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Zum 200. Todestag des bekannten Liederdichters Matthias Claudius (1740-1815) beleuchtet Reiner Strunk die Lebensstationen des Wandsbecker Boten. Sein Werk spiegelt die geistigen und politischen Umstände der Zeitgeschichte wider und bildet zugleich ein Zeugnis von unverwechselbarer Originalität. Der Dichter von "Der Mond ist aufgegangen" überrascht durch bleibende Aktualität, und eine Reihe von Liedern und Gedichten gehören zum unverlierbaren Schatz deutschsprachiger Poesie.
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Seitenzahl: 257
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Reiner Strunk Matthias Claudius DER WANDSBECKER BOTE
Für Barbara
Reiner Strunk
Matthias Claudius
DER WANDSBECKER BOTE
Calwer Verlag Stuttgart
Gedruckt mit freundlicher Unterstützung der Calwer Verlag-Stiftung
Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.
ISBN 978–3–7668–4306–7 eBook (epub) ISBN 978–3–7668–4306–7
© 2014 by Calwer Verlag GmbH Bücher und Medien, Stuttgart Alle Rechte vorbehalten. Wiedergabe, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags. Satz und Herstellung: Karin Class, Calwer Verlag Umschlaggestaltung: Karin Class, Calwer Verlag Umschlagmotiv: Matthias Claudius – Gemälde von Friederike Leisching um 1800 © epd-Bild/akg-images Internet: www.calwer.com E-mail: [email protected]
Inhalt
Vorwort
Konturen einer Dichtergestalt
Kindheit, Schule, Studium
Begegnungen in Kopenhagen
Klage und Hoffnung: ›An – als ihm die – starb‹
Redakteur in Hamburg
›Ein Wiegenlied bei Mondschein zu singen‹
Der ›Wandsbecker Bothe‹
Poesie und Spiritualität: ›Abendlied‹
Freund Hain und das Geheimnis des Todes
›Der Tod und das Mädchen‹
Utopia in Darmstadt
Vom Bauernhymnus zum Theologenchoral: Das ›Bauernlied‹ und seine Verstümmelung
Literarisches Leben auf dem Lande
Vom Schöpferlob zur Naturlyrik: ›Ein Lied vom Reifen‹
Philosophie – in Maßen
Staunen über den Himmel: ›Die Sternseherin Lise‹ und ›Der Philosoph und die Sonne‹
Familienleben
Trauer um die Tochter: ›Christiane‹
Politische Ansichten und Konflikte
Gesundes Erschrecken: ›Kriegslied‹
Religion und Christentum
Späte Aufbrüche
Melancholischer Überblick: ›Der Mensch‹
Zeittafel
Ausgewählte Literatur
Namenregister
Bildnachweis
Vorwort
Person und Werk, die biographische und die literarische Seite beim ›Wandsbecker Boten‹ Matthias Claudius sind Gegenstand unserer Erzählung. Die Person gewinnt Kontur im Zusammenhang zahlreicher Freundschaften, die Claudius mit namhaften Denkern und Dichtern seiner Zeit unterhalten hat. Sein Werk spiegelt geistige und politische Umstände der Zeitgeschichte wider und bildet doch ein Zeugnis von unverwechselbarer Originalität. Gewiss, manches darf als überholt und veraltet gelten, anderes aber überrascht durch bleibende Aktualität, und eine Reihe von Liedern und Gedichten gehören zum unverlierbaren Schatz deutschsprachiger Poesie.
Von der Absicht, beiden Seiten, der biographischen und der literarischen, gerecht zu werden und sie vielfältig aufeinander zu beziehen, wurde die Darstellung geleitet. Zwischen die mehr biographischen Kapitel sind darum kommentierende eingeschoben, die jeweils ein Stück aus der Lyrik des ›Boten‹ aufnehmen, gesondert betrachten und deuten. Sie werden durch kursiv gedruckte Überschriften kenntlich gemacht.
Claudius-Zitate im Text werden grundsätzlich kursiv gesetzt.
Zeittafel, Ausgewählte Literatur und Namenregister am Schluss sollen der leichteren Orientierung und der Feststellung von Querverbindungen und Zusammenhängen dienen.
Dem Calwer Verlag und der Calwer Verlag-Stiftung danke ich für die Anregung, dieses Buch zu schreiben, und für die Bereitschaft, das Manuskript in der gewohnt ansprechenden Weise zu veröffentlichen.
Reiner Strunk
Konturen einer Dichtergestalt
Wir Vögel singen nicht egal;
Der singet laut, der andre leise,
Kauz nicht wie ich, ich nicht wie Nachtigall,
Ein jeder hat so seine Weise. (16)1
Mit einfachen, bildkräftigen Versen und in heiterer Selbsteinschätzung empfiehlt Claudius sich den Lesern des ›Wandsbecker Bothen‹ als Redakteur. Er gibt Gelegenheit zu schmunzeln und lässt durchblicken, dass man mit seiner Eigenart im Singen und im Schreiben zu rechnen habe. Eine Nachtigall zu sein, beansprucht er nicht, aber für einen Kauz sollte man ihn auch nicht halten. Er wird die Welt betrachten und in Einzelheiten besingen oder besprechen, wie er sie sieht. Eine vorwiegend kleine Welt übrigens, die seinen persönlichen Erfahrungen und Urteilen zugänglich ist. Hans Jürgen Schultz hat ihn in dieser Hinsicht treffend gekennzeichnet: »Er gehört nicht zu denen, die ihre Zeit prägen. Dafür vergeht er auch nicht mit ihr.«2
Bei Claudius fehlt in der Tat alles Monumentale und Epochale, wie es einen Goethe und Schiller ausmachte, die seine Zeitgenossen waren. Er konnte neben ihnen bestehen, ohne mit ihnen konkurrieren zu müssen. Doch die Erinnerung an ihn ist verbreitet geblieben, nicht nur wegen des ›Abendlieds‹, das zum deutschen Volksliedschatz gehört und für kirchliche Gesangbücher unverzichtbar geworden ist. Ein großer Dichter sei er wohl nicht, aber immerhin ein kleiner, hat Claudius selbst bemerkt. Und es lohnt dann schon, diesem Dichterleben, das im Jahre 1815 zu Ende gegangen ist, etwas genauer nachzuspüren und herauszufinden, worin eigentlich das Geheimnis seines Überdauerns besteht, mit einem Werk, das nach den üblichen geistes- und literaturgeschichtlichen Maßstäben nicht als ›bedeutend‹ eingestuft zu werden pflegt, sowohl seinem Gesamtumfang als auch seinem Gehalt nach.
Claudius war ein Kind des 18. Jahrhunderts. Geboren im selben Jahr 1740, als Maria Theresia in Wien den kaiserlichen Thron bestieg und Friedrich II. den königlichen in Preußen. Für die eine, Maria Theresia, empfand Claudius freundliche Sympathien und bedachte sie zu ihrem Tode 1780 mit ehrenvollen Versen3. Den Preußenkönig Friedrich den Großen dagegen hat er weniger geschätzt. Und zwar wegen dessen militanter Politik, die den Holsteiner Bürger, der sich mit Dänemark verbunden wusste, wiederholt bedrängte, und auch wegen seiner aufgeklärten Geisteshaltung, die sich nicht gut mit den Grundüberzeugungen des Wandsbecker Boten vertrug.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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