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Innovative Altenheime bemühen sich um Gedächtnistraining und Biografiearbeit - dahinter steht das Anliegen der Würdigung gelebten Lebens. Wie diese Arbeit im Detail gestaltet wird, beeinflussen nicht nur biologisch-medizinische Vorannahmen etwa über das Gedächtnis, sondern auch das jeweilige Verständnis von Gesundheit, Ressourcen und von den Sinninhalten hochaltrigen Lebens. Abt zeigt auf: Auch hochaltrige Menschen mit eingeschränkten Fähigkeiten zur Selbstreflexion können in Reminiszenzgruppen - nicht zuletzt mit Hilfe von Exogrammen und der Dynamik der Gruppensituation - in der Aktivierung des autobiografischen Erinnerns unterstützt werden, sodass salutogene und resiliente Potentiale zutage treten.
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Seitenzahl: 243
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Innovative Altenheime bemühen sich um Gedächtnistraining und Biografiearbeit - dahinter steht das Anliegen der Würdigung gelebten Lebens. Wie diese Arbeit im Detail gestaltet wird, beeinflussen nicht nur biologisch-medizinische Vorannahmen etwa über das Gedächtnis, sondern auch das jeweilige Verständnis von Gesundheit, Ressourcen und von den Sinninhalten hochaltrigen Lebens. Abt zeigt auf: Auch hochaltrige Menschen mit eingeschränkten Fähigkeiten zur Selbstreflexion können in Reminiszenzgruppen - nicht zuletzt mit Hilfe von Exogrammen und der Dynamik der Gruppensituation - in der Aktivierung des autobiografischen Erinnerns unterstützt werden, sodass salutogene und resiliente Potentiale zutage treten.
Dr. Stephan M. Abt ist Theologe, Pädagoge und Krankenpfleger; er leitet das Sigmund-Faber-Heim der Diakonie Neuendettelsau.
Stephan M. Abt
Reminiszenzgruppen mit Hochaltrigen
Anthropologische Grundlagen – salutogene Potenziale
Verlag W. Kohlhammer
Die Drucklegung dieses Bandes wurde gefördert durch die Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband, Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V., das Diakonische Werk Bayern und das Landeskirchenamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.
Alle Rechte vorbehalten © 2013 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Umschlag: Gestaltungskonzept Peter Horlacher Reproduktionsvorlage: Andrea Siebert, Neuendettelsau Gesamtherstellung: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart Printed in Germany
Print: 978-3-17-022958-7
E-Book-Formate
pdf:
epub:
978-3-17-027172-2
mobi:
978-3-17-027173-9
Vorwort des Reihenherausgebers
Danksagung
Kurzfassung
Abstract
1. Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Perspektive, Forschungsziel und wissenschaftliche Einbettung
1.3 Gliederungsansatz und Aufbau der Dissertation
2. Theoretischer Teil: Stand der Forschung
2.1 Überblick über den Stand der wissenschaftlichen Diskussion
