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Nun gibt es eine Sonderausgabe – Dr. Norden Extra Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. »Mensch, Natascha, wo sind denn meine Fußballschuhe?« »Und ich brauche unbedingt ein frisches Tennisshirt. Warum ist kein einziges mehr im Schrank?« »Natti, hast du meinen schwarzen Anzug schon aus der Reinigung geholt? Du weißt doch, der dringende Termin heute Abend …« So klangen die vorwurfsvollen Stimmen ihrer Familie an Natascha Bogners Ohr. Sie versuchte tapfer, sie zu ignorieren, und starrte demonstrativ in den Fernsehapparat, ohne die Handlung des Spielfilms jedoch mitzuverfolgen. »Was ist das denn für ein Kram, den du da anschaust?« bemerkte ihr Stiefsohn Patrick verächtlich, als er, immer noch auf der Suche nach seinen Fußballschuhen, zu ihr ins Wohnzimmer trat. Seine Schwester Janine folgte ihm. Im Gegensatz zu ihrem Bruder stieß sie einen anerkennenden Pfiff durch die Zähne, als sie den Hauptdarsteller erkannte. »Das ist Lukas Herold. Man, ist das ein Bild von einem Kerl. In den könnte ich mich glatt verlieben.« »Träum weiter, Schwesterherz. Der Typ ist viel zu alt für dich und hat vermutlich kein Interesse an Kindergartenkinder.« »Du bist ja nur neidisch, dass du nicht halb so gut aussiehst wie Lukas, Blödmann«, erntete Patrick von seiner Schwester einen unfreundlichen Kommentar und einen Boxhieb in die Seite, den er mit einem hämischen Grinsen quittierte. »Da musst du deine Muskeln schon noch ein wenig trainieren, bis du durch meinen Sixpack durchdringst.« »Das will ich ja.
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Seitenzahl: 116
Veröffentlichungsjahr: 2022
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»Mensch, Natascha, wo sind denn meine Fußballschuhe?«
»Und ich brauche unbedingt ein frisches Tennisshirt. Warum ist kein einziges mehr im Schrank?«
»Natti, hast du meinen schwarzen Anzug schon aus der Reinigung geholt? Du weißt doch, der dringende Termin heute Abend …«
So klangen die vorwurfsvollen Stimmen ihrer Familie an Natascha Bogners Ohr. Sie versuchte tapfer, sie zu ignorieren, und starrte demonstrativ in den Fernsehapparat, ohne die Handlung des Spielfilms jedoch mitzuverfolgen.
»Was ist das denn für ein Kram, den du da anschaust?« bemerkte ihr Stiefsohn Patrick verächtlich, als er, immer noch auf der Suche nach seinen Fußballschuhen, zu ihr ins Wohnzimmer trat. Seine Schwester Janine folgte ihm. Im Gegensatz zu ihrem Bruder stieß sie einen anerkennenden Pfiff durch die Zähne, als sie den Hauptdarsteller erkannte.
»Das ist Lukas Herold. Man, ist das ein Bild von einem Kerl. In den könnte ich mich glatt verlieben.«
»Träum weiter, Schwesterherz. Der Typ ist viel zu alt für dich und hat vermutlich kein Interesse an Kindergartenkinder.«
»Du bist ja nur neidisch, dass du nicht halb so gut aussiehst wie Lukas, Blödmann«, erntete Patrick von seiner Schwester einen unfreundlichen Kommentar und einen Boxhieb in die Seite, den er mit einem hämischen Grinsen quittierte.
