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Den Glauben neu denken und verwirklichen Eine kleine christliche Lebensschule für den modernen Menschen Neu anfangen: das gehört wesentlich zur christlichen Botschaft. Dieses Buch lädt ein, die eigenen geistlichen Überzeugungen neu in den Blick zu nehmen und so ein "spirituelles Update" zu machen. Die ganz neue Hinführung zur Bibel (Dominik Markl) zeigt, wie die Heilige Schrift im eigenen Leben relevant sein kann. Dazu kommen praktische Hinweise für das persönliche geistliche Leben und das Gebet (Bruno Niederbacher) und Antworten auf philosophische und theologische Grundfragen (Robert Deinhammer). Die katholischen Grundgebete und zentrale geistliche Texte aus Bibel und Tradition runden diesen kleinen Katechismus für Zeitgenossen ab.
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Seitenzahl: 84
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Dominik Markl SJBruno Niederbacher SJRobert Deinhammer SJ
Herausgegeben vonChristian Marte SJ
Imprimi potest
Wien, 3. Jänner 2021
Bernhard Bürgler SJ, Provinzial
Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift
vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe
© 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart
Alle Rechte vorbehalten
Mitglied der Verlagsgruppe „engagement“
2., ergänzte Auflage 2024
© 2021 Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck
Bildnachweis: Christian Bargehr: Seite 113, 128 oben und unten; Diözese Bozen-Brixen: 91 unten links; Diözese Innsbruck: 91 oben Mitte, mittlere Reihe rechts; Christian Ender: 4; Franziskanerinnen der christlichen Liebe: 91 unten rechts; Birgit Pichler: 128 Mitte; Jesuiten: 97; Steve Johnson/unsplash.com: Umschlagmotiv; Palottiner: 91 oben links; Erna Putz: 91 mittlere Reihe Mitte; Miriam Raneburger: 61; Gregor Schweinester: 91 mittlere Reihe links; Reinhold Sigl: 7; Archiv Tyrolia-Verlag: 91 oben rechts, 91 unten Mitte, 109, 111, 123; Wikimedia: 29, 45, 127.
Graphische Gestaltung: Christian Bargehr
Druck und Bindung: Finidr, Tschechien
ISBN 978-3-7022-4009-7 (gedrucktes Buch)
ISBN 978-3-7022-4010-3 (E-Book)
E-Mail: [email protected]
Internet: www.tyrolia-verlag.at
Dominik Markl SJ
Die Bibel
Sieben Zugänge
Bruno Niederbacher SJ
Sprechen wie mit einem Freund
Fünf Weisen des Betens
Robert Deinhammer SJ
Kleiner Katechismus
24 Fragen und Antworten
Geistliche Texte
Manchmal haben wir den naiven Wunsch, noch einmal neu anfangen zu können. Das ist bei Filmaufnahmen möglich: Es wird einfach noch einmal gedreht. Im wirklichen Leben ist das etwas schwieriger. Es ist aber möglich, einen Neubeginn zu setzen. Es muss nicht alles so weitergehen wie bisher. Einen neuen Anfang setzen können: Das ist es, was es heißt, frei zu sein. Das können kleine und große Anfänge sein. Immer geht es darum, neue Spielräume zu sehen und zu nützen. Das gilt auch für unser religiöses Leben.
Mit dem vorliegenden Buch möchten wir getaufte Christinnen und Christen einladen, die eigenen geistlichen Überzeugungen neu in den Blick zu nehmen, gleichsam ein „spirituelles Update“ zu machen. Und wer noch wenig vom Christentum weiß, ist ebenfalls eingeladen, sich auf die Botschaft Jesu einzulassen. Dazu dient dieses Buch.
Der erste Teil ist eine Hinführung zur Heiligen Schrift; Basics, die uns helfen, die Bibel für unser Leben zu entdecken. Im zweiten Teil gibt es eine praktische Einführung ins geistliche Leben; eine Vorstellung verschiedener Zugänge, aus denen wir auswählen können, was für uns persönlich gut passt. Der dritte Teil beantwortet grundlegende theologische Fragen. Das ist die Form, die sich über die Jahrhunderte als Katechismus bewährt hat: Q & A. Der abschließende Teil ist eine Zusammenstellung verschiedener geistlicher Texte.
