Merlin - Tara Albers - E-Book

Merlin E-Book

Tara Albers

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Beschreibung

ICH BIN MERLIN Wenn ich mich tief mit meinem Herzen verbinde, fühle ich den Sinn und Zweck meines Lebens und ich weiß, dass alles gut ist. MERLIN zeigt in diesem Buch, dass es möglich ist, aus einem engen Gefängnis heraus in ein freies, erfülltes Leben zu gehen und wie leicht es ist, glücklich zu sein. Lerne von Merlin: * Wie du die Kraft deiner Träume nutzen kannst * Wo du die Antworten auf deine Fragen findest * Warum Loslassen Neues bringt * Wie das Leben nach dem Tod weitergeht * Warum Dankbarkeit Glück erschafft und vieles mehr. Leserstimmen: Weil dieses Buch so schön geschrieben ist, konnte ich überhaupt nicht aufhören, darin zu lesen. (L., Wiesbaden) Die Gesetzmäßigkeiten des Lebens sind in diesem Buch so einfach erklärt. (A., Mallorca/Spanien) In der sanften, feinen und liebevollen Weise, in der es geschrieben ist, tut es gut. (A., Bonn)

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Seitenzahl: 219

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Tara Albers

Merlin

Wenn deine Träume stark genug sind

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

MERLIN

Vorwort zur zweiten Auflage

Widmung und Danksagung

T eil 1

Der Beginn einer wunderbaren Geschichte

Teil 2

Wege kreuzen sich

Alltag und Kooperation

Es schmeckt alles so gut

Welche Gewicht-igkeit

Erschaffe dein Glück

Eine wichtige Entscheidung

Tun und Mögen

Was ich gern mag

Was ich gar nicht mag

Was Frauchen gern mag

Was Frauchen gar nicht mag

Gute Ernährung hält gesund

Was ich sehr spannend finde

Katzen fragen, Menschen antworten

Das Leben entfaltet sich

Beobachtungen

Katzenlichtland

Beiderseitiges Lernen

Was das Zusammenleben Menschen mit erleichtern könnte

Katzen sind gute Lehrmeister

Katzen und Menschen passen gut zusammen

Kraft der Farben

Frauchen spricht über einzelne Farben

Veränderungen geschehen, Einstellungen ändern sich

So oder So

In jeder Frage ist schon die Antwort enthalten

Irrweg oder Labyrinth des Lebens

Sage dem Leben, was du willst

Die Geschichte vom Olivenbäumchen

Die Geschichte von Momo

Leben

Im Moment

Wir Katzen, ihr Menschen

Bildern, eine Anleitung

Ein neuer Kater

Teil 3

Reflektionen und Spielerisches

Zehn Wünsche

Genau dies wollen wir jetzt tun. Lass uns beginnen.

Es gibt immer einen Grund

Anhang

Lebensströme fließen - Persönliches

Buchempfehlungen und Hinweise

Kontakt zu uns

Impressum neobooks

MERLIN

WENN DEINE TRÄUME STARK GENUG SIND

Vorwort zur zweiten Auflage

Als die zweite Auflage des MERLIN Buches nach Ausverkauf der ersten Auflage anstand, gab es zwei Möglichkeiten: Das Buch genau so wie es war, nochmals zu drucken – oder einige Veränderungen vorzunehmen. Einfacher wäre es sicherlich gewesen, das Buch wie es war, nachzudrucken. Ich entschied mich trotzdem für die zweite Möglichkeit – getreu der Aussage von Merlin:

Durchschreite den Raum.

Geh´ von Stufe zu Stufe,

folge deinem Mut.

Mein Wunsch war es, einige Facetten des „Merlin-Diamanten“ zu polieren, um seinen inneren Glanz und seine Schönheit strahlen zu lassen. Den Text habe ich deshalb an manchen Stellen geändert, etwas heraus genommen oder etwas Neues hinzugefügt. Alles im Leben ist Entwicklung, auch das MERLIN* Buch.

Mit der Herausgabe der zweiten Auflage erfüllt sich, was Merlin sagt: „Eine einzige Entscheidung kann ein ganzes Leben verändern.“

Und das ist die Botschaft des (alten und neuen) Merlin Buches:

Die Wahrheit ist einfach und ganz tief innen kennst du sie. Vieles wusstest du schon einmal, manches ist vielleicht in Vergessenheit geraten. Erinnere dich jeden Tag aufs Neue daran:

Alles ist in dir – oft tief in deinen Träumen. Alles ist schon perfekt. Lass es sich entfalten.