2.2 Die Bedeutung der Selbstreflexion
2.3 Die Langzeitgedächtnisse
2.3.1 Episodisch-autobiografisches Gedächtnis
2.3.2 Funktionen des autobiografischen Gedächtnisses nach Bluck
2.4 Externer Gedächtnisspeicher
2.5 Funktionen der Reminiszenz
2.6 Forschungsstand zum Konzept der Salutogenese
2.7 Forschungsstand zur Resilienz
2.8 Emotionen und Gefühle
2.9 Bedeutung der Gruppe
2.10 Forschungsstand zum Pflegeverständnis und zu den Therapieangeboten im Pflegebereich
2.11 Zusammenfassung
3. Methodik
3.1 Forschungsfragen
3.1.1 Bedeutung der Selbstreflexion
3.1.2 Autobiografisches Gedächtnis
3.1.3 Exogramme
3.1.4 Funktionen der Reminiszenz
3.1.5 Salutogenese
3.1.6 Resilienz
3.1.7 Gefühle
3.1.8 Gruppe
3.1.9 Pflegeverständnis und Therapieangebote im Pflegebereich
3.1.10 Zusammenfassung
3.2 Forschungsdesign
3.2.1 Die Forschungsstätte und die Struktur der sozialen Angebote im Sigmund-Faber-Heim Hersbruck
3.2.2 Forschungsgruppe
3.2.3 Die Intervention und ihr Ablauf
3.2.4 Methoden und Erhebungsinstrumente
3.2.5 Verfahren der Datenanalyse
3.2.5.1 Inhaltsanalytisches Ablaufmodell
3.2.5.2 Das Auswertungsmodell der strukturierenden Inhaltsanalyse
3.2.6 Gütekriterien
3.3 Zusammenfassung
4. Darstellung der Ergebnisse
4.1 Ergebnisse zum Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD)
4.2 Ergebnisse zum Autobiografischen Gedächtnis
4.2.1 Ergebnisse zum autobiografischen Gedächtnis nach dem Konzept von Tulving
4.3 Ergebnisse zur Reminiszenz
4.4 Ergebnisse zur Salutogenese
4.5 Ergebnisse zur Resilienz
4.6 Ergebnisse zu Gefühlen und Emotionen
4.7 Ergebnisse zu den Exogrammen
4.8 Ergebnisse – Feedback zur Gruppe
4.9 Zusammenfassung
5. Diskussion der Ergebnisse
5.1 Diskussion der Ergebnisse zum Autobiografischen Gedächtnis
5.1.1 Zu den Gesprächsanteilen
5.1.2 Kern- und Schlüsselkategorie im Konzept des Autobiografischen Gedächtnisses
5.1.2.1 Autobiografisches Gedächtnis und Selbsteinschätzungen
5.1.2.2 Autobiografisches Gedächtnis und ‚erinnerte Selbsttätigkeit‘
5.1.2.3 Autobiografisches Gedächtnis und erinnerte Verliebtheit
5.1.2.4 Autobiografisches Gedächtnis und mentale Zeitreisen
5.1.2.5 Autobiografisches Gedächtnis und Prospektivität
5.1.3 Autobiografisches Erinnern und Funktionalität
5.1.4 Quintessenz: Überwindung des Regressionsdogmas
5.1.5 Konsequenzen der Ergebnisse zum autobiografischen Gedächtnis
5.1.5.1 Wechselsysteme vs. Hierarchie der Gedächtnisse
5.1.5.2 Der Weg der Erfahrungsrepräsentationen
5.1.6 Zusammenfassung und Beantwortung der Forschungsfragen zum autobiografischen Gedächtnis
5.2 Diskussion der Ergebnisse zur Reminiszenz
5.2.1 Interpretation der Ergebnisse zur den bedrückenden Erinnerungen
5.2.2 Diskussion der Ergebnisse zur integrativen Reminiszenz
5.2.3 (Mentales) Nachholen als Sonderform integrativer Reminiszenz – ‚nachholende Exploration‘.
