Pour Toujours - Bianka Kitzke - E-Book

Pour Toujours E-Book

Bianka Kitzke

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Beschreibung

Es ist eine Achterbahn der Gefühle! Was hatte dieser Etienne nur an sich das Clare so aus der Fassung bringt? Die kleinste Berührung, der kleinste Hauch seines Atems und seiner Stimme, lassen ihre Gefühle völlig aus der Reihe tanzen und eine wohlige Wärme in ihrem Schoss ausbreiten. Wird sie ihm standhaft bleiben oder sich in ihm verlieren?

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Seitenzahl: 303

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Bianka Kitzke

Pour Toujours

Band 1

Bianka Kitzke

Pour Toujours

Für immer & ewig

Roman

Texte: © 2026 Copyright by Bianka Kitzke

Umschlaggestaltung: © 2026 Copyright by Bianka Kitzke, Canva

Verlag:

Bianka Kitzke

Blumenstraße 26

75056 Sulzfeld

[email protected]

www.biankakitzke.wixsite.com/autorin

Herstellung: epubli – ein Service der neopubli GmbH, Köpenicker Straße 154a, 10997 Berlin

Kontaktadresse nach EU-Produktsicherheitsverordnung: [email protected]

Clare

„Komm schon, das wird ein Spaß … das wird lustig … ein paar Tage, wo es nur uns Mädels gibt, ehe du für ganze zwei Wochen im Urlaub bist“, habe ich zu hören bekommen, als mich meine beste Freundin Estelle bei unserem letzten Mädels Abend zu überreden versuchte mit ihr auf das Hafenfest in Hamburg zu gehen. Ich habe mich breitschlagen lassen und stand nun inmitten von den ganzen Leuten, den Ständen und den ganzen Imbissbuden rund um den Hafen und werde von einer Ecke in die andere geschoben. Wie konnte ich mir das nur antun? Hamburg ist eine wunderschöne Stadt und ich bin im Grunde genommen nur mitgefahren, um Estelle nicht zu enttäuschen, denn im Normalfall wäre ich erst zur Einschiffung am Hafen angekommen.

Ich wurde in der Gegend umhergeschubst, während Estelle auf der Suche nach einer Toilette, verschwunden ist. Ich war definitiv total fehl am Platz und versuchte mich irgendwie durch die Menge zu schieben, was sich als schwerer darstellte, als ich dachte. Fast wäre über das Stromkabel des Imbisswagens gestürzt, als mich zwei starke Hände an der Hüfte festhielten und geschickt zur Seite drehen. Ich pralle gegen eine feste Männerbrust, die sich anfühlt, als wäre sie aus reinem Stahl. Ich hob Kopf und erblicke das wahrscheinlich schönste Geschöpf auf dem Erdball. Strahlend blaue Augen sahen mich an und ein leichtes Grinsen zeichnete sich an seinem Mundwinkel ab, als er mich wieder gerade hinstellte.

„Alles in Ordnung?“, wurde ich gefragt und mir lief es eiskalt den Rücken runter. Oh mein Gott was für eine Stimme.

„Äh ja!“, antworte ich und sehe dem Fremden ein weiteres Mal in sein Gesicht.

„Schön aufpassen!“, grinst er mich erneut an, als er sich von mir entfernt und in der Menge verschwindet. Was war das? Ich richte meine Kleidung und begebe mich an die Anlegestelle der Schiffe, die bereits alle im Hafen eingelaufen waren. Kann ja heiter werden, auf einem Schiff wo sich fünftausend Menschen tummeln und ich mit meiner Menschenphobie. Von Estelle fehlte weiterhin jede Spur. Hoffentlich findet sie mich wieder? Tief beeindruckt stand ich vor dem Kreuzfahrtschiff, das vor wenigen Stunden angelegt hatte. Es war riesig und mindestens fünfzehn Stockwerke hoch. Und auf diesem Schiff werde ich die nächsten zwei Wochen meine Freizeit verbringen. Monatelang hatte ich gespart, bin Kellnern gegangen um mir zwei Wochen Urlaub auf einem Schiff leisten zu können. Was ja total verrückt ist, wenn man bedenkt, dass ich nicht schwimmen kann. Was würde ich also tun, wenn der Kahn absäuft? Wie angewurzelt stehe ich da und starre in die Höhe, als mich eine tiefe Männerstimme, aus meinen Gedanken reißt.

„Beeindruckend“. Erschrocken drehe ich mich um und erblicke erneut die wohl männlichste Gestalt, die ich je gesehen habe. Der Typ von vorhin. In seinem Anzug, der wohl den Perfektesten Körper, den ich mir vorstellen kann einhüllt, steht er hinter mir und lächelt. Mir steht der Mund offen und ich wende den Blick ab, um nicht noch bescheuerter auszusehen, als ich eh schon tat. Der Typ ist einfach atemberaubend. Kaum zu glauben, dass er mit mir redet.

„Ja total!“

„Ich meinte damit Sie und nicht das Schiff“, höre ich ihn sagen und drehe mich erneut zu ihm um. Oh! Ich lasse meinen Blick von seinen schwarzen Lederschuhen über seine Hose bis hin zu seinem Hemd, das über seiner Brust spannte, schweifen. Der Typ muss einer ausgereiften Frauenphantasie entsprungen sein. Beziehungsweise direkt meiner.

„Haben Sie sich verletzt, als Sie gestürzt sind?“, fragt er mich und sieht mich weiterhin an, ohne mich nur einen Augenblick aus den Augen zu lassen. Mir wird ganz heiß, wie er mich so ansieht und meinen Körper abcheckt. Dieser fleischgewordene Traum von einem Mann steht nur wenige Schritte von mir weg und spricht mit mir. Mir! – einem Mauerblümchen. Wieso?