Warum will das Leben immer das Beste für dich? Weil es deine Bestimmung ist, glücklich zu sein.

* erschienen 2008 unter dem Titel: MERLIN - Leben, Glück und Weisheit eines Katers

Widmung und Danksagung

Es gibt viele Menschen, die sich selbst, ihre Mitmenschen, ihre Mitbrüder – die Tiere –, die Natur und die ganze Welt in Dankbarkeit und Achtung als AUSDRUCK DES EINEN LEBENS erkennen und respektieren. Aktiv – im Kleinen und Großen – erkannt und oft unerkannt, in ihrer eigenen Familie, in Vereinen, in Bildungseinrichtungen oder in großen Organisationen arbeiten sie daran mit, dass sich der Göttliche Plan in seiner Schönheit und Perfektion entfalten kann.

Euch widme ich dieses Buch – die ihr neue und unübliche Gedanken denkt und Wege geht – empfindsam und mutig mit dem Herzensverstand.

Ich danke euch wunderbaren Lehrer-Innen aus dem Menschen- und Tierreich und lieben Freunden und Freundinnen, die ihr an meine Träume geglaubt habt und glaubt und mir dadurch dabei geholfen habt, mein Potenzial zu erkennen und einiges davon zu verwirklichen.

Ich glaube ebenso an eure Träume und an die Entfaltung eures höchsten Potenzials – in Übereinstimmung mit dem tiefsten Wesenskern.

Tara Eleonore Albers

T eil 1

Der Beginn einer wunderbaren Geschichte

Wie es zu diesem Buch kam …

Es war ein heißer Sonntagmittag im Juni 2003. Karli wollte in den Garten gehen. Ich öffnete ihm die Tür. Er war es gewohnt, draußen und drinnen zu sein, ganz wie er es wollte und wie es ihm gefiel. Ich sah ihn nie wieder. Karli war wie vom Erdboden verschluckt. Er kam nicht mehr nach Hause zurück.

Keiner der Nachbarn hatte ihn gesehen oder etwas Auffälliges beobachtet. Ich startete eine groß angelegte Suchaktion. Ich hängte Zettel mit den schönsten Fotos von Karli in Geschäften, bei Tierärzten und an Bäumen in unserem Wohnviertel auf. Ich befragte jedes Kind und jeden Erwachsenen.

Ich fuhr die Gegend über Tage weiträumig ab und suchte und rief nach ihm. An viele Türen klopfte ich in der Hoffnung, Karli irgendwo zu finden – ohne Erfolg. Schließlich fuhr ich in das nahe gelegene Tierheim.

Vielleicht hatte ihn dort jemand abgegeben?

Viele Katzen waren ins Tierheim gebracht worden und warteten in engen Käfigen auf ein liebevolles Zuhause. Ich schaute in jede Box und in jeden Käfig. Karli war nicht dabei.

Aus einer der Boxen blickten mich zwei riesengroße Augen an. Ein kleiner, rotgoldener Kater saß ganz still dort drinnen. In der erstaunlichen Begegnung mit dem tiefen Blick seiner Augen schien die Zeit einen Moment lang still zu stehen. Regungslos stand ich vor dem winzigen Käfig und hörte etwas in mir sagen: Diesen Kater musst du mitnehmen.

Sehr lautstark schaltete sich sofort mein Verstand ein: „Du suchst deinen Karli. Du nimmst keinen neuen Kater mit nach Hause.“ Meine Vernunft siegte und ich ging weiter. Nachts träumte ich tatsächlich von diesen Augen.

Am nächsten Tag fuhr ich nochmal ins Tierheim. Ich schaute in die Augen des kleinen rotgoldenen Katers. Ich musste einfach dort stehen und dieses winzige, wunderschöne Geschöpf ansehen. Doch wieder entschied die Vernunft: „Du nimmst jetzt keinen neuen Kater mit. Du suchst deinen Karli.“ Nachdenklich fuhr ich nach Hause.

Am Morgen darauf tat ich, was ich tun musste. Ich nahm den Katzentransportkorb und fuhr ins Tierheim. Diesmal nahm ich Merlin mit.

