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Ein Verräter schwört Rache - und ruft die Flotte des Taschkars Auf Terra und den anderen Welten des Solaren Imperiums schreibt man Anfang Mal des Jahres 3438, und für Perry Rhodans Sternenexpedition ist selbst nach rund zehnmonatiger Dauer noch kein Ende abzusehen. Der Großadministrator und seine achttausend Gefährten halten sich mit der MARCO POLO nach wie vor in NGC 4594, dem Herrschaftsgebiet der Cappins, auf. Sie unterstützen Ovaron, den rechtmäßigen Ganjo der Ganjasen, der seinerzeit das Solsystem vor der Vernichtung bewahrte, im Kampf gegen seine Gegner, die gleichzeitig die Gegner der Terraner und der Völker der heimatlichen Milchstraße sind. Was den Kampf um Morschaztas betrifft, die im Hyperraum liegende Kleingalaxis, in der das Volk der Ganjasen sich vor den Takerern versteckt hält, so hat Ovaron mit Hilfe der Terraner eindeutig den Sieg davongetragen. Nach einer großangelegten Aufklärungsaktion hat Ovaron sein Erbe wieder übernommen. Die Ganjasen von Morschaztas erkennen ihn an und jubeln ihm zu. Die Pedolotsen, die ihm die Herrschaft streitig machen wollten, sind tot - erschossen von Ovarons Doppelgänger. Nur Guvalasch, der Chef der Pedolotsen, konnte entkommen. Er schwört Ovaron und den Terranern Rache - und ersinnt den PLAN DER VERNICHTUNG ...
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Seitenzahl: 127
Veröffentlichungsjahr: 2011
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Nr. 488
Plan der Vernichtung
Ein Verräter schwört Rache – und ruft die Flotte des Taschkars
von HANS KNEIFEL
Auf Terra und den anderen Welten des Solaren Imperiums schreibt man Anfang Mal des Jahres 3438, und für Perry Rhodans Sternenexpedition ist selbst nach rund zehnmonatiger Dauer noch kein Ende abzusehen.
Der Großadministrator und seine achttausend Gefährten halten sich mit der MARCO POLO nach wie vor in NGC 4594, dem Herrschaftsgebiet der Cappins, auf. Sie unterstützen Ovaron, den rechtmäßigen Ganjo der Ganjasen, der seinerzeit das Solsystem vor der Vernichtung bewahrte, im Kampf gegen seine Gegner, die gleichzeitig die Gegner der Terraner und der Völker der heimatlichen Milchstraße sind.
Was den Kampf um Morschaztas betrifft, die im Hyperraum liegende Kleingalaxis, in der das Volk der Ganjasen sich vor den Takerern versteckt hält, so hat Ovaron mit Hilfe der Terraner eindeutig den Sieg davongetragen. Nach einer großangelegten Aufklärungsaktion hat Ovaron sein Erbe wieder übernommen. Die Ganjasen von Morschaztas erkennen ihn an und jubeln ihm zu. Die Pedolotsen, die ihm die Herrschaft streitig machen wollten, sind tot – erschossen von Ovarons Doppelgänger.
Die Hauptpersonen des Romans
Guvalasch – Der Verräter findet einen Verbündeten.
Raekolond – Offizier der Marsav.
Ginkorasch – Taschkar der Takerer.
Ovaron – Der Ganjo tritt sein Erbe an.
Perry Rhodan – Großadministrator des Solaren Imperiums der Menschheit.
Joaquin Manuel Cascal
1.
Es kümmerte ihn nicht, dass er Fenarol, den sie den falschen Ganjo nannten, erschossen hatte. Schließlich war es in Notwehr geschehen – der Ganjo, der unerwartet zur Waffe gegriffen hatte, hätte ihn sonst getötet. Alle Gedanken des Sextolotsen kreisten jetzt um seine eigene Person. Die ersten Schritte seiner hastigen Flucht waren geglückt ... jetzt stand er, Guvalasch, vor einem weitaus größeren Problem. Er musste überleben und schnell handeln, er musste neue Verbündete finden, um seine alte Machtstellung wieder errichten zu können. Oder eine neue Position, die ihn im gleichen Maß befriedigte, wie es die alte getan hatte, für die er gelebt hatte. Fast drei Jahrhunderte lang hatte er die persönliche Macht als bestimmenden Faktor seines Lebens gekannt.
Jetzt war er ohne Macht.
