Verlag: Perry Rhodan digital Kategorie: Fantasy und Science-Fiction Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2018

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E-Book-Beschreibung Perry Rhodan 2974: Anschlag auf Wanderer - Susan Schwartz

Gut dreitausend Jahre in der Zukunft: Perry Rhodan hat nach wie vor die Vision, die Milchstraße in eine Sterneninsel ohne Kriege zu verwandeln. Der Mann von der Erde, der einst die Menschen zu den Sternen führte, möchte endlich Frieden in der Galaxis haben. Unterschwellig herrschen zwar Konflikte zwischen den großen Sternenreichen, aber man arbeitet zusammen. Das gilt nicht nur für die von Menschen bewohnten Planeten und Monde. Tausende von Welten haben sich zur Liga Freier Galaktiker zusammengeschlossen, Besucher aus anderen Galaxien suchen Kontakt zu den Menschen und ihren Verbündeten. Nicht immer erfolgt dieser Kontakt zur Freude aller: So versteht kaum jemand die Beweggründe der Gemeni, die angeblich den Frieden im Auftrag einer Superintelligenz namens GESHOD wahren wollen: Jüngsten Erkenntnissen zufolge arbeiten sie mit den Thoogondu zusammen, die einst als Lieblingsvolk von ES galten, von diesem aber wegen eines schwerwiegenden Verrats verbannt wurden. Doch in beiden Völkern gibt es unterschiedliche Strömungen, und niemand vermag zu sagen, wer Freund und wer Feind ist. Auf der Erde hat in der Zwischenzeit der Techno-Mahdi die Macht übernommen – oder blockiert zumindest die staatliche Gewalt. Auch im Solsystem bahnen sich Veränderungen an. Der ehemalige Bote von ES erscheint – und es droht ein ANSCHLAG AUF WANDERER ...

Meinungen über das E-Book Perry Rhodan 2974: Anschlag auf Wanderer - Susan Schwartz

E-Book-Leseprobe Perry Rhodan 2974: Anschlag auf Wanderer - Susan Schwartz

Nr. 2974

Anschlag auf Wanderer

Lotho Keraete kehrt zurück – und geht ein Bündnis mit dem Feind ein

Susan Schwartz

Cover

Vorspann

Die Hauptpersonen des Romans

1. Draußen: Herein!

2. Drinnen: Klopf, klopf ... wer ist da?

3. FLORENCE LAMAR: Willkommen!

4. FLORENCE LAMAR: In der Zentrale

5. THARSOON: Viel zu versprechen

6. GOS'TUSSAN II: Atlan an Bord

7. GOS'TUSSAN II: Finstere Pläne

8. GOS'TUSSAN II: Vogel aus dem Mythos

9. FLORENCE LAMAR: Ein Gespräch

10. FLORENCE LAMAR: Fort mit dem Alten

11. Die Jagd ist eröffnet

12. GOS'TUSSAN II: Der Schuss zum Schluss

Leseprobe PR NEO 181 – Kai Hirdt – Der Mond ist nur der Anfang

Vorwort

Prolog

1.

2.

3.

Gespannt darauf, wie es weitergeht?

Leserkontaktseite

Glossar

Impressum

Gut dreitausend Jahre in der Zukunft: Perry Rhodan hat nach wie vor die Vision, die Milchstraße in eine Sterneninsel ohne Kriege zu verwandeln. Der Mann von der Erde, der einst die Menschen zu den Sternen führte, möchte endlich Frieden in der Galaxis haben.

Unterschwellig herrschen zwar Konflikte zwischen den großen Sternenreichen, aber man arbeitet zusammen. Das gilt nicht nur für die von Menschen bewohnten Planeten und Monde. Tausende von Welten haben sich zur Liga Freier Galaktiker zusammengeschlossen, Besucher aus anderen Galaxien suchen Kontakt zu den Menschen und ihren Verbündeten.

