Reise Know-How CityTrip Innsbruck - Sven Eisermann - E-Book

Reise Know-How CityTrip Innsbruck E-Book

Sven Eisermann

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9,99 €

Beschreibung

Dieser aktuelle Stadtführer ist der ideale Begleiter, um alle Seiten der österreichischen Alpenstadt selbstständig zu entdecken: - Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Museen der Stadt sowie weniger bekannte Attraktionen und Viertel ausführlich vorgestellt und bewertet - Faszinierende Architektur zwischen kaiserlichen Prachtbauten und pittoresker Altstadt - Abwechslungsreicher Stadtspaziergang - Erlebnisvorschläge für einen Kurztrip - Ausflüge an den Brenner und nach Hall in Tirol - Shoppingtipps vom traditionellen Markt bis zu den besten Weingeschäften - Die besten Lokale der Stadt und allerlei Wissenswertes über die Tiroler Küche - Tipps für die Abend- und Nachtgestaltung: vom klassischen Konzert bis zum Besuch im Casino Innsbruck - Wanderung auf dem neuen Panoramarundweg um den Bergisel - Innsbruck zum Träumen und Entspannen: Alpenzoo, Innufer und Kaffeehäuser - Ausgewählte Unterkünfte von preiswert bis ausgefallen - Alle praktischen Infos zu Anreise, Preisen, Stadtverkehr, Touren, Events, Hilfe im Notfall ... - Hintergrundartikel mit Tiefgang: Geschichte, Mentalität der Bewohner, Leben in der Stadt ... CityTrip - die aktuellen Stadtführer von Reise Know-How, mit über 160 Städtezielen die weltweit umfangreichste Kollektion. Fundiert, übersichtlich, praktisch. REISE KNOW-HOW - Reiseführer für individuelle Reisen

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 201




Inhalt

Hinweise zur Benutzung

Stadtplan für Smartphone und Tablet

Verweise im Buch

Preiskategorien Restaurants

Preiskategorien Hotels

Innsbruck entdecken

Willkommen in Innsbruck

Innsbruck an einem Tag

Kurztrip nach Innsbruck

Stadtspaziergang

Rund ums Goldene Dachl – die Altstadt

Kaiserliche Pracht rund um den Hofgarten

Zwischen Hauptbahnhof und Maria-Theresien-Straße

Der Norden: im Schatten der Nordkette

Der Süden: rund um den Bergisel

Entdeckungen im Tiroler Umland

Innsbruck erleben

Innsbruck für Kunst- und Museumsfreunde

Innsbruck für Genießer

Innsbruck am Abend

Innsbruck für Shoppingfans

Innsbruck zum Träumen und Entspannen

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Innsbruck verstehen

Innsbruck – ein Porträt

Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Leben in der Stadt

Olympiastadt Innsbruck

Praktische Reisetipps

An- und Rückreise

Autofahren

Barrierefreies Reisen

Diplomatische Vertretungen

Geldfragen

Hunde

Informationsquellen

Internet

Medizinische Versorgung

Mit Kindern unterwegs

Notfälle

Öffnungszeiten

Post

Sicherheit

Sport und Erholung

Sprache

Stadttouren

Telefonieren

Unterkunft

Verkehrsmittel

Wetter und Reisezeit

Anhang

Register

Der Autor

Impressum

Kartenanhang

Hinweise zur Benutzung

Stadtplan für Smartphone und Tablet

Ergänzend zum Zentrumsausschnitt am Ende dieses Ebooks können Sie sich den Faltplan zum Buch auf Ihr mobiles Gerät laden laden: Einfach die kostenlose App „Avenza Maps“ der Firma Avenza™ installieren (erhältlich für Android, iOS und Windows Phone) und anschließend in der App den Stadtplan zum Buch herunterladen.

Die App „Avenza Maps“ ist ohne Internetverbindung nutzbar, es fallen bei der Nutzung keine Datengebühren an. Sie bietet einige Features, z.B. die Anzeige des eigenen Standorts auf der Karte oder den Import und das Speichern von Ortsmarken. Weitergehende Informationen: www.avenza.com/pdf-maps

Verweise im Buch

Alle Sehenswürdigkeiten und interessanten Orte (Points of Interest) im Buch haben eine eindeutige Nummer, die sich als Ortsmarke im Kartenmaterial wiederfinden. (Nummern von Sehenswürdigkeiten stehen in geschweiften Klammern, z.B. {2}, Nummern von Points of Interest in spitzen Klammern, z.B. <16>.) Beim Klick auf die Nummer öffnet sich die Web-App zum Buch und der ausgewählte Punkt wird auf einer Google-Maps-Karte als Ortsmarke angezeigt. Die Web-App ermöglicht zudem die Routenführung vom aktuellen Standort zur ausgewählten Ortsmarke: www.reise-know-how.de/citytrip/innsbruck19

Preiskategorien Restaurants

Die Angaben gelten für ein Hauptgericht pro Person ohne Getränk. Vor allem in der Hauptsaison sollte man rechtzeitig einen Tisch reservieren.

