Rock oder Liebe - Final Countdown - Don Both - E-Book

Rock oder Liebe - Final Countdown E-Book

Don Both

0,0
3,99 €

Beschreibung

Rock oder Liebe – Final Countdown Rockstar versus Anstandsdame. Rock versus Liebe. Lust versus Moral. Rebell versus Regel Sexgott versus Jungfrau. … so könnten die Titel der Real-Live-Soap heißen, die Hannah und Mason nach ihrer schmerzhaften Trennung zusammen drehen müssen. Denn es geht um alles oder nichts – um ihre Karrieren oder doch um die von beiden so verfluchte Liebe? Werden die beiden ihre Gegensätze endlich überwinden oder bei dem Versuch endgültig untergehen? Letzter Teil der Rock-oder-Liebe-Reihe.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 318

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0



Table of Contents

Kurzbeschreibung:

Was bisher geschah …

Let me sign

Finale Mascerade

Epilog

Rock oder Liebe – Final Countdown

Life in her yet

Sie ist weg

Here with me

Dark Horse

Muse

Free Animal

Marilyn Manson

Talking Bodys

Like the way I do

Way down we go

Sweet Dream

Jolene

Into you

Lay my Body Down

What I’ve done

The Pretender

Do you remember

Where not gonnatakeit

Kung Fu Fighting

Wicked Game

Animal

Keep on falling

Sex is good

Time is running out

Killing me softly

Scars

Say You won’t Let Go

Love me like you do

Haunted

Nothing else matters

Ausschnitt zu Tom und Vivi

Play my Game little Girl

The right way?

Wicked Game

Vorgängerteile der Immer wieder Reihe

Danksagung

Über die Autorin

Rock oder Liebe – Final Countdown

Don Both feat. Babels

Romanze/ Humor/Erotik

Deutsche Erstausgabe April 2017

© Don Both

Kontakt: [email protected]

https://www.facebook.com/pages/DonBoth/248891035138778

http://donboth.weebly.com/

Lektorat: Belle Molina

Korrektorat: Anke Neuhäußer

Weitere Mitwirkende: Babels, Nicole Zdroiek

Cover: Babels Art

Erschienen im A.P.P.-Verlag

Peter Neuhäußer

Gemeindegässle 05

89150 Laichingen

ISBN – mobi: 978-3-96115-110-3

ISBN – E-pub: 978-3-96115-111-0

ISBN – Print: 978-3-96115-112-7

Alle Rechte vorbehalten!

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages. Personen und Handlungen sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Dieser Roman wurde unter Berücksichtigung der neuen deutschen Rechtschreibung verfasst, lektoriert und korrigiert

Für Babels.

Die beste Freundin, die man haben kann (neben Anke).

Wir haben’s geschafft, Baby!

Kurzbeschreibung:

Rock oder Liebe – Final Countdown

Rockstar versus Anstandsdame.

Rock versus Liebe.

Lust versus Moral.

Rebell versus Regel

Sexgott versus Jungfrau.

… so könnten die Titel der Real-Live-Soap heißen, die Hannah und Mason nach ihrer schmerzhaften Trennung zusammen drehen müssen. Denn es geht um alles oder nichts – um ihre Karrieren oder doch um die von beiden so verfluchte Liebe?

Werden die beiden ihre Gegensätze endlich überwinden oder bei dem Versuch endgültig untergehen?

Letzter Teil der Rock-oder-Liebe-Reihe.

Was bisher geschah …

Stand by me

Shit!

Ich liebte sie. Sie liebte mich.

Obwohl ich ihr alles erzählt hatte. Endlich war es raus, und ich war ein befreiter geiler Scheißer! Ich war glücklich. Sie war glücklich.

Wir sprachen nicht nur ein Mal über die Vergangenheit, denn seitdem der Knoten einmal geplatzt war, ging es viel leichter und ich konnte wieder befreit durchatmen. Wir redeten auch viel über uns im Allgemeinen, was wir uns wünschten, wovor wir Angst hatten …. Die Tage flogen nur so an uns vorbei. Sie waren gefüllt mit Vorbereitungen für meine Tour, Vorbereitungen für das Angietreffen, Gesprächen mit Prüdella und viel, viel, viel, viel heißem, unglaublichem, weltbewegendem, kopfwegfegendem, lautstarkem – bis den Nachbarn die Ohren klingelten – Sex.

Es war schlichtweg der verfluchte Wahnsinn. Der alles bis dahin Dagewesene wegbähmte.

Trotz unserer Unterschiede ergänzten wir uns perfekt und genossen unsere Zeit in vollen Zügen. Was wir uns auch verdient hatten nach dem ganzen Scheiß.

Wie ein Ninja bekämpfte sie mit mir die Schatten meiner Vergangenheit, und ich lehnte mich einfach nur zurück und genoss das kleine von mir erschaffene Sexmonster, das nicht genug von meinem Schwanz bekam. Und darauf war ich verdammt noch mal stolz. War ja schließlich auch ein hartes Stück Arbeit meinerseits gewesen, einer schrulligen Anstandsdame den Stock aus dem Arsch zu ziehen. Aber wenn ich daran zurückdachte, dann hatte es sich gelohnt. Kein Wunder bei diesem erstklassigen Hinterteil.

Doch uns lief die Zeit davon, denn die restlichen Wochen verflogen verflucht noch mal nur so.

Viel zu schnell musste ich mich mit dem Gedanken anfreunden, sie vielleicht gehen zu lassen – was mir natürlich sehr schwerfiel. Ich brauchte sie wie die Luft zum Atmen; mein Schwanz brauchte sie, um unter Kontrolle zu bleiben. Ja, sogar meine Kampfechsen brauchten sie mittlerweile. Denn meine kleine süße Versuchung,mein ganz persönliches Groupie, hatte mir immer noch nicht mitgeteilt, ob sie mit mir auf Tour gehen oder lieber hier in Deutschland versauern würde.

Das war der einzige Punkt, der mich nervte. Okay, im Grunde sogar ankotzte.

