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Sie entdecken die Schlüsselinformation - und erleben einen Weltuntergang Auf Terra schreibt man Ende November des Jahres 3437. Perry Rhodan, Regierungschef und Begründer des Solaren Imperiums der Menschheit, hält sich mit der MARCO POLO, dem neuesten und mächtigsten Fernraumschiff der Solaren Flotte, seit geraumer Zeit in NGC 4594, der Heimatgalaxis der Cappin-Völker, auf. Perry Rhodan, von achttausend Terranern und Bewohnern anderer Welten der Milchstraße begleitet, will sich Gewißheit darüber verschaffen, was in "Gruelfin", wie NGC 4594 von den Cappins genannt wird, wirklich vorgeht - und ob die Takerer tatsächlich eine Invasion der Milchstraße planen. Ovaron hingegen, dem die MARCO POLO zu einer Rückkehr in seine Heimatgalaxis verholfen hat, interessiert sich vor allem dafür, was aus dem vor 200 Jahrtausenden von ihm regierten Volk der Ganjasen geworden ist. Bei kühnen Erkundungsvorstößen und riskanten Kommandounternehmen haben die Männer der MARCO POLO und ihrer Trägerboote bereits eine Vielzahl wertvoller Informationen über Gruelfin und das unheimliche Wirken der Takerer zusammentragen können - aber die grundlegende Klärung der Komplexe, an denen Perry Rhodan und Ovaron ganz speziell interessiert sind, steht noch aus. Jetzt jedoch scheint es soweit zu sein! Die Moritatoren haben mit den Terranern Kontakt aufgenommen und es einem Team von Spezialisten gestattet, die seit Jahrtausenden gespeicherten Informationen ihres Archivplaneten zu durchforschen. Nur das Kontrollkommando der Takerer ist mit diesen Untersuchungen nicht einverstanden. Anschläge auf die Neuankömmlinge werden verübt - und dann, als Perry Rhodans Leute sich der Schlüsselinformation nähern, beginnt der Countdown für den ZEITPUNKT X...
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Seitenzahl: 120
Veröffentlichungsjahr: 2011
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Nr. 460
Zeitpunkt X
Sie entdecken die Schlüsselinformation – und erleben einen Weltuntergang
von HANS KNEIFEL
Auf Terra schreibt man Ende November des Jahres 3437. Perry Rhodan, Regierungschef und Begründer des Solaren Imperiums der Menschheit, hält sich mit der MARCO POLO, dem neuesten und mächtigsten Fernraumschiff der Solaren Flotte, seit geraumer Zeit in NGC 4594, der Heimatgalaxis der Cappin-Völker, auf.
Perry Rhodan, von achttausend Terranern und Bewohnern anderer Welten der Milchstraße begleitet, will sich Gewissheit darüber verschaffen, was in »Gruelfin«, wie NGC 4594 von den Cappins genannt wird, wirklich vorgeht – und ob die Takerer tatsächlich eine Invasion der Milchstraße planen. Ovaron hingegen, dem die MARCO POLO zu einer Rückkehr in seine Heimatgalaxis verholfen hat, interessiert sich vor allem dafür, was aus dem vor 200 Jahrtausenden von ihm regierten Volk der Ganjasen geworden ist.
Bei kühnen Erkundungsvorstößen und riskanten Kommandounternehmen haben die Männer der MARCO POLO und ihrer Trägerboote bereits eine Vielzahl wertvoller Informationen über Gruelfin und das unheimliche Wirken der Takerer zusammentragen können – aber die grundlegende Klärung der Komplexe, an denen Perry Rhodan und Ovaron ganz speziell interessiert sind, steht noch aus.
Jetzt jedoch scheint es soweit zu sein! Die Moritatoren haben mit den Terranern Kontakt aufgenommen und es einem Team von Spezialisten gestattet, die seit Jahrtausenden gespeicherten Informationen ihres Archivplaneten zu durchforschen.
Die Hauptpersonen des Romans
Perry Rhodan – Der Großadministrator startet eine riskante Rettungsaktion.
Atlan – Der Lordadmiral verfolgt Attentäter und Entführer.
Ybsanow – Patriarch der Moritatoren von Molakesch.
Misyen – Ein Takerer pedotransferiert.
Ovaron – Der Ganjo wird identifiziert.
Joaquin Manuel Cascal – Der Oberst hat eine böse Vorahnung.
