Pure Lust - Sabine Guhr-Biermann - E-Book

Pure Lust E-Book

Sabine Guhr-Biermann

0,0

Beschreibung

Extrem grenzenlose, lustgesteuerte, erotische Kurzgeschichten berichten ausführlich über den sexuellen Werdegang dreier Menschen, die in den unterschiedlichsten Lebensformen stecken. Auf den ersten Blick haben sie keine Gemeinsamkeiten, auf den zweiten schon, denn alle haben sie den Wunsch, sich sexuell freizügig ausleben zu können. Eine Bi-Frau, ein Bi-Mann und auch eine alte Lady erzählen ausführlich über ihre sexuellen Lusterlebnisse. Sie berichten über ihre Erfahrungen, die sie einst erlebt haben, und wie sie diese heute immer noch offen oder versteckt in ihr Leben integrieren. Sie erzählen von ihrem Lustgewinn und welchen Platz und Einfluss dieser in ihrem Leben hat. Bei diesem Buch handelt es sich um Geschichten, die prickelnde Erotik liefern, zudem lustig sind und einen philosophischen Hintergrund haben. Ein Buch geschrieben für all diejenigen, die sich selbst finden wollen. Es beinhaltet vielseitige Perspektiven, die motivieren, um sich zu trauen, die eigene Erlebnisreise anzutreten. Buch empfohlen ab 18 Jahren

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 252

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Pure LustErotische Geschichten

Erotikroman

Sabine Guhr-Biermann

Informatives und Lesenswertes im Netz unterwww.libellen-verlag.de

Opalia Lebensberatungs-Praxis der Autorin unterwww.opalia.de

Filme der Autorin über Spiritualität, Esoterik und Numerologie etc. unterwww.opalia-spirit-media.de

Pure LustErotische GeschichtenErotikroman

Autorin: Sabine Guhr-Biermann

ISBN 978-3-934982-94-9 1. Ausgabe 2016 © Libellen-Verlag · Leverkusen

Coverbild: © gromovataya / FotoliaSatz: Gesetzt im Verlag in der Arno Pro mit Adobe InDesign und Sigil

Jugendschutzhinweis:Im realen Leben dürfen Erotik und sexuelle Handlungen jeder Art ausschließlich zwischen gleichberechtigten Partnern im gegenseitigen Einvernehmen stattfinden. In diesem Buch werden fiktive erotische Phantasien und sado-masochistische Gewaltszenen geschildert, die in einigen Fällen weder den allgemeinen Moralvorstellungen noch den Gesetzen der Realität folgen. Der Inhalt dieses Buches ist daher für Minderjährige nicht geeignet und das Lesen nur gestattet, wenn Sie mindestens 18 Jahre alt sind.

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, sind dem Verlag vorbehalten.

Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

www.libellen-verlag.de

Inhalt

Vorwort 7

Teil 1Der lustvolle Schuh der Vergangenheit

Zwei, die es wissen wollen 14

Maries erste Erfahrung 24

Monika, die Verführerin 30

Monika, die ganz große Liebe? 43

Der Typ in Monikas Bett 54

Gangbang 65

Teil 2Die unangenehme Erinnerung

Wege der Erkenntnis 74

Begegnung mit einem Mann 82

Andreas' große Liebe 90

Gay Spiele 98

Die wilde Bi-Orgie 104

Die Oase der Swinger-Lust 123

Teil 3Zu alt für Sex?

Der außergewöhnliche Weg 128

Klaus, der Gentleman 137

Peter, der Bauarbeiter 142

Sascha, der junge Geliebte 148

Treffen mit Julia 156

Mein ungestillter Beziehungswunsch 168

Das übertriebene Spiel 174

Vorwort

Drei frivole, ziemlich verruchte, sexuell anregende und auch lustige Kurzgeschichten entführen uns in die dynamische Welt der Erotik, die so vielschichtig sein kann, dass sie längst verborgene Wünsche zu neuem Leben erweckt.

Oftmals wollen wir uns nicht wirklich eingestehen, wohin uns unsere Fantasie führen könnte, wenn wir unserer Begierde nachgeben würden. Unserer Fantasie sind zumeist keine Grenzen gesetzt, doch dem Ausleben verborgener Wünsche zumeist schon.

Wir erlauben uns oftmals nicht, unser eigener Lebenslust-Regisseur zu sein, da wir dazu eventuell auch Bereiche betreten müssten, die uns vor langer Zeit durch unsere eigene Kinderstube untersagt wurden.

So frivol, lebenslustig und offen durften wir damals nicht denken. Sich seinen sexuellen Gelüsten hemmungslos hinzugeben, das durfte nicht sein und genau das hat sich in unser Hirn gebrannt. Deswegen fällt es uns oftmals schwer, über unseren eigenen Schatten zu springen und aus Herzenslust in Freude zu leben.

