Neue Predigten und Ansprachen - Manfred Sehring - E-Book

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Manfred Sehring

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Beschreibung

Aktuelle zeitgemäße Themen Beispielgebende Erzählungen Christliche Lebenseinstellungen

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Seitenzahl: 218

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhalt

Neue Predigten und Ansprachen

Trinitatis: Brückenschlagen und Brückenbauen (Annäherungstext: 1. Mose 9, 12-16)

Predigt für Sonntage nach Trinitatis, Sodom/Gomorrha, 1. Mose 19,1

Predigt 2. Weihnachtstag, Micha 5,1

Predigt über Jahreslosung 2014 (Jahresanfang): Psalm 73

Predigt über Jahreslosung 2016 (Jahresanfang): Jesaja 66,13

Osterzeit: 1. Petrusbrief 2, 21b-25

Predigt für Sonntage nach Trinitatis, 1. Johannesbrief 4, 16b-21

Predigt für Sonntage nach Trinitatis, Epheser 5, 8-15

Predigt für Sonntage nach Trinitatis, 2. Timotheus 1, 7-10

Predigt für Sonntage nach Trinitatis, Matthäus 22, 34-40

Predigt über Flucht und Flüchtlinge, 1. Mose 19, 24-26

Geschichte Israels als „Allgemeine Predigt” (Dauer ca. 30 Minuten) 5. Mose 6, 3

Predigt über Jahreslosung 2017 (Jahresanfang): Hesekiel 36, 26

Predigt über Jahreslosung 2018 (Jahresanfang): Offenbarung 21, 6

Predigt (Impulspostthema EKHN Frühjahr 2018) gehalten an Palmarum, Jesaja 43,1

Predigt für Osterzeit, gehalten an Ostermontag 2018, Markus 16, 1-8

Predigt für Zeit nach Ostern, Johannes 10, 11 und 27-28

Predigt für Sonntage nach Trinitatis, Psalm 42, 2-3 (Aus „Biblische Impressionen” erweiterter Text)

Predigt für Sonntage nach Trinitatis, Matthäus 11, 28-30

Predigt für Sonntage nach Trinitatis, Brief des Paulus an die Galater 6, 2-10

Predigt für Sonntage nach Trinitatis, Jesaja 2, die Verse 1-5

Predigt über Jahreslosung 2019 (Jahresanfang): Psalm 34,15b

Predigt über Sakrament der „Heiligen Taufe” Markus 10, 13-16

Predigt über Sakrament des „Heiligen Abendmahls” Matthäus 26, 26-28

Predigt über die „Liebe” 1. Korintherbrief 13,13

Predigt für die Zeit nach Ostern 1. Petrus 1, 3-5

Predigt für die Zeit nach Ostern Matthäus14, 26-31

Predigt für Sonntage nach Trinitatis (Danken) Lied 334 aus dem Gesangbuch der EKHN „Danke für diesen guten Morgen…”

Predigt für Volkstrauertag (2019) Johannes 14, 26-27

Predigt über Jahreslosung 2020 (Jahresanfang) Markus 9, 24

Predigt für Reminiszere (2020) u. a. Passion: Zuversicht! – 7 Wochen ohne Pessimismus Psalm 46, 2-4/9-12

Quellenhinweise

Neue Predigten und Ansprachen

Predigt (neutral) für die Trinitatiszeit und andere kirchliche Jahreszeiten

Predigt:

„Brückenbauen und Brückenschlagen", liebe Gemeinde, sind in unserem Leben heute die ganz wichtigen Notwendigkeiten. Ich habe ja eingangs bei der Begrüßung darauf hingewiesen, dass es hierfür in unserer Bibel keine spezielle Stelle gibt, wo über diese, für unsere Welt, doch wichtige Grundlage einer „Brücke“ und des „Brückebauens“ eine kongrete Abhandlung nachzulesen ist. – Das gab es damals so noch nicht. – Umso mehr müssen wir heute auf das Brückenbauen hinarbeiten. Hier können wir nur auf die vielen Beispiele der zwischenmenschlichen Beziehungen und dem Verhältnis von Gott zu Mensch und umgekehrt aus dem Buch der Bücher, unserer Bibel, unsere Schlüsse ziehen. – Um es vorweg zu nehmen: Es gibt eine Stelle in unserer Bibel, die von einem großen, einer Brücke ähnlichen Gebilde handelt: dem Regenbogen. Die Rainbow-Bridge an den Niagarafällen als Verbindung zwischen USA und Kanada zeigt ein wunderschönes Beispiel: An den beiden Katarakten, dem der USA und dem Horseshoefall (d. h. Hufeisenfall) im kanadischen Landesteil, entsteht durch den starken Auftrieb der von Wasserteilchen gefüllten Luft bei Sonnenschein stets ein herrlicher Regenbogen, der somit der Brücke auch ihren Namen gab (s. S.13).

Im 1. Buch Mose in Kapitel 9, Verse 12-16 finden wir einen Text über Gottes Bund mit Noah nach der Sintflut in Form des Regenbogens, der diesem zentralen Begriff einer Brücke am nächsten kommt, weil er zwei Seiten sichtbar miteinander verbindet – Himmel und Erde mit Erde. Und Gott sprach:

12 „Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig:

13 Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. 14 Und wenn es kommt, dass ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken.

15 Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, dass hinfort keine Sintflut mehr komme, die alles Fleisch verderbe.

16 Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, dass ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und euch und allem lebendigen Getier.“ – Soweit dieser Bibeltext.

In unser modernes Gedankengut übersetzt, liebe Gemeinde, könnte das heute folgendermaßen heißen: „Glauben bewirkt die Erkenntnis, dass es zwei Seiten gibt und deren Zwischenraum überwunden werden muss, wenn eine tragfähige Verbindung und ein Zusammenkommen entstehen soll!“

In meinem Heimatort sind, was das Brückenbauen angeht, in den letzten 2 Jahren 4 Brücken entstanden, um den Ortskern vom Vielverkehr zu befreien. Das war eine Meisterleistung und eine Wohltat für die Bewohner. Die Gemeinde ist sich darin einig, dass dies die Menschen wieder näher zusammengebracht hat und somit ihre Lebensqualität in vielem erhöht hat.

Aber welche entsprechenden Bezugspunkte kommen uns bei dem Wort Brückenbauen im Allgemeinen und Brückenschlagen im Besonderen betrachtet in den Sinn? Nun, da wären:

Die Brücke von einem Ufer zum anderen eines Gewässers.

Die Brücke über eine Schlucht oder einen Talgraben.

Die Brücke von einer Stadt zur anderen als Abkürzung.

Die Brücke über eine Eisenbahnlinie oder andere Straßen wie auch hier in vielen Orten und Städten.

Die Brücke von Haus zu Haus für Abkürzungen zwischen Krankenhausgebäuden zur effektiveren medizinischen Versorgung und so zum Wohle der Patienten.

Auch „Luftbrücken“ – Verbindungen mit Flugzeugen gehören hier als bewegliche Brücken im Besonderen dazu.

Ebenso die beweglichen Brücken auf den Meeren und Seen, die „Schiffe“, gehören selbstverständlich auch dazu.

Das, liebe Gemeinde, wären alles Brücken und Brückenbauten im Bereiche der architektonischen Bau-, Umwelt- und Logistiktechnik. Hier hat der Mensch Großes geleistet. –

Aber da gibt es in unserem Leben noch andere Brücken, die vielleicht auch mehr Erfolg im menschlichen Miteinander und Füreinander durch unsere gefassten Vorsätze hervorrufen:

Die Brücken des Vertrauens.

Die Brücken der Liebe.

Die Brücken der Versöhnung und Vergebung.

Die Brücken der Verständigung.

Die Brücken des Friedens.

Die Brücken der Ehrlichkeit.

Die Brücken der Hilfe und Nächstenliebe.