Nicht immer erfolgt dieser Kontakt zur Freude aller: So versteht kaum jemand die Beweggründe der Gemeni, die angeblich den Frieden im Auftrag einer Superintelligenz namens GESHOD wahren wollen: Jüngsten Erkenntnissen zufolge arbeiten sie mit den Thoogondu zusammen, die einst als Lieblingsvolk von ES galten, von diesem aber wegen eines schwerwiegenden Verrats verbannt wurden. Doch in beiden Völkern gibt es unterschiedliche Strömungen, und niemand vermag zu sagen, wer Freund und wer Feind ist.

Auf der Erde hat in der Zwischenzeit der Techno-Mahdi die Macht übernommen – oder blockiert zumindest die staatliche Gewalt. Auch im Solsystem bahnen sich Veränderungen an. Der ehemalige Bote von ES erscheint – und es droht ein ANSCHLAG AUF WANDERER ...

Die Hauptpersonen des Romans

Lotho Keraete – Der ehemalige Bote von ES kehrt mit seiner »schönen Familie« heim.

Atlan – Der Arkonide erkennt die Rachepläne Keraetes.

Gucky – Der Mausbiber versucht zu retten, was zu retten ist.

Bostich

1.

Draußen:

Herein!

Die Biologin Florence Lamar war an Bord des gleichen Schiffes wie Lotho Keraete ... Wer kann das wissen und ein Interesse daran haben, ein Schiff danach zu benennen? Etwa Lotho Keraete, einer der Boten von ES?

»Ich brauche sofort weitere Informationen! Wieso dauert das so lange?« Anna Patoman ging ungeduldig, mit noch zerzauster als sonst wirkenden Haaren, auf dem Kommandopodest der GALBRAITH DEIGHTON VII auf und ab.

Der ursprüngliche Grund ihrer Aufregung war das, was bis gerade eben da gewesen war und die Flottenkommandantin nun auf dem Hologlobus nicht mehr sehen konnte.

»Wieso kann die FLORENCE LAMAR den TERRANOVA-Schirm passieren? Wer ist diese ... dieses Aggregat Etain?«

Vor nicht einmal einer halben Stunde an diesem 20. April 1552 Neuer Galaktischer Zeitrechnung war ein unbekanntes Schiff erschienen – ein 60-Meter-Kugelraumer mit abgeflachtem unterem Pol, an dem vier Antriebszylinder saßen. Eine bisher unbekannte Bauart.

Der Funkkontakt wurde ohne Verzögerung hergestellt, und eine ätherisch schöne Gestalt, die aussah wie eine menschliche Frau, stellte sich in der dritten Person als »das Aggregat Etain« sowie den Namen des Schiffes vor – der eindeutig terranischen Ursprungs war.

Weitere Erklärungen gab es allerdings nicht, und der Aufforderung, sofort zu stoppen, wurde nicht Folge geleistet.

Daten gab es keine über ein Wesen namens »Aggregat Etain«. Auch anhand des Aussehens wurden keine Übereinstimmungen gefunden.

Das fremde Schiff mit dem terranischen Namen hielt weiterhin Kurs auf den TERRANOVA-Schirm, und Patoman fragte sich, was seine Besatzung damit demonstrieren wollte. Nichts und niemand konnte diesen Schirm durchdringen – dafür war er schließlich gedacht.

Dass sich dieser Schutz einmal gegen die eigenen Leute richten konnte, war eine negative Konsequenz, mit der niemand gerechnet hatte. Bislang hatte die vor dem Schirm stationierte Flotte nicht herausfinden können, was im Solsystem vor sich ging. Patoman konnte nur vermuten, dass der Techno-Mahdi die Kontrolle übernommen hatte – allerdings befand sich im Inneren des Schirmfeldes auch die GOS'TUSSAN II mit Bostich an Bord. Hatte er damit zu tun?

Patomans Nerven waren am Anschlag. Die FLORENCE LAMAR steuerte den undurchdringlichsten aller Schutzschirme an – und passierte eine Strukturlücke, die offenbar eigens für sie geschaltet wurde.

Die Admiralin war fassungslos. Wer im Solsystem hatte die Schleuse aktiviert? Und warum? Oder ... war die FLORENCE LAMAR etwa aus eigener Kraft dazu in der Lage?

»Gibt es neue Informationen über das Schiff?«, forderte Patoman.

Es gab nach wie vor keine Erkenntnisse, nur Vermutungen.

