Pilgern - Michael Hainz - E-Book

Pilgern E-Book

Michael Hainz

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Beschreibung

Spirituell pilgern, wie geht das? Wie können wir die Wunder am Weg verkosten, die Mühen bewältigen und aufbrechende Entscheidungsfragen klären? Wie gewinnt unser Pilgern Tiefgang und wirkt sich nachhaltig fruchtbar auf unser "Lebensgehäuse" aus? Wie gelingt es uns, achtsam in jenes bereits anwesende Geheimnis und Ziel menschlicher Existenz hineinzulaufen? Das Buch inspiriert und leitet zum Üben an. Es schöpft aus der Tradition des Mystikers Ignatius von Loyola (1491–1556). Er verstand sich als Pilger und entwickelte aus seinen Pilgererfahrungen eine profilierte Spiritualität, die helfen will, pilgernd Gott zu suchen und zu finden.

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Seitenzahl: 103

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Michael HainzPilgernHineinlaufen in Gottes Gegenwart

Ignatianische Impulse

Herausgegeben von Igna Kramp CJ, Stefan Kiechle SJ und Stefan Hofmann SJ

Band 97

Ignatianische Impulse gründen in der Spiritualität des Ignatius von Loyola. Diese wird heute von vielen Menschen neu entdeckt.

Ignatianische Impulse greifen aktuelle und existentielle Fragen wie auch umstrittene Themen auf. Weltoffen und konkret, lebensnah und nach vorne gerichtet, gut lesbar und persönlich anregend sprechen sie suchende Menschen an und helfen ihnen, das alltägliche Leben spirituell zu deuten und zu gestalten.

Ignatianische Impulse werden begleitet durch den Jesuitenorden, der von Ignatius gegründet wurde. Ihre Themen orientieren sich an dem, was Jesuiten heute als ihre Leitlinien gewählt haben: Christlicher Glaube – soziale Gerechtigkeit – interreligiöser Dialog – moderne Kultur.

Michael Hainz

Pilgern

Hineinlaufen in Gottes Gegenwart

Der Umwelt zuliebe verzichten wir bei unseren Büchern auf Folienverpackung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar.

© 2023 Echter Verlag GmbH, Würzburg

www.echter.de

E-Book-Herstellung und Auslieferung: Brockhaus Commission, Kornwestheim, www.brocom.de

ISBN

978-3-429-05895-1

978-3-429-05282-9 (PDF)

978-3-429-06625-3 (ePub)

Inhalt

Worum es in diesem Buch geht

1. Pilgern: Was ist das?

Herkunft des Pilgerbegriffs

Pilgern und Wallfahren

Pilgern ist doch kein Tourismus

Pilgern als Wandern plus x?

Was unterscheidet das zeitgenössische vom »alten« Pilgern?

2. Ein ferner Pilger, der noch heute zum Pilgern herausfordert: Ignatius von Loyola (1491–1556)

Wie wurde Iñigo zum Pilger?

Warum wählte er Jerusalem als Pilgerziel?

Welche Erfahrungen machte Iñigo beim Pilgern?

Welche Motive prägten sein Pilgern?

