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Sind auch Sie schon mal Opfer von Gewalt geworden? Oder kennen Sie Personen in Ihrem Umfeld, die Gewaltopfer geworden sind? Die Frage ist gar nicht so abwegig, denn unsere Kriminalstatistiken weisen zunehmend mehr Gewaltdelikte aus: bei Großereignissen, Sexualdelikte gegenüber Frauen, auf Schulhöfen und in sozialen Brennpunkten, unter Alkoholeinfluss, in der Familie, gegenüber Kindern, im Sport, bei politischen Auseinandersetzungen, zwischen verschiedenen Volksgruppen, aus Radikalisierung, Hass und Andersdenken. Die Ursachen sind breit gefächert. Generell sinkt die Hemmschwelle, Gewalt anzuwenden, stetig nach unten. Gewaltforscher wie Kriminologen und Strafrechtler sprechen von einer Verrohung der Gesellschaft. Die moralische Grenze, ab der man gewalttätig wird, wird quasi immer niedriger. Seit Jahren zeigen die Statistiken kontinuierlich nach oben: mehr Gewalt, mehr Körperverletzung, mehr Unfälle, mehr Mord- und Totschlag. Auch wenn Sie möglicherweise nicht unmittelbar selbst Opfer einer Gewalttat wurden, so kennen Sie bestimmt in Ihrem Freundes- und Verwandtenkreis sowie in Ihrer Nachbarschaft Betroffene, denen das schon einmal widerfahren ist. Gewalt muss nicht immer physisch enden, sondern sie kann auch psychischer Natur sein. Wer jemanden ständig hänselt, weil er zu dick ist oder zu klein, der mobbt ihn aus der Gemeinschaft. Wer intime Fotos im Netz verbreitet, treibt andere in die Isolation oder gar in den Selbstmord. Gewalt ist auch ein Phänomen moderner Internet-Kriminalität geworden. Es ist leicht mit einem Knopfdruck anonym jemanden im Netz zu verunglimpfen. Eine ganz andere Frage stellt sich und ist hier das Thema: Wie geht man damit um, wie lebt man weiter, wenn Sie oder jemand aus Ihrem Umfeld Opfer von Gewalt geworden sind? Wie verarbeiten Sie das? An wen wenden Sie sich? Ja, und vielleicht auch die Frage, was man präventiv tun kann, damit man nicht hilflos der Gewalt ins Messer läuft? Oder wie unterstützen Sie unmittelbar Betroffene, die Opfer von Gewalt geworden sind? Dieser E-Book-Ratgeber hilft Ihnen oder anderen mit vielen Tipps und Anregungen, Gewalterfahrungen zu verarbeiten und zeigt auf, wie man damit weiterlebt.
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Seitenzahl: 41
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Thomas Werk
Opfer von Gewalt
Wie lebst du weiter?
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Vorwort
Definition von Gewalt
Resultate der Gewalt
Entstehung von Gewalt
Arten von Gewalt
Reaktionen auf Gewalt
Schutz vor Gewalt
Was tun nach der Gewalt?
Schlusswort
Impressum neobooks
Sind auch Sie schon mal Opfer von Gewalt geworden? Die Frage ist gar nicht so abwegig. Denn unsere Kriminalstatistiken weisen ständig immer mehr Gewaltdelikte aus – ob Gewalt bei Großereignissen, Sexualdelikte gegenüber Frauen, Gewalt auf Schulhöfen und in sozialen Brennpunkten, Gewalt unter Alkoholeinfluss, Gewalt in der Familie, Gewalt gegenüber Kindern, Gewalt im Sport, bei politischen Auseinandersetzungen, Gewalt zwischen verschiedenen Volksgruppen, aus Radikalisierung, Hass und Andersdenken: Die Ursachen sind breit gestreut. Jedenfalls sinkt die Hemmschwelle, Gewalt anzuwenden, heftig.
Gewaltforscher wie Kriminologen und Strafrechtler sprechen von einer Verrohung der Gesellschaft. Die moralische Grenze, ab der man zulangt, wird quasi immer niedriger. Nichtigkeiten sind Anlass für Gewalt. Was früher tabu war, etwa Selbstjustiz zu üben, das Recht für sich selbst in die Hand zu nehmen, hat sich heute vielfach aufgelöst. Wir stellen vermeintliche Delinquenten im Straßenverkehr zur Rede, drohen und werden gar handgreiflich. Doch was ist eigentlich eine Nötigung, ungebührliches Verhalten in der Bahn oder flegelhaftes Auftreten – legen wir das von Fall zu Fall selbst fest, weil wir mal einen schlechten Tag haben und uns abreagieren müssen, indem wir anderen nachstellen und sie bestrafen möchten?