€: bis 15 Euro

€€: 15 bis 23 Euro

€€€: über 23 Euro

Preiskategorien Hotels

Die aufgeführten Unterkünfte befinden sich größtenteils zentrumsnah. Die angegebenen Preiskategorien gelten für zwei Personen im Doppelzimmer mit Frühstück. Sie können sich aber schnell ändern und sind deshalb ohne Gewähr.

€: bis 90 Euro

€€: 90 bis 180 Euro

€€€: über 180 Euro

Innsbruck entdecken

Willkommen in Innsbruck

Innsbruck ist ziemlich klar und übersichtlich strukturiert. Die gesamte Innenstadt ist prinzipiell durch die Flüsse Sill und Inn eingegrenzt bzw. durch den Inn und die Bahntrasse im Osten. Die Hauptachse der Innenstadt von Süden nach Norden bilden die Maria-Theresien-Straße und deren Altstadt-Verlängerung, die Herzog-Friedrich-Straße, die direkt unter dem Goldenen Dachl endet.

Die kleine Altstadt mit ihren engen Gassen mag vom ersten Eindruck her etwas unübersichtlich erscheinen, man findet sich aber zwischen Ottoburg {2}, Goldenem Dachl {5}, Dom {9} und Hofburg {10} schnell zurecht. In der Altstadt liegt alles eng beieinander. Um Innsbruck zu überblicken, sollte man am besten auf den Stadtturm {7} steigen. Von dort erschließt sich die Linienführung der Stadt schnell von selbst. Während früher die Altstadt von einer Mauer umgeben war, ist es heute eher der Autoverkehr, der eindeutig anzeigt, dass man sich nun außerhalb der ehemaligen Stadtmauern befindet. Eingegrenzt wird der historische Kern von Marktgraben, Burggraben, Rennweg, Herrengasse und die Herzog-Otto-Straße am Innufer.

Nach Süden schließt sich an die Altstadt mit der Maria-Theresien-Straße {20} im Zentrum die Innenstadt an. Aber damit keine Missverständnisse aufkommen: Natürlich ist auch die Altstadt ein Teil der Innenstadt. Bei ihr handelt es sich lediglich um den mittelalterlichen Stadtkern, der heute eine einzige Fußgängerzone bildet.

Vom Hauptbahnhof aus sind es zu Fuß nur etwa zehn Minuten zur Maria-Theresien-Straße. Über die Salurner Straße erreicht man deren Südende an der Triumphpforte {25}, über die nördlich des Hauptbahnhofs gelegene Museumstraße und den Burggraben ihr nördliches Ende und den Beginn der Altstadt. Wer die Brixner und die Meraner Straße entlangläuft, trifft ebenfalls auf die Maria-Theresien-Straße, etwa auf Höhe der Annasäule {22}. Man kann somit fast sagen, dass alle Wege in Innsbruck zur Maria-Theresien-Straße führen. Dementsprechend rührt sich hier immer etwas: Die Innsbrucker Prachtmeile lädt zum Shoppen, Flanieren und zum sommerlichen „Sehen und gesehen werden“ in den Straßencafés ein. Etliche Einkaufsmöglichkeiten finden sich auch in den Querverbindungsstraßen zum Hauptbahnhof sowie am Burggraben und am Marktgraben.

Wem der Trubel zu viel wird, der kann entweder in die kleinen Seitengassen der Altstadt (Schlossergasse, Kiebachgasse) oder in den Hofgarten {13} flüchten. Auch am Innufer finden sich ruhige Plätzchen zum Verschnaufen – ein fantastisches Alpenpanorama inklusive.

Auf die öffentlichen Verkehrsmittel ist man selten angewiesen. Selbst den Bergisel (–>) kann man theoretisch zu Fuß erreichen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist man natürlich noch schneller. Allen Nicht-Fußkranken sei empfohlen, mit der Straßenbahnlinie 1 oder 6 bis zur Endhaltestelle in Wilten zu fahren, dort eventuell den beiden Kirchen ({36} und {37}) einen Besuch abzustatten und den Bergisel auf einem kleinen, schattigen Weg zu Fuß „zu erobern“.

