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MARCO POLO E-Books sind besonders praktisch für unterwegs und sparen Gewicht im Reisegepäck!
E-Book (ePub) basiert auf: 14. Auflage 2026
Willkommen im Land der Kumqats: Mit dem MARCO POLO Reiseführer Korfu entdecken Weiße Sandstrände, spektakuläre Steilküsten, verträumte Dörfer, Olivenbäumen und Zypressen: So heißt dich Korfu, Griechenlands sechstgrößte Insel, willkommen. In deinem MARCO POLO Reiseführer findest du die besten Insider-Tipps für einen abwechslungsreicher Insel-Urlaub: Shoppen & Stöbern in der wunderschönen Hauptstadt Korfu Stadt, die sich kilometerlang am Meer entlangstreckt, Wandern und Reitausflüge ins Landesinnere, die schönsten Bootstouren zu den besten Tauchspots und abgelegenen Buchten. Mach dir deinen Insel-Urlaub, wie es dir gefällt!
Sonne, Strand, Kultur & Party: So vielfältig ist Korfu!
Die Inselhauptstadt Korfu ist einen Städtetrip wert: Schlendere über den Markt, besuche Museen, Kirchen und Festungen, koste die Kumqats Zwergorangen und tauche nach einem Sundowner in der Beachbar in das griechische Nachtleben ein. Pure Entspannung erwartet dich an den unzähligen Stränden, die zum Schwimmen, Segeln oder einfach zum Sonnenbaden einladen.
ERLEBE LOS!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 152
Veröffentlichungsjahr: 2025
1 ESPLANADE
Der beste Ort zum Richtig-Ankommen. Freddo espresso im Glas, Korfioten am Nachbartisch. Priester gehen vorbei, fliegende Händler bieten ihre Waren an.
Stadt Korfu
2 FALIRÁKI
Am Wasser essen und trinken. Yachten und Traumschiffe ziehen zum Greifen nah vorbei, lassen das Meer überschwappen.
Tipp: Die großen Kreuzfahrtschiffe sind meist gegen 18.15 Uhr zu sehen.
Stadt Korfu
3 ACHÍLLION
Lächerlich: In Sisis Traumschloss saß Kaiser Wilhelm auf einem Sattel am Schreibtisch. Schön: Sisi war unendlich romantisch.
Tipp: Innen ist nur das Treppenhaus fotogen. Draußen macht der „Siegreiche Achill“ besonders viel her.
Stadt Korfu
4 PALEÓ PERÍTHIA
Ein Bummel durchs verlassene, bildschöne Dorf. Aber keine Sorge: Gute Tavernen sind da!
Tipp: Bring Grafik ins Bild. Der s-förmige Weg vom Dorf zur Kirche ist dafür das ideale Element.
Der Norden
5 KAP DRÁSTIS
Romantiker hätten’s gemalt: Korfus schönstes Kap mit seinen hellen Klippen (Foto). Am besten vom Boot aus!
Tipp: Fürs schönste Bild bis zum Ende der Asphaltstraße fahren und dann auf dem Feldweg ca. 200 m abwärts gehen.
Der Norden
6 AFIÓNAS
Ein Dorf für einen ganzen Ausflugstag. Schmale Gassen, alte Häuser. Traumhafte Aussichten und tief unten zwei Strände.
Tipp: Die schönsten Fotos vom Dorf schießt man am kurzen Weg von der Dorfkirche zur ausgeschilderten Taverne Ánemos.
Der Norden
7 KASSIÓPI
Ein toller Küstenort: Hafen und Burg, Dorfplatz, Strände und gute Cafés. Da kommt Freude auf.
Der Norden
8 ÁGIOS GEÓRGIOS SOUTH
Sand und Dünen machen dich happy? Hier wird der Sand sogar zu Dünen aufgeweht – und zum Kiten ist kein anderer Badeort besser geeignet.
Der Süden
9 ALONÁKI
Die Welt vergessen: strandnah wohnen und korfiotisch in einem paradiesischen Garten essen.
Der Süden
10 KAIZER’S THRONE
So schön! Spektakuläre Sonnenuntergänge über der korfiotischen Hügellandschaft bei Pélekas.
