Perry Rhodan Neo 174: Der Pfad des Auloren - Kai Hirdt - E-Book + Hörbuch

Perry Rhodan Neo 174: Der Pfad des Auloren E-Book und Hörbuch

Kai Hirdt

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Beschreibung

Im Jahr 2036 entdeckt der Astronaut Perry Rhodan auf dem Mond ein außerirdisches Raumschiff. Damit erschließt er der Menschheit den Weg zu den Sternen. In den Weiten der Milchstraße treffen die Menschen auf Gegner und Freunde; es folgen Fortschritte und Rückschläge. Nach 2051 wird die Erde unbewohnbar, während Milliarden Menschen an einen unbekannten Ort umgesiedelt werden. 2055 reist Rhodan mit dem riesigen Raumschiff MAGELLAN in die Galaxis Andromeda, findet dort aber keine Spur zur vermissten Erdbevölkerung. Er kehrt in die Milchstraße zurück – doch die Passage schlägt fehl. Die MAGELLAN strandet in der Eastside der Galaxis. Die Besatzung begegnet den fremdartigen Blues und knüpft nach anfänglichen Konflikten erste Freundschaften. Die Menschen finden zudem Tuire Sitareh, einen guten Freund Rhodans, in unheimlicher Gefangenschaft. Sie können ihn befreien. Dabei werden erstaunliche Geheimnisse aus Tuires Vergangenheit offenbart – es enthüllt sich DER PFAD DES AULOREN ...

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Zeit:6 Std. 17 min

Sprecher:Axel Gottschick
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Band 174

Der Pfad des Auloren

Kai Hirdt

Cover

Vorspann

Prolog

Teil I: Multidon

1.

2.

3.

4.

Teil II: Siléana

5.

6.

7.

8.

9.

10.

Teil III: Der alte Meister

11.

12.

13.

14.

Teil IV: Heimkehr

15.

16.

17.

Epilog

Impressum

Im Jahr 2036 entdeckt der Astronaut Perry Rhodan auf dem Mond ein außerirdisches Raumschiff. Damit erschließt er der Menschheit den Weg zu den Sternen.

In den Weiten der Milchstraße treffen die Menschen auf Gegner und Freunde; es folgen Fortschritte und Rückschläge. Nach 2051 wird die Erde unbewohnbar, während Milliarden Menschen an einen unbekannten Ort umgesiedelt werden.

2055 reist Rhodan mit dem riesigen Raumschiff MAGELLAN in die Galaxis Andromeda, findet dort aber keine Spur zur vermissten Erdbevölkerung. Er kehrt in die Milchstraße zurück – doch die Passage schlägt fehl.

Die MAGELLAN strandet in der Eastside der Galaxis. Die Besatzung begegnet den fremdartigen Blues und knüpft nach anfänglichen Konflikten erste Freundschaften. Die Menschen finden zudem Tuire Sitareh, einen guten Freund Rhodans, in unheimlicher Gefangenschaft.

Sie können ihn befreien. Dabei werden erstaunliche Geheimnisse aus Tuires Vergangenheit offenbart – es enthüllt sich DER PFAD DES AULOREN ...

Prolog

Der Mann ohne Namen bäumte sich auf. Übergangslos war er erwacht; zu grell war das Licht, zu laut die Stimmen um ihn, zu falsch der Lauf der Zeit.

»Abbrechen!«, rief ein Mann, über ihn gebeugt. Er richtete sich auf, trat schnell zurück. »Sofort abbrechen!«

Das Herz des Manns ohne Namen schlug so schnell und heftig, dass er glaubte, es müsse seine Rippen sprengen. »Urrrrr...« Ein gurgelnder Laut kam über seine Lippen; seine eigene Stimme, doch er erkannte sie kaum.

Ein zweiter Mann trat an sein Bett. Der erste hatte dunkle Haare gehabt. Dieser war dunkelblond. »Tuire, erkennst du mich? Weißt du, wer ich bin?«

Der Mann ohne Namen starrte den anderen an. Er hatte keine Ahnung, konnte sich nicht erinnern, ihn je gesehen zu haben. Aber Tuire ... Das klang vertraut. War er Tuire? Hieß er so? Ja, so konnte er sich nennen. Das fühlte sich richtig an.

»Hörst du mich, Tuire?«, fragte der Fremde wieder, in vorsichtigem Ton. »Ich bin's, Perry.«

Tuire starrte den Mann namens Perry an, suchte nach einer Erinnerung. Aber da war nichts.