»Da musst du deine Muskeln schon noch ein wenig trainieren, bis du durch meinen Sixpack durchdringst.«
»Das will ich ja. Natascha, gibst du mir endlich ein Tennisshirt? Ich muss los!«
»Zuerst bin ich dran. Ich brauch jetzt sofort meinen Anzug. Natti, was ist los mit dir?« Sven Bogner war ebenfalls ins Wohnzimmer getreten und blickte verständnislos auf seine Frau hinab. Natascha jedoch nahm das Geschehen um sich herum nur gedämpft wahr. Langsam hob sie den Kopf und blickte in die Runde, die ihr vorkam wie eine Herde schnatternder Gänse. »Die Fußballschuhe stehen geputzt im Regal, die Tennishemden liegen gebügelt im Wirtschaftsraum, und der Anzug hängt im Schrank«, beantwortete sie in aller Ruhe die Fragen ihrer Familie. »Warum sagst du das nicht gleich? Immer muss man eine halbe Stunde auf Antwort warten«, beschwerte sich Patrick lautstark, ehe er ohne einen Gruß davonstob. »Wenn sie schon gebügelt sind, hättest du sie ruhig auch gleich in mein Zimmer bringen können«, erklärte Janine großspurig, ehe auch sie verschwand. Nur Sven verharrte noch einen Augenblick im Raum.
»Hast du schon wieder diese Tabletten genommen?« fragte er mit deutlichem Vorwurf in der Stimme.
»Ich kann nicht ohne sie leben. Das weißt du doch«, antwortete Natascha mit müder Stimme und schenkte sich ihr Glas mit Rotwein voll.
»Hat Dr. Vollmer nicht gesagt, du sollst auf Alkohol verzichten, wenn du die Tabletten nimmst?«
»Und wenn schon? Solange ich meine Arbeit in diesem Haus erledige, kann es euch doch egal sein.«
»Wie du meinst! Du bist erwachsen und wirst selbst wissen, was du tust. Aber lass bitte die Raucherei im Haus. Du weißt genau, dass ich diesen Gestank nicht ausstehen kann«, erklärte Sven resolut. »Ein wenig Rücksicht wäre schon angebracht.«
»Hast du nicht gesagt, du hast es eilig?« fragte Natascha und wandte den Blick wieder dem Bildschirm zu. Ein gut aussehender Mann in weißer Arztkleidung war dort zu sehen. Er hielt ein Neugeborenes auf dem Arm, um es dem frischgebackenen Vater zu reichen. Diese eine Szene genügte, um Natascha die Tränen in die Augen zu treiben. »Sieh mal, sieht sie nicht aus wie unsere kleine Louisa?« fragte sie mit seltsam veränderter Stimme. Sven, der das Zimmer schon verlassen hatte, kehrte noch einmal zurück.
»Das ist doch Unsinn und das weißt du genau! Werde endlich vernünftig, Natti. Lou ist vor zwölf Jahren spurlos verschwunden und vermutlich längst nicht mehr am Leben. Darüber haben wir hundertmal gesprochen. Weder Tabletten noch Alkohol oder Zigaretten bringen sie zurück. Es wird Zeit, dass du dich endlich am Riemen reißt.«
Als sie diese harten Worte hörte, regte sich Wut in Natascha. »Du tust gerade so, als ob uns ein Hund entlaufen wäre. Dabei ist Louisa unsere Tochter. Aber du hast ja noch zwei Kinder. Dir macht es ja nichts aus, dass sie fort ist. Wahrscheinlich bist du auch noch froh darüber«, zischte sie wütend und trank einen großen Schluck Wein. »Ich kann mich gut daran erinnern, welche Vorwürfe du mir damals wegen der Schwangerschaft gemacht hast. Ein drittes Kind war dir zu viel, in jeder Hinsicht.«
»Du bist nachtragend wie ein Elefant! Wie oft soll ich mich noch dafür entschuldigen? Ich hätte Lou genauso geliebt wie die beiden anderen. Aber sie ist fort, Natti, seit zwölf Jahren! Verstehst du das?«
»Du hast sie längst abgeschrieben.«
»Im Gegensatz zu dir kann und will ich mir mein Leben nicht durch einen Wahn zerstören. Ich habe eine Familie zu ernähren und muss jeden Tag im Beruf alles geben. Da ist kein Platz für Sentimentalitäten.«
Empört über seine harten Worte starrte Natascha ihren Mann an. Ihre sonst so bleichen Wangen glühten vor Wut, und die Zigarette zwischen ihren schmalen Fingern bebte. »Das ist nicht meine Familie, für die du das alles tust«, fauchte sie.
