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Nach dem Transfer nach Charon - der erste Kontakt zu Moiras Volk Dass an der Großen Leere, rund 225 Millionen Lichtjahre von der Menschheitsgalaxis entfernt, das angeblich Größte Kosmische Geheimnis zu finden ist, wissen Perry Rhodan und seine Freunde schon seit langem. Bei ihrer ersten Expedition mit der BASIS fanden die Terraner auch viele Hinweise. Gegen Ende des Jahres 1216 Neuer Galaktischer Zeitrechnung - das entspricht dem "alten" Jahr 4803 - überschlagen sich jedoch die Ereignisse. Mit der BASIS sind Perry Rhodan und seine bewährten Gefährten zum zweiten Mal an der Großen Leere aktiv. Die Tabuwächter, mit denen es schon vor Jahren massive Probleme gab, attackieren die Expedition. Perry Rhodan wagt die Flucht nach vorne: hinein in die Große Leere, in direktem Flug zum Dunkelplaneten Charon. Im Leerraum trifft er Moira, die geheimnisvolle Söldnerin, die von sich behauptet, schon seit zwei Millionen Jahren zu leben. Gemeinsam mit den von den Terranern geschaffenen Spindelwesen folgt sie anscheinend einem zwei Millionen Jahre alten Plan. Ein für die Terraner an Bord der STYX unverständlicher Vorgang sorgt dafür, dass sich ihre Umgebung grundlegend ändert: Wo vorher nur die Schwärze der Großen Leere vorherrschte, erstrahlt jetzt ein gigantisches Sternenmeer. Und die Galaktiker, die mit der BASIS über dem Sampler-Planeten Noman kreuzen, stellen fest, dass ein riesiges Raumfahrzeug über der Welt materialisiert. So kommen die Galaktiker in Kontakt zu einem neuen Volk - die anderen nennen sich DIE AYINDI ...
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Seitenzahl: 121
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Nr. 1701
Die Ayindi
Nach dem Transfer nach Charon – der erste Kontakt zu Moiras Volk
von Peter Griese
Dass an der Großen Leere, rund 225 Millionen Lichtjahre von der Menschheitsgalaxis entfernt, das angeblich Größte Kosmische Geheimnis zu finden ist, wissen Perry Rhodan und seine Freunde schon seit langem. Bei ihrer ersten Expedition mit der BASIS fanden die Terraner auch viele Hinweise.
Gegen Ende des Jahres 1216 Neuer Galaktischer Zeitrechnung – das entspricht dem »alten« Jahr 4803 – überschlagen sich jedoch die Ereignisse. Mit der BASIS sind Perry Rhodan und seine bewährten Gefährten zum zweiten Mal an der Großen Leere aktiv. Die Tabuwächter, mit denen es schon vor Jahren massive Probleme gab, attackieren die Expedition.
Perry Rhodan wagt die Flucht nach vorne: hinein in die Große Leere, in direktem Flug zum Dunkelplaneten Charon. Im Leerraum trifft er Moira, die geheimnisvolle Söldnerin, die von sich behauptet, schon seit zwei Millionen Jahren zu leben. Gemeinsam mit den von den Terranern geschaffenen Spindelwesen folgt sie anscheinend einem zwei Millionen Jahre alten Plan.
Ein für die Terraner an Bord der STYX unverständlicher Vorgang sorgt dafür, dass sich ihre Umgebung grundlegend ändert: Wo vorher nur die Schwärze der Großen Leere vorherrschte, erstrahlt jetzt ein gigantisches Sternenmeer. Und die Galaktiker, die mit der BASIS über dem Sampler-Planeten Noman kreuzen, stellen fest, dass ein riesiges Raumfahrzeug über der Welt materialisiert.
Perry Rhodan – Der Unsterbliche erkennt das Geheimnis der Großen Leere.
Moira – Die Söldnerin lüftet den Schleier über der Vergangenheit für ein kleines Stück.
Atlan – Der Arkonide bleibt wie immer misstrauisch.
Hamiller – Die Syntronik der BASIS steht im Großeinsatz.
Manuel und Vedat
Das sanfte, schattenlose Licht im Innern der STYX war erloschen. Der Blick nach draußen war frei, denn Moira hatte einen Teil der Außenwand ihres Rochenschiffs transparent werden lassen.