Und diese gipfelten darin – zumindest hatte die Positronik die höchste Wahrscheinlichkeit dafür errechnet –, dass ein Zusammenhang mit dem ehemaligen Boten von ES, Lotho Keraete bestand ...

Die Flottenkommandantin las die Daten zum wiederholten Mal durch. »Er ist seit 1463 nicht mehr aufgetaucht, also vor rund neunzig Jahren verschwunden«, murmelte sie. Damals hatte sie nicht im Dienst der Flotte gestanden. »Wenn Lotho Keraete sich an Bord befindet – warum gibt er sich dann nicht zu erkennen? Warum hat er uns seine Absichten nicht mitgeteilt?«

2.

Drinnen:

Klopf, klopf ... wer ist da?

Der Alarm schrillte durch die THARSOON, ein 1800 Meter durchmessendes Omniträgerschiff der SATURN-Klasse. Oberst Verunic Jamuna hatte im Konferenzraum neben der Zentrale den Krisenstab in Sachen FLORENCE LAMAR einberufen.

Unter normalen Umständen würde diese Aktion angesichts eines 60-Meter-Schiffchens belächelt werden. Doch dies waren keine normalen Umstände – nicht nur, dass unangekündigt und von unbekannter Seite eine Schleuse im TERRANOVA-Schirm geschaffen worden war. Die FLORENCE LAMAR hatte diesen Durchgang passiert und war nach einem kurzen Überlichtmanöver in der Nähe des Jupiter herausgekommen.

Rings um den Planeten waren Einheiten der Solaren Flotte, zu denen auch die THARSOON gehörte, zur Überwachung der GOS'TUSSAN II von Gaumarol da Bostich stationiert. Ohnehin eine sehr kritische Situation angesichts der Kontrolle des Techno-Mahdi über den TERRANOVA-Schirm und die vollständige Isolierung des Solsystems.

Immerhin war es beruhigend zu wissen, dass einige Zellaktivatorträger vor Ort waren und sich darum bemühten, aus der verfahrenen Lage herauszukommen. Die Bürger waren nicht vollständig auf sich gestellt – und die Solare Flotte ebenfalls nicht.

Aber nun erschien die FLORENCE LAMAR und bedeutete aller Wahrscheinlichkeit nach eine zusätzliche Komplikation.

Neben den Leitern von Funk und Ortung und der wissenschaftlichen Analyse und Strategie war Major Sybren Spira als Sicherheitschef anwesend. Für einen Ertruser war er eher klein und schmal geraten mit knapp 2,30 Metern Höhe und der sehnigen Gestalt. Von Schläfe zu Schläfe zog sich ein etwa fünf Zentimeter breiter grau-violett gestreifter, sieben Zentimeter hoch stehender Haarstreifen.

»Haben wir herausfinden können, wer die Strukturlücke geschaffen hat?«, wollte die Kommandantin wissen.

»Wir gehen davon aus, dass Techno-Mahdisten dafür verantwortlich sind«, antwortete einer der Analysten. »Wir konnten es leider nicht zurückverfolgen, aber da sie die meisten Projektorstationen in ihrer Hand haben, liegt der Schluss nahe.«

»Ich frage mich allerdings, warum«, überlegte Spira. »Woher konnten sie von der Annäherung der FLORENCE LAMAR wissen, wenn es nicht von langer Hand und auf die Minute genau vorhergeplant war? Und was könnte es ihnen für einen Vorteil bringen?«

»Dann wäre es ebenso gut möglich, dass die Schiffstechnik der LAMAR selbst dafür gesorgt hat?«

»Warum fragen wir die Besatzung nicht selbst?«

*

Die FLORENCE LAMAR hatte nahe des Jupiter Position bezogen. Auf den Funkruf der THARSOON reagierte sie zur Überraschung aller unverzüglich.

Im Hologlobus zeigte sich eine fast unwirklich schöne Frau mit porzellanweißer Haut ohne erkennbare Poren, Maserungen oder Schattierungen; ebenso farblos-weiß erschienen die Haare. Die Lippen waren blassrosa. Einen echten Kontrast bildeten die schwarzen Augenbrauen und die völlig schwarzen Augen.

