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Nelson Burdette Bailey gab es! Für mich ist dies mit allen Anhaltspunkten in diesem Buch erwiesen. Er lebte, er schrieb seine berühmte Ukulele Methode, er heiratete, er hatte gemeinsame Projekte mit anderen, auch hawaiianischen Künstlern, er war ein, wenn nicht sogar DER, Motor des Ukulele-Hypes der 20er-Jahre in den USA und in der Folge auch des heutigen Ukulele-Hypes. Er war ein loyaler, aber stiller Mitarbeiter des großen Musikalienhändlers Sherman & Clay in San Franzisko. Ihm widme ich dieses Buch.
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Seitenzahl: 18
Veröffentlichungsjahr: 2026
Nelson Burdette Bailey – Die Spur eines vergessenen Musiklehrers
Andreas Fischer
Inhalt
Einleitung – Die Suche nach einem Namen
Teil I – Bailey und die Geburt einer Idee
Teil II – Die Methode und ihr Erfolg
Teil III – Pseudonym oder Person?
Teil IV – Nach dem Boom: Die leisen Jahre
Epilog – Das Vermächtnis eines Lehrers
Literatur
Im Jahr 1914 erschien in San Francisco eine unscheinbare Broschüre mit einem schlichten braunen Einband. Ihr Titel lautete A Practical Method for Self Instruction on the Ukulele. Der Verfasser: N. B. Bailey. Kein Foto, keine Vita, kein Vorwort des Autors. Nur ein klar strukturierter Lehrtext, der versprach, jedem Leser das Spiel der damals noch exotischen „Hawaiian Guitar“ und der Ukulele nahezubringen.
Was wie ein beiläufiger Unterrichtsheftverkauf begann, sollte sich in den folgenden Jahren zu einem kulturellen Phänomen entwickeln. Der Ukulele-Boom erfasste die Vereinigten Staaten, breitete sich über den Atlantik aus und prägte für Jahrzehnte das Bild eines Instruments, das zwischen Leichtigkeit, Nostalgie und Virtuosität changierte. Millionen Exemplare der Ukulele fanden in den 1910er- und 1920er-Jahren den Weg in amerikanische Haushalte. Kaum ein Musikverlag der Westküste profitierte stärker davon als Sherman, Clay & Co. in San Francisco – und kaum ein Name blieb dabei so rätselhaft wie jener des Mannes, der eine der ersten systematischen Lehrmethoden dafür geschrieben hatte.
Über hundert Jahre lang galt Nelson Burdette Bailey als ein Phantom. In Bibliographien tauchte sein Name auf, doch ohne Lebensdaten, ohne Herkunft, ohne Spuren im öffentlichen Leben. Manche Musikhistoriker vermuteten, er sei eine reine Erfindung des Verlages – ein sogenannter „Hausname“, mit dem Sherman & Clay seine Ukulele-Produkte verkaufte.
Andere hielten ihn für einen hawaiianischen Künstler, der anonym bleiben wollte.
Erst ganz aktuell, in jüngster Zeit, gelang es, die Biografie dieses Mannes mit konkreten Dokumenten zu belegen:
Geburts- und Sterbeeinträge, eine Heiratsurkunde, Adresslisten und Copyright-Dokumente. Sie zeichnen das Bild eines realen Musiklehrers, der in San Francisco lebte, unterrichtete und komponierte – und der wie so viele Pädagogen seiner Zeit in der Anonymität der Verlagswelt verschwand.
