Mythos Übergewicht - Achim Peters - E-Book

Mythos Übergewicht E-Book

Achim Peters

4,4
8,99 €

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Beschreibung

Schluss mit allen Diäten: Übergewicht macht nicht krank!

Dicksein macht nicht krank, sondern schützt sogar vor Krankheit. Der wahre Grund für das Dickwerden ist Stress. Diäten sind sinnlos, gefährlich und nur ein milliardenschweres Geschäft. Diese provokanten Thesen stehen im Zentrum des neuen Buches von Achim Peters. Er zeigt auf, dass es kein Übergewicht gibt, sondern nur ein aus der individuellen Lebenssituation erwachsendes Gewicht, das exakt dem Energiebedarf des Gehirns entspricht. Wenn Menschen sich unterdrückt, unverstanden, bedroht fühlen, reagiert das Gehirn mit einem Überlastungsschutz. Aber dieser ist energetisch kostspielig und verlangt: essen! Nur so kann der Gehirnstoffwechsel und das Stresshormon Kortisol, das uns auf Dauer krank macht, ausgeglichen gehalten werden. Dicken Menschen gelingt das leichter, Dünne sind viel gefährdeter.
Achim Peters wendet sich entschieden gegen die Diskriminierung von dicken Menschen und zeigt, wie jeder sein persönliches Stresssystem in ein gesundes Gleichgewicht bringen kann.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 307




Achim Petersmit Sebastian Junge

Mythos Übergewicht

Warum dicke Menschen länger leben

C. Bertelsmann

Abb. 1: »Geburt der Venus« (Ausschnitt) von Sandro Botticelli (1445–1510)

1. Auflage© 2013 by C. Bertelsmann Verlag, München,in der Verlagsgruppe Random House GmbHUmschlaggestaltung: buxdesign, MünchenBildredaktion: Dietlinde OrendiSatz: Uhl + Massopust, AalenISBN 978-3-641-09831-5www.cbertelsmann.de

Für Marie-Sabine

Inhalt

Vom gesunden Abnehmen und anderen Mythen

Leben dicke Menschen länger?

Das Gewichtsparadoxon – Haben dicke Menschen beim Herzinfarkt bessere Überlebenschancen als dünne?

Unangenehme Frage: Ist Gewichtszunahme überhaupt ein Risikofaktor für die Gesundheit?

Die Suche nach dem versteckten Fehler – welchen Einfluss hat Stress auf das Körpergewicht?

Typ A oder B? – Warum einige Menschen trotz Stress schlank bleiben und warum das aber kein Vorteil ist …

Das hungrige Gehirn

Passiv oder aktiv – ist unser Gehirn eine gute Restaurantchefin?

Zum Glück selbstsüchtig – wie das Gehirn den anderen Organen sagt, was es braucht

Eltern zuerst oder der gesunde Egoismus im Flugzeug

Energie anfordern – klingt einfach, aber wie setzt das Gehirn sich durch?

Ein neues Körperbild – ist dick werden wirklich eine Krankheit?

Fragen und Widersprüche – warum es uns so schwerfällt, dicke Menschen als das zu akzeptieren, was sie sind

Die Theorie vom egoistischen Gehirn entstand, weil ein wichtiges Detail lange übersehen wurde

Notfallplan – wie beschafft sich das Gehirn Zucker, wenn keine Nahrung da ist?

Beipackzettel für Diäten?

Risiken und Nebenwirkungen – brauchen wir eine Kennzeichnungspflicht für Diäten?

Keine Frage der Willensstärke – warum Diäten wirklich scheitern

Cortisol und Stress – was unseren Körper wirklich altern lässt

Bin ich ein gezügelter Esser?

Das Minnesota-Hunger-Experiment – was bei Radikaldiäten im Körper passiert

Abnehmen durch hungern – wie viele Kalorien Diäten konkret verweigern

Gezügelte Esser sind gestresst und hungrig – und das gleichzeitig, jeden Tag

Niemand ist eine Insel

Warum sind so viele Amerikaner dick? Oder was Ungerechtigkeit mit dem Körpergewicht zu tun hat

Raus aus dem Elend – wie ein ungewöhnliches Experiment in den USA bewies, dass Armut dick macht

Macht mich mein Job dick?

Obrigkeitswissen oder Transparenz – wie sich der Kommunikationsstil eines Unternehmens auf den Brain-Pull der Mitarbeiter auswirkt

Schlafen, wach sein und hellwach sein – die drei Stufen der Wachheit

Noch ein doppelter Espresso – oder wenn die biologische Wachheit nicht mehr ausreicht

Was ist passiert, wenn schlanke Menschen einen Bauch bekommen?