Zumeist leben wir nach dem Motto: Es ist nicht gewollt, glücklich zu sein, wenn die anderen es auch nicht können! Die meisten passen sich dem Umfeld an und leiden mit, da es die Gewohnheit von uns verlangt.

So sind wir erzogen und übergeben diesen geprägten Lebenspfad zumeist an unsere Nachkommen weiter und das nur, da wir unsere eigenen Gefängnismauern nicht überprüfen und einreißen, vor allem dann, wenn sie unserer eigenen Entwicklung nicht dienlich sein sollten.

Je offener wir mit uns selbst umgehen und je mehr Freiheit wir uns erlauben, desto zufriedener werden wir unser eigenes Leben gestalten können.

Doch nun lassen wir die Philosophie hinter uns und gleiten in die grenzenlose Welt der erotischen Fantasie ein. Wir lassen uns in skurrile Bereiche entführen, die uns sexuelle Lustthemen aufzeigen werden, die in uns eine Sehnsucht des Selbst-Erleben-Wollens erwecken könnten. Ob die erotischen Schilderungen rein die Fantasie anregen oder ob man solche Aspekte auch real erleben möchte, das hängt von jedem selbst ab.

Wir beschreiten alleine durch das Lesen eines solchen Buches eine Welt, die uns entspricht, sonst würden wir es nicht tun. Ob wir uns dann zukünftig noch mehr damit beschäftigen und uns auf eine erotische Tanzfläche der lustvollen Begierde einlassen wollen, das liegt dann wiederum an uns selbst. Wir haben immer und jederzeit die Möglichkeit, es zu tun, wir sollten uns dann nur bewusst für einen solchen Weg entscheiden und uns selbst die Treue halten.

Eins ist sicher: Lust ist Lebensfreude und sollte stets einen wichtigen Ehrenplatz in unserem Leben einnehmen dürfen, damit wir wissen, wo wir stehen und wofür es sich lohnt zu leben.

Doch wenn wir uns die Vergangenheit anschauen, dann erkennen wir, dass es in früheren Zeitepochen verpönt war, lustvolles Stöhnen zuzulassen. Man durfte seinen Lustgewinn nicht zeigen. Sexuelle Begierde zu spüren, seine Lust offen zuzugeben, um Befriedigung zu erleben, das durfte nicht sein.

In früheren Zeitepochen, gerade auch im 17., 18. Jahrhundert, gehörte es nicht zum guten Ton, sich seiner Lust hinzugeben. Vor allem von Frauen, die etwas auf sich hielten, wurde Zurückhaltung erwartet. Deswegen standen auch Freudenmädchen, die in verruchten Etablissements lebten, sich versorgen und für ihre sexuelle Hingabe bezahlen ließen, hoch im Kurs. Sie wurden von den Männern geachtet und ihre Dienste wurden gerne in Anspruch genommen, da die Ehefrauen sich ihren Männern oftmals nicht hingeben wollten. Von den Ehefrauen hingegen wurden diese Damen gemieden, ja sogar verachtet, aus der Gesellschaft ausgestoßen, da sie ihre Freude ausleben konnten. Die Ehefrauen, die Damen der Gesellschaft, konnten dies wiederum nicht, sie erlaubten sich nicht, ihre Lust auszuleben. Der Neid und die sexuelle Abstinenz ließ viele Ehefrauen wiederum versteinern.

Dies war auch mit ein Grund, weswegen so viele junge Frauen während der Inquisition vernichtet, hingerichtet, ausgelöscht wurden. Neid unter Frauen ist oftmals zügellos und kennt keine Grenzen der Wahrhaftigkeit und dabei geht es immer um Lebenslust und sexuelle Begierde.

Eine Frau, die sich traut zu ihrer Lust zu stehen, die fröhlich und ausgelassen ist, wirkt auch lustvoll, was wiederum die Männer in ihrem Umfeld ansprechen wird, auf diese Frau zu schauen und ihr Avancen zu machen. Sie ist reif und das ist spürbar und regt die sexuelle Lust des Mannes, aber auch der umliegenden Frauen, als Sinnbild der spiegelnden, lustvollen Fantasie an. Eine Frau, die sich nicht erlaubt zu ihrer Lust zu stehen, wirkt vertrocknet, was auch spürbar ist. Sie wird deswegen, ihrem Wunsch nach, in der Gesellschaft distanzierter behandelt – so einfach ist das in der Welt.

Hätte der ‚liebe Gott‘ nicht gewollt, dass wir lustvoll, fröhlich und in dynamischer Weiterentwicklung unser Leben gestalten, dann hätte er uns das hohe Gut der Triebhaftigkeit nicht eingepflanzt, die ein Garant für die Fortpflanzung darstellt. Doch so tragen wir den Samen der Begierde mit dem Ziel der fortpflanzenden Evolutionsbildung in uns und können uns nicht dagegen auflehnen. Egal was wir uns auch vornehmen, die Triebhaftigkeit wird uns einholen.