Abseits der ausgetretenen Touristenrouten lässt es sich auch am Inn entlang oder in den Ortsteilen Mariahilf, Hötting und Sankt Nikolaus bummeln, die unter der Bezeichnung Anbruggen {31} zusammengefasst werden und ursprünglich den ältesten Siedlungsbereich darstellen. Hübsche Villen aus der Gründerzeit findet man im Stadtteil Saggen {19}.

Wer die etwas außerhalb liegenden Sehenswürdigkeiten bequem erreichen möchte, sollte den Bus „The Sightseer“ nehmen. So lassen sich Innsbrucks Sehenswürdigkeiten kompakt unter dem Motto „hop-on-hop-off“ erkunden. Man gelangt zu den interessantesten Orten der Stadt und kann dort verweilen, wo es einem besonders gut gefällt. Mit einem Tagesticket kann man die Fahrt beliebig oft unterbrechen und an jeder Haltestelle wieder einsteigen. Besonders sinnvoll ist der Sightseer, um nach Wilten, zum Bergisel, zur Olympiaworld {42} und zum Schloss Ambras {43} zu gelangen. Mit der Innsbruck Card (–>) fährt man gratis.

Wer zum Alpenzoo {33} möchte, fährt am besten vom Congress aus mit der Hungerburgbahn (–>). Nach Hall in Tirol {47} und zu den Kristallwelten {48} nach Wattens fahren vom Hauptbahnhof aus regelmäßig Nahverkehrszüge.

Blick vom Stadtturm {7} auf den Dom zu Sankt Jakob {9} und die Nordkette (003in Abb.: se)

Das gibt es nur in Innsbruck!

> Dunkle Gestalten: Kaiser Maximilian I. hat sich in der Hofkirche {12} für die Nachwelt unsterblich gemacht. Sein (leerer) Sarg wird von überlebensgroßen Figuren, den Schwarzmander, flankiert.

> Mutterliebe imDom zu Sankt Jakob {9}: Tausende Besucher werden von Lucas Cranachs Gnadenbild der Maria mit dem Jesuskind in ihren Bann gezogen.

> ZurHungerburg und auf die Nordkette {34}: In keiner anderen europäischen Großstadt kommt man so schnell und unkompliziert in Hochgebirgsregionen.

> Adler der Lüfte und Volkshelden: Auf dem seit Urzeiten besiedelten Bergisel im Süden der Stadt findet man eine faszinierende Mischung für Freunde von Sport, Kultur und Geschichte (–>).

> Ein Bad für das schöne Burgfräulein: Philippine Welser hatte auf Schloss Ambras {43} bereits fließend Warm- und Kaltwasser in ihrem Badezimmer und ihr Gemahl Ferdinand II. mit seiner Wunderkammer eine bis heute einzigartige Kunstsammlung.

> Ein Museum für Glocken: Die Glockengießerei Grassmayr {41} lässt seit über 400 Jahren in aller Welt Innsbrucker Glocken erklingen.

> Wölfe, Raben und Adler: Innsbruck besitzt mit dem Alpenzoo {33} einen einmaligen Tierpark, der die Vielfalt der einst und heute in den Alpen heimischen Tiere präsentiert.

> Traditionsbewusstsein und Partystimmung in der Studentenstadt: Während Traditionsvereine althergebrachtes Brauchtum pflegen, feiern junge Leute aus ganz Europa in den angesagten Klubs der Innenstadt.

Innsbruck an einem Tag

Innsbruck macht es Tagesbesuchern recht leicht. Das ist allerdings nicht der Tatsache geschuldet, dass es in Innsbruck wenig Sehenswürdigkeiten gäbe, sondern liegt daran, dass sich sehr viele touristisch interessante Plätze in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander befinden.

Noch einfacher ausgedrückt: Alles konzentriert sich rund ums Goldene Dachl {5}, zentrale Hauptsehenswürdigkeit und Wahrzeichen Innsbrucks. Im engen Umkreis befinden sich der besteigbare Stadtturm {7}, die Hofburg {10}, die Hofkirche {12} und der Hofgarten {13}. Nicht versäumen sollte man auch einen kurzen Abstecher zur nahe gelegenen Innbrücke {1}, die Innsbruck seinen Namen gegeben hat und von der aus man einen prächtigen Panoramablick auf die gegenüberliegenden Fassaden von Mariahilf (–>) und die oft schneebedeckten Gipfel der Nordkette genießt.

Zu Fuß lässt sich von der Altstadt aus auch die Maria-Theresien-Straße {20} abschreiten, Hauptachse und Einkaufsstraße der Stadt. Sie bietet zwischen Burggraben und Triumphpforte {25} neben Geschäften und Straßencafés auch etliche Sehenswürdigkeiten wie Spitalskirche {21}, Annasäule {22} und Altes Landhaus {23}.