Der Dunkelhaarige trat wieder an das Bett. »Medizinlog Julian Tifflor, achter Juni 2055, 10.36 Uhr. Mussten Versuch abbrechen, den Patienten Tuire Sitareh aus seinem verfärbten Einsatzanzug zu befreien. Das Öffnen des Anzugs mit chirurgischen Werkzeugen hat eine heftige Schockreaktion des Patienten ausgelöst. Ursache unklar; möglicherweise haben Träger und Anzug eine symbiotische Beziehung zueinander aufgebaut.« Julian Tifflor, wie er sich genannt hatte, sah Tuire in die Augen. »Der Aulore ist bei Bewusstsein, reagiert jedoch nicht auf Ansprache.«

»Urrrrr...«, gurgelte Tuire erneut, schüttelte dabei den Kopf. Tuire Sitareh, hatte Tifflor ihn genannt. War das sein voller Name? Ja und nein. Es war einer seiner Namen, doch nicht sein wahrer, sein erster. Tuire wusste nicht, woher dieses Wissen stammte, und er kannte auch seinen wirklichen Namen nicht. Etwas fehlte in seiner Erinnerung.

Nein, das stimmte nicht. Alles fehlte in seiner Erinnerung. Wo war er? Wie war er hierhergekommen?

Wer war er?

»Tuire«, sagte Perry ruhig. »Mach dir keine Sorgen. Wir werden dir helfen.«

Tuire spürte, dass die Worte ehrlich gemeint waren. Er nickte.

»10.38 Uhr«, sagte Tifflor. »Patient reagiert jetzt auf Ansprache.«

Perry lächelte. »Na siehst du? Es geht dir schon besser!«

Erneut nickte Tuire. »Besser«, krächzte er.

»Wir müssen verstehen, was mit dir passiert ist«, sagte Perry. »Kannst du uns sagen, wie du in den Block gekommen bist? Was deine Veränderung ausgelöst hat?«

»Block?« Tuire sah ihn hilflos an. »Veränderung?«

Perry seufzte. »Wir haben dich auf der Blueswelt Gatas gefunden. Du warst in einem Block aus Kreell eingeschlossen wie ein Insekt in Bernstein. Wir haben eine Weile gebraucht, um dich da wieder herauszubekommen, und ...« Der dunkelblonde Mann presste die Lippen zusammen. »Julian?« Er blickte den anderen an.

Tifflor hob die Schultern. »Kein Grund, es geheim zu halten. Er bekommt es ohnehin bald heraus. Dann doch lieber, wenn wir dabei sind.«

Tuire spürte Angst. Sein Herzschlag beschleunigte sich erneut.

Tifflor aktivierte das holografische Abbild eines alten Manns. Es baute sich direkt in Tuires Sichtfeld auf. Tiefe Furchen hatten sich ins Gesicht des Abgebildeten gekerbt. Sein Haar mochte einmal rot gewesen sein, nun hing es lang und grau an seinem Kopf herab. Seine violetten Augen waren müde, als hätten sie zu viel Leid gesehen. Alles an ihm wirkte alt und verbraucht. Nur die Tätowierung eines großen, schwarzen Vogels mitten auf seiner Stirn sah frisch und kräftig aus.

Die Tätowierung ... Tuire erkannte sie. Das war seine eigene! Sein ... Mal. Sein Schandmal. Wieso stand sie auf der Stirn dieses alten Manns?

Dann verstand er. Er öffnete den Mund, wie um zu schreien. Irgendeine medizinische Maschine neben seinem Bett gab Alarm, als sein Puls sprunghaft anstieg.

Er hob die Hand und strich langsam mit einem Finger über sein Gesicht. Er fühlte die Furchen und Falten. Entsetzt sah er Perry und Tifflor an.

»Was ...?«, fragte er.

Tifflor antwortete. »Wir wissen es noch nicht. Wir versuchen, es herauszufinden und den Vorgang rückgängig zu machen. Vorläufig müssen Sie zur Beobachtung auf der Medostation bleiben. Wir müssen noch einige Tests machen.« Prüfend sah er Tuire an. »Verstehen Sie mich? Können Sie mir folgen?«

Tuire nickte. Medostation. Tests. Das klang richtig.

»Kannst du uns irgendetwas über das sagen, was seit Multidon geschehen ist?«, fragte der Mann namens Perry. »Seit wir uns getrennt haben?«

Tuire überlegte, aber da war nichts. Das Wort Multidon sagte ihm nichts. Er schüttelte den Kopf. »Keine Erinnerung.« Seine Stimme wurde kräftiger, je mehr er sprach. »Kein Gedächtnis.«

»Hm«, machte Tifflor. »Das war nach den bisherigen Untersuchungen zu befürchten. Das Trauma hat eine Amnesie ausgelöst. Wir können ...«

Tuire packte Perry am Arm. »Wer bin ich?«

Perry lächelte. »Das, mein Freund, ist eine gute Frage. Und komplizierter, als du denkst. Wir beide versuchen das schon seit sechs Jahren herauszufinden. Aber ganz ehrlich ...« Er seufzte. »Wir waren da schon mal weiter als im Augenblick.«