„Gestürzt?“, sehe ich ihn fragend an und bemerke den irritierten Blick aus Augen, die so blau wie das Meer sind. Er zieht die Brauen leicht hoch und sieht mich weiterhin fragend an. Bin ich denn bescheuert?

„Oh! Ähm … ich glaube nicht“, sage ich und checke meinen Körper. Dabei fällt mir auf, dass ich mir meine Hand leicht aufgescheuert hatte und lasse sie rasch wieder nach unten gleiten. Wie ein schüchternes Mauerblümchen knete ich meine Hände und finde den Boden, auf dem ich stehe, äußerst ansprechend. Pflastersteine sind so was von interessant. Hat man mir eigentlich ins Hirn geschissen? Was tue ich denn da?

„Das sehe ich anders“, antwortet er mir jedoch und nimmt meine Hand in die seine. Ein Schauer läuft durch meine Venen und ich meine in Ohnmacht fallen zu müssen. Der Duft seines Eau de Toilette, eine Mischung aus Pampelmuse, Pfefferminze und Blutmandarine mit der unvergleichlich intensiven Herznote aus Rose, Zimt, und würzigen Akkorden dringt zum mir herüber.

Oh Mann, der Typ ist wirklich heiß!

„Ich bin Etienne“, sagt er schließlich und hebt meine Hand an seine Lippen, um dort einen sehr zarten Kuss hinzuhauchen. Etienne! Oh mein Gott! Allein schon wie er seinen Namen flüstert, finde ich erregend. Ich spürte die Intensität dieses Kusses an meiner Hand, entlang durch meinen Bauch direkt in mein Höschen huschen. Der Mann hatte das Talent einer Frau nur mit einem Handkuss das Höschen zu befeuchten. Ein kleines Stöhnen entgleitet meinen Lippen und ich habe das Gefühl ein kleines Grinsen über seine Lippen huschen gesehen zu haben. Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, würde ich sagen, ich hatte soeben einen handfesten Orgasmus - ohne weitere Hilfsmittel.

„Ich … Claaare …“, sage ich etwas zu sehr langgezogen.

Wieso stotterst du denn jetzt?

Rasch räuspere ich mich und beginne von vorne. „Ich meine, ich heiße Clare!“

„Freut mich dich kennenzulernen, Clare“, grinst er und sieht mich mit verstohlenen Blicken an. Er hat kräftige dichte Brauen die in einem gleichmäßigen Abstand zueinander stehen und den Blick direkt auf seine Augen lenken. Seine Haut ist von der Sonne gebräunt und auf seinem Gesicht sind leichte Spuren von Stoppeln zu erkennen. Seine Haare sind blond mit Strähnen und leicht zerzaust. Er sieht aus, als käme er direkt aus dem Bett. In meinem Kopf spielen sich verrücktesten Dinge ab, während ich mein Gegenüber mit offenem Mund anstarre. Ich habe noch nie einen Mann so ungeniert angestarrt.

Dieser Typ räkelt sich vielleicht in meinen Träumen mit mir in den Laken, aber im realen Leben? Ich bin jetzt nicht die Art Frau, die jeden Tag von so einem heißen Gerät angesprochen wird. Im Normalfall laufen solchen Kerle nach einem kurzen Check-up mit einem Grinsen an mir vorbei und ich sehe sie nie wieder. Was mir bleibt sind die Luschen, die wie ich von den fleischgewordenen Sex-Objekten träumen.

Bestimmt kann er gut küssen.

Leicht erregt, ach was … ich stehe voll unter Strom, schließe ich die Augen um den Gedanken zu speichern.

„Clare? Sieh mich an“, höre ich Etienne und öffne meine Lider. Er stand so dich bei mir, dass ich glaubte seinen Herzschlag zu hören. Oder war das meiner?

„Du hast wunderschöne Augen“, lächelt er. „Ich habe keine Ahnung was hier gerade zwischen uns passiert, aber ich möchte dich gern wiedersehen“. Ich stehe vor ihm wie ein Trottel und starre ihn an.

„Mich?“

„Natürlich dich … hier … meine Nummer. Ruf mich an“.

Etienne reicht mir die Karte und küsste mir erneut die Hand, während er sich umdreht und mit einem Grinsen davon geht. Mit weichen Knien bleibe ich zurück und kann nicht glauben, dass all dies gerade passiert sein soll. Ich bin doch sonst nicht der Typ Frau, die einen solchen Typen anzieht! Was war jetzt anders? Verwirrt drehe ich mich um, ob gleich jeden Moment jemand angelaufen kommt und mir ins Ohr brüllt wie blöd ich ausgesehen habe als ich verarscht wurde.

„Es ist verdammt schwer ein Klo zu finden bei den vielen Menschen“, sagte Estelle zu mir, als sie endlich den Weg zu mir gefunden hatte.

„Alles ok?“

„Was? Ja alles ok!“, antworte ich ihr und gehe neben ihr her an die Promenade. Ich drehe mich noch einmal um und sehe, dass auch Etienne sich umgedreht hat um mir nach zu sehen. Ich habe keine Ahnung was gerade passiert ist, doch es war elektrisierend. Meine Beine sind einen Dreck gegen Wackelpudding.