Bauch oder Körper – wozu wir zwei ganz unterschiedliche Arten von Fettgewebe brauchen

Mythos Übergewicht – warum die Waage als Indikator eines erhöhten Herz-Kreislauf-Risikos ausgedient hat

Nimm doch endlich ab!

Normal oder diskriminierend? Wie dicke Menschen zu einer unterdrückten Gruppe wurden

Die perfekte Diskriminierung? Wenn sich Opfer selbst anklagen

»Normalgewicht«? Gibt es genauso wenig wie »Übergewicht«

Wenn »Übergewicht« eine Krankheit ist, warum scheitern dann alle Therapien zur Behandlung?

Gewichtsdiskriminierung – in den USA hat sie das Ausmaß der Rassendiskriminierung erreicht

Gleichberechtigung für dicke Menschen: Das sind die Forderungen an die Gesellschaft

Wie lässt sich das komplexe Thema der Gewichtsdiskriminierung abschließend zusammenfassen?

Bariatrische Operationen: Wie ein Eingriff einen dicken Menschen in einen dünnen verwandelt

Ein Akt der Verführung? Wenn Patienten Patienten unterstützen sollen

30 Prozent weniger wiegen und Blutzucker senken – kann eine Magenverkleinerung sogar Diabetes heilen?

Aufklärung durch den Arzt? Wie Behandlungsergebnisse aufpoliert werden

Nach einer derartigen Operation hat das Gehirn noch zwei Möglichkeiten: radikal Energie sparen oder das Stresssystem überlasten

Unterschrift mit Folgen: Wie ein Formblatt aus einem dicken Menschen einen Palliativpatienten machen kann

Kinder zuerst

Je früher die Stressbiografie einsetzt, desto gravierender sind die Auswirkungen

Warum es so wichtig ist, Kindern den Stress zu nehmen, statt sie mit Diäten zu quälen

Was Kinder wirklich brauchen? Entlastung, Entlastung, Entlastung …

Das Leben im Haifischbecken

Wenn Stressoren wie Raubfische agieren, dann leben viele Menschen in einer Art Haifischbecken

Amygdala – der Ort im Gehirn, an dem das Gefühl erzeugt wird, das wir als »Stress« erleben

Gibt es einen Schalter im Gehirn, mit dem sich unsere Stressreaktion an- oder ausknipsen lässt?

Dicke Menschen haben bei Stress einen robusten Hirnstoffwechsel – darin besteht ihr Überlebensvorteil

Wer zu den B-Typen gehört, wird in drei Phasen »dick«

Warum dicke Menschen länger leben als dünne – die wahren Risiken von Stressbelastungen

Von A nach B? Warum können wir Menschen nicht einfach die Seite wechseln?

Macht Kalorienbeschränkung Rhesusaffen jünger? Wie ein Tierexperiment für Aufsehen sorgt

Mehr essen heißt auch mehr zahlen – was kostet es, ein B-Typ zu sein?

Raus aus dem Haifischbecken

Gesundes Abnehmen durch Diät plus Sport? Wie eine ambitionierte Studie abgebrochen werden musste – wegen Nutzlosigkeit

Raus – einfach nur raus …

Wann wird Stress chronisch? Wenn wir gegen unsere tiefen Bedürfnisse handeln oder von ihnen abgehalten werden?

Wer wird zum Räuber, wer zur Beute? Warum in jedem von uns ein Haifisch steckt

Literaturhinweise

Leben dicke Menschen länger?

Das hungrige Gehirn

Beipackzettel für Diäten?

Bin ich ein gezügelter Esser?

Niemand ist eine Insel

Macht mich mein Job dick?

Was ist passiert, wenn schlanke Menschen einen Bauch bekommen?

Nimm doch endlich ab!

