Opal - Maggie Stiefvater - E-Book

Opal E-Book

Maggie Stiefvater

0,0
1,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.
Mehr erfahren.
Beschreibung

Eine bezaubernde Kurzgeschichte von Spiegel-Bestsellerautorin Maggie Stiefvater über die beliebten Figuren Opal, Ronan und Adam aus der Raven-Boys-Reihe. Opal ist ein Mädchen mit Ziegenhufen. Sie wurde von Ronan aus seiner Traumwelt in die reale Welt geholt und muss nun lernen, sich in dieser neuen Umgebung zurechtzufinden. Doch nicht nur Opal hadert mit ihrem Schicksal, auch bei Ronan und Adam haben die vergangenen Ereignisse Spuren hinterlassen. Diese Kurzgeschichte ist eine wunderbare Erweiterung der Raven-Boys-Reihe. Das eBook enthält zusätzlich eine Leseprobe von »Wie der Falke fliegt« – ein Muss für alle Raven-Boys-Fans. Alle bisherigen Bände von Maggie Stiefvaters Urban-Fantasy-Reihen: Raven-Boys-Reihe: - »Wen der Rabe ruft« - »Wer die Lilie träumt« - »Was die Spiegel wissen« - »Wo das Dunkel schläft«Dreamer-Trilogie: - »Wie der Falke fliegt« - »Wie Träume bluten« - »Wie die Nacht entrinnt«

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 89

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Maggie Stiefvater

Opal

Aus dem amerikanischen Englisch von Jessika Komina und Sandra Knuffinke

Knaur eBooks

Über dieses Buch

Eine bezaubernde Kurzgeschichte von Spiegel-Bestsellerautorin Maggie Stiefvater über die beliebten Figuren Opal, Ronan und Adam aus der Raven-Boys-Reihe.

Opal ist ein Mädchen mit Ziegenhufen. Sie wurde von Ronan aus seiner Traumwelt in die reale Welt geholt und muss nun lernen, sich in dieser neuen Umgebung zurechtzufinden. Doch nicht nur Opal hadert mit ihrem Schicksal, auch bei Ronan und Adam haben die vergangenen Ereignisse Spuren hinterlassen.

Diese Kurzgeschichte ist eine wunderbare Erweiterung der Raven-Boys-Reihe. Das eBook enthält zusätzlich eine exklusive Leseprobe von »Wie der Falke fliegt« – ein Muss für alle Raven-Boys-Fans.

 

Alle bisherigen Bände von Maggie Stiefvaters Urban-Fantasy-Reihen:

 

Raven-Boys-Reihe:

• »Wen der Rabe ruft«

• »Wer die Lilie träumt«

• »Was die Spiegel wissen«

• »Wo das Dunkel schläft«

 

Dreamer-Trilogie:

• »Wie der Falke fliegt«

Inhaltsübersicht

Widmung

Hauptteil

Leseprobe »Wie der Falke fliegt«

Widmung

Zitat

Prolog

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

Für Sarah,

die so furchtlos den freien Platz in der Tafelrunde eingenommen hat

Die Regeln waren klar. Manche Besucher durften sie sehen, manche nicht. Dann befahl Ronan ihr, die Hufe zu schwingen – die übrigens niemand sehen durfte – und auf Tauchstation zu gehen.

Sie durfte nichts essen, was sie im Haus fand, es sei denn, jemand hatte es ihr ausdrücklich erlaubt, egal, wie schön die Pappkartons oder Plastiklöffel beim Kauen knirschten und knackten, und erst recht nichts, was Adam gehörte oder was sie in Auroras Zimmer aufgestöbert hatte, sonst setzte es Ärger. Sie durfte Ronan nicht Kerah nennen, weil er schließlich einen Namen hatte, den sie, anders als Chainsaw mit ihrem Schnabel, ja wohl mühelos aussprechen konnte. Sie durfte auf allem rumklettern, nur nicht auf den Autos, weil ihre Hufe schlecht für den Lack waren und sie außerdem ständig schmierige Finger hatte. Sie musste zwar nicht baden oder sich waschen, aber sonst durfte sie nicht mit ins Haus, und das Lügen konnte sie sich sparen, wenn sie hoffte, aufs Sofa gelassen zu werden: Bah, Opal, deine Beine stinken nach nassem Hund. Sie durfte nicht stehlen. Und ja, dazu zählte auch Sachen verstecken, es sei denn, es ging um Geschenke, die man anscheinend tatsächlich manchmal versteckte, aber das war dann nur Spaß. Sie durfte auf der Veranda keine toten Sachen essen, was eine echt gemeine Regel war, weil sie auf der Veranda nämlich auch keine lebendigen Sachen essen durfte. Sie durfte nicht die Straße runterrennen oder versuchen, auf eigene Faust die Ley-Linie zu finden, was eine echt blödsinnige Regel war, weil die Ley-Linie sich nämlich wie ein Traum anfühlte, und in so einen würde sie ganz bestimmt nicht freiwillig zurückgehen. Sie musste immer die Wahrheit sagen, weil Ronan auch immer die Wahrheit sagte, was die unfairste Regel von allen war, wie sie fand, weil Ronan sich schließlich einfach eine neue Wahrheit träumen konnte, während ihr selbst nur die eine blieb, in der sie jetzt lebte. Und niemals durfte sie vergessen, dass sie geheim war.