Menesh Kuruzin
1.
Zehn Minuten langsamen Gehens brachten Joaquin Manuel Cascal über die weißen Platten des Betons zu der Personengruppe, die sich um die Gleiter versammelt hatte. Die Personen standen im runden Schatten des Leichten Kreuzers CMP-1, der auf dem Raumhafen der Stadt Tuo Fryden stand. Cascal blieb stehen, setzte sich langsam auf die weiße Motorhaube eines der Gleiter, die Moritatoren aus der Stadt Tuo Fryden hierher gebracht hatten. Cascal, ein Lied des Barden summend, zündete sich eine Zigarette an und hörte zu. In einem Kilometer Entfernung erhob sich die Kette der mächtigen alten Bäume des Parks. Die Sonne stand im frühen Nachmittag.
Cascal sah auf die Ziffern seiner Digitaluhr.
Man schrieb den zweiundzwanzigsten November des Jahres 3437 – Erdzeit.
»Ich frage mich, ob wirklich alle fünfzig Takerer mit dem Raumschiff geflohen sind«, sagte Perry Rhodan gerade.
Roi Danton, der neben dem Großadministrator stand und die Mädchen betrachtete, die mit den Moritatoren gekommen waren, widersprach.
»Vermutlich nicht. Sollten jedoch einige von ihnen zurückgeblieben sein und sich versteckt haben, dann werden wir dies in Kürze zu spüren bekommen.«
Icho Tolots Stimme dröhnte: »Leider haben Sie recht, Roi!«
Die MARCO POLO stand in der Nähe der Sonne Pysoma. Die Korvetten und neunundvierzig Leichte Kreuzer befanden sich in der Nähe dieses Systems und widmeten sich wissenschaftlichen Arbeiten.
»Rhodan?«
Der Großadministrator drehte sich halb herum und schaute den Patriarchen Ybsanow an.
»Ja?«
Die Schultern des Mannes schwankten ein wenig, und er hielt den Kopf schief, als lausche er in sich hinein. Der harte, verbitterte Zug um seine Mundwinkel blieb. Ybsanow sah müde, desillusioniert und verschlossen aus. Er hatte einige Nächte lang nicht geschlafen, und er war ein alter Mann.
»Ist es richtig, dass Sie mit Ihrem Stellvertreter gesprochen haben?«
»Selbstverständlich«, sagte der Großadministrator wahrheitsgemäß.
»Ich habe Atlan berichtet, was geschehen ist. Alle jene Schiffe, die dort draußen auf uns warten, werden aufpassen. Sie werden ohne Zweifel das Schiff des Wissenden orten, ihn würdig empfangen und ihm auch, wenn es erforderlich ist, Geleitschutz geben.«
Ybsanow sagte leise: »Das beruhigt mich ein bisschen, Fremder. Sie wissen, was von der Ankunft des Wissenden abhängt?«
Ovarons Gesicht und seine Gestik waren deutlicher Ausdruck seiner innersten Spannungen. Seit einigen Tagen, das bemerkte Cascal und wusste, dass es auch Rhodan und die anderen bemerkt haben mussten, trug der Ganjo sein breites Armband, das gewisse Ähnlichkeiten mit einem der modernen Minikome hatte. Diese Geräte, hochwertige Funksender und -empfänger, gab es inzwischen bereits als Schmuckstück. Ovaron wirkte nervös, abgespannt und aufgeregt zugleich – er wähnte sich am Ende seines Weges oder jedenfalls kurz davor. Für ihn stellte die Ankunft des Wissenden den letzten Prüfstein dar.
»Ja, ich weiß. Und ich sehne ihn herbei! Es hängt alles davon ab, sowohl für mich als auch für meine Freunde hier«, sagte Ovaron heiser und deutete auf die Terraner und deren fremdartige Partner.
Die Moritatoren hatten, vor der Flucht der Takerer und vor der Entdeckung der Bombe, per Dakkarkom und Hyperfunk einen Wissenden herbeigerufen, der Ovaron identifizieren oder moralisch erledigen sollte. Ybsanow sagte: »Sie hatten von uns nicht sehr viel Unterstützung erfahren. Dies wird sich ändern, Fremder!«
Er sprach Rhodan an. Rhodan nickte leicht und dankte.