Bariatrische Operationen: Wie ein Eingriff einen dicken Menschen in einen dünnen verwandelt

Kinder zuerst

Das Leben ist ein Haifischbecken

Raus aus dem Haifischbecken

Glossar

Danksagung

Register

Bildnachweis

Das vorliegende Buch beruht auf wissenschaftlichen Arbeiten der Klinischen Forschergruppe »Selfish Brain«. Diese wurde 2004 an der Universität zu Lübeck mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingerichtet. Ihr gehören Wissenschaftler aus Hirnforschung, Psychiatrie, Neuroendokrinologie, Innerer Medizin, Pharmakologie, Biochemie, Chemie und Mathematik an. Forschungsergebnisse aus mehr als 12000 Studien wurden bisher in einem interdisziplinären Netzwerk ausgetauscht, bewertet und weitergeführt. Stellvertretend für die vielen Wissenschaftler, ohne deren Unterstützung dieses Buch nie möglich gewesen wäre, möchte ich Mary Dallman (San Francisco), Bruce McEwen (New York), Ron de Kloet (Leiden), Luc Pellerin (Lausanne), Dirk Langemann (Braunschweig), Dennis Baskin (Seattle) und Steve Woods (Cincinnati) an dieser Stelle herzlich danken.

»Die Irrtümer der Ärzte sind ohne Zahl. Gewöhnlich sind sie zu optimistisch mit Bezug auf die Diät des Kranken, zu pessimistisch aber, was den Ausgang des Leidens betrifft.«

MARCEL PROUST

Vom gesunden Abnehmen und anderen Mythen

Gibt man bei einem bekannten Onlinehändler das Suchwort »Diät« ein, erscheint auf dem Bildschirm folgende Information: 17171 Ergebnisse – so der Stand vom 7. Januar 2013. Es sind, wenn man nur in der Rubrik »Bücher« sucht, allein in deutscher Sprache fast 10000 Buchtitel erhältlich, in denen es ums Abnehmen geht. Nehmen wir an, jedes dieser Werke hat einen Umfang von 200 Seiten, dann ergibt das rund 200 Regalmeter Abnehmliteratur. So viel Lesestoff für einen simplen Lösungsansatz, der in endlosen Varianten von fast allen Autoren wiederholt wird: Wer mehr isst, wird dick, wer am Essen spart, wird dünn. Auf diesen einfachen Nenner lässt sich der Inhalt der meisten Diätratgeber bringen. Egal, ob Fette, Eiweiße oder Kohlenhydrate reduziert werden sollen oder ob statt eines Kalorienrechners den Lesern ein Punktesystem als Kontrollinstrument an die Hand gegeben wird – letztlich geht es bei jedem Diätprogramm um eine künstliche Beschränkung des Angebotes an Nahrungsenergie. Klingt ja auch logisch: Wer weniger isst, bleibt länger schlank. Aber wenn die Lösung des Problems mit dem Gewicht so einfach ist, warum dann so viele Bücher zum Thema? Ganz offenbar, weil das Problem des Abnehmens trotz der vielen Diätkonzepte in etwa so unlösbar erscheint wie das des Klimawandels (wobei das Lese-Interesse an Schlankheitsthemen offenbar deutlich größer ist; zum Klimawandel hat der Online-Buchhändler nämlich lediglich rund 2700 Titel im Angebot). Anders ausgedrückt: Dass so viele Bücher übers Abnehmen geschrieben, verlegt und gekauft werden, lässt zwei Schlüsse zu: Erstens – die Sehnsucht abzunehmen ist riesig; und zweitens – Diätbücher sind dabei offenbar keine große Hilfe. Diätliteratur bedient lediglich die Sehnsucht vieler Menschen, den eigenen Körper zu verändern, mittels der Illusion, dass dies mit Hilfe des Buchs, das man gerade gekauft hat, gelingen kann. Dass Diäten und Diätbücher eine sinnvolle Strategie darstellen, um das Körpergewicht in eine gewünschte Balance zu bringen, ist einer der Mythen, die sich ums Abnehmen ranken und um die es in diesem Buch geht.

Man kann im Zusammenhang mit Diäten und der dazugehörigen Literatur durchaus auch von einer Art Konditionierung sprechen: Kaum annonciert ein Autor eine neue, interessant und vielversprechend klingende Diät, greifen wir reflexartig zu, in der Hoffnung, dieses Mal die richtige Methode zu bekommen. In diesem Dickicht der Diäten und Ratgeber haben die meisten Menschen – so scheint es – längst den Durchblick verloren. Statt nach Ursachen fürs Dickwerden zu forschen, wollen alle das schnelle Patentrezept. Statt die richtigen Fragen überhaupt erst zu stellen, zählt offenbar nur eines: Antworten – und die möglichst schnell und einfach.

Wahrscheinlich ist spätestens nach diesen einleitenden Sätzen allen Lesern klar, dass dieses Buch kein Diät-Ratgeber ist. Wer darauf hofft, hier die eine schnelle, gesunde und nachhaltige Abnehmstrategie zu finden, den muss ich enttäuschen. Denn die Wahrheit ist – so betrüblich das sein mag –, einen schnellen und einfachen, gesunden und somit ungefährlichen Weg zum Dünnerwerden und Dünnerbleiben gibt es nicht, und wer ihn dennoch verspricht, verschweigt die Wahrheit.

