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Chris, ein unbeschwerter Lebemensch, genießt den Besuch bei Freunden in den USA. Doch als er eines Morgens aufwacht, hat sich alles verändert. Etwas hat die Menschen über Nacht in blutrünstige Bestien verwandelt. In Panik flieht er aus der Stadt. Seine Hoffnung, dem Grauen zu entfliehen und an einem anderen Ort wieder Normalität zu finden, verfliegt schnell. Es geht bald nur noch um das nackte Überleben. Auf seiner Flucht trifft er auf Sarah, die dieser Situation besser gewachsen zu sein scheint, und schließt sich ihr an. Auf ihrem beschwerlichen Weg in das Ungewisse werden beide mit Angst, Hass, Liebe und Verrat konfrontiert und auf eine Zerreißprobe gestellt.
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Seitenzahl: 342
Veröffentlichungsjahr: 2024
Impressum
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.
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© 2025 novum publishing gmbh
Rathausgasse 73, A-7311 Neckenmarkt
ISBN Printausgabe: 978-3-99146-822-6
ISBN e-book: 978-3-99146-823-3
Lektorat: Mag. Eva-Maria Peidelstein
Umschlagfotos: Sebastian Schuster, Blanscape | Dreamstime.com
Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh
www.novumverlag.com
Der Tag davor
Ein Lichtstrahl fiel auf mein Gesicht. Ich blinzelte, kniff die Augen aber sofort wieder fest zusammen. Wie spät war es? Wie lange hatte ich geschlafen? Ich wusste es nicht. Verschlafen griff ich nach meinem Handy und tappte dabei blind neben meinem Bett umher. Meine Pipe, jede Menge Kabel, etwas Raschelndes. Oh Mann, lag hier viel Müll herum. Nachdem ich halb blind alle leeren Verpackungsreste eingesammelt hatte, fand ich schließlich mein Telefon und versuchte, es einzuschalten. Einfach die Tastensperre lösen und schon weiß ich, wie spät es ist. Einfach, hmm. Keine Chance. Es war wie beim USB-Stick. Die Chance, es beim ersten Versuch gleich richtig herumzuhalten, ist fifty-fifty. Geschafft hatte ich das allerdings noch nie. Ich drehte das Telefon ungeschickt in der Hand und schaltete es ein. 9:13 Uhr, das ging ja noch. Gefühlt war es schon fast Mittag. Ich raffte die Decke weg und setzte mich auf. Ich brauche Kaffee, ganz viel Kaffee, dachte ich und rieb mir fest über das Gesicht. Ohne dieses Zeug durfte man mich am Morgen nicht ansprechen. Wäre nicht schlimm, denn es war Montag und ich war alleine im Haus. Es gab also nicht viele, die mir Morgenmuffel auf die Füße treten könnten. Ich stand auf, kramte frische Klamotten aus einer Schublade meines Kleiderschranks und schlenderte wie ferngesteuert ins Badezimmer. Ich sah morgens erschreckend grauenhaft aus. Ich hatte ein blasses Gesicht, aus dem tiefe, blaue Augenringe leuchten. Meine grünen Augen waren kaum zu erkennen, denn sie versuchten sich noch an das grelle Badezimmerlicht zu gewöhnen. Ich drehte mich zur Dusche, zog den Vorhang so weit zu, dass nur noch mein Arm hindurch passte und drehte das Wasser auf. Es musste warm sein, wenn ich hineinstieg. In diesem Haus dauerte es allerdings einige Zeit, bis es auf Temperatur kam. Ja, ich bin ein Warmduscher, na und? Während das Wasser prasselnd in die Badewanne regnete, versuchte ich mich auszuziehen. Mit einem Bein fest am Boden verankert und das andere durch die Hose ziehend, bekam der Boden plötzlich eine gewaltige Schräglage. Ich blickte auf und stützte