Selbst für einige Museen ist für Tagesausflügler Zeit: Mit dem Kombiticket der Tiroler Landesmuseen (–>) sollte man unbedingt die Hofkirche und das Ferdinandeum {27} besuchen. Für Kunst- und Geschichtsinteressierte ebenfalls ein Muss: die Prachtsäle der Kaiserin Maria Theresia in der Hofburg {10}.

Entspannung findet man nach einem intensiven Besichtigungsprogramm in der zentral gelegenen grünen Lunge Innsbrucks, dem Hofgarten.

Der Stadtrundgang (–>) ist ideal, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Innsbrucks an einem Tag zu erkunden. Er beginnt und endet an der Innbrücke {1} und kann individuell erweitert werden.

Kurztrip nach Innsbruck

Idealerweise sollte man mindestens zwei Tage Zeit für Innsbruck mitbringen. So kann man sich am ersten Tag einen Überblick über die Innenstadt verschaffen (siehe „Innsbruck an einem Tag“) und am anderen Tag auch dem Norden oder dem Süden der Stadt einen Besuch abstatten.

Der Süden ist ein Paradies für Kultur- und Geschichtsliebhaber: Hier lohnen sich die Besichtigung der beiden prächtigen Kirchen in Wilten ({36} und {37}) und ein Abstecher zum nahe gelegenen Bergisel mit Skisprungschanze {40}, Andreas-Hofer-Monument {38} und dem modernen Museumskomplex Tirol Panorama {39}. Ebenfalls im Süden, wenngleich etwas weiter entfernt am Stadtrand gelegen, thront auf einer Anhöhe das romantische Schloss Ambras {43} mit seiner einzigartigen Wunderkammer und dem Badezimmer der Philippine Welser. Wer dem Norden der Stadt einen Tag widmen möchte, sollte zunächst einen kleinen Spaziergang durch Anbruggen bzw. Hötting {31} zum Schloss Büchsenhausen und von dort weiter zum europaweit einzigartigen Alpenzoo {33} unternehmen. Von dort geht es dann noch höher hinaus: Mit der Hungerburgbahn gelangt man in den Ortsteil Hungerburg {34} mit der sehenswerten Theresienkirche {35} und von dort mit der Nordkettenbahn weiter auf über 2000 Meter zu Seegrube und Hafelekar mit herrlichem Blick auf Innsbruck, die Karwendel-Gipfel und die Stubaier Alpen.

Eigentlich bräuchte man also mindestens vier Tage für eine Erkundung der „Hauptstadt der Alpen“: Zwei Tage für die Sehenswürdigkeiten der Innenstadt und je einen für den Süden und den Norden. Wer sich eine Woche Zeit nimmt, kann auch noch die eine oder andere Wanderung einplanen oder spannende Sehenswürdigkeiten im Umland wie die Swarovski Kristallwelten {48} oder die wunderschöne Altstadt von Hall in Tirol {47} ohne Zeitdruck genießen.

Extratipp: Mit der Linie 6 nach Ambras und Igls

Die liebevoll „Waldstraßenbahn“ genannte Linie durch die Wälder oberhalb von Innsbruck beginnt in Wilten am Bergisel (Station: Bergisel/Tirol Panorama, Endhaltestelle der Linie 1) und führt zum spannenden Schloss Ambras {43} und von dort weiter über das Mittelgebirgsplateau bis zum hoch über Innsbruck gelegenen Stadtteil Igls. Wer von dort noch höher hinaus will, kein Problem: Eine Seilbahn bringt einen hinauf zum Patscherkofel {44}. Achtung: Die Linie 6 verkehrt nur Sa./So. 10–16 Uhr (Mai.–Sept. bis 19 Uhr), während der Tiroler Schulferien jedoch täglich.

Stadtspaziergang

Der Verlauf des hier beschriebenen Spaziergangs kann mittels unserer kostenlosen Web-App nachvollzogen werden.

Einen Stadtrundgang sollte man am besten an der Innbrücke {1} beginnen, die der Stadt ihren Namen gegeben hat. Von der Brücke aus hat man auch einen großartigen Panoramablick in alle vier Himmelsrichtungen, auf die Türme und Häuser der Altstadt, auf die Gipfel der Nordkette und auf die bunten Fassaden von Mariahilf am nördlichen Innufer.

