Nur noch ein Kilogramm - Jo Jansen - E-Book

Nur noch ein Kilogramm E-Book

Jo Jansen

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Beschreibung

Roland ist der Meinung, seine Frau wäre zu dick. So quält Esther sich nun mit Diät, Sport und Schwindelgefühl herum, nur um von ihm immer wieder zu hören, dass "nur noch ein Kilo herunter müsse, aber an der richtigen Stelle". Eines Tages beginnt er, ihr seine Sexphantasien aufzuzwingen. Doch dann geht er einen Schritt zu weit...

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Seitenzahl: 30

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Jo Jansen

Nur noch ein Kilogramm

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Nur noch ein Kilogramm

Impressum neobooks

Nur noch ein Kilogramm

„Fett biste geworden!“ 

Na Danke! Das hört keine Frau gern, schon gar nicht vom eigenen Ehemann. Sicherlich, ein paar Pfündchen hatte sie zugelegt, an den Hüften und am Bauch. Esther seufzte. Dass ihr auch ausgerechnet jetzt der Knopf von ihrer Lieblingsjeans mit lautem „Plopp“ abspringen und Roland direkt vor die Füße rollen musste. Nun stand er da, in seiner Feinrippunterwäsche und sah sie vorwurfsvoll an. Dabei war auch ihm im Laufe der letzten Jahre ein kleiner Wohlstandsbauch gewachsen. Dummerweise sprach sie diese Erkenntnis laut aus und macht ihn damit richtig wütend.

„Schon mal was von Hormonen gehört, Du dumme Nuss? Bei Männern ab vierzig verändert sich der Körper eben.“ Mit ruckartigen Bewegungen zog er sich Hemd und Hose an und stellte so demonstrativ seine Gereiztheit zur Schau. 

„Ist ja gut“, versuchte Esther ihn zu beschwichtigen, indem sie ihm mit der Krawatte half. 

„Nichts ist gut! Glaubst Du, ich will mich mit Dir schämen, nur weil Du ständig mit Deinen Freundinnen beim Kaffeekränzchen hockst?“

Er kniff ihr so derb in die Hüfte, dass es weh tat. 

„Hier, diese Fettrolle muss weg. Ein Kilo an der richtigen Stelle abgenommen und Du wärst wieder etwas ansehnlicher.“ Mit abschätzendem Blick fügte er noch hinzu: „Für dein Alter.

Später, als Roland ins Büro gefahren war, wo er seit Jahren als Versicherungsmakler arbeitete, saß Esther in der Küche und starrte in ihren Kaffee. Wie geringschätzig er sie angesehen hatte. Taxiert und für wertlos befunden, so kam sie sich vor. Also gönnte sie sich heute nur eine „trockene“ Tasse Kaffee, ohne Milch und Zucker und vor allem ohne ihren geliebten Marmeladentoast. Vielleicht sollte sie ja wirklich mehr auf ihre Figur achten? Sie wusste, wie leicht Roland zu erzürnen war und es gab nur einen Weg, ihn zu besänftigen - nachgeben.

Schliesslich käme es ja auch ihr zu Gute, wenn die Lieblingsjeans wieder passte, redete sie sich ein, um sich zu motivieren. Trotzdem seufzte sie, als sie in der Garage an ihrem schnellen kleinen Auto vorbei ging. Mit dem Fahrrad war sie schon ewig nicht mehr zum Einkaufen gefahren. Die baumelnden Plastiktüten am Lenker, quälte Esther sich auf dem Rückweg den Hügel zu ihrem Reihenhaus hinauf, in dem sie seit fünfzehn Jahren lebten. Was hatte sie damals für Träume gehabt! Kinder kamen darin vor, ein Garten voller Blumen, mit einer Schaukel und einem Plantschbecken. Doch Roland wollte zuhause seine Ruhe haben. Fertig. Schlimm genug, dass die Kinder der Nachbarn draussen herum lärmten, meinte er. Damit war das Thema für ihn erledigt und Esther war es nie gelungen, ihn umzustimmen. Immerhin hatte sie den Blumengarten, dachte sie traurig, während sie völlig ausser Atem die Pforte öffnete. Duftende, kleine, pinkfarbene Rosen rankten um einen hölzernen, weissen Bogen. Esther fühlte sich jedes Mal wie eine Prinzessin, wenn sie hindurch schritt. Der Garten war ihr Reich, hier dufteten und blühten Tagetes, Löwenmaul, Lavendel, Sonnenblumen, Kosmeen und unzählige andere Schönheiten um die Wette, lockten Bienen und Schmetterlinge an und liessen so manchen, der zufällig vorbei kam, bewundernd am Zaun stehen bleiben. 

Zum Abendessen bekam Roland von ihr sein Wiener Schnitzel serviert, mit Kartoffeln und der dicken braunen Sosse, die er so sehr liebte. Esther begnügte sich mit einem Schälchen Salat zu ihrem Schnitzel und liess die Kohlenhydrate fort.