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Das französische Landleben ist tückisch, jedenfalls für den deutschen Erstbenutzer. Gummistiefel und viel Verständnis für diverse Kleinlebewesen sind Pflicht. Der französische Bauer ähnelt einem Buch mit sieben Siegeln, zum Öffnen braucht man große Geduld. Mitunter auch einen kräftigen Schluck Armagnac. Aber dann stellt sich heraus, so geht Lebensqualität. Aus diesem Grund will die Lehrerin Karla Land unbedingt ein Sabbatjahr in Frankreich genießen, gerät aber schon auf der Anreise ins Departement Gers im Südwesten von Frankreich in seltsame Situationen. Als dann, nach dem Besuch eines Flohmarktes, sogar ein Mord geschieht, ist es mit der Sabbatruhe endgültig vorbei. Den Fall will sie unbedingt aufklären, und ermittelt unterstützt von ihren Gascogner Nachbarn in der " Causa Foie gras", dem Entenleberfall. Das gefällt der Polizei nicht immer und führt zu gefährlichen Begegnungen. Aber Karla möchte gern mehr wissen... Die in dem Buch genannten Orte existieren nur zum Teil. Die Handlung und alle handelnden Personen, Unternehmen, Firmen, Straßen und so weiter sind reine Erfindung ohne Bezug zur Wirklichkeit. Jede Ähnlichkeit wäre rein zufällig.
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Seitenzahl: 250
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Ellis Brink
Mord in der Gascogne
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Mord in der Gascogne
Ferien
Vorspiel
Fahrt
Ankunft
Abendstimmung
Einkäufe
Mehrere Besuche
Nachtgespenster
Untersuchungen
Am Poolhaus
Chez Nicole
Termin in Condom
Verfolgungsfahrt
Bei Doktor Pavie
Paul
Marmelade oder Konfitüre
Ein Verhör
Erkundigungen
Verbündete
Im Gebirge
Der kleine Zug von Artouste
Die Frage nach dem " Warum".
Jupp
Besuch
Markt in Eauze
Spazierfahrt
Maître Ressouber
Mal wieder Markt
Bei Franck
Beerdigung
Alle suchen Fossier
Die Sickergrube
Ganz viel Käse
Abspann
Impressum neobooks
von Ellis Brink
Ende Juli!
Es klingelte! Endlich. Die letzte Viertelstunde war anstrengend gewesen. Warum sollten sich Sechstklässler auch für Satzglieder brennend interessieren und trotz der Empfehlung ihrer Kultusministerin war Karla noch nicht bereit, auf dem Pult vorzutanzen, um den süßen Kleinen das Thema näher zu bringen.
„Frau Land, Frau Land….der Sascha hat mich beleidigt! “ Sie stöhnte innerlich und zwang sich - für hoffentlich lange Zeit zum letzten Mal – auf die Jammerei und das Gezanke einzugehen.
„ Kommt ihr Lieben, ab in die Pause! Lasst mich endlich ins Lehrerzimmer, sonst gibt es wieder keinen Kaffee mehr. "
Die gewohnte und gefürchtete ohrenbetäubende Lärmkulisse begleitete sie auf ihrem Gang in das Lehrerzimmer. Erst der Oberstufenbereich. Puh, wieder eine Schülerin, die die Tür nur für sich selbst aufhielt. Gute Manieren werden bei vielen Jugendlichen halt wieder groß geschrieben! Jetzt der Druckerraum und rein ins Vergnügen. Gott sei Dank, das Gekreische blieb draußen.
Aber auch hier drinnen wuselte und brabbelte es. Die Kaffeetasse in der einen Hand, das Butterbrot in der anderen tauschte man Unterrichtstipps, Materialien, Beschwerden über Schüler und Privates aus.
Wie immer flüchtete sie sich hastig mit ihrem Kaffee in das Raucherlehrerzimmer, zu den interessanteren und lustigeren Kollegen.
„ Hallo, Karla ! Na, wie geht’s dir denn an deinem letzten Tag? Sabbatjahr möchte ich auch mal machen können. Aber erst mal leisten muss man sich’s ja können.“
Das war Jörg, „Turnlehrer“, und immer unglaublich witzig. „Schätzchen, nur die Ruhe – leisten kommt von Leistung, die habe ich in den letzten Jahren reichlich erbracht“, frotzelte sie zurück.
Ihren roten Schal, ein Markenzeichen, um den Hals sprang ihre Kollegin Mira ihr bei.
„ Wie fühlst du dich denn bei dem Gedanken ein ganzes Jahr keine Schüler und noch besser keine Kollegen mehr zu sehen?“
Ehrlich gesagt wusste sie das nicht so recht. Karla hatte fest damit gerechnet, nur noch mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht und strahlenden Augen herumzulaufen; aber jetzt spürte sie eigentlich gar nichts – ein komisches Gefühl allenfalls, so als ob sie sich selbst überholt und weit hinter sich gelassen hätte.