»Sehr schön. Was haben Sie anzubieten?«
Ybsanow hatte einen langen und sehr harten Kampf mit sich und gegen seine Berater geführt und einen Entschluss gefasst. Er sagte leise: »Sie suchen weiter im Archiv!«
»Ja«, antwortete Ovaron und stieß die Worte hervor, »und mit doppeltem Eifer.«
»Meine Freunde werden Sie begleiten und Ihnen helfen, wo immer sie es vermögen. Tun Sie, was Sie für richtig halten – aber zerstören Sie nichts. Sie können Ihre Forschungen auf breitester Ebene vorantreiben.«
Rhodan sagte: »Danke. In wenigen Stunden, wenn alles organisiert ist, werden wir damit anfangen. Wir sollten ohnehin in größtmöglicher Eile vorgehen, weil uns die Zeit auf den Nägeln brennt, Ovaron.«
Ovaron hob die Arme, als wolle er Hilfe aus den Wolken herbeibeschwören.
»Ich weiß! Trotzdem muss ich hartnäckig darauf bestehen, alle Ebenen, Räume und Speicher der Archivwelt genauestens zu erforschen!«
Merceile stieß sich von dem Gleiter ab, an dem sie neben Roi Danton gelehnt hatte und sagte: »Irgendwo muss es doch einen Anhaltspunkt dafür geben, dass Ovaron der erwartete Ganjo ist!«
Rhodan blinzelte. Es schien, als ob er sich wachsam vor dem zurückzöge, was er plötzlich in dem neu aufflackernden Interesse des Mädchens an Ovaron sah. Sein Blick fiel auf den Ganjo und auf das zusammengerollte Photo in dessen linker Hand, streifte den breiten Reifen des Kommandogerätes, das seinerzeit die Tore der Saturnmond-Station geöffnet hatte und blieb dann verwundert auf dem Gesicht des Mädchens haften.
»Ich gebe uns genau fünf Tage«, sagte er. »Nicht eine Stunde mehr!«
Ovaron zuckte zusammen.
»Das ist zuwenig.«
Rhodan schüttelte den Kopf und deutete auf den blauen Himmel, über den sich langsam die weißen Kumuluswolken bewegten.
»Das ist zuviel, wenn ich an die Mission der Terraner denke.«
»Zuwenig, wenn ich an die unzähligen Planeten der Galaxis Gruelfin denke!«, schnappte Ovaron zurück.
Ein peinliches Schweigen trat ein. Die Sonne bewegte sich ein kleines Stück über den Himmel, und die Schatten wanderten. Zwischen Perrys Brauen erschienen steile Falten, aber er sagte beherrscht und leise: »Es geht nicht anders. Ich werde die Anzahl der Teamangehörigen erhöhen und einige technische Verbesserungen einsetzen. Was fünfzig Mann in fünf Tagen leisten, vervierfacht sich, wenn zweihundert Männer ab sofort in Schichten arbeiten. Vermutlich ist der Ertrag noch um ein Vielfaches höher.«
»Unter dieser Voraussetzung akzeptiere ich alles, Perry – ach, es ist so schwer, vernünftig zu bleiben.«
Cascal murmelte ins Ohr von Roi Danton: »Er ist auch nur ein armer Hund!«
Rhodan drehte sich um und starrte die Wölbung der Schiffszelle an.
»Fangen wir an! Je schneller, desto besser. In einer Stunde ist die halbe wissenschaftliche Besatzung der MARCO POLO im Archiv. Mit Ausrüstung, frischen Kräften und so weiter!«
Ybsanow sagte: »Ich werde jetzt schlafen können! Meine Spezialisten werden Ihnen vorausfahren – endlich beleben sich die Räume des Archivs wieder. Der Nutzen, die Fehler in unseren unschätzbaren Archiven zu erkennen, wird auch für uns gewaltig werden.«
Rhodan sagte: »Wir arbeiten zusammen!«
Ybsanow schüttelte seine Hand.
»Mit allen Kräften, Fremder!«
Dann zerstreute sich die Gruppe. Claudia Chabrol, Merceile, Roi Danton und Cascal blieben zurück. Gleitertüren klappten, Maschinen heulten auf, die Fahrzeuge wendeten und stoben davon, und die Terraner gingen ins Schiff zurück. Nur Icho Tolot und der Paladin-III blieben in Polschleusennähe stehen.