Zentrales Korfu
DIE MARCO POLO BUCKETLIST
MARCO POLO TOP-HIGHLIGHTS
DAS BESTE ZUERST
... grün & fair
... Low Budget
... mit Kindern
... typisch
SO TICKT KORFU
Entdecke Korfu
Auf einen Blick
Korfu verstehen
Klischeekiste
ESSEN, SHOPPEN, SPORT
Essen & Trinken
Shoppen & Stöbern
Sport
DEIN MARCO POLO URLAUBSPLANER
STADT KORFU (KÉRKYRA)
Rund um die Stadt Korfu
DER NORDEN
Kassiópi
Rund um Kassiópi
Acharávi & Róda
Rund um Acharávi & Róda
Ágios Geórgios & Co.
Paleokastrítsa
Rund um Paleokastrítsa
DER SÜDEN
Ágios Górdis
Rund um Ágios Górdis
Messongí & Moraítika
Rund um Messongí & Moraítika
Ágios Geórgios South
Rund um Ágios Geórgios South
ZENTRALES KORFU
Gouviá & Kontokáli
Dafníla & Dassiá
Rund um Dafníla & Dassiá
Pélekas, Glifáda & Mirtiótissa
Rund um Pélekas, Glifáda & Mirtiótissa
ERLEBNISTOUREN
Korfu perfekt im Überblick
Antikes Kérkyra – ein Spaziergang abseits der Altstadt
Dörfer und Strände rund um den Pantokrátor
Korfiotisch shoppen – von Gouviá nach Paleokastrítsa
Bootsausflug nach Albanien
GUT ZU WISSEN
Ankommen
Weiterkommen
Im Urlaub
Spickzettel Griechisch
Notfälle
Wichtige Hinweise
Wettertabelle
URLAUBSFEELING
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IMPRESSUM
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Beliebtes Fotomotiv: Kloster Vlachérna und die Mäuseinsel Pontikoníssi
DIE WELT ENTDECKEN - UND SCHÜTZEN
Parkplätze sind in der Inselhauptstadt äußerst knapp und die Straßen in und um Kerkyra sind im Sommer meist ziemlich verstopft. Da fährt man besser mit den Linienbussen, die jeden Inselort mit der Metropole verbinden. Oder man nimmt von seinem Badeort an der Ostküste aus an einem Bootsausflug dorthin teil.
Gut zu wissen
Du nimmst im wahrsten Wortsinn mehr von Korfu auf, wenn du trinkst, was auf der Insel selbst abgefüllt wird: Korfiotisches Bier aus der Brauerei in Aríllas, Weine von den Winzern der Insel, Liköre, Brandy oder Oúzo und natürlich auch den milden Tresterschnaps tsípouro aus den Inseldestillerien – sowie das völlig umdrehungsfreie tzizimbírra, eine inseltypische Limonade mit einem Hauch Ingwer: Unbedingt probieren!
Ein besonders schönes Einkaufserlebnis beschert dir insbesondere an Samstagen ein Besuch in der historischen Seifenfabrik Patoúnis in der Inselhauptstadt. Nach einer Führung kannst du Ökoseifen aus Olivenöl shoppen, deren Herstellung dir bei der Besichtigung vorher ausführlich erklärt worden ist (Foto).
Stadt Korfu
Obwohl Plastiktüten mittlerweile auch in Griechenland immer mehr geächtet werden und in Geschäften eigentlich ein paar Cent kosten sollten, geht man auf Korfu immer noch sehr üppig damit um. Frischenetze kennt man hier nicht. Wer sie von zu Hause mitbringt und auf der Insel beim Einkauf auf Wochenmärkten und in Mini Markets benutzt, leistet einen kleinen Beitrag zur Plastikvermeidung und damit zum Umweltschutz.
FÜR DEN KLEINEN GELDBEUTEL
Auch wer eine Unterkunft ohne Pool gebucht hat, braucht aufs Poolvergnügen nicht zu verzichten. Viele kleinere Hotels und Apartmentanlagen freuen sich über jeden Gast, der nicht im Haus wohnt und trotzdem an der hauseigenen Poolbar etwas konsumiert. Dafür ist die Poolbenutzung dann kostenlos.
Wenn du in der Altstadt Kérkyras relativ preiswert satt werden willst, findest du griechisches und internationales Fast Food an der Einmündung der Odós Dousmáni in die Esplanade und um die Odós Zaitisanoú gleich hinterm Hotel Konstantinoupolis am Alten Hafen.