Nehmt Neuland unter den Pflug!Es ist Zeit, den HERRN zu suchen;dann wird er kommen undGerechtigkeit für euch regnen lassen.
Hosea 10,12
Neu anfangen: das gehört wesentlich zur christlichen Botschaft. Es ist ein großer Trost, dass wir nicht vollständig festgelegt sind durch unsere Vergangenheit. Wir können immer wieder neu beginnen. Selbst wenn wir Fehler gemacht haben: Ein neuer Anfang ist von Gott her möglich. So gesehen ist diese Broschüre auch ein Trostbüchlein.
Zuversicht + Segen wünscht Ihnen von Herzen
P. Christian Marte SJ
Rektor des Jesuitenkollegs Innsbruck
Herz-Jesu-Bild
in der Innsbrucker Jesuitenkirche
Das Bild ist eine Kopie jenes Bildes,
das Pompeo Girolamo Batoni für die
Jesuitenkirche Il Gesù in Rom gemalt hat.
Beauftragt 1767 von P. Augustinus Eggs SJ,
Rektor des Jesuitenkollegs.
Der Maler ist bis heute unbekannt.
Seit 1796 wird vor diesem Bild die Verbindung
des Landes Tirol mit dem Herzen Jesu gelobt.
F O T O : R E I N H O L D S I G L
Sieben Zugänge
P. Dominik Markl SJ
Am Ende der Tage wird es geschehen:
Der Berg des Hauses des HERRN steht fest gegründet
als höchster der Berge; er überragt alle Hügel.
Zu ihm strömen alle Nationen.
Viele Völker gehen und sagen:
Auf, wir ziehen hinauf zum Berg des HERRN
und zum Haus des Gottes Jakobs.
Er unterweise uns in seinen Wegen,
auf seinen Pfaden wollen wir gehen.
Denn vom Zion zieht Weisung aus,
und das Wort des HERRN von Jerusalem.
Jesaja 2,2–3
Du sendest deinen Geist aus … und du erneuerst das Angesicht der Erde.
Psalm 104,30
Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern.
Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen,
was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch
alle Tage bis zum Ende der Welt.
Matthäus 28,19–20
Die Bibel ist das Gründungsdokument des Christentums. Sie ist das Glaubens- und Lebensbuch der Kirche. Die hebräischen Bücher des Alten Testaments sind zugleich die Heilige Schrift des Judentums. Judentum und Christentum sind so von ihrer tiefsten Wurzel und Quelle her miteinander verbunden.
Der Glaube lebt aus der Liebe zum Wort Gottes. Deshalb lesen, hören, meditieren, studieren, diskutieren, singen, feiern und leben wir in der Kirche mit und aus der Bibel. Aus diesem Grund beginnt auch dieses kleine Glaubensbüchlein mit sieben Zugängen zur Bibel: ein Gott der neuen Anfänge; mein Lebenswort entdecken; Gottes Wort feiern; Heilige Schrift verinnerlichen; gemeinsam lernen; erforschen und entdecken; Schönheit genießen.
Das Alte Testament entstand im ersten Jahrtausend vor, das Neue Testament im ersten Jahrhundert nach Christus. Auch wenn die biblischen Texte aus fernen Welten stammen, sprechen sie doch von den innersten Grunderfahrungen jedes Menschen. So ist uns die Bibel nah und fern zugleich. Wir kommen ihr näher, indem wir uns ernsthaft für sie interessieren, ihr Zeit und Aufmerksamkeit widmen.
Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen: Meinen Bogen setze ich in die Wolken.
Genesis 9,12–13
Ihr habt Böses gegen mich im Sinne gehabt, Gott aber hatte dabei Gutes im Sinn, um zu erreichen, was heute geschieht: viel Volk am Leben zu erhalten.
Genesis 50,20
Die Kinderlose lässt er wohnen im Haus als frohe Mutter von Kindern. Halleluja!
Psalm 113,8
Junger Wein gehört in neue Schläuche.
Markus 2,22
Man muss doch ein Fest feiern und sich freuen; denn dieser, dein Bruder, war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.