mich instinktiv an die Wand, um nicht mein Gleichgewicht zu verlieren. Mit der Hose auf Halbmast und an die Wand gelehnt, rieb ich mir mit der anderen Hand erneut übers Gesicht. „Holy Shit“, flüsterte ich leise und richtete mich wieder auf. Nachdem mir mein zweiter Versuch, mich von meinen Klamotten zu befreien, gelungen war, tastete ich noch mal kurz nach dem Wasser und stapfte unter die Dusche. Scheiße ist das heiß, schrie ich mich in Gedanken selber an und machte ein tiefes Hohlkreuz, um mich nicht zu verbrennen. Nur wenig später, auf dem Weg in die Küche, band ich mir den Bund meiner Jogginghose zu und zupfte mein Shirt zurecht, auf dem groß CLASSIC ROCK prangte. Lautes Kratzen, Schläge und das Geräusch von klapperndem Metall war zu hören. In der Luft lag noch ein leichter Duft von Kaffee, doch es war schon über eine Stunde her, dass der letzte hier das Haus verlassen hatte, um in die Arbeit zu fahren. Ich bog in die Küche ein und mit einem elegantem Armschwung schaltete ich im Vorbeigehen die Kaffeemaschine ein. Das Klopfen und Kratzen wurde lauter und ein Winseln pfiff durch die Luft. Ich lächelte, schob die Metallriegel der Gittertür auf und wurde sofort überrannt. Es schmerzte und mit einem lauten „Plumps“ landete mein knochiger Hintern unsanft auf dem Boden. Ich rappelte mich wieder auf und trotz meines schmerzenden Hinterteils wurde mein Grinsen immer größer. „Hi Doggy!”, sagte ich mit einem breiten Lächeln, als der Hund eilig über mich trampelte und in das Wohnzimmer eilte. Während Hans, ja sie haben den Hund wirklich Hans genannt, wild über den Teppich sprang und sich auf eines seiner Spielzeuge stürzte, widmete ich mich wieder meinem Kaffee. Nach dem Aufstehen auf den Kaffee warten, während man dessen Duft schon in der Nase hat, glich einer Folter. Ich hab’ schon ein schweres Leben, scherzte ich in Gedanken über mich selbst, und mit Schwung schnappte ich mir meinen Becher, sodass ein bisschen überschwappte und mir fast die Hand verbrühte. Während die Tasse vom Umrühren klimperte, schlenderte ich ins Wohnzimmer auf das Sofa zu. Noch immer sehr verschlafen und mit meinem Kaffee bewaffnet, ließ ich mich darauf plumpsen und schaltete den Fernseher an. Das rote Licht der LED an der Spitze der Fernbedienung flackerte wild auf und auf dem großen Bildschirm erschienen die Nachrichten. Ich zuckte zusammen, als der Ton einsetzte, und vor Schreck verschüttete ich etwas Kaffee auf meine Hose. „Mann, hab’ ich mich erschrocken“, grummelte ich und strich über die Kaffeeflecken auf der Hose. Ich drehte die Lautstärke runter, bis das laute Dröhnen der Sprecherin von Channel5News auf ein leises Flüstern reduziert war. Ich stellte den Becher kurz ab, um mich besser auf das Sofa zu lümmeln, als ich einen Schatten links neben mir auf mich zuspringen sah. Schützend hob ich die Hände vor mich, doch es war zu spät. Ein stechender Schmerz lief über meine Brust, vom Schlüsselbein bis zum Hosenbund, und es fühlte sich an, als würde mich eine Klinge der Länge nach aufschneiden. Ich wurde zurückgeworfen und eine nasse Hundeschnauze traf mich mitten ins Gesicht. „Han … HANS … stopfff … hör auf, mein Gesicht zu … ppfff …“, zischte ich durch die zusammengepressten Lippen und warf den auf mir stehenden Pitbull zur Seite. Als ich die Augen wieder öffnete, sah ich ihn erneut auf mich zu springen. Der Schwanz wedelte