Perry Rhodan stand da, als wäre er vor Schreck erstarrt. Den Kopf hatte er leicht nach hinten geneigt, sodass sich sein Blick in die Höhe richtete – auf das überwältigende Bild. Kein Muskel zuckte in seinem Gesicht. Die Lippen waren zusammengepresst und kaum noch zu sehen. Die Hände hatten sich zu Fäusten geballt. Sein Atem schien stillzustehen.
Er spürte die Hand des Freundes nicht, die auf seiner Schulter lag. Auch Atlan verhielt sich völlig reglos unter dem Zauber des eindrucksvollen Firmaments: unzählige Myriaden von unglaublich hellen Sternen. Da jegliche Atmosphäre fehlte, schienen die klar und makellos strahlenden Lichtpunkte zum Greifen nah.
Keiner der beiden Männer achtete zunächst auf die Funkanrufe, die sie von der ODIN erreichten, und die drängende Stimme, die von einer riesigen Flotte berichtete, die im Orbit von Charon geortet worden war.
Der Anblick des schier endlosen Sternenmeers schlug sie in seinen Bann. Wo bisher die Große Leere gewesen war, erstrahlten nun die Sterne.
Wenige Schritte seitlich von den beiden alten Freunden standen die Zwillinge Mila und Nadja Vandemar zusammen. Auch sie brachten kein Wort hervor.
Ein Stück zurück stand eine einsame Gestalt – Alaska Saedelaere. Der ehemalige Maskenträger nahm im Moment als Einziger wahr, was in der näheren Umgebung des Raumschiffs geschah. Ihn beeindruckte das Geschehen kaum.
Moira war nirgends zu entdecken. Ihre Holoshows hatte sie längst beendet.
Die Wände der STYX schienen zurückzuweichen.
Der Raum ringsum öffnete sich und dehnte sich aus. Aber das war nur der Eindruck, den der hagere Aktivatorträger gewann.
In Wirklichkeit bewegte sich der Boden des Raumes selbständig und geräuschlos aus dem Rochenschiff hinaus auf die atmosphärelose Oberfläche des Dunkelplaneten Charon. Der Transport selbst war nicht wahrnehmbar. Eine unsichtbare Energieglocke, für deren Entstehen nur Moira gesorgt haben konnte, hüllte die fünf humanoiden Gestalten ein. Die Atemluft wurde dadurch erhalten, sodass sie auf ihre SERUNS gar nicht angewiesen waren.
Der schwebende Boden glitt einen Hügel hinauf, dessen in ewigem Eis erstarrtes Gras bizarr im Sternenlicht funkelte. Dann legte er sich auf die Oberfläche des schockgefrorenen Planeten und löste sich auf. Die Menschen standen im Freien, ohne die schützende Energiehülle zu sehen, die sie wie eine Glocke umgab.
Etwa hundert Meter entfernt erkannte Alaska Moiras Raumschiff STYX, das nun in dunkelvioletten Tönen erstrahlte.
Vor Perry Rhodans Augen liefen die jüngsten Ereignisse noch einmal wie ein Film ab, dessen Schlüsselszenen wie Schlaglichter aufgezeigt wurden. Den ganzen Zusammenhang verstand der Terraner auch jetzt noch nicht. Charon hatte im Zentrum gestanden; irgendwie. Und deshalb hatten die Menschen die Ereignisse auf den Samplern miterlebt – ohne sie zu verstehen.
Moira in der Funktion des Koordinators des Kollektivs der Spindelwesen.
Die Auflösung des fünfdimensionalen Hüllfelds des unmöglichen Wasserstoff-Isotops H5 auf den Sampler-Planeten.
Die Freisetzung gewaltiger Energien mit der Zerstörung allen Lebens – auch dem der Spindelwesen.
Die Erzeugung von Übergangsstellen oder Korridoren auf allen einundzwanzig Sampler-Welten. Von Korridoren in einen unbekannten Raum oder eine unbekannte Dimension.
Das Auftauchen von riesigen Spindeln über den Sampler-Planeten.