Etienne

Ach herrje was war denn das gerade? Normalerweise spreche ich nicht einfach wildfremde Frauen an. Im Gegenteil. Sie sprachen mich an. Ganz zu schweigen, das es keine Frauen wie Clare eine war – eine stinknormale, aber sehr attraktive Frau mit Kurven, die zum dahin schmachten waren, sind die üblicherweise an meiner Hüfte kleben.

Clare! Allein ihr Name verursacht, dass ich total hart werde.

Clare! Ihre Haut ist weich und sie duftet nach Cappuccino mit einem Klecks Sahne. Ihre Augen braun wie die eines jungen Rehs. Ich bin seit einem Jahr mit keiner Frau mehr zusammen gewesen, außer ein paar sexuellen Abenteuern zum Dampf ab lassen. Das war nichts Ernstes und das wussten die Frauen, mit denen ich Sex hatte.

„Hey Brüderchen, wer war die Schnitte gerade?“

„Niemand! Habe ich nur zufällig getroffen!“

„Natürlich. Und deshalb bleibst du auch fünfzehn Minuten bei ihr stehen und fummelst an ihrer Hand rum“.

Oh Fuck! Sie hatten die Szenerie also beobachtet.

„Na und? Dann ist es halt so. Außerdem …“

„… triffst du dich mit ihr, legst sie dann flach und brichst ihr dann ihr kleines Herz in zwei“.

Erneut drehe ich mich um zu dem Platz zu sehen, wo wir gerade noch gestanden haben und stelle fest, dass auch Clare sich umgedreht hat.

Mein Herz beginnt zu pochen.

Alter was ist los mit dir?

„Wenn du ihr dann ihr Herz gebrochen hast, werde ich das Häschen trösten!“

„Ich werde ihr ganz sicher nicht das Herz brechen!“, flüstere ich und gehe hinter meinen blöden Brüdern her.

„Wir werden ja sehen!“

Clare

„Wer war denn das Schnuckelchen gerade?“, will Estelle schließlich wissen, als wir an einem der zahlreichen Cafés angekommen waren.

„Etienne!“

Ich lasse seinen Namen auf meiner Zunge zergehen wie Vollmilchschokolade mit flüssigem Kern und spüre sofort, wie es in meinem Bauch zu kribbeln anfängt.

„Etienne? Der Gekrönte! Nett“.

Nett? Nett, ist die kleine Schwester von Scheiße, höre ich mich in meinem Inneren sagen.

„Der ist nicht nett. Hast du ihn gesehen? Estelle, seine Augen sind blau wie der Ozean und sein Körper … Superman ist ein Scheißdreck dagegen“.

„Wow! Der Typ hat dir ja in der kurzen Zeit ganz schön den Kopf verdreht“.

„Blödsinn! Aber irgendwas hat er an sich, was mich ganz Konfus macht“. Estelle sieht mich an und grinst.

„Konfus? Du siehst aus, als habe er dir gerade das Hirn aus dem Leib gevögelt“.

Ich spüre, wie ich rot anlaufe. Die Vorstellung, dass Etienne mich vielleicht flachlegen könnte kommt mir zwar in den Sinn, doch ich verdränge sie auch wieder ganz schnell. Was will der denn mit einer wie mir?

„Ach du wieder!“, höre ich mich sagen ehe ich mich in einen dieser bequemen Rattan Sessel gleiten lasse.

„Ich persönlich finde du solltest dich dringend mal wieder flachlegen lassen.“ Meine letzte Beziehung ist zwei Jahre her und ich hatte seither auch keinen Sex mehr. Außer mit meinem batteriebetriebenen Freund, aber das zählt wohl eher zu Befriedigung des Drangs einen Schwanz zwischen den Beinen haben zu wollen. Vögeln ist im Moment, das Letzte an das ich gedacht habe. Ok, im Moment dachte ich wirklich daran!

„Ich würde mir vorkommen wie eine Schlampe, wenn ich mich von einem Mann der aussieht, wie die Models auf dem Cover der GQ ins Bett steige. Außerdem gibt es bestimmt genug Frauen in seiner Welt, die sich liebend gern das Höschen von ihm ausziehen lassen“.

„Und das möchtest du nicht?“

„Was möchte ich nicht?“

„Das er dir dein Höschen auszieht! Was denn sonst?“

„Nein!“, obwohl der Gedanke daran mich ziemlich heiß werden lässt. Estelle sah mich mit hochgezogener Braue an. Sie kennt mich und wusste, dass ich ihr gerade volle Kanne, was vom Auerochsen erzählt habe. Wer würde denn nicht gern das Höschen von einem Mann der aussieht wie der Sex Gott persönlich ausziehen lassen? Ich müsste im Kloster leben, wenn mir nicht der Gedanken gekommen ist.

„Ich spiele definitiv nicht in seiner Liga“.

Den Rest des Nachmittags verbringen Estelle und ich irgendwo in Hamburg, wo ich ständig mit dem Gefühl der Erregung konfrontiert werde, sobald nur der Name Etienne fiel.

Jap! Ich war untervögelt, ach was … ausgetrocknet wie die Wüste Gobi. Während ich gegen später in meinem Hotelzimmer liege, lasse ich die Karte mit Etiennes Nummer immer wieder zwischen meinen Finger hin und her gleiten. Soll ich? Soll ich nicht? Ruf mich an! Hatte er gesagt. Warum? Was wollte der mit einer grauen Maus wie mir? Ich war nicht besonders sexy, hatte ein Durchschnittsaussehen, hier und da ein paar Pfunde zu viel, obwohl ich laufen gehe und mich gesund ernähre. Und meine Klamotten waren nicht von Prada, Chanel und Co., sondern von der Stange. Ich nehme mir mein Handy und bin gerade dabei seine Nummer einzutippen, als ich mich wieder in mein Schneckenhaus zurückziehe und mir meine Hände vor das Gesicht schlage.

