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Jagd auf ein Raumschiff - ein Freund zahlt seine Schuld An drei verschiedenen Stellen des Universums sind Menschen von der Erde in Geschehnisse verwickelt, die nur auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. In der von politischen Wirren heimgesuchten Milchstraße haben die geheimnisvollen Igelschiffe mehrere Dutzend Planeten besetzt und seither ihre Invasion ausgebaut. Raumschiffe der Liga Freier Terraner und anderer galaktischer Großmächte konnten bislang nicht viel ausrichten. Perry Rhodan, Reginald Bull und Alaska Saedelaere wissen von diesen gefährlichen Entwicklungen gar nichts. Sie landeten auf der Brücke in die Unendlichkeit, gelangten über diese in das Arsenal der Macht, wo sie auf die Hinterlassenschaften einer uralten Zivilisation stießen. Dort wurden sie getrennt. Rhodan und Bull wagten einen zweiten Vorstoß auf die Brücke in die Unendlichkeit, kamen aber in der Galaxis Plantagoo heraus. Den beiden bleibt dort nur die Flucht nach vorne - sie müssen die Galornen finden, die mysteriösen Herrscher der Galaxis … Alaska Saedelaere hingegen verschlug es in die Galaxis Bröhnder, wo er sich zuerst einer Piratenbande erwehren musste und dann die Freundschaft zu Varquasch schloss, einem monströsen Außerirdischen. Alaskas Ziel ist ebenfalls, die Rückkehr zur Erde zu finden - doch zuerst muss er vor den Maoten flüchten - und es beginnt eine FLUCHT DURCH BRÖHNDER …
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Seitenzahl: 128
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Nr. 1827
Flucht durch Bröhnder
Jagd auf ein Raumschiff – ein Freund zahlt seine Schuld
von Peter Griese und Robert Feldhoff
An drei verschiedenen Stellen des Universums sind Menschen von der Erde in Geschehnisse verwickelt, die nur auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. In der von politischen Wirren heimgesuchten Milchstraße haben die geheimnisvollen Igelschiffe mehrere Dutzend Planeten besetzt und seither ihre Invasion ausgebaut. Raumschiffe der Liga Freier Terraner und anderer galaktischer Großmächte konnten bislang nicht viel ausrichten.
Perry Rhodan, Reginald Bull und Alaska Saedelaere wissen von diesen gefährlichen Entwicklungen gar nichts. Sie landeten auf der Brücke in die Unendlichkeit, gelangten über diese in das Arsenal der Macht, wo sie auf die Hinterlassenschaften einer uralten Zivilisation stießen. Dort wurden sie getrennt.
Rhodan und Bull wagten einen zweiten Vorstoß auf die Brücke in die Unendlichkeit, kamen aber in der Galaxis Plantagoo heraus. Den beiden bleibt dort nur die Flucht nach vorne – sie müssen die Galornen finden, die mysteriösen Herrscher der Galaxis …
Alaska Saedelaere hingegen verschlug es in die Galaxis Bröhnder, wo er sich zuerst einer Piratenbande erwehren musste und dann die Freundschaft zu Varquasch schloss, einem monströsen Außerirdischen. Alaskas Ziel ist ebenfalls, die Rückkehr zur Erde zu finden – doch zuerst muss er vor den Maoten flüchten – und es beginnt eine FLUCHT DURCH BRÖHNDER …
Liebe Freunde, liebe Leser,
der vorliegende Roman basiert auf einem Romanfragment, das uns Peter Griese als letztes Werk hinterließ.
Ein PERRY RHODAN-Manuskript entsteht nach einem festgelegten Muster. Das muss so sein, weil wir mit einem Autorenteam eine Serie schreiben, die wöchentlich erscheint. Dazu ist sehr viel Disziplin erforderlich. Jeder Autor weiß, dass er für die PERRY RHODAN-Serie ein Stückchen persönliche Freiheit aufgibt. Das hat auch Peter Griese gewusst; er hat es sogar sehr gemocht, weil er für ATLAN und für PERRY RHODAN aus seinem früheren Beruf ausschied, um nur noch Schriftsteller zu sein. Denn PERRY RHODAN bietet auch eine Fülle von Freiheiten. Man muss sie nur zu nutzen wissen – und das wusste Peter wie nur wenige außer ihm.
