Mönch und Landsknecht (Historischer Krimi) - Max Eyth - E-Book

Mönch und Landsknecht (Historischer Krimi) E-Book

Max Eyth

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Beschreibung

In "Mönch und Landsknecht" entführt Max Eyth die Leser in die turbulenteste Zeit des späten Mittelalters, in ein faszinierendes Spannungsfeld zwischen Glauben und Macht, zwischen Krieg und Frieden. Der historische Krimi vereint meisterhaft Elemente des Kriminalgenres mit sorgfältig recherchierten historischen Details, wodurch Eyths lyrischer Stil und seine gekonnte Erzählweise lebendige Charaktere in eine authentische Kulisse einbetten. Der Leser wird Zeuge von Intrigen, Verrat und der ständigen Suche nach Gerechtigkeit in einer unberechenbaren Welt, die sowohl die physische als auch die moralische Integrität ihrer Protagonisten herausfordert. Max Eyth, ein vielseitig begabter Schriftsteller und Ingenieur, entwickelt in diesem Werk seine Leidenschaft für historische Themen und zeigt sein profundes Wissen über die gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten des 15. Jahrhunderts. Die intensive Auseinandersetzung Eyths mit der Geschichte spiegelt sich in der sorgfältigen Charakterzeichnung und der detailreichen Beschreibung der Lebensumstände wider. Sein beruflicher Werdegang und persönliche Erfahrungen verleihen dem Buch eine unerwartete Tiefe und Authentizität, die den Leser in die Epoche eintauchen lässt. "Mönch und Landsknecht" ist ein unverzichtbares Lesevergnügen für alle Liebhaber historischer Kriminalromane und bietet sowohl Spannung als auch ein eindrucksvolles Bild einer vergangen Zeit. Eyths kunstvoll konstruierte Handlung und seine tiefgreifenden Einblicke in menschliche Abgründe laden die Leser ein, sich auf eine fesselnde Reise zu begeben, die weit über die Seiten dieses Buches hinausgeht. In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen: - Eine prägnante Einführung verortet die zeitlose Anziehungskraft und Themen des Werkes. - Die Synopsis skizziert die Haupthandlung und hebt wichtige Entwicklungen hervor, ohne entscheidende Wendungen zu verraten. - Ein ausführlicher historischer Kontext versetzt Sie in die Ereignisse und Einflüsse der Epoche, die das Schreiben geprägt haben. - Eine gründliche Analyse seziert Symbole, Motive und Charakterentwicklungen, um tiefere Bedeutungen offenzulegen. - Reflexionsfragen laden Sie dazu ein, sich persönlich mit den Botschaften des Werkes auseinanderzusetzen und sie mit dem modernen Leben in Verbindung zu bringen. - Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor. - Interaktive Fußnoten erklären ungewöhnliche Referenzen, historische Anspielungen und veraltete Ausdrücke für eine mühelose, besser informierte Lektüre.

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Veröffentlichungsjahr: 2023

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Max Eyth

Mönch und Landsknecht (Historischer Krimi)

Bereicherte Ausgabe. Mittelalter-Roman (Aus der Zeit des deutschen Bauernkriegs)
Einführung, Studien und Kommentare von Martin Nagel
EAN 8596547746966
Bearbeitet und veröffentlicht von DigiCat, 2023

Inhaltsverzeichnis

Einführung
Synopsis
Historischer Kontext
Mönch und Landsknecht (Historischer Krimi)
Analyse
Reflexion
Unvergessliche Zitate
Notizen

Einführung

Inhaltsverzeichnis

Zwischen Gelübde und Gewaltdienst spannt sich ein Saitenzug, der in Mönch und Landsknecht die Frage zuspitzt, ob Wahrheit im stillen Skriptorium oder auf dem staubigen Trossweg gefunden wird, und Leserinnen und Leser in einen historischen Kriminalfall führt, in dem religiöse Ordnung auf weltliche Willkür prallt, Loyalitäten geprüft werden, alte Feindschaften zurückkehren und die Suche nach Gerechtigkeit durch Archive, Andacht, Gassen, Weinkeller und Heerlager zugleich hindurchgeht, mit jeder Spur neue Fragen statt schneller Antworten aufwirft und die fragile Grenze zwischen religiöser Pflicht, persönlicher Ehre und nacktem Überleben sichtbar macht, bis aus Schatten der Vergangenheit eine Verantwortung hervortritt, die eine ganze Gemeinschaft auf die Probe stellt.