Eine Flasche Bier mit zwei Gläsern zu bestellen, ist auf Korfu durchaus üblich. Und wenn man zu zweit nur einen Bauernsalat oder irgendetwas anderes ordert, bringt die Bedienung fast immer zwei Tellerchen und zweimal Besteck dazu. Auch Doggybags sind weitverbreitet: Was vom Essen übrig bleibt, wird gern zum Mitnehmen gut verpackt.
Fast alle Cafés und Bars propagieren eine Happy Hour für Cocktails und manchmal auch für andere Getränke. Dann heißt es „zwei Drinks für den Preis von einem“. Doch aufgepasst: Das Angebot gilt pro Person, nicht pro Paar. Um zu sparen, muss jeder Gast doppelt zulangen.
Das Nightlife in der Stadt ist gar nicht so teuer. Die zahlreichen Clubs am Fährhafen verlangen nur in Ausnahmefällen Eintritt von ihren Gästen. Getränkekioske sind nahebei. Party on! (Foto)
SPANNENDES FÜR GROß & KLEIN
Nahe Paleokastrítsa kommt ihr Eseln ganz nah. Da freut sich die private Tierhilfeorganisation Corfu Donkey Rescue (bei Doukades Beschilderung folgen | corfu-donkeys.com) (Foto) auf Besucher, die die Grautiere vor italienischen Salamiwurstereien bewahren. Man kann die Esel streicheln, striegeln, füttern oder gar adoptieren. Wenn die Kinder mal auf Eseln oder Ponys reiten wollen, können sie dies auch im Honigtal tun.
Der Norden
Ein Maxigewusel herrscht fast jeden Sommerabend auf dem südlichen Teil der Esplanade. Hier werden Kinderträume wahr in kleinen Elektroautos, die von jedem gesteuert werden können, der schon ein Lenkrad halten und ein Gaspedal durchtreten kann – was oft leichter ist, als den Fuß wieder vom Gas zu nehmen.
Stadt Korfu
Miniaturzüge für rund 20 Personen sind in ganz Griechenland angesagt. Diese fahren mit Elektromotoren auf Gummireifen. In Kérkyra startet solch ein trenáki stündlich zu etwa 40-minütigen Rundfahrten.
Stadt Korfu
Von der Caféterrasse in Kanóni aus hat man den ganzen Flughafen im Blick. Die Maschinen schweben auf Augenhöhe ein, bevor sie direkt unter euch auf der Piste aufsetzen.
Stadt Korfu
Bunt geschmückte Einspänner ziehen rund um die Altstadt. Vier Personen (oder auch zwei Erwachsene und vier kleinere Kinder) haben darin Platz. Übrigens: Schönste Zeit für eine Rundfahrt ist die Abenddämmerung.
Stadt Korfu
DAS ERLEBST DU NUR HIER
Die Korfioten feiern Ostern besonders eigenwillig: Unzählige Ton- und Wasserkrüge werden am Ostersamstag in der Altstadt von Korfu aus Fenstern und von Balkonen auf die Gassen geworfen. Ein feuchtes Spektakel nach einer prachtvollen Osterprozession.
Die bitteren Früchte des Koum-kouát-Baums sind Korfus neues Markenzeichen. Probier selbst: Liköre, Marmeladen, Pralinés und vieles mehr gibt es in etlichen Läden und Konditoreien der Stadt und direkt bei einem der Hersteller wie Mavromátis zwischen Kérkyra und Paleokastrítsa (Foto).
Erlebnistouren
Olivenbäume liefern Früchte und Öl, aber auch ein einzigartiges Holz, das Schnitzern viel Können abverlangt. Einer der besten ist Thomás, der sich diesem Kunsthandwerk in seinem Atelier By Tom in der Altstadt von Korfu seit Jahrzehnten widmet.
Stadt Korfu
Korfioten lieben üppige Gärten – und sie lieben die Fischsuppe bourdétto, die auf Basis des Skorpionfischs zubereitet wird. In der Taverne Alonáki bei Chalikoúnas bekommt man beides: eine besonders köstliche Version des Traditionsessens, serviert in einem wahren Gartenparadies.