Tierisch!

Sie musste ja einen auf Superweib machen. Von wegen ich muss mir mein eigenes Standbein aufbauen, Mason und meine beruflichen Wünsche verwirklichen, Mason – auch wenn ich einen Mann habe, dessen Arsch allein schon ein paar Millionen wert ist und ich eigentlich nie wieder arbeiten gehen müsste. Irgendwie stand ich ja drauf, dass sie nicht nur hinter meiner Kohle her war und einen auf Schickimicki machte, aber wenn das bedeutete, dass wir und bald trennen müssten, dann würde ich ihr lieber alles, was ich besaß, in ihren kleinen sexy Arsch reinschieben.

Okay, das war nicht der einzige Punkt, der mich im Moment nervte. Momentan stand ich vor dem großen Spiegel in meinem Zimmer und bekam diese dumme scheiß Krawatte einfach nicht zu. Die schnürte einem doch die Luft ab, verflucht, und man brach sich halb die Pfoten, um das Ding irgendwie ansehnlich hinzukriegen! Das nervte mich noch viel mehr. Wie ein Blöder fummelte ich fluchend herum, doch der Knoten sah aus wie ein Haufen Scheiße.

»Wer hat eigentlich diesen Mist erfunden? Das können nur Frauen gewesen sein! FRAU! Erledige deine Aufgabe und binde mir die Krawatte, verflucht noch mal!«, rief ich also genervt durch den Flur ins Bad.

Sie streckte ihren Kopf aus der Tür und brüllte zurück: »GLEICH!« Mit einem leisen Kichern kam sie kurz daraufzu mir und mir stockte fast der Atem.

Sie sah unfassbar aus. Das schwarze elegante Kleid schmiegte sich perfekt an ihren grazilen Körper, verhüllte nur eine Schulter und war mit glitzernden dunkelblauen Smaragden geschmückt, die wie Sterne am Nachthimmel schimmerten. WOW! Jede gekonnt in Szene gesetzte Rundung lockte meine Finger dazu, sich an ihr zu berauschen und sie zu verschlingen und zu verehren, aber wir hatten keine Zeit für ein kleines oder großes tête-à-tête. Also beließ ich es bei einem lang gezogenen »WOOOOOOOOW« und erlaubte mir lediglich eine Strähne ihrer glänzenden, tiefbraunen, offenen Locken hinter ihr Ohr zu klemmen, während mein Blick von unten nach oben über ihren traumhaften Körper schweifte. Allerdings ließ ich es mir nicht nehmen, beiläufig ihre kleinen, süßen Titten zu streifen.

Sie errötete ein wenig, verdrehte aber die Augen, bevor sie mich ruckartig an sich zog und meinen Blickfick abrupt beendete. Mit fachmännischen Prüdella-Griffen begann sie, meine Krawatte zu knoten.

»Selber wow, Mister Hunter!« Absolut bezaubernd lächelte sie auch zu mir rauf, tätschelte mit der flachen Hand meine Brust, als sie fertig war, und strich über meine Schultern und die Ärmel meines Jacketts hinab, um imaginäre Fusseln zu entfernen.

»Gott, mach weiter und ich lege dich gleich hier und jetzt noch flach!«

»Bist du sehr aufgeregt?«, fragte sie dann beiläufig, als wüsste sie nicht, was sie bei mir mit ihrem Gefummel anrichtete, und fuhr mit ihren Fingern noch durch meine Haare. Versuchte zu retten, was zu retten war, denn ich hatte mich vehement dagegen gewehrt zum Frisör zu gehen. Sie durfte mich in einen Anzug stecken, in dem mein Monsterschwanz genug Spielraum hatte, weil er maßgefertigt war.Sie durfte mich zwingen, ungemütliche Scheißerschuhe zu tragen, die glänzten wie eine Fettbemme. Meine Fresse, was würde ich jetzt für meine ausgetretenen Boots tun … Sie durfte sogar verlangen, dass ich Unterwäsche anzog. Aber bei meinen Haaren hörte der Spaß auf. Als hätte ich mir für Angie einen biederen Kurzhaarschnitt schneiden lassen, nicht zu vergessen mit einer Tonne Haargel und Seitenscheitel. Ach ja, Angie durfte ich natürlich auch nicht sagen. In der Tasche meines dunkelgrauen Jacketts hatte ich hinter der Rotzfahne für Notfälle sogar einen Spickzettel stecken, falls ich nicht mehr wüsste, was ich mit den hohen Tieren reden sollte, ohne irgendeinen Mist von mir zu geben. Aber Hannah hatte mir versichert, dass ich diesen nicht brauchen würde. So sehr wie sie mir vertraute, musste sie mich wirklich lieben.

»Wieso sollte ich wegen den Fossilien aufgeregt sein? Sie sollten aufgeregt sein und darauf hoffen, dass ich ihnen nicht ordentlich mein ungeschöntes Gedankengut an der Kopf pfeffere und ihnen meine Meinung über das tolle Deutschland und ihre Politik geige. Wenn ich schon mal da bin!«, antwortete ich locker und trat einen Schritt zurück »Und jetzt hör auf, in meinen Haaren herum zu fummeln. Das macht mich nur an!« Wissend grinste sie mich an, das kleine Luder.

»Dich macht es ja sogar an, wenn ich deinen Zehennagel anfasse!« Da hatte sie verdammt recht, aber egal! Sie lachte und schob mich in Richtung Wohnbereich, wo wir darauf warten würden, dass uns die Limousine holte, um uns zu meinem großen »Auftritt« zu kutschieren. Ich wusste echt nicht, wieso ich mir das eigentlich antat … Aber dann fiel mir meine verfluchte Mama und das verfluchte Konzert zu Silvester am Brandenburger Tor ein, das von diesem Termin abhing, und ich stellte mich einfach schon mal darauf ein, zu schleimen, was das Zeug hielt. Shit! Ich könnte jetzt ein Bier vertragen! Hannah hakte sich bei mir ein, als wir die Treppen nach unten gingen, denn ihre High Heels waren verdammt hoch und verflucht sexy! Besser als diese grausamen Korkteile, die einem echt alles abgewöhnen konnten. Ich hatte sie ihr gekauft undihr weisgemacht, es wären Glücksschuhe für mich, also tat sie mir den Gefallen, sie heute zu tragen, auch wenn sie mich irrsinnig anmachten.