Wir brauchen viel Kraft und ein gesundes Maß an Disziplin, um uns gegen unser ‚Naturtalent‘ zu stellen. Doch eine dauerhaft ausgelebte, ablehnende Antihaltung versauert den Menschen und bringt ihn auf dunkle Gedanken. Dies war schon immer so und wird wohl auch in Zukunft noch kein Ende finden.

Obwohl es heutzutage erlaubt ist, das auszuleben, was einem Lust bereiten kann, leben viele ihren Lustgewinn, wenn überhaupt, zumeist immer noch versteckt hinter verschlossenen Türen, im stillen Kämmerlein aus. Es ist salonfähig geworden, sich offen und kreativ seiner Begierde hinzugeben. Nach dem Motto: Wir dürfen alles das ausleben, wonach es uns strebt, solange wir keinem Schaden zufügen.

Wir dürfen bei den zeitgeschichtlichen Gedanken aber auch nicht außer Acht lassen, dass es damals gefährlich war, sich der Lust hemmungslos und ungeschützt hinzugeben. Das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft war für eine Frau verhängnisvoll, die Folgeschäden, als Alleinerziehende dazustehen, unvorstellbar und alleine nicht tragbar. Keine Frau konnte sich so etwas leisten, deswegen lebte man eher zurückgezogen und abstinent.

In der heutigen Zeitepoche ist auch das anders. Wir können für uns Sorge tragen und bewusst verhüten oder Kinder zeugen, je nach Wunsch. Wir haben eine freie Wahlmöglichkeit.

In der modernen Zeitepoche, in der wir uns jetzt befinden, dürfen wir uns ausleben nach den Facetten, die uns belieben, vorausgesetzt, wir missbrauchen nicht das Vertrauen von Personen, die uns dieses ehrenhaft entgegengebracht haben. Wir befinden uns in einer Zeit, in der vieles erlaubt ist, was wir uns selbst gönnen können, wenn wir wahrhaftig zu uns stehen. Wir sollten uns aber auch durch unser Wissen, welches viel vielseitiger ist, als dies früher jemals der Fall war, verantwortlich fühlen, für alles das, was wir tun.

Nach all den aufgestellten, philosophischen Gedanken stellt sich die gewinnbringende Frage: Gönnen wir uns in diesem Leben die Freuden des Lebens, oder hadern wir noch mit uns selbst und unserem Lustgewinn und versuchen einer Enthaltsamkeit dienlich zu sein, die, genauer betrachtet, unlogisch erscheint? Wählen wir bewusst den Weg einer stillschweigenden, demütigen Lebenshaltung, die uns stets mit Seelenschwere versorgt, die ein leichtes und genussvolles Leben unterbindet?

Bedenke: Es liegt nur an uns selbst, was wir aus unserem Leben machen. Altgelebte Glaubensgelübde der Enthaltsamkeit gehören nicht mehr in die moderne Zeitepoche und sollten aus unserem Bewusstsein verbannt werden, vor allem dann, wenn sie uns nicht mehr dienlich zu sein scheinen.

Vielleicht träumen wir davon, einmal das nachzuleben, was uns in so manch' verruchten Pornos vorgelebt wird? Doch sich trauen, dies zu tun, wahrhaftig diese Welt zu betreten, das tun heutzutage noch die wenigsten.

Vielleicht erinnert uns diese Möglichkeit der Befriedigung unserer Lustbegierde an das alte Rom, in dem Lust und Lasterhaftigkeit gerade auch in den feinen, reichen Kreisen salonfähig ausgelebt wurde? Mit welchem Blick schauen wir heutzutage auf diese Zeit zurück, in der auch Kinder in das Lustspiel mit eingebracht wurden, ohne dass auch nur einer in der Gesellschaft die Nase gerümpft hätte? Stehen wir noch dazu oder verurteilen wir diese Zeit?

Und heute, heute ist es nicht erlaubt, seinen Lustgewinn über andere auszuleben, die nicht freiwillig und volljährig in das Boot der lustvollen Ekstase einsteigen wollen. Heutzutage gibt es sexuelle Aspekte, die auf gewissen Ebenen nicht erlaubt sind und das ist auch gut so.

Gerade unsere Kinder sollten vor sexuellen Übergriffen geschützt werden! Aber das, was wir Erwachsene miteinander und untereinander treiben, das bleibt uns selbst überlassen und sollte auch in Freiwilligkeit wahrgenommen und ausgelebt werden.

Wir sind unseres Glückes Schmied und können uns erlauben, uns so zu leben, wie wir dies tun wollen und auch für richtig halten. Es liegt somit alleine an uns selbst, wie wir unser Leben gestalten und auch was wir aus unserem Leben machen.