Na gut, alles in allem fand sie die Regeln schon ganz in Ordnung, zumal sie davon abgesehen so ziemlich machen konnte, was sie wollte. In letzter Zeit hatte es nur ein einziges Mal Ärger gesetzt, wegen dieser Sache mit dem UPS-Mann. Ronan hatte ihr erlaubt, rauszulaufen und Hallo zu sagen, solange sie nicht vergaß, dass sie die kleine Cousine aus Syracuse war und die hohen, klobigen Stiefel trug, die Ronan ihr geträumt hatte. Der UPS-Mann hatte strahlend weiße Zähne, und ihm wuchsen mitten aus dem Gesicht Haare, die ihm ein bisschen über den Mund hingen. Die waren länger als die auf Ronans Kopf und fast so lang wie die an Opals Beinen. Einmal hatte sie ihn gefragt, was sie tun müsse, um auch solche Haare zu kriegen, und er hatte gesagt: »Einfach weiter versuchen, dann klappt’s schon irgendwann«, was Opal richtig nett und aufbauend gefunden hatte. Sie mochte den UPS-Mann, durfte ihm aber mittlerweile nicht mehr Hallo sagen, nachdem sie einmal ins Führerhaus seines Transporters geklettert war, eine Schachtel Hundekekse unter dem Beifahrersitz hervorgekramt und das Foto von seiner Frau stibitzt hatte, das mit Tesafilm am Armaturenbrett klebte. Erstere hatte sie komplett aufgefuttert und Letzterer die Augen rausgenagt.

»Tja, schöne Scheiße«, hatte Ronan gebrummt, als der UPS-Mann wieder weg war und er das Foto sah. »So können wir ihm das ja wohl kaum zurückgeben. Sie wird echt immer wilder.«

»Zahm war sie doch noch nie«, merkte Adam an. »Höchstens schüchtern.«

Adam wohnte nicht in den Schobern, sehr zu Opals Bedauern. Adam war immer nett zu ihr, manchmal zeigte er ihr, wie Sachen funktionierten, und außerdem hätte sie gern nachts im Dunkeln neben ihm gesessen und ihm beim Schlafen zugeschaut.

Stattdessen kam und ging er nach einem für sie nicht nachvollziehbaren Zeitplan, und wenn er schlief, dann meistens tagsüber, sodass sie mit Sicherheit erwischt würde. Also musste sie sich mit den kleinen Ausschnitten begnügen, die sie durch den Türspalt erspähen konnte: gewitterwolkenartig aufgetürmte Bettdecken, unter denen Adam sich verbarg, manchmal mit, manchmal ohne Ronan.

Seit es wärmer geworden war, stand Adams Auto in der Auffahrt. Aber anders als Ronans Auto hatte es Betonklötze anstelle von Rädern, und Adam krabbelte oft darunter oder steckte mit dem Kopf unter der Motorhaube. Opal hatte sich zusammengereimt, dass Adams Auto eigentlich mehr wie Ronans hätte sein sollen, es aber so was wie eine Krankheit namens »Schrottkarre« hatte. Ronan hatte schon mehrmals angeboten, ein Heilmittel dafür zu träumen, aber Adam wollte das Problem unbedingt »auf herkömmliche Art« lösen. Das schien jedoch nicht so schnell zu gehen, und so war Ronans Auto oft weg, weil Adam es für seine rätselhaften Ausflüge benutzte. Manchmal nahm Adam Ronan mit, und keiner der beiden verriet Opal, wie lange sie wegbleiben würden, weil sie das nun mal nicht wussten, bis sie eben zurückkämen, es sei ja nur eine kleine Spritztour, während der Opal gefälligst die Finger von den Sachen in der Scheune zu lassen und ja nicht wieder Löcher in den Vorgarten zu buddeln hatte.