»Schönste Claudia«, sagte Cascal, »wir sollten uns einen Spaziergang gönnen – durch den Park, aber nicht barfuß. So weit geht mein Hang zur Romantik nicht.«
Roi Danton stemmte die Arme in die Seiten und sagte: »Sie entspannen sich, Joak, und der arme Perry geht zornig über Ovarons Reaktion in der Zentrale hin und her wie ein gefangener Löwe. Wie passt das zusammen?«
Cascal murmelte: »Ich habe eure wertlosen Leben gerettet, und jetzt habe ich einen halben Tag, an dem ich nicht im Archiv herumsuchen muss. Das will ich ausnutzen. Und außerdem ... heute Nacht bin ich bereits eingeteilt. Die zwei Planeten, die ich inzwischen bei Ovaron guthabe, sind verdammt sauer verdient.«
Claudia sagte: »Ich ziehe den Schatten vor. Das tut meinem Teint gut.«
Roi kicherte und legte seinen Arm um Merceiles Schultern. Dann sagte er: »Bei der außerordentlichen Schönheit unserer Damen hier ist es gleich, ob wir im Schatten oder in der hellen Sonne lustwandeln. Kommt Er mit, Cascal?«
Cascal warf einen langen Blick über diesen Teil des Raumhafens, der, abgesehen von dem Kreuzer, sehr ausgestorben wirkte.
»Ich komme. Aber da ist etwas, das mir Sorgen macht.«
»Da ist mehreres dieser Art«, erwiderte Claudia. »Abgesehen von Ihrem griesgrämigen Gesicht, Joak!«
In Cascals Bewegungen und seiner Miene lag eine gespannte Vorsicht, die Claudia klar erkennen konnte.
»Wir befinden uns in einem sehr labilen Gleichgewicht!«, stellte Cascal halblaut fest und zündete sich die zweite Zigarette an.
»Das kommt von Ihrer Trunksucht!«, stellte die Ärztin fest.
»Meine Trunksucht ist Ausdruck meiner Verzweiflung!«, erwiderte Cascal ironisch.
Claudia lachte auf.
»Warum sind Sie verzweifelt, mein lieber Joak?«
Anklagend wies Cascal mit der glimmenden Zigarette auf Roi und Merceile.
»Sehen Sie dieses stille Glück in den Augen der exotischen Fremden und des arroganten, pseudobarocken Schönlings dort? Beneiden Sie Merceile nicht direkt? Ich bin deshalb verzweifelt, weil Sie meinen lichtjahrelangen Werbungsaktionen bisher nicht nachgegeben haben. Deswegen!«
»Soll ich Sie, Demoiselle, von diesem Proleten befreien?«, fragte Roi und legte seine Hand an die Stelle, wo sonst der Knauf des Degens zu finden war.
»Lasse Er nur«, meinte Claudia Chabrol. »Das kann ich selbst. Mein Sarkasmus seinen Angriffen gegenüber wirkt wie ein Paratronschirm.«
Cascal und Roi grinsten sich an.
Jetzt befanden sie sich im Schatten der ersten Baumriesen. Roboter säuberten den Rasen, und einer von ihnen verscheuchte einen farbenprächtigen, großen Vogel, der aufgeregt durch das Gras davonrannte.
Die vier Personen ließen sich auf einem warmen Felsblock nieder.
»Etwas ganz anderes«, sagte Roi. »Was halten Sie von den Takerern, Joaquin?«
»Nichts!«, sagte Cascal entschieden.
»Abgesehen davon – halten Sie sie, wie ich, für eine Gefahr?«, fragte Roi.
Die beiden Mädchen hörten aufmerksam zu.
»Ja.«
»Aus welchen Gründen?«
Cascal sagte: »Ich wittere in jedem Cappin, der nicht unbedingt mein Freund ist, einen Pedopeiler, der sich meiner bemächtigen könnte. Und alles andere könnte ich ertragen, nur nicht eine Übernahme durch einen fremden Verstand.«
»Das geht mir nicht anders«, sagte Merceile. »Es besteht also die Möglichkeit, dass beispielsweise Misyen zurückgeblieben ist und darauf lauert, uns zu sabotieren?«
»So ist es«, antwortete Cascal.
Roi betrachtete seine Fingernägel. Unter dem Daumennagel war etwas Schmutz, und der Knöchel des kleinen Fingers trug noch die Spuren des nächtlichen Kampfes im Archiv; einen langen Kratzer.