Seit Jahren zeigen die Statistiken kontinuierlich nach oben: mehr Gewalt, mehr Körperverletzung, mehr Unfälle, mehr Mord- und Totschläge. Eine traurige Bilanz, denn wer vor der Unversehrtheit des menschlichen Körpers keinen Halt macht, bricht alle Grenzen. Aus lauter Lust und Laune oder unter Drogeneinfluss schubsen Menschen mal eben einen Hilflosen vor die einfahrende Bahn, treten sie Obdachlose krankenhausreif und werfen sie die Treppen hinunter, vergewaltigen sie Frauen, töten Kinder. Wir begegnen eiskalten Monstern, die einfach nur Lust am Quälen und Töten haben. Man ist manchmal in Vernehmungen sprachlos, wenn Täter eiskalt ihr Handeln schildern und auch noch zu rechtfertigen suchen.
Auch wenn Sie nicht unmittelbar selbst Opfer einer Gewalttat wurden, so kennen Sie bestimmt in Ihrem Freundes- und Verwandtenkreis sowie in Ihrer Nachbarschaft Betroffene, denen das schon einmal widerfahren ist. Sie wissen also, wie sich das anfühlt und was man dabei durchmacht.
Gewalt muss nicht immer physisch enden, sondern sie kann auch psychischer Natur sein. Wer jemanden ständig hänselt, weil er zu dick ist oder zu klein, der mobbt ihn aus der Gemeinschaft. Wer intime Fotos im Netz verbreitet, treibt andere in die Isolation oder gar in den Selbstmord. Gewalt ist auch ein Phänomen moderner Internet-Kriminalität geworden. Es ist ja mit einem Knopfdruck so leicht geworden und hält sich selbst dabei auch noch mit Anonymisierungs-Techniken im Hintergrund.
Mittlerweile haben sich insbesondere für Frauen Selbstverteidigungs-Kurse etabliert. Nach Terroranschlägen und Amokläufen häuft sich der Verkauf von Pfeffersprays und leichter zu habenden Gaspistolen. Menschen bewaffnen sich, um vor Gewaltattacken gerüstet zu sein, was eigentlich noch viel gefährlicher ist, denn dann kann so manche Situation eskalieren.
Eine ganz andere Frage stellt sich und ist hier das Thema: Wie gehen Sie damit um, wenn Sie Opfer von Gewalt geworden sind? Wie verarbeiten Sie das? An wen wenden Sie sich? Ja, und vielleicht: Welche Prävention können Sie einleiten, damit Sie nicht hilflos der Gewalt ins Messer laufen? Oder wie unterstützen Sie unmittelbar betroffene Freunde und Verwandte, die Opfer von Gewalt geworden sind? Dieser Ratgeber hilft Ihnen beispielhaft dabei mit vielen Tipps und Anregungen. Setzen Sie sie für Ihre individuelle Situation passend um.
Gewalt ist der Ausdruck davon, über einen anderen Macht auszuüben – mit allen Facetten wie Sadismus, stundenlange Quälerei, Mord. Man schaut erst hinter die Motivation, wenn man Gerichtsprozesse verfolgt und dann die Täter reden hört: „Ich wollte mal jemanden sterben sehen!“ Wie lange es jemand aushalte, wenn man ihn quäle, wie er um sein Leben bettelte, wie das Blut spritzt und so weiter. Es sind mitunter abscheuliche Schilderungen, die man nur schwer ertragen kann. Welche bestialische Gewalt manchmal aus Menschen ausbricht, ist unvorstellbar. Blutrausch hört man dann, von Kriegen kennt man Verbrechen.
Die auffälligste Form von Gewalt ist natürlich die physische: Ich schlage oder trete jemanden, verletze ihn/sie mit einem Messer oder einer Pistole, fessele ihn/sie und quäle ihn/sie; ich erzwinge sexuelle Handlungen wie Geschlechtsverkehr, Oralverkehr oder Analverkehr, indem ich jemanden in meine Gewalt bringe, ihn/sie fessele oder mit einer Waffe bedrohe; ich bedrohe Menschen mit Feuer, Säure, Gas oder Benzin; ich nehme Geiseln und erpresse Geld, ich manipuliere technische Geräte und provoziere so Unfälle/ Katastrophen, die gleich vielen Menschen Gewalt zufügen; ich benutze Fahrzeuge, um Menschen damit bewusst zu Schaden zu bringen; ich übe Gewalt durch Lärm aus, indem ich nachts unter dem Schlafzimmerfenster meiner Nachbarn den Motor extra aufdrehe, wobei jede Form von Lärm in den gesetzlichen Ruhezeiten Gewaltanwendung bedeutet; Gewalt durch Worte