Letzteres wird zunächst angesteuert – Anbruggen {31} nennen die Innsbrucker den der Altstadt gegenüberliegenden, vom Massentourismus verschonten Stadtteil. Nach der Innbrücke geht es rechts die Innstraße circa 200 Meter ostwärts, ehe man links in die schmale Sankt-Nikolaus-Gasse einbiegt und diese bis zu ihrem Ende entlangwandert. Man trifft hier auf alte Handwerkerhäuser und findet hübsche Fotomotive. Wer Lust hat, stattet der Nikolauskirche einen Besuch ab. Ansonsten geht es über die Schmelzergasse und die Innstraße wieder zurück zum Fluss, der hier über den Innsteg überquert wird. Vom Steg aus hat man einen hervorragenden Blick auf die elegante Brückenkonstruktion der Hungerburgbahn (–>) mit ihren zwei großen Pfeilern.

Am anderen Innufer angekommen hält man sich rechts und erreicht in wenigen Minuten einen der hinteren Eingänge des Hofgartens {13} – ein idealer Platz für eine kurze Verschnaufpause. Man schlendert durch die herrliche Gartenanlage, passiert dabei den Pavillon und verlässt den Park schließlich wieder am Rennweg mit Hofburg {10} und Landestheater {14}. An der Hofkirche {12} vorbei geht es nun die Universitätsstraße stadtauswärts. Man passiert die imposante Jesuitenkirche {16} und das Kapuzinerkloster {17} mit dem Bildnis der stillenden Madonna und biegt nach 50 Metern rechts in die viel befahrene Sillgasse ein. Bei Hausnummer 15 erkennt man an der hebräischen Schrift den Eingang zur Synagoge {28}. An der nächsten großen Kreuzung geht es rechts in die Museumstraße, die einen in wenigen Minuten zum Tiroler Landesmuseum (Ferdinandeum) {27} führt. Hier kann man links in die Wilhelm-Greil-Straße einbiegen und erreicht nach 10 Minuten mit dem Eduard-Wallnöfer-Platz {26}, den größten Platz der Innenstadt mit Neuem Landhaus und Befreiungsdenkmal. Am Casino (–>) vorbei ist es dann über die Salurner Straße nur noch ein Katzensprung bis zur Triumphpforte {25}. Hier beginnt Innsbrucks bedeutendste Innenstadt-Einkaufsmeile, die Maria-Theresien-Straße {20}, die nun – das Alte Landhaus {23}, die Annasäule {22} und die Spitalskirche {21} passierend – bis zum Burggraben durchschritten wird. Hier beginnt mit der Herzog-Friedrich-Straße die Altstadt. Es lohnt sich, einen kleinen Abstecher in die linksseitig gelegenen, romantischen Altstadtgässchen zu unternehmen. Über die Schlossergasse, die Seilergasse und die Kiebachgasse erreicht man schließlich das Goldene Dachl {5}. Von hier sind es nur noch wenige Meter zurück zum Ausgangspunkt an der Innbrücke.

Der Spaziergang dauert – je nachdem, wie lange man sich an den einzelnen Sehenswürdigkeiten aufhält – drei bis vier Stunden. Wer gut zu Fuß ist, kann ihn entweder im Norden oder im Süden ausweiten: Von der Nikolauskirche in Anbruggen kann man den Berg hinauf über das Schloss Büchsenhausen zum Alpenzoo {33} wandern (siehe Kapitel Anbruggen {31}). Von der Triumphpforte ist es im Süden nicht mehr allzu weit zum Stift {36} und zur Basilika Wilten {37} sowie zum sich dahinter erhebenden Bergisel mit seiner weithin sichtbaren Skisprungschanze {40}.

Rund ums Goldene Dachl – die Altstadt

Innsbruck verfügt neben Hall zweifellos über eine der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtkerne Tirols, wenn nicht sogar ganz Österreichs. In den engen Altstadtgassen kann man sich mit etwas Fantasie in die Zeit Kaiser Maximilians I. zurückversetzen. Bis heute wurde die Altstadt vom großen Kommerz der Neuzeit verschont. Hier dominieren kleine Geschäfte und urige Wirtshäuser. Wer genauer hinschaut, findet an jedem zweiten Haus ein liebenswertes historisches Detail, ein Wappen oder ein Wandgemälde. Die wichtigste Straße der Altstadt ist die Herzog-Friedrich-Straße {3}. Vom Goldenen Dachl {5} aus erreicht man über die kleine Pfarrgasse den Domplatz. Durch die von Touristen stark frequentierte Hofgasse ist es ebenfalls nur ein Katzensprung zur Hofburg {10}. Besonders die kleinen, von der Herzog-Friedrich-Straße ausgehenden Seitengassen sollte man nicht links beziehungsweise rechts liegen lassen. Lohnenswert ist auch der Mundingplatz {8} mit seinem schönen Café.