»Als du mich geheiratet hast, sahst du das noch anders. Du hast mir versprochen, dich um meine Kinder so zu kümmern wie eine Mutter.«
»Und? Tue ich das etwa nicht? Was hast du mir vorzuwerfen? Etwa, dass ich um mein einziges Kind trauere?«
Darauf wusste Sven nichts mehr zu sagen. Er hatte die ewigen Diskussionen über ein- und dasselbe Thema mehr als satt.
»Ich muss jetzt los. Es kann spät werden«, schnaubte er unfreundlich und verließ endgültig das Wohnzimmer. Natascha blieb alleine zurück. Langsam aber sicher beruhigte sich ihr tobendes Herz. Mit einem weiteren Schluck Rotwein und einem tiefen Zug von der Zigarette wandte sie sich wieder dem Spielfilm zu. Der gut aussehende Arzt diskutierte inzwischen mit einer bildschönen Krankenschwester über irgendein Problem, das Natascha nicht interessierte. In Wahrheit dachte sie ohnehin nur an ihr verlorenes Kind. Und das seit nunmehr zwölf Jahren.
*
»Toll sieht er ja schon aus«, bemerkte Anneka Norden, die mit ihrer Familie vor dem Fernseher saß und sich eine neue Folge der bekannten Arztserie anschaute.
»Du hast aber einen seltsamen Geschmack«, spottete ihr großer Bruder Felix gutmütig und schob sich eine Handvoll Chips in den Mund. »Der ist doch viel zu alt für dich. Das wäre eher was für Mum. Nicht wahr?« wandte er sich grinsend an seine Mutter, die den Film ebenfalls verfolgte.
Felicitas lachte amüsiert, als sie den kritischen Blick ihres Mannes Daniel bemerkte, der eben das Wohnzimmer betrat.
»Ich habe meinen Halbgott in Weiß längst gefunden. Meinem persönlichen Helden läuft kein noch so hübscher Schauspieler den Rang ab. Obwohl ich finde, dass der Film nicht schlecht gemacht ist und sehr realitätsnah wirkt.«
»Ich weiß nicht. So hübsch sind die Krankenschwestern in Wirklichkeit nicht«, brummte Dr. Daniel Norden und beugte sich über seine Frau, um sich mit einem zärtlichen Kuss für das Kompliment zu bedanken. »Zufällig kenne ich diesen Herrn persönlich«, verriet er nach einem zweiten Blick auf den Bildschirm. »Lukas Herold war neulich mit seiner Tochter in der Praxis.«
»Oh, er hat eine Tochter?« fragte Anneka interessiert nach. »Wie alt ist sie?«
»Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, dreizehn oder vierzehn, glaube ich. Ein nettes Mädchen, genau wie der Vater.«
»Sind Schauspieler nicht furchtbar eingebildete Leute?« hakte Felix skeptisch nach.