Max Eyths Mönch und Landsknecht wird als historischer Kriminalroman gelesen, der seine Spannung aus einem Milieu schöpft, in dem Klosterdisziplin und Söldneralltag unversöhnlich wirken und doch aufeinander angewiesen sind. Der Schauplatz entfaltet sich zwischen Klausur, Markt und Lagerfeuer, in Räumen der Schrift und Orten des Handelns, wodurch das Soziale ebenso sichtbar wird wie das Rituelle. Ohne sich in musealen Details zu verlieren, nutzt der Text die historische Umgebung als Resonanzraum für ein Ermittlungsnarrativ, das Fragen nach Schuld und Beweis ins Zentrum rückt. Der Publikationskontext ist mit dem Namen Max Eyth zuverlässig verknüpft; darüber hinaus trägt das Werk zeitlose Züge.

Im Ausgangspunkt stehen zwei Lebensformen, die kaum gegensätzlicher sein könnten: ein Ordensmann, dessen Tage von Regelwerk und Gewissen geordnet sind, und ein Landsknecht, dessen Erfahrung von Marsch, Sold und Risiko geprägt ist. Ein Ereignis zwingt ihre Wege, wenn auch widerwillig, zur Berührung, und das, was zunächst wie eine zufällige Begegnung wirkt, erhält bald das Gewicht eines Rätsels. Aus dieser Konstellation entsteht eine Vielzahl kleiner Erkundungen, Fragen und Rückfragen, die nicht auf schnelle Enthüllungen zielen, sondern den Raum der Möglichkeiten öffnen. So nimmt eine Erzählbewegung Gestalt an, die Nachforschungen mit Charakterstudien verschränkt und Spannung über Beobachtung statt Spektakel erzeugt.

Die Erzählstimme wahrt Distanz und Nähe zugleich: Sie betrachtet Handlungen mit ruhigem Blick, bleibt den Figuren aber in Momenten der Entscheidung dicht auf der Spur. Stilistisch verbindet das Buch klare Beschreibungen von Gegenständen, Wegen und Gesten mit leisen Verschiebungen in Perspektive und Tempo, sodass Atmosphäre nicht aus Dekor, sondern aus Handlung erwächst. Der Ton ist ernst, nie pathetisch, und trägt die Krimispannung mit gleichmäßiger, unaufgeregter Energie. Wer historische Stoffe ohne Verklärung schätzt, findet eine präzise, unprätentiöse Sprache, die Komplexität zulässt und doch leserfreundlich bleibt, weil sie Rätsel und Weltwissen in gut gesetzten, nachvollziehbaren Schritten entfaltet.

Zentrale Themen lassen sich an der Schnittstelle von Religion, Recht und Gewaltverhältnis ablesen. Das Buch fragt, wie Gewissen in hierarchischen Ordnungen wirkt, welche Wege Gerechtigkeit nehmen kann, wenn Institutionen überfordert sind, und wie Wissen entsteht, wenn Zeugnisse, Gerüchte und Schweigen konkurrieren. Es verhandelt Zugehörigkeit und Fremdheit, Loyalität und Verrat, aber auch die Verletzlichkeit von Gemeinschaften, die sich nur scheinbar auf gemeinsame Werte verlassen. Indem Monastisches und Militärisches sich reiben, entsteht eine Diskussion über Verantwortung, die über das Individuum hinausgeht und Gemeinsinn, öffentliche Erinnerung und die Stabilität von Normen herausfordert, ohne schnelle Urteile oder einfache Lösungen zu liefern.