Fuck! Fuck! Fuck! Du bist eine feige graue Maus! Los ruf ihn an, drängt mich meine innere Stimme, als ich auch schon seine Nummer wähle. Schon nach dem ersten Klingeln höre ich die tiefe Stimme von Etienne. Erregung schießt mir sofort in meine Lenden. Scheiße!

„Hallo, hier ist … Clare!“

„Clare! Schön dass du dich entschieden hast dich doch zu melden“.

„Ja … du hast doch gesagt, ich soll dich anrufen“, höre ich mich sagen. Wie albern. Hast du noch nie mit einem Mann telefoniert? Etienne beginnt zu lachen. Himmel selbst sein Lachen bringt mich in Wallung.

„Ja das habe ich gesagt. In welchem Hotel bist du? Ich hole dich ab und wir gehen was essen und danach vielleicht noch was trinken“.

„Trinken?“

„Ja! Trinken … Flüssigkeit die den Hals hinunterläuft“.

„Ich weiß was trinken ist“, höre ich mich etwas stotternd sagen und wundere mich immer noch warum er gerade mit mir ausgehen möchte.

„Also möchtest du mit mir ausgehen? Wie ein … Date?“

„Ja ich möchte mit dir ausgehen. Essen und Trinken ist eine gute Voraussetzung für ein Date. Also! Wie lautet der Name deines Hotels?“

„Ich bin im Hafen Hotel“.

Bist du bescheuert?

Etienne

„Wir treffen uns in zwanzig Minuten in der Lobby. Sei pünktlich“.

Ohne auf ihre Antwort zu warten, lege ich auf. Mein Herzschlag verdreifacht sich in diesem Augenblick.

Clare! Ich schließe meine Augen und sehe sie bildlich vor mir.

Nackt, unter mir, ich in ihr … oh mein Gott. Reiß dich zusammen Mann. Hastig entkleide ich mich und springe unter die Dusche. Doch allein schon der Gedanke an den Abend macht mich heftig geil und ich nehme meinen dicken Schwanz in meine Hand und hole mir einen runter, bis ich schließlich zum Höhepunkt komme. Wenn, mich diese Frau so verrückt macht, gibt es nur eine Lösung. Ich muss sie Daten und dann vögeln.

Zwanzig Minuten später stehe ich am Eingang des Hafenhotels und betrete die Lobby. Die Fahrstuhltüren öffnen sich und ich sehe das Geschöpf meines Verlangens heraustreten. Mit einem Lächeln schreite ich auf sie zu und begrüße sie ganz Gentleman like mit einem Kuss auf den Handrücken.

„Clare! Es ist mir eine Freude dich wiederzusehen“, lächele ich und sehe wie sie errötet. Als ich jedoch sehe, wie sie ihre Lippen zwischen ihre Zähne packt, wird es mir ganz anders in der Leistengegend. Clare hat wunderschöne Lippen.

Lippen die geküsst werden möchten.

„Hör auf damit … Ich kann mich nicht konzentrieren, wenn ich daran denken muss, wie gern ich diese Lippen küssen möchte!“

Und schon im nächsten Augenblick geht meine Fantasie mit mir durch. Ich sehe Lippen, die sich um meinen Schwanz schmiegen, Lippen die ich mit meinen berühre. Rasch schüttle ich den Gedanken ab, greife ihr in den Rücken und schiebe sie zur Tür hinaus.

Clare

Ok! denke ich mir. Wir gehen nur was trinken! Bilde dir bloß nix drauf ein. Ach Quatsch – du hast ein Date! Zu diesem Anlass habe ich mich für einen schwarzen Bleistiftrock und ein Top mit Wasserfallausschnitt, dieser bis fast zum Bauchnabel reicht, entschieden. Meine Brüste stecken in einem roten, durchsichtigen BH mit passendem Höschen. Vielleicht war das Outfit auch etwas zu gewagt, aber wenn ich in Jeans und Sweater aufgekreuzt wäre, hätte Etienne sich gleich wieder verpisst.

Wow, der fleischgewordene Traum von willenlosem Sex, und er kommt direkt auf mich zu. Seine perfekt geraden Zähne strahlen in einem weiß, wie es nur in der Zahnpasta Werbung zu sehen ist. Automatisch nehme ich meine Lippe zwischen die Zähne, als Etienne mir lächelnd einen Kuss auf den Handrücken haucht. Oh Gott, ich stehe schon wieder in Flammen.

„Hör auf damit!“, tadelt er mich und ich lecke mir über die Lippe. „Ich kann mich nicht konzentrieren, wenn ich ständig daran denken muss, dass ich diese Lippen küssen möchte“.

Mit offenem Mund starre ich ihn wie eine Volltrottel an, während er mich lachend und mit einer Hand am unteren Teil von meinem Rücken nach draußen schiebt. Wow!

Hatte er gerade gesagt, er möchte meine Lippen küssen! Ich ignoriere das wohlige Gefühl, das sich in meiner Mitte sammelt und lasse mich zum Auto geleiten. Etienne öffnet mir die Tür eines schwarzen SUV und ich gleite auf die Ledersitze, während er die Tür hinter mir schließt. Wenige Minute später sitzt er neben mir und nimmt erneut meine Hand. Ein wohliger Schauer überkommt mich, als er kleine Kreise auf meinen Handballen zeichnet.

„Zum Petit Bonheur, bitte“, sagt er zu dem Fahrer, als dieser losfährt.