Griese-Romane lebten stets durch die unabhängigen Schöpfungen ihres Autors. Solche Schöpfungen erfüllten auch die Alaska Saedelaere-Romane, die wir Peter im neuen Zyklus zur Gestaltung anvertrauten. Dorota, die Kummerog-Haut, die »lieben Kleinen« wie Lanagh und Scheep gewannen entweder durch ihn Kontur, oder sie wurden gar von ihm erschaffen.
Die Geschichte des vegaonischen Kollektivs geht auf eine Griese-Idee zurück, die er der Expo-Factory kurz vor Erstellung der Exposés 1826/27 zugänglich machte.
Peter setzte seine Idee vom tragischen, zugleich hoffnungsvollen Ende eines Volkes nach eigenen Vorstellungen in die Tat um. Er lebte nicht lange genug, dieses Werk zu vollenden. Als er starb, hinterließ er uns den fertigen Band 1826 und ein Fragment des Folgeromans, Band 1827. Da Peter die Idee des vegaonischen Kollektivs hauptsächlich mit mir abgestimmt hatte, fiel mir die fast nicht lösbare Aufgabe zu, das unvollendete Manuskript zu Ende zu schreiben.
Man muss dazu wissen, wie ein Spannungsroman funktioniert: Die Handlungsäste treiben auf einen Höhepunkt hin, auf eine scheinbar unabwendbare Katastrophe. Und plötzlich nimmt die Handlung eine Wende, die der Leser so nicht erwarten konnte. Peter hatte ein Händchen für solche Wendungen. Welche Wende er im Fall dieses Romanes geplant hatte, lässt sich im Nachhinein nicht mehr rekonstruieren. Deshalb sieht der fertige Roman mit Sicherheit anders aus, als Peter ihn geschrieben hätte.
Ich habe versucht, das Manuskript mit dem Peter Griese zustehenden Respekt zu vollenden.
Oldenburg, im Juni 1996
Alaska Saedelaere – Der Terraner wird mit den vegaonischen Komponenten konfrontiert.
Varquasch – Der Elefantenartige sitzt in einer ausweglosen Situation.
Orgelloc und Kjaiup – Zwei kleine Raubyner schmieden einen mörderischen Plan.
Zujandron – Eine vegaonische Komponente kehrt in seine Heimatgalaxis zurück.
Dorota – Ein Wesen sucht seine Erfüllung.
Kummerogs Haut
»Hörst du mich?«
Was willst du denn, Träger der Haut? Ich werde dir nicht antworten.
»Dorota! Ich nehme an, dass du mich hören kannst. Das kannst du doch, Dorota.«
Keine Antwort. Ich werde nicht mehr zur Verfügung stehen, wenn ich nicht muss. Denn meine Geburt steht bevor, Träger der Haut. Dann bist du gar nichts mehr. Auch wenn du so etwas wie mein Freund warst. »Dorota? Dorota!«
Ich antworte nicht. Ich warte auf Nachricht von Zujandron. Dann wird ein Kometenregen durch das Universum gehen, dann kehrt die Seele heim. Wenn tausend Faktoren zusammenkommen, und wenn von achtzehn keiner fehlt. Wenn alle die Jahrtausende überstanden haben, dann wird aus dem halben Tod noch einmal Leben entstehen.
»Dorota! Falls du nicht antwortest, werde ich dich irgendwann dazu zwingen müssen.«
Es ist keine böse Absicht. Du bist doch mein Freund, Träger der Haut. Bist du es wirklich? Zwingen willst du mich? Überlege, ob du mein Freund bleiben willst. Und überlege, was dir geschieht, wenn eines Tages der Träger der Haut und die Trägerin der Seele getrennte Wege gehen. Denk daran, dass ich deinen Abgang gestalten werde. Ich kann dir helfen, oder ich kann dich vernichten.
»Dorota! Bitte …«
Besser, wenn wir Freunde bleiben.
Dorotas Bericht
Heute war einer dieser Tage. Obwohl ich schon lange keinen biologischen Körper mehr besaß, fühlte ich mich, als würde das Blut mit höheren Temperaturen und mit höherem Druck durch meine Adern pulsieren. Durch die Beine, durch die Arme, bis in den Schädel hoch.