»Ich würde mir noch keine allzu großen Sorgen machen«, sagte Tifflor. »Gedächtnisverlust nach Extremerlebnissen ist kein ungewöhnliches Phänomen. In den allermeisten Fällen kehrt die Erinnerung nach wenigen Tagen zurück, zumindest in großen Teilen, manchmal sogar vollständig. Wir behalten das einfach im Auge. Er muss sich sowieso noch weiter erholen.«

»Das wird das Beste sein.« Perry wirkte nachdenklich und ein wenig traurig. »Melde dich einfach, wenn dir etwas einfällt. Tag und Nacht, egal wann. Ich bin für dich da.«

Tuire nickte dankbar. Perry meinte es ehrlich, das spürte er. Es war gut, einen Freund zu haben, wenn man in einer völlig fremden Welt erwachte.

Die Tage verstrichen. Ärzte und Medoroboter kamen und gingen. Oft war Julian Tifflor bei Tuire, oft auch eine Frau, die sich Sud nannte. Tuire meinte, sie zu kennen, aber der Name fühlte sich falsch an. Ein weiteres Steinchen in einem gewaltigen Turm ungelöster Fragen.

Nach und nach schnappte Tuire Informationen auf. Er befand sich auf einem Raumschiff namens MAGELLAN, und anscheinend hatte er früher zur Besatzung dieses Schiffs gehört. Das Kommando hatte der Mann Perry, der eigentlich Perry Rhodan hieß. Tuire war verschollen gewesen, auf einer fremden Welt namens Multidon, und zwar – so unglaublich das klang – in einer anderen Galaxis. Wie er in die Milchstraße zurückgekehrt war, gehörte zu den Rätseln, die es zu lösen galt. Er hoffte, diese Frage beantworten zu können, wenn sein Gedächtnis zurückkehrte.

Eine Woche später, am 15. Juni 2055, war es so weit. Kurz nach Mitternacht schreckte Tuire aus dem Schlaf hoch. Er wusste, wer er war. Tuire Sitareh. Tuire Mariga. Und er wusste, was in Andromeda geschehen war.

»Positronik!«, sagte er in den dunklen Raum hinein. »Weck Perry Rhodan, und hol ihn her. Ich muss ihm eine Geschichte erzählen.« Beklommen starrte er in die Finsternis. Das war nicht alles, was er zu tun hatte. »Ich muss ihn um Verzeihung bitten«, fügte er leise hinzu.

Teil I: Multidon

1.

Tuire Sitareh verließ den Gleiter. Argwöhnisch schaute er sich um. Der Hangar, in den der Leitstrahl ihn geführt hatte, war nicht nur menschenleer, sondern überdies frei von Thetisern, Baphometen, Kampfrobotern und allen anderen bekannten Henkersknechten der Meister der Insel. Nichts sah danach aus, als lauere eine Falle auf ihn. Allem Anschein nach war die Einladung von Faktor XII zum vertraulichen Gespräch ehrlich gemeint.

Andererseits: Was war eine gute Falle ohne anständige Tarnung? Er befand sich immerhin auf Multidon. Auf dieser Kriegswelt gab es keinen ungefährlichen Ort. Dafür sorgten schon die Millionen einsatzbereiter Kampfraumschiffe im Umfeld des Planeten. Als wäre das nicht einschüchternd genug, war Tuire sich nur wenige Kilometer vom Orcus entfernt – dem Hauptquartier von Mirona Thetin, Faktor I, der Anführerin der Meister der Insel, unsterblich und seit Jahrzehntausenden verantwortlich für Rüstungswahnsinn, Unterdrückung und Ausbeutung im gewaltigen Sternenreich von Andrumidia.

Mit anderen Worten: Tuire hatte keinen Anlass, in seiner Wachsamkeit nachzulassen, auch wenn keine akute Gefahr erkennbar war.

Keine Sorge. Ich werde dich schützen, erklang Achtapeds Stimme in seinem Kopf.

Tuire runzelte die Stirn. Die Künstliche Intelligenz seines Darojibs überschätzte möglicherweise ihre Möglichkeiten. Der Memeteranzug war zwar ein Wunderwerk der Technik, geschaffen von einer uralten und unglaublich überlegenen Zivilisation. Ob das ausreichte, um gegen die Ressourcen einer ganzen Kriegswelt zu bestehen, bezweifelte Tuire jedoch.

Ein leises Lachen erklang in seinen Gedanken. Du hast immer noch keine Vorstellung von meinen Möglichkeiten, beschied ihm der Darojib. Alles wird viel einfacher werden, wenn du mir völlig vertraust.