„Ich habe mich schon gefragt, wann du dich melden würdest. Ich konnte den ganzen Tag an nichts anderes denken. Ungewissheit macht mich rasend“.

„Etienne ich …“

„… lass uns einfach den Abend genießen“, sagt er zu mir und haucht mir einen Kuss auf meinen Handrücken. Mir wäre es lieber er würde mich richtig küssen oder berühren. Allein schon der Gedanke daran lässt mein Höschen glühen. Ich spüre die Hitze zwischen meinen Beinen und presse sie enger zusammen. Etienne hat bemerkt wie ich meine Sitzposition veränderte und sieht mich an.

„Alles in Ordnung?“ Seine Augen waren nicht mehr blau wie der Ozean, sondern dunkel wie der Himmel, nachdem der Mond aufgegangen war. Fast wild. Oh Mann der Typ ist der reinste Sex und ich muss mich beherrschen ihn nicht zu vernaschen.

„Ähm … ich glaube schon“, stottere ich.

„Entspanne dich“, flüstert er und streichelt weiterhin meine Hand. „Oder bist du bei Dates immer so … verkrampft?“

„Naja, im Normalfall habe ich keine Dates mit … vergiss es!“

„Nein, komm sag schon!“

„Ich habe keine Dates mit Männern“.

„Stehst du auf Frauen?“

„Nein! Ich meine damit, dass ich nie angesprochen werde“.

„Dann freut es mich umso mehr, das ich einer der wenigen bin der dich heute Abend beglücken darf!“

Ach herrje!

Etienne

Wieso um Himmels willen hat Clare keine Dates? Sie ist doch eine schöne Frau. Ich blicke sie lange an und erkenne die Unsicherheit. Sie ist schüchtern, vielleicht ein wenig zu schüchtern. Mich törnt es an, wenn sie mich ansieht wie ein Reh. Scheiße! Jetzt denke ich schon wieder nur daran, sie zu vögeln! Checkt die mich gerade ab? Na logisch! Und sie starrt auf meinen Schwanz. Alter, ich glaube mittlerweile, dass diese Frau gar nicht so schüchtern ist, wie sie tut. Ob sie wohl das Gleiche denkt in ihrem hübschen Köpfchen? Mein Blick gleitet an ihrem Körper abwärts. Dieses Oberteil ist der Wahnsinn. Wenn, ich mich nicht täusche, sehe ich rote Unterwäsche.

Oh mein Gott! Mein Freund im Süden zuckt und wackelt schon wieder bei dem Gedanken, ob sie vielleicht sogar den passenden Slip anhat. Ihre Hand zu halten und sie streichelt beruhigt mich irgendwie. Keine Ahnung warum, aber es tut es.

„Ich hoffe, du magst Französisch?“

Bist du verrückt geworden?

„Ich meine, französisches Essen. Tut mir leid“, sage ich noch, als ich ihren erschrockenen Gesichtsausdruck sehe. Wie peinlich!

„Das ist ja wieder so typisch für mich. Wenn ich aufgeregt bin, fange ich an zu quasseln“.

„Wie kann ein Mann wie du aufgeregt sein, wenn er mit einer Frau was essen geht?“

Ich blicke sie grinsend an und werde das Gefühl nicht so, dass es heftig knistert, zwischen uns.

Clare

Das glaube ich jetzt nicht. Hat er mich wirklich gefragt, ob ich französisch mag? In meinem Kopf explodieren gerade sämtliche Sicherungen über meinen Körper. Um mich abzulenken, lasse ich meinen Blick über seinen Oberkörper bis hin zu seinem Schritt gleiten. Sein Penis muss mächtig sein, denn ich kann die Umrisse nur zu gut erkennen.

Meine Konzentration verabschiedet sich und mein Hirn wird zu Wackelpudding. Bilder wie ich über seinen Schaft lecke und er dabei die Augen schließt tanzen umher. Ok es war keine gute Idee mir seinen Körper anzusehen.

„Gefällt dir, was du siehst?“

Wie ein Schulmädchen fange ich an zu stottern und höre ein „Brutal“ aus meinem Mund. Erschrocken zucke ich zusammen, als Etienne anfängt zu lachen.

„Komm, wir sind da“, sagt er mit einem verschmitzten Lächeln und steigt aus. Ich bin so bescheuert. Benimm dich gefälligst wie eine erwachsene Frau und nicht wie ein Teenager. Etienne öffnet mir erneut die Tür und führt mich an seinem Arm in das Restaurant.

„Ich dachte wir gehen was trinken?“

„Später! Erst müssen wir essen bevor wir trinken“.

Ach so stimmt ja! Wäre von Vorteil.

Wie kann man denn so neben der Spur stehen? Von einem Kellner werden wir an einen Tisch geleitet. Das Petit Bonheur ist ein Restaurant der gehobenen Klasse und man bekommt wirklich sehr schlecht einen Platz.

Etienne rückt mir den Stuhl zurecht und setzt sich direkt mir gegenüber. Sein Blick ruht auf mir und spüre schon wieder die Unsicherheit. Was tue ich hier? Ich erzittere förmlich als ich in sein Gesicht sehe und erkenne, dass sein Blick erneut an meinem Körper entlangschlängelt und an meinem Ausschnitt hängen bleibt. Die Lust sucht sich ihren Weg und sammelt sich in meinem Höschen. Am liebsten hätte ich ihn mir geschnappt, geküsst und ihn in seine Lippen gebissen, während meine Nägel über seine Haut schaben. Der Typ strahlt die pure Sexualität aus. Allein schon sein Blick scheint meiner Venus mitzuteilen, dass er sich jetzt lieber in den Laken wälzen würde. Etienne hatte den Schlafzimmerblick mehr als drauf. Mein Körper prickelte und leuchtete wie der Reaktorkern von Tschernobyl.

