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Willkommen im Höllenschlund - Monster und Bestien greifen an! Band 2 der großen Actionreihe für Jungs. Der Fluss in Berrons Heimatstadt ist von den Dredmar vergiftet worden. Durch das Wasser werden Pflanzen zu fleischfressenden Monstern und immer mehr Menschen verwandeln sich in Zombies! Berron muss sich dem gigantischen Koloss Acido stellen. Der wird nicht ruhen, bis sein Gift alle Einwohner in willenlose Untertanen verwandelt hat. Nur Berron mit seinem halb dämonischen, halb menschlichen Blut kann ihn aufhalten. Dazu wagt er sich bis an den Rand des Höllenschlunds, wo ihn Acido mit einem heimtückischen Plan bereits erwartet. Kämpfe und gefährliche Bestien am laufenden Band! Für alle, die Abenteuer mit Monstern und Zombies lieben. Voller aufregender Kampfszenen. Genau das richtige Lesefutter für alle Helden, Spieler und Monsterjäger ab 8. Mit coolen Bildern und kurzen Kapiteln für einen schnellen Leseerfolg. Von den Machern von "Beast Quest". Bisher in der Reihe "Monster Attack" erschienen: Band 1: Angriff der Riesenechse Band 2: Schleim des Grauens Bald im Handel: Band 3: Biss der Höllenschlange Weitere Bände in Planung!
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Seitenzahl: 89
Veröffentlichungsjahr: 2021
Weitere Bücher in der Reihe »Monster Attack« im Arena Verlag:
Angriff der Riesenechse (Band 1)
Jon Drake
wurde 1985 geboren und lebt in London. Als Kind las er Vampirbücher, statt Hausaufgaben zu machen, und guckte bis spät in die Nacht Monsterfilme. Heute arbeitet er als Videogamedesigner und verbringt seine Freizeit am liebsten mit seinem Hund oder beim Fortnite-Spielen. »Monster Attack« ist Jon Drakes erste Buchreihe für Kinder.
Steve Sims
bemalt seit Kindheitstagen alles, was er zwischen die Finger bekommt. Vor über fünfzehn Jahren hat er das Zeichen zu seinem Beruf gemacht und arbeitet heute beim englischen Kreativbüro Dynamo, wo er unterschiedlichste Projekte im Medienbereich und Verlagswesen illustriert.
Jon Drake
Monster Attack
Schleim des Grauens
Aus dem Englischen von Jan Möller
Mit Bildern von Steve Sims
Ein Verlag in der
© 2021 Arena Verlag GmbH
Rottendorfer Str. 16, 97074 Würzburg
Copyright © 2020 by Working Partners Limited
Series created by Working Partners Limited
Alle Rechte vorbehalten
Mit besonderem Dank an Michael Ford
Aus dem Englischen von Jan Möller
- und Innenillustrationen: © Steve Sims/Dynamo Ltd.
Umschlaggestaltung: Juliane Lindemann
Satz: Malte Ritter
E–Book–Herstellung:
Arena Verlag mit parsX, pagina GmbH, Tübingen
E-Book ISBN978-3-401-80931-1
Besuche den Arena Verlag im Netz:
www.arena-verlag.de
Die Schwertklinge, die auf Berron Hyrall zusauste, leuchtete in strahlendem Gelb. Und das, obwohl die Schutzbrille den Rest seiner Umgebung zu einem trüben Dämmerlicht verdunkelte.
Berron sprang zurück, um dem Angriff auszuweichen. Der Luftzug der vorbeirauschenden Klinge strich über seine Haut. Sein Gegner Tobin, ein großer, muskulöser Gardist in schwarzer Uniform, kam aus dem Gleichgewicht und strauchelte. Berron nutzte die Gelegenheit, sich Raylas Attacke zu stellen. Sie war mit einem Speer bewaffnet, dessen Spitze ebenfalls vor Lux strahlte. Geschickt stieß sie in seine Richtung. Berron wich zurück und verleitete dadurch seine Gegnerin zu einem weiteren Angriff. Er hob einen Arm und wehrte die Speerspitze mit dem stachligen Handschuh seiner Wächterrüstung ab. Der Speer bohrte sich in die Wand hinter ihm. Berron drehte sich und ließ die Klinge aus der Panzerung an seinem Unterarm fahren. Mit lautem Krachen hackte er den Stiel des Speers in zwei Teile.
»He!«, brüllte eine Stimme. »Nicht die Trainingsgeräte kaputt machen!«
Berron und seine zwei Übungspartner drehten sich um. Der Kommandant der Stadtwache marschierte in seiner polierten Rüstung scheppernd auf sie zu.
»Tut mir leid, Captain Banestead!« Berron hob das Visier seines Helms.
Banesteads Gesichtsausdruck verdüsterte sich und sein Schnurrbart zuckte. »Es heißt jetzt Major Banestead, schon vergessen?«
Tobin musste ein Lachen unterdrücken und Banestead funkelte ihn böse an.