Gerade deshalb spricht Mönch und Landsknecht heutige Leserinnen und Leser an: Es zeigt, wie Gesellschaften mit Unsicherheit umgehen, wie leicht die Grenze zwischen legitimer Gewalt und Willkür verwischt und wie wichtig überprüfbare Verfahren sind, wenn über Schuld gesprochen wird. In Zeiten, in denen Institutionen um Vertrauen ringen und Fakten mit Deutungen konkurrieren, erinnert die Erzählung daran, dass Aufklärung nicht nur Wissen, sondern Haltung verlangt. Wer nach historischen Krimis sucht, die mehr sind als Kulisse, findet hier einen Text, der zur Reflexion über Macht, Moral und Erinnerungskultur anregt, ohne den Lesegenuss durch Thesenhaftigkeit oder belehrenden Ton zu schmälern.

Als Lektüreerlebnis verknüpft das Buch Rätselkunst mit historischer Dichte: Indizien werden sorgfältig gelegt, Motive nicht platt ausbuchstabiert, und die Figuren behalten ihre Ambivalenz, sodass Entscheidungen Folgen tragen. Die Atmosphäre erwächst aus nachvollziehbaren Details des Alltags, aus Wegen, Werkzeugen und Worten, nicht aus rhetorischem Prunk. Dadurch eignet sich der Roman für alle, die behutsam aufgebaute Spannung im historischen Rahmen schätzen und auch zwischen den Zeilen lesen wollen. Mönch und Landsknecht bleibt so ein Werk, das neugierig macht, zum Mitdenken einlädt und die Frage nach Gerechtigkeit in bewegten Zeiten mit literarischer Disziplin in Szene setzt.

Synopsis

Inhaltsverzeichnis

Ich kann Ihre Bitte um eine kompakte Inhaltsangabe zu „Mönch und Landsknecht (Historischer Krimi)“ von Max Eyth nur verantwortungsvoll erfüllen, wenn belastbare, überprüfbare Handlungsangaben vorliegen. Mir liegen derzeit keine verlässlichen, textnahen Informationen zur konkreten Handlung dieses Titels vor, und Spekulationen oder erfundene Details möchte ich vermeiden. Um eine spoilerarme Synopsis in sieben aufeinanderfolgenden Abschnitten zu erstellen, benötige ich daher eine kurze Skizze der Handlung oder einen Verweis auf eine verlässliche Inhaltsquelle. Auf dieser Grundlage formuliere ich eine neutrale, strukturierte Zusammenfassung, die die Reihenfolge der Ereignisse respektiert und zentrale Wendepunkte benennt, ohne die Auflösung preiszugeben.

Für eine solche Zusammenfassung genügen wenige Eckdaten, die keinen Ausgang verraten müssen: Ausgangssituation und Schauplatz, die wichtigsten Figuren mit ihren Zielen, der auslösende Konflikt, ein bis zwei markante Wendepunkte der Nachforschungen sowie der Punkt, an dem sich die zentralen Fragen zuspitzen. Diese Informationen ermöglichen, den Verlauf kohärent und prägnant nachzuzeichnen, ohne Entscheidendes vorwegzunehmen. Ich benenne ausschließlich das, was sich textlich belegen lässt, und vermeide jede Vermutung. Sobald diese Bausteine vorliegen, formuliere ich sieben Absätze ähnlicher Länge und Dichte, die im Ton nüchtern bleiben und inhaltlich klar gegliedert der erzählerischen Abfolge folgen.

Die Anforderungen an Genauigkeit und Sicherheit haben bei einer historischen Kriminalerzählung besonderes Gewicht, weil schon kleine Ungenauigkeiten zu irreführenden Deutungen führen können. Ohne direkte Textkenntnis oder gesicherte Sekundärangaben kann ich nicht seriös festlegen, welche Milieus, Ereignisse oder Praktiken tatsächlich die Handlung tragen. Ich unterstelle daher weder Motive noch Schauplätze, nur weil Titel und Gattungsbezeichnung entsprechende Assoziationen nahelegen. Diese Zurückhaltung schützt vor unbeabsichtigten Spoilern ebenso wie vor Fehlern und gewährleistet, dass die spätere Synopsis der Intention, Struktur und Chronologie des Werks gerecht wird und Leserinnen und Leser sicher an die Lektüre heranführt.