Gut, dass Mira da war. Sie waren nicht nur schon jahrelang Kolleginnen, ja mittlerweile Freundinnen und natürlich Leidensgefährtinnen der „ Anstalt“, nein: Mira würde während diesem ihrem Jahr Ferien ihre Klasse übernehmen und nach ihrer Rückkehr mit ihr in die neue „Fünf“ einsteigen.
Das alles war perfekt geplant – nur wo blieb die Freude?? Ein Jahr Freiheit, dass musste doch gefeiert werden!!
Miras Stimme riss sie aus ihren Gedanken.
„In den Herbstferien komme ich dich besuchen. Wer weiß, welchen Jean, Paul oder Pierre du bis dahin schon kennen gelernt hast.“
Die anderen verfolgten Miras Geplauder mit ungehemmtem Interesse.
„ Karla übertreib es nicht.“ „ Karla macht La France raderdoll.“ „ Solltest du in deinem Alter nicht doch besser etwas weniger Gas geben? “, waren die herzlich gemeinten Bemerkungen.
Hier war keiner neugierig, oh nein! Nur interessiert am Leben anderer Menschen!
Der Gong. Die Kollegen erhoben sich mühsam, Abschiedsworte, Umarmungen: „ Vergiss uns nicht!“ – „Wie willst du es nur ohne uns aushalten?“
Langsam aber sicher verschwand einer nach dem anderen durch die Lehrerzimmertür. Der Lärm ließ nach und sie stand etwas verwirrt im nun gänzlich leeren Raum.
Auf ging es. Schnell noch zur Schulleitung um „Tschüss“ zu sagen, Verabredungen fürs kommende Jahr zu treffen und dann aber hoppla nach Hause.
Nachher würde sie gleich Karin anrufen!
Gartenstraße 32, Erdgeschoss links, drei Zimmer, Küche, Bad mit Fenster und Gartenanteil. Die Räume waren hell, sie war sich sicher, dass sie sich modern, die Sofas neu, die Schränke und Teppiche alt und gemütlich eingerichtet hatte. Hier hatte sie sich immer wohl gefühlt – Karin, ihre Schwester, würde auf ihre Wohnung aufpassen.
Auf sich würde sie wohl selbst aufpassen müssen. Das war ihr trotz ihrer 1,68 Meter bisher immer gut geglückt. Nicht zu dick und nicht zu dünn, gekrönt von hellbraunem Lockenhaar war sie mit sich eigentlich ganz zufrieden, andere vielleicht nicht. Blaue Augen und 42 Lenze vervollständigten das Bild.
Schon im Flur quollen ihr Koffer, Kisten, Getränkekartons entgegen. Frankreich war bekanntlich schön, ja schön teuer, deshalb wurde der Umsatz bei Aldi noch mal kräftig erhöht. Obwohl - bei einem Jahr eigentlich Blödsinn.
Sie griff zum Hörer und rief News TV in Köln, Karin Burg,
ihre liebe ältere Schwester an. Wie immer klingelte es lange und ausdauernd, bis sie sich endlich meldete.
„ Na, du Schaf, wie sieht es aus, bist du schon aufgeregt? Ich komme gegen 17.00 Uhr, dann essen wir noch eine Abschiedspizza zusammen“, klang es aus dem Hörer.
„ Klasse meine Liebe, ich freue mich auch, versuch pünktlich zu sein. Du weißt, ich gehe früh zu Bett, morgen muss ich zum Frisör, die letzten Besorgungen machen und übermorgen liegen einige Stunden Fahrt vor mir“, rief sie zurück.
Warum nur ging es ihr so komisch, fast wehmütig blickte sie sich in ihrer Wohnung um; es war doch ihr großer Traum auf den hin sie jetzt mehrere Jahre gespart und sich glücklich bis in die kleinsten Einzelheiten vorbereitet hatte: Ein Jahr in Frankreich , im Gers, im Häuschen von Docteur Pavie, welches sie schon so oft für die Ferien gemietet hatte.
Jerome und Lucie Pavie hatten schon vor einigen Jahren ein größeres Haus in Nogaro gekauft und vermieteten das andere gern und gar nicht mal so günstig, wenn sich die Gelegenheit bot. Ein ganzes Jahr - das war auch für die beiden lukrativ.
Sie riss sich aus ihren Gedanken und begann energisch Koffer, Taschen, Kisten und so weiter und so fort im Auto vor der Tür zu verstauen.
Um 17.00 Uhr klingelte es an der Haustür: Karin! Küsschen links, Küsschen rechts. Für Karin wie immer eine Pizza Spinaci und für sie heute mal „ Inferno“, hoffentlich kein böses Omen für das kommende Jahr. Aus ihrem schicken roten Kühlschrank holte sie ein Fläschchen Wein.