»Ich werde in diesen Schuhen sterben! Das können nur Männer erfunden haben!«, murmelte sie mir zu, als ich sie auf einen der Hocker an der Küchenzeile setzte, und ich verzog mürrisch das Gesicht.

»Dafür werde ich mit dieser Krawatte sterben!« Genervt steckte ich meinen Zeigefinger zwischen Hals und Kragen und versuchte, mir Luft zum Atmen zu verschaffen, doch sie biss sich bei dieser Bewegung auf die Lippe. Unverhofft packte sie mich mit der Faust an der Krawatte und zog mich zwischen ihre langen Beine, die sich wie das Tor zum Glück für mich öffneten. Ich gab ein stranguliertes Geräusch von mir, als sie mit ihrer kleinen Zunge über mein Ohr leckte. Dieses kleine Luder wusste genau, was sie machen musste, damit ich ihr zuhörte. Sie hatte wirklich viel gelernt. Ihre Lippen streiften mein Ohrläppchen, als sie sanft flüsterte: »Ich finde es wahnsinnig sexy, wenn Sie einen Anzug tragen, Mister Hunter. Darin sehen Sie so mächtig und weltmännisch aus, so, als könnten Sie mit allem fertig werden.« Ich erschauerte, während der kleine Teufel im Prüdellakostüm seine Hüften bewegte und sie ihre sicherlich feuchte Mitte als Bekräftigung ihrer Worte gegen meinen halbsteifen Schwanz drückte.

»Shit …«, fluchte ich und umfasste mit einem Arm ihre Taille, um sie fester gegen mich zu drücken, was ihr ein leises, kaum hörbares, aber SO heißes Stöhnen entlockte. Wie von selbst fanden meine Lippen ihren Kiefer und ihren Hals. Wie von selbst bog sie ihren Kopf leicht, hielt mich aber immer noch an der Krawatte fest, als sie mir Zugang zu ihrer makellosen, cremigen Haut verschaffte.

»Fünf Minuten haben wir noch. Daraus kann man viel machen«, murmelte ich und fühlte, wie sich ihre andere Hand unter mein Jackett kämpfte und mich an der Hüfte gegen sich drückte.

»Wir werden aussehen wie zwei Vogelscheuchen, Mason!« Halb stöhnte sie, halb warnte sie mich. Doch gleichzeitig zog sie mich an der Krawatte näher und ihre süßen rot geschminkten Lippen kamen meinen gefährlich nahe. Aber im letzten Moment drehte sie ihren Kopf weg, natürlich darauf bedacht, das Gesamtbild jetzt bloß nicht zu zerstören. Ich gluckste in ihren Mund, denn ihr Geist wollte mal wieder etwas anderes als ihr Körper, umfasste ihre Titte, knetete sie sanft und genoss das laute schamlose Stöhnen, das durch das Wohnzimmer hallte. SHIT! Wenn sie so weitermachte, würde ich wirklich gleich ihr Höschen zur Seite schieben, das sich gegen die Vorderseite meiner Anzughose drückte, meinen Reißverschluss runterziehen und …

Ihre Hand legte sich zwischen meine Beine.

Jegliche Gedankengänge wurden unterbrochen, als sie anfing, an meinem mittlerweile schmerzhaft steifen Schwanz nach oben und unten zu reiben.

»Du kleines Biest, du willst, dass ich in meine Hose komme, oder?«, presste ich zwischen den Zähnen hervor, bevor sie den Druck verstärkte und stöhnte, weil sie genau fühlte, wie hart ich schon für sie war.

»Glaubst du, ich würde das schaffen?«, fragte sie auch noch absolut unschuldig; ich sog scharf die Luft ein, als sie meinen Hals attackierte und plötzlich die Oberhand hatte.

Sie war der Wahnsinn!

Und ich hatte das aus ihr gemacht!

»Ganz sicher. Verflucht, Hannah, ich liebe dich!« Das musste einfach raus. Tief stöhnend beugte ich meinen Kopf und umfasste ihr zartes Gesicht, um sie hungrig zu küssen, denn ich wollte sie schmecken.

Ein Räuspern hinter uns löste den Nebel in meinem Kopf langsam, aber sicher auf, und Hannah nahm schockiert ihre Hand von meinem Schwanz weg. Genervt drehte ich mich leicht, blieb aber zwischen ihren Beinen stehen und hielt weiterhin ihr Gesicht zwischen meinen Handflächen, als ich Angela erblickte, die etwas abseits stand und uns mit verengten Augen ansah.

»Was?«, zischte ich sie an, über alle Maßen genervt darüber, dass sie uns jetzt unterbrochen hatte. Diese kleine miese SCHLAMPE!

Angela zog eine Augenbraue nach oben. Von ihrem überheblichen Blick wurde mir von einen Moment auf den anderen schlecht.

»Miss Hauptmeier«, säuselte Angela, denn sie fickte nicht mehr mit meinem Babe und verhielt sich professionell, seitdem sie sich ein paar Mal den heftigsten Text ihres Lebens hatte von ihr anhören müssen. »Ich denke, Sie haben ihre Ohrringe vergessen.«

»Oh!« Hannah fasste sich an die Ohren »Wie dumm. Ich komme gleich.« Schon schlüpfte sie an mir vorbei vom Hocker und rannte nach oben.

Ich seufzte und schaute auf die Rolex an meinem Handgelenk – in drei Minuten müsste die Limousine kommen –, da fühlte ich immer noch Angelas Blick auf mir. Langsam sah ich von der Uhr nach oben und blieb direkt an Angelas fieser Fratze hängen.