Die Brücken der Hoffnung. –

Oder, wie derzeit wieder wünschenswert zu erfahren wäre, „Brücken über Hass und Terrorismus“ hinweg zu ganz besonderer menschlicher Verständigung und Verantwortung – wie es kürzlich in einer Fernsehsendung eine bekannte Politikerin geäußert hat. Oder wie wir in den letzten Wochen und Monaten in Israel, Syrien und Irak mit angeblichen IS-Gotteskriegern und der Ukraine traurige Bilder erleben müssen, wo hasserfüllte, brutale Kämpfe stattfinden oder unschuldige Menschen in Passagierflugzeugen am Himmel aus 10 km Höhe abgeschossen werden und zu Tode kommen. – Hier wäre es dringend notwendig, ideologische Brücken zum gegenseitigen Verständnis und Wohle zu bauen.

Und schließlich die große „Brücke des Glaubens“, in der all die genannten guten lebenserhaltenden Brücken eingeschlossen sind, und die uns mit Gott und auch die Menschen untereinander verbinden.

Brücken, liebe Gemeinde, werden uns so, seit es sie gibt, in vielfältiger Form vor Augen geführt – in der praktischen Ausführung, wie vor allem auch in der ideellen geistigen und menschlich moralischen Anwendung:

Wenn sie sich einmal unsere Euro-Geldscheine anschauen, dann werden sie feststellen, dass auf allen Scheinen vom 5 bis 500 Euroschein jeweils eine Brücke oder der Teil einer Brücke abgebildet ist als Zeichen der Verbundenheit. –

Im Leben ist es nicht immer einfach festzustellen, welche Brücken gut sind und man benutzen kann, und welche man besser meiden sollte. Brücken müssen stets überwacht und geprüft werden, sowohl die realen als auch die geistigen. Ein Brückeneinsturz ist für beide Seiten und Brückenarten stets ein Unglück und ruft in jeder Beziehung Leid und Schmerz hervor.

Auch viele Zeitgenossen der letzten Jahrhunderte haben sich damals schon bis heute über die vielen Arten des Brückenbauens ihre Gedanken gemacht – so hören wir:

Beispielsweise aus einer „Chinesischen Weisheit“: Wer einen Gruß annimmt, ohne sich zu bedanken, ist wie jemand, der über eine Brücke geht und diese hinter sich abbricht.

Hch. Leuthold (schweizer Dichter 1850) bitter spöttisch: Zwischen dem Elend und dem Glück gähnt eine tiefe Kluft. Die Hoffnung schlägt darüber eine Brücke, aber die hängt oft lange in der Luft.

Thomas Fuller (englischer Historiker 1650): Wer anderen nicht verzeihen kann, zerstört die Brücke, über die er oft selbst gehen muss. Jeder Mensch braucht Vergebung, wenn er gefehlt hat (sonst stellt er sich selbst ins Abseits).

Isaac Newton (englischer Philosoph um 1700): Die Menschen bauen viel zu viele Mauern und zu wenig Brücken.

Else Pannek (Lyrikerin unserer Zeit – 1932-2010): Worte öffnen Wege. Sie sind der Schlüssel zur Seele und die Brücke zum Nächsten und Nachbarn.

Andere Überlegungen bestätigen die Notwendigkeit von Brücken: Die Ehe ist wie eine Brücke. Man sollte sie jeden Tag neu aufbauen, am besten aber von beiden Seiten aus beginnend.

Die Brücke ist also ein weit verbreitetes Symbol für die Überwindung von Gräben und die Verbindung über trennende Grenzen hinweg – wie eingangs bereits erwähnt wurde.

Sowohl die Bezeichnung des römischen Papstes als „Pontifex Maximus", das ist lateinisch und heißt wörtlich übersetzt „Oberster Brückenbauer“, als auch die Wahl der Brücke selbst als Symbol kirchlicher oder sozialer Einrichtungen sind Auftrag genug, darüber nachzudenken und dazu viel zu tun. – Beim derzeitigen Papst „Franziskus“ kann man das wörtlich nehmen. Und das war auch das Thema des Deutschen Katholischen Kirchentages, der 2014 in Regensburg stattgefunden hat

Brücken, liebe Gemeinde, können aber auch einstürzen, wirken manchmal wackelig oder wenig Vertrauen erweckend, führen über gefährliche Abgründe, und – sie stehen auch oft für das Betreten von Neuland oder Niemandsland – was erwartet mich auf der anderen Seite. Die Mauer aus der Zeit der DDR konnten wir zu unser aller Freude einreißen, und es sind wieder wunderbare Brücken der Verständigung und Hilfe entstanden.