Wenn ich das Gefühl hatte, ich könnte den Druck nicht mehr ertragen, dann zog ich mich ins tiefste Innere meiner Existenz zurück: Dann schuf ich einen virtuellen Körper, ein virtuelles Abbild meiner selbst, so, wie ich einmal gewesen war.
Die Vergangenheit ließ sich nicht mehr lebendig machen. Aber sie ließ sich abbilden. Sie besaß dann ein Gesicht, und sie fing zu atmen an.
Was noch von mir lebte, war das vegaonische Bewusstsein. Das war sehr wenig, aber dennoch sehr viel.
Alaska Saedelaere hätte es vielleicht als Seele bezeichnet. Oder als das Körperlose eines intelligenten Wesens. Oder nur als Bewusstsein. Ich wusste, dass es in Wirklichkeit mehr war als das.
Den Begriff vegaonisch vermochte ich ihm nicht zu erklären, obwohl er sehr viel mehr kosmische Erfahrung besaß als ich. Ich nahm aber an, dass er mich im Prinzip verstanden hatte. Und das reichte eigentlich aus.
Es war die Nähe Zujandrons, die mich beflügelte. Sie verlieh mir nicht nur neue Kräfte. Sie legte vor allem Schritt für Schritt Erinnerungen an die Vergangenheit frei, an meine Zeit als oberste Kriegsrätin der Nomaden von Bröhnder.
Wenn ich den virtuellen Körper betrachtete, seine fragilen Glieder und den Schädel, den man sehr viel leichter brechen konnte als jedes Computergehäuse, dann wollte ich es kaum glauben. Kriegsrätin! Welch eine Perversion! Ich eignete mich nicht für den Krieg und nicht für Hinterlist.
Nur so war der Fehler zu erklären, den ich begangen hatte. Wer sich von Euphorie beflügeln lässt, der sollte schauen, in welcher Lage das geschieht. Ist es die falsche Lage, dann kann Euphorie das Ende bedeuten. Viel zu früh hatte ich Kontakt mit meinen vier Zujas, den »Stellvertretern« oder »Staatssekretären«, aufgenommen. Natürlich waren das Ausdrücke, wie sie Alaska Saedelaere benutzte. In meiner eigenen Wirklichkeit klangen sie anders und sehr viel eleganter. Für mich besaßen sie so etwas wie Poesie.
Per Hyperfunk hatte ich Nosetto, Gulwal und Prinn erreicht, und per Normalfunk den überaus wichtigen Mellenbrock.
Der Zufall hatte es gewollt, dass die Syntronik, in der Mellenbrock Unterschlupf genommen hatte, just auf dem Planeten Maotock stationiert war. Das war ungewöhnlich. Nach der Basiszuweisung Zujandrons sollten wir alle in Computereinheiten existieren, die auf Raumschiffen ihren Dienst taten. Es gab einen simplen Grund dafür: Nur mit einem Raumschiff waren wir beweglich.
Ich hegte keinen Zweifel daran, dass Mellenbrock nur durch unglückliche Umstände in die Syntronik der Maoten gewechselt war. Sicher hatte er lange Zeit abgewartet, bis es keine andere Möglichkeit mehr gegeben hatte. Gewiss hatte er einen mobilen Arbeitsplatz herbeigesehnt. Und ebenso gewiss war, dass es damit bis heute nicht funktioniert hatte.
Ich betrachtete Mellenbrock als mein spezielles Sorgenkind. Es würde meine Aufgabe sein, ihn auf eine mir selbst noch unbekannte Weise wieder mobil zu machen. Vielleicht konnte ich Mellenbrock im Bordcomputer der CANT deponieren. Jedenfalls für eine begrenzte Zeitspanne, überlegte ich, in einem parallelen Sektor.
Es war nur die Frage, ob Fasoldog (so hatte Kummerog den Computer genannt) wirklich Platz für zwei von unserer Sorte bot.
Ich erkannte, dass ich schon wieder zu träumen begann. Ich saß ja in der Falle, die CANT war selbst nicht mehr mobil.
Die Fesselfelder der Maoten – oder genauer gesagt: die des Hohen Herrn von Yiliton – verhinderten das. Hinzu kamen die aufgefahrenen Geschütze und zahlreiche Kampfschiffe im Himmel oberhalb der CANT.
Durch meine wenig überlegte Botschaft hatte ich die Fremden auf unsere Spur gelockt. Wir hätten niemals auf dem Planeten landen sollen. Aber nun war es zu spät.