Doch nun genug der Einleitung, gehen wir ans Eingemachte und begleiten mehrere Menschen auf dem Weg in ihr selbstgewähltes, lasterhaftes Leben, welches ihnen die Freuden des Lebens bescheren wird, und sei es nur als verblasste Erinnerung an eine extrem gelebte und geile Zeit.

Wir leben im Hier, Jetzt und Heute. Was wir einst erlebt, welche Erfahrungen wir sammeln durften, das kann uns keiner mehr nehmen. Nur wir selbst können Themen verdrängen, keiner kann uns unserer Erinnerung berauben. Das ist der Schatz, den wir tragen und den wir auch mitnehmen werden, wenn wir das Zeitliche segnen.

Wenn wir im späteren Alter unseren Lebensweg als Lebensresümee an unserem inneren Auge vorbeiziehen lassen und in Erinnerung schwelgen, um uns die verblassten Fußstapfen unserer selbstgewählten Wege anzuschauen, dann werden wir grinsend spüren, dass die erlangten Erkenntnisse und Erfahrungswerte unseren unumgänglichen Ruhestand versüßen werden.

Eins sollten wir nie vergessen: Wenn wir uns nicht trauen, uns zu leben, dann werden wir nie wissen, wie es sich anfühlt, wenn…

Die Autorin

Teil 1~Der lustvolle Schuh der Vergangenheit

Zwei, die es wissen wollen

Marie und Claudia sind seit zwei Jahren ein lesbisches, glückliches, aber auch verbindliches Paar. Sie leben gemeinsam in ihrer Traumwohnung mitten in Berlin und genießen das tägliche Miteinander sehr. Beide sind extrem aktiv, leben in ihrer Dynamik und stehen mit beiden Beinen im Leben. Sie trauen sich, ihr Lebenswerk selbst zu gestalten, ohne sich nach dem monotonen Regelwerk des Umfeldes zu richten. Sie sind jung, beide unter dreißig Jahre alt, unabhängig und fast ohne jegliche Verpflichtung. Sie können ihr Leben frei gestalten, so wie sie es wollen.

Marie ist eher der maskuline Part. Sie trägt gern kurze Haare und liebt es, sich sportlich zu kleiden. Ihre maskulin dargestellte Figur ist filigran, zeigt bewusst auch nur wenig Brust. Sie möchte nicht mit ihren weiblichen Attributen, die sie hat, reizen, deswegen versteckt sie diese eher. Sie ist schmal gebaut und ihre geringe Oberweite lässt die Weiblichkeit nur erahnen. Sie erklärt das Phänomen ihrer knabenhaften Brüste damit, dass sie immer schon ein Junge sein wollte, dies aber in jungen Jahren nicht so genau wusste.

In ihrer Herkunftsfamilie hat die weibliche Seite zumeist enorm große Brüste. Sie ist davon verschont geblieben. Ihr persönlich ist die Vorstellung alleine, eine große Oberweite zu haben, ein Gräuel, deswegen ist sie glücklich, davon verschont worden zu sein. Sie ist anders als der Rest ihrer Herkunftsfamilie, das ist nicht nur offensichtlich so.

Sie war schon immer anders als die anderen. Sie war ein Außenseiter, doch damals verstand sie noch nicht, woher dieses Gefühl, anders zu sein, tatsächlich kam. Um sich selbst besser verstehen zu können, brauchte sie mehr Klarheit über ihr Leben, doch an welchem Maßstab wollte sie sich messen. In ihrer Familie fand sie keinen Gleichklang, der ihr hätte aufzeigen können, wer sie tatsächlich war.

Die Reifezeit und vor allem ihre Erfahrungen, die sie einst machen durfte, brachten ihr dann endlich die persönliche Perspektive, nach der sie sich so sehr sehnte. Die Zeit, sowie ihre Neugierde, aber auch die Aufmerksamkeit, mit der sie ihr Leben betrachtete, sprachen für sich und brachten ihr den gewünschten Erfolg.

Erst nachdem sie wahrhaftig ihre lesbische Ader anerkennen konnte, verstand sie, wie wichtig es für sie war, und auch immer sein wird, zu ihrer sexuellen Neigung zu stehen. Erst nach dieser Erkenntnis wurde ihr bewusst, was sie erleben wollte und vor allem wie sie ihr eigenes Leben gestalten wollte. Das, wonach sie sich immer gesehnt hatte, hatte sie gefunden. Mit Anerkennung ihrer geschlechtlichen Neigung fand sie den Weg zu sich selbst und fühlt sich seitdem bis heute wohl.

Früher, bevor ihr dies klar wurde, bevor sie sich wahrhaftig anerkennen und bevor sie ihren Wünschen freien Lauf lassen konnte, da war alles anders. Sie dachte, wie die meisten Mädchen in ihrer Umgebung, sie müsste mit Jungs schlafen, so wie das alle anderen auch taten.