Die Tatsache, dass Wohnungslose gelegentlich den offenen Raum unter Brücken als Schutz- und Wohnquartier nutzen und dort hausen, ist sprichwörtlich für Obdachlosigkeit bekannt und unterstreicht auch in diesem Falle Nutzen und Notwendigkeit. Und wie oft haben wir uns aus Witterungsgründen auch schon unter den Schutz einer Brücke geflüchtet.

In Liedgut und Musik steht das Motiv der Brücke meist symbolisch für die Überwindung von Schwierigkeiten oder die Lösung mehr oder weniger schwerwiegender Probleme.

Wie ist in dem bekannten Schlager von vor über 30 Jahren doch zu hören: Über sieben Brücken musst du geh’n; von der Musikband KARAT damals in der DDR komponiert, und dann auch sehr bekannt geworden und gesungen von dem Sänger und Interpreten Peter Maffay. – Eine Liebesbeziehung, in der hier viele Brücken überwunden werden müssen, um zusammen zu kommen. In der vielfältigen Liebe hören wir dann im Refrain: „Über sieben Brücken musst du geh’n, sieben dunkle Jahre übersteh’n, siebenmal wirst du die Asche sein, aber einmal auch der helle Schein.“ (evtl. mit Melodie auch singen)

Brücken, liebe Gemeinde, sind also dazu da, um im praktischen, wie besonders aber auch im geistigen Leben Klüfte, Abgründe, Gegensätze und vieles andere mehr zu überwinden und zwei Seiten miteinander zu verbinden. Dass Brücken oben am höchsten Punkt meist in einem Bogen oder auch einer Spitze gebaut sind und in diesen optischen Formen auch enden, so soll damit Stabilität erzielt werden. In jedem Falle aber sind die gut fundamentierten Brückenpfeiler maßgebend tragende Teile:

Und das sind bei der Glaubensbrücke auf der einen Seite Gott und seine fundamentale Lehre durch Jesus Christus

und auf der anderen Seite die Menschen mit dem Willen,

füreinander da zu sein – für die Verständigung, Begegnung,

Nächstenliebe und gegenseitige Hilfsbereitschaft. Amen

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft,

bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus.

Amen

Schriftlesung: Psalm 25, 4-10

Lieder vor und nach der Predigt:

Lied 37 (EGplus) Möge die Straße uns …

Lied 628, 1-5

Predigt für Trinitatiszeit und andere Zeiten

(Siehe auch „GEDANKEN – Biblische Impressionen”)

Lesung 1. Teil (1. Mose 19,1-5,9b,10):

1 Die zwei Engel kamen nach Sodom am Abend; Lot aber saß zu Sodom unter dem Tor. Und als er sie sah, stand er auf, ging ihnen entgegen und neigte sich bis zur Erde

2 und sprach: Siehe, liebe Herren, kehrt doch ein im Hause eures Knechts und bleibt über Nacht; lasst eure Füße waschen und brecht frühmorgens auf und zieht eure Straße. Aber sie sprachen: Nein, wir wollen über Nacht im Freien bleiben.

3 Da nötigte er sie sehr und sie kehrten doch zu ihm ein und kamen in sein Haus. Und er machte ihnen ein Mahl und backte ungesäuerte Kuchen und sie aßen.

4 Aber ehe sie sich legten, kamen die Männer der Stadt Sodom und umgaben das Haus, Jung und Alt, das ganze Volk aus allen Enden,

5 und riefen Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind diese Nacht? Führe sie heraus zu uns, dass wir uns über sie hermachen.

9b Und sie drangen hart ein auf den Mann Lot. Doch als sie hinzuliefen und die Tür aufbrechen wollten,

10 griffen die zwei Männer durch die Tür hinaus und zogen Lot herein zu sich ins Haus und schlossen die Tür zu.