»Was willst du?«, fragte ich genervt, schob meine Hände in die Hosentaschen und sah sie ziemlich angriffslustig an.

»Dich!« Oh, mal was ganz Neues!

»Das hatten wir doch schon geklärt, als du den ersten Tag hierhergekommen bist. Ich bin mit Hannah zusammen und somit nicht mehr verfügbar, also lass den Scheiß gefälligst!«

»Sag mal …«, säuselte sie und ging auf mich zu. Ich streckte meine Hand aus, um sie aufzuhalten, doch das interessierte sie überhaupt nicht. Stattdessen berührte sie meinen Arm, strich über meinen Bizeps, bis ich ihre Hand wegschlug. Ein ungutes Gefühl beschlich mich. »Hast du das letzte Mal im Keller eigentlich vergessen?«

KLAR! Dass sie damit anfangen musste.

»Hätte ich gerne!« Verfluchte Scheiße. Ich drehte mich um, ging zur offenen Terrassentür, zündete mir eine Kippe an und zog kraftvoll daran. Den verfluchten Scheiß brauchte ich jetzt.

»Was würde eigentlich dein kleiner Anstandsbrocken dazu sagen, wenn sie wüsste, was da zwischen uns passiert ist? Wie ich mittlerweile herausgefunden habe, hattet ihr da schon angebandelt. Und du warst soooo böse, Mason!«

JETZT schnippte ich meine Kippe weg und drehte mich mit Schwung zu ihr um, bevor ich ihr Kinn packte »NICHTS wird sie dazu sagen! Weil sie es nie erfahren wird!«, zischte ich klipp und klar.

»Denkst du?«, säuselte Angela immer noch so freundlich, als würden wir uns übers Wetter unterhalten, und holte ihr Handy aus der hinteren Tasche ihrer knallengen schwarzen Hose.

Ich verengte meine Augen. »Was soll der ganze Scheiß bringen? Sie wird dir nie glauben!«

Doch Angela lächelte nur breit, betrachtete ihr Handy und drückte dann einen Knopf. Ich erstarrte, als ich hörte, was sie mir vorspielte, denn das hatte ich schon komplett vergessen. Verflucht, was hatte ich getan?!

»Weißt du eigentlich, wie verflucht beschissen ich mich gerade wegen dir fühle? Ich habe Angela, oder wie die Schlampe auch immer heißt, zwei Mal gefickt. Und wenn ich sage FICKEN, dann meine ich FICKEN. HARTES FICKEN! Nicht den rosaroten Blümchenscheiß, den ich mit dir mache! Hartes hemmungsloses VÖGELN, OKAY?«

Ich war im Arsch! Jetzt war es offiziell!

»SHIT! MACH DAS AUS!«, rief ich, als ich meine Stimme erkannte und wollte ihr das Handy aus den Krallen fischen. Doch sie war schneller und sprang lachend einen Schritt zurück.

»Aber Mason-Mäuschen. Reg dich doch nicht so auf. Das ist nicht gut für deinen Blutdruck!«, erwiderte sie kichernd und ich verfluchte die dummen Tasten auf meinem Telefon. Anscheinend hatte ich gewählte Nummern angerufen und nicht angenommene und war somit geradewegs bei der kleinen Schlampe hier gelandet! Jetzt war alles klar! Deswegen hatte Hannah die Nachricht auch nie bekommen! Nein! Ich hatte Angela auf den verfluchten Anrufbeantworter gelabert! So eine Fuckscheiße!

Fuck!

Fuck!

Fuck!

Meine Hände ballten sich zu Fäusten, ansonsten hätte ich sie gewürgt, wie Homer Simpson das immer so gern mit Bart machte. »WAS. WILLST. DU?«, fragte ich um Beherrschung ringend.

Sie lächelte breit und zeigte mir ihre perfekten weißen Zähne. »Das hab ich doch schon gesagt. Ich würde vorschlagen, in drei Tagen, wenn wir nach Amerika fliegen, lässt du dein dummes Babe hier. Ansonsten wird sie das hier zu hören bekommen, und das wollen wir ja nicht, oder?«

»Glaubst du etwa, ich lasse mich von DIR erpressen?«, knurrte ich, da hörten wir schon die langsamen Schritte von meinem Babe.

»Entweder das oder du wirst sie komplett verlieren. So was lässt Hannah Hauptmeier nicht durchgehen«, flüsterte mir Angela noch zu, tätschelte mir den Arm und ging mit hin und her schwingenden Pferdeschwanz in ihrem schwarzen, perfekt sitzenden Hosenanzug schon mal nach draußen. Verfickte Scheiße! Vollkommen paralysiert starrte ich ihr hinterher, bis Hannahs Stimme mich aus meiner Trance riss und ich mich zur Treppe umdrehte.

»Ich konnte mich nicht entscheiden.« Hannah lächelte süß, als ich ihr die letzten Stufen herunterhalf und die Ohrringe begutachtete, die ich ihr vor einer Woche gekauft hatte. Zwei schwarze funkelnde Katzen aus vielen winzigen Diamanten.

»Hervorragende Wahl, Miss Hauptmeier«, lobte ich und gab ihr einen Kuss unters Ohr, versuchte mir, verflucht noch mal, nichts anmerken zu lassen, denn das wäre nicht ratsam gewesen, und geleitete sie nach draußen, wo die Limousine mit Friedl und Max schon auf uns wartete. Als ich das Haus absperrte, schaute ich noch mal Angela mit einem absoluten Mörderblick an, der ihr genau sagte, was mir gerade durch den Kopf ging. Sie schmunzelte lediglich, denn sie wusste genau, dass sie mich in der verfluchten Hand hatte.