Zwischen den Schwestern war eigentlich alles klar, die Aufgaben verteilt und später nur noch Zeit für ein paar Küsse zum Abschied.
„ Lass von dir hören, wenn du angekommen bist, hörst du? Am liebsten würde ich dich so allein nicht weglassen, mach bloß keinen Blödsinn“, murmelte ihr Karin ins Ohr.
Die Luft draußen war warm und roch ein bisschen feucht. Am Nachmittag hatte es ein Gewitter gegeben, noch immer hingen die Blütenblättchen der Geranien traurig herunter.
„ Du, dieses Jahr ist eine Riesenchance, die nicht jeder hat", gab sie Karin zu bedenken, „ das Jahr will ich ausgiebig genießen.“
Im Bett ging sie die Stationen der Fahrt noch einmal durch, überlegte, ob sie wirklich alle wichtigen Punkte auf ihrer Liste berücksichtigt hatte und glitt endlich – als sie es schon nicht mehr erwartet hatte – in den Schlaf. Nur noch der Sonntag zum Relaxen!
Liège, Namur, dann die schiefergrauen Ardennenorte, eingebettet in dichte schwarzgrüne Tannenwälder. Die Bürgersteige fast ohne Menschen, die Häuser grau mit Schieferdächern. Sie fuhr in Richtung Bouillon. Transinne, Maissin und Paliseul, dann folgte eine Hochebene als Industriegebiet umfunktioniert. Nun ging es in eine tiefe Schlucht hinunter und wieder einen Anstieg bis zur französischen Grenze empor. Die Grenzanlage, seit langem nicht mehr gewartet, bot einen trostlosen Anblick. Die zwei Lkw, die dort rasteten, mussten - um das zu wagen - wohl noch viel Schlimmeres erlebt haben.
Bei Sedan, Ausfahrt 3 war ein Intermarché mit Tankstelle, hier würde sie mal nachtanken.
Schließlich weiter in Richtung Reims und Troyes. Die Landschaft war so eintönig, dass man gar nicht glauben mochte, dass hier ein so köstlicher Tropfen wuchs. Dafür war auf dieser Autobahn halb Großbritannien unterwegs und hieß deshalb " autoroute des anglais ".
Auf einem Zettel, der vor ihr am Armaturenbrett des Fahrzeugs hing, hatte sie ganz akribisch jede jemals auf den früheren Fahrten gesichtete Radarfalle eingetragen und erzählte sich laut, bei welchem Kilometerstand die nächste zu erwarten war. Eine Ablenkung bei der doch monotonen Fahrerei war Troyes, hier fuhr sie von der A 26 ab und gleich auf die Stadtautobahn, um dann die A 5 zu erreichen. Wieder Langeweile pur.
Bei der Ausfahrt Vulaines überholte sie ein schwarzer Citroen C 5, die Scheiben auch gleich schwarz getönt. " Leute, ihr seid zu schnell ", dachte sie, als die Umrisse des Wagens an ihr vorbeizischten." Wenn ihr Pech habt, da vorne war schon drei Mal eine mobile Radarfalle...!"
Kilometer folgte Kilometer, sie hörte " 107,7 ", den französischen Verkehrssender und wartete auf die Abbiegung zur A 19. Der Anblick des schwarzen Citroen C 5 auf dem nächsten Rastplatz ließ sie kichern. An dem Fahrzeug beugte sich einer der charmanten " Gendarmen" zum Fahrerfenster.
Wer jemals das Vergnügen hatte, einen engeren Kontakt zu dieser Spezies zu erlangen, wusste, warum sie lächelnd die Lippen spitzte: Oh, là là!!
Nun gut, den Wagen sah sie so bald nicht wieder, das würde wohl Stunden dauern - und was das kostete!!??
Aufgepasst, endlich Sens und bald kam die Abfahrt Chuelles, bei Chuelles verließ sie die Autobahn und fuhr über Landstraßen weiter. Hier präsentierte sich wieder das typische ländliche Frankreich.
An einem der kleinen Wäldchen, die sich immer wieder rechts und links der Landstraße erstreckten, würde sie eine Rast einlegen und picknicken. Um eine schöne Stelle zu finden, drosselte sie die Geschwindigkeit und dann bog rechts in einen immer breiter werdenden Weg ein, der sich zu einer Lichtung in den dichten Laubbäumen weitete.
Puh, fahren strengt schon an, sie reckte sich, öffnete den Kofferraum und streckte die Hand zur Kühltasche aus. Während sie sich wieder aufrichtete, sah sie einen dunklen Schatten auf der Landstraße am Weg vorbeizischen.