{1} Innbrücke ** [C3]

Regensburg, Hamburg, Würzburg, Salzburg – Burgen sind beliebte Beinamen berühmter Städte. Selten fungiert dagegen eine Flussbrücke als Namensgeberin einer Stadt. In Innsbruck ist dies der Fall, was die Bedeutung des Bauwerks verdeutlicht und weshalb die Innbrücke hier auch als erste Sehenswürdigkeit Erwähnung finden soll. Auch wenn vielleicht die Brücke an sich kein Besichtigungs-Highlight ersten Grades darstellt, so lohnt zumindest der Blick auf Ottoburg {2} und Altstadt am rechten Innufer sowie die bunte Häuserfassade von Mariahilf (–>) und die Alpengipfel der Nordkette im Norden.

Schon zu Kelten- und Römerzeiten war die Gegend des heutigen Innsbrucks eine Schnittstelle bedeutender Handelswege. Ob in der Antike und im frühen Mittelalter schon eine Innbrücke existierte, ist ungewiss. Erstmals urkundlich erwähnt ist eine „Insprucke“ im Jahre 1180. Das heutige Bauwerk mit dem monumentalen Kreuz des Künstlers Rudi Wach in der Flussmitte, das den nackten Jesus darstellt und lange Zeit in der Bevölkerung umstritten war, ist natürlich neueren Datums. Es gibt zudem mittlerweile etliche weitere Brücken und Stege, bis heute ziert die ursprüngliche Innbrücke jedoch das Innsbrucker Stadtwappen.

Apropos Inn: Der Gebirgsfluss führt bei Innsbruck schon eine ordentliche Menge Wasser mit sich und kann bei Hochwasser schnell auf ein Vielfaches seines Volumens anwachsen. Aus dem Schweizer Engadin stammend durchzieht der Fluss in west-östlicher Richtung das Tiroler Ober- und Unterland, ehe er in Bayern zum mächtigen Strom wird und bei Passau in die Donau mündet.

Es lohnt sich für Innsbrucker Neuankömmlinge auf jeden Fall, eine Stadtbesichtigung an der Innbrücke zu beginnen und hier zunächst einmal Stadt, Land und Fluss auf sich wirken zu lassen, ehe es zu den anderen Sehenswürdigkeiten der Altstadt geht.

{2} Ottoburg * [C3]

Das wehrhafte Gebäude am Inn mit seinen wuchtigen Erkern ist eines der ältesten Gemäuer der Altstadt und vermittelt bis heute eine mittelalterliche Atmosphäre. Der ehemalige Wehrturm einer heute nicht mehr vorhandenen Burganlage ist als spätgotischer Wohnturm ab 1476 nachgewiesen und beherbergte zunächst adelige, später bürgerliche Bewohner. Er stand vermutlich auch über einen längeren Zeitraum leer, was eine Namensherkunft von Ödburg vermuten lässt. Dass Herzog Otto II. von Andechs hier logiert haben soll, ist umstritten und vermutlich einer Legendenbildung des 18. Jahrhunderts geschuldet.

Heute befindet sich in der Ottoburg ein gutbürgerliches Restaurant (–>). Davor steht das Denkmal „Vater und Sohn“, das an den Tiroler Freiheitskrieg 1809 erinnert.

> Herzog-Friedrich-Straße 1/ Ecke Herzog-Otto-Straße

Die mittelalterliche Ottoburg von der Innbrücke aus gesehen (024in Abb.: se)

{3} Herzog-Friedrich- Straße ** [C3]

Sie ist die bedeutendste Achse der Innsbrucker Altstadt. Hier reihen sich etliche bedeutende Sehenswürdigkeiten gleich den Perlen an einer Kette aneinander. Die Straße beginnt am Inn mit der Ottoburg {2}. Zur Rechten folgt nach wenigen Metern das Hotel zum Goldenen Adler: Es ist ein geschichtsträchtiger Gasthof, der bereits 1573 erstmals erwähnt wurde und dessen Fresken zum Teil aus dem 16. Jahrhundert stammen. Wer hier nächtigt, befindet sich in prominenter Gesellschaft: Auch Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe und Andreas Hofer haben im Goldenen Adler logiert. Die Goethestube erinnert an den deutschen Dichterfürsten.

Am Platz vor dem Goldenen Dachl {5}, dem unumstrittenen Herzen der Altstadt, macht die Straße am Helblinghaus {6} einen Knick. Links stehen das Alte Rathaus und der Stadtturm {7}. Rechts an der Hausnummer 16 (Ecke Seilergasse) sollte man seinen Blick nach oben richten: Das Katzunghaus, in dem sich das traditionsreiche Café Katzung (–>) befindet, ist berühmt für seine Erkerreliefs. Sie zeigen im ersten und zweiten Stock ritterliche Turnierszenen, im dritten Stock sind Spielleute und Tänzer dargestellt – hier sind Besitzer eines Fernglases klar im Vorteil.