Während der Fahrt hielt ich Hannahs Hand und genoss das intime Gefühl ihrer Nähe, während ich nach draußen blickte und es in meinem Kopf ratterte. Was sollte ich jetzt verfickt noch mal tun? Friedl saß uns entspannt gegenüber, doch Max schossen die Schweißperlen aus der Stirn. Hannah unterhielt sich währenddessen locker mit Friedl. Sie dachte wohl, ich wäre wegen dem Merkel-Scheiß aufgeregt, aber in Wirklichkeit war ich mit meinen Gedanken woanders – viel zu geschockt von der Erpressung. Wie konnten sich die Dinge nur so schnell wenden?

Angela war zwar eine dumme Schlampe, aber sie war eine dumme Schlampe, die wusste, wie sie alles zerstören konnte, was mir am Herzen lag – meine Prüdella. Ich hatte das damals einfach unter den Teppich kehren wollen, weil es für mich keinerlei Bedeutung gehabt hatte. Aber für Hannah würde es Bedeutung haben, schließlich hatte ich ihr versprochen, keine anderen Frauen mehr zu vögeln. Was war ich nur für ein verschissener Wichser?!

Ich wollte sie nicht enttäuschen und ihr wehtun, aber mir wurde klar, dass ich wohl nicht in der Lage war, es zu verhindern.

Genialer Scheiß! Ehrlich!

Typisch Mason Hunter, der die Frauen zerstört, benutzt, verschleißt und dann wegwirft wie Dreck. Aber doch nicht Hannah, das hatte ich mir geschworen.

Als wir vor dem teuren Nobelhotelschuppen hielten, war ich immer noch zu keinem Entschluss gekommen, stieg im Zombiemodus aus und ging – immer noch grübelnd, was ich tun könnte – rein.

Hannah gab mir noch mal letzte Instruktionen und sagte mir, dass ich mir keine Sorgen machen bräuchte und sie so oder so stolz auf mich wäre, bevor wir umringt von unzähligen Paparazzi den großen Saal betraten und auf die Bundeskanzlerin trafen. Klein und schildkrötig stand sie vor mir und grinste mich mit diesem leicht dussligen Grinsen an.

Oh Shit, die alte Schachtel steht auf mich, ich könnte kotzen.

»Einen schönen guten Tag, hübsche Dame!« Ich fühlte einen Tritt von Hannah gegen meine Waden, doch ich redete einfach weiter. »Mein Name ist Mason Hunter und es ist mir eine Ehre, Sie kennenzulernen.« Ich kramte mein charmantestes Lächeln hervor und gab der alten Schabracke mit dem Krapfengesicht einen WIRKLICHEN Handkuss, woraufhin sie knallrot wurde und irgendwas davon stammelte, wie froh sie doch sei, drei richtige Rocker zu treffen und dass wir so viel für Deutschland getan hätten – wie auch immer. Sie erzählte, dass sie früher ein Rebell gewesen war, woraufhin ich nur dachte: Ja, ja, hinter deinem Schreibtisch, oder was? Ich konnte Sex, Drugs and Rock´n´Roll nur schwer mit ihr in Verbindung bringen – und wollte es auch gar nicht.

Hannah hielt sich im Hintergrund, wurde aber auch von den Politikern und wichtigen Scheißern begrüßt, womit sie wohl nicht gerechnet hatte. Als wir am Tisch Platz nahmen – mein Babe neben mir –, rückte ich ihr den Stuhl zurecht, ehe ich es bei der Merkel tat. Ganz wie ein Meister-Ober-Gentleman. Dann aßen wir unter den Augen der Fotografen irgendeinen Scheiß und machten verfickten Smalltalk. Dabei nahm ich nur selten den Blick vom Merkelchen und benutzte sogar das richtige Besteck. Von außen nach innen. Ich drückte selbst den Rücken durch und stellte die Füße genau nebeneinander auf den Boden.Mir taten schon die Waden weh und ich bekam Krämpfe. Wer sitzt schon so da? Das tut weh wie Sau! Ich hatte weder die Ellbogen auf dem Tisch noch fasste ich mir in die Haare, obwohl meine Kopfhaut gerade wie verrückt juckte.Ich belud auch meine Gabel nicht mit Monsterbissen und führte die Hand zum Mund. Nicht den Mund zur Hand. Ich schenkte jedem nach und riss das Brot in Stücke … Tunkte es nicht in die Vorspeisensuppe und schlürfte auf gar keinen verfluchten Fall! Um es kurz zu machen, konnte ich den dicken fetten Stock bereits fühlen, der in meinem Arsch steckte, und unvorteilhaft auf mein Hirn drückte, während Hannah vor unbändigem Stolz dahinschmolz.

Natürlich entgingen mir nicht die Blicke, mit denen mich die meisten männlichen Schlipsträger bedachten. Von oben herab. Als seien sie etwas Besseres, aber doch von Neid zerfressen. Ich wurde schließlich im Gegensatz zu ihnen vom Volk geliebt UND sah geil aus. Ich lebte ein freies Leben! Ich tat, was ich wollte! Für mich galten keine Regeln. Ich war ein Rebell und das gefiel ihnen gar nicht. Man merkte in jedem Wort und jeder Bewegung, dass sie mich nicht ernst nahmen, und als Angie dann auch noch fragte, ob Friedl, Max und ich nicht spontan ein kleines Ständchen singen würden, verdrehten die meisten Männer ihre Augen und tuschelten hinter vorgehaltenen fetten Händen – so laut, dass ich es hören konnte. Doch ich ließ mich nicht davon ablenken, denn ich war es gewohnt, von der Gesellschaft nicht akzeptiert zu werden. Es war jetzt nur etwas schwerer als sonst, weil ich wirklich verdammt noch mal versuchte, ihnen zu gefallen – um Hannahs willen.

»Können wir gerne machen!« Friedl, Max und ich wechselten einen Blick und ich atmete um Beherrschung ringend tief ein, als Max mit der Gabel den Takt auf dem Tisch vorgab. Ich wollte gerade ansetzen, das Versauteste zu singen, was wir zu bieten hatten, aber Prüdellas Absatz auf meinen Zehen unter dem Tisch zeigte mir, dass ich mich verflucht noch mal benehmen sollte. Also entschied ich mich spontan um – für eine verflucht schnulzige Nummer, die aber bei jedem ankam.