»Das Aggregat Etain grüßt die THARSOON«, sagte das menschlich aussehende und doch sehr fremdartig wirkende Wesen. »Frieden und Freude mit dir und der Mannschaft.«

»Danke schön«, brachte Jamuna nur eine Floskel heraus, sichtlich irritiert. Man konnte über die neunzigjährige Terranerin nicht sagen, dass sie humorlos war. Aber angesichts der herrschenden Lage schien das ganz und gar unangebracht. Entschlossen hakte sie nach: »Und wer ist das Aggregat Etain?«

»Du sprichst mit ihm.« Die Frau, oder was immer dieses Wesen tatsächlich sein mochte, deutete auf sich, ohne eine Miene zu verziehen. Sie schien daran gewöhnt zu sein, bei Gesprächspartnern für Verwirrung zu sorgen.

»Du ... bist Etain?«

»Korrektur. Es ist das Aggregat Etain.«

»Krass«, murmelte Spira. »Ein Roboter?«

Jamuna schüttelte leicht den Kopf; selbst TARAS verwendeten seit Jahrtausenden die Ichform.

Die Kommandantin entschloss sich, ohne weitere Fragen darauf einzugehen. »Oberst Verunic Jamuna, Kommandantin der THARSOON von der Solaren Flotte, entsendet ebenfalls Grüße. Ich freue mich über den unkomplizierten Kontakt und hoffe auf einige Antworten. Zuerst – was ist der Sinn und Zweck dieser Reise hierher?«

»Die FLORENCE LAMAR ist in das Solsystem gekommen, um Wanderer zu sichern.«

Für ein paar Sekunden herrschte verblüfftes Schweigen.

»Hier spricht Major Sybren Spira«, meldete sich dann der Ertruser zu Wort. »Sicherheitschef der THARSOON. Was ist mit Sicherung gemeint? Und vor wem?«

Jamuna fügte hinzu: »Sicherheit geht uns über alles. Die Solare Flotte ist genau zu diesem Zweck hier. Was kann die FLORENCE LAMAR als Einzelschiff mit gerade einmal sechzig Metern Durchmesser bieten, wozu unsere gesamte Flotte scheinbar nicht in der Lage ist?«

»Informationen«, antwortete das überirdisch schöne Wesen. »Und Schutz.«

Jamuna zögerte. »Nun ... das freut uns, vor allem hinsichtlich der in Aussicht gestellten Informationen, da wir durch den TERRANOVA-Schirm isoliert sind. Wenn das Aggregat Etain uns unterstützen will, stehen wir gerne zu weiteren Gesprächen zur Verfügung – und ich kann entsprechend zwischen dir ... äh ... ihm und der Solaren Regierung vermitteln. Insofern das Aggregat Etain das Kommando über die FLORENCE LAMAR innehat und der richtige Ansprechpartner ist.«

»Ja und nein«, lautete die Antwort.

Die Kommandantin blinzelte ein wenig ratlos.

Spira sprang ein: »Das Aggregat Etain kommandiert also das Schiff, ist aber nicht die oberste Instanz?«

»Das ist zutreffend«, stimmte das seltsame Wesen zu.

Dann wechselte plötzlich das Bild. Ein anderer schaltete sich zu.

*

Es erschien das Brustbild eines bis ins letzte Detail aus farblich undefinierbarem dunklem, äußerst flexibel wirkendem Metall nachgebildeten menschlichen Mannes. Die glatte Hülle wurde nur durch einen Schönheitsfehler verunziert, eine Art breiter Narbe am Hals, die auf den Betrachter unwillkürlich bizarr wirkte.

Aber bizarr war die gesamte Situation seit Erscheinen des Schiffes. Immerhin konnte die Positronik diesmal umgehend Aufklärung leisten und blendete den Namen ein, bevor der Mann sich selbst vorstellte.

Jamuna staunte nicht schlecht, als sie »Lotho Keraete« las. Auch die übrigen Beteiligten am Tisch waren nun mehr als aufmerksam. Nicht wenige betrachteten das Konterfei mit aufgerissenen Augen oder zoomten es sich sogar heran, als berge die Vergrößerung eine sonst nicht erfahrbare Wahrheit.