"Was war das denn?", dachte sie. Hunger und Durst waren stärker als alle Neugier und nach den köstlichen Schnittchen nahm sie sich erst mal die Regionalkarte vor und schaute noch mal die Lage ihres Übernachtungsquartiers an. Das Hotel hieß " La Ferme de Beaufois " und lag bei Chateau - Renard.
Im Ort angelangt, bog sie nach links zum Schloss ab und schon nach wenigen Kilometern erreichte sie die Hoteleinfahrt. Das La Ferme de Beaufois war ein alter Gutshof aus dem 18. Jahrhundert und lag in einem zauberhaften achttausend Quadratmeter großen Park, durch den ruhig und leise murmelnd die Ouanne floss.
Das " gelbe Zimmer " hatte sie noch von Köln aus gebucht und es lag, wie ihr versichert wurde, mit direktem Zugang zum Park und eigenem Eingang. Die Reifen knirschten über den Kies der Einfahrt, sie öffnete die Fahrertür und spürte die Kiesel unter ihren roten Sandaletten. Ebenso rot der neue Rock und dunkelrot das T-Shirt und die Handtasche. Durchgestylt bis zu den Zehennägeln ergriff sie einen
Koffer aus ihrem " Kofferset " - vier Koffer
einschließlich Beautycase - und schritt der Rezeption
entgegen. Unter drei Platanen am rechten Rand des Parkplatzes stand ein schwarzer Citroen C 5. Diese Automarke schien sie heute zu verfolgen.
" Bonjour, Madame Land, n'est-ce pas ", säuselte Madame und reichte ihr den Schlüssel nebst kopfgroßem Anhänger. Sie sind im gelben Zimmer untergebracht. Wenn Sie reservieren, können Sie heute Abend die " cuisine " von George genießen." " Mais, bien sûr, je suis ravie", murmelte Karla zurück. Sie einigten sich auf 19.30 Uhr. So hatte sie
noch Zeit, den Park und vielleicht den Ort zu erkunden.
Was man besichtigen musste, so beschloss sie, war die Kirche und natürlich die Befestigungsanlagen, die an sie angrenzten. Karla lief ein kleines holperiges Sträßchen zur Kirche hoch, unter einem mittelalterlichen Torbogen
hindurch und bewunderte das Farbspiel von blauem Himmel, graubraunen Steinquadern und die überall in den Ritzen der Quader wuchernden kleinen blühenden Unkräuter.
Schon ein wenig außer Puste erreichte sie den Parkplatz gegenüber der Kirche. Schon wieder ein schwarzer Citroen! Fuhr jetzt wirklich jeder zweite Franzose einen C 5?
So " günstig " war der ja nun auch nicht. Tant pis! Pah!
Ein schmaler Weg führte von der Kirche weiter zu der Ruine des Donjons. Neben dem Weg blühten gelbe Nachtkerzen, von
Schmetterlingen umflattert und Bienen schossen wie Blitze in die weit offenen Kelche.
Die Luft duftete und gerade noch rechtzeitig bemerkte sie, dass der Pfad nun von Steinbrocken übersät war.
"Augen auf, Blick auf den Boden", dachte Karla und bog um eine Kurve des schmalen Weges.
Direkt vor ihr ein Mann, den Rücken ihr zugekehrt, er telefonierte ohne sie zu bemerken.
" Nicht mit Gewalt. Nein, ein Waffeneinsatz ist hier noch nicht angebracht. Wir treffen uns in Barcelonne!"
Er drehte sich um und fuhr erschrocken zusammen, als er sie bemerkte. Der Monsieur war bekleidet mit Jeans und beigefarbenem Poloshirt, kurz warf er ihr einen kalten Blick zu, drehte sich um und ging Richtung Kirchparkplatz davon.
" Na so was", dachte sie, "der hat die Höflichkeit mit der Muttermilch eingesaugt. Blöder Typ! Bloß nicht ärgern."
Mit Waffen und ihren Besitzern wollte sie nichts zu tun haben. Ebenfalls am Kirchplatz angekommen, trank sie noch einen Café au lait und begab sich dann gemächlich in ihr gelbes Zimmer auf eine kleine Ruhepause. 19.00 Uhr, sie war fix und fertig wie eine auf Glanz polierte Kastanie, schwarze Jeans, leichtes weißes Sweatshirt, Goldschmuck von Mutti. So gerüstet schritt sie Richtung Restaurant. Erst noch ein kurzer Blick nach draußen, noch dämmerte es nicht. Auf dem "Parking" bemerkte sie wieder den Citroen. Wo der wohl herkam, Upps: 32. Aus dem Gers also. Diese Fahrzeuge passten eigentlich nicht so zum Gers. Jeeps, Pick - Ups und Fahrzeuge, die sich mutig noch immer so nannten und eigentlich nur durch den festsitzenden Dreck zusammengehalten wurden - das ja!