wie eine Peitsche wild hin und her, als er mir über das ganze Gesicht leckte. Ich musste laut lachen, so sehr kitzelte es, was ihn nur noch mehr erfreute. Das war unser alltägliches Morgenritual. Ich versuche, meinen Kaffee zu trinken, während er versucht, mich davon abzuhalten. Nachdem die sehr lange Begrüßung abgeschlossen war, machte es sich Hans neben mir bequem. Seinen Kopf auf meinem Schoß legend, sah er sich mit mir zusammen etwas im Fernsehen an. Dieser war noch immer sehr leise eingestellt und die Stimmen kaum zu hören. Für mich war es absolut unmöglich zu verstehen, was sie auf Englisch redeten. Ich sah nur die Sprecherin, die mit einem Mikrofon vor dem Gesicht aufgeregt etwas in die Kamera rief. Sie stand vor einem riesigem Gebäude, vor dem Dutzende Polizeifahrzeuge mit Blaulicht parkten. Leute rannten eilig umher und die Kamera zoomte auf einen Mann in einem gelben Plastikanzug und einem riesigem Sichtfenster in seinem Helm, der langsam aus einem Gebäude schritt. „Guck mal, Hans. Ein Minion ist ausgebüxt“, witzelte ich zur Bestie auf meinem Sch. Ich musste leise über meinen eigenen Witz lachen, denn er konnte es ja nicht. Trotzdem unterhielt ich mich mit ihm, denn ich hatte das Gefühl, dass er jedes Wort verstand, das man zu ihm sagte. „Hey, Hans, wie wäre es mit einem witzigen Film?”, fragte ich ihn, wohl wissend er würde keinen Einwand dagegen vorbringen. Die hochgezogenen Augenbrauen, als er seinen Namen hörte, waren für mich Antwort genug. Ich griff erneut zur Fernbedienung, schaltete um. Das würde ein langer, entspannter Tag werden. Als am späten Nachmittag langsam alle zuhause eintrudelten, lag ich längst wieder oben in meinem Bett. Sämtliche Kissen unter meinen Rücken gestopft, zappte ich erneut durch belanglose YouTube Videos. Was die Leute nicht alles für dummes Zeug ins Internet stellten. Naja, es gibt ja auch genug dumme Leute, die sich so etwas gerne ansehen, dachte ich. Ich zuckte mit den Augenbrauen, als ich bemerkte, dass ich mich gerade selber als dumm bezeichnet hatte. Mein Blick wanderte um mich herum. Es sah so aus wie heute Morgen. Nur dass alles, was morgens nur noch aus Verpackung bestanden hatte, zum jetzigen Zeitpunkt gefüllt war. Ich war schon für eine weitere Nacht mit Dope und Filmen eingedeckt. Rechts von mir lag meine Pipe auf dem Bett, die zerknüllte Bettdecke halb darüber geworfen. Vielleicht versuchte ich so, sie aus meinem eigenen Blickfeld zu schaffen, sie vor mir selber zu verstecken. Wem machte ich was vor? Ich wusste ganz genau, dass sie neben mir lag. Nur einen Handgriff vom nächsten Rausch entfernt. Mein Blick schwenkte über meinen Laptop nach links. Im Augenwinkel sah ich ein hübsches, blondes Mädchen wild gestikulieren, während ein Lied von Aurora aus den Lautsprechern schallte. Durch das geöffnete Fenster hörte ich Hans laut bellen. Anika hielt eines seiner Spielzeuge in den Händen und versuchte, dem nervös hin und her springenden Pitbull zu sagen, er solle sich beruhigen. Als ob das je geschehen würde, denn dieser Hund war ganz heiß darauf, einem geworfenem Spielzeug hinterherzujagen. Man musste es immer werfen, jedoch ist ein Pitbull kein Apportierhund. Dieser ganz besonders nicht, denn nachdem man es geworfen hatte, jagte er, so schnell er konnte, hinterher. Sobald er es gefangen hatte und vor lauter Aufregung wild darauf herum