»Ich bin Lotho Keraete, der ehemalige Bote von ES«, stellte der Metallmann sich vor. »Wanderer befindet sich in großer Gefahr.«

»Deswegen bist du gekommen?«, unterbrach Jamuna. »Hat Wanderer dich ... gerufen?«

»Es geht um die Milchstraße«, setzte Keraete ungerührt fort. »Ihr könnt es nicht wissen, deswegen informiere ich euch. Soeben findet eine doppelte Invasion statt! Und zwar seitens der Gemeni ebenso wie der Thoogondu! Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden beide Völker versuchen, auf Wanderer zuzugreifen. Deswegen werdet ihr jede Hilfe brauchen – und diese biete ich an.«

Falls der ehemalige Bote angenommen hatte, das würde sofort für Verzückung und Euphorie sorgen, sah er sich getäuscht. Verunic Jamuna zuckte mit keiner Wimper. Für sie war er dank ihrer späten Geburt nur eine historische Persönlichkeit, womöglich nicht einmal eine sonderlich bedeutende, sondern lediglich eine Fußnote angesichts des viel präsenteren Boten Homunk oder des legendären Ernst Ellert. Zudem hatte ES seine Mächtigkeitsballung verlassen. Weswegen also sollte Jamuna beeindruckt sein?

Im Gegenteil. Auf diese Weise hereinzupoltern, ohne zu erklären, wie das bewerkstelligt worden war, und großartig Hilfe zu versprechen, um die man gar nicht gebeten hatte – das erweckte augenblicklich ihr Misstrauen.

»Wir werden das Angebot erwägen«, erwiderte sie kühl.

»Selbstverständlich. Ich warte.« Er schaltete die Verbindung ab.

*

»Ich möchte allein mit dem Sicherheitschef sprechen«, machte Jamuna deutlich. Die Plätze wurden sofort geräumt.

Spira war währenddessen nicht untätig und präsentierte der Kommandantin ausführlichere Daten über Lotho Keraete.

Dessen Aussehen hatte sich über die vergangenen Jahrzehnte nicht verändert. Er trug sogar weiterhin den bekannten braunen, mit zahlreichen Taschen versehenen Overall.

»Mich interessiert vor allem der ungewöhnliche Name des Schiffes«, bemerkte der ertrusische Sicherheitschef. »Und es ist kaum zu glauben – aber das hat romantische Hintergründe.«

Das Holo listete auf, dass der seinerzeit 24 Jahre alte Leutnant Lotho Keraete Mitglied der Besatzung der EX-1298 HUMBOLDT gewesen war. Es gab diverse Anmerkungen dazu, etwa dass Keraete sich wegen der Kommandantin Negra Tolt verpflichtet hatte, die aber, insofern er ihr tatsächlich Avancen gemacht haben sollte, trotzdem wohl keine Affäre mit ihm führte. Reine Vermutungen – verbürgt war jedoch seine spätere Beziehung zu der Biologin Florence Lamar.

Im Januar 2512 wurde die HUMBOLDT von Bluespiraten aufgebracht und zerstört. Nachdem ersichtlich war, dass keine Rettung kommen würde, begingen alle Überlebenden mit Ausnahme von Keraete Selbstmord.

»Aha – dann bedeutet der Schiffsname wohl die von dir vermutete romantische Erinnerung«, sinnierte Jamuna. »Oder ein schlechtes Gewissen, falls die Biologin nur zweite Wahl war. Oder weil er überlebt hat und die anderen nicht.«

Sie erntete einen kritischen Blick des Ertrusers und fügte hinzu: »Es sind nicht wenige Kriege aufgrund romantischer Verwicklungen oder Enttäuschungen ausgebrochen. Wenn er nach all der langen Zeit das Schiff so benennt, muss das einen dieser Hintergründe haben – du selbst hast das vor wenigen Minuten geäußert. Das müssen wir in unsere Überlegungen miteinbeziehen.«

»Das macht es kompliziert«, meinte Spira. »Weiter. Hier steht, Keraete wurde kurz vor dem unausweichlichen Tod gerettet – von Robotern im Auftrag von ES. Sie brachten Keraete in die Galaxis DaGlausch, auf eine scheibenförmige Station namens ›Heim‹. Dort verbrachte er die nächsten Jahrtausende, in denen er zum Boten ausgebildet wurde und sein Körper sukzessive durch das hochwertige, flexible Metall ersetzt wurde, bis auf das Gehirn. Das ist wahrscheinlich heute noch original und unterstreicht unsere These in Bezug auf den Schiffsnamen.«

»Was hat es mit der Narbe auf sich?«, wollte Jamuna wissen.