Wie Ignatius noch heute Pilger »zeugt«

Camino Ignaciano

3. Ein jesuitischer Pilgerrucksack:Spirituelle Übungselemente zum Pilgern

Den Rucksack packen als Einübung ins Geschaffensein

Vom Vorrang der Gnade: kein Start ohne Segen

Meine Sehnsucht ins Gebet bringen

Voller Staunen und Dankbarkeit:Von der Kunst der Wahrnehmung

Die Bibel als Proviant:vom Kauen des Evangeliums

Pilgerbeziehungen ignatianisch deuten

Pilgern als Einübung in die Kontemplation

Das Gebet der liebenden Aufmerksamkeit

4. Pilgernd Gott in allem suchen und finden

Ehrfurcht vor dem »Ich-bin-da«

Ignatianische Entscheidungshilfen

Lasten tragen mit einem Gefährten an der Seite

Was sich in der Liebe entschlüsseln lässt

Irdisches Vorangehen: himmelwärts

»Resignatio«: Ergebenheit in den dreieinen Gott

Hineinlaufen in deine Gegenwart

Abkürzungen und Werke des Ignatius von Loyola

Anmerkungen

Worum es in diesem Buch geht

Dem Pilgern wohnt zweifellos ein Zauber inne. Es fasziniert und lockt Hunderttausende, ja Millionen Menschen ganz verschiedener Milieus und Generationen, Weltanschauungen und Glaubensrichtungen, sich auf unbekannte, oftmals weite und unbequeme Wege zu machen. Für die vergangenen 50 Jahre lässt sich von einem regelrechten Pilgerboom sprechen: 1970 erhielten 68 Menschen die Pilgerurkunde für die Bewältigung der letzten 100 (zu Fuß) oder 200 Kilometer (mit Rad oder Esel) des Jakobsweges nach Santiago de Compostela. Im Heiligen Jahr 2022 waren es bereits mehr als 430 000! Neben dem weit verzweigten Netz der Jakobswege werden viele weitere – neu erschlossene – Pilgerwege begangen: länderübergreifende Wege (z.B. Jerusalemweg, Via Francigena, Via Romea, Martinusweg oder Olavsweg), die etwa 2500 km langen Lutherwege oder kürzere Routen (z.B. Camino Ignaciano, Franziskusweg, Ökumenischer Pilgerweg, Weg der Stille, Weg der Entschleunigung oder Weg des Buches und viele andere). Nach religionsgeographischen Untersuchungen gibt es in Europa ungefähr 6000 christliche Pilgerstätten (davon 1000 in Deutschland), die pro Jahr insgesamt 60 bis 70 Millionen Pilger anziehen.1 Weltweit pilgern nach Schätzungen der Tourismusorganisation der Vereinten Nationen jährlich ungefähr 330 Millionen Menschen zu religiösen Stätten.2 Dies macht fast ein Drittel der gesamten nichtgeschäftlichen Reisen aus.3

Neugierig geworden vom Hörensagen, dass Pilgern toll, wohltuend und heilsam sei, beginnen manche, von Freunden begleitet, mit einem dreitägigen »Pilgerchen« oder sammeln unter Anleitung einer spirituellen Pilgerbegleiterin erste Erfahrungen. Andere Einsteiger machen sich durch die ausgiebige Lektüre von Pilgerliteratur und -websites oder durch das Fachsimpeln mit erfahrenen Pilgernden kundig, bevor sie ihr erstes Pilgerabenteuer starten. Wenn sie davon begeistert sich ein weit entferntes Ziel – Santiago de Compostela, Rom oder Jerusalem – vornehmen, opfern sie dafür mehrjährige Urlaubszeiten oder eine ausgedehnte Sabbatzeit.

In welcher Phase der Befassung mit dem Pilgern Sie, lieber Leser, liebe Leserin, sich auch befinden – als schnuppernder Anfänger, der gerade die Fährte des Pilgerns aufnimmt, als jemand, der bereits mehrere Routen ausprobiert hat, oder als langjährige Wiederholungstäterin, die ihre Pilgererfahrungen zu vertiefen wünscht –, eine Grundfrage wird sich Ihnen ungefähr so stellen: Wie kann ich meine Pilgersehnsucht in eine gelungene Pilgerpraxis überführen, die mich auch im Nachhinein zufriedenstellt und auf mein ganzes »Lebensgehäuse« heilsam ausstrahlt? Wie pilgere ich, kurz gesagt, sinnvoll und fruchtbar? Wie geht das, spirituell zu pilgern?

Darauf möchte ich hier eine Antwort versuchen, jedoch nicht, indem ich unmittelbar von meinen Pilgererfahrungen erzähle. Auch nicht durch ein Sachbuch, das eine Pilgerroute beschreibt, technisch-praktische Tipps gibt oder wissenschaftliche Ansprüche erhebt. Gewisse Einsichten der Pilgerforschung werde ich nur aufgreifen, um die Eigenart des Pilgerns zu klären. Als praktisch versteht sich dieses Werk gleichwohl, insofern es praxisdienliche Impulse und Inspirationen zu einem profilierten spirituellen Vollzug des Pilgerns gibt. Es ist auch in dem Sinn ein Weg-Buch, dass es Markierungen anbringt. Sie erlauben, den geistlichen Inspirationen eines bewährten Pilgers und Pilgerführers zu folgen, der seine Identität als »Pilger« verstand: des Basken Iñigo de Loyola (1491–1556). Er ist unter seinem später latinisierten Namen Ignatius von Loyola besser bekannt.

Somit reiht sich dieses Bändchen in das riesige Angebot so genannter spiritueller Pilgerliteratur ein. Es nimmt die Grundanliegen dieser Spiritualität auf und will tastend in sie einführen: in ihre Suchbewegung und Freiheitlichkeit, in ihre Erfahrungsbezogenheit, Ganzheitlichkeit und Innerlichkeit. Der hier vorgelegte Versuch gibt sich allerdings nicht damit zufrieden, Spirituelles auf schöne, berührende oder wohltuende Erfahrungen zu verengen. Er strebt Tiefgang an, indem er dazu anleitet und herausfordert, alle, auch die lästigen und harten Erfahrungen des Pilgerns, in Beziehung zu setzen zu einem abgründigen Geheimnis – zu jenem letzten Woher und Woraufhin, jener tragenden Gegenwart und Beheimatung des Menschen und des Universums, die die christliche Tradition als »Gott« bezeichnet und als an-sprechend und ansprechbar versteht. Diese – was für ein Wort! – gottbezogene Erschließung des Pilgerns möchte Sie, liebe Leserin, lieber Leser, dazu einladen, Pilgern als Chance zu erproben, mit Gott und dem gott-menschlichen Pilger Jesus in Verbindung zu treten. Sie hebt sich somit von Zugängen ab, Pilgerspiritualität ganz und gar vom Individuum her zu verstehen oder es mit esoterischen oder schamanistischen Vorstellungen und Ritualen zu unterlegen.