Und so begann sich die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft zu entfalten. Vom ersten Tag an schrieb ich meine Erlebnisse mit Merlin auf. Dieser kleine Kater kommuniziert seit dem ersten schicksalhaften Blick in seine Augen in genau der Art und Weise mit mir, wie es in diesem Buch zum Ausdruck kommt.

Im Jahr 2007 fand ich die Zeit, aus den festgehaltenen Momentaufnahmen das Buch zu schreiben, das Sie in den Händen halten.

Was Sie, liebe Leserin, lieber Leser, hier lesen, ist eine Geschichte über die Wachheit, Weisheit und Würde eines Katers und ebenso über die Herausforderung, die ein Mensch angenommen hat. Die Ebene der Kommunikation zwischen beiden ist eine Ebene, die hinter oder über dem persönlichen Alltagsbewusstsein liegt. Es ist die Ebene, auf der alles Leben ständig miteinander in Verbindung steht und Informationen austauscht. Auf dieser Ebene müssen Worte nicht unbedingt ausgesprochen werden, um sie zu verstehen.

Gedanken, Gefühle, Stimmungen und Gemütsregungen reichen aus und teilen sich mit, denn sie reisen schnurlos durch den Äther, um das Ziel zu erreichen, auf das sie gerichtet sind und das sie sicher durch die Gesetze der Anziehung finden.

Wenn wir offen sind für das, was auf unserem Weg liegt, und bereit sind, es zu beachten, dann kann das, was uns zuerst als Verlust und Tragik erscheinen mag, in eine neue Richtung führen und zu einer Bereicherung werden. Wenn wir uns von unserem Fühlen leiten lassen, auch wenn unser logischer Verstand es nicht versteht, kann es vorkommen, dass wir etwas geschenkt bekommen, ohne dass wir es uns gewünscht haben. Wir können, wie es in diesem Buch beschrieben ist, lernen, das Gute in jeder Situation zu erkennen und anzunehmen. Je weniger wir an unseren Erwartungen und vorgefassten Meinungen darüber festhalten, wie sich das Leben zu entfalten hat, umso mehr können wir über das Unerwartete staunen, das geschieht, wenn wir gerade nicht darauf vorbereitet sind. Und dieses Unvorhergesehene ist manchmal genau das, was wir für unsere Weiterentwicklung und unser Lernen und auch für unser Glück in diesem Augenblick benötigen. Auf nahezu geheimnisvolle Weise passt letztendlich immer ein Puzzlesteinchen ins andere.

Mein Karli war also verschwunden, und das war sehr schrecklich und traurig. Die Suche nach ihm führte mich ins Tierheim, wo Merlin auf mich wartete. Ich ging nach einigen Anläufen über die Vernunft, die mir Grenzen setzen wollte, hinweg. Ich lauschte auf das Anklopfen an der Tür zu einem Herzen und nahm Merlin mit. Nur dadurch konnte dieses Buch geschrieben werden. Obgleich mein Verstand sagte: „Du nimmst keinen neuen Kater mit nach Hause, denn du suchst nach deinem verschwundenen Karli“, war doch etwas „Anderes“ in mir stärker und siegte.

Wenn wir aufmerksam sind und auf dieses „Andere“ in uns hören, das sich in seltenen und kostbaren Augenblicken als stille Stimme oder als ein zartes Gefühl bemerkbar macht, dann entwickelt sich ein Prozess einer immer größer werdenden Übereinstimmung mit der eigenen inneren Führung. Diese innere Stimme oder Führung kommt nicht aus dem logischen Verstand, sie kommt aus jenem Bereich in uns, in dem wir mit dem kosmischen Herzen verbunden sind.

Merlin ist ein Kater, er ist ein Tier. Können Katzen, Kater oder andere Tiere sprechen? Können sie das, was wir Menschen denken nennen? Haben sie Gefühle? Wissen sie etwas über die Zusammenhänge des Lebens? Sind sie vielleicht sogar weise? Sehen sie hinter die Schleier, die über der menschlichen Alltagswelt liegen? Können sie Dinge hören, die unseren Ohren verborgen sind? Können sie träumen? Leben sie in Bilderwelten? Verstehen sie? Sind sie lernfähig? Wissen sie um Energien, Frequenzen und Schwingungen und darum, wie diese in ein Gleichgewicht gebracht werden können? Meditieren Katzen? Sprechen sie eine Sprache, die wir Menschen lernen können, zu verstehen? Verstehen Tiere unsere Sprache? Haben sie eine besondere Aufgabe? Auf welche Weise nehmen Katzen, Kater, andere Tiere und Lebewesen die Welt um sich herum wahr? Können Katzen gutes von schlechtem Essen unterscheiden? Können sie sehen oder fühlen, ob ein Mensch liebevoll ist? In welcher Situation gesellt sich eine Katze zu einem Menschen, wann läuft sie davon?