Der Süden
Tanzen wie Alexis Zorbas: Dank des gleichnamigen Filmwelterfolgs wurde der Sirtáki zum Inbegriff des griechischen Tanzes. Auf der Terrasse der Bar Golden Beach kann man nicht nur sehen, wie sich die Profis bewegen, sondern selbst den Zorbas geben.
Der Süden
Melonen zu verkaufen – frisch von der Ladefläche!
Schloss Achíllion: für Sisi als Feriendomizil errichtet, von Kaiser Wilhelm II. geliebt
Fasten your seat belts, please! Italien oder Albanien sind schon lange wieder außer Sicht. Der Pilot leitet da den Sinkflug ein, wo die Adria ins Ionische Meer übergeht. Erste griechische Inselzwerge grüßen von unten herauf. Dann kommt Korfu ins Blickfeld.
Diese Strände! Schon aus 4 km Höhe sind sie deutlich zu sehen. Mal ziehen sie sich als schmale Bänder unter Steilküsten entlang, dann wieder als breite Streifen vor unglaublich viel Grün. Der Jet sinkt tiefer, gleitet über dichte Teppiche aus über 4 Mio. Olivenbäumen hinweg, aus denen Zypressen wie spitze Nadeln aufragen. Darin eingebettet träumen jahrhundertealte Dörfer vor sich hin. Über Lefkími im flachen Inselsüden wendet der Flieger, setzt zum Landeanflug an. Links rasen grüne Hügel auf Augenhöhe vorbei, rechts winken Menschen von der Mäuseinsel herauf. Die Maschine scheint wassern zu wollen, der Adrenalinspiegel steigt. Aber die Cockpitcrew trifft genau den Aufsetzpunkt der Landebahn, die in eine Lagune hineingebaut wurde. Glückwunsch: Du bist da!
734 v. Chr.Gründung der Stadt Korfu
229 v. Chr.Korfu unterwirft sich dem aufstrebenden Rom
395–1204Byzantinische Zeit
1386Die Venezianer übernehmen Korfu
1453Griechenland wird mit Ausnahme der Ionischen Inseln osmanisch
1797Napoleon besetzt Korfu
1815Korfu wird britisches Protektorat
1864Korfu wird Teil des freien Griechenlands
1941–1944Besetzung durch Italien und Deutschland
1967–1974Militärdiktatur; danach Aufbau einer Demokratie
2002Der Euro ersetzt die Drachme
2010–2018Griechenland kann nur durch striktes Sparen sowie Finanzhilfen der EU und des IWF vor dem Staatsbankrott bewahrt werden
2024Korfu empfängt so viele Urlauber wie noch nie zuvor
Griechenlands sechstgrößte Insel will erkundet werden. Und einige ihrer 99 000 Bewohner willst du sicherlich auch etwas näher kennenlernen. Die meisten Korfiotensprechen gut Englisch, viele auch Deutsch oder Italienisch. Das liegt auch an der Vergangenheit der Insel. Über 400 Jahre lang gehörte sie zu Venedig. Dann kamen Napoleon und seine Franzosen, danach die Briten. Erst 1864 gestatteten sie den Korfioten den Anschluss ans von den Türken befreite Griechenland. Korfu stand jedoch nie unter deren Herrschaft, hier rief nie ein Muezzin zum Gebet.
Zuerst in die Stadt! Von den Einheimischen wird sie Kérkyra genannt. Mehrere Kilometer streckt sie sich direkt am Meer entlang. Segelyachten, Fischerboote, Fähren und Kreuzfahrtriesen ziehen fast zum Greifen nah vorbei. Ringsum ist Land in Sicht. Da ragt im Norden der höchste Inselberg über 900 m in die Höhe, grüßen die Hochgebirge Nordwestgriechenlands und Albaniens vom anderen Ufer. Zwischen November und April sind deren Gipfel meist mit Schnee bedeckt. Die Inselhauptstadt ist mehr als nur einen Besuch wert, mal keine Kaufhäuser, sondern viele Hundert kleine Läden in verwinkelten Altstadtgassen und unter schattigen Arkaden. Da stehen die Inhaber meist selber noch drin. Auf dem Wochenmarkt siehst du Fische, die du sonst vielleicht nur vom Aquarium her kennst, schaust bei einem heißen Espresso oder einem freddo cappuccino dem bunten Treiben zu. Schon nach dem Mittagessen kannst du im Beach Club chillen, gleich neben einer venezianischen Burg. Ab 18 Uhr beginnt die allabendliche vólta. Die Straßencafés sind gut gefüllt, „Sehen und gesehen werden” lautet das Motto auch für die 4000 Studenten der Inseluniversität. Ab 21 Uhr ist Essenszeit – und nach Mitternacht füllen sich die Clubs und Discos an der Uferstraße beim Neuen Hafen. Besser tanzen als dort kann man in keinem Badeort.