Bis zu diesem Punkt war das Geschehen trotz der gewaltigen Dimensionen und der nicht ganz eindeutigen Erklärungen zu den verschiedenen Holoshows Moiras noch einigermaßen verständlich gewesen.
Was dann aber auf Charon geschehen war, hatte den fünf Beobachtern die Sprache verschlagen.
Das Erlöschen aller fernen Sterne jenseits der Großen Leere.
Die minutenlange absolute Schwärze des Universums.
Der schreckliche Gedanke an die alte Weissagung: Alle Sterne werden erlöschen, wenn der letzte Ritter der Tiefe stirbt.
Vielleicht waren Perry Rhodan und Atlan die letzten Ritter der Tiefe. Bedeutete das Verschwinden der Sterne ihren nahen Tod?
Ein unheimliches Gefühl hatte den Terraner in diesem Moment beschlichen. Todesahnung? Oder einfach nur Angst?
Aber dann ...
Schlagartig hatte sich der sternenlose Himmel über Charon mit einer schier endlosen Menge von strahlenden Sternen gefüllt. Die Große Leere war nicht mehr leer. Unzählige Galaxien gaben dem vermeintlich toten und öden Raumsektor ein völlig neues Aussehen.
Was war geschehen?
Woher kamen so plötzlich die vielen fremden Sterne?
Was hatte diese abrupte Veränderung zu bedeuten?
Die drängende Stimme in den Funkempfängern der SERUNS riss Perry Rhodan und Atlan in die Wirklichkeit zurück.
»Die ODIN ruft Perry Rhodan und Atlan. Wir haben etwa dreitausend fremde Raumschiffe im Orbit von Charon geortet. Sie haben alle das gleiche Aussehen wie die STYX, sind aber unterschiedlich groß.«
Perry Rhodan und Atlan blickten sich an.
»Was hat das zu bedeuten?«, fragte der Terraner tonlos. »Einige tausend Schiffe wie die STYX? Ich kann mir nicht viel Schlimmeres vorstellen ...«
Der Arkonide ließ sich Zeit mit einer Antwort. Rhodan glaubte, dass der Freund erst ein stummes Zwiegespräch mit seinem Extrasinn führte, bevor er sich äußerte.
»Es gibt nur ein Wesen«, sagte Atlan hart, »das deine Frage beantworten kann – Moira!«
Sie blickten sich um und bemerkten erst jetzt bewusst, dass sie sich außerhalb des Rochenschiffs befanden.
»Sie wollte uns den Anblick der Sterne außerhalb ihres Raumschiffs genießen lassen«, vermutete Alaska Saedelaere. »Sie hat uns ins Freie befördert. Sie wird uns auch wieder an Bord holen.«
Mila und Nadja Vandemar blieben stumm, schauten lieber zu den Sternen auf.
»Moiras verschiedene Holoshows«, überlegte Rhodan laut. »Die Energiegewitter. Die Riesenspindeln über den Sampler-Planeten. War das ein Traum oder Wirklichkeit? Und was hat es zu bedeuten?«
Er erhielt keine Antwort.
»Moira!«, schrie der Arkonide aus Leibeskräften. »Hol uns zurück an Bord! Und zwar ein bisschen plötzlich!«
Tatsächlich fanden sich die fünf Menschen übergangslos im Innern des Raumschiffs wieder. Das schattenlose Licht hüllte sie erneut ein. Durch ein transparentes Rechteck an der Decke war aber weiterhin das fremde Sternenmeer zu sehen. Sonst geschah nichts. Von Moira zeigte sich keine Spur.
Minuten verstrichen, in denen sich die Gedanken Rhodans überstürzten. Mit jeder Überlegung tauchten neue Fragen auf.
Wie würden die Ennox reagieren, wenn sie diese Sternenmenge erkannten und in ihr Modell des Kosmos einbauen wollten?
Sollten diese Galaxien die Antwort auf die Dritte Ultimate Frage geben? Oder war es die Tatsache, dass niemand zuvor diese Sterne gesehen hatte? War es ein anderes Universum? Die andere »Sphäre«? Oder handelte es sich um ein Trugbild? Um eine Illusion?