Ein intensiver, wohliger Schauer rann über Tuires Körper, durch seine Gedanken, in sein Bewusstsein. Überrascht keuchte er auf. Er kannte das Gefühl, hatte aber nicht damit gerechnet, nicht an diesem Ort, nicht zu dieser Zeit: Der Darojib hatte ihn belohnt, trotz seiner Zweifel. Wie dumm es war, seine Überlegenheit infrage zu stellen! Das war Tuire nun völlig klar, als sein Zittern nachließ. Natürlich hatte der Darojib die Lage unter Kontrolle. Mit dem Anzug war Tuire unbesiegbar.

Federnden Schritts machte er sich auf den Weg Richtung Ausgang.

Die Kuppel, in die Faktor XII ihn bestellt hatte, hob sich mehrere Hundert Meter in den Himmel. Etwa auf mittlerer Höhe war Tuire in das Gebäude eingeflogen. Nun transportierte ihn ein Aufzug in einer sich verjüngenden Wendel die Wölbung der Außenwand entlang, so rasant, dass er die Druckveränderung in seinen Ohren und ein Ziehen im Magen spürte. Die Kabine war transparent, sodass sich ihm ein beeindruckender Blick über die Albtraumlandschaft Multidons bot. Wuchtige Architektur in Schwarz und Anthrazit. Zweckmäßig. Mit rotem Glosen öffneten sich unterplanetare Hangars und spien Kampfschiffe in den Himmel; dunkle Tropfen, die der Schwerkraft spotteten. Über allem lag der schwache Schein der Sonne Donit, die den bekannten Naturgesetzen zuwider grün leuchtete.

Tuire betrachtete es mit verschränkten Armen. Noch vor wenigen Wochen hätte dieses Phänomen nicht nur ihn, sondern auch seine terranischen Freunde über alle Maßen fasziniert, vielleicht sogar zu einem längeren Forschungsaufenthalt inspiriert. Doch die Herausforderung verblasste neben den unzähligen Wundern und Schrecken von Andromeda. Was war schon eine grüne Sonne neben gewaltigen lebenden Asteroiden, neben den widernatürlichen, monströsen Baphometen, neben dem überall spürbaren Würgegriff der Meister?

Er trat einen Schritt zurück und betrachtete sich selbst in der Spiegelung der transparenten Fläche. Der Darojib hatte ihn exzellent getarnt. Der Anzug, der sich sonst wie eine blaue Haut um seinen ganzen Körper legte, simulierte gegenwärtig die schwarze Kutte eines Meisters der Insel, inklusive der dazugehörigen holografischen Projektion der Galaxis Andromeda, die sein Gesicht verbarg. Für jeden Betrachter musste es aussehen, als gehöre Tuire zu jenem Zirkel der Zwölf, die das Sternenreich auspressten und in die Vorbereitung auf einen gewaltigen Krieg zwangen.

Wer Gegner oder Opfer dieser Auseinandersetzung werden sollte, war noch nicht bekannt. Allerdings gab es Grund zur Annahme, dass Mirona Thetin ihre Streitmacht gegen die Milchstraße führen wollte. Möglicherweise auch gegen die Menschen der Erde, jenes Volk also, bei dem Tuire in den zurückliegenden Jahren eine Heimat gefunden hatte.

Das würde er verhindern. Mit allen Mitteln.

Dir ist anderes vorherbestimmt, hauchte Achtaped.

Tuire schüttelte den fremden Gedanken ab. Der Darojib mochte seinen eigenen Willen haben, aber die Entscheidungen traf immer noch sein Träger. Er atmete ruhig ein und aus, sammelte seine Konzentration für das Zusammentreffen mit Faktor XII.

Die Kabine verlangsamte. Sie hatte die Spitze der Kuppel erreicht. Lautlos gab die Tür den Weg ins Innere frei.

Faktor XII. Semia Terjak. Die Frau, die – wie ihre Rangnummer Zwölf verriet – als neuestes Mitglied in den Kreis der Macht aufgenommen worden war.

Wann genau, wusste Tuire Sitareh nicht. Wie er selbst trugen viele Meister Pulsschwinger auf der Brust, die ihnen Unsterblichkeit verliehen. Mirona Thetin, die Gründerin des Zirkels, war über fünfzigtausend Jahre alt. Und Semia Terjak? Sie hatte Rhodan gegenüber erwähnt, dass sie zum ersten Mal am Ritual auf Multidon teilnahm – was auch immer das für eine Zeremonie sein mochte. Fand sie regelmäßig statt? Jährlich? War Terjak erst vor Kurzem zum Faktor geworden? Oder war dieses Ritual so selten, dass man jahrhundertelang an der Unterdrückung Andromeda mitwirken konnte, ohne je dabei zu sein?

Kurz gefragt: War sein Gegenüber eine blutige Anfängerin oder eine hochgefährliche Frau, die sich in Jahrhunderten jeden erdenklichen Trick angeeignet hatte? Tuire würde es herausfinden, so oder so.

