Operation Blackmail - Jenk Saborowski - E-Book

Operation Blackmail E-Book

Jenk Saborowski

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Beschreibung

In Paris wird eine junge Bankangestellte auf offener Straße erschossen, in Bologna stirbt ein ranghoher Mitarbeiter desselben Instituts bei einem Anschlag. Per E-Mail fordern Erpresser 500 Millionen Euro, sonst werden weitere der 60.000 Mitarbeiter irgendwo in Europa sterben. Ein Fall für die geheime, grenzüberschreitend agierende Eliteeinheit ECSB. Agentin Solveigh Lang und ihr Team ermitteln, kompromisslos und mit modernsten Methoden. Als sie erkennt, wie skrupellos und gerissen ihr Gegner wirklich ist, beginnt ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit.

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Operation Blackmail ist eine fiktive Geschichte. Alle Ereignisse, Personen und Institutionen sind frei erfunden, jede Übereinstimmung mit der Realität wäre reiner Zufall.

Vollständige E-Book-Ausgabe der im Piper Verlag erschienenen Buchausgabe

2. Auflage 2012

ISBN 978-3-492-95237-8

© Piper Verlag GmbH, München 2011 Umschlaggestaltung: Hafen Werbeagentur

»Wir können im engen Raum Europa das Unwesen krimineller Banden nur stoppen und nachdrücklich bekämpfen, wenn wir Polizeieinheiten schaffen, die auch juristisch legitimiert europaweit handeln können.«

Dr. Helmut Kohl, April 1997

TEIL 1

KAPITEL 1

Paris, Avenue Friedland

Tag 0: Freitag, 4. Januar, 08:34 Uhr

Leonid Mikanas blies warmen Rauch hinaus in die nasskalte Luft des verregneten Pariser Januarmorgens. Wie immer drückte er seine Zigarette so kunstfertig aus, dass sie neben den anderen vierzehn im Aschenbecher auf der Spitze stehen blieb. Um den beißenden Tabakgeschmack von seiner Zunge zu vertreiben, nahm er einen Schluck aus der mitgebrachten Wasserflasche und kontrollierte zum wiederholten Mal die Einstellung seines Zielfernrohrs. Dabei ließ er das renommierte Bankhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite nicht aus den Augen. Er beobachtete geduldig, wie sich die Angestellten durch die Drehtüren vor dem Regen in Sicherheit brachten. Einer nach dem anderen, wie die Glieder einer Kette. Mit einem Blick auf die kleine Stofffahne, die er an einer Straßenlaterne gegenüber angebracht hatte, analysierte er den Wind, berechnete im Kopf zentimetergenau die Abweichung des Projektils. Obwohl es nicht notwendig war, sah er noch einmal kurz hinüber zum Foto seines Zielobjekts, das er mit einem Reißnagel am Fensterbrett fixiert hatte. Die Frau war hübsch, auf dem Foto wirkte sie gelöst und lachte, war sich der heimlichen Aufnahme nicht bewusst. Während der letzten Woche hatte er sich ihr Gesicht anhand vieler ähnlicher Bilder genau eingeprägt. Seine Vorbereitungen waren abgeschlossen, er atmete zunehmend flacher, bis kaum noch eine Bewegung seines Brustkorbs wahrzunehmen war, den Personaleingang der Bank im Visier.

Da war sie. Sein Ziel. Ohne Zweifel. Sie machte einen gehetzten Eindruck, als sie sich in die kurze Schlange einreihte, die sich vor der Drehtür gebildet hatte. Ihm blieb nicht viel Zeit. Das Fadenkreuz seines Zielfernrohrs tanzte kaum merklich um das Zentrum ihres Hinterkopfs. Wie immer, wenn er im Begriff war zu töten, fühlte er das Adrenalin pulsierend durch seine Venen jagen. »Für dich, Mischa«, flüsterte er kaum hörbar. Der Profi in ihm zog ohne das geringste Zögern den Abzug durch.

Durch die Optik beobachtete er, wie ihr Kopf von der Wucht der Kugel zur Seite geschleudert wurde, ihre Gesichtsmuskeln zuckten den erstaunten Tanz eines unerwarteten Todes. Die Menschen um sie herum stoben panisch auseinander, ihr Körper stürzte, schlug auf den Asphalt und lag grotesk verdreht in einer roten Pfütze aus Blut, die schnell größer wurde.

Wie es ihm sein Ausbilder vor mehr als dreißig Jahren beigebracht hatte, sammelte Leonid Mikanas seine Patronenhülse ein, zerlegte die Waffe und verstaute sie in einer unauffälligen schwarzen Nylontasche. Sein Blick fiel auf den Aschenbecher mit den fünfzehn kerzengerade aufgestellten Zigarettenkippen. Ganz nach seiner Gewohnheit schnippte er mit dem rechten Zeigefinger die Erste an, woraufhin alle anderen der Reihe nach umfielen wie Dominosteine. Er hatte seinen Auftrag erfüllt.

KAPITEL 2

Paris, Boulevard Haussmann

Tag 0: Freitag, 4. Januar, 08:52 Uhr

Im Café Friedland balancierte Marcel Lesoille unruhig auf den hinteren Beinen seines Stuhls und stocherte frustriert in seinem weichgekochten Ei. Ihn plagten heftige Gewissensbisse, im Grunde hatte er bereits gestern gewusst, dass Linda ausrasten würde. Seine Lebensgefährtin saß ihm in diesem Moment gegenüber und schielte ihn aus wütend zusammengekniffenen Augen an, ihr Frühstück hatte sie noch nicht angerührt. Natürlich war sie sauer, aber schließlich ging es um seine Leidenschaft, damit würde sie sich abfinden müssen. Er erinnerte sich an ihren letzten Streit vor wenigen Wochen. Wie immer war es um seine beruflichen Ambitionen gegangen. Oder besser: ihr Fehlen. Er wusste, dass sie seit einem halben Jahr auf den Antrag wartete. Mit Ring, Stein und allem, was dazugehört. Bringen wir erst mal diese Kuh vom Eis, nahm er sich vor, dann sehen wir weiter. Er konnte nicht gut mit ihr streiten.

»Hör mal, Linda«, brach er gepresst das Schweigen. »Es ist ja nicht so, dass ich das Geld versoffen hätte. Mir ist es ernst, ich möchte damit später mal meine Brötchen verdienen. Für uns. Oder traust du mir das nicht zu?« Ihre Stimmungslage war nach wie vor frostig und kühlte weiter ab, er musste es mit einer anderen Taktik versuchen: »Außerdem gibt mir mein Vater auch einen Anteil dazu.«

»Aha. Wenn ich mich recht entsinne, kann sich dein Vater nicht einmal einen neuen Anzug leisten. Da wird dir seine mildtätige Spende wohl kaum eine große Hilfe sein.«

Gut, zumindest antwortet sie, schöpfte Marcel zaghaft Hoffnung. Jetzt bloß nicht zu früh auf sie eingehen, er hatte nicht vor, sich weiter als unbedingt nötig in die Ecke des Boxrings treiben zu lassen, den sie Beziehung nannten.

Unbeirrt setzte Linda ihre Tirade fort: »Ich kann einfach nicht verstehen, wieso das sein muss. Ein mittelloser Student, der nicht mal genug Geld zum Kinderkriegen hat und der eher seine Eltern unterstützen sollte statt umgekehrt. Ausgerechnet der braucht eine neue Kamera für fünftausend Euro? Haben sie dir im Krankenhaus gleich das Kleinhirn mit rausoperiert?«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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