2. Teil (1. Mose 19,15-17):

15 Als nun die Morgenröte aufging, drängten die Engel Lot zur Eile und sprachen: Mach dich auf, nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die hier sind, damit du nicht auch umkommst in der Missetat dieser Stadt.

16 Als er aber zögerte, ergriffen die Männer ihn und seine Frau und seine beiden Töchter bei der Hand, weil der HERR ihn verschonen wollte, und führten ihn hinaus und ließen ihn erst draußen vor der Stadt wieder los.

17 Und als sie ihn hinausgebracht hatten, sprach der eine: Rette dein Leben und sieh nicht hinter dich, bleib auch nicht stehen in dieser ganzen Gegend. Auf das Gebirge rette dich, damit du nicht umkommst!

3. Teil (1. Mose 19, 24-26):

24 Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen vom Himmel herab auf Sodom und Gomorrha

25 und vernichtete die Städte und die ganze Gegend und alle Einwohner der Städte und was auf dem Lande gewachsen war.

26 Und Lots Frau sah hinter sich und ward zur Salzsäule.

Liebe Gemeinde,

in einem unserer letzten Gemeindebriefe haben wir sowohl auf dem Titel, im Vorspann, als auch auf den weiteren ersten Seiten durch 4 Verfasser über das aktuelle Thema unserer vergangenen und derzeitigen Welt, der lebensbe-drohlichen Flucht und von den Flüchtlingen und ihrer tödlichen „Drangsal“ berichtet.

Seit es Kriege, Terror und damit Not und Armut gibt, hat der Mensch weltweit mit Flucht vor allem der Schwachen, der Kinder und Alten, enorme Hilfsleistungen zu bestehen.

Für die älteren Mitmenschen unter uns im Land ist das noch eine grausame Erinnerung und Erfahrung aus eigener Kinderzeit vor über 70 Jahren: Flüchtlinge, vorwiegend aus dem Osten, wurden aus ihrer Heimat vertrieben und schleppten sich mit ihrem armseligen Hab und Gut, was sie auf dem Leibe trugen oder auf einer Karre mit sich zogen in fremdes, aber freies Land, um mit Kraft und Mut neu anzufangen. In den Orten, die keinen Bombenschaden erlitten hatten, wurden die Schulen und andere öffentliche Räumlichkeiten – so kann man sich noch erinnern – in Notunterkünfte umgewandelt. Auch begann langsam durch Verpflichtung vieler Hausbesitzer eine bereitwillige Aufnahme und Integration der armen mittellosen Menschen und damit für alle der Beginn eines Neuanfangs.

Diese Flucht wiederholt sich derzeit in verstärktem Maße und mit tödlichen Begleiterscheinungen weltweit in den Krisengebieten, vor allem in Syrien, dem Irak und den umliegenden Ländern über andere Ausgangspunkte, z. B. Libyen; neuerdings aber auch Myanmar etc. Diesen Menschen muss geholfen werden, ihre grausame Fluchterfahrung für Leib und Leben durch unsere Hilfe zu verarbeiten.

Ängste vor nun eintretender eigener Entbehrlichkeit sind hier total fehl am Platze. Im Gegenteil, wir müssen diesen Mitmenschen, auch wenn sie andere Sprachen sprechen oder einem anderen Glauben huldigen, die Hilfe sein, die sie brauchen, um ein menschliches Leben zu führen, mit uns gemeinsam vorauszuschauen, um ihnen einen Neuanfang in welcher Beziehung auch immer zu ermöglichen.

Diese Hilfe gilt nicht nur bei den menschengemachten Tragödien, die eine grausame Flucht verursachen und Menschen aus ihrer Heimat vertreiben, sondern auch Gottes Welt bringt uns sehr oft durch ihre Naturkatastrophen in diese schreckliche Lage: Unsere Bibel, schildert uns den Untergang von Sodom und Gomorrah, zwei Städte, die nach dem 1. Buch Mose in Kapitel 19 angeblich wegen ihrer Sünden vernichtet wurden. Am Südostufer des Toten Meeres gelegen, sind diese beiden Städte, der Schilderungen nach, durch eine Naturkatastrophe untergegangen:

Bei näheren Nachforschungen waren hier im Grunde genommen aber zwei Begebenheiten am Werk:

Zum Ersten soll die Talsenke südlich des damaligen Toten Meeres – dem heute flacheren, weniger tiefen und sehr salzhaltigen Teil des Meeres (ca. 27 Prozent Salzgehalt) – ein sehr fruchtbares Gebiet gewesen sein. Versteinerungen, durch Taucher entdeckt, weisen auf eine üppige Vegetation von Pflanzenwuchs hin. Und nach der Geschichtsschreibung sollen die Bewohner von Sodom und Gomorrah ausschließlich ziemlich reiche Leute gewesen sein. Ihnen wird aber auch eine damals schändliche, unmoralische und sündhafte Homosexualität mit ausufernden Exzessen nachgesagt. So verlangten sie von Lot, dem frommen Neffen Abrahams, dass er ihnen zwei männliche Gäste seines Hauses für ihre sexuellen Exzesse ausliefern solle, um mit ihnen Unzucht zu treiben, was Lot natürlich aus Gründen der Gastfreundschaft und des Anstandes ablehnte – so haben wir es eingangs in unserem Predigttext gehört.

Die Strafe Gottes folgte – und nur Lot und seine Familie konnten sich durch Flucht vor dem Untergang retten – auf den Befehl Gottes: „Rette dein Leben und sieh nicht hinter dich, bleib auch nicht stehen in dieser ganzen Gegend. Auf das Gebirge rette dich, damit du nicht umkommst“. – Lots Frau schaute zurück; sie konnte ihre so liebgewordene Heimat trotz der Bedrohlichkeit, wenn überhaupt, jedoch nicht gänzlich verlassen – weder äußerlich und schon gar nicht mit dem Herzen – und sie drehte sich um, als die Hölle losbrach. Das war ihr Verderben.

Die zweite Begebenheit resultiert auf der geologischen Feststellung, die der bereits erwähnten Naturkatastrophe Vorschub leistete, dass sich nämlich ein Erdriss von der Türkei über den Jordangraben durch das Tote Meer und durchs Rote Meer bis nach Afrika erstreckte und durch Erdkrustenverschiebungen und damit durch Spannungen und somit Erdbeben die Erde aufriss und Schwefel freisetzte, der sich in einer rießigen Feuersbrunst erging.

Diese geologischen und alles zerstörenden Erdbewegungen finden auch in unserer heutigen Zeit noch und stets wieder sogar in verstärktem Maße statt: Die starken Erdbeben in den letzten Jahren und Jahrzehnten auf dem Planeten Erde in Haiti, dem Tsunami im Indischen Ozean vor Thailand und Indonesien, oder auch jetzt in den vergangenen Monaten das verheerende Beben in Nepal mit tausenden von Toten erschrecken uns sehr und machen panische Angst. In welchem Maße der Mensch mit seiner skrupelosen Ausbeutung unserer Erde schuldhaft beteiligt ist, wollen wir einmal dahingestellt sein lassen – trägt aber wesentlich dazu bei.

Möglicherweise wurde damals Lot als Mitbewohner und damit sesshaft gewordener Nomade dieser Städte Sodom und Gomorrah von einer göttlichen Ahnung bedrängt, die nichts Gutes verhieß und ihn mit seiner Familie zum Verlassen der Stadt und somit zur Flucht aufrief. Die beiden männlichen Gäste, so wird berichtet, sollen demzufolge auch Boten Gottes gewesen sein, die den gottesfürchtigen Lot und seine Familie im Auftrag Gottes retten sollten, so heißt es seit der damaligen Geschichtsschreibung.

Und was wir derzeit in unserem modernen Zeitalter mit intelligenter Waffentechnik aber auch brutalster und vor allem nicht zu beschreibender Unmenschlichkeit in unserer Welt erleben, zeigt uns, dass der Mensch weder in göttlichem Sinne noch in seiner moralischen Geisteshaltung und somit auch in seiner Geistesentwicklung etwas dazu gelernt hat und klüger geworden ist.

Fazit:

Das sollte sich jedoch in absehbarer Zeit mit Hilfe neuer Hoffnung zur menschlichen Vernunft und ihrer Umsetzung zum Besseren ändern, wenn wir unsere ohnedies vergängliche Welt und damit den Planet Erde nicht durch Menschenhand noch früher zugrunde richten.