Doch mit dem Gedanken, Sex mit einem Jungen zu haben, konnte sie sich nie so richtig anfreunden. Sie versuchte, sich zu beruhigen, versuchte, die Sinnhaftigkeit in einer heterosexuellen Handlung zu erkennen. Sie versuchte alles. um sich die natürlichste Sache der Welt schön zu reden. Sie dachte, Sex müsste so sein, und versuchte, sich mit der heterosexuell gesteuerten Lustenergie anzufreunden. Sie wollte unbedingt bei dem Gedanken, Sex mit einem Jungen zu haben, Lust empfinden.

Sie versuchte wirklich alles, um dem Bild, welches sie meinte leben zu müssen, auch gerecht werden zu können. So redete sie sich den bevorstehenden Sex mit Jungs schön, in der Hoffnung, dass dies Früchte tragen würde. Aber als sie dann den erigierten Penis ihres damaligen Freundes anfassen sollte, erstarrte sie vor Schreck. Obwohl sie sich alle Mühe gab, dieses Ereignis als schön zu empfinden, ging das für sie nicht.

Durch die ungewollte, jedoch für ihn auch verletzende Ablehnung war die anfänglich gut funktionierende, freundschaftliche Verbindung auch schnell wieder vorbei. Sie konnte es nicht. Sie konnte ihm sexuell nicht näher kommen, das ging für sie nicht. Sie wirkte im Moment des Geschehens genauso verunsichert wie er.

Nachdem ihr dies passiert war und er ihre Ablehnung wahrnehmen musste, ohne zu wissen, womit dies zusammenhing, gab es erst einmal Funkstille zwischen den beiden. Keiner der beiden konnte wirklich verstehen, was passiert war und warum es so war. Und da sich keiner traute, die Problematik anzusprechen, also offen über das Thema zu reden, versuchte jeder, in seinem stillen Kämmerlein eine Ebene zu finden, um damit klarzukommen.

Da ihnen die gemeinsame Verbindung aber so wichtig war, wurde das anfängliche Stillschweigen kurze Zeit später auch wieder aufgelöst. Sie umgingen das Thema und konnten sich wieder offen begegnen und miteinander lachen. So blieben sie zumindest über einen längeren Zeitraum gute Freunde.

Marie hatte eh immer einen sehr guten, freundschaftlichen, aber vor allem anti-sexuellen Draht zu Jungs. Sie kam mit ihnen besser klar, als mit gleichaltrigen Mädchen. Sie verstand die männliche Haltung besser als die weibliche und doch fühlte sie sich nie körperlich, sexuell vom männlichen Geschlecht angezogen. Mit den Mädchen in ihrer Umgebung konnte sie nur wenig anfangen. Sie gefielen ihr zwar, sie mochte ihr Aussehen und doch fiel es ihr schwer, sie zu verstehen. So fühlte sie sich oftmals orientierungslos und auch einsam.

In einer sehr hilflosen Phase, die für sie schwer auszuhalten war, bekam sie neue Einblicke für ihr Leben geschenkt, die ihr absolut dienlich waren. Sie fand eine neue Orientierung für ihr Leben, welche ihr bis dahin komplett fehlte. Doch schauen wir uns die Geschichte genauer an und lassen Marie über sich selbst sprechen:

Da ich aus ärmlichen Verhältnissen stamme und meine Mutter immer wenig Geld zur Verfügung hatte, jobbte ich schon in jungen Jahren, um mein Taschengeld aufzubessern. Schon ganz früh trug ich Zeitungen aus oder putzte Treppenhäuser, um ein wenig Geld dazu zu verdienen. Putzen war jedoch nicht so mein Ding, aber Zeitungen austragen, das mochte ich gerne, es machte mir Spaß.

Meine Mutter hatte sich damals als Zeitungszustellerin bei einer entsprechenden Firma beworben. Dieser Job sollte für mich sein, doch damit wir den Job überhaupt bekommen konnten, gab es nur diesen einen Weg. Zum damaligen Zeitpunkt wäre ich noch zu jung gewesen, um mich selbst zu bewerben. Ich war erst 14 Jahre alt und ich hätte 16 sein müssen, um angenommen zu werden. Aber so, über den Umweg mit meiner Mutter, funktionierte meine Planung und ich bekam den Job, der mir lange viel Freude bereitete.

Zwei Jahre übte ich diesen Zusteller-Job nun schon aus und erledigte meine Arbeit einmal die Woche immer noch gerne. Meine Aufgabe lag darin, die Zeitungen direkt an die zuständige Meldeadresse bis in die Wohnung zu liefern. Das war der Service, dadurch waren die Zeitungen ein klein wenig teurer. Ich musste bei meinen Zeitungskunden auch immer direkt abkassieren. Ich sammelte das Geld ein, um es dann später dem Zeitungslieferanten per Postüberweisung zukommen zu lassen.