Es gibt viele Berichte von Menschen, die auf inneren Ebenen mit Tieren, Steinen, Kristallen, Pflanzen und Landschaften kommunizieren. Für diejenigen, die Beweise brauchen, gibt es die eindrucksvollen Fotos der Kirlian-Fotografie, die das Empfinden von Pflanzen dokumentiert und dargestellt haben. Es wurden folgende Versuche durchgefüht:

Pflanzen wurden verschiedenen Gedanken und unterschiedlichen Musikarten ausgesetzt, zum Beispiel klassischer Musik von Mozart oder Heavy Metal Musik. Auf den Fotos, die gemacht wurden, ist zu sehen, dass die Pflanzen sehr genaue Reaktionen zeigten. Es wird deutlich, dass sich die Energiefelder der Pflanzen zu harmonischen Mustern ordneten, wenn im Raum klassische Musik gespielt wurde. Chaotische Muster von Angst und Ablehnung wurden auf den Fotos sichtbar, wenn die Pflanzen chaotischer Rockmusik bzw. Heavy Metal Musik ausgesetzt wurden.

Die Kirlian-Fotos konnten das Empfinden der Pflanzen, das wir in unserem Alltagsbewusstsein meist nicht wahrnehmen, in für unsere Augen sichtbaren Bildern darstellen. Wenn nun Pflanzen verschiedene Gedankenenergien und Geräusche (Musik) empfinden und ihr Empfinden sogar ausdrücken, können wir dann auch davon ausgehen, dass ein hochsensibles Wesen wie eine Katze wahrnimmt, empfindet und versteht, was um sie herum vorgeht?

Was ich im Zusammenleben mit Merlin erfahren und aufgeschrieben habe, enthält einige Antworten auf solcherart Fragen.

Dieses Buch ist für all diejenigen geschrieben worden, die tief innen diese Antworten suchen und sie vielleicht schon in der ein- oder anderen Form kennen. Es wurde auch geschrieben, um damit das wertvolle Geschenk der Freundschaft eines Tieres dankbar anzuerkennen. Und es wurde geschrieben, um Unterstützung zu geben und Mut zu machen dafür, auf die eigene, manchmal leise Stimme im Innern zu vertrauen.

Es ist auch für diejenigen geschrieben worden, die zur Seele einer Katze Zugang haben und schließlich für die, die sich ganz einfach erfreuen lassen und in ihrer Liebe zu Katzen bestärken lassen möchten.

Manchmal kann es Gott sein, der durch die Augen eines kleinen Katers schaut, um uns ein Lächeln zu schenken.

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

Auf was bist du neugierig? Hat dich deine Liebe zu Katzen zu diesem Buch geführt? Oder war es dein Wunsch danach, mehr über das Glückerschaffen zu erfahren?

War es Merlin selbst, der entlang feiner Energiefäden, die sich durch das Feld aus Licht bewegen, dich erspürt und erreicht hat? War es der Klang seines Namens, der dich an etwas erinnert hat?

Was es genau war, kann wahrscheinlich niemand mit Bestimmtheit sagen. Sicher ist jedoch, dass irgendetwas dich dazu bewogen hat, dieses Buch in die Hand zu nehmen.

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie wir Menschen mit Tieren kommunizieren können, wie wir ihr wirkliches Wesen wahrnehmen können und auch darüber, wie Menschen Tiere behandeln? Ob wir Menschen Tiere achten und schätzen, zeigt, wie viel wir davon verstanden haben, dass alles in der Welt, im Leben und im gesamten Universum miteinander in Verbindung steht. Alles auf der Erde und im Kosmos befindet sich in einem ständigen, ununterbrochenen Informationsaustausch. Jedes Tier, jeder Mensch, jede Pflanze, jeder Stein, jedes sichtbare und unsichtbare Wesen ist einzigartig und schön. Jedes Einzelwesen ist eine kleine Insel aus Lebensenergie, die zu Form geworden ist und sich inmitten eines Ozeans aus All-Substanz bewegt.