Wir sangen Stand by me, weil dieses Lied für a capella am besten geeignet war. Hannahs Augen strahlten, während ich sie ansang, ihre Hand nahm und ihr auch einen Handkuss gab. Und in diesem Moment wurde mir klar, dass ich für dieses Strahlen alles tun würde und schwor mir, sie niemals zum Weinen zu bringen, auch wenn mir klar war, dass ich diesen Schwur niemals würde halten können.Einfach weil ich Mason Hunter war, der Zerstörer.

Angie klatschte mit, sogar ein paar andere Politikfritzen ließen sich anstecken. Andere wiederum waren begeistert, als wir aufhörten.

Es gab tatsächlich einen alten Sack, der abschätzig vor sich hin murmelte: »Absolut asozial. Das soll Gesang sein?« Dann nahm er seine Serviette und schmiss sie angewidert auf seinen Teller.Fast hätte ich mich erhoben und ihm eine reingehauen, doch plötzlich stand Hannah auf und schaute ihn an. Ich sah, wie ihr Körper bebte und wie sie Händchen zu Fäusten ballte, und ich war mir sicher, sie noch nie so wütend gesehen zu haben. Aber einem anderen wäre das nicht aufgefallen.

»DAS hier ist asozial, nur damit Sie mal Bescheid wissen!« Und dann öffnete sie ihren wunderschönen Mund, und mit einem höflichen Lächeln begann sie aus vollem Hals zu singen.Ich hätte fast geweint!

»Fick dich und halts Maul Onkel Ficker … bla, bla, bla!«

Ich war so perplex, dass mir erst die Kinnlade runterfiel, ich dann lautstark lachte und schließlich schrie: »Das ist mein Mädchen!«

Alle Augen wurden groß, starrten sie ungläubig an. Max und Friedl begannen zu johlen und mit ihrem Besteck im Takt mit zu trommeln. Ein paar Politiker fingen an zu lachen, als die Ersten aufstanden und grummelnd das Zimmer verließen, doch auf Angies Gesicht machte sich nur ein freches Lächeln breit, und sie fing an zu schunkeln.

Sobald Hannah fertig war, machte sie einen Hofknicks. »Wäre es Ihnen lieber, Mister Hunter hätte das gesungen?« Somit setzte sie sich wieder hin.

Shit! Ich liebte sie in diesem Moment noch mehr!

Ich war baff, absolut oberbaff, als sie einen Schluck trank und sich elegant den Mund abtupfte, während alles zwischen uns in lautes Getöse losbrach. Die Paparazzi konnten nicht genug Bilder von ihr bekommen und die Politiker sich nicht genug aufregen. Nur ein paar, Angie mittendrin, kriegten sich gar nicht mehr ein vor Lachen.

»Babe …«, war das Erste, was ich, immer noch ziemlich geschockt, rausbekam. »Deine Karriere?«, ergänzte ich, als ich mich wieder einigermaßen gefangen hatte.Doch sie schaute mich gelassen an, zog eine Augenbraue hoch und zuckte mit den Schultern. Ihre Züge wurden weich, als sie mich anblickte, und sie hob eine Hand, um sie an meine Wange zu schmiegen.

»Ich gehe mit dir. Egal wohin.«

»SHIT!« Und somit brachen alle Dämme. Nein, ich heulte nicht, stattdessen zog ich sie auf meinen Schoß und krallte meine Hände in ihre Haare, während meine Zunge einen Freudentanz in ihrem Mund aufführte. Es war mir scheißegal, was die Leute dachten; es war mir scheißegal, ob Kameras auf uns gerichtet waren. Das Hier und Jetzt zählte.

»Ich bin stolz auf dich«, murmelte ich ihr immer noch geschockt zu.

»Und ich auf dich«, antwortete sie breit lächelnd und küsste mich erneut.

Komischerweise durften wir tatsächlich auftreten, denn Angie war absolut begeistert von uns. Was für ein Glück, dass sie Sinn für Humor besaß.

***

Jegliche Anspannung und Anstands-WauWau-Trainingsdruck fiel von mir ab, sobald wir bereits mitten in der warmen Nacht das Gebäude verließen und uns wieder in die Limousine setzten.

Ich spürte Hannahs Stolz auf mich in jeder ihrer sanften Berührungen, was meinem schlechten Gewissen nur noch mehr Nahrung gab. Denn diese Scheißsache mit Angela verfolgte mich regelrecht. Ich betrachtete das lachende Seitenprofil von Hannah und überlegte was ich tun sollte.

Wenn ich ihr die Wahrheit sagte, würde sie mich wahrscheinlich knallhart verlassen, denn so war sie. Für Prüdella entsprach es beinahe einer Todsünde, ein Versprechen zu brechen, sie war immer ehrlich und stand zu ihrem Wort. Das forderte sie auch von den Menschen ihr gegenüber. Außerdem würde es ihr verflucht noch mal tierisch wehtun und sie wäre enttäuscht. Und das wollte ich nicht. Stattdessen wollte ich ihr beweisen, dass sie einen besseren Menschen aus mir gemacht hatte. Wollte ihrer würdig sein und sie nicht als Versagerin fühlen lassen, indem ich ihr mitteilte, dass ich sie betrogen hatte. Sie würde denken, ihre Arbeit hätte nichts bewirkt und wäre somit völlig umsonst gewesen. So war es aber nicht. Die Zeiten, in denen ich mich ihr gegenüber wie die Axt im Walde benommen hatte, waren vorbei.

Es war verschissen verkackt, und ich wollte Angela ihre dreckigen Fingernägel ausreißen und ihr die Augen ausstechen, doch es führte kein Weg an dem Unausweichlichen vorbei und es zerriss mich schon jetzt innerlich in tausend Stücke.

Ich musste Hannah die Wahrheit sagen, das war ihr der Mann Mason Hunter, den sie aus mir gemacht hatte, schuldig.