»Die wollte er wohl als Erinnerung an seine frühere Menschlichkeit behalten«, antwortete Spira nach kurzer Recherche. »Er wäre 2510 nach einem Unfall fast an der Verletzung der Halsschlagader verblutet.« Seine Finger blätterten durch die virtuellen Daten. »Viel mehr interessiert mich, was er zu bieten hat – und das ist eine Menge, inzwischen vielleicht sogar mit einem uns noch nicht bekannten Upgrade versehen. Ein Hyperfunkgerät in der Brust, in der linken Handfläche ein Paralysestrahler, rechts ein Kombistrahler. Sensoren in den Fingerspitzen, die Augen sind infrarotsichtig, und was er für das Gehirn an Energie benötigt, stellt ihm ein körpereigener Bioreaktor nach entsprechender Zuführung her.«

»Muss er noch Nahrung zu sich nehmen?«

»Nur alle paar Wochen, und mehr als ein mit Proteinen aufgepeppter Zuckerbrei wird es wohl nicht sein.«

»Ist er unsterblich?«

»Wie es sich für einen Boten von ES gehört. Am 14. Mai 1463 NGZ nahm er als Vertreter der beiden Superintelligenzen ES und TALIN an einer Abschlussbesprechung auf TALIN ANTHURESTA teil. Seither haben wir keine Kenntnis über seinen weiteren Aufenthalt oder seine Aktivitäten. Sein plötzliches Erscheinen dürfte daher bei Regierung und Zellaktivatorträgern eine ziemliche Überraschung auslösen.« Spira blickte die Kommandantin auffordernd an. »Soll ich eine Delegation von Terra anfordern?«

Jamuna verneinte. »Das ist mir zu vage. Wir müssen uns zuerst einen Überblick verschaffen, was genau vor sich geht und welche Absichten Keraete hegt. Das ist schließlich unsere Aufgabe.«

Spira zog eine zweifelnde Miene. »Angesichts der bedeutenden Persönlichkeit ...«

»Sybren, dessen bin ich mir bewusst. Ich wiederhole, genau aus diesem Grund ist unsere Flotte hier. Wenn Keraete mit den Zellaktivatorträgern oder der terranischen Regierung in Kontakt treten wollte, wäre er zur Erde geflogen. Aber er hält sich hier auf. Mir scheint, dass er keinen Wert auf diplomatische Konferenzen legt, sondern umgehend handeln will.

Aber wird sein Handeln zu unserem Nutzen oder Schaden sein? Bevor wir das nicht in Erfahrung gebracht haben, werde ich niemanden in Gefahr bringen. Zugleich befinden wir uns in Zeitnot, denn Keraete wirkt nicht so, als ob er zuerst ein paar Tage mit seinem Schiff nur herumdümpeln will.

Wir werden einen Funkruf nach Terra absetzen und dabei deutlich machen, dass wir uns mit höchster Priorität um die Angelegenheit kümmern und regelmäßig Meldung erstatten.«

Der Sicherheitschef überlegte und nickte dann. »Ich stimme zu, wir müssen vorsichtig sein. Wir setzen also Terra in Kenntnis und werden gleichzeitig weiter mit Keraete verhandeln.«

Jamuna verlor keine Zeit, sondern funkte vom Konferenzraum aus die FLORENCE LAMAR an. Keraete antwortete umgehend und hörte sich an, was die Kommandantin zu sagen hatte.

»Wir sind deinem Hilfsangebot gegenüber offen, müssen allerdings trotzdem gewisse Sicherheitsstandards einhalten.«

Der ehemalige Bote von ES wirkte amüsiert. Das Metall war flexibel genug, Gesichtsmuskelbewegungen nachzubilden. Überaus menschlich.

