Natural Horsemanship gekonnt anwenden: Wie Sie die Körpersprache der Pferde richtig lesen und mit einfühlsamer Bodenarbeit eine tiefe Bindung zu Ihrem Pferd aufbauen - Annika Pütz - E-Book

Natural Horsemanship gekonnt anwenden: Wie Sie die Körpersprache der Pferde richtig lesen und mit einfühlsamer Bodenarbeit eine tiefe Bindung zu Ihrem Pferd aufbauen E-Book

Annika Pütz

0,0

Beschreibung

Bei 70 kg Mensch gegen 700 kg Fluchttier müsste von Anfang an klar sein, wer diesen Kampf gewinnt. Nicht jedoch, wenn der Mensch dieses majestätische Tier unter sich einsperrt und so lange schmerzvoll auf es einwirkt, bis es nicht mehr anders kann, als nachzugeben, sich seinem Schicksal hinzugeben und vermeintlich atemberaubend schön all das zu tun, was von ihm verlangt wird, nur, um diesem Leiden zu entrinnen und es schnellstmöglich zu beenden. Doch wie viel hat das noch mit Tierliebe und artgerechtem Umgang zu tun? Was wäre, wenn es einen Weg gäbe, all die Ästhetik, welche diese Tiere mit sich bringen, auch ohne Zwang hervorzuheben? Wenn aus dem Kampf ein Spiel werden würde? Ein Spiel auf Basis gegenseitigen Vertrauens und Achtung. Wenn Ihr Pferd sich Ihnen freiwillig anschließt und mit wachem Blick auf Sie achtet? Sie als gerechtes Leittier akzeptiert und mit einem zufriedenen Blick aus dem Training geht? All das ist mit Natural Horsemanship möglich. Ganz egal, ob Sie die Bindung zu Ihrem Pferd stärken oder ganz neu in das Thema eintauchen möchten, in diesem Ratgeber erfahren Sie alle theoretischen Grundlagen sowie Tipps und Übungen, welche Sie direkt in die Praxis umsetzen können. Das erwartet Sie: -Das Grundprinzip -Die Körpersprache des Menschen -Die Körpersprache der Pferde -7 Spiele nach Pat Parelli -Probleme lösen -und vieles mehr ...

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 51

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0



Alle Ratschläge in diesem Buch wurden sorgfältig erwogen und geprüft. Eine Garantie kann dennoch nicht übernommen werden. Eine Haftung des Autors beziehungsweise des Verlags für jegliche Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist daher ausgeschlossen.

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

INHALT

Vorwort

Grundprinzip

Voraussetzungen

Körpersprache des Menschen

Die einladende Körperhaltung

Die einschüchternde Körperhaltung

Körpersprache der Pferde

Augen

Ohren

Schweif

Körperhaltung

„Ich habe es verstanden.“

Join up

7 Spiele nach Pat Parelli

„The Friendly Game“

„The Porcupine Game“

„The Driving Game“

„The Yo-Yo Game“

„The Circling Game“

“The Sideways Game”

“The Squeeze Game”

Gesunderhaltung

Hilfengebung

Persönlicher Raum

Probleme lösen

Zu guter Letzt

Vorwort

Aufgerissene Mäuler, schlagende Schweife, weiße Augen – Pferde, die vor lauter Schmerzen und Angst gar nicht mehr wissen, wohin mit sich. Wunde Stellen von zu starkem Druck der Sporen und zu enge Boxen. Es sind Szenen, die leider jeder Reiter schon einmal gesehen hat. Dabei ist es nicht schwer, zu erkennen, dass man hier nicht mehr von einer freiwilligen und vertrauensvollen Mitarbeit des Pferdes sprechen kann.

Bei 70 kg Mensch gegen 700 kg Fluchttier müsste von Anfang an klar sein, wer diesen Kampf gewinnt. Nicht jedoch, wenn der Mensch dieses majestätische Tier unter sich einsperrt und so lange schmerzvoll auf es einwirkt, bis es nicht mehr anders kann, als nachzugeben, sich seinem Schicksal hinzugeben und vermeintlich atemberaubend schön all das zu tun, was von ihm verlangt wird, nur, um diesem Leiden zu entrinnen und es schnellstmöglich zu beenden.

Doch wie viel hat das noch mit Tierliebe und artgerechtem Umgang zu tun? Was wäre, wenn es einen Weg gäbe, all die Ästhetik, welche diese Tiere mit sich bringen, auch ohne Zwang hervorzuheben? Wenn aus dem Kampf ein Spiel werden würde?

Ein Spiel auf Basis gegenseitigen Vertrauens und Achtung. Wenn Ihr Pferd sich Ihnen freiwillig anschließt und mit wachem Blick auf Sie achtet? Sie als gerechtes Leittier akzeptiert und mit einem zufriedenen Blick aus dem Training geht? All das ist mit Natural Horsemanship möglich. Ganz egal, ob Sie die Bindung zu Ihrem Pferd stärken oder ganz neu in das Thema eintauchen möchten, in diesem Ratgeber erfahren Sie alle theoretischen Grundlagen sowie Tipps und Übungen, welche Sie direkt in die Praxis umsetzen können.