Der Kuppelsaal mochte fünfundzwanzig Meter durchmessen. Decke und Wände waren nicht klar voneinander getrennt, sondern gingen fließend ineinander über. Abgesehen von einem stabilisierenden Gitter aus stahlgrauen Streben bestanden sie aus dem gleichen transparenten Material wie die Kabine, die Tuire eben verlassen hatte.

»Willkommen, Kort. Danke, dass Sie meine Einladung annehmen.« Die Frau erwartete ihn exakt in der Mitte des Raums. Gemäß ihrer Absprache mit Rhodan war sie allein. Sie hatte ein vertrauliches Treffen vorgeschlagen, ohne Zeugen, ohne Aufzeichnungsgeräte. Also gab es keine Leibgarde, weder aus Thetisern noch aus Kampfrobotern. Nur zwei Personen in schwarzen Roben, vor deren Gesichtern sich leuchtende Galaxien drehten.

Die Terraner hätten die Situation unweigerlich mit einer Pokerrunde verglichen. In Tuires Fall wurde das Spiel zusätzlich kompliziert, da er nicht einmal sein eigenes Blatt kannte. Im Grunde wusste er nicht viel mehr über Kort Daggenar alias Faktor X, als dass er vor wenigen Tagen bei einem bizarren Zwischenfall mit einem wahnsinnigen Baphomet gestorben war.

Das war definitiv zu wenig, um seine Rolle glaubwürdig zu spielen. Seine einzige Chance lag im Hang der Meister zu Isolation und Geheimniskrämerei. Die Herrscher über Andromeda kannten sich untereinander kaum. Das allein war der Grund, warum zuerst Perry Rhodan und nun Tuire Sitareh selbst die Rolle des Verstorbenen hatten übernehmen können. Rhodan hatte Terjaks Einladung erhalten, Tuire folgte ihr.

Wenn man es genau betrachtete, spielte er also einen Hochstapler, der einen Mächtigen spielte. Ein ausgesprochen gewagter Bluff.

»Warum wollten Sie mich sprechen?« Fragen stellen. Den anderen zum Reden zwingen. Je weniger Tuire selbst sagte, desto geringer war die Wahrscheinlichkeit, sich zu verraten. Im Grunde hatte sein Besuch nur den Zweck, Rhodan und seinem Team den Rücken freizuhalten: Terjak hatte Faktor X eingeladen, also musste Faktor X sie auch besuchen. Und da die Faktoren sich unter anderem mit ihren Zellaktivatoren auswiesen, konnten von der gesamten Besatzung der MAGELLAN nur Rhodan und Sitareh diese Rolle spielen.

»So vergesslich? Muss ich mein Angebot wiederholen?« Terjaks koketter Ton klang beinahe anzüglich.

Tuire war überrascht. Schon bei ihrem Gespräch mit Rhodan hatte sie unterschiedliche Persönlichkeitsfacetten präsentiert. Und nun gab sie die Verführerin? Auch dies war nicht geeignet, sie als sonderlich kompetent auszuweisen.

Oder war all dies nur eine Ablenkung von ihren eigentlichen Talenten? Sie hatte es immerhin in den Kreis der zwölf mächtigsten Wesen im Sternenreich von Andrumidia geschafft.

Tuire weigerte sich, ihr Spiel mitzuspielen. »Sie haben kein Angebot gemacht«, sagte er schroff. »Sie haben nur vage angedeutet, dass wir uns gegenseitig helfen könnten. Ich bin hier, also sagen Sie, was Sie zu sagen haben.«

»Faktor Elf.« Terjaks Stimme war auf einmal kühl und geschäftsmäßig, mit einem kaum wahrnehmbaren Unterton von gekränktem Stolz. Eine gefährliche Melange.

Tuire gab sich ungerührt. »Was ist mit ihm?«

»Er ist ehrgeizig.«

Tuire lachte leise. »Sind wir das nicht alle?«

»Ich meine ...«

Er schnitt ihr mit einer Geste das Wort ab. »Ich weiß, was Sie meinen. Mein Tod bedeutet seinen Aufstieg in der Hierarchie, und Sie haben Hinweise, dass Faktor Elf mein Dahinscheiden beschleunigt herbeiführen möchte. So in etwa?«

Unter der Sternenfratze seines Gegenübers erklang ein Schnauben. Es hätte gerade noch gefehlt, dass Semia Terjak mit dem Fuß aufstampfte. Ja, diese Frau machte es einem einfach, sie zu unterschätzen. »So in etwa«, bestätigte sie beleidigt.

Vorsicht, erklang Achtapeds Stimme in Tuires Geist. Sie ist gefährlich. Reize sie nicht.