Bei unserem Gang über die Erde wäre noch Folgendes zu bemerken: Das ganz Entscheidende bei einer unabänderlichen Flucht ist stets, nach vorne zu schauen, um der Zuflucht eine echte Überlebenschance zu geben und das Liebgewordene hinter sich zu lassen – auch wenn es noch so schwer fällt.

Mit unserer Menschlichkeit und Hilfe und mit der Hilfe von Völkern weltweit kann solches, in welcher Form auch immer, heute noch geschehen. Wichtig dabei ist natürlich eine gewisse Selbstlosigkeit und die Tatsache, Not empfinden und erkennen zu lernen. Dabei hilft uns eine Sensibilität, die wir im direkten Umgang mit den Menschen, den Kindern und Nachbarn untereinander in der Nähe und Ferne und auch weltweit tagtäglich üben und erlernen können.

Und Gott gebe uns Mut und Kraft dazu, dass wir die Untätigkeit und Traurigkeit mit jedem neuen Tag überwinden können, um der Not und Pein dieser Welt entgegenzutreten und mithelfen, Abhilfe zu schaffen. Amen

Und der Friede Gottes, der höher ist denn alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

Schriftlesung: Matthäus 6, 5-13

Lied 346, 1-3 und 4-5

Predigt für 2. Weihnachtstag

Lesung:

Der Herrscher aus Davids Geschlecht wird aus Bethlehem kommen. Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.

Micha 5,1

Liebe Gemeinde!

Eine der bekanntesten und beliebtesten Aussagen des Propheten Micha, die von der Geistlichkeit sehr gerne in der Zeit vor und besonders an den Weihnachtstagen verkündigt wird.

Micha ist kein unbekannter Prophet, aber einer der zwölf „Kleineren Propheten“ des Alten Testamentes aus den nördlichen Provinzbereichen des Volkes Israel und außerdem ein Zeitgenosse des „Großen Propheten“ Jesaja gewesen.

Micha, dieser Name heißt ins Deutsche übersetzt: Wer ist wie Jahwe? Er wirkte ab etwa 725 v. Chr. unter dem König Hiskia im Reiche Juda, dem Gebiet um und südlich von Jerusalem und zeitlich vor der Zerstörung des israelischen Nordreiches und der Deportation der Israeliten in die Babylonische Gefangenschaft. Michas prophetischer Wirkungsbereich lag in den politischen und vor allem aber auch in den sozialen Bereichen und ihrer Ungerechtigkeiten. Sein Interesse erstreckte sich auf die Lage der benachteiligten unteren Bevölkerungsschichten, wie das im Grunde genommen auch bei allen Propheten der Fall gewesen ist.

Dieser Hinweis und die genaue Vorhersage des Propheten Micha der Ankündigung des künftigen Heils des hier noch nicht genannten Namens, nämlich Jesus Christus, ist beeindruckend: Sicher ist schon, dass er aus dem Geschlecht Davids kommt, der wiederum von Judas abstammt, dem ältesten Sohn Jakobs und seiner ersten Frau Lea. Und er wird nicht in großem Stil erscheinen, sondern in der kleinen Stadt Bethlehem, die den Beinamen der alten Sippe „Efrata” hat und etwa 15 Kilometer südlich von Jerusalem in Judäa liegt. Hier schließt sich der Kreis, was den Geburtsort Jesu angeht. Denn der Anlass für diesen Ort, aus dem auch Maria und Josef stammten, war die Volkszählung.