»Wie immer darf man auch hier nicht alle über einen Kamm scheren. Selbstverständlich gibt es Menschen, denen der Ruhm zu Kopf gestiegen ist. Aber mit Herrn Herold habe ich mich sehr nett unterhalten. Er hat mir ein wenig von seinem harten Alltag berichtet«, konnte Daniel berichten. »Das Filmgeschäft ist hart, und die Konkurrenz schläft nicht. Für Fernsehproduktionen wird weniger Geld ausgegeben, und die guten Rollenangebote sind daher dünn gesät. Herr Herold hat Glück, dass er ganz gut im Geschäft ist und nicht jeden Unsinn annehmen muss, der ihm angeboten wird, obwohl auch er Kompromisse eingehen muss. Andere müssen allerdings deutlich mehr kämpfen.«
»Die Tante meiner Freundin ist Schauspielerin«, wusste Anneka auch etwas zu dem Gesprächsthema beizusteuern. »Die klagt darüber, dass es in ihrem Alter kaum weibliche Rollen gibt. Um eine Mutter zu spielen, ist sie zu alt und für eine Oma zu jung.«
»Da sieht man mal, dass nicht alles Gold ist, was glänzt«, nickte Felicitas. Der Film war zu Ende, und sie schaltete den Fernseher ab. »Niemandem fällt der Erfolg in den Schoß. Egal in welcher Branche, überall muss man hart arbeiten für sein Geld.«
»Wenn ich wählen könnte, wäre mir ein Beruf wie der von Papi lieber als Schauspieler. Immerhin verdient Papi sein Geld damit, anderen Menschen was Gutes zu tun«, dachte Anneka laut nach. Nächstenliebe war eine ihrer ausgeprägten Eigenschaften.
»Ein Schauspieler vertreibt anderen Menschen die Zeit und vielleicht auch die eine oder andere Sorge. Zumindest für kurze Zeit«, lenkte Daniel den Blick seiner Tochter auf die Dinge, die nicht sofort zu sehen waren. »Ich habe größten Respekt vor der Arbeit von Lukas Herold. Vor einer Kamera zu stehen und eine Rolle zu spielen, die einem nicht entspricht, ist eine absolute Horrorvorstellung für mich.«
»Deshalb bist du ja auch Arzt geworden«, lachte Fee und strich ihrem Mann liebevoll über die Wange. Sie liebte diese Abende im trauten Kreis der Familie, auch wenn sie nicht immer komplett waren. Da am kommenden Tag Schule war, waren die Zwillinge Jan und Dési schon im Bett. Der älteste Sohn Danny, der in München Medizin studierte, war dagegen noch nicht zu Hause. »Und was für ein guter«, fügte sie hinzu.
»So wie Lukas Herold ein guter Schauspieler und Vater ist. Er muss allerhand unter einen Hut bringen. Seine Frau ist vor einigen Jahren gestorben. Seither ist er alleinerziehend, was mitunter eine große Last für ihn bedeutet.«
»Ganz alleine die Verantwortung zu tragen ist kein schönes Los.«
»Dafür macht er es ganz gut. Zora ist ein aufgewecktes, blitzgescheites Mädchen und sehr vorwitzig dazu. Man merkt ihr an, dass sie mit ihrem Papa viel unterwegs ist und die beiden ein eher unkonventionelles Leben führen«, erinnerte sich Daniel, während er sich das Gespräch mit dem Schauspieler ins Gedächtnis rief.
»Zora? Was für ein ungewöhnlicher Name«, bemerkte Felicitas verwundert.
»Die Frau von Herrn Herold war Französin und hatte wohl ein Faible für Ausgefallenes. Zumindest hat er mir das erzählt.«
»Oho, er scheint dir allerhand berichtet zu haben«, lächelte Felicitas erfreut. »Offenbar versteht ihr euch gut.«
»Nette Menschen sind mir immer willkommen«, gab Daniel zurück. »Egal, von welchem Stand und Rang sie sind. So war es schon immer, und so wird es immer bleiben.«
»Auch das ist ein Grund, warum ich dich liebe, wie ich es tue«, lächelte Felicitas.