Überhaupt das Gers. Es ist ein wenig bekanntes ländliches Departement im Südwesten von Frankreich.
Es gehört zur ehemaligen Gascogne und die Gascogne kennt ja
jeder von den Filmen über D'Artagnan, den jungen Musketier, der genau hier seine Kinder- und Jugendtage verlebte. So wie er ist auch fast jeder Gersois oder jede Gersoise gutmütig, aber häufig zu Scherzen aufgelegt. Sie sind wie oft bei der bäuerlichen Gesellschaft üblich, stark der Tradition verhaftet, sehr konservativ und doch durchaus interessiert und neugierig auf alles, was sie nicht kennen. Der Gersois liebt mit Inbrunst sein Land, seine Region, seine Traditionen, sein Heim, das gute Essen und die guten Tropfen - und wenn es auch andere interessante Orte gibt, so etwas wie das Gers gibt es natürlich für ihn nur einmal auf der Welt. Deshalb sollte man es nach Möglichkeit besser nie verlassen, und alles Neue aus sicherer Distanz mit einem abwartenden Schmunzeln betrachten.
Die Landwirtschaft spielt hier die Hauptrolle und bestimmt, gefolgt von den Jahreszeiten, das Leben. Geflügel, überwiegend Enten, werden im Freiland gezüchtet und letztendlich zur berühmten Stopfleber verarbeitet. Ansonsten findet man Mais, Wein und klar auch die Gascogner Variante des Cognacs, den Armagnac. Die Landschaft punktet mit sanft geschwungenen Hügelketten, entweder von Weinstöcken oder von Sonnenblumen überzogen. Dazwischen liegen die uralten Wehrdörfer mit ihren zentralen Marktplätzen, die von Arkadengängen gesäumt werden. Einsame Bauerngehöfte, umrahmt von wundervollen Schirmpinien , Eichen oder gewaltigen Zedern - sie geben einem Haus erst das gewisse Flair und weisen darauf hin, dass dieses Gebäude etwas Besonderes ist - wechselten mit den typischen " Pigeonniers " kleinen Taubenhäusern inmitten der Felder oder an den Gehöften liegend. Und " oui " es gibt Schlösser, große, kleine und riesige, nicht wenige sind heute " Domaines " d.h. Weingüter oder stellen Armagnac her.
Quer durch das Gers läuft auch der mittelalterliche Jakobsweg nach " Saint Jacques de Compostelle " und Kirchen oder Kulturdenkmäler laden zum Verweilen ein. Folgen die Pilger den Landstraßen, so werden sie von den hohen
ausladenden Platanenreihen beschattet.
Ja, das Gers, ganz sicher ein Geheimtipp für Touristen, denn kaum einer kennt es und es braucht ein bisschen Zeit, um in diese Landschaft und ihre Menschen einzudringen. Karla könnte noch stundenlang über diese Gegend erzählen, aber jetzt ging es erst einmal zum Essen.
Im Restaurant, dezent schummerig gehalten, verfrachtete Madame sie in eine Ecke: Bloß nicht vorzeigen, die Kleine, sollte das wohl bedeuten. Dabei war sie für ihr Alter noch ganz gut dabei: Honi soit qui mal y pense.
Karla hielt sich die Speisekarte vor die Nase und begann andächtig zu lesen.
Mit schnellen Schritten eilte Madame herbei und sie bestellte terrine de saumon, fumé maison, foie gras chaud aux raisins und zum guten Schluss beafteck grillé.
Madame schien mit der Auswahl zufrieden und sagte das auch " Très bien, Madame. Et le dessert?"
Damit wartete Karla lieber noch und vertröstete Madame auf
später. Die lieferte ihr eine Karaffe Wasser, einen
leichten Rosé aus der Region und entschwebte mit Grazie, um das Brot zu holen.
Und schau an, es gab auch noch einen kleinen Happen, den amuse gueule.
Sie lehnte sich zurück, ließ den Wein auf der Zunge kreisen und schaute zufrieden in den dämmerigen Park hinaus.
Zwei Tische weiter, an einem der runden vier Personen Tische nahmen zwei Herren Platz. Anzug, Krawatte, gestylt der eine und schau an, der andere war doch der unangenehme Typ von der Kirche. Jetzt bemerkte er sie auch, brummelte irgendetwas in Richtung seines Begleiters und verzog sein Gesicht. Schon drehte der sich um und schaute in ihre Richtung, kackfrech begutachtete er sie von oben nach unten. Gut schaute er schon aus. Dunkle Haare und dunkle Augen, wenn man so etwas mochte, schlank und groß. Der Ausdruck seiner Augen schien ihr allerdings zu mutwillig. Und dieser Waffenfreak noch dazu! Nein, mein Herr!