kaute, brachte Hans es einem aber nicht zurück. Nein, er lief in eine Ecke des Gartens und versuchte, es zu verstecken. Das Spiel bestand im Grunde darin, dass man ein Spielzeug für den Hund warf, um es sich am Ende wieder selber zu holen. „Komm her, Hans“, hörte ich meine Cousine rufen. „Komm her, Doggy“, rief sie in einer sehr hohen Stimmlage, was seinen Namen verniedlichen sollte. Nein, keine Chance, dachte ich und konnte mir das Grinsen nicht verkneifen. Ein Geruch von heißem Fett und verbranntem Holz stieg mir in die Nase. Offenbar war ihr Mann auch gerade gekommen, denn ich konnte Anika und Jack reden hören, verstand aber nicht genau, was sie sagten. Anscheinend heizte er den Grill an. Heute war das perfekte Wetter dafür und auch der Hunger machte sich langsam bemerkbar. Jack war ein fantastischer Grillmeister. Er schaffte es immer, aus den einfachsten Zutaten die leckersten Gerichte zu zaubern. Jack war ein einfacher Kerl. Er war immer ehrlich und nahm nie ein Blatt vor den Mund und das schätzte ich sehr an ihm. Anika und Jack waren ein junges, aufgewecktes Pärchen. Einige hielten sie bestimmt für seltsam, doch ich fühlte mich hier pudelwohl. Ich gab mir einen Ruck, stand auf und ging nach unten. Als ich auf der Terrasse ankam, begrüßte mich Jack mit einem breiten Grinsen und einem Bier in der Hand. „Hey, Kumpel, bist du hungrig?”, fragte er mich. „Nein, ich bin Chris“, witzle ich mit einem gespielt irritiertem Gesichtsausdruck zurück. Natürlich wusste ich ganz genau, dass er mir auf diese Weise die leckeren Burger auf dem Grill zeigen wollte, doch bei dieser Steilvorlage konnte ich nicht widerstehen, ihm eine sarkastische Antwort zu entgegnen. Ich machte gerne Scherze über meine schlechten Englischkenntnisse, um zu überspielen, dass es mir peinlich war, bei vielen Konversationen nur die Hälfte zu verstehen und den Inhalt aus dem Kontext meist frei zu interpretieren. Anika, die neben mir stand, verschluckte sich vor Lachen so sehr an ihrem Bier, dass sie laut hustete. „Depp“, stammelte sie und wischte sich mit dem Handrücken über ihr Kinn. Sie ging hinüber zum Tisch, auf dem eine Schachtel Gauloises lag, nahm zwei Stück heraus und hielt sie mir entgegen. „Willst du mit mir eine rauchen?”, fragte sie, obwohl sie meine Antwort schon längst wusste. Ich ging zu ihr, nahm ihr eine Kippe aus der Hand und steckte sie in meinen Mundwinkel. „Danke“, erwiderte ich leise und zündete sie an. Ich war kein Mann der großen Worte und zum Glück musste ich das auch nicht sein, denn Anika und ich verstanden uns blind. Wir waren derselbe Typ und hatten sehr viel gemeinsam. Wir setzten uns auf die Stufen der Terrasse, tauschten ein kurzes Lächeln aus und pusteten zusammen kleine blaue Wölkchen in die Luft. Kurze Zeit später nahm ich den letzten Bissen meines Burgers und kratzte mit der Gabel alle Reste des Kartoffelbreis zusammen. Das Essen war fantastisch gewesen. Satt und zufrieden lehnte ich mich im Stuhl zurück. „Wie sieht euer Plan für morgen aus?”, fragte ich beiläufig in die Runde. „Ich bin den ganzen Tag in DC und muss arbeiten. Vielleicht bleibe ich über Nacht dort. Ich bin sicherlich nicht vor zehn Uhr fertig und nachts fahre ich ungern so weite Strecken“, sagte Jack und nahm einen Schluck von seinem Bier. Anika schaute verdutzt auf. Sie fing langsam an, das Besteck auf dem Tisch einzusammeln. Sie war