Die Scheune war nicht die einzige Scheune unter den über die verschwiegenen Hügel verstreuten Außengebäuden, sie war bloß die größte. Rundherum wuchs Gras, das genauso struppig war wie das Fell an Opals Beinen, und im Gras lagen Kühe, die nie aufstanden, aber nicht tot waren. (Manchmal kletterte Opal auf einen ihrer breiten, warmen Rücken und tat so, als würde sie in die Schlacht reiten, nur um enttäuscht festzustellen, dass die Tiere kaum unterhaltsamer waren als die Felsbrocken weiter oben am Waldrand.) In der Scheune arbeitete Ronan an seinen Projekten, wie er es nannte, wenn er schlafen ging und niemand in seiner Nähe sein durfte. Ronan ermahnte Opal andauernd, die Sachen in der Scheune nicht anzurühren, dabei wäre sie gar nicht auf die Idee gekommen. Sie konnte schließlich hören, dass die Scheune voller Traumzeugs war, und davor hatte sie Angst.

Das Traumzeugs klang wie Träume, und die klangen wie die Ley-Linie, und die klang ein bisschen wie dieses elektrische Summen, das man manchmal unter großen Strommasten hörte, und das klang ein bisschen, als liefe irgendwo ein Fernseher, aber auf stumm geschaltet. Außerdem klang es ein bisschen wie das leise Vibrieren, das Opal in sich selbst hörte-oder-eher-fühlte, wenn sie sich zum Nichtschlafen ins Gras legte. Bei Traumzeugs konnte es sich um schlichte Gegenstände handeln, so wie die, die Ronans Vater in ein paar der Schuppen zurückgelassen hatte, aber auch um lebendige Wesen, so wie das Hirschrudel, das Ronan geträumt hatte, oder Opal selbst.

Auch Ronan selbst klang ein bisschen wie das Traumzeugs und doch irgendwie anders. Er hatte die gleiche tierhafte Qualität an sich wie Adam und der UPS-Mann und diese Frauen, die manchmal kamen und am Esszimmertisch Brot aßen und dabei Tarotkarten im Kreis rumschoben, und dieser Fremde, der einmal, als Adam und Ronan nicht da gewesen waren, halb die Auffahrt hochgekommen und dann wieder gegangen war. Opal hatte noch nie einen Menschen außer Ronan getroffen, der gleichzeitig dieses tierhafte Summen und das Traumvibrieren verströmte. Zuerst dachte sie, das läge daran, dass sie einfach nicht sonderlich viele Menschen kannte, aber irgendwann wurde ihr klar, dass Ronan dadurch selbst auf gewisse Weise geheim wurde. Eigentlich fand Opal, dass er durch das Traumsummen im Nu auffliegen müsste, aber aus irgendeinem Grund schien niemand außer Adam und ihr es hören zu können. Adam war zwar kein Traum, sondern durch und durch tierhaft, aber trotzdem schien auch er es wahrzunehmen.

»Ich spüre die Ley-Linie immer noch«, hatte Adam eines Abends den Frauen mit dem Brot erklärt. Opal hatte mal wieder »Schwing die Hufe« spielen sollen und sich ein richtig tolles Versteck in einem leeren Tonkrug an der Küchentür gesucht. »Ich hätte nicht gedacht, dass es noch so stark sein würde, seit ich nicht mehr mit ihr verbunden bin.«

»Ich war noch nie mit ihr verbunden«, hatte eine der Frauen erwidert, »und hab sie trotzdem immer gespürt.«

»Sie sind ja auch Wahrsagerin.«

»Ganz genau.«

Adam wählte seine Worte mit ebenso viel Bedacht wie die Frauen ihre Karten. »Also bin ich auch ein Wahrsager?«

»Natürlich«, antwortete eine der anderen Frauen. »Oder dachtest du etwa, du hättest mit Cabeswater alles verloren?«

»Ja«, flüsterte Adam, und eine Welle von Zuneigung durchströmte Opal. Sie mochte Adam am liebsten, wenn er sehr traurig oder sehr ernst oder sehr glücklich war. Wenn seine Stimme brach, löste das so ein Gefühl in ihrem Bauch aus, sein leerer Blick, wenn er konzentriert nachdachte, ließ sie glauben, einen Traum ohne den Hauch von etwas Schlechtem darin vor sich zu haben, und wenn er über Ronans Witze lachte und gar nicht mehr aufhören konnte, erfüllte sie plötzlich so viel Liebe, dass ihr fast nach Weinen zumute war, weil sie wusste, dass er eines Tages alt werden und sterben würde, weil das nun mal allen tierhaften Wesen auf dieser Welt so erging.