Strände säumen die Insel ringsum. Sie sind so abwechslungsreich, dass jeder seinen Traumstrand findet. An der dem Festland zugewandten Ostküste, wo die meisten großen Urlauberhotels stehen, werden sie fast ausnahmslos von Kies oder glatten Kieselsteinen gebildet. Manchmal sind sie zwar mehrere Hundert Meter lang, aber immer sehr schmal. Viele Hotels direkt am Ufer bieten zum Ausgleich saftig grüne Liegewiesen rund um den Pool. Tavernen haben Liegestühle in ihre blumenreichen Gärten gestellt, manche auch Hängematten zwischen Bäumen gespannt. Die Ostküste ist ideal fürs Parasailing, für Wasserskifahrer oder zum Kanu- und Tretbootfahren – Surfer hingegen werden hier kaum glücklich werden. Dafür aber Familien mit Kindern, denn die Ufer fallen flach ab.
Wer einen langen, breiten Strand liebt, ist an der Nordküste besser aufgehoben. Da machen auch lange Strandspaziergänge Spaß, zumal am Ufer immer wieder eine Taverne oder eine Loungebar zum Stopover einlädt.
Die größte Strandvielfalt besitzt die der offenen See zugewandte Westküste. Im äußersten Nordwesten steigen Mutige von weißen Felsschollen aus ins Wasser und schwimmen bei ruhiger See ein Stück weit unterhalb der weißen Sandsteinklippen. Kilometerlang sind die goldgelben Strandsicheln um die Buchten von Ágios Stéfanos und Ágios Geórgios North. INSIDER-TIPPNur mit dem Boot erreichbarAn der stark zergliederten Bucht von Paleokastrítsa hingegen verstecken sich die meisten der über zwanzig kleinen Strände zwischen Felsklippen. In der Mitte der Westküste stehen dann auch wieder einige Großhotels: in Glifáda, Pélekas und Ágios Górdis. Danach wird es erneut einsamer. Der Strand auf der nördlichen Nehrung zwischen Meer und Koríssion-See ist nahezu menschenleer. In den Dünen von Ágios Geórgios South im Südwesten des Sees verlaufen sich die wenigen Badegäste in einer weiten Mini-Sahara. Im äußersten Süden setzt dann Kávos mit seinen schmalen Stränden einen lautstarken Kontrapunkt: Da steigen schon tagsüber Beachpartys, ist statt Einsamkeit eher Körperkontakt am Strand gefragt.
Nase voll vom heimischen Schmuddelwetter? Schon über 800 Deutsche und noch sehr viel mehr Briten werden lieber braun statt nass und leben inzwischen ständig auf der Insel. Solange Ausländer hier nur Geld ausgeben und nicht versuchen, ein Geschäft oder Lokal aufzumachen, sind sie auf Korfu herzlich willkommen. Machen sie den Einheimischen aber Konkurrenz, müssen sie häufig mit vielen Schwierigkeiten rechnen. Nur wer innovativ ist und das Angebot der Region um bisher nicht Dagewesenes ergänzt, hat eine Chance, akzeptiert zu werden.