5.2.4 Symbolhandlungen als ‚nachholendes Denken und Tun‘
5.2.5 Zusammenfassung und Beantwortung der Forschungsfrage
5.3 Diskussion der Ergebnisse zur Salutogenese
5.3.1 Diskussion der Schlüsselkategorie ‚Glaube‘
5.3.2 Diskussion der Schlüsselkategorie ‚Subjektives Altersbild‘
5.3.3 Diskussion der Schlüsselkategorie ‚Das Geglückte‘
5.3.4 Konsequenzen der Ergebisse im Hinblick auf einen gerontologisch angemessenen Gesundheitsbegriff
5.3.5 Zusammenfassung und Beantwortung der Forschungsfrage
5.4 Diskussion der Ergebnisse zur Resilienz
5.4.1 Ethische Vereindeutigung der ‚Selbstregulation‘
5.4.2 Resilienz als ‚Kehrseite‘ der Salutogenese
5.4.3 Zusammenfassung und Beantwortung der Forschungsfrage
5.5 Diskussion der Ergebnisse zu Emotion und Gefühl
5.5.1 Beantwortung der Forschungsfrage
5.5.2 Dankbarkeit als Resilienzfunktion und Beziehungsgeschehen
5.6 Diskussion der Ergebnisse zur Bedeutung der Exogramme und Beantwortung der Forschungsfrage
5.7 Diskussion der Ergebnisse zur Bedeutung der Gruppe und Beantwortung der Forschungsfrage
5.8 Zum Pflegeverständnis und zu Therapieangeboten und zur Beantwortung der Forschungsfrage
5.9 Limitationen
5.10 Implikationen – Bedeutung für die Praxis und Ausblick
6. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
6.1 Abbildungsverzeichnis
6.2 Tabellenverzeichnis
7. Literaturverzeichnis
8. Anhang
Es war Aaron Antonowsky (1923–1994), der die Salutogenese in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts als ein Konzept der Entstehung von Gesundheit in die Wissenschaft einführte – im Gegensatz und zugleich als Ergänzung zu der in der traditionellen Medizin gängigen pathogenetischen Fragestellung. Antonowsky lenkte die Aufmerksamkeit der Fachwelt auf die Frage „Was hält den Mensch gesund“. In diesem Zusammenhang spielt unter anderem der Begriff der Resilienz eine entscheidende Rolle. Dabei geht es um die Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung des früheren psychischen Anpassungs- und Funktionsfähigkeiten nach einem eingetretenen Trauma oder bei vorhandenen Einschränkungen und Verlusten. Der Ansatz von Antonowsky wurde in den letzten Jahrzehnten immer umfassender interpretiert, weiter entwickelt und von vielen Wissenschaftlern übernommen. Die Salutogenese ist inzwischen fest verankert in Fachbereichen wie Soziologie, Psychologie, Gesundheits- und Sportwissenschaft.
Zu unserer Reihe „Dynamisch Leben gestalten – Innovatorische Unternehmensführung in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft“ haben diese Ansätze und die hier vorliegende wissenschaftlich Arbeit von Dr. Stephan M. Abt einen direkten Bezug. Der Autor konzentriert sich in seiner Untersuchung auf das „Potential in Reminiszenzgruppen mit hochaltrigen Menschen“. Dabei kam er zu den Ergebnissen und Folgerungen: Auch hochaltrige Menschen mit eingeschränkten Fähigkeiten zur Selbstreflexion können in Reminiszenzgruppen – nicht zuletzt mit Hilfe von Exogrammen und der Dynamik der Gruppensituation in der Aktivierung des autobiografischen Erinnerns unterstützt werden, sodass salutogene und resiliente Potentiale zutage treten.
Interessant für die diakonisch und damit christlich ausgerichtete Arbeit ist die Bedeutung des Spirituellen, Religiösen und Transzendenten. „Die Kategorie der Dankbarkeit erwies sich als Schlüssel, der manchen Kern aufschließt. ‚Geburtshilfe‘ im Alter ist möglich. ‚Von oben geboren werden‘ (vgl. das Nikodemusgespräch in Johannes 3) deutet die Kräfte aus dem Transzendenzbezug an. Warum verzweifeln Menschen nicht, deren Lebenstage gezählt sind? Was lässt den Menschen noch hoffen im Angesicht des Todes? Gibt es auch dort noch Resilientes und Salutogenes? Wenn es um Beziehung geht – Salutogenese als Herstellung von Beziehung – dann kann es im Allerletzten um die stets neue alte Beziehung im Bund mit Gott gehen, der schon getragen hat, trägt und – so die Gewissheit – weiter tragen wird. Der empirische Befund der vorliegenden Intervention bestätigt diese resiliente und salutogene Zuversicht“ (Stephan M. Abt).
In der Diakonie Neuendettelsau sind wir insbesondere auf dem Gebiet der Demenz in zeitgemäß architektonisch gestalteten und nach wissenschaftlichen Kriterien konzipierten Einrichtungen in der Betreuung der an Demenz erkrankten Menschen tätig. Zugleich sind wir auch gut aufgestellt und vorbereitet für die zukünftige Forschung u.a. an der von uns neu gegründeten „Wilhelm Löhe Hochschule“ (Wilhelm-Löhe-University for applied sience) in Fürth.