Das Trautsonhaus in der Herzog-Friedrich-Straße 22 wurde in der für Innsbruck so prägenden Übergangsphase von der Gotik zur Renaissance errichtet und es wird von einem sehenswerten Laubengang mit kunstfertiger Musterung durchzogen. Diese Laubengänge, von denen es in der Altstadt einige gibt, entstammen dem für Teile Österreichs und Bayerns typischen Inn-Salzach-Stil und gereichen den Bewohnern und Besuchern Innsbrucks bis heute zum Vorteil: Im Sommer ist es in den Altstadt-Tunneln angenehm kühl und bei Regen wird man nicht nass.

Beachtenswert sind auch die historischen, kunstvoll gearbeiteten schmiedeeisernen Schilder wie „Zum weißen Kreuz“, „Zur goldenen Rose“ oder „Zum Lindwurm“. Selbst moderne Einrichtungen wie ein amerikanisches Burger-Lokal passen sich diesem Schilderstil an. Apropos Burger-Lokal: Im dortigen Laubengang findet man ein eindrucksvolles Fresko aus der Zeit um 1500: einen sogenannten Quaternionenadler. Diese Form des Reichsadlers symbolisiert das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, der Gekreuzigte im Zentrum dessen christliche Prägung. In den folgenden Kapiteln werden einzelne Sehenswürdigkeiten Innsbrucks bedeutendster Straße genauer beschrieben.

{4} Stadtmuseum * [C3]

Das Stadtmuseum ist die ideale Anlaufstelle für alle, die sich intensiver mit der Geschichte Innsbrucks beschäftigen möchten. Im Rahmen einer Dauerausstellung werden wichtige Aspekte der Stadtgeschichte vorgestellt: die Lage am Inn umgeben von den Alpen, die Stadtgründung und die Entwicklung zur landesfürstlichen Residenz. Außerdem erhält der Besucher Informationen zu Stadtentwicklung, Verkehr, Gesundheit, Kultur, Sport, Tourismus, Handel, Gewerbe, Trinkwasserversorgung und etlichen weiteren Themenfeldern. Eine Präsentation schildert die Ereignisse um die Zeit des Zweiten Weltkriegs und deren Konsequenzen. Vertiefende Informationen zu einzelnen Schwerpunkten kann man im Lesesaal des Stadtarchivs erlangen. Wenn man genügend Zeit und Muße mitbringt, wird man im Stadtmuseum zum echten Innsbruck-Experten. Der Besuch lohnt sich besonders für alle, denen etwas mehr Zeit zur Verfügung steht und die sich hier einen ersten Überblick verschaffen können.

Nicht nur vermeintlich trockene Geschichte wird geboten, das Museum geizt nicht mit optischen Reizen: Gemälde wichtiger Tiroler Künstler, Stadtansichten, Panoramabilder, historische Fotografien, mittelalterliche Urkunden, Plakate und Postkarten geben Einblick in das Leben in der Stadt und ihrer Bewohner und lassen ein wenig in die Innsbrucker Seele blicken. Es gibt auch einen kleinen Museumsshop mit Hintergrund vermittelnden Büchern und Souvenirs.

> Badgasse 2 (barrierefreier Zugang über Herzog-Friedrich-Straße 3), Tel. 53601400, geöffnet: Mo.–Fr. 9–17 Uhr, Eintritt: 3,80 € (2,50 € ermäßigt)

{5} Goldenes Dachl und Goldenes Dachl Museum *** [C3]

Das Goldene Dachl ist zweifellos Innsbrucks berühmteste und meist fotografierte Sehenswürdigkeit. Ob sie Innsbrucks bedeutendste Sehenswürdigkeit ist, darüber ließe sich streiten. Auf jeden Fall bildet das Goldene Dachl quasi den glänzenden Abschluss der bedeutenden Innenstadt-Achse aus Maria-Theresien-Straße und Herzog-Friedrich-Straße im „guten Stübchen“ der Altstadt.

Mit dem Gebäude und dem 1500 vollendeten und mit 2657 feuervergoldeten Kupferschindeln bedeckten Prunkerker hat sich Kaiser Maximilian I. – neben seinem Kenotaph in der Hofkirche – in Innsbruck ein Denkmal gesetzt.