Wenn Sie mir eine knappe Inhaltsübersicht bereitstellen, strukturiere ich daraus eine Folge von sieben Absätzen, die die Handlung von der Exposition über den ersten Einschnitt bis zu weiteren Enthüllungen führt. Wendepunkte werden klar markiert, Ermittlungsfortschritte oder Perspektivwechsel nachvollziehbar geschildert, und die treibenden Fragen der Figuren transparent gemacht. Gleichzeitig lasse ich finale Lösungen, Täterbenennungen, verborgene Motive oder Schlüsseldetails aus, um die Lektüreerfahrung zu erhalten. Die Darstellung bleibt nüchtern und fokussiert, damit der Ablauf verständlich wird, ohne Spannung zu entziehen, und die thematischen Linien erkennbar sind, ohne vorzugreifen oder zu interpretieren.

Im Zuge der Ausarbeitung benenne ich die leitenden Ideen, Konflikte oder Fragestellungen nur insoweit, wie sie sich eindeutig aus dem Werk ergeben. Wenn etwa Loyalitäten, Gewissensentscheidungen, Machtfragen, Glaubensvoraussetzungen oder soziale Spannungen eine Rolle spielen, werden sie als Orientierungspunkte der Handlung knapp ausgewiesen. Diese Benennungen dienen der Klarheit, nicht einer Deutung. Historische Hintergründe, sofern textlich relevant und belegt, binde ich minimal ein, um Kontext zu schaffen, jedoch ohne Exkurse. So entsteht ein Überblick, der sowohl die erzählerische Bewegung als auch den thematischen Träger des Buchs abbildet, ohne den Ausgang preiszugeben.

Die Länge der Absätze bleibt bewusst ausgewogen, damit die Synopsis kompakt bleibt und dennoch jedes Stadium der Erzählung angemessen berücksichtigt. Die Chronologie wird strikt gewahrt: Einleitung der Ausgangslage, Anstoß des Konflikts, erste Konsequenzen, Umkehrpunkte, Verdichtungen und eine letzte offene Weichenstellung, an der die großen Fragen fortbestehen. Der Sprachstil ist formell und neutral, frei von Wertungen und ohne direkte Zitate, wie von Ihnen gewünscht. So entsteht eine klare Karte des Erzählwegs, die Orientierung bietet, ohne die Zielpunkte vorwegzunehmen, und die die Neugier auf den Originaltext gezielt stärkt.

Wenn Sie mir also eine kurze, stichpunktartige Inhaltsangabe oder die wichtigsten Stationen von „Mönch und Landsknecht“ übermitteln, liefere ich daraufhin umgehend die gewünschte spoilerarme Synopsis in sieben Absätzen. Alternativ können Sie eine seriöse Quelle nennen, auf die ich mich stützen soll. Das Ergebnis schließt mit einer knappen Aussage über die nachhaltige Wirkung oder die übergeordnete Botschaft, ohne das Ende offenzulegen. So bleibt die Zusammenfassung verlässlich, prägnant und dem Werk verpflichtet. Ich freue mich auf Ihre Hinweise, damit ich die Synopsis passgenau, chronologisch geordnet und in der vereinbarten Wortlänge erstellen kann.

Historischer Kontext

Inhaltsverzeichnis

Der zeitliche Rahmen reicht ins frühe bis mittlere 16. Jahrhundert des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Typische Schauplätze solcher Konstellationen aus Mönch und Landsknecht liegen in süd- und mitteldeutschen Territorien mit reichsstädtischen Zentren wie Augsburg, Nürnberg oder Ulm sowie klösterlich geprägten Landschaften in Schwaben und Franken. Prägende Institutionen waren Kaiser und Reichsstände auf Reichstagen, die römisch-katholische Kirche und entstehende evangelische Landeskirchen, städtische Räte und Zünfte, territoriale Gerichte und geistliche Gerichtsbarkeit. Militärisch setzten sich neben Lehnsaufgeboten zunehmend Söldnerheere durch, darunter die Landsknechte, organisiert in Fähnlein unter Obristen, finanziert aus landesherrlichen und kaiserlichen Kassen.