In einem Punkt war sich der Terraner jedoch sicher: Die unzähligen Sterne waren nicht plötzlich neu erschienen. Das war unvorstellbar. Also mussten sie alle mit Charon einen Transfer auf eine andere Existenzebene durchgeführt haben. Die Sterne mussten hier bereits seit Urzeiten existieren. Eigentlich konnte es sich bei dieser Dimension nur um ein Paralleluniversum handeln.
Oder gab es noch eine andere Möglichkeit, welche die galaktischen Wissenschaftler bislang noch nicht in Betracht gezogen hatten?
Die dreitausend Rochenschiffe schienen auf diesen Augenblick gewartet zu haben, denn wie sonst konnten sie praktisch zeitgleich mit dem vermuteten Transfer zur Stelle sein?
Eine wirkliche Gefahr sah Perry Rhodan in der gewaltigen Flotte nicht, allem Anschein nach schien es sich um Verbündete Moiras zu handeln. Die Orter der ODIN hatten ja gemeldet, dass es sich bei den dreitausend Raumern ausnahmslos um Rochenschiffe handelte.
Die Übereinstimmung der Raumschiffstypen ließ aber einen viel schwerwiegenderen Schluss zu. Es konnte nicht anders sein. Dieses Universum musste das sein, aus dem Moira stammte. Oder das, in dem ihr Heimatvolk lebte. Das wiederum implizierte, dass Moira nicht aus dem Standarduniversum stammte.
Oder begehe ich da einen Gedankenfehler?, fragte sich Rhodan.
»Moira!«, rief der aufgebrachte Arkonide. »Zeig dich! Ich will mit dir sprechen. Es ist deine verdammte Pflicht, uns zu erklären, welchem miesen Winkelzug wir zum Opfer gefallen sind. Ich habe inzwischen genug von deinen Lügen und Tricks. Ich verlange klare Antworten.«
Atlan sah Rhodan an, dass der mit den harten Worten nicht so ganz einverstanden war. Aber daran störte sich der Arkonide nicht. Nach seiner Überzeugung, aus der er nie ein Hehl gemacht hatte, trieb Moira ein undurchsichtiges Spiel, mit dem sie allein persönliche Ziele verfolgte. Die Galaktiker waren für sie nur Mittel zum Zweck.
Objekte, Spielzeug.
Etwas, das man benutzte und irgendwann wegwarf.
Damit war Moira in Atlans Augen klipp und klar eine Feindin.
Ein heller Lichtschein fiel durch eine Öffnung im Hintergrund in den kahlen Raum, in dem die fünf Gestalten standen und warteten. Dieses Licht erzeugte lange Schatten.
Perry Rhodan drehte sich um und blickte der mächtigen Gestalt entgegen, die sich in dem zusätzlichen Lichtstrahl näherte. Der überlange Schatten Moiras huschte gespenstisch über den Boden.
Moira schritt nicht voran, sie schwebte. Ihre plump wirkenden Stiefel schienen den Boden nicht zu berühren.
Und als sie nah genug war, erkannte Rhodan in ihrem herben Gesicht ein helles Strahlen und Lächeln, das er zuvor noch nie beobachtet hatte. Der 2,73 Meter große Koloss schien buchstäblich von einer Wolke der Glückseligkeit getragen zu werden.
Ja, sie schwebte.
*
»Es gibt keinen Grund«, knurrte Atlan unwillig, »vor unseren Augen abzuheben. Vielmehr ist es angebracht, dass du uns ein paar Erklärungen gibst. Also, Moira, was ist hier geschehen? Wo befinden wir uns? Muss ich dich erst wieder beleidigen, bevor du endlich etwas von dir gibst?«
»Bettle nicht um Prügel, Arkonide!«, warnte ihn die mächtige Gestalt. »Noch bist du für mich nicht ganz wertlos, denn du stehst Perry sehr nah. Aber der Tag deines Untergangs könnte schneller kommen, als du erwartest. Dann werde ich dich mit einem Schlag zu Brei verarbeiten.«
»Du weichst meinen berechtigten Fragen nur aus«, konterte der Arkonide unbeeindruckt. »Wo befinden wir uns?«
Sie lachte breit, und die lockige Haarpracht, die aus dem Spalt ihres Helmes quoll, wippte auf und ab. Das kratzende Geräusch, das dabei entstand, war besonders laut zu hören.