Da ich die Zeitungen immer direkt bezahlt bekam, musste ich bei den Personen klingeln, die ich belieferte, da ich sie persönlich erreichen musste, um ihnen ihre bestellte Ware in die Wohnung zu bringen.

Ich liebte meine Arbeit und vor allem meine Kunden. Da ich stets gute Laune hatte, wurde ich auch immer gerne gesehen. Meine Freundlichkeit fand Resonanz. Ich wurde gerne empfangen und oftmals mit einem hohen Trinkgeld belohnt.

Viele meiner Kunden warteten förmlich auf mich. Manche wünschten sich sehr, dass ich mehr Zeit für sie gehabt hätte, da sie so gerne mit mir plauderten. Doch trotz Höflichkeit meiner Kunden gegenüber, hielt ich mich zurück und versuchte, unter einem Vorwand auch schnell wieder die Wohnung zu verlassen, um weiterzumachen.

Dann bekam ich eine neue Lieferadresse zugeteilt. Das passierte selten, doch ich freute mich über jeden Kunden, der dazu kam. Ich suchte im Stadtplan die Straße heraus und entdeckte, dass sie ziemlich auf meinem Weg lag. Als ich meine neue Kundin das erste Mal beliefern musste, stand ich vor einem etwas heruntergekommenen Haus, in dem in der untersten Etage eine Gaststätte war. Über der Kneipe befanden sich noch Wohnungen und direkt in der ersten Etage fand ich den Namen, nach dem ich suchte, auf dem Klingelschild.

Ich klingelte bei dem Nachnamen, den ich auf dem Zettel der Lieferfirma vorfand, und wartete geduldig darauf, dass mir die Türe geöffnet wurde. Nach kurzer Wartezeit geschah dies dann auch. Ich hörte das Summen des Türöffners und betrat einen muffigen, sehr alten Hausflur, der aber trotz der Ausdünstung ein wenig antiken Flair und auch Charme versprach.

„Ich bin hier, erste Etage“, hörte ich von oben eine weibliche Stimme rufen.

Ich rannte die Treppe hinauf und stand kurz darauf vor einer Frau mittleren Alters. Sie wirkte ein wenig ungepflegt, trug um die Uhrzeit, es war immerhin schon früher Nachmittag, einen Morgenmantel, der ein wenig geöffnet war, so dass man gut in ihren Ausschnitt blicken konnte.

„Ich wollte gerade duschen gehen“, entschuldigte sie sich und zog den Mantel ein wenig zu. „Komm rein“, forderte sie mich auf.

Ich folgte ihr stillschweigend in die Wohnung, die mir überraschenderweise sehr gut gefiel.

„Ich bin Monika und mir gehört die Kneipe unten“, meinte die Frau und holte ihr Geld, „deswegen schlafe ich tagsüber länger.“

Sie versuchte ihr Auftreten zu entschuldigen, das war deutlich spürbar.

Mich persönlich störte ihr Outfit nicht. Ich war es gewohnt, sehr zurückhaltend zu sein. Doch ich spürte, ich mochte ihre Art. Ich beobachtete sie ganz genau. Ich achtete darauf, wie sie sich bewegte. Mich faszinierte ihre Geste, wie sie sich verhielt. Ich war irgendwie von ihr eingenommen und wusste nicht wirklich, was mit mir geschah.

Je mehr Zeit ich in ihrer Anwesenheit verbrachte und versuchte, sie wahrzunehmen, desto mehr driftete ich in eine andere Welt ab, die mir fremd erschien. Ich war wie benommen, so dass ich mich selbst kaum mehr spürte. Irgendetwas schien mit mir zu geschehen, was ich nicht mehr unter Kontrolle hatte. Mich verunsicherte die Situation und ich spürte, dass ich alleine sein wollte. Gleichzeitig war ich aber auch froh, so etwas spüren zu können. Sie wirkte wie ein faszinierender Magnet auf mich.

Ich weiß noch genau, dass sie meine Verwirrtheit und meine Unsicherheit wohl gespürt haben musste, denn sie grinste mich frech an, so als könnte sie in meinen Kopf schauen. Dann bezahlte sie die Zeitung und gab mir ein hohes Trinkgeld, welches ich gerne entgegennahm.

Ich verließ die Wohnung mit den Worten „Bis nächste Woche“ und ging nach unten zu meinem Fahrrad. Ich war so aufgeregt, dass ich ihre Worte, die sie mir hinterherrief, kaum verstehend wahrnehmen konnte. Als ich unten ankam, erinnerte ich mich, dass sie gesagt hatte, dass auch sie sich freuen würde, mich wiederzusehen.

Ich war wie benommen. In dem verwirrten Zustand trug ich dann, wie in Trance, die restlichen Zeitungen aus und beendete zufrieden meine Tour. Doch die ganze Zeit dachte ich nur über sie nach. Egal wie sehr ich mich auch ablenken wollte, es funktionierte nicht und gegen Abend konnte ich es mir nicht mehr verkneifen, noch einmal zu dem Haus zu gehen, in dem sie wohnte. Meine innere Unruhe zwang mich förmlich dahin.

