Oma erzählt ihren Enkelkindern Tiergeschichten - Ulrike Hannig - E-Book

Oma erzählt ihren Enkelkindern Tiergeschichten E-Book

Ulrike Hannig

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Beschreibung

Die Autorin erzählt ihren Enkelkindern Geschichten über Tierkinder, die Menschenkinder kennenlernen und gemeinsam spannende Dinge erleben. Kinder lernen dabei dabei, Ängste und Vorurteile abzulegen und sich dabei mutig und neugierig der Welt zu öffnen.

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Seitenzahl: 57

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Der kleine Frosch THEO und das Menschenkind KÄTHE

Die kleine Elster ADA und das Menschenkind PIA

Das kleine Eichhörnchen FRIDO und das Menschenkind MARTA

Der Hahn PETER und das Menschenkind HELENE

Der kleine Hund QUIERO und das Menschenkind PAULINE

Der kleine Fuchs BASTIAN und das Menschenkind EDDA

Der kleine Bär FLORIAN und das Menschkind ELLA

Der Seeadler MIA und das Menschenkind ANTON

Das kleine Nashorn FRIDA und das Menschenkind HENRI

VORWORT

Alle meine Enkelkinder liebten es von früh an, vorgelesen zu bekommen oder hörten auch gerne meinen erdachten Erzählungen zu.

So habe ich für jedes Kind eine Geschichte geschrieben. Meine Tochter Ute und meine Enkeltochter Pia haben das Erzählte lebendig in ihren Illustrationen dargestellt.

Dr. Ulrike Hannig, Dr. phil. bis April 2019 als Psychotherapeutin tätig gewesen. Mutter von 4 Kindern und Oma von 11 Enkelkindern.

DER KLEINE FROSCH THEO UND DAS MENSCHENKIND KÄTHE

Die kleine Käthe ist fünf Jahre alt. Sie lebt mit ihrer Familie mitten in der großen Stadt Hamburg. Sie hat zwei große Schwestern, die schon lange zur Schule gehen und einen kleinen Baby-Bruder, der weder sprechen noch gehen kann. Ihr ist oft langweilig. Ihre Schwestern spielen lieber mit ihren gleichaltrigen Freunden, und ihr kleiner Bruder schläft oder schreit nur. Mama und Papa arbeiten ganz viel.

Heute freut sie sich sehr, denn die ganze Familie will aufs Land zu Opa „Schnurrbart“ fahren. Dort werden auch Onkel und Tanten mit deren Kindern sein. Vor allem mit ihrer fast gleichaltrigen Kusine Pia spielt sie sehr gerne.

Sie fahren mit der Bahn und dem Bus zum Opa. Der hat einen großen Garten mit einem riesigen Teich, in dem viele Fische schwimmen.

Käthe läuft sofort zum Wasser und setzt sich dort auf einen Stein, während alle anderen ins Haus gehen, um den Opa zu begrüßen.

Pia ist auch schon da, kommt aus dem Haus gelaufen und umarmt sie: „Endlich bist Du da, ich habe mich so auf Dich gefreut. Bist Du auch so genervt von Deinem Bruder? Meiner nörgelt und heult den ganzen Tag. Alles dreht sich nur um ihn. Furchtbar!“

„Ja“, sagt Käthe, „ich könnte den glatt zurückgeben.“ Dann schweigen beide und schauen lange auf das Wasser.

Plötzlich gibt es einen „platsch“ und ein kleiner Frosch sitzt auf einem Stein neben den Mädchen. „Igitt, eine Kröte“, schreit Pia. Aber Käthe antwortet: „Das ist keine Kröte, Kröten sind kurzbeinig und warzig. Dieses Tier hat glatte Haut und lange Beine. Es ist ein Frosch.

„Kennst Du nicht das Märchen vom Froschkönig? Vielleicht sollte ich den Frosch küssen. Er wird dann ein Prinz, und ich habe dann endlich einen Freund für mich ganz allein, der mich mag und immer für mich da ist.“

„Blödsinn, das ist doch gesponnen“, sagt Pia.

Als hätte der Frosch das gehört, hüpft er schon wieder davon und ist verschwunden.

Der kleine Frosch Theo ist entrüstet über das, was er gehört hat. Er will doch nicht von so einem riesigen Wesen geküsst werden, um dann vielleicht auch noch ein Mensch zu werden. Wie ekelig!

Er lebt lieber mit seiner Familie hier draußen am Teich.