Tuire ignorierte die warnende Nachricht. Terjak wollte etwas von ihm, also würde sie ihn nicht auf der Stelle töten. Und sobald er erst einmal zu Rhodan und seinem Team zurückgekehrt war, war er nicht mehr in Gefahr.

Warum willst du das tun?, fragte Achtaped.

Tuire verstand nicht, was der Anzug meinte. Er konnte jedoch nicht nachfragen. Denn Faktor XII brach das Schweigen. »Ich habe Beweise.«

»Zweifelsohne.« Er streckte die Hand aus.

Terjak trat auf ihn zu, zog aus den Tiefen ihrer Kutte einen kleinen Datenträger hervor. Tuire nahm ihn entgegen und steckte ihn in eine Tasche, die der Darojib in diesem Augenblick ausbildete.

Je länger Tuire über den Kreis der Meister der Insel nachdachte, desto mehr amüsierte ihn das seltsame Konstrukt: Neben Kooperation waren Mord und Intrige völlig anerkannte Mittel der Karriereförderung. Faktor XI wollte also Faktor X töten? Oder wollte Faktor XII Faktor X benutzen, um ihrerseits Faktor XI zu beseitigen? Tuire war froh, dass er sich nicht ernsthaft mit dieser Kabale beschäftigen musste. Und er goutierte die feine Ironie des Schicksals, dass beide möglichen Intrigen ins Leere laufen würden – einfach, weil der wirkliche Faktor X vor einigen Tagen auf Siren gestorben war.

Erneut meldete sich Achtaped. Ob Faktor Zehn lebt, ist deine Entscheidung.

Was?, dachte Tuire irritiert. Dann begriff er. Er selbst war Faktor X – und wie lange er diese Rolle ausfüllte, hing ganz allein von ihm ab. Für die Dauer dieses Gesprächs? Bis zum Ende von Rhodans Einsatz?

Länger?

Ein wohliger Schauer rieselte über seinen Rücken.

Sehr viel länger? Jahre? Jahrhunderte?

Ekstase überfiel ihn, überrollte ihn, bemächtigte sich seines Körpers, erfüllte sein ganzes Sein. Die Vorstellung der fast unbegrenzten Macht, die er in Händen halten könnte ... Nur neun Faktoren standen über ihm. Irgendwann würde er weiter aufrücken, bis er über die Machtmittel einer ganzen Galaxis gebot ... Beinahe hätte er laut gekeucht; mit Mühe gelang es ihm, ein wildes Zucken der Glieder zu vermeiden.

Er wusste, dass der Darojib das orgastische Gefühl auslöste. Das war Achtapeds Art, ihn zu belohnen, wenn Tuire etwas richtig gemacht hatte. Und eigentlich hatte der Anzug recht: Warum sollte er diese Art der Macht wieder abgeben? Wer wusste, wann er wieder eine solche Chance erhielt?

Er konnte etwas bewirken! Er konnte die Mittel der Meister gegen sie wenden, ihre Schreckensherrschaft beenden, selbst die Kontrolle über das Sternenreich von Andrumidia erringen ...

Erneut überliefen ihn Lustschauer, intensiver noch als vor wenigen Augenblicken. Wahrscheinlich konnte er Rhodan am besten helfen, indem er sich wirklich im innersten Kreis der Gegner einnistete. Ein Spion, wo niemand ihn erwartete ... Die Möglichkeiten, die sich daraus ergaben, waren schier unglaublich!

Auch wenn das hieß, dass er sich tatsächlich vor Faktor XI schützen musste ... Oder der allzu hilfsbereiten Semia Terjak ...

Eine grelle Sirene riss ihn aus seiner Phantasie.

Tuire wirbelte herum, suchte die Angreifer, doch er war nach wie vor allein mit Terjak. Ihrer Körpersprache nach war seine Gastgeberin genauso überrascht wie er selbst: Auch sie spähte durchs Kuppeldach, ob Raumschiffe oder Drohnen zu erkennen waren. Erst nach Sekunden aktivierte sie mit einigen Handgesten ein Hologramm. »Eine Explosion im Albatin!«, rief sie.

Tuire brauchte einige Augenblicke, bis er sich in der Darstellung zurechtfand. Terjak zeigte ihm ein rauchendes Trümmerfeld. Irgendein technisches Gerät war in die Luft geflogen. Rauchschwaden trieben umher. Kleinere Brandherde loderten. Dazwischen stolperten Gestalten ... Menschliche Gestalten und die unverkennbare Silhouette einer riesigen Maus mit Biberschwanz. Gucky! Dann war das Rhodans Team, das er dort sah!