Einordnen könnte sie die Herren nicht. Waffeneinsatz! Wer führte solche Gespräche? Verbrecher? Auf jeden Fall dubiose Gestalten. Barcelonne. Sie kannte ein Barcelonne im Gers. Aber wer sollte in diesem ruhigen und unbekannten Ort mit Waffen herumfuchteln? Besser klare Kante zeigen und nichts mit solchen Leuten zu tun haben.
" Enchanté, Madame " grüßte der Kackfreche laut zu ihr herüber und klar drehten sich jetzt alle Köpfe zu ihnen um. Glücklicherweise erschien Madame mit der Terrine und sie konnte sich mit Essen und Trinken beschäftigen. Zu den beiden würde sie sicher nicht mehr hinschauen.
Dienstagmorgen, heute würde Karla also im Gers ankommen, dort wartete ein für die Region typisches Haus auf sie, Les Acacias genannt, umgeben von einem riesigen parkähnlichen Gelände und angenehm bei den Temperaturen im Sommer: ein Pool!
Immerhin 11 mal 5 Meter, das reichte schon für so einige Schwimmzüge, eine Luftmatratze kann Mann (oder Frau) ebenfalls zu Wasser lassen. Gott sei Dank hatte sie ansonsten mit der "gröberen " Gartenpflege nichts zu tun, Didier Rubiella, ein Nachbar , managte den Rasentrecker, bewachte die Schwimmbadtechnik nebst " clorinateur " - ja, hier wurde aus Salz Chlor gewonnen und das funktionierte, wie sie schon erlebt hatte, prima. Didier schnitt die Hecken, die überhängenden Äste, fällte Bäume und Karla, sie genoss das Ergebnis. Überhaupt war Didier Glücksfall oder wie seine Anhänger behaupteten " ein sorcier ", ein Zauberer. Das Problem, das er nicht bewältigen konnte, gab es nicht.
Seine Frau Jeannine kümmerte sich um den großen Gemüsegarten, der links vom Haus angelegt war und um die Obstbäume. Und sie : siehe oben.
Komplettiert wurde die Familie von entzückenden Zwillingen, Nicolas und Rose, dreizehn Jahre alt und begeistert davon auf dem Land zu leben. Das galt so ganz sicher nicht für alle Jugendlichen in dem kleinen Ort Saint Aubin und das war bei der geringen Anzahl von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen auch verständlich. Auch das Dorfleben musste man mögen, die Feste und Feiern, die immer wieder die- selben Menschen zusammenführten. Natürlich gab es in Saint Aubin einen Gemeindesaal und klar den großen Marktplatz, die Arena und das Schwimmbad beim See im Gemeindewald.
Saint Aubin war das, was man einen Marktflecken nennt, ungefähr 1000 Einwohner mit vielen allein liegenden Häusern im Umkreis. Es hatte voilà ein Postamt, einen Arzt und einen Zahnarzt, einen Supermarkt, der ständig weiterverkauft wurde - im Moment war der Markt ein Carrefour, es hatte ein, nein zwei Restaurants, ein Café des Sports, einen Bäcker und drei Friseure. Mit der Cave, der Weinkellerei und der Tankstelle plus Gemeindeschwimmbad war der Ort eigentlich gut aufgestellt.
Die beiden Herren hatten sich während ihrer Grübelei entfernt und auch Karla sah jetzt zu, den Rest des Essens zu verspeisen und dann aber ab ins Bett, denn Morgen warteten noch sieben Stunden Fahrt auf sie. Bonne nuit!
Landstraße: Châtillon - Coligny, Adon, La Bussière und weiter auf der doppelspurigen Strecke nach Briare. Erst die Damen des ältesten Gewerbes der Welt entlang der N 7 und die "tollste" Gaststätte : das Relais de la Fritte.
Mehrfach kam Karla danach über den Canal de Briare, der sich in Schlangenlinien immer wieder unter der Straße durchschlängelte. Auf einer alten und pittoresken Brücke querte sie die dahinplätschernde Loire mit ihren Sandbänken und erreichte über La Chapelle d'Anguillon und Neuvy sur Barangeon endlich Vierzon, um noch einmal zu tanken, bevor sie auf die Autobahn fuhr.
Noch war die Landschaft flach und nichts sagend, aber Karla spielte ja das " Autofahrer und Verkehrskontrolle Spiel " und das hielt sie relativ wach. Kurz vor Limoges musste Karla dann doch noch einmal von der Autobahn abfahren.
Tanken und vor allem ein guter Kaffee waren angesagt, denn allein fahren macht einfach müde. Ein kurzer Blick in den Rückspiegel, bevor sie sich in die Abbiegespur einordnete und Sackerment an der Zapfsäule schon wieder ein schwarzer Citroen und schon wieder ein Kennzeichen aus 32.