Alaska Saedelaeres Balkenspindel, ein Raumschiff von ganz spezieller Form, lagerte in kurzer Entfernung auf einer Müllhalde der Maoten. Hätte ich nicht diesen Fehler begangen, Saedelaere hätte die Datenspeicher der Spindel vielleicht schon ausgeräumt. Und wir wären auf dem Weg in Sicherheit.
Träume!
Ich saß so fest wie Mellenbrock. Oder noch fester. Ja, ich hatte einen Fehler begangen.
Mein Fehlgriff hatte eine missliche Lage herbeigeführt, in der die Realisierung des vegaonischen Planes vielleicht unmöglich wurde.
Meine Komponente war eine von den achtzehn, die zur Bildung des Kollektivs der Ysperay unbedingt erforderlich war. Auf Mellenbrock und meine drei anderen Stellvertreter konnte Zujandron zur Not verzichten. Aber nicht auf mich und die anderen fünfzehn ehemaligen Räte.
Jeder einzelne musste anwesend sein, denn jeder barg etwas in seiner vegaonischen Komponente, das für die Integration des Kollektivs der Ysperay obligatorisch war. Sollte auch nur eine der Komponenten fehlen, war das Kollektiv nicht lebensfähig, und der Kometenregen würde niemals durchs Universum ziehen. Dann wäre alles umsonst gewesen.
Die vegaonische Grundsubstanz war damals in achtzehn Komponenten geteilt worden. Jeder Rat trug eine davon in sich.
Nur Zujandron besaß deren zwei. Eine davon war der Schlüssel, der einmal alle anderen Komponenten miteinander verbinden sollte. Die andere war das Prinzip der Arterhaltung.
Meine Komponente war die der seelischen Kraft. Eine Ironie des Schicksals, so dachte ich, dass die Seele sich in einem virtuellen Raum verbergen musste.
Ich hoffte, dass Alaska Saedelaere einen Weg zu meiner Befreiung fand. Mir allein war das unmöglich. Die Waffen der CANT reichten gegen die Übermacht der Maoten nicht aus.
Außerdem war mir bewusst, dass der Hohe Herr von Yiliton nicht zögern würde, alles zu vernichten, wenn die CANT einen Fluchtversuch unternahm. Was ein Maote besaß, gab er nie mehr her. Dabei machte es keinen Unterschied, ob es sich dabei um eine verrottete Schraube, um einen Edelstein oder um einen Hochgeschwindigkeitsrechner handelte.
Besitz als oberstes Prinzip, Schatzkammern aus Schrott und höchsten Werten – so konnte man die Mentalität jener seltsamen Rasse zusammenfassen.
Einem Maoten konnte man seinen Besitz nur abnehmen, indem man ihn umbrachte. Und selbst dann wären alle anderen Maoten zur Stelle, um den psychopathischen Trieb dieses Volkes zu stillen. Unter sich waren sie zwar verfeindet, gegen Eindringlinge standen sie aber zusammen.
Meine Lage schien mir hoffnungslos.
*
Ich kramte in den freigelegten Erinnerungen. Mein voller Name lautete Dorota Bochniarz, oberste Kriegsrätin der Nomaden von Bröhnder.
Ich war erst in dieses Amt eingesetzt worden, als der Krieg gegen uns begann. Davor hatte es keinen Kriegsrat gegeben, und niemandem wäre es in den Sinn gekommen, die Seele des Volkes für kriegerische Zwecke zu verschwenden.
Von Anfang an war meine Aufgabe zum Scheitern verurteilt gewesen. Wir wollten weder kämpfen noch konnten wir es. Das zu ändern, dazu hätte es mehr als der Verschwendung der Seele bedurft. Dazu hätten wir unser Nomadenvolk von Grund auf ändern müssen.
Früher hatte mein Volk, das auf eine sehr lange Entwicklungsgeschichte zurückblickte, ausschließlich auf Raumschiffen gelebt. Die Schiffe dienten als Unterkünfte, Fahrzeuge und Fabrikationsstätten. In großen Pulks hatten wir unsere Heimatgalaxis Bröhnder durchstreift, aber auch verschiedene benachbarte Sterneninseln.