»Damit wären die wichtigen Dinge ja jetzt geklärt«, mischte sich Felix vorwitzig in das Gespräch der Eltern ein. Er hatte in der Zwischenzeit in der Spielesammlung der Familie gestöbert und ein Kartenspiel zutage gefördert. »Um den Abend abzurunden, könnten wir jetzt noch eine Runde Canasta spielen. Ich brauche heute unbedingt noch ein Erfolgserlebnis. Dad, wie sieht es aus? Gibst du mir die Ehre, dein Partner zu sein?«
»Mit dem größten Vergnügen.«
»So so, ihr liebt also die Herausforderung. Das lassen wir Frauen uns nicht zweimal sagen. Nicht wahr, Anneka?« spornte Felicitas ihre älteste Tochter an. Schon bald war ein schönes Spiel im Gange, und wie so oft klang der Abend bei Familie Norden in Harmonie und Frohsinn aus.
*
Zufrieden kuschelte sich Isabelle Krohn auf dem dunkelroten ausladenden Sofa mit den vielen bunten Kissen an ihren Freund, den Schauspieler Lukas Herold. Es war einer der wenigen Abende, die sie in Ruhe für sich hatten, und dementsprechend genoss Isabelle die seltene Zweisamkeit. »Wenn ich eine Katze wäre, würde ich jetzt garantiert schnurren«, lächelte sie und blickte zärtlich zu Lukas hinauf, der mit ihren langen, dunklen Haaren spielte. »Versuch’s doch mal. Vielleicht kannst du es ja.«
»Ich weiß nicht. Küss mich lieber. Davon habe auch ich etwas«, kokettierte Isabelle und bot ihm ihren vollen roten Mund zum Kuss dar. Schon wollte sich Lukas über seine Freundin beugen, als aus dem angrenzenden Zimmer das Tappen bloßer Füße zu hören war. Gleich darauf öffnete sich knarrend die alte Holztür.
»Ich kann nicht schlafen, Papa. Irgendwie muss ich ständig auf die Toilette.«
»Hast du dich verkühlt? Das wäre kein Wunder, wo du ständig barfuß hier herumläufst«, antwortete Lukas sofort besorgt und schob Isabelle fort. »Warum hast du das denn nicht neulich bei Dr. Norden schon gesagt? Bestimmt hast du eine Blasenentzündung, die unbedingt behandelt werden muss. Marie hatte das auch ständig.«
»Es tut erst seit heute weh. Was soll ich jetzt tun? Ich bin so müde«, jammerte Zora. Tatsächlich sah sie bemitleidenswert aus. Ihr schmales Gesicht war blass, die krausen, langen Haare standen ihr wirr vom Kopf ab und die großen, dunkelblauen Augen blickten ratlos in die Welt. Jedes Herz wäre bei diesem Anblick geschmolzen. Nur Isabelle betrachtete das Mädchen herzlos.
»Stell dich nicht so an! Dein Papa macht dir eine Wärmflasche und kocht dir Tee, und du ziehst dir ein Paar Socken an. Dann ist bald alles wieder gut und du brauchst uns nicht auch noch die wenigen Stunden, die wir zu zweit haben, verpfuschen.«
»Ich hab nicht mit dir geredet«, fauchte Zora ärgerlich. »Warum schickst du diese Zicke nicht endlich fort, Papa? Ich kann sie nicht ausstehen.«
»Das beruht glücklicherweise auf Gegenseitigkeit«, antwortete Isabelle prompt. »Du hättest deine Tochter ein bisschen besser erziehen sollen. Dann wäre sie jetzt nicht so frech, und ich hätte nicht ständig Scherereien mit ihr.«
»Mama hat mich erzogen. Sie hat nie an mir herumgemeckert wie du.«
»Das auch noch. Antiautoritäre Erziehungsmethoden. Das hat mir gerade noch gefehlt.« Theatralisch verdrehte Isabelle die Augen zum Himmel.
Lukas stand zwischen seinen beiden Frauen und blickte ratlos von einer zur anderen.
»Könntet ihr bitte aufhören, euch wie Kindergartenkinder zu benehmen? Isabelle, sprich bitte freundlich mit Zora und du, Kleines, bist nicht so frech. So kenne ich dich gar nicht.«