Grundprinzip

Natural Horsemanship ist nicht nur ein Training, sondern eine Lebenseinstellung. Es basiert auf Kommunikation, Respekt, Vertrauen und vor allem auf dem artgerechten Umgang mit Pferden. Dies bezieht auch Haltung und Fütterung ein. Da Pferde Herden- und Lauftiere sind, ist die großflächige Haltung mit Artgenossen unabdinglich.

Vielmehr ist Natural Horsemanship zu dem ein Lernen für den Besitzer, nicht für das Pferd. Sie müssen lernen, die Sprache Ihres Pferdes zu verstehen und in dieser auch zu kommunizieren. Wir Menschen haben im Lauf der Zeit verlernt, uns auf unsere Körpersprache zu verlassen. Wir drücken unser Befinden zwar unterbewusst immer noch aus, jedoch achtet heutzutage kaum noch jemand auf die wahre Bedeutung.

Wir schenken Worten und Mimik viel mehr Bedeutung als dem, was unser Körper spricht. Wie Joe Navarro in seinem Buch „Menschen lesen“ jedoch eindrücklich erklärt, ist die Mimik jener Teil unserer Körpersprache, welcher am stärksten lügt. Unser wahres Befinden drücken vielmehr unsere Haltung und Extremitäten aus. Die Muttersprache der Pferde ist nach wie vor die Körpersprache. Sie lesen unsere Haltung, Gestik und Ausstrahlung und antworten dementsprechend auch nur auf diese.

Wenn Sie Ihrem Pferd körpersprachlich etwas anderes vermitteln, als Sie eigentlich meinen, reagiert Ihr Pferd auf Ihre Körpersprache, nicht auf Ihren ursprünglichen Gedanken. Wenn Sie Ihr Pferd für dieses, aus seiner Sicht richtige, Verhalten korrigieren oder bestrafen, rüttelt dies am Vertrauen Ihres Pferdes. Das Ziel ist es, dass Ihr Pferd Sie als Herdenchef akzeptiert, sich Ihnen unterordnet, Ihre Grenzen respektiert und Ihnen vertraut. Dafür müssen Sie Ihre Position erkennbar machen und Ihr Pferd fair zurechtweisen, falls es testet, wie ernst Sie es meinen.

Wenn das Pferd sich Ihrer Zurechtweisung unterordnet oder etwas richtig gemacht hat, loben Sie es. Damit Ihr Pferd Ihnen Vertrauen schenkt, müssen Sie ihm immer wieder beweisen, dass Sie vertrauenswürdig sind. Wenn Sie Ihrem Pferd Sicherheit vermitteln, muss die Situation auch sicher sein. Ein Vertrauensmissbrauch in solchen Situationen kann schwere Folgen nach sich ziehen. Seien Sie sich darüber bewusst, dass Ihr Pferd weiß, wann etwas gerechtfertigt ist. Es verübelt es Ihnen nicht, wenn Sie es in gerechtfertigtem Maße korrigieren. Ein guter Chef ist immer fair und trotzdem konsequent.

Voraussetzungen

Ganz grundsätzlich benötigt man nur ein Pferd und einen Menschen. Zur besseren Kommunikation hilft ein Knotenhalfter mit langem Bodenarbeitsseil und eventuell eine Gerte. Das Wichtigste jedoch ist die Geduld.

Es sind und bleiben Pferde. So wie jeder Mensch einen eigenen Charakter hat, so tickt auch jedes Pferd eigen. Vor allem bei Pferden, welche viel hinterfragen und testen, wie ernst man etwas wirklich meint, ist ein langer Atem gefragt. Wer hier die Nerven verliert, verliert auch jegliche Verbindung zu seinem Pferd. Der Mensch steht immer in der Pflicht, sein eigenes Verhalten zu hinterfragen.

Oft sind wir es, die unwissentlich falsch Signale senden, auf welche das Pferd reagiert. Denn wie bereits erwähnt, müssen wir die Sprache der Pferde erlernen. Kontrollieren Sie sich stetig selbst, indem Sie sich beispielsweise filmen lassen oder eine zweite Person mit geschultem Auge um ihre Meinung bitten.

Körpersprache des Menschen

Stellen Sie sich bitte einmal den Chef einer erfolgreichen Firma vor. Mit vorsichtigem Gang, hängenden Schultern und einem zu Boden gerichtetem Blick schleicht er durch die Gänge seiner Bürogebäude. Nun stellen Sie sich einen zweiten Chef vor.

Dieser stolziert mit aufgerichteten Schultern und sicherem Gang an Ihnen vorbei und begrüßt Sie mit wach nach vorn gerichtetem Blick. Sie werden den zweiten Mann, unabhängig von seiner tatsächlichen