„Darf ich Ihnen schon was zu trinken bringen?“, fragt uns der Kellner und Etienne bestellt eine Flasche Chateau Tour Prignac Grande Reserve. Nicht schlecht, denke ich mir, auch wenn ich nicht weiß um was für einen Wein es sich dabei handelt, als der Kellner nur wenige Minuten mit der Flasche zurückkommt, die rote Flüssigkeit in ein Glas gießt, ehe Etienne ihn versucht.

„Sehr gut. Danke!“

Er entfernt sich und ich bin wieder mit dem Mann allein, der mich ansieht, als wolle er es gleich hier auf diesem Tisch mit mir machen. Ich sehe in sein Gesicht und folge seinem Blick auf mein Dekolleté. Meine Wahl hat seine Wirkung nicht verfehlt und meine innere Göttin Aphrodite reißt freudig die Hände in die Luft. Chacka!

„Erzähle mir von dir! Was führt dich nach Hamburg Clare?“

„Ich … meine Freundin und ich waren auf dem Hafenfest und … Ähm … Ja!“

„Wo kommst du her? Geschwister? Familie … einen Freund?“

Oh weia! Der ist ganz schön neugierig!

„Ich bin Single, mache Sport, gehe gern tanzen und Ähm …“, bin sexuell unbefriedigt, wollte ich schon sagen doch ich halte mich zurück.

„… bin ungern unter vielen Menschen. Und dich?“.

„Ich? … Ich bin wohnhaft in der Stadt und halte mich in Fitness Studios auf, wenn ich nicht gerade eine Freundin habe“.

Mein Blick ruht auf seinem Gesicht und ich werde neugierig. Etienne war bestimmt ein paar Jahre älter als ich, so Anfang bis Mitte dreißig, was mich ja nicht stört. Reifere Männer törnen mich doch eher an als solche Milchreisbubis in meinem Alter.

„Und wenn du eine Freundin hast, dann …“

„… dann bin ich zu sehr damit beschäftigt sie in meinem Bett zu halten und sie zu vögeln“.

Oh mein Gott, hatte er gerade wirklich vögeln gesagt? Mir wird der Mund trocken und ich musste einen schweren Kloß hinunterschlucken. Ich schließe die Augen und sehe förmlich das Bild vor mir, wie er sich über mich beugt und meine Lust stillt. Wie kann ein Mann mich nur aus der Fassung bringen. Rasch öffne ich die Augen und blicke Etienne an. Sein Blick scheint so, als hätte er meine Gedanken gelesen und ich erröte.

„Hast du dich schon entschieden, was du essen möchtest?“, fragt mich Etienne grinsend, als der Kellner neben uns an den Tisch tritt und ich ihn immer noch mit offenem Mund anstarre. Clare mache den Mund zu!

„Ähm ja … als Vorspeise nehme ich Carpaccio und als Hauptspeise die Lachs-Spinat-Rolle“.

„Ich nehme das Gleiche. Und zum Hauptgang nehmen wir den La belle Colombelle“, antwortet Etienne und reicht dem Kellner die Speisekarten.

„Dankeschön“. Er nickt und entfernt sich, während in meinem Kopf das Wort Vögeln Ping Pong spielt. Etienne trinkt einen Schluck von seinem Wein und ich bemerke, wie ich ihn dabei immer noch anstarre. Ach herrje ich bin echt untervögelt, wenn es mich schon antörnt, wie der Mann seinen Wein trinkt. Hör doch auf den Mann so anzustarren! Ich sehe, wie Etienne mich ansieht, als ich mir mit geschlossenen Augen den ersten Bissen meines wirklich perfekten Essens in den Mund schiebe. Allen Anscheins kämpft er mit der Selbstbeherrschung und schluckt schwer, als ich die Augen wieder öffne. Er sitzt nur wenige Zentimeter von mir weg und ich spüre deutlich, den Atemzug der über meine Haut gleitet, als er ausatmet. Schweigend bringen wir das Essen zu Ende, während Etienne mich immer wieder ansieht.

„Nachtisch?“

„Oh … liebend gern, aber ich glaube, dann platze ich!“

„Ok, dann lass uns gehen“, sagt er und winkt dem Kellner zu. Etienne zahlt und wir verlassen das Restaurant. Wir fahren ins Le Lion – Bar de Paris, eine Bar in Hamburg und wollen den Abend mit ein paar Cocktails ausklingen lassen. Etienne führt mich direkt an die Bar, wo ich mich so elegant wie nur möglich auf einen dieser Hocker gleiten lasse. Nachdem mit Etienne die Karte mit den Getränken gereicht hat, versuche ich mich erneut in Fassung zu halten. Auf der Karte stechen mir Getränke wie Sex on the Beach, Orgasmus und Ficken ins Auge.

Herrje Clare, reiß dich zusammen!

Frustriert lege ich die Karte weg und bestelle mir eine Pina Colada. Bei dem Getränk kann ich wohl nichts falsch machen.

Etienne

„Ich finde es schön, dass du meine Einladung angenommen hast!“, flüstere ich Clare nach dem ersten Schluck Wein ins Ohr und grinse sie an. Ich kann nicht anders, aber ich muss sie immer zu berühren. Meine Hand gleitet völlig automatisch zu ihrem Haar und wickelt eine Strähne ihres Haares um den Finger.