»Nun«, sagte er grimmig, »sehen wir weiter.«
Der kleine Sammler, der sich mit ihm in rasend schnellem Flug durch den Weltraum bewegte, reagierte nicht. Eine schweigende Ansammlung von Technik umgab den weißhaarigen Mann, dessen Oberkörper nach vorn gebeugt war, als schleppe er eine schwere Last.
Macht ...
Guvalasch wusste, dass er jetzt mehr denn je einen klaren Kopf und einen scharf funktionierenden Verstand brauchte. Die kommenden Tage würden schwer werden. Unablässig beschäftigte sich der Mann mit dem alten, faltenreichen Gesicht mit den Möglichkeiten, die er noch hatte. Vor ihm lag der Komudakgürtel. Dieses Gerät war eine seiner besten Möglichkeiten, seine zweite Chance auf dieser Flucht.
Guvalasch hatte den Komudakgürtel dazu benutzt, um einige Sicherheitsschaltungen jener unbegreiflichen Urmutter unwirksam zu machen.
Zuerst war er mit dem Transmitter in die Arrivazone abgestrahlt worden ...
Durch gewisse Schaltungen mit dem Gürtel gelang es ihm sodann, einen kleinen Sammler zu übernehmen. Durch die lang zurückliegende Grundprogrammierung der Urmutter und durch Sicherheitsschaltungen, die ihr jetzt selbst zum Verhängnis geworden waren, versagte die robotische Urmutter.
Zwar war die Flucht bemerkt worden, aber ein kleiner Sammler, der die Rotwolke verließ und in der gewaltigen Menge der Sterne jener Galaxis verschwand, hatte alle Chancen, unbemerkt davonzukommen.
In diesem Sammler saß jetzt Guvalasch. Er hatte durch wenige Schaltungen einen Aufenthaltsraum aktiviert, der ihn mit Licht, Energie, Wärme und Atemluft versorgte. Ein Wandschrank war aufgeglitten und hatte gezeigt, dass in der Höhlung ein schwerer, gepanzerter Raumanzug in der Spezialhalterung hing. Die Sorgen der ersten Minuten – ob er überhaupt hier überleben konnte – waren vorbei.
Während der Sammler Geschwindigkeit aufnahm und vom Rand der Hauptschaltstation wegraste, in die Glut der indirekt erleuchteten Terrosch-Rotwolke hinein, erfasste wieder eine Welle des Hasses den alten Mann mit dem langen weißen Haar. Seine Faust ballte sich um einen Steuerhebel, und als Guvalasch den Gürtel des Komudakgerätes anblickte, zogen sich seine Augen zu schmalen Schlitzen zusammen.
Die Trafidimstationen rings um die Rotwolke leiteten unablässig den Energieüberschuss in den Hyperraum ab und hielten so die Größe der Rotwolke konstant, verhinderten eine Ausdehnung des Glutballes zu einer echten Nova.
»Der Notfall«, murmelte Guvalasch mit erstickter Stimme, »ist eingetreten.«
Er fühlte kalten Schweiß auf der Stirn und wischte darüber, aber sein Handrücken war nicht feucht, als er ihn betrachtete. Zitterte die Hand? Nein. Erleichtert atmete Guvalasch auf und fühlte den Luftstrom aus dem Gitter der Umwälzanlage.
»Und ein Plan, der schon vor Jahren entwickelt worden ist«, dachte der Sextolotse, »muss jetzt anlaufen und, Punkt um Punkt, exakt durchgeführt werden.«
Mit der Schaltstation im Rücken und inmitten eines Gewimmels auf den Ortungsschirmen, das aus mehr als vierzigtausend Sammlern bestand, raste der kleine Sammler, wie ein riesiger, zackiger Knochen geformt, aus der näheren Zone um die Hauptschaltstation heraus, beschleunigte unablässig und schickte sich an, diese gefährliche atomar aufgeheizte und daher instabile Zone zu verlassen.
Der freie Weltraum der Galaxis Gruelfin musste erreicht werden.
Kann ich den Sammler noch kontrollieren?
Guvalasch sah wieder zu dem Gerät hin, das auf der Oberkante des kleinen Schaltpultes lag und schuld an der totalen Verwirrung der anderen Sammler war. Ein kleines, sehr altes Meisterwerk der Mikrotechnik. Mit ihrer Hilfe hatte der Sextolotse diesen Sammler hier vorläufig unter Kontrolle gebracht und konnte sich kurz erholen.