»Fünf Tage!«, murmelte Claudia.
»Vielleicht geht es schneller, wenn Ovaron sein Kommandogerät anwenden oder dessen Impulse verwenden kann!«, sagte Merceile. »Es ist ein Zustand, der, wie Cascal richtig sagte, nur mit einem sehr labilen Gleichgewicht auszudrücken ist.«
»Die Takerer sind eine potentielle Gefahr, und ich sehe unter Umständen sogar das Schiff mit dem Wissenden in Gefahr!«, stellte Roi fest.
»Daran denke ich auch!«, bestätigte Claudia.
»Sie sollten mehr an mich denken«, sagte Cascal. »Rhodan will Alaska Saedelaere kommen lassen. Eine zusätzliche Kontrollmöglichkeit gegenüber Pedopeilern und Sextadimeffekten.«
»Bravo!«, sagte Roi. »Dann sind bereits drei Männer an Bord, die sich des Stilmittels der Ironie bedienen.«
Cascal bohrte den Rest seiner Zigarette in den Erdboden und stand auf. Er streckte der jungen Frau die Hand entgegen, und Claudia ließ sich hochziehen.
»Jetzt habe ich Sie auf mein Niveau hinaufgezogen!«, sagte Cascal. »Werden Sie mir weiterhin gewogen sein?«
»Ja«, sagte Claudia. »Besonders dann, wenn wir Roi Dantons Plan von vorhin wahrmachen und essen gehen. Ich bin hungrig nach soviel Charme Ihrerseits.«
Auch Roi stand auf.
»Gehen wir an Bord«, sagte er, »die Zeit drängt. Man wird uns brauchen.«
Merceile starrte ihn missbilligend an.
»Nicht vor dem Essen, Roi!«
»Keineswegs.«
Sie gingen langsam zum Schiff zurück. Hier empfing sie bereits eine hektische Atmosphäre. Der Transmitter war eingeschaltet worden, und zwei tragbare kleine Zweimanntransmitter wurden klargemacht. Zwischen dem Kreuzer und der MARCO POLO wurde eine Brücke errichtet. Männer kamen und gingen, brachten Ausrüstungsgegenstände mit und Unruhe. Einzelne Teams formierten sich, und Ovaron befand sich in einem Gespräch mit drei Moritatoren, die jetzt seinen Ausführungen mehr Glauben schenkten. Er wusste viele Daten, die vor zweihunderttausend Jahren, also in der Zeit, aus der er verschwunden war, aktuell gewesen waren.
Alles sah so aus, als würde tatsächlich eine Wende stattfinden. Eine Wende zum Guten.
Cascal betrachtete dies alles kopfschüttelnd und murmelte dann, im Selbstgespräch: »Viele bellende Hunde sind des Hasen Tod. Immer dann, wenn es sehr gut aussieht, sind die Rückschläge nicht fern.«
Leider hatte Cascal, traf er solche Feststellungen, zu achtundneunzig Prozent immer recht behalten.
Er ging mit Claudia essen.
*
Die Forschungen in den zahllosen Räumen des Archivs eskalierten. Dreihundert Männer aus dem terranischen Schiff und hundert Moritatoren bildeten einhundert Teams.
Jedes Team also setzte sich aus vier Mann zusammen, die mit modernsten Methoden die Archive plünderten. Die überbreiten Bänder der Speichergeräte drehten sich. Übersetzungen wurden angefertigt, Bilder kopiert – ein breiter Strom von Daten und Informationen begann zu fließen.
Einhundert Teams!
Waringer und Ovaron leiteten die Untersuchungen.
Sie kontrollierten und fanden Fehler über Fehler – also gefälschte Informationen und Daten.
Die Moritatoren, die ständig mit Ovaron zusammenarbeiteten, waren in geradezu überraschend schneller Zeit bereit gewesen, mit ihm zu sprechen, sein Wissen zu testen. Sie stellten fest, dass Ovaron unendlich viel Wissen über die Zeit besaß, die zweihundert Jahrtausende zurücklag. Es waren unzählige kleine Dinge und Geschehnisse, Meinungen, Aussagen und Geschichten, die nur dem damaligen Ganjo des Ganjasischen Reiches bekannt sein konnten.
Lange Gespräche wurden in den Labyrinthen und Katakomben des weiträumigen Archivs geführt.