Der hier vorgestellte christliche Ansatz gewinnt zusätzlich dadurch an Profil, dass er das Pilgern von Inspirationen der ignatianischen Spiritualität her entfaltet. Diese von Ignatius geprägte Form, spirituell zu sein, zeichnet sich durch mehrere – später zu erläuternde – Merkmale aus: Sie geht von einem ganzheitlichen Verständnis des Menschen aus, bezieht also sein Vorstellungsvermögen und seine Affekte, seine Leiblichkeit und Geistigkeit, seine leiblichen und geistlichen Sinne in seinen Welt- und Gottesbezug ein. Sie nimmt die menschliche Freiheit und das unmittelbare Wirken des Schöpfers an seinem Geschöpf ernst. Sie betont die Bedeutung des Übens und die Prozesshaftigkeit spiritueller Vollzüge. Eine ihrer besonderen Stärken liegt darin, Hilfen zur Unterscheidung ungeklärter Seelenzustände und zum Treffen stimmiger Entscheidungen anzubieten. Dabei verbindet sie die Wertschätzung des Individuums mit seiner Einbindung in eine unterstützende religiöse Gemeinschaft. Sie stellt keine Sonderspiritualität dar, sondern ist zutiefst biblisch geprägt. Im Glauben daran, dass Gott in Jesus Mensch geworden ist, um die Welt, so wie sie ist, zu retten und heimzuholen, eignet der ignatianischen Spiritualität eine positive Weltbejahung und ein nüchterner, gelassener Realismus. Dadurch gewinnt sie auch die Weite, nicht nur »fromme Nischen« zu bedienen, sondern alle menschlichen und weltlichen Lebensbereiche, darunter auch das Pilgern, als Feld mit einem Schatz anzusehen – ignatianisch formuliert: um Gott zu suchen und zu finden in allen Dingen und Vollzügen. Dafür will dieses Büchlein also eine Hilfe sein: damit Sie, liebe Leserin, lieber Leser, jenes letzte, liebende Geheimnis, Gott, beim Pilgern besser entdecken und daraus leben können.

Dem Realismus der ignatianischen Spiritualität entsprechend, wird zunächst auf konkrete Ausgangsbedingungen des Pilgerns eingegangen. Dazu wird in Kapitel 1 der Frage nachgegangen, was die Eigenart des Pilgerns ausmacht. Klärungen werden erzielt mit Blick auf die Herkunft des Pilgerbegriffs und durch die Abgrenzung vom Wallfahren, Tourismus, Wandern und von den Merkmalen der mittelalterlichen peregrinatio. Wie der am Königshof ausgebildete Ignatius zum Pilger wurde, warum er Jerusalem als Ziel wählte, welche Erfahrungen er auf seinem Weg sammelte, wird im zweiten Kapitel im Hinblick darauf entfaltet: Was können heutige Pilgernde von seiner Weise des Pilgerns lernen? Im dritten Kapitel werden konkrete Übungen aus dem Schatzkästchen ignatianischer Spiritualität vorgestellt, die dem praktischen Vollzug spirituellen Pilgerns dienen. Schließlich werden (Kapitel 4) grundlegende Haltungen und Einsichten ignatianischer Spiritualität entfaltet, die dem Pilgern Profil und Tiefe geben und helfen, darin Gottes Spuren zu entdecken. All dies wird zusammenfassend gedeutet mit Hilfe des titelgebenden Verses der Pilgerpoetin Hildegard Aepli: »um nichts anderes geht es als dass ich in dich hineinlaufe in deine Gegenwart«4.

Dieses Buch ist geschrieben anlässlich des 500. Jubiläums jener Pilgerreise, die Ignatius von Loyola 1523 nach Jerusalem unternahm. Es entstand in Dankbarkeit dafür, dass ich selbst von dieser Spiritualität inspiriert pilgern und leben darf – angeleitet von vielen Mitbrüdern im Jesuitenorden und unterstützt von meinen Pilgerfreundinnen und -freunden Monika Gerdes, Esther Zeiher, Hildegard Aepli, Christine Dittlbacher, Sr. Laetitia Fech, Johannes Aschauer und Br. Andreas Knapp. Den Herausgebern dieser Reihe, Stefan Kiechle SJ, Igna Kramp CJ und Stefan Hofmann SJ sowie Sabine Neis und Guido Sauer sage ich ein herzliches Vergelt’s Gott für ihre wertvollen Anmerkungen.