Seine Gedanken gingen zurück. Die letzten drei Stunden ...
*
Kurz nachdem die Impulse aus dem Komudakgerät den ersten, kleinen Sammler beeinflusst hatten, war der Sextolotse, noch immer die heiße Waffe in der Hand, eingestiegen und hatte sämtliche Systeme dieses knochenförmigen Teiles aktiviert. Langsam, um nicht aufzufallen, driftete der Sammler der Schaltstation entgegen und landete schließlich auf der großen, leeren Plattform dieses Kolosses. Die Spiele von Licht und Schatten, von Farben und Reflexen dieses Sammlers, der etwa eintausend Meter lang und vierhundert Meter breit war, schufen ein verwirrendes Bild, das die Gedanken des Flüchtenden vorübergehend in seinen Bann zog.
Guvalasch stieg aus und drückte mit den Fingern, die in dünnen, raumfesten Handschuhen steckten, die Knöpfe des Gürtels.
Auf einem Bildschirm liefen die Informationen an. Sie waren durch die Mikrotechnik verschlüsselt worden, aber der Sextolotse konnte sie deuten.
Viele Sammler, vierzig oder fünfzigtausend, irrten in der Nähe der Schaltstation in der roten Glut der Wolke umher.
Guvalasch lachte lautlos, als er die ersten Befehlsschaltungen vornahm.
Dieses unwiderruflich letzte Gerät, das er besaß und das seine Rettung sein würde, beeinflusste die Sammler.
Er programmierte einen Phasenablauf, der mehrmals durchbrochen war. Das bedeutete für die mehr als vierzigtausend Sammler, dass sie den Kommandoimpulsen der Urmutter nicht mehr gehorchen würden. Wenigstens für eine gewisse Zeit, in der diese Schaltungen wieder mit viel Aufwand und nach einigen vergeblichen Versuchen neutralisiert werden konnten, richteten sich die Sammler nach seinen Befehlen, nicht nach den Kommandos der Urmutter. Guvalasch merkte auch, dass seine Sabotage bereits die Bewegung einiger Sammler stoppte, die von der Urmutter eindeutige Befehle erhalten hatten.
»Die Folge wird eine totale Konfusion sein!«, sagte er triumphierend.
Er blinzelte, als er in die rote Glut der Wolke blickte und weitere Schaltungen vornahm. Ständig kamen weitere Sammler an, versammelten sich hier und irrten umher. Was jetzt mit ihnen geschah, entschieden die Schaltungen des Sextolotsen.
Guvalasch brauchte nicht lange, um sämtliche Sammler mit seinen Befehlen zu blockieren. Diese technischen Riesenformen waren nun in der Lage eines dressierten Tieres, das von drei Seiten eindeutige Befehle bekam und sich nicht entscheiden konnte, welchem Befehl es gehorchen sollte. Es wurde hin und her gerissen, bewegte sich auf drei Ziele zu, und jedes Mal, wenn es sich einige Zeit in eine der drei möglichen Richtungen bewegt hatte, kehrte es wieder um, unschlüssig, was zu tun sei. Die Sammler waren also blockiert.
»Was jetzt?«, fragte sich Guvalasch.
Er musste genau überlegen und durfte keinen Fehler machen.
Er blickte hinüber zu der zerklüfteten und skurrilen Oberfläche des Sammlers, der ihn hierher gebracht hatte. Er würde mit ihm auch weiter fliegen, da er ihn mit Hilfe des Komudakgerätes unter Kontrolle halten konnte.
»Flucht!«, sagte sich der Sextolotse. Eine Haarsträhne war über die Stirn ins Gesicht gerutscht. Vorsichtig blies Guvalasch das Haar zurück, nickte und setzte sich mit schweren Schritten wieder in Bewegung. Er ging auf die Schleuse zu, kletterte in die künstliche Schwerkraft des Sammlers zurück und schaltete die Magnete an seinen Sohlen aus.
»Dieser verdammte Ganjo!«, murmelte er, während er den Helm des Raumanzuges öffnete und vorsichtig auf einen Sessel legte. »Das ganjasische Volk wird das alles noch büßen müssen!«
Er setzte sich knurrend in den Steuersessel, der auf seinen Befehl hin aus dem Boden geschoben worden war und begann den Sammler wie ein startendes Raumschiff zu schalten. Die skurrile Form, die einem Hüftknochen nicht unähnlich sah, erhob sich von der Plattform und manövrierte langsam zwischen zwei anderen Sammlern hindurch, die bereits nicht mehr wussten, welchen Befehlen sie gehorchen sollten.