es gewohnt, die Nacht ohne Jack zu verbringen. Nicht, dass es öfter vorgekommen wäre, jedoch brachte es sein Beruf hin und wieder mit sich, dass er eine Doppelschicht einlegte, um im Zeitplan zu bleiben. „Ich muss wie üblich ins Geschäft. Wenn du mitkommst, kannst du mein Auto haben, wenn du möchtest. Du musst mich nur in der Arbeit absetzen“, sagte sie und stapelte die leeren Teller übereinander. „Nein, ich hab’ für morgen nichts geplant. Ich werde auf dem Sofa bleiben und faulenzen“, antwortete ich knapp und lächelte verlegen. „Nein, ich denke ich werde das schöne Wetter nutzen, um mit Hans die Gegend zu erkunden.“ „Ich beneide dich. Du hast Urlaub, und ich muss mich in der Stadt mit den ganzen Idioten herumschlagen“, sagte Jack lachend. „Wir können gerne tauschen“, sagte ich, als ob ein harter, anstrengender Tag vor mir läge. Ich stand auf und räumte das Geschirr in die Spüle. Während Jack sich auf das Sofa setzte, machte ich mit Anika die Küche sauber. Wir hörten, wie er im Wohnzimmer mit dem Hund spielte. Sie waren immer so nett zusammen und wir hatten Riesenspaß, den beiden zuzusehen, wie sie um eines der Spielzeuge kämpften. Nachdem wir alles abgewaschen hatten, gesellten wir uns zu ihnen. Die Routine hatte mich fest im Griff. Jetzt noch einen Film ansehen und danach auf mein Zimmer. Dort, wo schon mein Laptop und meine Pipe warteten. Heute rauche ich noch mal. Ein letztes Mal. Ab morgen ist dann wirklich Schluss!
Tag 1
Ich blinzelte stark. Die Sonne strahlte wieder durch mein geöffnetes Fenster. Vögel zwitscherten und in der Ferne konnte man leise eine Sirene hören. Ich fühlte mich schlapp, streckte mich quer über das ganze Bett und gähnte übertrieben laut. So, als könnte mich jemand hören und daraus schließen, dass ich jetzt endlich wach war. Doch es war sicher keiner hier. Wie immer hatte ich keine Ahnung, wie lange ich geschlafen hatte. Bestimmt wieder eine halbe Ewigkeit. Bei mir in der Heimat könnte ich am Stand der Sonne die genaue Uhrzeit abschätzen, aber dort gab es auch genug Berge, welche man als Anhaltspunkt verwenden konnte. Hier gelang es mir noch nicht, allerdings war ich auch erst ein paar Wochen hier. Um hier zu sehen, wie spät es ist, musste ich mein Handy suchen. Verschlafen und mit sandigen Augen tastete ich erneut den Boden ab. Kabel, Verpackungen und … „FUCK!”, schrie ich laut auf und schreckte hoch. Ich hatte ein Glas mit Cola neben dem Bett stehen, welches sich jetzt mit einem lauten platsch über den Teppich verteilte. „Na super“, murmelte ich mit knirschenden Zähnen und zog die Augenbrauen hoch. „Das fängt ja gut an.” Schnell stolperte ich rüber zum Schrank, riss ein Handtuch heraus und warf es auf den Fleck am Boden. Vorsichtig zog ich das Glas darunter hervor und begann, wie wild auf dem Handtuch herumzutreten. Jetzt war ich definitiv wach. Ich setzte mich aufs Bett und atmete einmal tief durch, um mich zu beruhigen. Ich reagierte sehr empfindlich, wenn etwas meine Ruhe nach dem Aufstehen störte. Draußen schallte noch immer die Sirene, oder waren es jetzt schon zwei? Ist vermutlich etwas Größeres passiert, mutmaßte ich und schüttelte den Kopf. Von unten aus dem Wohnzimmer konnte ich Hans in seinem Zwinger unruhig umhertapsen hören. Wie spät war es? War etwa schon jemand zuhause? Noch immer suchte ich nach dem Telefon. Es lag nicht auf dem Boden und so nahm