Lukas 15,32
Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde.
Offenbarung 21,1; vgl. Jesaja 65,17
Gott, wie die Bibel ihn – oder sie – porträtiert, ist ein Gott der Überraschungen. Während die griechischen Philosophen Gott als letzte Ursache und als unbeweglich, unveränderlich beschrieben, ist der biblische Gott ganz anders: dynamisch, persönlich, leidenschaftlich.
Konflikte, Fehler und Niederlagen gehören zum Leben. Gewalt, Kriege, traumatische Erfahrungen verfolgen die Menschheit seit Jahrtausenden. In der Bibel kommt die Stimme leidender Menschen zur Sprache, in den Klageliedern und Klagepsalmen sowie in Erzählungen, die alle problematischen Seiten des Lebens ansprechen. Das Scheitern anerkennend, verkündet die Bibel unerschöpfliche Worte des neuen Anfangs: von Zuwendung, Versöhnung, Hoffnung, Heilung, Auferstehung.
Die Bibel ist aus Katastrophen geboren: Die Zerstörungen Jerusalems durch die Babylonier (587 v. Chr.) und durch die Römer (70 n. Chr.) haben wesentlich zur Entstehung der Bibel, des Judentums und des Christentums beigetragen. Die Bibel ist ein Schatz menschlicher Resilienz, genährt vom Glauben an Gott. Gottes Wort fließt über von Wundern und jungem Wein.
Lassen Sie sich vom göttlichen Wort überraschen!
Nicht vom Brot allein lebt der Mensch, sondern von allem, was ausgeht vom Mund des HERRN, lebt der Mensch.
Deuteronomium 8,3
Wähle das Leben, damit du lebst!
Deuteronomium 30,19
Bei dir ist die Quelle des Lebens,in deinem Licht schauen wir das Licht!
Psalm 36,10
Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott
und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott.
Alles ist durch das Wort geworden
und ohne es wurde nichts, was geworden ist.
In ihm war Leben
und das Leben war das Licht der Menschen …
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns sein Zelt aufgeschlagen …
Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist
und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.
Johannes 1,1–4.14.18
Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben
und es in Fülle haben.
Johannes 10,10
Gott schenkt sein Wort der ganzen Menschheit, der Gemeinschaft der Glaubenden, und auch mir ganz persönlich. In der Bibel bündeln sich menschliche Erfahrungen von Jahrtausenden. Sie ist unerschöpflich, niemand kann alles in ihr verstehen. Wichtig ist, wie das göttliche Wort mich persönlich anspricht.
Gottes Wort ist voller Leben, von Anfang an: „Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht.“ (Genesis 1,3). Die Propheten erlebten die Wucht des göttlichen Wortes: „Sagte ich: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen sprechen!, so brannte in meinem Herzen ein Feuer, eingeschlossen in meinen Gebeinen. Ich mühte mich, es auszuhalten, vermochte es aber nicht“ (Jeremia 20,9).
Wir Christinnen und Christen haben Zugang zum göttlichen Wort durch Jesus Christus, den wir als menschgewordenes Wort Gottes verehren. „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Johannes 14,6). Frère Roger Schutz, der Gründer der Gemeinschaft von Taizé, sagte: „Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast. Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.“
Welches biblische Wort ist mein Lebenswort?
Versammle das Volk – die Männer und Frauen, Kinder und Greise, dazu die Fremden, die in deinen Stadtbereichen Wohnrecht haben –, damit sie zuhören und auswendig lernen und den HERRN, euren Gott, fürchten und darauf achten, dass sie alle Bestimmungen dieser Weisung halten!
Deuteronomium 31,12
Lobt ihn mit Trommel und Reigentanz,
lobt ihn mit Saiten und Flöte!
Lobt ihn mit tönenden Zimbeln,
lobt ihn mit schallenden Zimbeln!
Alles, was atmet, lobe den HERRN. Halleluja!
Psalm 150,4–6
Jesus kam nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um vorzulesen, reichte man ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja. Er öffnete sie und fand die Stelle, wo geschrieben steht: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn er hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht.
Lukas 4,16–18