Ja ich bin scharf, verdammt.

Und ich will mein ganzes Leben nichts mehr zu vögeln haben, wenn ich dieses schüchterne Reh nicht heute Nacht erobern kann. Clare blickt mir in die Augen und sieht die pure Lust darin, während sie mit ihrem Atem meinen Duft in sich aufnimmt. Der Teufel soll mich holen wenn sie nicht, das gleiche, wie ich will.

„Du bist eine wunderschöne Frau. Lass uns woanders hingehen! Irgendwo hin wo uns nicht so viele Leute zuschauen“, flüstere ich, während ich ihrem Mund sehr nahe komme. Soll ich sie küssen? Wäre ich Hellseher könnte ich sehen, was Clare gerade durchmacht. Ich erkenne das sie mich genauso will wie ich sie. Keine Ahnung was plötzlich in sie gefahren ist, doch wie von der Tarantel gestochen springt Clare von ihrem Stuhl und sieht mich an. Sie erkennt, wie das pure Entsetzen in meinem Gesicht aufleuchtet.

„Na höre mal, für wen hältst du mich? Ich bin doch keine Schlampe. Danke für den netten Abend und das Essen, aber ich gehe jetzt“, höre ich sie brüllen und zum Ausgang eilen.

Fuck! Ich muss sie aufhalten!

„Warte! So habe ich das nicht gemeint, aber deine Körperspannung zeigt deutlich, dass du mich willst“.

Clare

Mein Kopf prickelt, mein Körper vibriert. Ja, ich will dich und Jaa, lass uns vögeln gehen, aber ich bin keine Frau für eine Nacht! - Keine billige Schlampe die du morgen wieder vergessen hast!

„Da hast du wohl was falsch gedeutet. Danke für die Einladung und schön dich kennengelernt zu haben“, gebe ich ihm zur Antwort und gehe. Draußen springe ich in ein Taxi und lasse mich zurück zum Hotel fahren. Aufgebracht und etwas in meinem Stolz verletzt treffe ich einige Zeit später wieder im Hotel ein. Ich werfe meine Schuhe von den Füßen und entledige mich meiner Kleidung. War ja klar das so Typen Arschlöcher sein müssen, denke ich mir und lass mich in meiner Unterwäsche auf das Bett fallen.

Verdammt! Verdammt! Verdammt!

Warum kann nicht einmal was im Leben gut laufen. Ein netter Typ, was essen, was trinken und … davonlaufen wie ein kleines ängstliches Häschen. Wann hatte ich denn schon mal das Glück von einem äußerst attraktiven und puren Sex ausstrahlendem Mann ausgeführt zu werden? Noch nie! Mir kreist leicht der Helm, was wohl an den Cocktails und dem teuren Wein liegen muss. Morgen früh sieht die Welt schon anders aus und ich falle in einen unruhigen Schlaf in den mich Etienne verfolgt. Etienne! Allein schon sein Name genügt, um mir ein warmes Gefühl zu bescheren, mein Höschen feucht werden zu lassen und mir den Drang verleiht, mich selbst zu berühren.

„Clare? Clare? Komm wir müssen los. Das Schiff wartet“. Estelle klopft wie verrückt an meine Tür und ich stehe genervt auf, um ihr zu öffnen.

„Bin wach“, sage ich zu ihr und begebe mich zurück in mein Zimmer um mir meine Klamotten anzuziehen.

„Du siehst ziemlich fertig aus“.

„Ich war gestern Abend noch aus“. Ich sehe Estelle an, wobei sie ihre Hände in die Hüfte stemmt, und mich fragend ansieht, während ich mich in meine viel zu enge Jeans zwänge.

„Ohne mich?“

„Ja … ich war, … ich war … mit Etienne Essen und was trinken!“, sage ich zu ihr und achte nicht weiter auf ihren schockierten Blick.

„Etienne? Der heiße Kerl vom Hafen? Wieso hast du mir nicht erzählt, dass du dich mit ihm triffst?“

„Das war spontan!“

Spontan? Ich war noch nie spontan. Ich plane immer jeden Schritt, den ich gehe und vor allem bin ich noch nie ungeplant mit einem Mann ausgegangen. Schon gar nicht mit einem so heißen Teil.

„Mach dir keine Gedanken. Wir waren nur was trinken und basta. Eine einmalige Sache“, sage ich zu ihr und gehe neben ihr her zum Schiffsanleger.

„Habt ihr … du weißt schon … Knick Knack“.

„Nein! Na hör mal … außerdem ist er ein Arsch“.

„Wie Arsch?“

„Estelle! So Typen können nur Arschlöcher sein. Sind nur auf Sex aus und …“

„Also wollte er doch knick knack mit dir … Wo ist dein Problem? Wäre doch super gewesen. Endlich wieder Leben in deiner Vagina!“

„Och echt … Du denkst nur an das eine. Aber das hätte ich mir gleich denken müssen, das er nur das eine will … bei meinem Aussehen“.

„Du bist wunderschön. Und jeder der das nicht zu schätzen weiß, ist echt ein Arsch“, lachte Estelle und nahm mich in ihre Arme.

„Wunderschön? Das sagst du nur, weil ich deine Freundin bin. Oder wann hast du gesehen, das mich so ein heißer Typ angesprochen hat, geschweige denn mit mir aus war?“

„Ok du hast Recht. Aber lass dir von so einem Trottel nicht deinen Urlaub verderben. Du findest schon noch einen der dir seine Sahne in den Kaffee gießt. Ich wünsche dir ganz viel Spaß und denk daran mir von überall etwas mitzubringen“.