Let me sign

Robert Pattinson

Ich war so stolz auf meinen Schüler. Er hatte sich verhalten wie ein wirklicher Gentleman. Meine Lehrstunden hatten sich gelohnt. Aus Mason Hunter, der eher an ein Kind erinnert hatte, war ein gereifter, ziemlich perfekter Mann geworden, von dem ich weder Augen noch Hände lassen konnte. Im Anzug war er einfach zu sexy, um wahr zu sein, besonders, wenn er so vorzügliche Manieren zeigte und dennoch seine Augen so unverhohlen glühten. Aber die Reaktionen der anderen, die Reaktionen dieser wohlerzogenen gebildeten Menschen – so sollte man zumindest meinen – waren absolut das Letzte! Dann war Mason eben anders! UND? Schadete er damit jemandem? NEIN! Und trotzdem würde er von diesen Anzugträgern niemals akzeptiert werden. Sie würden ihn nicht einmal tolerieren, sondern nur Verachtung für ihn übrighaben, weil er nicht der gesellschaftlichen Norm entsprach. Weder vom Denken noch vom Aussehen her. Ich sah es in ihren abfälligen Blicken, hörte es in ihrem boshaften Tuscheln … Es wurde immer schlimmer, je wohler sich Mason fühlte und je begeisterter die anderen von ihm waren. Diejenigen, die das Besondere in ihm wahrnahmen und es schätzten! Diejenigen, die lebten und leben ließen!

Sie trieben mich mit ihrem Neid und ihrer Intoleranz regelrecht zur Weißglut! Mason gab sich so viel Mühe! Doch das war ihnen völlig egal. Sie sahen in ihm Dreck, weil er frühzeitig von der Schule abgegangen war und keine Diplome vorweisen konnte; weil er nicht bereits in der Kindheit zur Perfektion gedrillt worden war; weil er nicht in ihr vertrocknetes Weltbild passte. Hatte nicht jeder Mensch ein Recht darauf, so zu sein, wie er sich wohlfühlte?

Das war so unfair!

Ohne mir großartig darüber Gedanken über die Konsequenzen zu machen, stand ich auf, um dieses Lied zu singen, das Mason mir beigebracht hatte. Ich stand auf, weil ich dieses abschätzige Getuschel nicht länger ertragen konnte und auch ich meine Lektion gelernt hatte. Mir war klar geworden, dass man sich nicht dafür schämen durfte, so zu sein, wie man nun mal war.

Wenn ich Lust habe, dieses Lied zu singen, um ihnen die Mäuler zu stopfen, dann tu ich das einfach! Es ist MEIN LEBEN, UND ICH LEBE ES SO, WIE ICH ES FÜR RICHTIG HALTE! WEM ES NICHT GEFÄLLT, DER BRAUCHT SICH NICHT WEITER DAMIT ZU BEFASSEN! PUNKT!

Mir war klar geworden, dass eine freundliche Maske zwar einen guten Umgang mit den anderen Menschen gewährleistet, es einen selber aber nicht glücklich macht, wenn man ständig seine wahren Gefühle unterdrückt.

Wenn man sich nicht so kleiden kann, wie man will.

Wenn man sich nicht so verhalten darf, wie man gerne würde.

Wenn man sich ständig auf die Zunge beißen muss.

Das macht einen kaputt. Es sperrt einen ein. Das hat nichts mit Freiheit zu tun, die nun mal jedem Individuum dieser Welt zusteht!

Im Großen und Ganzen war das Treffen trotzdem ein voller Erfolg.

Doch ein seltsames Gefühl rumorte in meiner Magengegend – womöglich eine Ahnung –, als Mason mich ins Wohnzimmer führte und sich erst mal auf seinen Sessel fallen ließ, die Augen schloss und den Kopf nach hinten gegen die Lehne lehnte. Er presste seine Hände gegen seinen Schläfen, als hätte er schreckliche Kopfschmerzen.

OH GOTT! Er sah ja so was von zum Anbeißen in seinem Anzug aus, der jeden Muskel vorteilhaft betonte und mich dazu brachte, mir die dreckigsten Dinge vorzustellen, bei deren alleiniger Idee ich vor drei Monaten aus Scham gestorben wäre. Er war unglaublich schön, wie er hier im Mondlicht saß, und dieses mittlerweile nur zu bekannte Kribbeln breitete sich sofort in jeder meiner Zellen aus.

Er hatte unseren Sicherheitskräften befohlen, draußen zu warten. Auch Max und Friedl hatte er gebeten, uns allein zu lassen, was schon außergewöhnlich war. Irgendwas stimmte nicht, ich konnte nur nicht den Finger drauf legen. Und die angespannte Atmosphäre, die das Zimmer flutete, trug ebenfalls nicht dazu bei, meine Bedenken zu zerstreuen, ganz im Gegenteil. Sie machte mir Angst.

Während ich auf meiner Lippe kaute, ging ich auf ihn zu, hörte die Schritte meiner hohen Schuhe endlos im dunklen, leisen Raum widerhallen.

Ohne ein Wort stellte ich mich vor ihn und streichelte sein weiches Haar. Er hob den Blick und ich legte den Kopf etwas schief, bevor ich mich breitbeinig auf ihn setzte. Plötzlich umfasste er mein Gesicht und schaute mir tief in die Augen. Der Sturm, der in ihnen tobte, erschreckte mich. Woher kamen diese ganzen Gefühle? Zweifel, Angst, Wut, Trauer, Sehnsucht.

»Mason?«, hauchte ich unsicher und merkte, wie meine Stimme plötzlich zitterte, denn all die Emotionen, die ich in seinem Blick las, übertrugen sich auf mich.

»Ich liebe dich, Hannah Hauptmeier, mehr, als ich jemals etwas geliebt habe«, flüsterte er plötzlich rau und zog mein Gesicht herab. Küsste mich grimmig und mit so einer Intensität, dass sich alles in meinem Kopf zu drehen begann. Seine Hände hielten mich knallhart an Ort und Stelle, doch sie zitterten wie Espenlaub, was mir einen kleinen Schreck einjagte. Was war nur mit ihm?

