7,99 €
Mama und Papa Maulfaul haben fünf Kinder: Betsy, Oskar, Carla, Marvin und Baby Maulfaul. Familie Maulfaul redet nicht gern - dafür grunzen, nicken und schütteln sie den Kopf, wann immer es geht. Als Papa Maulfaul herausfindet, wie einfach es ist, seine Erdnusskrümel zu entsorgen, ändert sich alles: Die Maulfauls bekommen oft Besuch, ein blauer Brief verschwindet und Opa Schabernack hat keine Zähne mehr. Was ein Teppich damit zu tun hat und wohin Baby Maulfaul spurlos verschwindet, erfahrt ihr, wenn ihr weiter lest.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 21
Veröffentlichungsjahr: 2017
Das ist Familie Maulfaul.
Mama und Papa Maulfaul mit fünf Kindern.
Niemand weiß, ob die Eigenheiten ihrer Vorfahren diese Gewohnheit hervorgebracht haben oder ob Familie Maulfaul im Hundertgässchen 19a einfach ihrem Nachnamen alle Ehre machen wollte.
Tatsache ist, dass Mama, Papa, Betsy, Oskar, Carla und Marvin Maulfaul besonders lange Sätze vermeiden, ebenso wie größere Besprechungen.
Lange Diskussionen finden nicht statt.
Wortreiche Streits sind gar nicht erst möglich.
Man könnte glauben, Familie Maulfaul hat sich gar nichts zu sagen.
Aber das stimmt nicht. Sie behelfen sich - wann immer es geht - mit Nicken, Grunzen, Kopfschütteln, kurzum mit so wenig Worten wie nur möglich.
Nicht, dass sie es nicht anders könnten.
Einzig Baby Maulfaul sei entschuldigt. Er kann es wirklich nicht besser.
Ja und alles andere wird bei Familie Maulfaul - zumindest eine Zeit lang - unter den Teppich gekehrt.
Und das kommt so:
Eines Abends sitzt Papa Maulfaul auf dem Sofa und sieht fern. Angeregt von der Sportschau wirft er Erdnüsse in die Luft und fängt sie mit dem Mund auf. Zack, hopp, Tor und noch eine.
Landet er einen Treffer, grunzt er zufrieden. Bei einem verpatzten Wurf schnauft er ärgerlich. Der Boden ist schon voller Erdnusskrümel.
Mama Maulfaul sieht es und schimpft: „Wegmachen! Sofort!“ Papa, der sich ertappt fühlt, murmelt ausnahmsweise wortreich entschuldigend: „Oh. Äh. Mhh. Ja. Klar, Schatz.“
Schwups - in einem unbeobachteten Moment schiebt er die Erdnusskrümel einfach unter den Teppich.
Papa Maulfaul ahnt nicht, dass der kleine Marvin vom Flur aus alles mit angesehen hat.
Marvin ist nicht auf den Kopf gefallen. Was Papa da macht sieht schon ziemlich clever aus. Nie mehr aufräumen – jüppieh!
„Das bringt mich auf eine Idee“, denkt er sich und wartet ab, bis Papa sich etwas zu trinken holt.
Eh man sich versieht, ist das Lieblingsbuch seiner Schwester Carla unter dem Teppich verschwunden, denn Carla ärgert Marvin immer und Feen konnte er noch nie so richtig leiden. Mädchenkram eben.
Dass Baby Maulfaul alles von seiner Spielecke aus mitverfolgt hat, weiß Marvin nicht.
Baby Maulfaul findet es sehr interessant, etwas unter den Teppich zu schieben. Endlich etwas, das sich auf seiner Höhe befindet.
Er krabbelt los und schwupsdibubs landen neben Papas Erdnüssen und Carlas Feenbuch auch noch Mamas teure Uhr, die Papa ihr geschenkt hat und eigentlich schon längst zur Reparatur bringen wollte, unter dem Teppich.
Fortan machen es alle Mitglieder der Familie Maulfaul so.