Da ich ja nun wusste, dass sie die Kneipe in der untersten Etage besaß, hatte ich die Hoffnung, sie unauffällig beobachten zu können. Schon von weitem konnte ich erkennen, dass die Gaststätte geöffnet war. Da es an diesem Abend durch die Tagestemperatur noch extrem warm war, hatte sie die Eingangstüre einladend offen stehen. Ich kam näher und konnte sie durch einen Spalt beobachten. Ich sah, wie freundlich sie mit ihren Gästen umging.

Es waren zu diesem Zeitpunkt nicht viele Gäste anwesend, aber ihr schien das zu reichen, denn sie war gut drauf, flachste und scherzte mit den Gästen. Ich überlegte kurz, ob ich zu ihr reingehen sollte, doch dann entschied ich mich dagegen. Ich dachte, ein solches Verhalten wäre unangebracht. Unbemerkt verließ ich wieder den Platz und schlenderte schnurstracks nach Hause.

In Gedanken war ich ganz bei ihr. Sie reizte mich, doch ich wusste nicht, woher diese Gefühle, die ich so deutlich in mir wahrnahm, überhaupt kamen. Sie waren einfach da. Es waren lustvolle, begehrende Gefühle, welche mein Herz warm ummantelten und verzauberten.

In Gedanken war ich nur bei ihr. Ich ärgerte mich ein wenig darüber, dass ich nicht reingegangen war. Durch mein Ärgern wurde mein Wunsch, ihr begegnen zu wollen, aber auch nicht geringer. Je mehr Schritte uns entfernten, desto mehr wuchs die Neugierde in mir. Ich fühle mich von mir selbst genervt und konnte nicht anders: Ich musste umdrehen und ging zurück.

So stand ich dann kurze Zeit später erneut vor der Kneipe und überlegte, ob es nun wirklich sinnvoll wäre, wenn ich reingehen würde. Doch ich wollte nicht mehr überlegen, gab mir einen Ruck und ging hinein. Ich sah sie. Sie stand am Tresen und zapfte ein Bier. Ich konnte sehen, dass sie lächelnd dastand und dass diese Geste mir galt. Sie schaute mich nicht an, aber ich wusste, dass sie mich wahrgenommen hatte.

Sie schien wohl gespürt zu haben, dass mich meine Neugierde zu ihr trieb. Ich hatte das Gefühl, als wüsste sie genau, was in mir vorging, als ich die Gaststätte betrat. Äußerlich tat sie jedoch so, als wäre ich ihr nicht aufgefallen. Sie kümmerte sich um ihre Arbeit und zapfte für einen Gast ein weiteres Bier.

Durch ihre Geste ein wenig verunsichert, setzte ich mich in eine Ecke und schaute immer wieder fragend zu ihr herüber, in der Erwartung, dass sie auf mich zukommen möge. Dann endlich kam sie und setzte sich kurz an den Tisch.

„Ich dachte erst, du würdest nicht hereinkommen. Schön, dass du da bist. Was möchtest du denn haben? Ich lade dich ein.“

„Eine Cola“, erwidere ich schnell.

„Bringe ich dir gleich“, und schon ging sie zu einem anderen Gast am Nachbartisch, der eine weitere Bestellung aufgeben wollte. In dem Moment betraten drei weitere Gäste die Gaststätte, schauten sich um, und standen dann fragend vor meinem Tisch, den ich mir ausgesucht hatte.

„Mmmh, eigentlich ist das unser Tisch“, meinte ein älterer Mann mit Bart zu mir.

„Na, wo gibt es denn so etwas, wir haben doch keine Tischreservierung. Wenn du den Platz haben möchtest, dann kannst du die junge Dame fragen, ob sie ihn freimacht und ihr dafür ein Getränk ausgeben“, meinte Monika im Wirtston ein wenig forsch.

„Stimmt“, meinte der Bärtige und wandte sich mir erneut zu.

„Junge Dame, wäre es möglich, dass du dir einen anderen Platz suchst, wir würden gerne hier sitzen und dafür gebe ich dir ein Getränk und etwas zu Essen aus. Du darfst dir was aussuchen und Monika rechnet später mit mir ab.“

Er wandte den Blick hinüber zur Wirtin, die freudestrahlend nickte. Ich stand auf und schon zog mich Monika hinter sich her, so dass ich von ihr einen sehr schönen Platz in der Nähe des Tresen zugewiesen bekam.

„Hier sitzt du besser“, meinte sie und reichte mir die Karte. „Suche dir etwas Schönes aus.“

Das tat ich dann auch und bestellte mir zwei Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat und dazu noch eine weitere Cola. Mein Essen kam kurze Zeit später und ich verspeiste es genüsslich.