„Versprochen“, gebe ich ihr zur Antwort, drücke sie noch einmal ganz fest und gehe meinen Weg. Ich beziehe meine Kabine und bin eine halbe Stunde später erneut auf Deck um mich der Sicherheitsunterweisung zu unterziehen. Es war alles so aufregend! Und mir schlägt das Herz bis zum Hals als wir dann endlich ablegen. Wie eine Verrückte stehe ich an der Reling und winke Estelle zu. Ich bin auf einem Schiff! grinse ich und sehe zu wie Hamburg immer weiter in die Ferne rückt.

Etienne

„Wie war dein Date?“, fragt mich mein Bruder, als er mich zu dem Schiffsanleger bringt.

„Ganz ok, bis ich es vermasselt habe!“

„Was hast du gemacht?“

„Die Signale falsch gedeutet. Ich dachte echt, sie will es auch und dann … ach komm lass uns über was anderes reden. Ich habe mir die zwei Wochen Kreuzfahrt so was von verdient“.

„Vielleicht findest du ja auf dem Schiff eine die du vögeln kannst. Apropos vögeln … hast du was von unserem Bruder und deiner Frau gehört?“

„Exfrau. Wir sind geschieden – falls du es vergessen haben solltest. Und nein habe ich nicht. Ist auch besser so. Ich bin noch immer mächtig pissig auf die beiden“.

„Ok Brüderchen ich wünsche dir erholsame Tage und das mir keine Klagen kommen. Melde dich ab und zu mal bei uns, vorausgesetzt …“

„Ja ich weiß, du findest keine zu vögeln, blablabla“.

Ich drücke meinen Bruder an mich und gehe auf das Schiff.

Zwei Wochen in denen es nur mich und die Erholung gibt. Wie ich mich freue.

Ich habe gerade die Sicherheitsunterweisung hinter mich gebracht als ich auf der anderen Seite des Schiffes ein mir bekanntes Gesicht entdecke. Das gibt es ja nicht! Clare. Ein Kribbeln macht sich in meinem Bauch breit und mein Freund in der Hose strampelt schon. Lass das!

Ok, Clare war auch hier. Dann werde ich wohl meinen Charme spielen lassen. Hier konnte sie nicht weglaufen. Wäre doch gelacht, wenn ich sie nicht erobern kann.

Clare

Zwei Stunden später laufe ich mit meiner Karte zu den Kabinen. Panische Angst mich zu verlaufen macht sich in mir breit.

Völlig in Gedanken versunken merke ich nicht mal, wie mich eine Hand von links an meinem Arm packt und in einen Raum, der aussieht wie ein Besprechungsraum, zieht. Der Raum ist dunkel und ich brauche ein paar Minuten, bis ich mich an die Dunkelheit gewöhnt habe. Hastig drehe ich mich um und sehe Etienne mit verschränkten Armen an der Tür lehnen. Seine blauen Augen funkeln wie Saphire.

„Na so eine Überraschung! So sieht man sich wieder“, höre ich ihn sagen, als er sich von der Tür abstößt und auf mich zukommt. Der markante Duft seines Eau de Toilette dringt in meine Nase und ich atme ihn mit geschlossenen Augen tief ein. Als ich meine Augen wieder öffne, steht er so dicht vor mir, dass ich mit meiner Nasenspitze fast seine Brust berühren kann.

Etienne ist gut anderthalb Köpfe größer als ich. Bin ich echt so klein? Was machst du dir über so was Gedanken? Der Sex Gott steht vor dir!

„Hat’s dir die Sprache verschlagen?“

Das Kribbeln in meinem Bauch ist wie ein Blitzschlag, als er meine Hand ergreift und mit seinem Daumen Kreise darauf zeichnet. Oh mein Gott.

„Was … was tust du … du hier?“, stottere ich, als ich sehe, das die ersten beiden Knöpfe seines Hemdes offen stehen und ich einen Blick auf Etiennes Brust erhasche. Sofort schießt mir die Hitze in meine Lenden. Völlig unbewusst schließe ich meine Augen und beiße mir auf die Unterlippe um den Gedanken an seine muskulöse Brust zu verdrängen.

Wie gern würde ich daran lecken! Den Geschmack seiner Haut in mir aufnehmen! Als ich die Augen jedoch wieder öffne, steht Etienne mit leicht geöffnetem Mund vor mir und seine Atmung geht etwas schneller.

„Wahrscheinlich das gleiche wie du! Ich sagte doch schon mal, du sollst das lassen“.

Seine raue Stimme geht mir durch Mark und Bein, während er mit seinem Daumen über die Wange und mein Kinn streichelt. Ich spüre wie mir die Knie weich werden und instinktiv kralle ich mich an seinem Arm fest.

„Küss mich“, höre ich meine Stimme aus mir heraussprudeln und hebe meinen Kopf näher an Etienne heran, doch dieser steht einfach nur grinsend vor mir und haucht mir ein „Später ma belle“, in mein Ohr, während er mit seiner Hand eine heiße Spur an meinem Hals bis zu meinem Schlüsselbein hinterlässt.

Ma belle? Was heißt denn das? Na Google wird es wissen – später!

„Ich sollte mich noch bei dir entschuldigen!“

„Warum?“

„Wegen gestern. Ich bin normalerweise nicht so … draufgängerisch. Wahrscheinlich ist mir der Wein zu sehr in den Kopf gestiegen. Kannst du mir vergeben?“

„Hmm … kann ich“, lächle ich Etienne an.