Er setzt sich wieder regungslos auf einen Stein und wartet, bis ein unvorsichtiges Insekt in seine Nähe kommt. Dann wird er aktiv. Mit einem Sprung greift er seine Beute an und lässt gleichzeitig seine lange Zunge aus dem Mund schnellen. Die wickelt sich um das Beute-Insekt und schon verschwindet es im Maul.

Die beiden Mädchen stehen auf und gehen ins Haus zum Rest der großen Familie.

Es vergehen Wochen.

Käthe geht jeden Tag in den Kindergarten und muss ganz oft an den kleinen Frosch denken. Der Gedanke, dass er verzaubert sein könnte, lässt sie nicht los. Immer wieder drängelt sie ihre Eltern, mit ihr zum Opa zu fahren. Aber die haben wenig Zeit, und so sind schon wieder sechs Wochen vergangen, als sie endlich wieder auf dem Land sind.

Käthe eilt sofort zum Teich und wünscht sich, den kleinen Frosch zu sehen. Doch er erscheint nicht. Sie fühlt sich so allein. Schaut immer wieder auf das Wasser und hofft, dass Theo plötzlich herausspringt, wie damals und sich wieder auf den Stein setzt und sie ansieht.

Käthe schließt die Augen und beginnt zu träumen: Wie im Märchen „Der Froschkönig“ ist sie eine Königstochter. Sie spielt mit ihrer goldenen Kugel im Schlossgarten. Die Kugel fällt in den Brunnen, und plötzlich hüpft ein Frosch aus dem Brunnen und will ihr helfen. Er möchte einen Kuss dafür haben.

Käthe erwacht aus dem Traum. Der Frosch ist nicht da.

Traurig fährt sie abends mit ihren Eltern und ihren Geschwistern wieder heim.

Mehrmals besuchen sie den Opa. Sie hat nicht die Hoffnung aufgegeben und wartet immer wieder auf den Frosch.

Es vergeht fast ein halbes Jahr.

Sie sitzt wieder am Teich. Plötzlich steht ein kleiner Junge in ihrem Alter im Garten. Er stottert herum und sagt schüchtern: „Ich habe nebenan auf dem Spielplatz mit meinen Freunden Fußball gespielt. Leider ist der Ball über den Zaun in den Garten gefallen. Darf ich ihn suchen und wiederholen?“

„Ich helfe Dir beim Suchen“, sagt Käthe.

Beide laufen eifrig im Garten hin und her. Suchen unter den Büschen, am Teich und finden den Ball tatsächlich.

Der Junge fragt: „Wie heißt Du?“

„Ich heiße Käthe und Du?“

Er antwortet: „Ich heiße Theobald, Theo genannt. Magst Du mit auf den Spielplatz kommen und mit uns Fußball spielen.“

Glücklich antwortet Käthe: „Gerne. Ich frage nur schnell meinen Opa, ob ich darf.“

So kommt es dann. Käthe geht mit auf den Spielplatz. Sie verträgt sich gut mit ihrem neuen Freund und seinen Freunden. Fast jedes zweite Wochenende darf sie jetzt zum Opa fahren und einmal im Monat darf Theo bei ihr in der Stadt übernachten.

Sie hat den Frosch zwar nicht geküsst, aber trotzdem hat sie einen Freund gefunden.

DIE KLEINE ELSTER ADA UND DAS MENSCHENKIND PIA

Die kleine Elster Ada lebt mit ihrer Familie in einem großen alten Baum, der auf dem verwilderten Hinterhof eines Stadthauses steht.

Elstern sind wachsam, schlau und frech. Ihre Liebe zu glänzenden Gegenständen macht sie in der Menschen-Meinung zu „diebischen Elstern“. Das schwarze Gefieder dieser langschwänzigen, großen Krähenvögel schillert purpurn, blau und grün. Weiß sind Schultern, Bauch und Flanken. Ihr Schackern ertönt bei der kleinsten Beunruhigung.

Ada war erst vor kurzer Zeit aus dem Ei geschlüpft und hockte jetzt im Nest und wartete auf Futter. Ihre Eltern hatten sie vor den Habichten, ihren größten Feinden, gewarnt. Deshalb war Ada besorgt, wenn sie unterwegs auf Futtersuche waren.

Endlich sieht die kleine Ada ihre Mutter heranfliegen. Was sie wohl heute wieder für Leckerbissen für sie hatte? Würmer, Schnecken, Frösche, Abfälle oder Früchte?