»Was genau sehen eure Sicherheitsstandards denn vor?«

»Wir werden dein Schiff untersuchen.«

»In Ordnung!«, zeigte Lotho Keraete sich sofort bereitwillig. »Schick eine Delegation an Bord, die feststellen wird, dass wir nichts zu verbergen haben – weder Schmuggel noch gefährliche Fracht. Mir liegt wirklich nur daran, Wanderer zu schützen. Aus begreiflichen Gründen, wie ich sie dargelegt habe.«

»Darüber sprechen wir, sobald die Inspektion abgeschlossen ist. Besten Dank«, gab Jamuna sich höflich. »Ich werde ein Team zusammenstellen und es unverzüglich zu dir schicken.«

*

Die Kommandantin wandte sich ihrem Sicherheitschef zu. »Wir brauchen uns nichts vorzumachen. Jemand wie Keraete verfügt ganz bestimmt über die entsprechenden Möglichkeiten, so ziemlich alles vor uns zu verbergen, was wir nicht sehen sollen. Dennoch kann es nicht schaden, sich umzusehen – und wäre es allein deswegen, um festzustellen, wie das Innere der FLORENCE LAMAR beschaffen ist und wer sich an Bord befindet.«

»Ich stimme dir zu«, bekräftigte Spira. »Es mag ja sein, dass ein Bote von ES seine Eigenheiten hat und exzentrisch ist – aber irgendwie ist das für mich nicht das Verhalten eines Freundes. Das riecht nach einer Falle.«

»Ich vermute, dass er von uns erwartet, sofort Regierung und Zellaktivatorträger hierherzuholen«, führte Jamuna fort. »Oder dass er nach Terra eingeladen wird. Warum er das nicht von sich aus vorschlägt, sei dahingestellt. Wir wissen nicht, wie man damals auseinanderging. Genau deswegen werden wir nicht so handeln, wie er es erwartet, und das Risiko ausschließlich auf uns beschränken. Ich bin sicher, auf Terra wird man es ebenso sehen.«

3.

FLORENCE LAMAR:

Willkommen!

Sybren Spira stellte sich ein kleines Team zusammen – fünf Spezialisten und zwei TARA-IX-INSIDE-Roboter. Die drei Männer und zwei Frauen waren für Inspektionen ausgebildet und verfügten über ein ausgezeichnetes Gespür. Ihren scharfen Augen entging so schnell nichts, technisch waren sie sehr versiert, und sie wussten bei nahezu jedem Schiffstyp, wo sie nach verborgenen Dingen suchen mussten. Einige hatten zuvor bei Zollbehörden gearbeitet, andere waren ehemalige Piraten, die nach entsprechender Rehabilitierung und Bewährung eine zweite Chance erhalten hatten und die erworbenen Fähigkeiten mittlerweile auf der richtigen Seite einsetzen konnten.

Um ihren guten Willen zu zeigen, trugen sie lediglich Bordkombinationen – die beiden Roboter sollten Hinweis genug sein, dass man misstrauisch war, alles gründlich durchsuchen und sich keinesfalls irgendeine Art der Bedrohung gefallen lassen würde.

Spiras Team verfügte über spezialisierte Multifunktionsarmbänder, deren Mikropositroniken die Spezialisten bei der Arbeit unterstützen sollten.

Der Ertruser wusste nicht, worauf er sich einstellen sollte, war somit auf alles gefasst – zumindest dachte er das.

Illustration: Swen Papenbrock

*

Sie wurden im Transmitterraum von Aggregat Etain empfangen. Angesichts der makellosen, wie aus einer Form gegossenen Figur des absolut weiblich aussehenden Wesens war es schwer, von »es« zu sprechen. Doch das Aggregat bestand auch weiterhin darauf und sprach von sich nur in der dritten Person. Es schien sich aber nicht daran zu stören, dass die Gäste in Bezug auf sich nicht von der Ichform abwichen.

Es war deutlich ersichtlich, dass Lotho Keraete zwar der Befehlshaber war, aber das Aggregat Etain das Schiff führte. Es gab sich selbstbewusst und gelassen und trat wie eine Autoritätsperson auf.