Jede ihrer Regungen wogt durch diesen Ozean und teilt sich allen anderen kleinen Inseln mit.

Wir atmen die All-Substanz aus dem unsichtbaren, uns umgebendem Feld aus Lichtfrequenzen und Lebensenergie in uns ein und wir atmen ständig etwas in dieses Feld hinein. Wir sind Einzelwesen und doch existiert nichts und niemand getrennt voneinander. Wir schwingen alle miteinander in diesem Ozean aus formloser, intelligenter, erschaffender Kraft.

Hast du einmal im Herbst ein Spinnennetz betrachtet, das zwischen den Zweigen eines Wildrosenbusches hängt, dessen Blätter schon abgefallen sind? Einzelne Tropfen haben sich in dem feinen, silbrig schimmernden Gewebe verfangen und glänzen mit dem Morgentau um die Wette. Fällt nun an einer Stelle etwas auf einen der Fäden, beginnt das gesamte zarte Gebilde aus fast unsichtbaren Lichtfäden zu schwingen. Wären unsere Ohren fein genug, so könnten wir den leisen, summenden Ton hören, den dieses Schwingen erzeugt.

In der gleichen Weise verursachen die Flügelschläge eines Schmetterlings, der in unserem Garten fliegt, zarte Wellen, die sich tanzend und singend bis hin zu fernen Sternen im galaktischen Raum bewegen und das Schnurren einer Katze findet im gesamten Weltall sein Echo.

Tiere sind unsere Brüder, sie sind verstehende, tief empfindende und fühlende Geschöpfe. Sie haben eine besondere Aufgabe übernommen. Sie helfen uns unter anderem dabei, Zusammenhänge zu erkennen, über die wir möglicherweise bisher noch nie nachgedacht haben. Und sie lehren uns etwas sehr Großes, nämlich Mitgefühl, Liebe und Geduld zu entwickeln. Wenn wir beginnen, mit dem Herzen zu sehen, kann durch einen Kater wie Merlin, der die Hauptrolle in diesem Buch spielt, Licht, Glück und viel Freude in jeden Tag hinein kommen. Sehr oft ist etwas ganz anders, als es zuerst scheint.

Wenn wir bereit sind, unsere eingefahrenen Denkpfade zu verlassen und neue Wege zu gehen, können wir neue Dinge erleben und wir sehen und erfahren mehr als das uns bis dahin so vertraute Altbekannte.

Das, was wir gewohnt sind, erleben wir nur immer und immer wieder, wenn wir im alten Denken und in den alten Erwartungen stecken bleiben und wenn wir auch weiterhin so handeln, wie es bequemer und einfacher ist. Es ist ganz sicher nicht für jeden Menschen leicht, aus seinem warmen, gemütlichen Kokon heraus zu schlüpfen, denn er hat sich an diesen gewöhnt – er ist ihm inzwischen zu einer zweiten Haut geworden und erscheint ihm sicher. Warum sollte man also mutig sein und et was Unübliches wagen? Warum sollte der Mensch anfangen, ungewohnte und ungewöhnliche Gedanken zu denken? Bringt das nicht Unbequemlichkeit, Veränderung und Angst vor dem, was uns unbekannt ist, mit sich?

Wenn der Schmetterling nicht aus seinem Kokon schlüpft, sobald die Zeit dafür gekommen ist, stirbt er, weil es irgendwann zu eng und zu dunkel darin wird und es dann nichts mehr gibt, was ihn nährt und versorgt.

Der Schmetterling muss sich geradezu aus seinem Kokon heraus kämpfen. Bei diesem Kampf mobilisiert er all seine Kraft, um es zu schaffen, in die Freiheit zu fliegen. Es bedeutet für ihn eine ungeheure Anstrengung, sich aus seinem verklebten Zustand des Eingewickeltseins heraus zu entfalten. Nur mit der vorwärts drängenden Absicht des Lebens selbst schafft er es, seine Flügel auszubreiten, um endlich frei fliegen und in der Sonne tanzen zu können.

