht.

Licht aus!

Die Vorhänge der Apartments sind geschlossen, die Rollos der Hotels hinuntergezogen, die Straßenlaternen heruntergedimmt. Dunkelheit ist an Floridas Stränden weit verbreitet. Grund ist eine überraschende Fürsorgepflicht gegenüber Teilzeitbewohnern des Strandes, denen über Generationen hinweg der Lebensraum genommen wurde: Meeresschildkröten. Von Amelia Island bis Miami und von Key West bis Panama City tragen Einheimische und Touristen durch den sparsamen Einsatz von Licht dazu bei, dass die frisch geschlüpften Reptilien sicher vom Strand ins Wasser gelangen. Sogar ein Krankenhaus für die vom Aussterben bedrohten Paddler gibt es: Das Turtle Hospital (turtlehospital.org) auf den Keys nimmt sich verletzter Tiere an.

Rhythm is it

Salsa, Merengue, Latinopop, -jazz und Reggaeton: Lateinamerikas unwiderstehliche Rhythmen finden vor allem in Miami Beach und den karibisch geprägten Vierteln Miamis ein begeistertes Publikum. Nach Vorreitern wie Tito Puente und Celia Cruz waren es vor allem Gloria Estefan und ihre Miami Sound Machine, die Miamis Musikszene ins internationale Rampenlicht rückten. Einer der größten Stars der Gegenwart ist die aus Boca Raton stammende Ariana Grande.

Jenseits von Salsa und Son prägte noch ein anderer Musiker den entspannten Lebensstil im Süden Floridas: Der 2023 gestorbene Jimmy Buffett spielte sich mit Wohlfühlsongs wie „Margaritaville“ und „Cheeseburger in Paradise“ in die Herzen von Einheimischen und Touristen.

Klischeekiste

Kulturelles Vakuum

Themenparks, Shoppingmalls und Fast Food – mehr hat Florida nicht zu bieten. Da bleibst du als feinsinniger Zeitgenosse besser zu Hause. Oder? Falsch! Einige Städte in Florida können sich einer Kulturszene rühmen, auf die manch etablierte Metropole stolz wäre. Miamis Museen sind Weltklasse, Sarasota besitzt eine Oper, die Esskultur floriert allerorten. Kulturlosigkeit als Ausrede für die Verweigerung Floridas funktioniert also nicht.

Das Leben – ein StranD!

Life’s a beach.