Lohnt es sich jetzt überhaupt weiterzulesen? Ja – jedenfalls für jeden, der seinen Blick weiten und wissen möchte, was dahintersteckt, wenn sich das eigene Körpergewicht verändert, warum manche dick werden und andere schlank bleiben. Wer weiterliest, wird neue und durch aktuelle Ergebnisse der Hirnforschung untermauerte Antworten auf diese Fragen finden.

Die Antworten sind allerdings nicht nur erhellend, sondern auch unbequem: Sie zerstören die Vorstellung, dass Abnehmen nur eine Frage von Disziplin und Willensanstrengung ist. Sie machen deutlich, dass Ärzte jeden Tag Patienten aufgrund ihres Gewichts falsch behandeln – und dass diese Patienten millionenfach unsinnige Medikamente einnehmen, die nicht nur teuer sind, sondern auch der Gesundheit schaden können. Sie verdeutlichen, dass Diäten und Diätprodukte ein Milliardengeschäft sind – fragwürdig, gesundheitsschädlich und gefährlich. Wer diese Abnehmhilfen anwendet, nimmt – unwissentlich – Risiken in Kauf, die so lebensverkürzend sein können wie Rauchen oder exzessiver Alkoholkonsum.

Es gilt allerdings auch endlich die Frage zu klären, wer die weltweit epidemische Gewichtsproblematik zu verantworten hat. Welche Rolle Ernährungsindustrie und Pharmakonzerne spielen, welche das Gesundheitswesen und inwiefern wir alle Verantwortung tragen. Denn, auch das zeigen neue wissenschaftliche Studien, Gewichtszunahme ist vor allem ein gesellschaftliches Problem. Menschen werden dick, weil sie arm sind oder sich vor Armut fürchten, weil sie Angst um ihre Jobs haben oder weil ihnen das Familienleben, die Kindererziehung mit endlosen Kämpfen über den Kopf wächst. Weil sie einsam und isoliert leben oder weil sie sich von ihren Kollegen gemobbt fühlen; weil Partnerschaften zerbrechen, Mütter mit Kindern allein zurückbleiben und weil niemand da ist, der diese Mütter auffängt, die nicht wissen, wie man den täglichen Konflikt zwischen elterlicher Fürsorge und der Verpflichtung, Geld zu verdienen, lösen soll. Weil im Beruf immer mehr verlangt wird und man sich überlastet fühlt, aber Angst hat, nein zu sagen, aus Sorge, den Job zu verlieren, oder weil in der Familie eine schwere Erkrankung auftritt – wie Alzheimer, Depression oder eine Alkoholabhängigkeit. Ein chronisch krankes Familienmitglied belastet die ganze Familie stark – seelisch und körperlich.

All diese Faktoren und Lebensumstände, so verschieden sie auch sein mögen, haben etwas gemeinsam: Sie erzeugen psychosozialen Stress – und das ist neben traumatischen Erlebnissen die schwerste Form von Belastung für unser Stresssystem. Psychosozial stressig wird es immer dann, wenn uns der Umgang mit anderen Menschen in ein emotionales Krisengebiet führt. Das können ungelöste Konflikte in Partnerschaften sein, zwischen Kindern und Eltern; oder die Erfahrung, plötzlich vom Partner verlassen zu werden, Probleme am Arbeitsplatz zu haben, mit Kollegen, mit Vorgesetzten. Diese psychosozialen Stressoren können jedem von uns begegnen, jeden Tag. Und oft wissen wir nicht, wie wir damit umgehen sollen. Was wir tun können, um diesen bedrängenden und belastenden Kräften entgegenzuwirken. Ein wesentlicher, aber bisher kaum beachteter Aspekt in diesem Zusammenhang ist der Einfluss psychosozialer Stressoren auf die Energieversorgung unseres Gehirns, auf unser Essverhalten und unser Gewicht.