Ein Schmetterlingsforscher wollte einem Schmetterling bei seinem Freiheitskampf helfen und zerbrach von außen den Kokon, damit der Schmetterling schneller heraus kommen könne. Dieser Schmetterling war nicht lebensfähig. Er starb, weil er nicht im Kampf gegen seine ihn einsperrenden engen Grenzen die Kräfte erworben hatte, die er gebraucht hätte, um lebensfähig zu sein.

Wir haben uns alle auf die eine oder andere Art und Weise in unterschiedlichste Kokons eingesponnen und uns häuslich darin eingerichtet. Doch genauso wie der Schmetterling haben wir Kämpfe zu bestehen, die nur wir selbst gewinnen können. Wir erstarken und verwandeln uns, wenn wir den Kampf aufnehmen und uns der Herausforderung stellen. Wie für den Schmetterling wartet auch für uns auf der anderen Seite die Freiheit.

Merlin hat sich auf den Weg gemacht um dabei zu helfen, viele kleine und größere Kokons verlassen zu können: Gedanken-Kokons, Gewohnheiten-Kokons, Bequemlichkeiten-Kokons und Angst-Kokons. All das wusste ich jedoch damals, als diese Geschichte begann, noch nicht. Es schien ganz anders zu sein. Die Ereignisse nahmen – von höherer Weisheit gesteuert – ihren eigenen Lauf und enthüllten mehr und mehr erstaunliche Zusammenhänge.

Merlin, du bist einzigartig und ich danke dir dafür, dass du in mein Leben gekommen bist, mich unbeschreiblich viel lehrst und mir zeigst, wie ich liebevoller, geduldiger, gelassener, offener, flexibler, toleranter, beweglicher, stärker, sicherer, weiser, nachgiebiger, verständnisvoller und mutiger sein kann. Und du zeigst mir, wann ich aufstehen muss um einen bequemen, warmen Kokon und den Raum, in dem ich mich wohnlich eingerichtet habe, zu verlassen, damit wirkliche Veränderung, Neuwerdung und Wachstum geschehen kann.

Und jetzt beginnt die Geschichte von Merlin, einem einzigartigen und klugen Kater, der zu Recht einen großen Namen trägt. Er wartete in einer Box, dort, wo ein Mensch auf seinem Weg in eine, wie er dachte, ganz andere Richtung unterwegs war. War es Vorsehung, dass sich genau dieser Kater und dieser Mensch trafen?

Dieses Buch ist mehr als nur eine einfache Geschichte.

Wir können tiefe Wahrheiten und Geheimnisse durch das Zusammenleben mit Tieren, und besonders mit einem Kater wie Merlin, entdecken und verstehen – immer dann, wenn wir unserer inneren Wahrnehmung und dem Ruf unseres Herzens vertrauen.

Merlin ist wunderschön. Er hat goldfarbenes, glänzendes, weiches Fell. Seine großen Augen blicken wissend und friedvoll in die Welt. Mit den Jahren ist aus ihm ein erwachsener und starker

Kater geworden. Er lebt und erschafft sich sein Leben so, wie er es sich wünscht – jeden Tag aufs Neue...

Er glaubt daran, dass es seine Bestimmung ist, glücklich zu sein und sein Glück mit anderen zu teilen. Merlin erfüllt die Absicht, die ihn ins Leben gerufen hat und lebt aus Freude am Sein. Die Farbe seines Fells und seiner Augen lässt uns dies gleich auf den ersten Blick erkennen.

Doch Merlin wird nun selbst erzählen, wie alles begann und wie sich sein Leben entfaltet hat. Er spricht mich, die ich dies aufgeschrieben habe und auch dich, den Leser, die Leserin, dabei oft ganz direkt an. Einiges wird Sinn für dich machen, anderes lässt vielleicht Fragen offen, die erst beim nochmaligen Hinschauen eine Antwort finden werden.

Jede Reise beginnt mit dem ersten kleinen Schritt, deshalb schlage nun eine neue Seite auf...

Teil 2

Merlin erzählt

Wege kreuzen sich

ICH BIN MERLIN, ein Kater, der es wirklich gut getroffen hat. Nach all den Schwierigkeiten, mit denen mein Leben begann, hätte es auch anders ausgehen können, wenn, ja, wenn ... Aber ich will der Reihe nach erzählen.