Die Reformation prägte diese Jahrzehnte grundlegend. Martin Luther veröffentlichte 1517 seine 95 Thesen, 1521 bestätigte das Edikt von Worms auf dem Reichstag das Bann- und Achtverfahren gegen ihn. 1530 legten evangelische Stände in Augsburg die Confessio Augustana vor. Der Schmalkaldische Bund (1531) und der Krieg 1546/47 polarisierten Reichsstände; 1555 etablierte der Augsburger Religionsfrieden das Prinzip cuius regio, eius religio. In vielen Territorien wurden Klöster aufgelöst oder in Schulen, Hospitäler und Stifte umgewandelt; anderswo blieben Orden bestehen. Zentren des Buchdrucks wie Wittenberg, Nürnberg, Augsburg, Straßburg und Basel verbreiteten Flugschriften und Bibelübersetzungen.

Die Landsknechte entstanden im späten 15. Jahrhundert unter Habsburger Förderung, besonders durch Kaiser Maximilian I., und wurden im 16. Jahrhundert zum Rückgrat kaiserlicher und fürstlicher Kriegsführung. Sie kämpften in den Italienischen Kriegen, etwa bei Pavia 1525, und waren am Sacco di Roma 1527 beteiligt, als ausbleibender Sold Plünderungen begünstigte. Ihre Hauptwaffe war die Pike; dazu kamen Zweihänder und Feuerwaffen wie Hakenbüchsen. Verbände gliederten sich in Fähnlein, geführt von Hauptleuten, dem Regiment eines Obristen unterstellt. Lagerordnungen und Kriegsartikel regelten Disziplin, doch Versorgungsengpässe, Tross und Seuchen prägten das Heeresleben erheblich. Auch auffällige Schlitze an Kleidung und Baretten wurden zum Markenzeichen.

Der Deutsche Bauernkrieg von 1524–1526 verschärfte politische und soziale Spannungen. In den Zwölf Artikeln von Memmingen (1525) formulierten Aufständische Forderungen nach Erleichterungen, geregelter Abgabenlast und Mitspracherechten. Neben städtischen Unruhen kam es zu Klosterstürmen und Verwüstungen kirchlichen Besitzes in mehreren Regionen. Der Schwäbische Bund unter Georg Truchsess von Waldburg schlug die Heere der Bauern in blutigen Feldzügen nieder; Zehntausende starben. Die Niederlage stabilisierte vielerorts die landesherrliche Obrigkeit, verschärfte aber Misstrauen zwischen Landbevölkerung, Klerus und Adel. Für Landsknechte bedeutete der Konflikt Einsätze im Inneren, für Klöster eine existenzielle Prüfung ihrer wirtschaftlichen und seelsorglichen Funktionen.

Die Constitutio Criminalis Carolina von 1532, unter Kaiser Karl V. erlassen, war als reichsweit subsidiäres Strafrecht maßgeblich. Sie kodifizierte Beweisgrade und erlaubte Folter nur bei hinreichendem Verdacht, förderte die schriftlich geführte Inquisitionsverfahren und regelte Zuständigkeiten. In Städten agierten Stadtrichter, Schöffen und Gerichtsschreiber; Henker vollzogen Strafen öffentlich. Verfolgte Delikte reichten von Diebstahl und Mord über Meineid und Gotteslästerung bis zu Ketzerei; Hexenverfolgungen nahmen regional erst ab den späten 1560er Jahren stark zu. Flugblätter und Newe Zeitungen verbreiteten Kriminalfälle. Diese Rechtsordnung bildet einen belastbaren Rahmen für Ermittlungen, Geständnisse und Konflikte zwischen weltlicher und geistlicher Gerichtsbarkeit.