Bevor den Griechen 2010 offenbart wurde, dass ihr Land pleite ist, wähnten sich viele im Schlaraffenland. Die Banken riefen sie mehrmals monatlich an, um sie zur Kreditaufnahme zu überreden. „Nur 20 000 Euro? Die kriegst du von uns nicht. Nimm 50 000!” Die Banken wussten, wer welche Grundstücke besaß und wer etwas mehr verdiente. Dann wurden Angebote gemacht, sich doch ein neues Haus zu bauen, da man es sich ja leisten könne. Viele erlagen der Versuchung. Deswegen die vielen inzwischen schon etwas älteren Luxuslimousinen und Geländewagen auf den Straßen, deswegen auch etliche Bauruinen. Mit der Krise war es mit der Großzügigkeit der Geldhäuser nämlich vorbei. Jetzt drücken noch immer die Schulden. Nur gut, dass die Banken für Häuser, die sie gern zwangsversteigern würden, kaum Käufer finden. So hat mancher Schuldner vielleicht immer noch die Chance, eines Tages sein altes Haus wieder erwerben zu können.
Die meisten Korfioten sind Fahnenfetischisten. Und stehen damit in Europa ja nicht allein. Hier sind es gleich zwei Flaggen, die höchste Achtung genießen. Die blau-weiße steht für die griechische Nation. Die zweite Flagge mit schwarzem Doppeladler auf gelbem Grund steht für die vergangene Größe Griechenlands, ist eigentlich die Fahne Konstantinopels, das seit 1453 Istanbul heißt. Sie weht vor allem vor Kirchen und Klöstern.
Flagge zeigen auch viele Fußballfans: Rot und Weiß sind die Farben von Olympiakos Piräus. Wie die meisten Inselbewohner Griechenlands sind auch viele Korfioten Anhänger dieses Vereins. Das merkst du daran, dass die Ziffer 7 an vielen Hauswänden, Straßenmauern und Verkehrsschildern prangt. Durchs Stadiontor Nr. 7 gehen die treusten (und wildesten) Fans ins Stadion von Piräus. Die Hauptkonkurrenz aus Athen, Panathinaikós, ist mit der Zahl 13 allgegenwärtig.
Für Royals war Korfu einmal eine Sehnsuchtsinsel. Sisi, österreichische Kaiserin, und Wilhelm II., deutscher Kaiser, besaßen hier ein Schlösschen, griechische Könige ein richtiges Schloss. Prinz Philip, später Engländer, wurde sogar auf Korfu geboren. Alle endeten glücklos. Sisi starb durch ein Attentat, Wilhelm wurde zur Abdankung gezwungen. Konstantin, Griechenlands letztes gekröntes Staatsoberhaupt, musste mit seinen korfiotischen Palästen Steuerschulden bezahlen. Philips Mutter erkrankte an Schizophrenie – und Philip selbst wurde von der englischen Queen als Untertan an ihrer Seite erkoren.
Musik im Ohr? Dafür braucht man auf Korfu keine Stöpsel! Jeder größere Ort auf der Insel hat seine eigene philharmonische Gesellschaft. Da bekommen schon Kinder preiswert oder gar kostenlos Musikunterricht. Man hört die Übenden oft im Vorübergehen. Besser spielen sie bei ihrer Teilnahme an Prozessionen und anderen öffentlichen Auftritten. Einige der philharmonischen Orchester bringen es sogar zu internationalen Gastspielen. Klassik ist freilich nicht jedermanns Geschmack. In Tavernen hängen häufig Gitarren zum Gebrauch durch die Gäste. Da erklingen manchmal noch traditionelle, fast neapolitanisch klingende kantádes.
Kérkyras Altstadt ist wunderschön – auf dem Land sieht man jedoch viele Bauruinen
Häufiger freilich ist traditionelle rembétiko-Musik angesagt: Diese Protestsongs aus den 1920er- und 1930er-Jahren passen in die Krisenstimmung, werden ihr sogar angepasst. Auch in Clubs und Discos werden rembétika gespielt – ebenso wie die Scorpions oder Heavy Metal. Vom korfiotischen Geschenk an die deutsche Schlagerbranche – der auf Korfu geborenen, inzwischen etwas betagten Vicky Leandros – hält man dort allerdings weitaus weniger als vom Korfioten Sakis Rouvas, der für Griechenland 2004 und 2009 recht erfolgreich am ESC teilnahm und mit „Shake It” den meistverkauften Song Griechenlands produzierte.
Überall vertreten und überall verehrt: Ikonen, die die Heiligen ins Haus bringen
Die Korfioten scheinen unheimlich sportbegeistert zu sein. Selbst in Dörfern ohne Touristen läuft mehrmals täglich ein Fußball- oder Basketballspiel auf einem der Flachbildschirme in kafenía