Als ich noch ganz klein war, nahm meine Katzenmutter uns Katzenkinder mit auf einen Streifzug durch die Felder. Ich wollte an einer Ecke noch etwas länger spielen und lief deshalb nicht sofort beim ersten Rufen meiner Mutter zu ihr und meinen anderen Katzengeschwistern, um ihnen zu folgen. Nach einer Weile waren sie verschwunden und ich war ganz allein.

Ich schrie fürchterlich laut nach ihnen, aber leider hat meine Mutter mich nicht mehr gehört. Ein Mensch jedoch, der dort in der Nähe vorbeiging, hörte mein klägliches Miauen, kam zu mir und schaute auf mich herunter. Dann kam noch ein Mensch dazu. Die beiden tuschelten miteinander. Einer von beiden streckte seinen Arm nach mir aus. Seine eiserne Hand packte mich im Nacken und hob mich hoch. So sehr ich auch fauchte und mich wehrte, der Mensch hielt mich ganz fest und steckte mich dann in eine Tasche oder etwas Ähnliches hinein. Nun ging es mit einem Auto bergauf und bergab.

Ich fürchtete mich sehr. Ich fühlte, dass ich mich immer weiter von meiner Mutter entfernte.

Schließlich hielt das Auto an und ich wurde in der Tasche in ein Haus getragen. Ich roch, dass hier viele Tiere sein mussten und wurde ganz aufgeregt. Vielleicht brachten sie mich ja doch zu meiner Mutter und meinen Katzengeschwistern? Die Menschen redeten eine Weile und dann wurde die Tasche einen schmalen Spalt breit geöffnet. Wieder packte mich eine starke Hand, hob mich heraus und schob mich in einen kleinen Käfig. Die Gittertür des Käfigs wurde schnell zugemacht. Heraus konnte ich nicht, aber ich konnte zwischen den Stäben hindurch sehen. Nach Umhersehen war mir aber nicht zumute. Vor lauter Aufregung musste ich mal und machte alles nass. Jemand öffnete vorsichtig die Gittertür, schob eine Schale herein mit etwas, das ähnlich war wie Sand. Aha, das war wohl die Stelle, wo ich reinmachen konnte, wenn ich mal musste. Ein kleiner Napf mit Wasser wurde mir ebenfalls hingestellt und ein zweiter mit etwas Essbarem.

In dieser engen Box lebte ich nun tagein, tagaus, ohne dass ich auch nur ein einziges Mal heraus gehen durfte. Neben mir und um mich herum lebten noch andere Katzen in solchen kleinen Gefängnissen. Manche von ihnen miauten, weil sie zu ihrer Mutter oder in die Freiheit oder zu einem lieben Menschen wollten, der ihnen das Fell krault. Wir bekamen regelmäßig zu essen und auch die „Sandkisten“ wurden jeden Tag sauber gemacht, jedoch dies war nun wirklich kein Leben nach meinem Geschmack. Ich war gefangen. Ganz tief in mir ahnte ich jedoch, dass sich die Tür dieser Box einmal ganz weit öffnen und ich heraus gehen würde.

Ich hatte nun sehr viel Zeit. Ich steckte in einer Situation fest, die ich nicht ändern konnte. Es machte keinen Sinn, mich aufzuregen, zu kämpfen oder auch nur zu versuchen, mich in dieser Enge bewegen zu wollen.

Ich musste mich ruhig verhalten. Es war gerade so wenig Platz neben der Scharrkiste, dass ich mich hinlegen konnte. Das Einzige, was ich im Überfluss hatte, war Zeit. Ich lernte schon sehr früh eine wichtige Lektion: „Bedauere nicht das, was du nicht hast, sondern mache das Beste aus dem, was dir zur Verfügung steht.“

Anstatt meine Zeit mit Miauen, Schreien, mich Beschweren, mit Ungeduldigsein oder mit Versuchen, aus der Box zu entkommen, zu verbringen, was reine Zeitverschwendung gewesen wäre, konnte ich sie genauso gut dafür nutzen, etwas zu tun, was mich meinem Ziel näher bringen würde, ein Leben in Freiheit und Erfüllung zu leben.