Wenn Micha von Ausgang spricht, dann sind wohl die Gründer des Volkes Israel gemeint, wir kennen sie als Erzväter oder auch Urväter: als Abraham, Isaak und Jakob; und die Herrschaft äußert sich in Frieden, Freiheit und Geborgenheit für alle Zeiten – so lesen wir an anderer Stelle bei Mose im Alten Testament. Aber auch schon Menschen vor diesen Erzvätern der Hebräer, den heutigen Israeliten, haben nach dem Alten Testament unserer Bibel bereits Vorfahren dieses Volkes und auch weltweit von vielen anderen Völkern vor allem im Mittelmeerraum und ganz Europa existiert. Und man weiß daher auch, dass Noah ganz gewiss einer der Ausgangspunkte dieser expandierenden, also sich ausdehnenden Menschen- und Völkergruppen durch seine Söhne Sem, Ham und Japhet gewesen ist – von den asiatischen, afrikanischen, amerikanischen und australischen Völkern einmal ganz abgesehen. Und wenn man weiter in die Geschichte eindringt, so erfährt man, dass Sem durch die nach ihm benannten Semiten der Ausgangspunkt für die Israeliten und, man höre und staune, der Araber und damals auch der bedeutenden Kulturvölkern, der Sumerer, Assyrer und Babylonier gewesen ist. – Dem zweiten Sohn Ham und nach ihm benannten Hamiten werden die Eriträer, Somalier, Ägypter, Berber, Äthioper sowie die vielen kleinen damaligen Völker zugeschrieben. – Schließlich ist laut Geschichte der dritte Sohn Noahs, Japhet, der Vorfahre der meisten europäischen Volksgruppen, den nach ihm benannten Japhetiten. Deutsche sind auf germanischer Basis als Ascaniter angeblich Kinder des Noahnachfahren Ascenas zur Zeit des Turmbaus zu Babel gewesen.

Und immer hat es auch damals schon viel Streit und Machtkämpfe über Land und Leute gegeben und folglich viel soziale Ungerechtigkeit und natürlich Kriege und Tote. Von Frieden auch damals keine Spur, und stets traf es am härtesten die unschuldigen und machtlosen kleinen und schwachen Leute. – Hier hat sich bis heute wenig geändert. Und der Wunsch damals wie heute ist es, dass einer kommt, der diese Drangsal mildert oder gar beendet bis hin zu Frieden, Freiheit – heute würde man sagen Menschlichkeit. Denn was derzeit in unserer Welt geschieht, liebe Gemeinde, ist im weitesten Sinne dramatisch, brutal bestialisch und somit unmenschlich.

Hier wäre der Geist eines Jesus Christus ganz dringend notwendig. Man muss sich diesen göttlichen Geist eines Menschen, der uns Friede, Freiheit und menschliche Liebe in aller Form, Klarheit und mit Verständnis vorgelebt hat, unbedingt wieder ins rechte Licht setzen und verstärkt vor Augen führen, denn sonst würden wir ihn heute nach über 2000 Jahren nicht noch so verehren. Doch hier gehört erneut eine Menge Überzeugungskraft, Mut und ein äußerst starkes zwischenmenschliches Verständnis besonders aus der Sicht unserer heutigen aktuellen und modernen Zeit dazu.

Jesus Christus hat uns mit seinem fundamentalen Lebenswissen ein klares Zeichen gesetzt, es durchlebt, um uns zu läutern. Doch wir haben es bis heute nicht geschafft, uns voll und ganz dazu zu bekennen, weil uns die Standhaftigkeit, nämlich Egoismus und Selbstsucht abzulegen und die von Jesus gelebte Liebe anzunehmen, immer noch nicht gelingen will.

Es gibt in unserem heutigen Sprachgebrauch einen eindeutigen Ausspruch, wenn man sich – auch spontan – eine gute Tat vorgenommen hat, sie zu tun, und diese aber aus fadenscheinigen Gründen nicht zur Ausführung bringt: Denn hier tritt meist der schuldbewusste Ausdruck des „inneren Schweinehund” zu Tage – und den sollten wir ablegen, da fällt es meist leichter, das zu tun, was unsere menschliche Pflicht ist, nämlich im Sinne des Friedens Liebe und Hilfe am Nächsten zu üben.

Der Herrscher…der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. – So heißt es am Ende unseres Predigttextverses. Das soll auch heißen, dass die Absicht Gottes für diese, seine Welt, seit der Schöpfung allen Lebens immer noch die gleiche ist: Nämlich diese Welt zu erhalten in allen ihren Phasen durch friedliches Miteinander, Liebe und Gerechtigkeit.