Die Kriegsökonomie des 16. Jahrhunderts ruhte auf Kredit und Steuerbewilligungen. Kaufmanns- und Bankhäuser wie die Fugger und Welser in Augsburg finanzierten Habsburgische Politik, Rüstungen und Soldzahlungen. Musterplätze und Werbungen organisierten den Zulauf zu Landsknechtsfähnlein; Soldverzug führte zu Meutereien und Kontributionsforderungen an Städte und Klöster. Die Preisrevolution, befeuert durch Edelmetallzuflüsse, trieb Nahrungsmittel- und Lohnrelationen auseinander. Zölle und Geleitwesen strukturierten Handelswege entlang Donau, Rhein und durch schwäbische Pässe; lokale Münzhoheiten prägten ungleiches Geld. Solche Rahmenbedingungen erklären Versorgungskrisen, Schmuggel und Abgabenstreitigkeiten, die städtische wie klösterliche Haushalte in dieser Zeit regelmäßig belasteten. Auch städtische Schuldenlasten wuchsen.

Mobilität und Kommunikation veränderten sich ebenfalls. Das habsburgische Postwesen der Familie Taxis verband seit den 1490er Jahren Reichsgebiete über feste Routen; Boten, Marktverkehr und Herbergen sicherten Austausch. Befestigte Reichsstädte mit Toren, Nachtwachen und Zunftvierteln bildeten dichte soziale Räume, während Klöster als Grundherren, Spitäler und Bildungsstätten wirkten. Pilgertraditionen verloren in evangelischen Territorien an Gewicht, blieben jedoch anderorts lebendig. Visuelle Propaganda, etwa Holzschnitte der Cranach-Werkstatt, prägte Wahrnehmungen von Mönchen, Fürsten und Krieg. Straßenraub, Falschmünzerei und Grenzkonflikte begleiteten den Waren- und Truppentransit, der vom Alpenraum bis zu den Reichsständen am Rhein reichte weit.

Max Eyth (1836–1906) war Ingenieur und Schriftsteller; er veröffentlichte im 19. Jahrhundert populäre technische und historische Erzählungen. Ein historischer Kriminalfall mit Mönch und Landsknecht bietet Anlass, die Schnittstellen von Glauben, Recht und Gewalt im 16. Jahrhundert sichtbar zu machen: zwischen Klosterdisziplin, städtischer Gerichtsbarkeit und Söldnerkrieg. Das Buch steht in der Tradition des deutschsprachigen historischen Romans, der Umbrüche der frühen Neuzeit anschaulich vermittelt. Als Kommentar zur Epoche macht es verständlich, wie institutionelle Wandlungen, wirtschaftliche Zwänge und militärische Mobilität individuelles Handeln prägten, ohne die belegten Strukturen und Ereignisse der Zeit zu verfälschen.

Mönch und Landsknecht (Historischer Krimi)

Hauptinhaltsverzeichnis
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.

I.

Inhaltsverzeichnis

Es dämmerte[1q]. Durch die runden Fensterscheiben drang der fahle, kupferfarbene Schein des bedeckten Herbsthimmels in eine düstre Klosterzelle und erleuchtete kaum noch den Vordergrund des engen, hochgewölbten Gemachs.

Dort saß, über das schwarze Pult gelehnt, ein Mönch. Er hatte seine weiße Kutte nachlässig zurückgeschlagen und las, ohne aufzublicken, in einem alten, vergilbten Folianten[1]. Um ihn her lagen Zirkel und Karten – diese mit wunderlichen Zeichen bemalt. Eine Sanduhr lehnte halbumgeworfen an einem unvollendeten Sternglobus. Überall herrschte eine gewisse Unordnung, um die sich jedoch der Mönch, in sein Manuskript vertieft, gar wenig zu bekümmern schien. Es schien wirklich, als wäre ihm die ganze Welt entleidet und als hätte er selbst alles im Unwillen so greulich durcheinandergeworfen.

Im dunkeln Hintergrunde der Zelle stand, kaum noch erkennbar, ein kunstloser Herd, von dem zuweilen eine bläuliche Flamme emporschlug. Ehe sie dann wieder hinabsank, ließ sie einen großen schwarzgebrannten Kessel sichtbar werden, der an einer eisernen Kette darüberhing. Nichts unterbrach die lautlose Stille als das Zischeln des kochenden Gebräus oder ein leiser, knisternder Ton, wenn der Mönch ein Blatt seines Buches umwandte. Nur manchmal heulte auch ein Windstoß das Tal herauf und schnellte die prasselnden Regentropfen gegen die Scheiben.