Der Sextolotse lächelte eisig, als er die Bilder auf den aktivierten Bildschirmen des eigenen Sammlers sah und entschlüsselte.
Dann verstärkte er die Schaltungssperren seines Sammlers; er aktivierte eine Einheit des schwarzen Gürtels, den er anschließend öffnete und vor sich auf das Pult legte.
Der Sammler beschleunigte, wurde schneller und stob davon, ohne dass ihn jemand ortete und verfolgte.
Das war vor einigen Stunden geschehen ...
*
Jetzt lag der Sextolotse müde und erschöpft in seinem Sessel, hatte den Raumanzug abgelegt und starrte schläfrig auf die Bildschirme.
Bisher hatte er nur Erfolg gehabt – aber die rasende Fahrt ging weiter.
Der Sammler durchstieß die Rotwolke und näherte sich dem freien Raum der Galaxis Gruelfin.
Guvalasch drückte einen Knopf, öffnete den Mund und befahl: »Essen und Getränke!«
Eine grüne Lampe leuchtete als Bestätigung auf. Die technische Einrichtung dieses Sammlers, und darüber hinausgehend auch offensichtlich die kleineren Einheiten, die innerhalb seiner metallisch glänzenden Außenhülle eingefügt und eingeschoben waren, waren in hervorragendem Zustand.
Irgendwo in den Gängen, Vorratsräumen und Servomechanismen dieses Sammlers zogen jetzt metallene Arme tiefgekühlte Fertiggerichte hervor, schoben sie in einen Mikrowellenherd hinein und erhitzten sie. Das gleiche geschah mit tiefgefrorenen Getränken. Dann übernahm ein Band den Transport, und schließlich, nachdem ein wohlklingender Summer ertönt war, öffnete sich dicht neben dem Ellenbogen des alten Mannes eine Klappe. Besteck und Rationen lagen darin.
»Vielleicht muss ich mich auf eine lange Fahrt einrichten«, sagte Guvalasch leise und zog die Portionen zu sich heran. Schweigend und langsam aß er, trank die beiden Becher mit erfrischenden Getränken leer und betrachtete dann seinen Gürtel. Es war sein wichtigster Besitz. Er lag vor ihm, schwarz und glatt. Etwa fünfzehn Zentimeter breit und länger als ein Meter, versehen mit dehnbaren Gliederverbindungen, damit der Gürtel sowohl auf der nackten Haut, über einem normalen Anzug oder über einem Raumanzug fest saß. Der Kunststoff glänzte tiefschwarz. Die einzelnen Segmente waren hohl und doppelwandig. Die Hohlräume steckten bis zum letzten Kubikmillimeter voller Mikroelemente und winzigen Schaltungen. Der hohle Gürtel war von einer runden, etwa zwanzig Zentimeter durchmessenden Schnalle zusammengehalten. Dieses Bindeglied, das zudem noch mit einem an Raffinesse nicht mehr zu überbietenden Zeitschloss fixiert werden konnte, nannte sich Impulsschnalle. Die Impulsschnalle bestand aus blaurot leuchtendem Metall und hatte zahlreiche Knöpfe, Schalter und viele Befehlsgeber auf der Vorderseite. Dies war der letzte Gürtel, denn dieser Narr und Versager Fenarol, der falsche, gezüchtete Ganjo, hatte die fünf anderen vernichtet, als er die Pedolotsen niederschoss.
Der Einfluss, der mit diesem Gürtel auf die Einzelteile jenes Robotgehirns ausgeübt werden konnte, war erstaunlich. Nicht einmal Guvalasch wusste genau, wann und auf welche Weise jene Gürtel in den Besitz der Pedolotsen gelangt waren. Für ihn war es nur wichtig, dass er dieses hervorragende Instrument besaß.
Dieser Komudakgürtel konnte sogar Ovaron, den Ganjo der Ganjasen, in Schach halten.
Während der rasende Flug weiterging, senkte sich das Kinn des Mannes auf die Brust. Guvalasch lag in dem weichen Sessel, hörte das fast lautlose Summen der Klimaanlage und überlegte sich, welche Einzelteile dieses Sammlers er würde noch einsetzen können, und mitten in diesen Gedanken überfiel ihn der Schlaf.
Einige Stunden verstrichen.