»Ja, Major«, antwortete Berron. »Tut mir leid. Das ist mir instinktiv so rausgerutscht.«
»Genau das macht uns allen Sorgen, Hyrall – dein Instinkt«, sagte der Major.
Berron fuhr auf. »Was soll das denn heißen?«
»Dass du mal eine Pause machen solltest, bevor du noch jemanden ernsthaft verletzt.«
Am liebsten wäre Berron gleich auf den Major losgegangen. Aber er biss sich auf die Zunge und kämpfte gegen seine plötzliche Wut an. Wenn er ihr nachgab, würde er damit nur seine Dredmar-Natur zum Vorschein bringen. Und dann würde Banestead sich noch bestätigt fühlen.
Der Major stapfte davon. Im Vorbeigehen blaffte er die anderen Gardisten an, dass sie mit dem Training fortfahren sollten. Berron sah ihm nach, während er darauf wartete, dass sich sein Atem wieder beruhigte. Dann nahm er die sperrigen Panzerplatten seiner Wächterrüstung ab.
»Mach dir wegen dem keine Gedanken«, murmelte Rayla ihm zu, als er den Helm absetzte. »Die Menschen von Cassar wissen, dass du auf unserer Seite bist.«
Berron nickte ihr dankbar zu. Er setzte sich in den Schatten am Rand des Übungsplatzes und sah den Gardisten beim Trainieren zu. Alle hatten Lux-Waffen – die Metallklingen, Pfeile, Äxte und Speere leuchteten wie Fackeln in der Dunkelheit.
Seit dem Angriff auf die Brückenbastion vor zwei Wochen hatten die Schmiede der Stadt Tag und Nacht gearbeitet. Unter Aufsicht der Alchemisten stellten sie so viele Lux-Waffen wie möglich her. Lux war von Elementen des Sonnenlichts durchsetzt. Es war die beste Waffe, die sie gegen die Dredmar-Horden hatten. Und sie brauchten jedes bisschen des besonderen Metalls.
Alle in Cassar hatten die Dredmar für Schnee von gestern gehalten, für einen Feind, der seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen worden war. Aber sie hatten sich geirrt. Angeführt von der Tyrannin Corux, hatten Berserker beinahe die Brücke überrannt, die die Inselstadt Cassar mit dem Festland verband. Ohne Berron und seine Freundin Cerrie, ein Lehrlingsmädchen der Alchemisten, wäre jeder in Cassar ein Zombie geworden. So nannte man die Menschen, die mit Dredmar-Energie infiziert worden waren. Dadurch verwandelten sie sich in seelenlose, blutrünstige Wesen.
Nur was bin ich dann?, fragte sich Berron. Ich wurde schließlich auch infiziert.
Eigentlich konnte er es Major Banestead nicht übel nehmen, dass er ihm nicht traute. Immerhin hatte Berron einen Kratzer von den Klauen eines Berserkers abbekommen. Jeder andere hätte sich dadurch gleich in einen Zombie verwandelt. Aber bei ihm war es nicht geschehen. Und niemand wusste, wieso – nicht einmal die ranghöchsten Alchemisten. Allerdings hatte Berron andere Veränderungen an sich bemerkt. Er war jetzt stärker. Schneller. Er konnte weiter und höher springen, als es Menschen möglich war. Jeden Tag beim Training staunte er über seine verbesserten Fähigkeiten und freute sich über seine Kraft. Aber diese Veränderungen hatten nicht nur gute Seiten. Wie die Dredmar war er nun lichtempfindlich – aus diesem Grund trug er die Schutzbrille, die Cerrie für ihn gemacht hatte. Sie funktionierte ausgezeichnet, machte aber für jeden deutlich sichtbar, dass er anders als die anderen Menschen war. Außerdem gab es da diese Wut. Er verlor viel schneller die Beherrschung als früher. Wenn das passierte, schimmerte das schwarze Gift in seinen Venen durch die Haut und seine Augen färbten sich dunkel wie die Nacht. Im Kampf gegen Corux und ihre Berserker hatte ihm solch ein Wutanfall geholfen. Aber jetzt, da er wieder zurück in der Stadt war, wusste er, dass er nicht mehr so aggressiv sein durfte.
Und dann waren da noch die Stimmen.
Nachdem er von den Berserkerklauen verletzt worden war, hatte er Corux’ Befehle hören können. Und selbst jetzt, da die Tyrannin tot war, waren die Stimmen nicht verstummt. Sie kamen vor allem in der Nacht: gedämpfte, flüsternde Worte voller Drohungen. Sie verrieten ihm, dass die Dredmar nicht verschwunden waren. Auch wenn die Leute es sich erhofften. Die Monster waren immer noch dort draußen, warteten ab und schmiedeten Pläne. Sie würden zurückkommen, um die Menschheit auszulöschen und die Welt zu übernehmen.
Berron betrachtete die trainierenden Gardisten und betete im Stillen, dass die Stadt bereit sein würde, wenn der nächste Angriff kam.