Nun erkannte er auch seinen terranischen Freund. Er stand Mirona Thetin gegenüber – und die Anführerin ihrer Gegner hetzte Rhodan einen Baphomet auf den Hals. Das Wesen musste mehr als zwei Meter hoch sein. Der Körper wirkte wie aus Milchglas, fast transparent und weißlich, nur im Innern des Kopfs glühte ein einzelnes, rotes Licht. Trotz seiner wuchtigen Statur machte der Baphomet einen zerbrechlichen Eindruck, als könnte man ihn mit einem einzigen Steinwurf zerstören.

Das Gegenteil war richtig. Baphometen waren so gut wie unverwundbar, ihre Kraft unerreicht, und sie erfüllten die mörderischen Befehle der Meister mit fanatischer Hingabe. Dieser hatte zweifellos die Anweisung, Rhodan zu töten.

»Wir müssen ... helfen!«, rief Tuire mit gerade noch genug Geistesgegenwart, um den Namen »Perry« nicht laut hinauszurufen. Für Terjak war Rhodan der Feind in dieser Auseinandersetzung. Tuire konnte es egal sein, solange sie ihn schnellstmöglich zum Ort des Geschehens brachte. Er war sich zwar nicht sicher, ob der Darojib einem Baphomet etwas entgegenzusetzen hatte. Es würde ein Kampf mit ungewissem Ausgang werden. Aber ohne dieses Risiko waren Rhodan und seine Begleiter mit Sicherheit verloren.

Terjak rührte sich nicht. Seelenruhig betrachtete sie das Holo.

Tuire verstand. Diese Frau war eiskalt. Wie auch immer der Kampf ausging, ob Rhodan unterlag oder Thetin: Die Meister der Insel konnten nur gewinnen. Starb Perry Rhodan, war ein äußerer Feind beseitigt. Unterlag Mirona Thetin, erhielten alle anderen Faktoren eine unerwartete Beförderung. Er selbst wäre dann schon Faktor IX ...

Nein! Das konnte er nicht zulassen! Er musste Rhodan helfen!

Dennoch verharrte er starr an Ort und Stelle, als wären seine Arme und Beine gelähmt.

Bleib hier, flüsterte Achtapeds Stimme ihm zu. Bis du da bist, ist sowieso alles vorbei. Wenn du eingreifst, fliegt nur deine Tarnung auf, sonst nichts. Du kannst nur verlieren.

Gebannt verfolgte Tuire das Geschehen. Achtaped hatte recht. Tuire hatte eine ungefähre Ahnung, wo Rhodan sich aufhalten musste. Aber bis er den genauen Ort entdeckt hatte, würden Minuten vergehen – und der Kampf würde sich bereits in den nächsten Sekunden entscheiden. Der Baphomet schritt langsam auf Rhodan zu, würde ihn einfach zerquetschen.

Und dann ... Es geschah alles viel zu schnell. Gucky erschien neben Rhodan. Thetin flog durch den Raum, prallte gegen eine Wand. Der Baphomet, diese unaufhaltbare Tötungsmaschine ... Er zögerte! Etwas hielt ihn davon ab, sein Werk zu vollenden.

Sprachlos sah Tuire zu, wie das Kunstwesen von Rhodan abließ und die Flucht ergriff. Der Baphomet stürmte durch das Zentrum von Thetins Macht, kollidierte mit der unverwechselbaren, riesigen Form eines lebensverlängernden Physiotrons – und verging!

Das rätselhafte, unersetzliche Gerät begann zu glühen. Immer heller strahlte es auf und verlor dabei an Volumen. Es schmolz in sich zusammen und riss die mörderische Erscheinung in den Tod.

»Das hat Faktor Eins ja fein hingekriegt«, bemerkte Terjak nüchtern. Sie desaktivierte das Holo. »Anscheinend ist dieser Rhodan wahrhaftig so gefährlich, wie immer erzählt wird. Ich schätze, wir sollten uns eine Weile heraushalten. Soll ihr Liebhaber doch aufräumen.«

»Nein«, widersprach Tuire, »wir müssen helfen!« Der Satz ging ihm dieses Mal entschiedener über die Lippen. »Ich muss helfen!« Er wirbelte herum und rannte zur Transportkabine. Wieso war er überhaupt noch hier? Wieso hatte er auf Achtaped gehört?

Als die Kabine ihren Abstieg begann, begriff er, warum er nun handeln konnte und zuvor nicht. Gleichzeitig mit der Zerstörung des Physiotrons war Achtaped verstummt. Die Stimme des Darojibs hatte ihre Macht über Tuire Sitareh verloren.

2.

Das dröhnende Schweigen in seinem Kopf stand in scharfem Kontrast zum Sirenengeheul draußen. Nicht nur, dass die betäubenden Einflüsterungen des Darojibs verstummt waren. Auch Thaynar blieb still – die andere Gedankenstimme. Jene, die Tuire malträtiert und gequält hatte, solange er sich zurückerinnern konnte.