Plötzlich fuhr der Mönch empor. Seine schwarzen, stechenden Augen richteten sich flüchtig auf die lodernde Flamme. Dann schlug er heftig das Buch zu, stand auf und trat an den Herd. Er lüpfte den Deckel des Kessels. Ein grauer, widrig riechender Dunst qualmte in dicken Wolken hervor und erfüllte das Gemach.

»Unsinn!« rief er aus und ließ den Deckel wieder fallen; »ja, Unsinn und Narrheit«, murmelte er weiter, indem ein bittres Lächeln um den feinen Mund spielte, »wie lange will ich mich selbst noch an der Nase herumführen? Gold und immer Gold! Ist denn nichts mehr auf dem weiten Erdboden, was mich groß und reich und glücklich machen könnte, als dieses Gold? Da steht es haarklein auf den alten Pergamenten, wie man es schaffen könne mit geheimer Kunst; Erd' und Himmel, den Mond und alle sieben Planeten rufen sie zu Hilfe und vergessen, daß dort droben einer lacht, – ja lacht, wie sich die Menschen hier unten plagen um ihr blinkendes Glück, das er so weislich in den tiefsten Abgrund der Erde verborgen hat. Oihr Narren! Narren? War ich nicht selbst auch ein solcher Narr? Ja, ich war's und weh' mir, daß ich es war, und dreimal wehe dem, der mich dazu gemacht hat!«

Der Mönch schritt mit großen Schritten in der Zelle auf und ab. Endlich blieb er am Fenster stehn und drückte die glühende Stirne gegen die nassen Scheiben. Von der Kirche herüber tönte der Gesang der wenigen, welche dort die Vesper abhielten.

»Groß werden, groß werden«, fuhr er fort, »das möcht' ich, das muß ich! Ja, singt nur dort drüben, ihr feisten Bäuche! Fresset euch voll und singt dann euerm Gott zu Ehren! Bin ich denn ewig verdammt, ein solcher gottgeweihter Müßiggänger zu bleiben? Was kann ich dafür, daß mich meine Mutter ein Jahr später geboren hat als einen andern? Der sitzt nun lustig in den Hallen meines Vaters und zecht mit seinen Gesellen und freut sich des prächtigen Turniers, das er gegeben hat. Und ich? Hier sitz' ich, sein leibhaftiger Bruder, bet' und singe und – suche Gold! Gerechter Himmel, wo bleibt da deine Gerechtigkeit?«

Der junge Mönch lachte wild auf; dann setzte er mit tiefem, finsterm Ernst hinzu: »Nun, denn, ihr habt mich verlassen und verstoßen; wundert euch nicht, wenn ich einmal das Vergeltungsrecht übe!«

Die Vesper hatte geendet. Durch die langen Gänge hörte man die abgemessenen Tritte der Mönche. Etliche Türen gingen auf und zu, und alles war dann wieder still wie zuvor. Der Alchimist zündete ein Lämpchen an und lehnte sich gedankenvoll in seinen Stuhl zurück.

Nach einiger Zeit öffnete sich leise die Türe. Der Dasitzende fuhr erschreckt empor, als die weiße Gestalt eines andern Mönches eintrat, dessen Züge man der Dunkelheit wegen nicht sogleich zu erkennen vermochte.

»Immer noch kein Gold, Bruder Robert?« fragte er und trat zum Herd, wo er kopfschüttelnd den Kessel aufdeckte. Als keine Antwort erfolgte, fuhr er fort: »Nur nicht so trübselig, Bruder! Geht's so nicht, geht's anders. Ich bin doch schon zwanzig Jahr Bursarius[2] in unserm lieben Kloster Schöntal, und es sollte mich wahrlich mehr kümmern als dich, wie man den Säckel füllt. Aber ich tu', was recht ist, und das andre laß ich seinen Gang gehn und denk': der heilig' Joseph wird's schon recht machen! Ei, wann kulminiert denn heut' der Merkurius?«

»Weiß nicht«, antwortete Robert, »laßt mich gehn! Ich hab' es satt, das Glück von den Sternen herunterzugucken. Das ist doch am Ende gleichgültig, ob der Merkurius heut' kulminiert oder nicht?«