Also beschäftigte ich mich mit dem, was Katzen oft tun, wenn sie ganz still daliegen: Mit Bildern. Bildern nennen wir Katzen das, was ihr Menschen Meditation oder konzentriertes Nachdenken oder Sich-mit-seinem-eigenen-Herzen-Verbinden nennt. Ich legte dazu beide Vorderpfoten nahe an mein Herz, um meinen Herzschlag zu fühlen. Dies ist die Haltung, in der wir Katzen uns am leichtesten in eine Stimmung hinein versetzen können, in der Bilder aus den tiefen Schichten unseres Seins aufsteigen und sich uns zeigen.

Wenn ich auf diese Weise mit meinem Herzen verbunden war, wurde ich ganz ruhig. Ich sah meinen Weg vor mir liegen – einen Weg dorthin, wo ich das tun könnte, wofür ich auf der Welt war. Ahnungen und Träume wurden in mir lebendig und je tiefer ich mich auf sie konzentrierte, desto deutlicher wurden sie im Laufe der Zeit. Ich bilderte, träumte oder meditierte von einem idealen, lieben und geduldigen Menschen, einem Garten mit einem großen Katzenminzebusch, einem Feld mit Mäusen, einer Sandkuhle in frischer Luft unter einem schattigen Strauch, von leckerem Essen und von warmer Milch.

In unseren Träumen liegt die Absicht und Kraft, sich zu verwirklichen, genauso wie im Apfelkern, der im Apfel schläft, die Kraft und der Plan steckt, ein großer, fruchtbarer Apfelbaum mit vielen saftigen Äpfeln zu werden. Wenn ein Apfel unreif gepflückt wird, sind die Apfelkerne noch weiß und nicht ausgereift. Wie im Apfelkern die Lebenskräfte Zeit brauchen, um sich zu sammeln, brauchen auch unsere Ahnungen und Träume Zeit zum Reifen, damit sich, wenn es soweit ist, etwas Starkes und Großartiges daraus entwickeln kann.

Indem ich mich auf das Bildern konzentrierte, verband ich mich immer tiefer mit meinen Träumen. Unsere Träume zeigen uns den Weg zu den Sternen. Sie sind gleichzeitig Erinnerungen, die in unserer Seele liegen – Erinnerungen an Schönheit und Vollkommenheit und an Ereignisse, die noch durch uns geschehen wollen. Je deutlicher wir unsere Träume sehen und fühlen, desto genauer können sie, wenn ihre Zeit gekommen ist, im Leben zu unserer Wirklichkeit werden. Da ich nichts anderes zu tun hatte, vertiefte ich mich in meine Träume und gab ihnen auf diese Weise Kraft und Energie. Dadurch, dass ich meine Aufmerksamkeit auf sie gerichtet hielt, half ich ihnen dabei, dass sie sich schnell und genau verwirklichen konnten.

Ich saß in einer engen Box, aber ich wusste, dass es der Sinn und die Aufgabe meines Lebens ist, in Freiheit zu leben und das Leben eines Menschen zu bereichern. Ich habe einmal gehört, wie ein Kind ein wunderbares Lied gesungen hat, vielleicht kennst du es:

Die Gedanken sind frei.

Wer kann sie erraten?

Sie fliegen vorbei.

wie nächtliche Schatten.

Kein Mensch kann sie wissen,

kein Jäger erschießen.

Es bleibet dabei:

Die Gedanken sind frei.

(Altes Volksgut)

In jeder Situation, in der wir sind – mag sie auch noch so aussichtslos erscheinen – haben wir unsere Gefühle, Träume, unsere Ahnungen und die Energien, die ihr Menschen Gedanken nennt. Sie gehören nur uns und wir können uns durch sie mit allem verbinden, was wir uns vorstellen können und mit allem Guten, was wir uns ersehnen.

Wir brauchen nicht erst in ein Gefängnis gesteckt zu werden, um das herauszufinden. Jeden Morgen beim Aufwachen und in jedem Moment während des Tages und während der Nacht können wir unsere eigenen Bilder und Träume erschaffen. Wir können immer an die Verwirklichung dessen glauben, was wir uns wünschen. Unsere äußere Welt gestaltet sich um die Bilder, Gefühle und Gedanken herum, die wir in unserer Innenwelt sehen. Ich sah in mir Bilder meiner zukünftigen Welt voller Glück entstehen. Und ich hielt meine Aufmerksamkeit immer auf die Freiheit gerichtet, die ich einmal erleben wollte.