Eifrig kam ich seiner Zunge entgegen und schob meine Hände unter sein Jackett, um mich in seine Brust zu krallen, die sich heftig hob und senkte. Dann verlagerte ich meine Hüften ein wenig und fühlte es hart zwischen meinen Beinen zucken.

Genauso plötzlich, wie er mich überfallen hatte, löste er sich von mir und drückte mich mit Stahlgriff eng an sich. Sein Gesicht vergrub er in meinem Nacken, während sein hektischer Atem sich an meiner Haut brach. Ich konnte nichts gegen den Schauer tun, der mir über den Rücken rieselte. Eine Mischung aus Unbehagen und Erregung, genau wusste ich es nicht. Nur eins wusste ich: Mit Mason stimmte etwas nicht. Also hielt ich ihn fest und legte meine Wange auf seine seidigen Haare, schloss die Augen und genoss den Moment. Ich verstand kein Wort von dem, was er plötzlich mit leiser gequälter Stimme gegen meinen Hals sang, doch die Tränen fingen trotzdem an zu laufen, und eisige Kälte legte sich über mein Herz.

Standing there by the broken tree.

Her hands were all twisted, she was pointing at me.

I was damned by the light coming out of her eyes.

She spoke with a voice that disrupted the sky.

She said ›Walk on over yeah to the bit of shade,

I will wrap you in my arms and you’ll know you’ve been saved‹

Let me sign, let me sign,

»Oh Gott, Mason.« Zwar konnte ich nach wie vor den Sinn der Worte nicht erfassen, aber seine Stimme klang so schmerzverzerrt, dass ich es nicht mehr ertragen konnte. Wortlos vergrub ich meine Finger tief in seinen Haaren und hob sein Gesicht an. Meine Lippen trafen erneut auf seine und ich schmeckte meine Tränen, als wir uns küssten. Seine Hände wühlten sich durch meine Locken und ließen Gänsehautschauer über meinen Rücken herabregnen. Mit einem Mal fühlte ich zwischen uns so eine unbändige Verzweiflung, dass sie beinahe greifbar war. Aber Mason ließ es nicht zu, dass ich etwas von ihm abrückte oder in der Lage war, einen vernünftigen Gedanken zu formulieren.

»Ich brauche dich«, keuchte er in meinen Mund und ich fühlte seine Knöchel über mein Höschen streifen, als er seinen Reißverschluss öffnete, ihn mit der Hand umschloss und auf und ab strich. »Jetzt!« Somit schob er meinen pitschnassen Slip zur Seite, und ich keuchte schockiert auf, als er unverhofft in mich stieß und mich bis zum Anschlag komplett ausfüllte. Wir schauten uns in die Augen. Seine Nasenflügel waren gebläht und er hob eine Hand, um mein Gesicht zu umfassen und mir mit dem Daumen über meine zitternde Unterlippe zu streichen.

»Mason, was ist …«, stammelte ich, denn der Schmerz in seinem Blick brannte sich in mein Inneres, doch er antwortete nicht, hielt mich nur an der Hüfte fest, um sich aus mir rauszuziehen und dann heftiger in mich einzudringen, während er die Zähne zusammenbiss.

»GOTT!« Ich ließ meinen Kopf nach hinten fallen und schloss die Augen. Mit jeder Faser fühlte ich, dass er mich jetzt tatsächlich brauchte, was mir nicht anders ging. Auch ich brauchte ihn. So innig wie möglich. Also beugte ich mich runter und fing an, mich auf ihm zu bewegen, während ich ihn küsste. Meine Hände umfassten sein kostbares Gesicht und ich zog meine inneren Muskeln um ihn herum zusammen. Er zuckte in mir und stöhnte heiser, während er mit seinen Lippen an meinem Kiefer und über meinen Hals herab wanderte. Erneut warf ich den Kopf nach hinten und genoss das Gefühl seines starken Armes, der mich enger an ihn drückte. Mit der anderen Hand stützte er sich leicht auf meiner Brustmitte ab, ohne jedoch seine seidigen Lippen von mir zu nehmen, denen ich mich vollkommen hingab sowie diesem Flimmern, das immer intensiver zwischen uns pulsierte.

Seine Hand schob mein Kleid nach unten, sodass ein steifer Nippel entblößt wurde. Sanft umfing er ihn mit seinen vollen Lippen und saugte daran, ließ seine Zunge mit einem genüsslichen Stöhnen darum kreisen, bis aus der wohligen Wärme in meinem Körper glühende Hitze wurde.

»Du bist so schön!« Als ich ihm in die Augen sah, las ich die Ehrlichkeit in seinen Zügen. Ehrfürchtig starrte ich ihn an, denn ich konnte nicht glauben, dass dieser unglaubliche, wunderschöne Mann mich berührte und mir dieselben Worte sagte, die mir bei seinem Anblick immer in den Sinn kamen. Seine Hand hob sich und er fuhr damit in meine Haare. Strich sie aus meinem Gesicht, sodass er es sehen konnte, und ich schmiegte meine Wange gegen seine Handfläche wie eine kleine rollige Katze. Nicht einen Moment ließ er mich aus den Augen, verschlang mich förmlich ihnen.

»Ich liebe dich so sehr, dass es manchmal wehtut.« Er betonte jedes Wort, als wollte er sichergehen, dass ich seine Aussage ernst nahm. Als würde ich ihm sonst nicht glauben.

»Ich weiß, Mason. Ich liebe dich auch. Für immer«, flüsterte ich keuchend und strich ihm ein paar schweißnasse Strähnen aus der Stirn.

»Shit!« Mit dieser Reaktion hätte ich nicht gerechnet. Er umfasste mein Gesicht jetzt mit beiden Händen und zog es zu sich herab. Küsste mich gierig und wild und ungestüm. Dabei kreiste er mit seinen Hüften und uns