Zum allerersten Mal in seiner bewussten Existenz war er mit seinen Gedanken allein. Er genoss es. Wen kümmerte es da, wenn draußen die Welt unterging?

Ihn sollte es kümmern. Irgendwo dort waren Perry Rhodan und seine Begleiter, und mit ziemlicher Sicherheit steckten sie in Schwierigkeiten, auch ohne angreifenden Baphomet. Tuire Sitarehs Kabine bewegte sich in einer breiten Schraubbewegung die Außenwand der Kuppel entlang abwärts, vorbei an jenem kleinen Hangar, in dem er zuvor seinen Gleiter geparkt hatte.

Hastig versuchte er, sie anhalten zu lassen, doch die Bedienelemente ignorierten seine Eingaben hartnäckig. Bis zur kalten, stählernen Oberfläche Multidons ging es hinunter. Erst dort gab der gläserne Quader ihn frei. Danach hob er sich sofort wieder in den Himmel.

Tuire orientierte sich. Alles auf Multidon war riesenhaft: Die gläsernen Kuppeln und metallenen Türme hoben sich Hunderte Meter in den Himmel, teilweise sogar Kilometer. Die Flugfahrzeuge, die Materialien zwischen den Rüstungsfabriken hin- und hertransportierten, wären andernorts als Raumschiffe durchgegangen. Die Straßenzüge zwischen den Gigantgebäuden waren mindestens fünfzig, teils mehr als hundert Meter breit, sodass man trotz der Architektur eine gute Fernsicht hatte.

Im Moment bewegte sich fast alles auf Multidon in eine Richtung: dem Orcus entgegen, jener mehrere Kilometer durchmessenden, trichterartigen Senke, in der Mirona Thetin ihr Hauptquartier aufgeschlagen hatte. Dort hatte sich der Kampf abgespielt, den Tuire im Hologramm verfolgt hatte. Dort musste er hin, so schnell wie möglich!

Er sah an der Kuppelwand empor. Sollte er es wagen, mit dem Darojib zum Hangar emporzufliegen und seinen Gleiter zu holen? Aber was, wenn mit Achtapeds Verstummen auch die Funktionsfähigkeit des Anzugs eingeschränkt war? Wenn das System plötzlich aussetzte, wollte er lieber mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen, als mehrere Hundert Meter hoch vor einer wahrscheinlich ohnehin verschlossenen Tür zu schweben.

Zu den Materialtransporten gesellten sich inzwischen Truppenbewegungen. Was auch immer Rhodan getan hatte: Es hatte die thetisischen Wachtruppen aufgescheucht. Tuire erblickte Truppentransporter, wie er sie schon auf mehreren Welten Andromedas zu Gesicht bekommen hatten. Zu seiner Überraschung sah er auch Bodentruppen, die sich im Laufschritt durch die Straßen bewegten.

Er überlegte, sich ebenfalls als Thetiser zu tarnen. Sein Kostüm als Faktor X machte ihn zwar unantastbar, aber auch langsam – ein Meister der Insel, der wie von Furien gehetzt durch die Straße rannte, wäre mit Sicherheit verdächtig.

Wenn er allerdings über den Dingen schwebte, im wahrsten Sinne des Wortes ... Einen Höhenflug von mehreren Hundert Metern musste er ja nicht riskieren. Er konnte einfach knapp über die Köpfe der Thetiser hinwegfliegen.

Er gab dem Darojib den entsprechenden Gedankenbefehl. Das unerklärliche Stück Technik, das er erst von dem Geisteswesen ES erhalten hatte, löste die taktischen Fragen für ihn, allerdings auf höchst unwillkommene Weise: Tuire blieb nicht nur am Boden, sondern überdies brach seine Tarnung zusammen. Statt in der schwarzen Kutte eines Meisters der Insel sah er sich nun in der Grundgestalt des Darojibs, der blauen Folie, die an seinem Körper anlag wie eine zweite Haut.

Tuire verbiss sich einen Fluch. Wenn Flug- und Tarnmodus nicht funktionierten, wie stand es mit den Schutzfunktionen des Anzugs? Für jeden der herumlaufenden Thetiser war klar erkennbar, dass Tuire nicht auf diese Welt gehörte. Wenn einer auf ihn schösse, würde der Anzug einen rettenden Energieschirm aufbauen?

Es gab nur eine Möglichkeit, das herauszufinden – und auf diese wollte Tuire es keineswegs ankommen lassen.

Er kauerte sich in eine Nische der Kuppelwand und durchdachte seine Möglichkeiten. Er musste zum Orcus, hatte also das gleiche Ziel wie die marschierenden Thetiser. Dort, wo er sich gerade befand, konnte er ihnen noch einigermaßen ausweichen. Aber spätestens am Ziel würden sie ihn auf jeden Fall bemerken.

Er brauchte also eine Verkleidung.