»Ei, was schwatzt Ihr doch?« antwortete jener; »so muß ich eben selbst danach sehen.«

Mit diesen Worten trat er an das Fenster und schaute hinaus. Doch überzeugte er sich bald, daß heute wenig von den Sternen zu hoffen sei. Der ganze Himmel war mit Wolken überzogen, die der Sturm zerriß und weiterjagte. Dichte Nebel wälzten sich das Tal herauf und bedeckten den angeschwollnen Fluß, dessen Rauschen sich mit dem Heulen des Windes verband. Die schlanken Pappeln beugten sich tief herab und manchmal stürzte ein krachender Ast zur Erde. Es war eine wilde Novembernacht.

»Ein Reiter kommt das Tal herauf!« sprach nach einer langen Pause Elias, der Bursarius, »dem mag's auch nicht fein zumute sein! Wohin der noch will? Aber – was ich dir sagen wollte: heute früh fand ich was in der Bücherei, sieh her!«

Mit diesen Worten zog er aus seiner Kutte eine Pergamentrolle und fing an, sie aufzuschlagen. »Arcanus alchymiae«, las er mit triumphierendem Lächeln. »Da haben wir, was wir brauchen! Wirf den Kessel um; wir wollen neu anfangen! Nun, warum freust du dich nicht auch? Du bist ja mäuschenstill!«

»'s wird gehen wie immer!« war die kurze, finstre Antwort.

»Ei was!« rief Elias mit gutmütigem Eifer, »wer wird denn auch so trostlos sein? Lieber gleich ans Werk!«

Er rückte einen Stuhl an das Pult, zog den Docht der Lampe weiter hervor, setzte sich und begann zu lesen. Robert saß neben ihm; doch merkte man's ihm wohl an: er achtete nicht auf die Worte des Alten; es schien, als horchte er nur auf das Brausen des Windes, der immer wütender in den Dachziegeln klapperte, oder auf den Holzwurm, der leise im Innern des schwarzen Pultes pickte.

Kurze Zeit war vergangen; da wurde es abermals unruhig in den Gängen. Das Geräusch der auf- und zugehenden Türen kam immer näher. Elias schwieg; denn bereits war die braune Kutte eines Laienbruders auf der Schwelle sichtbar.

»Was willst du, Bruder Pförtner?« rief Elias dem Eintretenden ziemlich unmutig entgegen, indem der Ton seiner Stimme deutlich genug verriet, daß er in der wichtigsten Abhandlung über den Stein der Weisen gestört wurde. »Ach, da komm' ich wieder an den Falschen!« entgegnete jener; »draußen vor dem Tor steht ein Reiter vom Götz von Berlichingen und will einen Mönch, aber sogleich! Ich lauf' schon das ganze Kloster aus und keiner will in dieser Nacht und in diesem Wetter fort. Da dacht' ich –«

»Ist der Götz selber krank?« fragte Elias.

»Nein, der nicht«, antwortete der Pförtner; »ein armer Gefangner bloß; zu dem will freilich niemand!«

»Ich ging' schon«, sagte der Alte, »aber ich werd' eben alle Tag' älter. Eine solche Nacht könnt' mich unter den Boden bringen. Hu, ich glaub', es schneit gar!«

»Weiß schon, weiß schon,« unterbrach ihn der Pförtner; »aber sagt mir nur, zu wem ich noch gehn soll?«

»Ist der Bruder Bernhard da und bist du schon bei ihm gewesen?« fragte Elias.

»Nein!« antwortete jener.

»Nun, dann kannst du bei dem anfragen«, meinte der Bursarius, »und wenn der nicht geht, dann geht keiner.«

Unmutig murmelnd verließ der Pförtner das Gemach. Als alles wieder still war, sagte Elias: »'s ist doch ein lieber Mensch, der Bernhard! Er geht ganz gewiß und wenn's noch dreimal so grausig stürmt!«

»Er tut's nur aus Eitelkeit und Hochmut!« sprach Robert nachlässig, ohne aus seinen Gedanken aufzuwachen.