Er beschloss, sich auf den Weg zur Bibliothek der Alchemisten zu machen, um nach seiner Freundin Cerrie zu suchen. Doch da hallten plötzlich Schreie über den Übungsplatz. Hat sich jemand verletzt? Die Gardisten unterbrachen ihr Training und blickten sich um. Jemand zeigte nach Osten zu den gläsernen Farmpyramiden der Stadt. Aus einer von ihnen stieg eine dichte Rauchwolke auf. Noch mehr überraschte Aufschreie ertönten.
»Was ist da los?«, fragte ein Gardist.
»Alle Mann hier rüber!«, brüllte Banestead, der herbeigestürmt kam. »Im Laufschritt, marsch!«
Berron eilte zu seiner Wächterrüstung. Er schlüpfte hinein und sie schloss sich um seinen Körper. Gardisten rannten los, schnappten sich ihre Hoverboards und hoben damit ab. Berron sprintete ebenfalls vom Übungsplatz herunter. Obwohl er im Gegensatz zu den anderen zu Fuß lief, übernahm er schon bald die Führung.
In Cassars Farmpyramiden wurde die Nahrung der Stadt angebaut. Der Fluss, der die Insel vom Festland trennte, versorgte sie mit Wasser. Farmdrohnen pflegten die Pflanzen, aber es gab auch menschliche Arbeiter, die alles überwachten.
Berron lief weiter. Die Schreie und Rufe aus der Pyramide wurden lauter. Ein paar Scheiben aus der Glasverkleidung des Gebäudes waren zu Bruch gegangen. Zwischen den Scherben lag eine große Erntedrohne quer über dem Weg ausgestreckt – sie zischte und qualmte. Vielleicht hatte sie ja den Schaden an der Pyramide verursacht? Berron hoffte, dass es so war. Doch das Kribbeln auf seiner Haut sprach eine andere Sprache. Sein Instinkt schrie ihm zu, dass die Dredmar zurück waren.
Arbeiter flüchteten aus der Pyramide. Einer stolperte vor Berron, der ihn auffing und wieder hochzog.
»Was ist hier los?«, fragte Berron.
Der Mann deutete mit zittriger Hand zurück zur Pyramide. »Ich … ich weiß nicht. Irgendetwas hat uns angegriffen.«
Berron ließ ihn los und rannte durch die breite Eingangstür in die Pyramide. Ringsum wucherte üppiges Grün von Hängebeeten, die über mehrere Etagen angelegt waren. Schmetterlinge und andere Insekten schwirrten durch die Luft. Hinter Berron trafen die Gardisten ein. Sie verteilten sich zwischen den Pflanzen.
Auch Tobin war gekommen. »Ich hab ein ungutes Gefühl bei dieser Sache«, murmelte er.
»Bleib hinter mir«, befahl Berron. Er hielt Ausschau nach Berserkern oder Zombies, konnte in dem gewaltigen Innenraum aber nichts Ungewöhnliches entdecken. Die Pyramide war Dutzende Stockwerke hoch. Viele offene Flächen sorgten dafür, dass es im Gebäude für die Pflanzen hell genug war. Die Luft war feucht und benetzte seine Haut mit Kondenswasser. Auf dem Boden sah er dampfende Pfützen aus violettgrünem, klebrigem Schleim. Darin lagen heruntergefallene Tomaten, schwarz und verfault. Der Gestank war grauenhaft. Er rümpfte die Nase und schritt durch die Lichtstrahlen, die von den Wänden der Pyramide reflektiert wurden. Von oben tropfte noch mehr von dem glibberigen Zeug herab, platschte auf Berrons Spezialanzug und den Boden.
Um ein Haar wäre er über einen Körper gestolpert – es handelte sich um eine Arbeiterin, die leise stöhnte und aus einer Schnittwunde am Kopf blutete. Gestärkt durch seine Rüstung, hob Berron die Frau problemlos hoch. Sie murmelte: »Sie sind lebendig, sie sind alle lebendig geworden …« Dann verlor sie das Bewusstsein. Berron übergab die Arbeiterin an Tobin. »Sie muss medizinisch versorgt werden.« Der Gardist wirkte ausgesprochen froh darüber, die Pyramide verlassen zu können.
Ein Schatten fiel auf Berron. Er blickte auf und sah, wie sich über ihm eine Ranke ausrollte, die so dick wie sein Arm war. Unvermittelt schnappte sie nach ihm und wickelte sich um seinen Fußknöchel. Alles drehte sich, als er zwanzig Meter hoch in die Luft gerissen wurde. Benommen blickte er kopfüber auf eine wirre Pflanzenmasse. Blätter und Gewebe schoben sich beiseite und gaben den Blick auf ein großes Maul frei. Darin zeigten sich Reihen beweglicher Dornen und pulsierender Muskelfasern.
Violetter Schleim tropfte aus dem Rachen des Ungetüms. Falls es einmal eine Pflanze gewesen war, so war es jetzt eindeutig etwas anderes.
Und Berron hatte keinen Zweifel daran, dass es nach Menschenfleisch gierte.