Schnell tanken und dann der Café. An ihr Auto gelehnt, beobachtete sie die Insassen des Citroen, tatsächlich wieder die beiden Typen aus dem Restaurant.
Beide Herren waren wohl Liebhaber großer, ja überdimensionierter Sonnenbrillen, schwarzer T - Shirts und goldener Armbanduhren. Was ging es Karla an?
An der Kasse bezahlte sie und als sie den Café au lait schlürfte, fuhr der schwarze Citroen bereits weiter.
Es wurde gebirgiger, nach Brive schlängelte sich die Autobahn in einen Talkessel hinunter, dann Cahors und schließlich Montauban. Hier verließ sie die Autobahn und stürzte sich auf den letzten Rest Strecke über Mauvezin und Auch nach Saint Aubin. Bald fand sich das gewohnte und friedliche Bild. Eine sanft hügelige Landschaft mit Weinanbau und Feldern mit Sonnenblumen, Mais und auch Tabak. Die Straßen gesäumt von mächtigen Platanen, deren graubraune Rinde sich in großen Stücken von den Baumstämmen
abschälte, darüber ein blauer Himmel mit vielen weißen Wölkchen: ging es noch besser?
Auf Nebenstrecken bewegte sie sich weiter, fuhr durch Lupiac, grüßte mitten im Ort D'Artagnan den Musketier, überquerte die N 124 und kam endlich auf dem Marktplatz von Saint Aubin direkt vor dem Supermarkt Carrefour an.
Jetzt einkaufen oder später? Sie entschied sich für später und folgte der Landstraße und dann dem Chemin des platanes hoch bis zu "ihrem Haus ". Endlich angekommen!
Mit dem Schlüsselbund, das Docteur Pavie ihr geschickt hatte, öffnete sie das Tor und befestigte die beiden Flügel an den Torpfeilern. Ein geteerter Weg schlängelte sich gerahmt von Bäumen in zwei Kurven ungefähr 300 Meter bis vor die Garage und das Eingangstor des Hauses. In den großen alten Steintöpfen rechts und links zwischen den Baumstämmen blühten Geranien und in dem gekiesten Rondell vor der Garage sah sie den weißen Metalltisch und die vier blauweiß lackierten Gartenstühle auf sie warten.
Nun noch das Eingangstor und Karla war an der braunen Haustür angelangt. Wegen der Sicherheit ein Schloss oben und eines unten. Als sie die Tür öffnete, strömte ihr kühle und etwas feuchte Luft entgegen.
Also war schon länger keiner zum Lüften im Haus gewesen. Schnell ging sie in die Küche und öffnete die Holzläden und Fenster, die Fliegengitter waren vorhanden, die gleiche Prozedur im Wohnzimmer linker Hand, dann lief sie zur Treppe und erkundete die obere Etage. Hier dominierte ein großer Flur, von ihm gingen drei Zimmer ab. Das kleine Zimmer ganz hinten durch war als Büro möbliert und dazu würde sie es auch nutzen. Das größere Schlafzimmer mit dem Doppelbett war sicher ihr Domizil und das dritte Zimmer auch mit Betten und Schrank blieb erst einmal für Sack und Pack und später für mögliche Gäste.
Nachdem Karla endlich alle Koffer, Kisten und Kästen reingeschleppt hatte, warf sie sich vor dem Fernseher aufs Sofa und streckte alle viere von sich. Noch einkaufen?
Ein frisches Baguette wäre sicher nicht schlecht und etwas frischen Käse und Pastete könnte sie auch brauchen.
" Na los, meine Liebe", redete sie sich zu, " das schaffst du auch noch".
Ab zum Auto und einmal den Hügel runter und dann den nächsten Hügel wieder hoch, den Ortskern umrunden und links auf den Dorfplatz einbiegen. Nachmittags war nicht all zu viel los und sie hatte bei den Parkplätzen die Auswahl.
Die Kassiererin vom letzten Mal war auch noch da, ein freundlicher Gruß und dann ab mit den Sachen in den Einkaufswagen. Auf der Suche nach dem Bier bog sie in den hinteren Gang und verflixt noch mal, sie rammte den Wagen einem Monsieur elegant in die Hacken, der gerade mit einer bildhübschen jungen Frau verhandelte.
" Dafür brauche ich Beweise, " sagte er gerade, quetschte dann gequält ein " aaaauuuuuuu, welcher Idiot..." heraus und drehte sich um.
Während Karla gekonnt und würdevoll " pardon Monsieur " sagte, erkannte sie in der jungen Frau Danielle, die Tochter von Vincent Fossieur " plomberie, chauffage, sanitaire et piscine " dem Sanitärfachmann, also dem wichtigsten Mann im Ort, beschäftigt mit den existentiellen Dingen des Lebens.