»Wo du dich befindest, arkonidischer Wurm?« Sie schien sich zu amüsieren. »Auf meiner STYX, auf Charon. Oder was möchtest du gern hören?«
»Stell dich nicht dümmer an, als du bist!« Atlan gab keinen Millimeter nach und dachte nicht an ein Einlenken. »Du weißt genau, was ich meine. Was haben die vielen Sterne dort draußen zu bedeuten, die plötzlich die Große Leere ausfüllen?«
»Die Sterne«, erwiderte Moira, und das klang fast ein wenig andächtig, »sie signalisieren uns allen, dass sich mein Traum nach zwei Millionen Jahren endlich erfüllt hat.«
»Du redest um den heißen Brei herum!«, widersprach Atlan energisch.
»Du bist und bleibst der eingebildete Narr, der du immer gewesen bist.« Moira ließ sich nicht provozieren. Auch jetzt sprach sie in der gewohnten Weise, geduldig, eindringlich und voller Überzeugungskraft. Ihre sanfte Beharrlichkeit beim Sprechen trieb Atlan die Tränen in die Augen.
»Du meinst, du bist alt und erfahren«, fuhr sie fort. »Du bildest dir ein, alles zu verstehen. Und doch bist du nichts weiter als ein blinder Zwerg, der ständig in seiner Selbstüberschätzung glänzt. Siehst du nicht, dass es mir endlich gelungen ist, den Weg zu meinem Volk zu finden? Nach einer Zeitspanne, die im Vergleich zu deinen lächerlichen paar Jahrhunderten auch für dich eine Ewigkeit sein muss?«
»Du willst also sagen«, versetzte der Arkonide aufgebracht, »dass in diesem Raum dein Volk existiert, ja? Und du willst ferner sagen, dass mit der Zündung des verrückten Wasserstoffs der Sampler-Planeten auch Charon einer Veränderung unterworfen und dabei in ein anderes Universum befördert wurde? Oder wie soll ich dich verstehen?«
Perry Rhodan trat an die Seite des Freundes und legte ihm beruhigend eine Hand auf den Unterarm.
»Lass Moira doch einmal was erklären«, bat er sachlich.
»Das wäre keine schlechte Idee«, bestätigte die Herrin der STYX. »Der gute Arkonide unterliegt nämlich einem grundlegenden Irrtum. Und du wahrscheinlich auch, Freund Perry. Die Sterne, die ihr dort draußen erlebt habt und die ihr jetzt durch das Transparentfenster seht, gehören nämlich zu eurem Universum, zu jenem Universum oder Raum, den ihr als Standardkontinuum, Einsteinraum oder Normalraum bezeichnet.«
»Das ist doch wieder nur eine von deinen Lügen.« Atlan riss zornig seinen Arm von Rhodan weg. »Du missbrauchst uns ständig.«
»Du fantasierst, Atlan.« Als Moira sprach, klang fast ein wenig Bedauern mit. »Aber manchen Leuten muss man alles mehrfach erklären. Ich habe die Rolle des fehlenden Koordinators für die Spindelwesen gespielt. Ich habe ihre Einzelfunktionen zu einem Ganzen verbunden. Der Wasserstoff H5 der Sampler-Planeten wurde gezündet. Aus den Samplern wurden Passagewelten. Wie das im Einzelnen funktioniert, ist im Moment nicht wichtig. Jedenfalls wurden einundzwanzig Durchgänge geschaffen. Eigentlich sind es ja zweiundzwanzig, denn der Brennpunkt-Planet Charon wurde fast zeitgleich durch eine Öffnung befördert. Allerdings liegen die Verhältnisse hier etwas anders als bei den Passagewelten.«
»Eine Öffnung?«, fragte Perry Rhodan. »Ein Korridor durch die Dimensionen? Oder wie sollen wir das verstehen?«
»Ihr werdet einige Zeit brauchen«, meinte Moira, »um alles zu begreifen. Aber eins sage ich euch jetzt schon: Wir befinden uns hier weder in einem anderen Universum, noch wurden Korridore durch Dimensionen geschaffen. Ihr seid nach wie vor in dem Kontinuum, dem wir alle entstammen. Ihr wie ich.«