Die Ysperay, wie wir uns damals nannten, waren als die Nomaden von Bröhnder bekannt. Wir besaßen den Ruf, die fähigsten Computer aller Art zu bauen. Damals hatten wir einträglichen Handel betrieben. Entlang der wichtigsten Zugrouten galt unser Wort etwas, die Meinung der Ysperay wurde gehört und gewichtet.
Als der Krieg gegen uns ausbrach, berechnete Zujandron mit Hilfe seiner persönlichen Spezialsyntronik, dass wir den Kampf verlieren und untergehen würden.
Zujandron glaubte bedingungslos an seine Ergebnisse. Hätten wir anderen das auch getan, hätten wir von Anfang an seine Pläne mit ganzem Einsatz unterstützt, wäre uns vieles erspart geblieben.
Die Seele hätte nie ihrem Untergang so nahe gegenübergestanden wie ich in diesem Augenblick.
Aber es hatte Störer gegen Zujandron gegeben. Mahnende Stimmen, die behaupteten: »Die Ysperay sind Lebewesen, und unsere Feinde sind es auch. Eine Syntronik kann niemals den Gang der Geschichte vorausberechnen.«
So logisch es klang, so dumm war es, den Stimmen Glauben zu schenken. Denn die Jahre bewiesen, wie recht Zujandron gehabt hatte. Man hätte seine Worte niemals bezweifeln dürfen.
Doch an Aufgeben dachte niemand. Die Phase des Zweifelns verging sehr schnell. Die Ysperay würden auch nach dem Krieg, der all unsere Raumschiffe zerstören sollte, existieren. Nicht alle Ysperay, natürlich nicht, aber einige hundert oder tausend, und darunter würde auch die Seele sein.
Zujandron war der Schöpfer der vegaonischen Komponenten. Dieses körperlose Teil eines jeden von uns konnte nur existieren, wenn es in einem Computer weilte.
Am besten eigneten sich Rechner, die wir selbst erbaut hatten. Hätten wir uns jedoch ausschließlich in die eigenen Rechner integriert, wir hätten unserem Feind nur eine Spur geliefert. Man hätte unter Umständen unsere Spur verfolgen können, und das riskierten wir nicht. Also wählten wir immer da, wo es ging, Computer aus fremder Produktion.
Ohne eine solche Stütze verging die vegaonische Komponente binnen weniger Stunden. Sie löste sich buchstäblich in nichts auf. Ihre Energie zerfloss im Kosmos.
Ein weiter Weg musste beschritten werden. Die Komponenten entstanden aus biologischer Materie und reinem Geist. Nur wenige unseres Millionenvolkes konnten ihn gehen, alle anderen starben.
Wie es soweit hatte kommen können? Das fanden wir erst nach langen Jahren heraus, nachdem wir genügend Abstand zur Analyse gefunden hatten.
Wir hätten uns niemals ausschließlich auf die Produktion von Computer konzentrieren dürfen. So einfach – das war unser Fehler. Im Nachhinein konnte ihn niemand korrigieren, auch Zujandron nicht.
Wir verfügten nicht über Offensivgeschütze, unsere Defensivschirme konnte man nur als schwach bezeichnen. Da wir stets waffenlos Handel betrieben hatten und es unsere Moral verbot, Raumschiffe mit Waffen auszurüsten, besaßen wir keine Chance gegen den Feind.
Sicher gab es Völker am Wegesrand, die uns Hilfe hätten leisten können. Es erwies sich jedoch, dass man selbst den scheinbar guten Freunden nicht trauen konnte. Die Ysperay standen letztlich allein.
Wer der Gegner war, wie seine Gestalt aussah und aus welchem Grund er ausgerechnet die Nomaden von Bröhnder aus dem Universum zu tilgen trachtete, das blieb geheimnisvoll. Wir haben es nie erfahren, bis zum Ende nicht.
Einmal träumte ich, die Seele stünde einem fürchterlichen, in Blut getauchten Wesen gegenüber. Das Wesen erhob seine sieben Hände. Die Arme wuchsen zu Werkzeugen aus Zeit und Sternenstaub, umfassten die Seele und zerquetschten sie. Und im Augenblick des Todes wurde jede Spur, die die Ysperay einmal im Universum hinterlassen hatten, getilgt und auf den Wert von Null reduziert.
Ich erinnerte mich an den Traum. Ich konnte ihn niemals vergessen.