Monika kam zwischendurch immer wieder an meinen Tisch, wenn sie nichts zu tun hatte, und suchte das Gespräch mit mir. Es war schön, mit ihr zu reden. Ich fühlte mich ihr sehr zugewandt. Einerseits wirkte sie mütterlich auf mich, andererseits fand ich sie aber auch mega sexy. Doch das letztere durfte ich mir selbst natürlich nicht eingestehen, das durfte meines Erachtens nicht sein.

Eine Stunde später musste ich leider gehen. Es war schon nach halb zehn und ich musste spätestens um zehn wieder zu Hause sein, so war es mit meiner Mutter vereinbart, immerhin war ich noch keine sechzehn Jahre alt. So verabschiedete ich mich freudig, ohne auch nur einen Cent bezahlen zu müssen.

Bevor ich ging, lächelte sie mich an, gab mir ihre Hand und gleichzeitig unbemerkt einen Zettel mit ihrer Handy-Nummer. Als ich den Zettel in meiner Handfläche spürte, war ich begeistert, aber auch ein wenig verwirrt.

Als ich beim Rausgehen an dem Tisch mit den drei Männern vorbeiging, bedankte ich mich noch einmal kurz für die Einladung und verließ dann die Kneipe. Ich dachte darüber nach, ob ich jemals so arbeiten könnte wie Monika, doch dann wurde mir schlagartig bewusst, dass so eine Tätigkeit für mich unmöglich zu sein schien. Nein, das ginge nicht. Ich könnte keine Kneipe führen und auch nicht längere Zeit so arbeiten. Mal zu kellnern und auszuhelfen, ja, das konnte ich mir vorstellen, mehr aber auch nicht, das wäre nicht gegangen.

Zu Hause angekommen, legte ich mich endlich schlafen, immerhin musste ich am nächsten Tag in die Schule gehen und es war schon spät. Ich lag im Bett und hatte nur Gedanken für sie. Ich spürte, dass ich sexuell erregt war und sehr heiß wurde, aber ich wollte es mir heute nicht selbst besorgen und dabei an sie denken. Ich wollte vermeiden, sexuelle Gedanken zu haben. Ich wollte keine sexuelle Fantasie in ihre Richtung aussenden, das lag mir fern.

Also ließ ich schön die Hände über der Bettdecke und kurze Zeit später schlief ich tief und fest ein.

Maries erste Erfahrung

Am nächsten Morgen war ich sehr angespannt. Ich schaute immer wieder ungeduldig auf mein Handy, in der Hoffnung, dass ich eine Nachricht von ihr bekommen hätte. Auf der einen Seite wartete ich ungeduldig, auf der anderen Seite wollte ich meine Gedanken und vor allem meine Gefühle unterdrücken, so dass ich mir immer wieder einredete, dass ich sie einfach nur toll finden würde und mehr auch nicht.

Aber so war es nicht. Als ich in der Schule saß, konnte ich an nichts anderes mehr denken als an sie. Mein Handy dufte ich in der Schule nicht anhaben. Wenn man erwischt wurde, dann bekam man es weggenommen und oftmals erst ein paar Tage später wieder. Und da ich so stolz war, ein eigenes Handy zu besitzen, wollte ich solch ein Risiko nicht eingehen.

In der Pause fiel es mir dann plötzlich wie Schuppen von den Augen: Sie konnte mich ja gar nicht anschreiben. Ich dachte nur: ‚So blöd kann man doch gar nicht sein!‘ Sie hatte mir ihre Nummer gegeben und ich ihr nicht meine. Also wie sollte sie mich anschreiben können, ohne meine Nummer zu kennen?

Schnell ging ich auf die Schultoilette, schaltete das Handy ein, holte den Zettel mit ihrer Nummer aus meiner Geldbörse und schrieb ihr schnell eine Kurznachricht:

Hi, ich bin es Marie. Es hat mir gestern in deiner Gasstätte sehr gut gefallen. Danke nochmal für die Cola, mehr fiel mir auf die Schnelle nicht ein.

Die Schulglocke läutete, ich musste mich beeilen, war aber froh, dass ich es gerade noch geschafft hatte, die Nachricht zu versenden, bevor ich das Handy ordnungsgemäß wieder abschalten musste. Schnell versteckte ich es in meiner Jackentasche, um weiterhin am Unterricht teilnehmen zu können.

Nach zwei weiteren Schulstunden hatte ich dann endlich frei. Ich konnte es kaum abwarten, das Schulgelände zu verlassen, um das Handy anzumachen und nachzuschauen, ob sie geschrieben hatte. Hastig schaltete ich es ein und ja, sie hatte geantwortet! Sie schrieb:

Ich fand es auch schön, dass du da warst und wenn du Lust hast, kannst du gerne jederzeit wieder kommen. Ich freue mich.