Guvalasch schlief und ahnte nicht, in welcher Gefahr er sich befand.
Der große Robot, der kleinere Robots in sich trug, aber trotzdem nur ein Teil eines noch größeren Robotmechanismus war, hatte die Rotwolke verlassen und befand sich nunmehr im freien Raum. Hätte Guvalasch jetzt auf den kleineren Heckschirm geblickt, wäre ihm das diffuse rote Glühen zwischen den Sternen und über der Schwärze des Alls nicht entgangen. Er schlief, und er wachte erst auf, als aus dem Pult vor ihm die Geräusche schneller Schaltungen ertönten.
Er fuhr hoch, beugte sich vor und keuchte: »Was ... was ist das?«
Er war augenblicklich hellwach.
Der Sessel kippte in die Normallage, und der Sextolotse sah sich aufmerksam um. Nichts hatte sich verändert. Auf dem Heckschirm verglühte die letzte Spur von Rot, und vor ihm standen die zahllosen Sterne von Gruelfin.
Wieder ertönte jenes Knattern, das Einrasten von Relais und ein Summen von unablässig erfolgenden Schaltungen.
»Die Uhren ... die Skalen!«, murmelte Guvalasch erschrocken.
Er sah, wie die Zeiger zurückschnellten, wie sich Leuchtbänder veränderten. Was war geschehen? Die Antriebsmaschinen des Sammlers wurden, ohne dass er eine Hand gerührt hätte, abgestellt, die Energiezufuhr drosselte sich von selbst. Der Sammler gehorchte seinen Befehlen nicht mehr – beziehungsweise er begann selbständig zu reagieren.
Mit einer schnellen Handbewegung drehte der Alte einen Knopf wieder herum, und ein Zeiger, der den Wert der Energieabgabe zeigte, kletterte wieder. Die Panik, die sich des Sextolotsen bemächtigt hatte, verflog wieder. Als Guvalasch nach dem Komudakgürtel griff, sah er, wie nach einer schnellen Schaltfolge der Zeiger wieder zurückfuhr. Außerdem leuchtete das Warnlicht neben dem Schacht der Klimaanlage.
»Ausgefallen?«
Der Sextolotse handelte schnell. Er machte einen langen Satz und riss den schweren Raumanzug aus den Halterungen. Er behielt ihn in den Händen, als das stählerne Schott krachend herunterfuhr, das den Schrank abschloss. Es war keine Sekunde zu früh gewesen. Guvalasch merkte, wie die Atemluft im Raum schlechter wurde; er begann zu schwitzen. So schnell wie möglich zog er den schweren Schutzanzug an und vergewisserte sich, dass die Hilfsaggregate betriebsfertig waren. Er fühlte sich erst dann wieder gerettet, als er das Geräusch der kleinen Sauerstoffanlage hörte.
Er überlegte.
Langsam und methodisch befestigte er den Komudakgürtel außerhalb des Raumanzuges und nahm erneut Schaltungen auf den Knöpfen der Impulsschnalle vor. Als er die Pulte und die Instrumente betrachtete, musste er erkennen, dass der Zwang, den sein Gerät auf den großen Robot ausübte, unwirksam geworden war. Das Gerät hatte indirekt versagt.
Mit jedem Lichtjahr schien der Einfluss abzunehmen. Ein verrückter Gedanke schoss durch seine Überlegungen.
Sollte ... nein! Das war unmöglich.
Oder doch?
Er überlegte, während seine Hände, die noch nicht in den Raumhandschuhen steckten, pausenlos weitere Schaltungen vornahmen und die Kräfte des Gürtels verstärkten. Entsetzen überkam ihn.
»Die Konstrukteure dieses Gürtels«, sagte er langsam und horchte auf den Klang seiner Stimme, »scheinen den Energieprozess der Terrosch-Rotwolke sehr genau auf den Gürtel abgestimmt zu haben. Die Schaltungen haben solange gewirkt, wie wir innerhalb der Rotwolke waren. Jetzt handelt dieser verdammte Robot selbständig.«
Jetzt waren sie im freien Raum.
Es sah so aus, als ob ein Kampf zwischen dem Sextolotsen und dem großen Roboter beginnen würde.
Welche Möglichkeiten der Beeinflussung hatte Guvalasch gegenüber einem Gerät, das von den Kommandoimpulsen der Urmutter geführt wurde?
»Wenige ...«, murmelte er verdrossen.