1. Pilgern: Was ist das?

»Pilgern« ist ein umstrittener Begriff. Denn er kommt in sehr unterschiedlichen Formen und Zusammenhängen vor. Auch wird manches als »Pilgern« ausgegeben, dem diese Kennzeichnung nicht zusteht. Es ist deshalb gar nicht so leicht, »Pilgern« zu definieren.

Zunächst einmal findet sich Pilgern als religiöse Praxis seit urdenklichen Zeiten in allen Weltreligionen: im Judentum (nach Sichem, Beth-El und Beerscheba, zum Alt-Jerusalemer Tempel, zur heutigen Westmauer und zu Gräbern berühmter Rabbis), im Hinduismus (klassisch zu Tirthas, Furten am Fluss; prominent zum Krugfest Kumbh Mela), im Buddhismus (v.a. zu den vier mit dem Leben Buddhas verknüpften Orten Lumbini, Bodh Gaya, Sarath und Kushinagar), im Islam (in den drei Grundformen Haddsch, Umrah und Ziyara) und im Christentum (in vielen Spielarten als Bewegung sowohl hin zu heiligen Orten als auch zu heiligen Menschen, seien sie tot (»Reliquien«) oder lebend, z.B. Wüstenväter und Starzen, geistliche Lehrmeister.

Die jüngere historische und sozialwissenschaftliche, meist englischsprachige Forschung begreift darüber hinaus auch Erscheinungsweisen mit bloß zweitrangigem oder mehr oder weniger fehlendem Religionsbezug als »pilgrimages«, wo etwa medizinische oder politische Zwecke im Vordergrund standen: In Ägypten gibt es Hinweise auf populäre »Pilgertouren« im Neuen Reich (1550 bis 1070 v. Chr.) zu den zu Heilungszwecken aufgesuchten Heiligtümern bei Deir-el-Bahari an der Westseite des Nils. In Anatolien (heutige Türkei) fand man im zweiten Jahrtausend vor Christus bei den Hethitern eine Form des »Pilgerns«, bei der die königliche Familie von einem sakralen Ort zum anderen zog und jeweils an Ritualen und Zeremonien teilnahm. Allein für die griechisch-römische Antike unterscheiden Elsner und Rutherford5 zwanzig verschiedene Typen von »pilgrimages«, darunter die theoria (griechische Stadtstaaten schickten Delegationen zu gesamtgriechischen Zeremonien nach Olympia, Delphi oder Isthmus), die Befragung von Orakeln sowie das Pilgern von Künstlern, zur intellektuellen Erleuchtung und zur Initiation in die Gesellschaft.

Viele jüngere Veröffentlichungen der Sozialwissenschaft und Tourismusforschung definieren aktuelle »pilgrimages« ganz ohne Bezug zur (verfassten) Religion. Der Begriff sei nämlich nicht nur für die vielen sich als religionsfrei und/oder spirituell begreifenden Pilgernden zu öffnen. Einzubeziehen seien auch Besucher und Besucherinnen uralter, neuerdings wiederbelebter »sakraler Orte«, z.B. solche, die bei den roten Felstürmen in Sedona (Arizona, USA) Erdenergie »aufsaugen« oder die esoterische Macht steinerner Gebilde bei Stonehenge (England) beschwören. Auch hätten Formen des so genannten dark tourism (dunkler Tourismus) oder thanatourism (Todestourismus) als »pilgrimages« zu gelten: wenn etwa Menschen das Grab von Michael Jackson oder die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vaschem in Israel aufsuchen. Zu berücksichtigen sind zudem Pilgertouren mit programmatischer Ausrichtung: gegen das nukleare Wettrüsten (nach dem Beispiel von Gerard W. Hughes6), für Frieden und interreligiösen Dialog (Christian Rutishauser7) oder zugunsten der Nachhaltigkeit (grünes Pilgern8, Klimapilgern). Außerdem wird Pilgern zur Therapie von Jugendlichen und zur Resozialisierung von Strafgefangenen genutzt. Eine letzte Hürde für eine glatte Definition des Pilgerns stellt das Interesse der Tourismuswirtschaft dar, den Boom des Pilgerns als Geschäftsmodell zu nutzen.9 Sie erklärt Wanderrouten ohne tiefere Qualifizierung zu »Pilgerwegen« und verkauft jede angeblich sanfte Fortbewegung in freier Natur werbewirksam als »Pilgern«.

Herkunft des Pilgerbegriffs

Hilfreich für das Verständnis und die Praxis heutigen Pilgerns ist ein Blick auf die Herkunft des Pilgerbegriffs.10