Unter dem Dachl erkennt man ein elegantes spätgotisches Netzrippengewölbe. Unterhalb der Balkonbrüstung sind Reliefs zu sehen. Eines davon zeigt den Monarchen gemeinsam mit seinen beiden Ehefrauen – Maria von Burgund (rechts) und Bianca Maria Sforza.

Wer dem Innsbrucker Luxusbalkon ganz nahe kommen möchte, sollte das Goldene Dachl Museum besuchen. Durch ein Fenster kann man einen Blick auf das Kunstwerk erhaschen und genießt zugleich annähernd die Aussicht des berühmten Monarchen, der von hier oben aus Ritterturniere und andere Festivitäten verfolgte. Es war die große Zeit der Hofnarren: Die Fresken zeigen dementsprechend Szenen von einem höfischen Fasnachtfest.

Im Schauraum des Museums befinden sich einige spannende Exponate aus dem Leben Maximilians, unter ihnen ein weiteres Relief des Herrschers mit seinen beiden Gemahlinnen. Bevor man sich den Ausstellungsstücken widmet, sollte man den unterhaltsamen, circa 15-minütigen Film über Maximilian und seine Zeit ansehen. Für Kinder gibt es im Museum eine Spielecke.

2019 ehrt die Stadt Innsbruck ihren berühmtesten Monarchen, dessen Tod sich dann zum 500. Mal jährt, mit etlichen Festivitäten und einer Sonderausstellung im Museum (–>).

> Herzog-Friedrich-Straße 15, Tel. 53601441, geöffnet: Mai–Sept. tägl. 10–17 Uhr, Okt.–Apr. Di.–So. 10–17 Uhr, November geschlossen, Eintritt: 5 € (2,50 € ermäßigt, Familienticket 10 €)

Schaurige Szenen vor dem Dachl

Jakob Hutter, um 1500 im heutigen Südtirol geboren, war ein Führer und Organisator des Tiroler Täufertums. Er gilt als Namensgeber der Hutterer. Er entging der Gefangennahme durch die Obrigkeit zunächst, da verhaftete Täufer trotz grausamer Verhörmethoden nie seinen Aufenthaltsort verrieten. Bereits 1527 hatte Erzherzog Ferdinand I. verkündet, dass man derartige „verführerische Lehren und ketzerische Sekten“ keineswegs dulden werde. Am 30. November 1535 wurde er dann doch in Tirol festgenommen und kurz danach nach Innsbruck verlegt. Man versuchte, ihn unter Folter zum Widerruf zu bewegen, aber er blieb standhaft. Hutter wurde schließlich zum Feuertod verurteilt und am 25. Februar 1536 in Innsbruck vor dem Goldenen Dachl auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Seine Frau konnte zunächst flüchten, wurde jedoch gefasst und 1538 auf der Burg Schöneck hingerichtet. Laut der Hutterischen Chronik wurden allein in Tirol insgesamt 360 Täufer hingerichtet.

In Innsbruck erinnern der Hutterweg und eine Gedenktafel beim Goldenen Dachl an Jakob Hutter. 2015 besuchte eine kleine Gruppe amerikanischer Hutterer Innsbruck und nahm an der Einweihung eines Denkmals an der Franz-Greiter-Promenade am Inn teil, welches an das Schicksal der Hutterer erinnert.

{6} Helblinghaus * [C3]

Durch seine Nähe zum sich schräg gegenüber befindenden Goldenen Dachl steht das Helblinghaus fast ein bisschen im Schatten des Innsbrucker Wahrzeichens, was die touristische Aufmerksamkeit und die damit verbundene fotografische Massenknipserei angeht. Dabei nennt das helle Bürgerhaus eine der prächtigsten BarockfassadenMitteleuropas sein Eigen. Ursprünglich stammt das Haus aus dem Spätmittelalter. Johann Fischer, von Beruf Kassierer an der Haller Münzstätte, erwarb es 1725, ließ für sein Vorzeigeobjekt auch etliche Münzen springen und beauftragte den ursprünglich aus Bayern stammenden Stuckateur Anton Gnigl mit der Fassadenverzierung – verspielte Ornamente, Girlanden und Putten umspielen seither die Erker. Den heutigen Namen verdankt das Haus einem gewissen Sebastian Helbling, in dessen Besitz es sich Anfang des 19. Jahrhunderts befand. Die Wohnungen sind heute in Privatbesitz. Unter dem Helblinghaus endet einer der Laubengänge der Altstadt.

{7} Stadtturm ** [C3]

Ein bisschen Bewegung tut gut, deshalb nichts wie hinauf auf den Stadtturm, von dessen Aussichtsplattform man einen herrlichen Ausblick genießt. Der Turm ist Zeichen für 500 Jahre Innsbrucker Bürgerstolz.