Dass Stress Einfluss auf das Körpergewicht ausübt, ist grundsätzlich keine neue Erkenntnis. Neu ist aber das Wissen, dass sich unsere menschliche Erscheinungsform wandeln kann, sobald wir in eine stressvoll-unsichere und gefährliche Umgebung geraten, und dass es sich dabei um ein grundlegendes biologisches Prinzip handelt, welches sich nicht nur beim Menschen, sondern im gesamten Tierreich – vom Wasserfloh bis zum Elefanten – wiederfindet. Und neu ist damit, dass es sich bei Stress nicht um eine, sondern um d i e Ursache für Gewichtszunahme handelt. Bis auf ganz wenige klinische Ausnahmen gilt: Jeder Mensch, der dick wird, ist stressbelastet – sei es psychosozial oder durch eine Erkrankung, die den Körper belastet. Und frage ich einen dicken Menschen nach seiner Last, die er zu tragen hat, so wissen die meisten diese zu benennen oder ahnen zumindest, was sie drückt. Physiologisch betrachtet bedeutet dies: Das Stresssystem dieses Menschen ist von normal aktiv in den Zustand hochaktiv geraten, entweder kurzandauernd-traumatisch oder langandauernd-zermürbend – für Monate oder sogar Jahre. Die Gewichtszunahme ist nichts anderes als eine Folge dieser Überbeanspruchung des Stresssystems.

Es bedarf aber keines großen Lebensdramas, um das Stresssystem eines Menschen so zu überlasten, dass daraus ein hohes Körpergewicht entsteht. Vermeintlich kleinere (oder verborgene) Konfliktherde können eine ebenso verheerende Wirkung haben wie große, dramatische Stressereignisse. Tatsache ist: Psychosozialer Stress birgt das Risiko, dick zu machen – das konnte in den Studien der Selfish-Brain-Forschung, um die es hier in diesem Buch gehen wird, nachgewiesen werden. Anders gesagt: Dick wird niemand von alleine. Gewichtszunahme hat damit zu tun, dass sich unser soziales Ich verstrickt hat. Wie bei einem Knäuel verknüpfen, verheddern und verwirren sich manchmal unsere Lebensfäden mit denen der Menschen, die uns nahestehen. Eine Reaktionsmöglichkeit besteht darin, diesen Zustand zu verdrängen, eine andere, sich damit abzufinden, dass es ist, wie es ist. Doch weder Verdrängung noch stoisches Aushalten rühren am Kern des Problems, und wir können sicher sein, dass unser Stresssystem uns immer wieder daran erinnern wird. Ungelöste Konflikte lösen sich nicht von allein auf.

Unser Stressmanagement und unser Körpergewicht hängen also zusammen, jede Veränderung im einen Bereich wird sich auch auf den anderen auswirken – im positiven wie im negativen Sinne. Diese Erkenntnis ist von elementarer Wichtigkeit; sie ist nicht veränderbar oder relativierbar. Um es noch einmal deutlich zu sagen: Jeder Versuch, mein Körpergewicht zu verändern, jede Diät, jedes Abnehmprogramm und jede Magenoperation nimmt auch Einfluss auf mein Stresssystem.

Wenn wir einen Menschen fragen, warum er unbedingt abnehmen will, wird er wahrscheinlich ästhetische oder gesundheitliche Gründe anführen oder beides. Mit dem Wunsch nach Schlankheit folgen wir also einerseits den Empfehlungen von Gesundheitsexperten und andererseits einem modischen Schönheitsideal. Interessanterweise gibt es kaum jemanden, der weder das eine noch das andere in Frage stellt. Warum eigentlich?

Leben dicke Menschen länger?

Wer die schönste Frau der Renaissance besuchen möchte, muss nach Florenz reisen, begibt sich am besten direkt in die Via della Ninna 5. Hinter dieser Adresse verbirgt sich die Galeria degli Uffizi – eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Die dritte Etage des Gebäudes ist Werken der italienischen Renaissance-Malerei vorbehalten. Dort befindet sich eines der anmutigsten Frauenbildnisse, das je gemalt wurde: Im Format 172,5 cm mal 278,8 cm wird der Betrachter Augenzeuge der Geburt der Venus. Sandro Botticelli hielt diesen Moment 1485 für die folgenden Jahrhunderte fest und schuf mit seinem Gemälde eine der bedeutendsten Ikonen weiblicher Schönheit in der Kunstgeschichte des Abendlandes: In einer Muschel stehend, lässt sich Venus von göttlichem Atem ans Ufer wehen, um dort in Empfang genommen zu werden. Botticelli stellt die Grazie einer Göttin in Gestalt des nackten Körpers einer jungen Frau dar. Ohne Zweifel, diese Venus spiegelt das Ideal weiblicher Schönheit in der Renaissance wider; aber mehr noch, sie prägte ein Schönheitsideal weit über die Epoche hinaus.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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