In diesem Kontext von „Innovation in der Unternehmensführung in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft“ begrüße ich die hochinteressante Darstellung von Dr. Stephan M. Abt. Seine Ausführungen können einen Impuls setzen, die These vom „Im Alter neu werden können“ (Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD, 2009) sogar für hochaltrige und auch demente Menschen als Möglichkeit zu wagen, wenn in diakonischer Grundhaltung „Leben – auch hochaltriges Leben – gestaltet“ wird.
Dieses Buch ist nicht nur eine gute Ergänzung unserer wissenschaftlichen Reihe „Dynamisch Leben gestalten“, sondern vor allem auch eine bereichernde und weiterführende Anregung für die aktiven Fachleute auf diesem Gebiet.
Prof. Dr. h. c. Hermann Schoenauer
Neuendettelsau im Februar 2013
Nichts ist mir zu klein
Und ich lieb es trotzdem
Und mal es auf Goldgrund und groß
Und halte es hoch,
Und ich weiß nicht wem
Löst es die Seele los.
(Rilke, 2006, S. 201)
Der Dank ist die Reflexion des Geistes ebenso wie die Reflexion des Herzens; darin werde ich gewahr, wie letztlich alles aus dem Verdanktsein, dem mir Gegebensein kommt. „Was hättest du, was du nicht empfangen hättest“, sagt Paulus (1 Kor 4,7).
Die Arbeit mit hochaltrigen Menschen ist ein Geschenk, in dem etwas vom Geheimnis des Menschen erfahren und geahnt werden kann für den, der Ohren hat, die hören (Mt 11,15). Dafür bin ich jeden Tag dankbar. Frau Prof. Dr. Barbara Staedtler-Mach danke ich von Herzen, dass sie mich angesprochen und ermutigt hat, ein Interventionsprogramm zu erstellen, selbst durchzuführen und wissenschaftlich auszuwerten. Für alle Begleitung während dieser Zeit sowie für alle Gedanken und Aspekte gerontologischer Ethik, die ich zu verschiedensten Gelegenheiten unserer Begegnungen aufnehmen durfte, bin ich von Herzen dankbar.
Herrn Prof. Dr. Bernd Seeberger danke ich für wichtige Impulse sowohl zur Methodik als auch zum Gesamtverständnis heutiger Gerontologie im Rahmen des großen Konzertes von Philosophie, Wirklichkeits- und Wissenschaftsverständnis.
Ganz gewiß nicht zuletzt danke ich meiner lieben Frau, Dr. Birgit Eichenseer, die mich stets unterstützt hat, mich ermutigte, bereicherte und sich in den vielen Gesprächen immer wieder auf das Thema einließ.
Unterstützung des salutogenen Potentials hochaltriger Menschen in Reminiszenzgruppen.
Hintergrund: Die vorliegende Dissertation gibt neben einem Überblick über das Proprium des Humanum im Hinblick auf das autobiografische Gedächtnis und Erinnern einen Einblick in die Besonderheit salutogener und resilienter Potentiale hochaltriger Menschen.
Ziel der Untersuchung: Ziel der wissenschaftlichen Studie ist die Untersuchung der Reaktionen von hochaltrigen Menschen im Verlaufe einer sechzigtägigen Reminiszenzgruppe im Hinblick auf das salutogene Potential.
Methodik: In der Zeit vom Mai bis August 2010 wurde eine Reminiszenzgruppe an sechzig Tagen mit jeweils zwei Stunden mit neun Teilnehmern durchgeführt. Unter Zuhilfenahme der Methode der qualitativen Forschung wurde eine Studie durchgeführt, die die Intervention nach dem inhaltsanalytischen Ablauf- und strukturierenden Auswertungsmodell von Mayring und des MAXQDA-Programms analysiert, um die Inhalte der Lebensreflexion hochaltriger Menschen erheben zu können. Die Analysekonzepte sind die des Autobiografischen Gedächtnisses nach Tulving, des Autobiografischen Erinnerns nach Bluck, der Reminiszenz nach Webster, der Salutogenese nach Antonovsky, der Resilienz und Hauptfunktionen der Emotionen und Gefühle.