Ihre blondierten Haare waren zu einem Pferdeschwanz hochgebunden und in ihren Ohrläppchen schwangen silberne Kreolen.
Noch bevor sie Danielle freundlich begrüßen konnte, baute sich der Monsieur drohend vor ihr auf. Blaue Jeans, weißes Shirt und ein extrem unfreundlicher Gesichtsausdruck kleideten ihn ungemein. Hallo, den kannte sie doch!
" Vous ne pouvez pas faire attention? Non? ", gurgelte er ihr entgegen und als er seine Hand von seinem gequälten Hacken entfernte, sah sie eine dünne Blutspur in der Socke.
" Excusez, je suis désolée...", mehr als entschuldigen konnte sie sich auch nicht.
Das war doch der zweite Herr aus Chateau - Renard, der sie so blöd gemustert hatte. Während sie ihn mit offenem Mund anstarrte, erwachte Danielle aus ihrer Schockstarre, fasste ihn am Arm und murmelte " Jeudi, à Barcelonne " - und zu Karla " Bonjour, Madame", und verschwand hastig zwischen den Regalen in Richtung Tür und weg war sie.
" Verfolgen Sie mich eigentlich? Sie sind doch die Deutsche aus Château - Renard?", sabbelte der Frechling.
" Genau, Monsieur ! Wer könnte Ihnen schon widerstehen? ", antwortete sie spitz.
Und tatsächlich, mit einem sicher gut gemeinten " blöde Ziege " schob sich Monsieur an ihr vorbei, verließ das
Geschäft und stiegt draußen nicht in einen schwarzen
Citroen, nein einen schmutzigen, alten Renault, ein Auto, das hier jeder Pierre oder Jacques fuhr.
Jetzt laust mich der Affe, wenn das nicht langsam seltsam ist ", dachte sie, zahlte und zuckelte grübelnd nach Hause.
Das Problem musste bedacht werden - vielleicht sollte sie nach dem Abendessen mal mit Karin telefonieren.
Ein Glas Rotwein in der Hand machte Karla es sich wenig später auf dem Sofa bequem. Durchs Fenster schien die Abendsonne, durch das Fliegengitter wehte ein kräftiger, frischer Luftzug.
" Hallo, meine Liebe, ich bin's. Bin gut angekommen und das Hotel in Château-Renard kann ich dir auch empfehlen, wenn du mich mit dem Auto besuchen solltest."
" Aha, die Französin", tönte Karin zurück und kaute lautstark." Alles in Ordnung mit deinem Traumhaus und hast du Nicole und Henry schon angerufen?"
Verflixt, glatt verschwitzt. Ungefähr noch 300 Meter den Landweg hinauf wohnten als vorletzte ihres kleinen "chemin" oder Weges ihre " nächsten " Nachbarn Henry und Nicole.
" Gut, das du mich erinnerst", sagte sie, " da werde ich gleich mal anrufen. Aber hör mal, mir ist da auf der Fahrt etwas Komisches passiert."
Und angeregt beschrieb sie Karin bis ins Detail ihre Erlebnisse.
" Komisch, stimmt", meinte Karin nachdenklich, " aber hör mal, eins scheint dir überhaupt nicht aufgefallen zu sein." " Wie, wo, was? ", Karla verstand nur Bahnhof.
" Na, Barcelonne, dass könnte doch das Gers sein und wenn ich mich nicht irre, sind wir dort nicht nur im Supermarkt Leclerc sondern auch schon einmal auf einem Flohmarkt gewesen, der ist doch immer an einem Donnerstag im August. Wieso sprechen denn " dein Typ " und Danielle Fossier von diesem Ort und wieso haben sie sich da verabredet?"
Ja, seltsam.
" Vielleicht hat Danielle einen cher ami, von dem ihr Vater nichts wissen darf", mutmaßte Karla.
" Der gutmütige Fossier, das glaubst selbst nicht ", rief Karin.
" Weißt du was, wenn du Zeit hast und ich glaube gerade daran mangelt es dir nicht, geh doch mal am Donnerstag auf den vide- grenier und schau dich um. Dann hast du auch etwas zu tun."
" Beruhige dich, ich brauche keine Beschäftigungstipps. Sabbat bedeutet Freizeit, Freiheit und Faulheit. Überleg mal, wann du mich besuchen kommen kannst", beschloss Karla das Gespräch. Nach weiteren 5 Minuten hatte sie Nicole und Henry versprochen noch auf ein "weiteres" Gläschen Wein hochzukommen. Mit einer Jacke bewaffnet, machte sie sich auf den Weg. Entlang der immergrünen Lorbeerhecke wanderte sie 300 Meter den Hügel hoch zu Henry und Nicole. Ihre Nachbarn und lieben Freunde musste Karla dazu sagen.