Ergebnisse und Folgerungen: Auch hochaltrige Menschen mit eingeschränkten Fähigkeiten zur Selbstreflexion können in Reminiszenzgruppen – nicht zuletzt mit Hilfe von Exogrammen und der Dynamik der Gruppensituation – in der Aktivierung des autobiografischen Erinnerns unterstützt werden, sodass salutogene und resiliente Potentiale zutage treten.
Schlüsselwörter: Autobiografisches Gedächtnis, Autobiografisches Erinnern, Salutogenese, Resilienz, Reminiszenz und -gruppen.
Support of the salutogenic potential of people advanced in years in reminiscence groups.
Background: The submitted dissertation gives beside a survey of the proprium in humanum concerning the autobiografical memory and remembering an insight in the specific feature of salutogenic and resilient potentials of people advanced in years.
Intention of the study: The intention of this scientific study is the research of the reactions of people advanced in years during a reminiscence group of sixty days with regard to the salutogenic potential.
Method: From May to August 2010 a reminiscence group was carried out during 60 days with nine participants two hours a day. Using the method of qualitative research a study was made which analysizes the intervention according to the analytic course and structuring evaluation of Mayring and the MAXQDA-programme in order to raise the contents of life reflexion of people advanced in years. The central ideas of analysis are these of autobiographic memory according to Tulving, the autobiographic remembrance according to Bluck, the reminiscence according to Webster, the salutogenesis according to Antonovsky, the resilience and main functions of emotions and feeling.
Results and Conclusions: Even people of advanced age with limited ability of self reflection can be supported in reminiscence groups – not least by means of exograms and the dynamics of group situation by activating the autobiographical memory so that salutogenic and resilient potentials come up.
Keywords: Autobiographical memory, autobiographical remembering, salutogenesis, resilience, reminiscence and -groups.
In diesem Kapitel erfolgt die Einführung in das Thema der Dissertation.
„Im Alter neu werden können“ ist der Titel einer Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland1. Diese Formulierung ist in ihrer provokanten Zuspitzung singulär, in der Aussage aber exemplarisch dafür, dass die letzte Lebensphase vom Wachsen, Werden und Reifen nicht ausgeschlossen ist. Möglichkeiten und Aufgaben des Alters sind vielfältig beschrieben und beschworen worden, sowohl in der wissenschaftlichen2 als auch in der populärwissenschaftlichen Literatur3. Nicht zuletzt ist die Entstehung der Gerontologie als Wissenschaftszweig ein Ausweis für die Wichtigkeit der Frage nach dem, was das Senium für den einzelnen Menschen und die Gesellschaft insgesamt bedeutet. Neben all die soziologischen und ökonomischen Fragestellungen treten auch anthropologisch-ethische, u. a. die nach dem Sinn des Alters für das einzelne Individuum. In einer Gesellschaft, die sich insgesamt offensichtlich leichter tut, die Sinnhaftigkeit des Handelns dann auszuweisen, wenn sich dies mit Produktivitätsnachweisen verbindet, ist es deshalb eine besondere Herausforderung, von den Möglichkeiten und Aufgaben des Alters auch dann zu sprechen, wenn der volkswirtschaftliche Ertrag nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Die Herausforderung wird noch dadurch erheblich gesteigert, wenn durch Altersgebrechlichkeit die Selbstverfügung des Individuums derart eingeschränkt ist, dass die einzelne Person nicht einmal mehr in der Lage ist, ihre Bedürfnisse einerseits anzumelden und die Zufriedenheit mit Angeboten zur Bedürfnisbefriedigung andererseits rückzuspiegeln.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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